WmdedgT im November

Der erste Donnerstag im November
Heute ist wieder einmal das Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen angesagt. Wie immer unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
08:23 Uhr
Oups, verschlafen. Ich darf das, denn ich habe frei. Andererseits ist eine Menge zu tun. Erst einmal schlurfe ich ins Bad.
Oh! Telefon. Die Weinkönigin ist in Quarantäne und langweilt sich. Das ist verständlich. Nicht verständlich ist der Umgang seitens der Ärzteschaft. Wie diese auf Covid19 testen oder auch nicht und welche Zahlen sie trotzdem melden.
Die Vorstellungen der Weinkönigin, wohin das alles noch führen könnte, kann ich nicht teilen. Dazu habe ich schon zu viel erlebt.
09:33 Uhr
Das Telefonat ist beendet. Ich bin aufgewühlt. Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Corona-Maßnahmen habe ich schon lange. Also, die haben schon einen Sinn, nur ist das vermutlich ein anderer, als man uns weis machen will.
11:00 Uhr
Lili ruft an. Auch sie ist einsam, fühlt sich hin- und hergerissen. Weiß nicht mehr, was sie glauben soll. Am besten gar nichts. Mach dir deine eigene Meinung. Du kannst das doch, bist doch gelernte DDR-Bürgerin und weißt, was du von Zeitungsberichten zu halten hast. Schau immer, wem es nützt, dann weißt du, was du davon zu halten hast.
Am Ende unterhalten wir uns noch über diverse Kräuter und deren Wirkung. Ich brauche das, ich muss unbedingt von all diesen wirren Corona-Gedanken weggkommen. Die tun mir nicht gut.
12:30 Uhr
Ich bin erschöpft. Die Telefonate haben Kraft gekostet. Ich flüchte mich in einen seichten Krimi, der mich angenehm ablenkt.
14:30 Uhr
Huch, da bin ich wohl überm Lesen auf der Couch eingenickt. Auch gut, schließlich habe ich frei. Warum ich nachts so schlecht schlafe und nie wirklich ausgeruht erwache, darüber mag ich jetzt nicht nachdenken. Den Einkauf im N-Markt verschiebe ich auf Freitag. Es geht im Grunde nur um die Milch. Alles andere kann ich auch aus dem Kaufmannsladen mitbringen, zu dem die Mutti möchte. Nur die Milch mag ich lieber aus dem N-Markt. Seit man dort keine Tetrapacks mehr bekommt, sondern die Milch in Flaschen angeboten wird, schmeckt sie mir deutlich besser.
Ich huschle mich in meine Strickweste und setze mich mit einem Tee auf den Balkon.
17:30 Uhr
Telefonat mit der Mutti. Ich möchte wissen, ob die Sache mit dem Fernsehmodul geklappt hat. Schlau werde ich aus ihr nicht. Also rufe ich den Sohn an. Der klärt mich über alles auf. Nun rufe ich noch einmal bei der Mutti an, um ihr noch einmal alles zu erklären.
18:30 Uhr
Es reicht für heute. Obwohl ich nicht wirklich etwas sinnvolles/nachweisbares getan habe, fühle ich mich entkräftet und reif für die Couch. Also her mit dem Strickzeug. Dazu ein paar Folgen Inspector Barnaby, einfach zum Berieseln. Denken mag ich heute definitiv nicht mehr.

WmdedgT?

