WmdedgT – Juni 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen an jedem 5.
Und ich frage mich das auch und fange hier gleich mal mit der Antwort an.
00:43 Uhr
Nachdem ich erst nach zehn aus dem Garten heim kam, wollte ich unbedingt noch ein Stück stricken. Da ich aber nur einmal müde bin, und das ist immer, fürchtete ich, mit dem Strickzeug in der Hand einzuschlafen. Deshalb suchte ich mir aus der Mediathek einen kleinen Krimi und als der zu Ende war, sogar noch einen weiteren. Der war recht heiter, aber leider war er nicht klein, denn er lief 128 Minuten. Das wollte ich mir dann mitten in der Nacht und mitten in der Arbeitswoche doch nicht antun, so dass ich lieber mitten im Film unterbrach und doch ins Bett kroch.
04:02 Uhr
Mein Körper zeigt seltsame Anwandlungen, die mich zur Unzeit wecken. Eine Stunde hätte ich noch. Aber nun muss ich erst mal ins Bad und bin entsprechend munter. Also stelle ich den Wecker auf 5.25 Uhr. Dann muss ich mich zwar sehr beeilen, wenn ich mit dem Sohn im Garten noch einen Kaffee trinken will, aber schaffbar ist das.
05:25 Uhr
Als der Wecker schreit, fühle ich mich derart zerschlagen, dass ich etwas tue, was ich sonst nie tue. Ich stelle den Wecker um 10 Minuten weiter und lasse mich in die Kissen sinken.
05:34 Uhr
Jetzt bin ich wach und eile sehr, weil ich nun doch unbedingt noch in den Garten will. Der Sohn möchte, bevor ich zur Arbeit fahre, noch etwas mit mir besprechen.
Als ich meine Lesebrille suche, die ich in der Nacht am Rechner habe liegen lassen, stelle ich fest, dass sich etwas verändert hat. Dieser Brief war doch gestern Abend noch nicht da, oder? Und diese Seiten im Browser habe ich auch nicht aufgerufen. Also ist der Sohn wohl doch noch hergekommen. Nur, wo ist er jetzt?
Ich gehe nachsehen und finde ihn auf dem Sonnendeck. In Ordnung, also kann ich den Garten streichen und die gewonnene Zeit hier auf ein Gespräch und einen Guten-Morgen-Kaffee verwenden. Als ich ihm wenig später seinen Kaffee bringen will, ist der Sohn vom Sonnendeck verschwunden. Er hockt vergnügt im Wohnzimmer und lacht, weil er mich "auch schon gesucht" hat. Man stelle sich das mal vor: Wir schaffen es, in einer 42-qm-Wohnung umeinander herum zu laufen, ohne uns zu begegnen. Das will was heißen. *lach*
Wir schlürfen unseren Kaffee und bereden, was es zu bereden gibt. Für seine Unterlagen bei der Krankenversicherung nehme ich ein Foto des Sohnes auf. Vor der weißen Wohnzimmerwand macht sich das recht gut. Ich zeige es hier nicht, wegen Datenschutz und so und überhaupt. Aber es ist wirklich tauglich.
06:45 Uhr
Ich fühle mich gerade leicht überfordert. Das Grau vor den Fenstern. Die Aufgaben, die heute alle wie eine unüberschaubare Wand vor mir stehen. Das Gefühl, mich niemals ausruhen zu können, niemals Kräfte zu sammeln. Der Sohn beruhigt mich: Du schaffst das. Du hast immer alles geschafft. Und falls nicht, ruf mich an.
Ich genehmige mir eine zweite Tasse Kaffee.
07:01 Uhr
Der Sohn: Du wolltest doch vor sieben los.
Es dauert dann noch ein paar Minuten.
07:11 Uhr
Ich sitze endlich im Auto. Die alte Jolanda springt ganz brav an. Und der Stress, all das Generve fällt wie eine alte Schlangenhaut von mir ab.
07:48 Uhr
Zwar nicht so früh wie sonst, aber immer noch sehr rechtzeitig komme ich bei der Arbeit an. Beginn ist 8 Uhr.
08.00 bis 12.00 Uhr
Ich erfahre, dass ein Großteil der Arbeiten, die ich bis zum Mittag fällig wähnte, Aufschub haben bis Donnerstag.
Eine ganz liebe Kollegin bittet mich um Hilfe und schenkt mir eine Banane.
Mein Bürokram nimmt Gestalt an.
12:20 Uhr
Ich verpasse die Mittagspause und flitze schnell zum Auto, um mir wenigstens Milch für meinen Kaffee und eine Flasche Mineralwasser aus dem Kofferraum zu holen. Mein Kofferraum birgt fast immer Reseven.
12.30 bis 15.00 Uhr
Die Sonne kommt heraus und es wird drückend warm. Trotzdem gönne ich mir einen großen Pott Kaffee.
Ich erledige eine Menge Schriftkram und komme mit all meinen Aufgaben gut voran.
15:20 Uhr
Ich komme nie pünktlich raus, aber heute hat das den Vorteil, dass niemand mehr im Eingangsbereich herum hängt, um noch ein Kippchen zu rauchen, bevor er zur Straßenbahn geht. So sieht auch niemand, wie ich einen verblühten Zweig von der herrlichen gelben Rose schneide, die an der Hofecke wächst. Ich weiß, es ist nicht die richtige Zeit für Rosenstecklinge, aber werde Ende Juli keine Gelegenheit haben, hier einen Zweig zu schneiden. Also…
Minuten später suche ich bei nahe gelegenen Supermarkt ein paar Geranien für den Sohn aus. Verblüht sind sie fast alle, aber ich finde vier, bei denen man die Farbe noch erkennen kann und die schon wieder neue Knospen angesetzt haben. Sie sind extrem reduziert. Der Sohn wird sie aufpäppeln.
Dann ab auf die Autobahn, was heute noch zügiger geht als sonst. Wenn ich von der Arbeit direkt in den Garten will, fahre ich immer schon Messegelände runter, weil ich mir damit das Anstellen am Bahnübergang spare. Heute entschloss ich mich, noch eine Abfahr früher zu nehmen und einen Abstecher zum Erdball-Markt zu machen. Dort gibt es so leckere Torten-to-Go. Außerdem fand ich einen runden Streuselkuchen, den ich unbedingt probieren wollte.
16:48 Uhr
Ankunft im Garten. Ab da habe ich nicht mehr auf die Uhr gesehen.
Ich stelle die Taschen ab und bemerke, dass ich allein bin. Auch von den Nachbarn ist noch niemand da. Also richte ich mir meinen Rückzugsplatz im Halbschatten ein, sitze da eine kleine Weile und spüre, wie ich schläfrig werde. Die arme Rose ist noch gar nicht versorgt. Also raffe ich mich wieder auf, schneide den Zweig zurecht, hole ein Foliehütchen, grabe ein Loch für die Rose. Ich habe sie gerade fertig eingesetzt und rede ihr gut zu, nun bitte auch zu wurzeln, als der Sohn ankommt. Er freut sich über die Geranien. Er freut sich über den Kuchen und setzt Kaffeewasser auf. Da kommt eine Nachbarin, die meine Krimileidenschaft teilt und bringt mir ein Buch. Wir trinken gemeinsam Kaffee, schlachten den Kuchen. Als sie geht, ziehe ich mich zurück und beginne zu lesen. Der Krimi spielt auf Hiddensee, und es hat etwas Eigenes, wenn Bücher an Orten spielen, an denen man jedes Sandkorn kennt.
Später reiße ich mich vom Krimi los, weil ich unbedingt noch ein Stück stricken möchte und bekomme immerhin die Ferse fertig.
Noch später, als die Sonne verschwunden ist, wird es feucht und kühl. Die ersten Solarlampen schalten sich ein. Ich stelle fest, dass die herrlichen Sommernächte schon wieder vorüber sind und man durchaus eine Strickjacke gebrauchen könnte. Und Socken. Ich habe beides nicht dabei, aber in meiner Stricktasche schlummert die angefangene Flickendecke. Sie hat derzeit die Breite eines Schals. Also krame ich sie hervor und wickle sie mir um den Hals. Das macht was aus. Dann bringt der Sohn mir eine leichte Decke.
Eine nach der anderen beginnen jetzt die Solarlampen zu leuchten. Ich gehe herum und fotografiere.
Dann packe ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Heimweg. Um diese Zeit brache ich mich weder am Bahnübergang anzustellen, noch an der Kreuzung.
22:48 Uhr komme ich zu Hause an, und es ist immer noch nicht vollends dunkel. Herrlich.
Eine Stunde später habe ich Taschen ausgepackt, Einkäufe verräumt, diesen Eintrag zu Ende geschrieben und nun ist auch dieser 5. Juni schon fast zu Ende.

Jetzt bringe ich diesen Eintrag noch schnell zu Frau Brüllen und dann ziehe ich mich zurück.
Ich wünsche euch allen eine gute Nacht.

WmdedgT – April 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen an jedem 5. Und ich frage mich, ja, was habe ich denn eigentlich den ganzen Tag gemacht?
0:16 Uhr
Nach einem wunderschönen Abend bei Uta komme ich zu Hause an. Für die Fahrt von Halle habe ich ganze 35 Minuten gebraucht, für die 4 Treppen nach oben brauche ich eine halbe Ewigkeit. Oben angekommen, kann ich mich nicht direkt ins Bett fallen lassen, sondern hocke erst noch ein Weilchen am Küchentisch, träume vor mich hin, freue mich über meine Geschenke {Die bekommen am Wochenende einen eigenen Beitrag, denn ich möchte sie noch fotografieren.} und über die wunderbaren Menschen, mit denen ich befreundet bin. Irgendwann gehe ich doch schlafen.
5:10 Uhr
Wer säuselt da die Uhrzeit mitten hinein in meinen Traum? Ah, der Wecker. Na dann.
Tablette einnehmen –> Kaffeewasser aufsetzen –> dann ins Bad.
Obwohl die Nacht sehr kurz war, bin ich heute besonders schnell fertig und habe noch 15 Minuten Zeit für einen Guten-Morgen-Kaffee und ein paar Nachrichten an die Freundin. Mitten drin klingelt das Telefon. Der Sohn. Um die Zeit? Einen winzigen Moment fürchte ich, es ist etwas passiert, dann höre ich sein fröhliches Guten Morgen und die Frage, ob ich kurz Zeit habe. Puh, nichts passiert. Er hat Pläne für das Wochenende, will am Samstag Mittag im Garten grillen und fragt, ob ich dabei sein möchte. Klar doch.
6:40 Uhr
Es ist hell geworden. Zehn Minuten später als an den Tagen zuvor sitze ich im Auto. Die Morgensonne im Rücken düse ich nach Halle und freue mich an dem schönen Morgen.
7:15 Uhr
Es ist noch gar niemand da. Demnächst kann ich also noch 10 Minuten später losfahren. Ich suche jemanden, der mir aufschließen kann und bekomme als erstes einen Kaffee angeboten.
8:00 bis 12:00 Uhr
Es ist etwas schwierig, eine neue Arbeitstelle anzutreten, wenn die einzige Person, die dich einweisen könnte, erkrankt ist. Sie ist am Dienstag Morgen trotz Erkrankung extra reingekommen, um mir ein paar Unterlagen zu übergeben und das Wichtigste mitzuteilen. Dennoch sind im Laufe des Tages einige Fragen aufgetaucht, und ich hätte noch andere Unterlagen brauchen können. Am Mittwoch hatte ich eine andere Kollegin danach gefragt und mit ihr gemeinsam noch lange nach Feierabend alles Mögliche erörtert.
Nun sucht mir eben diese Kollegin noch einige Unterlagen heraus. Ich fitze mich hindurch, schreibe Ausbildungspläne, bearbeite diverse Freigaben und verpasse darüber die Mittagspause.
12:30 bis 15:00 Uhr
Tests stehen an. Einen absolviere ich mit dem Teilnehmer gemeinsam. Dadurch bekommt er deutlich mehr Punkte, als in allen vorangegangenen Tests. Tja.
Neiiin, ich habe definitiv nicht vorgesagt. Ich habe ihm nur Denkanstöße gegeben, damit er die Art der Fragestellung besser verinnerlichen kann.
15:00 Uhr
Ich beeile mich sehr, aus der Firma zu kommen, denn ich muss etwas ausprobieren. Genau in einer Woche kommt meine Schwester mit dem Flixbus nach Leipzig und ich habe zugesagt, sie abzuholen. Nun kommt der Bus schon 16:05 Uhr, und ich muss zusehen, dass ich das von Halle aus überhaupt schaffe, pünktlich dort zu sein.
16:00 Uhr
Ich treffe bei Mutti ein. Das ist zu schaffen, aber dazu muss ich ja auch nicht im Berufsverkehr ins Leipziger Zentrum. Na, mal sehen.
Wir fahren zur Bank und danach zum N-Markt. Dann bringe ich Mutti wieder nach Hause, trage die Einkäufe nach oben. Viel ist es diesmal nicht.
18:10 Uhr
Ich bin daheim, füttere die Waschmaschine, mache mir einen Kaffee, den ich dann vergesse und später kalt trinke. Auf Abendessen habe ich zunächst keinen Appetit, aber dann fällt mir der Räucherfisch ein, den ich direkt von der Ostsee nach Sachsen importiert habe. Hm, lecker.
Am Abend
Jetzt rächt sich die kurze Nacht. Die Müdigkeit schlägt zu. Ich schaffe es noch, die Wäsche aufzuhängen und mir die Kleider für morgen herauszulegen. Bei der Soko, die ich mir in der Mediathek anschauen will, bekomme ich gerade noch den Anfang mit und den Abspann. Nach dem zweiten Versuch, der ebenso verläuft, gebe ich auf und gehe ins Bett.
Nun wisst ihr, was ich den ganzen Tag gemacht habe .