Der erste Montag im Oktober
Im September habe ich das Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen verpasst, obwohl der 5. auf das Wochenende fiel. Diesmal bin ich wieder dabei, wenn es heißt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
01:15 Uhr
Das ist jetzt nicht wahr! Neiiin, ich habe noch nicht ausgeschlafen!
03:20 Uhr
Ich frage mich, warum selbst lesen nicht müde macht. Wobei, müde bin ich ja, kann nur nicht schlafen.
05:45 Uhr
Wer quatscht denn da mitten in meinen Traum. Ach, der Wecker! Hm, da bin ich wohl doch nochmal eingeschlafen. Bloß gut!
Nun aber schnell. Kaffee aufsetzen und ab ins Bad. Zum Glück habe ich die Nähmaschine schon gestern Abend in eine Tasche verpackt. Mehr schlecht als recht, aber für das Stück bis Torgau wird es gehen. Das Outfit für diesen Montag habe ich mir auch am Sonntagabend herausgelegt. So bleibt noch genug Zeit für den ersten Milchkaffee auf dem Balkon. Freilich ist es noch dunkel und sonderlich warm ist es auch nicht {9°C}, aber ich brauche diesen Moment ganz für mich allein an der frischen Luft.
06:45 Uhr
Ich schaffe es noch über die Bahn, bevor die Schranken schließen. Im Osten zeigt sich ein pinkfarbener Streifen. Ich bedaure die Eile und den Mangel an Haltemöglichkeiten. Zu gern hätte ich den flammenden Morgenhimmel fotografiert.
08:00 Uhr
Im Büro ist noch keiner, also fahre ich doch zum Laden, komme aber nicht weit, weil ein großes Lieferfahrzeug die gesamte Straße versperrt.
"Zehn Minuten noch," ruft mir der Fahrer zu. Ich parke ein und gehe zu Fuß weiter. Im Laden herrscht großes Hallo, alle freuen sich, mich zu sehen. Das war letzte Woche auch schon so. Und es tut gut.
Die Kollegin kocht Kaffee und ich führe die ersten Gespräche in der Gruppe am Frühstückstisch, schließlich bin ich zum Arbeiten hier. In der gelösten Atmosphäre spricht es sich ohnehin besser, obwohl ich weiß, dass mir sehr subjektiv gefärbte Varianten des tatsächlichen Geschehens präsentiert werden. Ich lasse das mal so stehen.
11:05 Uhr
Die Parkzeit ist abgelaufen und ich hole das Auto vor den Laden, um endlich die schwere Tasche mit der Nähmaschine auszuladen.
"Lass das doch die Männer machen!"
Das sehe ich etwas anders. Die Leute sind hier, damit ich ihnen helfe, nicht, damit sie für mich Arbeiten erledigen, die ich nicht machen möchte, obwohl sie es vermutlich gern getan hätten.
12:00 Uhr
Die Kollegin ist von ihrem Außentermin zurück und ich mache mich noch einmal auf den Weg zum Büro, zu Fuß diesmal, denn ich muss nur zwei kleine Straßen hoch und dann schräg über den Markt. Mit dem Auto wäre es weiter.
Das Gespräch ist aufschlussreich, wenn auch in einer ganz anderen Richtung, als ich erwartet hatte. Immerhin geht mein Auftrag weiter, auch im November und darüber hinaus. Und es wurde auch eine Vollzeitbeschäftigung ab März oder April in Aussicht gestellt. Bis dahin kann sich noch viel ergeben und bei meinem Glück {oder sollte ich Engegement sagen?} ergeben sich wahrscheinlich mal wieder mehrere Aufträge gleichzeitig. Na, sehen wir mal.
13:00 Uhr
Zurück im Laden sitzt die nächste Runde beim Kaffee. Für mich wird extra noch mal welcher aufgesetzt. Natürlich nutze ich die Zeit wieder für Gespräche. Mit den Männern ist es schwieriger. Sie mauern und berufen sich auf Nix verstehen. Als ich beginne auf Russisch zu zählen, tauen sie sichtlich auf und verstehen dann plötzlich doch Deutsch. Geht doch!
15:00 Uhr
Kurz vor Feierabend stimme ich mit der Kollegin noch ein paar Vorhaben für die nächsten Wochen und den dafür erforderlichen Materialbedarf ab.
16:00 Uhr
Am Nachmittag hat es genieselt, aber als ich auf dem Heimweg bin, klart es wieder auf. Die Sonne kommt hervor.
17:00 Uhr
Ein Milchkaffee verfeinert mir den Feierabend. Ich genieße ihn auf dem Balkon. Hach, wie schön.
Abend
Ich telefoniere mit Conny wegen des Projekts und später mit Lili. Da dreht sich alles um Musik und ich komme von Flower of Scotland zu Misty Mountains Cold. Da kommen die märchenhaften Gedanken wieder, die Fantasien. Mit ihnen geht der Tag zur Neige.
Gute Nacht.
Bis nächstes Mal.

WmdedgT?

Der erste Mittwoch im August
Heute ist es an der Reihe, das Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
04:21 Uhr
Ich muss kurz ins Bad, mein Blick fällt hinaus auf den See und dann muss ich erst mal die Kamera holen.
05:30 Uhr
Der Wecker. Ja, eine Viertelstunde früher als gestern. Ich brauche einfach morgens meine Zeit. Und schon wieder die Kamera. Die Bilder sind leider nicht vorzeigbar. Vielleicht, wenn ich auf die Terasse hinaus gegangen wäre, aber ich bin ja noch nicht mal angezogen. Und als es endlich soweit ist, hat sich das Motiv schon wieder verändert und ist nicht mehr so bezaubernd. Außerdem muss ich los, denn heute habe ich das Auto nicht direkt am Haus geparkt. Unterwegs dorthin überholt mich eine Frau auf einem Fahrrad. Obwohl sie gerade bergauf strampeln muss, grüßt sie freundlich und ruft mir zu: Ist das nicht herrlich heute? Einfach wunderschön. So freundliche Menschen hier! Und wie recht sie hat. Das Foto von meinem Arbeitsweg sende ich an die Kollegin Wirbelwind in L., weil ich ihr versprochen habe, immer mal Fotos zu senden, die die Seele streicheln. Sie schreibt zurück, ob ich sicher bin, dass ich keinen Urlaub habe. *kicher*

06:45 Uhr
Wie gestern reiße ich alle Fenster auf, um die zum Glück noch frische Luft herein zu lassen und setze Kaffee auf. Obwohl sie erst 8 Uhr zwingend da sein müssten, trudeln die Ersten schon kurz nach sieben ein. Ich mache mich über den Rechner und die Post her, da steht plötzlich die kleine Kollegin hinter mir. Sie ist gar nicht so klein, aber recht jung und vor allem neu hier. Offiziell fängt sie erst im September an, hat sich aber bereit erklärt, während meiner Vertretungszeit hier ab und an vorbei zu schauen, weil sie den Standort infolge eines Praktikums etwas besser kennt, als ich. Dafür kenne ich die Gepflogenheiten und Abläufe in der Firma besser. Zusammen sind wir unschlagbar und nutzen den Vormittag, um das Büro umzugestalten. Der Kollege wird sich hoffentlich freuen, wenn er aus dem Urlaub zurückkommt. Ich habe schon jede Menge Punkte, die ich auf den "Muttizettel" schreiben werde.
12:00 Uhr