WmdedgT – März 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Das möchte Frau Brüllen heute wieder wissen. Tja, und was mache ich?
Da es der einzige Unterrichtstag in dieser Woche ist, stand der Wecker auf kurz nach Fünf. Dumm nur, dass ich eine Stunde früher wach war, ins Bad musste und danach nicht nochmal einschlafen konnte. *grrr*
Ich entschied, dass ich das Intervallfasten abbreche, weil ich dabei mit meinen Medikamenten aus dem Tritt komme und mich deswegen am Sonntag schon ziemlich elend gefühlt hatte. Also nahm ich die Medikamente am Morgen wieder so, als würde ich nicht fasten und aß dann aber doch nichts, weil ich auf nichts Appetit hatte.
Randbemerkung: Ich hatte mich für 16:8 entschieden und mir für die Ess-Phase ein Zeitfenster von 10 bis 18 Uhr überlegt. Schwierig wurde es dadurch, dass ich oft noch Erledigungen habe und erst 20 Uhr daheim bin. Da ich dann nicht mehr essen darf, war die Folge, dass ich an manchen Tagen mittags die letzte Mahlzeit hatte. Und damit ging es mir gar nicht gut. Nun habe ich aber gelesen, dass für Frauen ein Verhältnis 14:10 empfohlen wird. Das müsste für mich funktionieren.
Als ich aus dem Haus kam, roch die Luft nach Frühling. Ähm. Wie riecht Frühling? Eigentlich roch es nach frischem Gras, was gar nicht sein konnte, denn woher sollte dieser Duft kommen? Egal, es roch gut. Die Luft war mild und machte gute Laune.
Obwohl ich herumgetrödelt hatte, fuhr ich flugs noch zum Kaufmannsladen, um Mineralwasser und Gemüse zu kaufen. Ich hatte keine genaue Vorstellung, was ich haben wollte. Es wurden wieder Karotten. Die passen aber auch immer.
In der Firma druckte ich die CNC-Programme aus, die mein Schwager mir geschickt hatte. Natürlich kann ich jetzt nicht programmieren und es erst recht nicht unterrichten, aber ich verstehe nun wenigstens, was die beiden Jungs in ihrem Kurs tun.
An Nachmittag fuhr ich schnurstracks nach Hause, weil ich unbedingt für den Abend eine Gemüsesuppe zubereiten wollte.So schnippelte ich denn auch einen großen Topf voller Gemüse:
7 Karotten
1 Kohlrabi
1 winziger Blumenkohl {nicht größer als der Kohlrabi}
1/2 Sellerie
1/2 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
2 kleine Kartoffeln
2 kleine Petersilienwurzeln
Ich briet alles in etwas Knoblauchöl an. Doch bevor ich es mit Gemüsebrühe {instant aus eigener Herstellung}
aufgießen konnte, erhielt ich eine Nachricht das Sohnes, ich möge mich bitte melden, weil Sylvana Starthilfe brauchte. Sie war damals, als ich Starthilfe brauchte, extra aus Schönefeld angefahren gekommen, um mir zu helfen, während alle, die näher dran gewesen wären, unerreichbar waren. Ehrensache, dass ich da helfe. Also drehte ich den Herd wieder ab und düste los. Es war schön, Sylvana zu sehen. Sie hat so etwas Sonniges an sich.
Wieder daheim setzte ich meine Kocherei fort, schaffte es allerdings nicht mehr innerhalb des 8-Stunden-Fensters, die Suppe fertig zu bekommen.
Ähm… als das Gemüse weich gekocht war, goss ich die Brühe ab, pürrierte es und goss nach und nach die Brühe wieder zu. Abgeschmeckt wurde mit Hexenkräutersalz vom Gourmetkater. Und das war es auch schon. Mehr ist nicht dran, nicht mal ein Löffelchen Frischkäse, womit ich sonst meine Suppen gern abrunde. Diesmal ist alles nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Wobei das allerdings keine Absicht war, sondern sich einfach so ergeben hat.
Nach dem Abendessen mailte ich in der Gegend herum, muddelte in der Küche, kramte in meinen Garnen, las in einem der Eifel-Krimis, mit dem ich diesmal nicht so recht voran komme. Ich schaute in der Mediathek Solo für Weiß und ging früh zu Bett.
Das habe ich also den ganzen Tag gemacht. Und ihr so?