Eine Teilnehmerin hat Kuchen mitgebracht und stellt mir ein Stück auf den Schreibtisch. Ich freue mich, dass sie mich so einbeziehen. Das ist nicht selbstverständlich.
Nachmittag
Der Chef ruft an. Das Management hat neue Richtlinien bezüglich Corona herausgegeben. Er informiert mich und erbittet Zuarbeiten. Außerdem trifft er eine Entscheidung, die ich mir seit langem von meinem früheren Chef gewünscht hätte, weil es mir die Arbeit in L. sehr erleichtert hätte. Jetzt, da ich nur noch vertretungsweise für die Firma arbeite, kommt das. Es wird vieles einfacher dadurch, auch für den jetzigen Chef. Und wer weiß, wie sich das alles noch entwickelt.
16:14 Uhr
Feierabend verpasst. Nun aber schnell. Vielleicht klappt es ja heute mit dem Wald und dem See.
Als ich am Waldhaus ankomme, ist die Terrasse voller Menschen. Kein freier Tisch. Freie Plätze schon, aber das dürfen wir ja nicht, uns einfach irgendwo dazu setzen. Also gehe ich erst mal auf’s Zimmer, dusche, lade den Schrittzähler und später das Handy und beobachte durch das Fenster das Treiben auf der Terrasse.
19:30 Uhr
Ich bekomme doch noch einen Platz und ein Abendessen. Der Wirt kommt, und wir besprechen, wie wir das am Wochenende mit dem Schlüssel machen. Ich würde am liebsten hier bleiben, was natürlich nicht geht.
nach 21:00 Uhr
Ich habe mich zurückgezogen und werde noch ein wenig lesen. Vorher versuche ich, diesen Eintrag bei Frau Brüllen zu verlinken. Mal sehen, ob mir das mit dem Handy gelingt.

WmdedgT – Juni 2020

Heute kommt wieder mal einiges zusammen. Zunächst: Es ist Freitag.
Der erste Freitag im Juni
Zeit zum Tagebuchbloggen. Außerdem ist der 5. des Monats, wenn es bei Frau Brüllen wieder heißt:
Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Also erst recht Zeit zum Tagebuchbloggen.
Wer nur den Freitagsfüller lesen möchte, scrolle bitte bis zum Ende des Eintrags.
Ansonsten geht es dann jetzt mal los mit dem Tagebuch.
0:45 Uhr
Mein Schlafverhalten ist derzeit mächtig durcheinander geraten. Ich war gestern schon 21.30 im Bett. Folglich habe ich Dreiviertel Eins das erste Mal ausgeschlafen. Ich texte ein wenig mit der Schwester, suche mir ein paar Filmchen in der Mediathek und greife nach dem Strickstrumpf.
2:45 Uhr
Ich habe wieder Bettschwere erreicht. Also Licht aus, Augen zu.
6:00 Uhr
Der Wecker. Hach. Mein Weckruf beim Sohn bleibt unbeantwortet. Ich versuche es in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Zwischendurch wusele ich im Bad, drucke drei Briefe aus, die unbedingt heute in die Post sollen. Und entschließe mich dann, beim Sohn Sturm zu klingeln. Kurz darauf sind wir unterwegs.
7:45 Uhr
Ich treffe bei Katl ein, wo mich ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch erwartet.
Der Vormittag vergeht mit eben diesem gemütlichen Frühstück, einschließlich Brotverkostung. Katl hat auch für mich wieder mit gebacken. Diesmal ein Buchweizenbrot. Außerdem gibt es entspannte Gespräche, Zeit zum Stricken, viel Entspannung.
Um die Mittagszeit wird Katls Bio-Gemüsekiste geliefert.
Danach können wir los zur Sparkasse. Das Auto lasse ich stehen. Das hat es gut vor Katls Haustür. Wir nehmen den Fußweg an der Parthe entlang. Für den Rückweg wählen wir wieder den Weg an der Parthe, jedoch diesmal "innen" entlang, also durch den Park. Ein herrlicher Spaziergang. Am Teich sitzen wir ein Weilchen auf einer Bank.
Als wir in die Stadt zurückkehren, fällt mich ein Eis-Appetit an und ich schleppe Katl zu dem kleinen Café, das derzeit nur Eis im Straßenverkauf anbietet. Mit unseren Bechern hocken wir uns auf die Bank neben der Bücherei, wo ich neulich schon mit Mutti Eis geschleckt habe. Von dort aus schlendern wir noch zur Post und lassen uns noch ein wenig in der Sonne nieder. Dann bringe ich Katl nach Hause und sie mich zu meinem Auto.
14:10 Uhr
Ich starte nach E-dorf zur Tankstelle. Eine Tankfüllung kostet schon wieder 7 Euro mehr, als vor 14 Tagen.
15:30 Uhr
Der Sohn hat Feierabend. Ich setze ihn dort ab, wo ich ihn am Morgen eingesammelt hatte. Dann fahre ich heim.
Ich schreibe ein paar Nachrichten, bereite ein sehr frühes Abendessen zu.
Der Rest des Tages vergeht mit ein paar Nachrichten, einem Telefonat, herumklumpern, lesen. Ein richtig schöner Urlaubstag.