WmdedgT – Februar 2018

Wie jeden Monat fragte Frau Brüllen auch gestern wieder Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Ich hätte es diesmal vergessen. Zum Glück dachte Uta daran und erinnerte mich. An normalen Arbeitstagen weiß ich oft gar nicht, was ich alles berichten soll. Aber gestern war kein normaler Tag. Das ging schon früh am Morgen los. Gleich nach dem Aufstehen hatte ich noch tausend Handgriffe zu erledigen und an -zig Kleinigkeiten zu denken. Hab ich alles für die Arbeit? Hab ich alle Büro-Utensilien, die ich zusätzlich brauche an diesem Tag? Wo ist das Strickzeug? Und das wichtigste: Briefumschlag mitnehmen, damit ich den Haus- und den Wohnungsschlüssel eintüten und im Briefkasten deponieren kann. Und dies dann keinesfalls vergessen.
Der Hintergrund war der: Um die Mittagszeit wollte der Heizungsableser kommen. Christoph hatte mir angeboten, in meiner Wohnung auf den Mann zu warten. Allerdings wusste er nicht genau, ob er vielleicht selbst auch arbeiten muss. Das wollte er mir am Sonntag ganz sicher sagen. Alternativ hatte ich schon die Katl gefragt, ob sie diesen "Dienst" vielleicht übernehmen kann. Sie sagte sofort zu, und weil Christoph und ich uns am Sonntag dann gar nicht erreichen konnten, gab ich der guten Seele den Briefkastenschlüssel mit, damit sie sich den Wohnungsschlüssel dann nehmen kann. Soweit, so gut.
Mit drei großen Taschen stand ich dann endlich draußen am Auto und freute mich darüber, dass der Himmel schon langsam vom Schwarz der Nacht zu Blau überging. Es wird schon wieder deutlich früher hell. Wie schön.
Nicht so schön waren Schnee und Eis auf den Autoscheiben. Kratzen war angesagt. Gut war wiederum, dass die Luft so trocken war, dass die Scheiben von innen nicht beschlugen.
Als ich in der Firma ankam, zeigte die Uhr im Gang 08:04 Uhr. Waaaas? Wie konnte das sein? Es hätte zwischen halb und dreiviertel Acht sein müssen. Wo war denn die Zeit hin? Wenig später stellte ich fest, dass es tatsächlich erst 7:40 Uhr war. Die Uhr im Gang war stehen geblieben, und sie zeigte auch nicht 08:04 Uhr, sondern 00:40 Uhr. Ich hatte beim ersten flüchtigen Blick und in Erwartung einer Uhrzeit um 8 Uhr herum die Zeiger verwechselt. Na, das ging ja gut los!
Als nächstes ließ sich der Rechenr nicht normal starten, weil am Freitag, lange nach Feierabend, die Administratoren sich noch daran zu schaffen gemacht hatten.
Es dauerte eine Weile, bis ich meinen Rechner wieder zum Arbeiten überreden konnte. Ein Kollege kam und klagte mir sein Leid, dass er am Freitag bis 22 Uhr in der Firma war, die Admins aber nicht hinbekommen hatten, was sie ursprünglich wollten und dass nun nach einer anderen Lösung gesucht werden muss.
Ein anderer Kollege kam und wollte von mir einen Laptop haben. Wieso? Ich verwalte die Dinger nicht. Ich bin kein Admin. Ich kann gar keinen Rechner einfach aus dem Netzwerk lösen und ihm irgendwo anders zur Verfügung stellen. Und nein, ich habe auch keinen Adapter in der Rocktasche, um unseren Beamer an ein iPad anzuschließen.
Die Lieblingskollegin kam lachend herein: "Ich muss dir was erzählen!" Jaja, nur wer gar nichts tut, macht auch keine Fehler. Wenn man arbeitet und das unter teils seltsamen Bedingungen, passieren einem zum Teil auch skurrile Dinge. *kicher*
Leute kamen, die zu einem bestimmten Kurs wollten, mit dem ich {leider} gar nichts zu tun habe, der mich aber auf eine neue Idee brachte.
Meine Leute kamen {zu spät}, aber immerhin war die Truppe zur Frühstückpause endlich wieder einmal vollzählig.
Ich bereitete ein paar Abrechnungen vor und schon war Mittagspause.
Nebenschauplatz: zu Hause Der Sohn war natürlich doch zu meiner Wohnung gefahren, um auf den Heizungsmann zu warten. Die Katl war, wie versprochen, auch dort. Nun hätte Katl meine Schlüssel beim Sohn lassen können. Weil wir aber verabredet hatten, dass ich sie mir am Feierabend bei ihr abhole, nahm sie sie wieder mit. Wenn aber doch der Sohn bei mir daheim auf mich wartet und ich ihn wieder zu sich nach Hause bringen möchte, wäre es ein Umweg, erst noch zu Katl zu fahren. Aber gut, das ließe sich auch noch anders lösen, indem ich erst den Sohn heim bringe und von da auf dem Rückweg zur Katl fahre. Inzwischen hatte aber Katl beschlossen, noch einmal loszugehen und die Schlüssel wieder zum Sohn zu bringen. Was für ein Kuddelmuddel *lach* Da hat sich die gute Seele so viel Mühe gemacht, nur wegen meiner Schlüsselei. *hach*
Inzwischen hatte ich Feierabend. Auf dem Heimweg kam die Sonne heraus und ich freute mich, wie lange es schon wieder hell ist.
Mit dem Sohn trank ich ein Käffchen und schwatzte eine Weile. Dann zog er noch einmal los zu einem Freund.
Am Abend schaute ich in der Mediathek zunächst den Tatort vom Sonntag und später noch Film der Woche. Nebenbei strickte ich zwei Patche an meine Decke und dann war der 5. Februar 2018 auch schon wieder vorbei.

WmdedgT – Januar 2018

Wie schön, dass Frau Brüllen auch an diesem 5. wieder fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
05:11 Uhr Der Wecker klingelt. Wieso eigentlich 11 und nicht 10? Ich habe Kopfschmerzen, die sich über Nacht mit jedem Hustenanfall verstärkt haben. Ich dusche, wasche die Haare, was ich bei meiner Haarlänge im Winter sonst nicht am Morgen machen kann, weil ich sie nicht schnell genug wieder trocken bekomme. Aber ich habe mir am Dienstag einen neuen Fön zugelegt, den ich nun gleich einweihen kann. Gegen die Kopfschmerzen rühre ich mir ein Pülverchen ein, gegen den Husten ein zweites. Normalerweise vermeide ich solche Maßnahmen, aber wenn ich doch arbeiten muss, möchte ich mich, bitte, nicht völlig zerschlagen fühlen.
Am Vormittag beschäftige ich mich eingehend mit verschiedenen Gesetzen zum Thema Verbotene Eigenmacht, Nothilfe, Schadenersatz und all solchen Dingen. Wann ist zum Beispiel Besitz fehlerhaft?
Den Husten bekämpfe ich mit Ingwertee, der Schnupfen ist fast vorüber.
12:00 Uhr Zu Mittag gibt es Rotkohl. Mutti hatte ihn zu Weihnachten eingeforen und mir gestern unbedingt mitgeben wollen, damit "das gute Zeug endlich mal gegessen wird". Das wurde er nun.
Am Nachmittag kümmere ich mich überwiegend um Organisatorisches. Außerdem müssen ein paar Dateien aktualisiert werden, nachdem am Mittwoch mein Rechner abstürzte und mein Stick, der während des Absturzes noch angesteckt war, nach dem Neustart zwar noch erkannt wurde, die Dateien sich aber nicht mehr öffnen ließen. Die Datensicherung stammt vom 18. Dezember. Da fehlt jetzt ein Bissel was.
15:00 Uhr Endlich Wochenfeierabend! Ich eile zum Auto, überlege, ob ich noch Lust habe, tanken zu fahren und erinnere mich an mein Malheur von neulich als ich meine Handtasche mit allen Papieren, allen Karten und allem Bargeld im Schreibtisch vergessen hatte, das aber erst bemerkte, als ich schon vollgetankt hatte. Zum Glückerinnere ich mich daran. Dabei fällt mir nämlich auf, dass ich meine Handtasche wieder nicht dabei habe. Ich flitze zurück in die Firma. Wieder zum Glück gibt es einige wenige Leute, die am Freitag länger arbeiten und mir mein Zimmer noch mal aufschließen können.
Auf dem Heimweg komme ich so gut voran wie selten.
Kurz nach mir kommt der Sohn an. Wir schwatzen ein wenig, dann geht er wieder. Ich fummle ein wenig in der Küche herum, schreibe diesen Text, höre Stoppok.
Später werde ich wohl noch ein wenig stricken und eventuell den Sohn nach Hause bringen. Mal sehen.
Ta, und dann ist dieser 5. Januar auch schon wieder um.

WmdedgT – Dezember 2017

Wie immer am 5. des Monats fragt Frau Brüllen wieder Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Und, was hab ich gemacht an diesem Tag?
00:29 Uhr Ins Bett gekrochen. Unter der Woche ist mir das fast zu spät, erst recht, wenn ich schon müde von der Arbeit gekommen bin und und und… Heute wollte ich auch längst schlafen, aber gerade, als ich gestern Abend gegen 23 Uhr ins Bett wollte, rief der Sohn an, ob ich ihn von der Arbeit abholen mag. Gern mochte nicht noch mal hinaus in die Kälte, aber noch weniger mochte ich den armen Menschen da draußen auf dem Dorfe im Regen stehen lassen, wo er bis zum ersten Bus am Morgen keine Chance mehr gehabt hätte fort zu kommen, außer zu Fuß.
Tja, und bis wir dann wieder zurück waren und bis ich dann im Bett war, war schon heute.
Zwischen 5 und 6 Uhr bin ich aufgestanden, habe im Bad herum geträumert, Tee getrunken und zwei Freundinnen Guten-Morgen-Grüße geschickt. Außerdem habe ich Kassler geschnitten und Gemüse eingepackt und so das Mittagessen gesichert. Es macht sich positiv bemerkbar, wenn ich mir selbstgemachtes Essen mitnehme, anstatt morgens im Kaufmannsladen schnell etwas einzusammeln. Dort fällt mir immer nur das Gleiche in die Hände; Hähnchenstreifen, Putenstreifen; längst hängt mir das zum Hals heraus. In den letzten Monaten ging es nicht anders, aber seit es endlich ruhiger geworden ist und mein Leben wieder etwas geregelter abläuft, macht es mir Freude, abends für den nächsten Tag Essen vorzubereiten. Als Folge geht es schon morgens entspannter zu, weil ich nicht in den Kaufmannsladen muss und die Zeit zu Hause "vertrödeln" kann.
Beim Gruschteln in der Sockenschublade {Wo sind denn nun wieder die braunen Socken?} fand ich natürlich die vermisste Minisocke. Dachte ich es mir doch, dass sie auftaucht, wenn die andere neu verpaart ist.
Zwischen 8 und 9.30 Uhr
Der Einzelbetreute hat einen Test absolviert. Vorgesehen sind dafür 60 Minuten. Er hat den gesamten Montag damit gekämpft. Nun musste das Ergebnis besprochen werden. Immerhin 65 % hat er erreicht, worüber wir uns beide freuen.
9.30 Uhr
Die Frühstückspause nutze ich, um ein paar Überweisungen auszulösen. Mutti hatte schon danach gefragt; es waren ihre Überweisungen.
Bis 15 Uhr
Die Meisten Teilnehmer absolvieren Tests. Normalerweise sollte das freitags geschehen, aber ich kann ohnehin nicht am Freitag mit allen alle Ergebnisse durchgehen. Nun also heute.
Nach 15 Uhr
Obwohl ich super pünktlich die Firma verlasse, zieht sich der Heimweg in die Länge. Ich bin nur 2 Minuten später am Auto, als am Montag, brauche aber 25 Minuten länger. Heute macht mir das nichts aus, denn ich habe keinen Termin mehr, muss nichts mehr erledigen.
Zu Hause mache ich es mir in der Küche gemütlich, brühe Tee auf, zünde die Adventskerze an und noch einige andere, so dass es hell genug ist, um ein paar Runden zu stricken.
Später bereite ich Klöpschen aus Putenhackfleisch zu, die ich mit zur Arbeit nehmen möchte. An diesem Abend ist mir aber nicht nach fester Nahrung, deshalb koche ich mir eine Tomatensuppe, krümle etwas Käse hinein und genieße dieses Abendessen.
Nachdem die Küche wieder aufgeräumt ist, widme ich mich meinem Buch. Das erste Kapitel ist Korrektur gelesen und bearbeitet. Mitten im zweiten Kapitel verschwimmen aber die Zeilen vor meinen Augen. So verziehe ich mich auf die Couch und stricke. Die erste Restesocke wird fertig, und obwohl ich schon sehr müde bin, schlage ich gleich noch die zweite an.
22.30 Uhr
Schluss für heute. Vielleicht muss ich nachher noch mal los, den Sohn abholen, aber bis er anruft, kuschle ich mich schon mal ins Bett.
Gute Nacht

WmdedgT – November 2017

Weil heute Sonntag, 05. November ist, gibt es bei Frau Brüllen wieder die Linkparty zum Thema Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Tja, und was habe ich denn nun gemacht, an diesem Sonntag, den ich so herbeigesehnt hatte nach meinem chaotischen Oktober?
01:29 Uhr
Ich wache auf, als der Sohn heim kommt. Dabei hat er sich extra leise verhalten, um mich nicht zu stören. Aber es ist eigenartig: Da kann man noch so alt werden, da können die Kinder noch so erwachsen sein, da können sie schon seit Jahren eigene Wohnungen haben, und man verlässt sich darauf, dass sie ihr eigenes Ding machen und macht sich eigentlich auch keine Sorgen. Aber wenn sie nachts in die elterliche Wohnung kommen, ist man wach. Da kann man gar nichts dagegen tun. Auch wenn man sonst weder schwere Gewitter hört, noch den Zug, der 15 m neben der Gartenlaube vorbei donnert, wenn das Kind zur Tür herein schleicht, wacht man auf. Geht euch das auch so?
Wir schwatzen kurz, dann schlafe ich wieder ein.