Und dann noch…


1. Bei Rhabarber fällt mir nicht wirklich etwas ein. Kompott mag ich nicht so, Kuchen ja, aber auch da ist mir anderes Obst lieber, zum Beispiel Stachelbeeren.

2. Der Tag war sehr schön, wenn auch nicht spektakulär.

3. Ich verstehe nicht, wieso viele Menschen über alles und jedes nur jammern oder schimpfen. Damit machen sie sich doch all das Schöne kaputt, was man dem Alltag abgewinnen kann.

4. Auch wenn ich derzeit gerade über Mode und Stilveränderung nachdenke, ist die Kleidung, die ich bevorzugt trage, doch eher zeitlos.

5. Das Gefühl von Verlassenheit überkommt mich zuweilen. Wobei ich sicher bin, dass es hauptsächlich daran liegt, dass man vieles noch immer nicht tun darf. Zumindest nicht entspannt und uneingeschränkt.

6. Die meisten Aktivitäten sind derzeit mehr oder weniger passende Kompromisse. So kam es wohl in diesem Jahr noch gar nicht vor, dass ich von irgend etwas dachte, es sei wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den ruhigen Ausgang eines sehr schönen Tages, morgen habe ich geplant, ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und Sonntag möchte ich vielleicht im Garten Freunde treffen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

WmdedgT – Mai 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragte Frau Brüllen auch am 5. Mai 2020 wieder.
Corona-Edition jaja…
Es ist aber wirklich seltsam, je mehr Zeit ich zu Hause verbringe, um so weniger bekomme ich erledigt. Hach.
05.36 Uhr
Ich bin wach, obwohl ich erst um 6 aufstehen müsste. Liegt wohl daran, dass ich mir keinen Wecker gestellt habe. Den hatte ich am ersten Tag meiner unfreiwilligen Ferien abgeschaltet und seit 7 Wochen nicht mehr gebraucht. Nun wollte ich 6 Uhr aufstehen und war wohl vorher schon zu unruhig.
Na gut. Dann mache ich mich eben fix fertig, setze Kaffeewasser auf und rufe den Sohn an, der 6.30 Uhr hier sein will, damit ich ihn zur Arbeit bringen kann.

06.35 Uhr
Es hat gerade mal 4°C. Wir starten in Richtung B-Dorf, werden aber schon nach 500 m an der Schranke wieder ausgebremst und verlieren dort eine Viertelstunde. Das nächste Mal fahre ich durch den Trog, obwohl ich ihn in dieser Richtung nicht gern nutze. Wir schaffen es pünktlich nach B-Dorf.

07.00 Uhr
Der Sohn beginnt den Dienst, ich mache mich auf den Heimweg. Inzwischen sind wir bei 5°C.
Bei meinem Lieblings-N-Markt halte ich an und kaufe mir etwas zum Frühstück. Wie schön wäre das, wenn ich die Werkstatt noch hätte. Dann wäre ich jetzt dorthin gefahren und hätte gesponnen, gestrickt oder irgend etwas anderes Kreatives gemacht.
Wieder daheim setze ich kaffee auf und frühstücke in Ruhe. Nein, nicht in Ruhe, weil ich auf die Idee komme, mal im virtuellen Klassenraum hineinzuschauen. Der Rechner zickt und ich erwische nur noch schweigende Teilnehmer, die sich jeder für sich in ihre Aufgaben vertiefen.
Der Kollege, der den Raum betreut, meldet sich im Chat und setzt mich in Kenntnis, wie es in der Firma weitergeht oder eben eher nicht weitergeht.
Ich sende den Flyerentwurf an meine künftige Kollegin, die mich daraufhin zurückruft. Ihr gefällt der Entwurf sehr gut, was mich freut. Ich kann es also doch noch. 😉
Wir besprechen unser weiteres Vorgehen und verabreden uns zur nächsten Telefonkonferenz am Donnerstag.
Den restlichen Vormittag nutze ich zum Haarefärben. Auch wenn die Friseure wieder öffnen, muss ich mich darum selbst kümmern, denn in der jetzigen Situation kann ich mir einen Friseurbesuch schlichtweg nicht leisten. Ich nehme mir viel Zeit für mein Wohlbefinden. Der gesamte Vormittag geht dabei drauf. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Zu Mittag ruft der Schwager an, den ich nach einer kleinen Weile wieder verabschieden muss, denn inzwischen habe ich Eile, mache mir schnell noch einen Kaffee und hocke mich an den Rechner.

14.00 Uhr
Das CNC-Webinar beginnt. Der Kollege hat mir seine Anmeldung überlassen, weil der Chef ihn in einem anderen Meeting sehen wollte. Obwohl ich alle behandelten Themen schon kannte, war es interessant und angenehm, das noch einmal zu wiederholen.

15.00 Uhr
Ich starte wieder in Richtung B-Dorf, um den Sohn von der Arbeit abzuholen. Anschließend fahren wir zum Wertstoffhof, um den Grünschnitt zu entsorgen, den wir am Montag nicht losgeworden sind.
Auf mehr als 10°C sind die Tagestemperaturen nicht gekommen.
Wir trinken gemeinsam Kaffee. Der Sohn verschwindet irgendwohin, ich stecke die Nase in ein Buch, versinke aber recht bald in kunterbunten Träumen. Na sowas.

20.30 Uhr
Ich beratschlage mit der Schwester, welchen Film wir uns aus der Flimmerkiste holen wollen. Sie schaut Stralsund, aber den kenne ich schon. Deshalb entscheide ich mich für ein paar Folgen Der Staatsamwalt. Den Rainer Hunold sehe ich recht gern.

00.42 Uhr
Ich stelle noch schnell den Wecker auf 6 Uhr, dann kuschle ich mich in meine Kissen. Der 5. Mai ist ja nun auch schon seit fast einer Stunde vorüber.

WmdedgT im Mai 2017

WmdedgT – Februar 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragt Frau Brüllen

Mein perfekter Tag
Es passt bestens, dass ich mir den Mittwoch für meinen perfekten Tag auserkoren habe, heute auch noch der 5. ist und ich mal wieder aufschreiben möchte, was ich den ganzen Tag so mache. Für den perfekten Tag gibt es ein paar Regeln, sieben, um genau zu sein, die es einzuhalten gilt. Das Besondere daran ist, dass der Tag auch dann perfekt sein kann, wenn man nur 6 oder gar nur 5 erfüllen kann. Eine davon erfordert, drei Mahlzeiten einzuhalten. Ich dachte, das wäre leicht. Frühstück, Mittag, Abendessen – passt.
Und genau da kam mir der Tag schon das erste Mal dazwischen. Doch nun mal der Reihe nach.
Die Nacht war wieder viel zu kurz. 5h 40 min sagt die Schlaf-App und bemerkt nicht einmal, dass ich zwischendurch noch zweimal kurz im Bad war. Trotzdem fühle ich mich entspannt und freue mich, weil ich schön geträumt hatte. Ich werfe einen Blick auf meine sieben Regeln und beschließe, gleich noch zu frühstücken, weil ich nicht weiß, ob meine üppige Frühstückspause von 9.30 bis 9.40 dafür ausreicht. Immerhin habe ich eine Scheibe meines Dinkelbrotes bereit gelegt und wegen des Eiweißbedarfs ein Stück Käse. Nach der Hälfte bin ich pappsatt und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Im Kaufmannsladen besorge ich mir eiweißreiche Kost für das Mittagessen.
Die Regel Treppe statt Aufzug muss ich umsetzen, ob ich will oder nicht. Der Aufzug ist nämlich außer Betrieb. Warum passiert das immer, wenn ich viel zu tragen habe?
In der Firma ist es wieder genauso verrückt, wie an den vergangenen beiden Arbeitstagen. Ich bin pausenlos beschäftigt, alle Kannst-du-mal-eben-schnells zu erledigen und komme gar nicht zu meiner eigentlichen Arbeit. Dazwischen bekomme ich noch drei Leute aus einem fremden Kurs übergeholfen, die Gelegenheit bekommen sollen, noch zwei Tage lang im Selbststudium für eine Wiederholungsprüfung zu büffeln. Die verstehen das aber falsch und löchern mich mit Fragen. Ich erkläre Traglastdiagramme, Hebelgesetze und die Fliehkraft. Hey, ich bin kein Ausbilder für diese Themen. Das bekomme ich immer auf’s Brot geschmiert, als Begründung, warum man mich dafür nicht bezahlen kann. Ich bin auch kein Netzwerkadministrator. Trotzdem muss ich mich um eines der Computerkabinette kümmern, das dieser Tage für spezielle Aufgaben genutzt werden soll. 11.30 Uhr kann ich damit beginnen. Leider kommen die Infos, was genau gebraucht wird, nur tropfenweise und manche auch noch fehlerhaft, so dass ich bis 14 Uhr brauche, bis alles so ist, wie es sein soll. Als ich danach an meinen Schreibtisch zurückkomme, wartet dort ein Berg meiner eigentlichen Aufgaben, den ich aber nicht mehr komplett bewältigen kann, weil die Kollegen schon 20 Minuten vor dem Feierabend die Rechner herunterfahren und nicht mehr zu dienstlichen Gesprächen bereit sind. Spaß macht das Arbeiten so nicht.
Trotzdem bin ich froh, als alle weg sind und ich noch ein paar Minuten habe, um mich zu sammeln.
Auf dem Heimweg strahlt die Sonne vom makellos blauen Himmel. So recht genießen kann ich das nicht, weil mir inzwischen beinahe schlecht ist vor Hunger. Als ich oben schrieb pausenlos meinte ich das wörtlich. Ich bin heilfroh, dass ich wenigstens zu Hause gefrühstückt hatte, was ich sonst nie mache.
Das Essen, dass ich mir am Morgen gekauft hatte, wandert in den Kühlschrank. Dafür wandert der große Topf mit Suppe auf den Herd. Nur gut, dass ich so viel Suppe gekocht hatte. Dadurch geht es schnell und ich kann wenigstens in Ruhe zu Abend essen. Danach fange ich an zu putzen, bis mir einfällt, dass ich für morgen noch Hähnchenschenkel vorbraten will. Ich bin gespannt, ob ich sie essen kann oder morgen Abend wieder mit heim schleppe.
Der Sohn bringt Forsythia-Zweige aus dem Garten mit. Es sind nur ein paar, ich hab nix mehr gesehen. Ich freue mich sehr über den kleinen Strauß. Der Sohn freut sich, dass immer noch Suppe übrig ist.
Als ich den Tag reflektiere stelle ich fest, dass ich immerhin fünf meiner sieben Regeln eingehalten habe. Das freut mich.
Jetzt werde ich noch ein wenig lesen und dann sage ich schon mal Gute Nacht.