05:10 Uhr
Ich wache auf, weil das unter der Woche meine Zeit ist, betrachte den dicken runden Mond, der zum Fenster herein lunst und freue mich, dass ich mich noch einmal umdrehen kann.

07:23 Uhr
Nun ist aber Aufstehzeit. Ja, es ist Sonntag. Und nein, ich fühle mich nicht ausgeschlafen. Aber ich habe mir einen dicken Ordner von der Arbeit mitgebracht, der bearbeitet werden will. Am Montag Morgen muss alles fertig sein. Es ist eigentlich nicht mein Job, diesen Ordner zu pflegen und ich bekomme die Stunden weder bezahlt, noch kann ich sie abbummeln. Aber die Lieblingskollegin hat sich sogar drei solcher Monster mit heim nehmen müssen. Also will ich sie ein wenig unterstützen, indem ich das Chaos aufarbeite, dass uns ein anderer Kollege {ein echtes K*o*l*l*e*g*e*n*s*c*h*w*e*i*n} eingebrockt hat.
Aber zu allererst mal nen Kaffee. Und dann noch mal schauen, ob beim Samstagsplausch von gestern noch Einträge hinzu gekommen sind. Und überhaupt, es ist Sonntag. Da darf es ruhig angehen.

09:00 Uhr
Der Sohn steht auf. Ich unterbreche die Arbeit, die ich noch gar nicht so richtig begonnen habe, um Frühstück zu machen. Ich fülle Croissants mit Schinken und Käse. Anderer Schinken, als sonst. Anderer Käse. Sie werden besser, auch wenn sie diesmal ein wenig dunkler sind als sonst.
Ach ja, ich genieße es, meinen Backofen wieder hier zu haben. Die letzten Jahre stand er im Werk. Nun ist er wieder hier, und ich habe Spaß daran, schnell mal etwas zu backen oder zu überbacken. Hach.

Gegen 11:00 Uhr
Die Arbeit zieht sich. Das ist aber auch ein Durcheinander, was der Typ da fabriziert hat. Wozu haben wir denn Lehrpläne, wenn es immer wieder Leute gibt, die meinen, sich nicht daran halten zu müssen? Nicht mal ansatzweise. *grrr*

13:39 Uhr
Geschafft Naja, zumindest der größte Teil. Ein Akt ist noch übrig, aber der müsste die genaue Kopie eines anderen sein. Da sollte ich nur noch die Namen ändern müssen. Das kann ich später machen oder morgen früh. Jetzt will ich erst mal was anderes machen und noch was vom Sonntag haben. Und zuallererst Mutti anrufen.
Sie ist gerade dabei, ihren Kleiderschrank auszumisten. "Alles altmodisch", sagt sie. Da kommt einiges zusammen für den Kleidercontainer.
Das Gespräch zieht sich. Als wir uns verabschieden, ist es 14:45 Uhr und zu spät für ein Mittagsschläfchen. Ich würde gern etwas unternehmen. Irgend etwas, aber ich fühle mich schlapp und unausgeglichen. Also klumpere ich herum, lese, trinke Kaffee, schwatze mit dem Sohn, der gern in den Garten gefahren wäre. Doch inzwischen regnet es.

19:00 Uhr überlege ich, dass es doch besser ist, den letzten Akt heute noch zu bearbeiten. Da habe ich es weg. Während ich mich damit beschäftige, stelle ich fest, dass es doch einige Unterschiede gibt und bearbeite den Akt dann noch einmal ganz von vorn.

20:30 Uhr Bin ich dann aber wirklich fertig. Ich treibe mich noch ein wenig im Netz herum. Lese verschiedene Mails und entdecke eine ganz zauberhafte von Corinna, zu deren Adventsfilzkurs ich mich angemeldet habe. Den Screenshot muss ich euch einfach zeigen. 171105_2130
Nun bringe ich noch diesen Eintrag zu Frau Brüllen und dann gehe ich ins Bett.

Kommt alle gut in die neue Woche.

WmdedgT – Oktober 2017

Zum Glück ist heute schon Donnerstag. Donnerstag, 05. Oktober. Das hätte ich beinahe vergessen, wenn mich Uta nicht daran erinnert hätte, dass heute wieder der Tag ist, an dem Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Die passende Linkparty gibt es ab 18.00 Uhr…
Aber jetzt erst mal los. Was habe ich denn schon gemacht?

04:50 Uhr Aufgewacht. So kurz vor dem Weckerklingeln lohnte es nicht, mich noch einmal umzudrehen, also stand ich auf, suchte Kleidung zusammen, setzte auf dem Weg ins Bad schnell Teewasser auf. Earl Grey mit ein paar Tropfen Milch ist zur Zeit mein Favorit.
Als ich aus dem Haus trat, goss es in Strömen. Das wäre der ideale Tag für Tee kochen, auf’s Stövchen stellen, Kissen auf Knautschcouch drapieren, mich mitten hinein packen und stricken, stricken, stricken. Geht natürlich nicht, weil Arbeitstag. Zum Glück ist schon Donnerstag, aber auch am Wochenende, für das ebensolches MistKuschel-Wetter gemeldet ist, wird das mit der Gemütlichkeit nichts werden, schließlich habe ich das Werk zu räumen und damit jede Menge zu tun. Obwohl…
Vormittag Kollegen werden mit Formblättern versorgt. Ausgefüllte Formulare werden kontrolliert, mit Anmerkungen versehen. Zwischendurch eine dringende Überweisung. Mit dem Kollegen, der mit mir zum Lehrgang fährt, wird über Zugfahrpläne gefachsimpelt. Unterlagen sortiert und aufbereitet. Unterrichstmaterial überprüft, aktualisiert, korrigiert. Neues erstellt.
Mittagspause Verpasst!
Nachmittag Siehe Vormittag. Bis auf die Fahrpläne.

Feierabend Die Sonne durchbricht das Grau der Wolken, aus denen bis eben noch bindfadenförmiger Regen gefallen ist. Jetzt treibt der Wind nur noch Herbstlaub über den Hof, wirbelt es auf, so dass es selbst im 3. Stock noch vor den Fenstern tanzt.
Ich habe Eile, denn bevor ich Mutti zum einkaufen abhole, möchte ich mir Lagerboxen ansehen. Bei strahlendem Sonnenschein komme ich dort an. Während ich warte, dass zwei junge Männer abgefertig werden, geht draußen die nächste Sintflut nieder. Bis ich dann fertig bin, strahlt wieder die Sonne. Und ich strahle auch, denn ich habe eine schöne große Box und spare gegenüber dem Lager im Werk noch einige Euro ein.
Ein Bündel von 15 Kartons nehme ich auch gleich noch mit.

Auf dem Weg zu Mutti kommen mir Straßenschilder und Baustellenabsperrungen entgegen geflogen. Ich schaffe es trotzdem unversehrt bis zu ihr. Sie empfängt mich mit der Frage: Wollen wir wirklich bei dem Sturm…?
Wir wollen! Ändern aber das Ziel, denn mich um all die herum(f)liegenden Schilder, Zäune, Mülltonnen und Äste herum zum Kaufmannsladen durchzukämpfen, habe ich nicht so viel Lust. Also fahren wir nur zum N-Markt. Der Weg dahin ist kurz und außerdem frei.

19:00 Uhr Endlich daheim entschließe ich mich, meine Haare zu färben. Muss dringend sein. Leider stelle ich fest, dass ich doch kein Färbemittel mehr da habe. Noch einmal los möchte ich nicht. So muddle ich ein wenig herum, texte mit meiner Schwester, die wissen möchte, ob ich wieder schlafen kann. {Kann ich nicht, jedenfalls nicht besonders.}
Evchen ruft an, um mir zu sagen, dass der junge Mann aus ihrem Dorf die schöne große Schlafcouch nun doch nicht nimmt… und dass sie am Mittwoch kommt, um die Vitrinen zu holen. Nicht schön…sehr schön.

21:00 Uhr Der Sohn fragt an, ob ich ihn aus dem Hotel abholen kann, vergisst aber die Zeitangabe und antwortet auch erst einmal nicht auf meine diesbezügliche Frage.

22:00 Uhr Nun doch eine Zeitangabe. Gegen elf, halb zwölf.
Ich bin zum Umfallen müde, bitte ihn, mich anzurufen, wenn er soweit ist und lege mich halb bekleidet {damit es nachher schnell geht} auf’s Bett.

Der Anruf kommt ziemlich genau 22:30 Uhr. ich springe in meine restlichen Kleider und fahre los. Er steht schon bereit. Ich bleibe wegen der Müdigkeit wortkarg, während er mir erzählt, dass auch Swetlana ihre Hilfe beim Räumen und ein Bündel Kartons angeboten hat. Das freut mich. Es wird.
Mitternacht, der Fünfte ist um, mein Tag noch nicht ganz, denn ich bin zwar wieder im Bett, kann aber nicht mehr einschlafen und liege 01:00 Uhr immer noch wach. Zum Glück ist jetzt Freitag.

WmdedgT – September 2017

Dienstag, 05. September.
Und wie an jedem Monatsfünften fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Die passende Linkparty gibt es ab 18.00 Uhr.
Und was habe ich nun am 05. September 2017 gemacht?

04:45 Uhr wachte ich auf. Aufstehen mochte ich noch nicht. Ein wenig Zeit blieb noch. Und es war ja noch so dunkel. Während ich mich für den Tag fertig machte, wurde es langsam hell und als ich dann auf dem Weg zur Arbeit war, kam die Sonne aus den Nebeln gestiegen, die über den Feldern waberten. Leider hatte ich mich vorher daheim vertrödelt, so dass ich nicht anhalten konnte, um zu fotografieren. Jeden Morgen nehme ich mir vor, etwas früher loszufahren, damit die Zeit für ein paar schöne Fotos reicht, aber mittlerweile werde ich dies wohl auf das Wochenende verlegen müssen, weil es immer später hell wird.
08:00 Uhr Arbeitsbeginn.
Das stimmt so nicht ganz. Ich bin immer vor 8 Uhr da, also arbeite ich auch vor 8 Uhr, denn es ist immer genug zu tun. Zunächst wollte ich die Akten der beiden Mitstreiter abschließen, die gestern ausgeschieden sind. Da ist am Ende immer noch etwas aufzuarbeiten, eventuell zu sortieren, auszufüllen. Zwischendurch waren Tests freizugeben. Und dann erfolgten individuelle Auswertungsgespräche.
Die Frühstückspause habe ich verpasst, was nicht schlimm ist, denn die 10 Minuten hätten ohnehin nicht für einen Kaffee gereicht, für einen Tee schon gar nicht.
Die Mittagspause habe ich auch verpasst. Als ich das bemerkte, gönnte ich mir zumindest 5 Minuten, um eine Mail an die Wohnungsverwalterin zu schreiben, weil in den letzten Wochen nicht viel voran gegangen ist. Ihre Antwort kam nach wenigen Minuten. Ich solle mir keine Sorgen machen, beim Grundbuchamt nachzufragen, hielte sie aber nicht für sinnvoll. Na gut. Eine Woche warte ich noch. Wenn dann noch immer nichts geschehen ist, setze ich mich noch einmal mit dem Notar in Verbindung.
15:30 Uhr Feierabend.
Die Sonne lockt mich nach draußen. Am liebsten würde ich in den Garten fahren, und die herbstliche Sonne genießen. Aber Dienstag ist Saunatag und dort ist es bei diesem Wetter auch sehr, sehr schön.
Katl traf spät ein, weil bei den Öffentlichen mal wieder nichts geklappt hatte. Straßenbahn kaputt, die nächste, die ohnehin erst 20 Minuten später fährt, kam mit Verspätung, die Anschlüsse waren natürlich davon gefahren. Sie war entsprechend geladen, als sie ankam. Ich versuchte, sie zu beruhigen.
Später konnte ich mich auch noch sehr schön entspannen und vor mich hin träumern. Das Strickzeug, das ich am Morgen extra eingepackt hatte, nahm ich unverändert wieder mit nach Hause.
Dort warteten noch ein paar Christoph Spezial Nudeln auf mich, mit Knobi und Ziegenkäse. Hmmm. Ein Gedicht.
Ganz am Abend überschüttete ich mich noch mit Nagellackentferner. Das stinkt, kann ich euch sagen. Aber denkt ihr, der Lack wäre nun leicht abgegangen? Nö, der saß fest und ich musste schrubbeln. Aber nun sind die Finger wieder chic und die Farbe passt zu dem Kleid, das ich morgen anziehen will. Fein.
Dann habe ich mich noch an einem Gewinnspiel beteiligt, weil ich morgen zu Uta will und für ein Konzert in ihrer Nähe Karten verlost werden. Vielleicht klappt das ja. Und wenn nicht, setzen wir uns auf den Balkon und stricken.
Und jetzt verlinke ich diesen Eintrag bei Frau Brüllen, schaue was ihr so den ganzen Tag gemacht habt und verziehe mich recht bald ins Bett. Gute Nacht.