WmdedgT – Februar 2018

WmdedgT – Januar 2020

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragte Frau Brüllen auch in diesem Jahr wieder.
Nun fiel der Fünfte in diesem Monat auf einen Sonntag, weshalb es gar nicht sooo viel zu berichten gab. Schaun wir mal.
5.35 Uhr
Ich erwache fast pünktlich für einen Arbeitstag und bin sehr erleichtert, dass es keiner ist, denn ausgeschlafen fühle ich mich nicht. Wieder einmal frage ich mich, warum mir ausgerechnet morgens die Füße weh tun. Was tue ich denn nachts? Ich reibe die Füße mit Salbe ein und kuschle mich noch einmal in meine Decke.
6.30 Uhr
Ausgeschlafen bin ich noch immer nicht, aber zum Weiterschlafen reicht es auch nicht mehr. Also aufgestanden und Kaffee gemacht. Mit diesem und dem Strickzeug ziehe ich mich aufs Sofa zurück. Die beste Zeit, um in den Tag hinein zu träumen, schließlich ist es noch nicht mal hell. Ich genieße diese Zeit.
9.00 Uhr
Langsam wird es Zeit, mich um die Küche zu kümmern. Die Gänsesoße ist über Nacht fest geworden, so dass ich das Fett herunter kratzen kann. Dann verpacke ich Soße, Keulen, Klöße und Gemüse transportfertig, nehme Wäsche ab, krame im Papierberg herum, schaue im Netz nach verschiedenem und texte mit der Schwester.
Telefonate führe ich mit dem Sohn und mit Mutti, bei der wir zum Mittagessen verabredet sind.
Um die Mittagszeit fahre ich also zu ihr, beladen mit all dem Essen, das ich dann in ihrer Küche fertig zubereite. Wir bleiben noch eine Weile, schwatzen über eine Reise zu Ostern, die ich am Abend gleich noch buche. Davon erzähle ich natürlich der Schwester und stelle in den Raum, dass sie dieses Angebot auch buchen könnten, zumal der Schwager bei diesem Reiseanbieter Rabatte bekommt. Sie finden die Idee verlockend, wollen aber lieber sparen, was ich wiederum gut verstehen kann. Immerhin haben wir eine recht schöne Unterhaltung über Videochat.
Wer mich kennt, weiß, dass ich Fantasy sehr gern mag. Allerdings bin ich auch sehr kritisch, zum einen bezüglich Schreibstil und zum anderen in Bezug auf die Thematik. Ich mag es nicht so sehr, wenn die gesamte Geschichte nur von Kriegen und Schlachten dominiert wird oder von Grausamkeiten, die sich die Protagonisten gegenseitig antun. Freilich muss Kampf und Gefahr dabei sein, wie will man sonst die Spannung aufrecht erhalten? Aber die Dosis macht auch hier den Unterschied. Und nun habe ich mal wieder eine Fantasy-Geschichte nach meinem Geschmack gefunden. {Achtung! Affiliate-Link} Das Vermächtnis der Peldrin ist der erste Band der vierteiligen Legenden der Städtebauer. Mit ihm verbringe ich den restlichen Abend, und es ist bereits 0.08 Uhr, als ich mich zwinge, das Buch wegzulegen und das Licht zu löschen.
Ein rundum gelungener Sonntag. So mag ich das.

WmdedgT – Dezember 2019

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? hat Frau Brüllen das letzte Mal für dieses Jahr gefragt.
Tja.
5.05 Uhr
Der Wecker rettet mich aus einem sehr seltsamen Traum. Nein, ich möchte keine Reiseleiterin für eine riesige Gruppe von Musikern sein, die alle irgendwo anders hinmöchten. Ich möchte mit diesen Leuten auch nicht in einem Zug fahren, der an keinem der angesteuerten Bahnhöfe hält, mit dem Ergebnis, dass die Leute, die dort aussteigen wollten, immer ungehaltener werden und immer lauter musizieren. Was für ein Chaos. Ich bin froh, dass der Wecker dazwischen schreit und nach einen kurzen Tastendruck Stille herrscht. Allerdings… warum meldet sich der Wecker nicht erst 5.15 Uhr? Wer hat denn den umgestellt?
Trotz des blöden Traums, es war nur der letzte von dreien in dieser Nacht und nicht mal der blödeste, fühle ich mich energiegeladen, stelle auf dem Handy das Lied des Tages ein und nehme es mit ins Bad. Bei der soundsovielten Wiederholung des Songs tanze ich durch den Flur. Auch eine Art Frühsport, auf den ich sonst immer verzichte.
Kaffee aufbrühen, Adventskalenderlos freirubbeln, 5 Hähnchendinos für die Mittagspause braten, hübsch verpacktes Bobbel aus dem anderen Adventskalender zotteln. Huch, wer hat denn meinen Kaffeepott leer getrunken? Schnell noch einen aufbrühen. VORSICHT! Der Tomatensaft gehört nicht in den Kaffee! Pfanne mit Dinos zum Abkühlen auf den Balkon stellen. Das Glas mit dem Rote-Beete-Salat bekommt zur Sicherheit noch eine Mülltüte umgewickelt, damit mir nicht womöglich der rote Saft in die Tasche rinnt. Ich denke daran, nicht nur das Schlafzimmerfenster, sondern auch die Balkontür zu schließen {das hatte ich neulich vergessen *Hilfe*} und ich packe auch die Dinos ein.
6.30 Uhr
Auf dem Parkplatz beglückwünsche ich mich dazu, dass ich am Abend zuvor noch mal losgefahren war, denn beim Zurückkommen hatte der Regen aufgehört, so dass ich die Abdeckung auf die Frontscheiben legen konnte. Das erspart mir nun am Morgen das Eiskratzen. Ich kann früh starten, komme lange vor der S-Bahn am Bahnübergang an. Der gute Lauf setzt sich fort, bis ich die Stadt durchquert habe und beim Kaufmannsladen ankomme. Es gibt Heidelbeeren im Angebot. Ich finde etwas, das ich dem Sohn in die Schuhe schieben in den Nikolausstiefel stecken kann und erstehe ein weiteres Geschenk.
Als ich auf Arbeit ankomme, sind meine Kursteilnehmer schon da. Es sind nicht mehr viele, und es sind die angenehmen, die übriggeblieben sind. Der Tag kann gar nicht anders, als so gut zu bleiben, wie er begann.
Am Vormittag ruft Mutti an: Was haben wir denn heute für das Einkaufen ausgemacht?
Gar nichts, wir machen alles wie immer. Es ist ein ganz normaler Donnerstag.
Neiiin. Eben nicht!
Sie ist zu einer Geburtstagsfeier eingeladen und hatte bis dahin vergessen, mir Bescheid zu geben. Mich freut es aus zwei Gründen. Einmal, weil sie etwas Schönes vor hat und außerdem, weil ich unverhofft früh Feierabend habe.
Gegen Mittag… ruft auch noch mein Coachee an und sagt den Nachmittagstermin ab. Ich habe noch genug anderes zu tun. Ist also nicht weiter schlimm.
16.30 Uhr
Feierabend daheim. Es gibt Gemüsepfanne zum Abendbrot. Danach stricke ich an den Adventskalenderpatches. Schließlich möchte ich am Ball bleiben und die schönen Garne möglichst gleich verarbeiten, die ich im Adventskalender finde.
Weil die letzte Nacht wegen der chaotischen Träume nicht wirklich erholsam war, kuschle ich mich an diesem Abend etwas früher in die Kissen als sonst. Diesen Eintrag verschiebe ich auf später, nehme mir jedoch ganz fest vor, im nächsten Jahr pünktlicher bei WmdedgT teilzunehmen.

WmdedgT – September 2019

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? wird Frau Brüllen heute Abend wieder fragen. Hoffe ich. Also erzähle ich mal…

5.05 Uhr
Was waren das denn für seltsame Träume heute Nacht? Zum Glück hinterließen sie endlich einmal NICHT diesen depressiven Eindruck wie in den letzten beiden Wochen. Ich schreibe der Schwester einen Guten-Morgen-Gruß und bin froh, dass sie nicht gleich antwortet, denn heute kann ich mich nicht aufhalten. Der Sohn hat angekündigt, dass er kurz vorbei kommen will. Da möchte ich mit meinen morgendlichen Pflichten fertig sein.
5.40 Uhr
Ich starte einen Sicherheitsweckruf. Das hatte ich gestern Abend versprochen. Der Sohn hebt nach dem ersten Rufzeichen ab und steht wenig später bei mir im Flur. Es bleibt Zeit für eine Tasse Kaffee auf dem Balkon.
6.30 Uhr
Ich hoffe, ich habe an alles gedacht, denn heute muss ich direkt nach dem Dienst zu einer Vorsorguntersuchung. Der Gedanke daran vermiest mir den Tag. Ich hasse Arztbesuche, erst recht, wenn ich mich gesund fühle. Jetzt starte ich erst einmal meine abenteuerliche Fahrt zur Arbeit.
7.40 bis 12.00 Uhr
Recherchen füllen den Vormittag aus.
Einzelne Kollegen machen es sich einfach. Statt selbst aktiv zu werden, fragen sie mich nach jeder Kleinigkeit. Statt lang und breit zu erklären, erledige ich die Arbeiten. Eine Dauerlösung ist das nicht.
12.00 Uhr
Zu Mittag gibt es Knäckebrot, eine Tomate und zwei Karotten.
13.00 Uhr
Der Nachmittagstermin, auf den ich mich gefreut und intensiv vorbereitet hatte, wird wegen Krankheit abgesagt. Ich nutze die gewonnene Zeit für weitere Recherchen, auch nach Weiterbildungsangeboten für mich. Außerdem führe ich ein paar klärende Telefonate und freue mich über die Ergebnisse.
15.00 Uhr
Nun aber schnell! Ein wenig frisch machen muss sein. Es stellt sich heraus, dass ich am Morgen wirklich an alles gedacht habe. Dann beginnt auch schon wieder das Abenteuer. Normalerweise würde ich mit dem Auto bis zum Krankenhaus ganze 4 Minuten brauchen. Aber was ist in dieser Stadt schon normal? Der Straßenverkehr jedenfalls nicht. Weil die direkte Verbindung gesperrt ist und vier von fünf Straßen in diese Richtung als Sackgassen an der Baustelle enden, frage ich den Routenplaner, wie ich das Dilemma auf möglichst kurzem Weg umfahren kann. Er bietet mir eine {abenteuerliche} Route, für die ich nur 7 Minuten brauchen sollte. Ich weiß, dass dort vor einem sehr schmalen, verwinkelten Streckenabschnitt Poller stehen, um Autos fern zu halten. Ich folge der Route trotzdem und stelle fest: Der Planer ist schlauer als ich. Die Poller sind weg. Doch auch der schlaue Planer weiß nicht alles. Nach dem nächsten Abbiegen stehe ich in einer Sackgasse. Ich wende in 7 Zügen zwischen eng beieinander parkenden Autos und Monster-Baufahrzeugen und fahre weiter stadtauswärts, obwohl ich längst am Krankenhaus vorbei bin, nur eben einen Straßenzug zu weit unten. Drei Nebenstraßen weiter kann ich endlich abbiegen und tatsächlich am oberen Ende auf die Hauptstraße und dort wieder stadteinwärts fahren. Das Ziel befindet sich rechts. Ich habe nur 16 Minuten gebraucht, das Vierfache des normalen Weges. Dafür gibt es jede Menge freie Parkplätze direkt beim Eingang. Die Untersuchung beginnt pünktlich und dauert ganze 15 Minuten.
Details des Heimweges spare ich mir hier. Da ich erst einmal zu Mutti will, bietet sich ein Umweg an, auf dem es an diesem Nachmittag keine Überraschungen gibt. Allerdings geht unmittelbar bei Muttis Haus fast nichts mehr. Ich quäle mich drei Runden suchend ums Carré und parke am Ende in der Baustelle.
17.10 Uhr
Mutti hat Nudelsuppe für mich gekocht, die ich heißhungrig verschlinge. Dann können wir los zum Kaufmannsladen.
Man sollte bei der Stadt Zuschuss zu den Spritkosten beantragen, wegen der unzähligen Baustellen und dadurch nötigen Umwege.
Bei unserer Rückkehr ergattere ich einen legalen Parkplatz in der Nähe des Hauses. So habe ich keine Eile, wieder wegzufahren und zeige Mutti noch dieses Video von Frank Schöbel, in dem ich mich zur Zeit wiedererkenne.
19.30 Uhr
Endlich daheim. Ich lege die Taschen ab und plumpse auf mein Sofa. Nur mal ganz kurz entspannen.