WmdedgT – August 2017

Wenn der 5. eines Monats auf einen arbeitsfreien Tag fällt, gibt es beim Tagebuchbloggen für mich meist besonders viel zu erzählen, was ich dann zur Linkparty Was machst du eigentlich den ganzen Tag? bei Frau Brüllen schicken kann.
So auch am Samstag, 05. August.
Der Tag begann für mich um 05:00 Uhr recht unsanft, als mich ein heftiger Wadenkrampf aus dem Schlaf riss und aus dem Bett jagte. Es dauerte eine ganze Weile, bis er soweit nachließ, dass ich mich wieder hinlegen konnte, denn aufstehen mochte ich noch keinesfalls.
06:15 Uhr war ich dann allerdings schon wieder wach, und diesmal stand ich auch auf und begann, Zucchini zu schnippeln, die ich mit Schinken und Ei braten wollte, für ein herzhaftes Frühstück. Weil es eine sehr große Zucchini war, die sich schwer schälen ließ, nahm das einige Zeit in Anspruch.
Später wollte ich bei einer großen Tasse Kaffee meinen Eintrag zum Samstagsplausch fertigstellen, aber da Christoph auch früh auf war, nutzte ich die seltene Gelegenheit, mit ihm Kaffee zu trinken und zu schwatzen. Über meine Erlebnisse der Woche, über meine Pläne für die neue Wohnung, über seine Pläne für den Garten und überhaupt. Das war richtig schön. Der Morgen verging wie im Flug.
10:00 Uhr rief Mutti an, ob ich sie mit in den Garten nehme. Daraus entstand dann leider wieder ein kleiner Streit, weil ich ihr zunächst sagte, dass ich sie nicht mitnehme, weil ich überhaupt noch nicht so weit bin, in den Garten zu fahren und überhaupt noch gar nicht weiß, wie ich meinen Samstag gestalten möchte. Sie reagierte, wie immer, mit dieser vorwurfsvoll-resignierten Stimme, die ich nicht leiden kann, weil sie nur darauf abzielt, mir ein schlechtes Gewissen zu machen und mit dem tatsächlichen Vorwurf: "Du hast ja gar keine Zeit für deine alte Mutter!" Ich versuchte, ihr klar zu machen, dass ich die ganze Woche unter zeitlichem Druck stehe und Termine habe, die ich einhalten muss. Und dass ich es dann am Wochenende sehr, sehr gern genießen würde, mal nicht an Zeiten gebunden zu sein und nichts zu müssen. Mich einfach treiben lassen {wie an diesem Morgen, den ich mit meinem Sohn verquatscht habe} und/oder mich spontan für einen Ausflug, ein Treffen oder was auch immer entscheiden. Andere erwachsene Menschen dürfen das. Meine Mutter versucht jedoch immer und immer wieder, mir dieses Recht abzusprechen. Weil ich mir das nicht mehr gefallen lasse, gibt es immer wieder unschöne Auftritte. Da muss ich wohl durch. Gefallen lasse ich es mir aber nicht mehr. So schlug ich ihr vor, sie in den Garten zu bringen, wenn sie denn unbedingt da hin will, selbst aber nicht dort zu bleiben. Gefallen hat ihr das nicht, allein in den Garten zu gehen, aber die Alternative, allein in ihrer Wohnung zu hocken, gefiel ihr noch weniger.
Ich setzte sie also im Garten ab und fuhr wieder heim, wo meine Waschmaschine vor sich hin grummelte. Bevor ich wieder in den 4. Stock hinauf stieg, lief ich noch fix zum Bio-Laden und kaufte endlich die Karten für das Ancient-Trance-Festival.170805_140144
Nach einem längeren Telefonat, Wäsche aufhängen und endlich das Frühstück als Mittagessen verzehren, machte ich mich gegen 13:15 Uhr wieder auf den Weg in den Garten, um selbst dort zu bleiben.170805_162917
Ich hatte das Buch dabei, das ich am Wochenende auslesen wollte. Ich hatte auch mein Strickzeug dabei. Gestrickt habe ich eine einzige Reihe, gelesen gar nicht. Mutti macht eigentlich nichts weiter, aber sie schafft es immer, dass ich über nichts drüber bleiben kann. Versuche ich zu lesen, erzählt sie mir was. Versuche ich zu stricken, sucht oder braucht sie was, oder fragt, ob sie Kaffee machen soll. Also, sie erwartet gar nicht, dass ich sie bediene, aber sie hat ständig irgend etwas, wobei ich gefordert bin. Mich einfach mal treiben lassen, geht in ihrem Beisein nicht. Das lässt sie nicht zu. Als es dann nichts mehr zu murkeln gab, der Kaffee ausgetrunken war und wir einfach mal noch ein wenig in Ruhe unter den Apfelbaum hätten sitzen können, nieselten ein paar winzige Tröpfchen aus einer undichten Wolke. Da wollte die Mutti dann heim, obwohl es noch nicht einmal halb fünf war. *grrrr*
Da mich Chris gebeten hatte, ihm etwas mitzubringen, falls ich noch einmal einkaufen fahre, schleppte ich Mutti noch mit in den Kaufmannsladen. Was ich für Chris holen sollte, bekam ich gar nicht, aber immerhin mein geliebtes Eiweißbrot.
18:00 Uhr setzte ich Mutti dann daheim ab. Ich war geschafft vom Nichts-getan-haben. Irgenwie knautschig, weil der Tag fast vorüber war, ich ermüdet war und weder etwas sinnvolles fertig bekommen, noch mich richtig erholt hatte.
Weil wir es so verabredet hatten, rief ich Katl an, und sie hatte eine richtig feine Idee. Sie lud mich zum Asiaten ein, wo wir gegrillte Riesengarnelen futterten, bis wir nicht mehr konnten.170805_195941
Spät am Abend las ich dann noch, bis mir die Augen zufielen.
So war es dann nach dem schönen Abend auch insgesamt doch noch ein schöner Tag geworden.