Mühsam öffne ich die Augen. Es ist dunkel. Wie spät haben wir’s denn? Ah, 22.20 Uhr. Na, da kann ich doch noch einiges erledigen. Wenn ich doch nur nicht so müde wäre! Wenigstens den WmdedgT-Eintrag schreibe ich noch fertig. Dann ist dieser 5. September 2019 auch schon wieder Geschichte.

WmdedgT – August 2019

Es ist Montag. Und es ist ein Arbeitstag, allerdings kein ganz gewöhnlicher. Etwas ist anders, weil die Lieblingskollegin der Meinung war, ich wollte an diesem Tag Urlaub unbezahlt frei haben und deshalb für den Kollegen, der üblicherweise von mir vertreten wird, eine andere Vertretung organisiert hat. Mein eigener Kurs hat heute Erste-Hilfe-Ausbildung und ich könnte beinahe wirklich frei haben, wenn… ich es denn rechtzeitig gewusst hätte. Da ich es nicht früh genug wusste, habe ich mir Termine für die Einzelbetreuung auf diesen Tag gelegt, zum Glück auf den Morgen und Vormittag, so dass ich ab Mittag tatsächlich frei habe.
Dies ist der Ausblick auf diesen Montag, und nun wolen wir mal sehen, was er sonst noch bringt und ob etwas geschieht, dass sich lohnt, unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag? bei Frau Brüllen zu verlinken.

6.00 Uhr
Der Wecker klingelt eine Stunde später als sonst. Ich schalte den Rechner ein, weil ich fix noch etwas erledigen will. Dann setze ich eine Waschmaschine an, denn die kann ich noch schaffen, bevor ich aus dem Haus muss. Und ich habe eine Idee, wohin ich die gefühlt tausend Geschirrtücher verräumen kann, die ich bereits gewaschen habe. Es sind gewiss nicht die letzten.
7.45 Uhr
Die Wäsche hängt, aber den Bürokram am Rechner habe ich nicht geschafft. Dafür habe ich eine Tasse Kaffee getrunken und mache mich nun auf den Weg in die Firma. Es ist diesig und grau draußen, was meine ohnehin geknickte Stimmung nicht gerade bessert.
8.30 Uhr
Auf dem Firmenhof treffe ich CoIvo, die mit einem flotten Spruch sofort meine Stimmung aufhellt, allerdings auch gleich wieder herunter zieht, indem sie mich nach meiner Wohnung fragt. Sie kann ja nicht wissen, dass ich wegen eines letzten Mal Durchwischens und Putzmittel Wegbringens immer noch keinen endgültigen Haken an die Sache machen kann. Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen.
Die Lieblingskollegin fängt mich im Gang ab, weil irgend etwas in der Organisation schief gegangen ist. Leute, das ist nicht meine Organisation. Ich übernehme trotzdem und rette die Situation. Einer meiner Klienten kommt etwas zu spät, wodurch ich die Möglichkeit habe, noch etwas Schreibkram aufzuarbeiten, den ich am Freitag nicht mehr geschafft hatte.
11.30 Uhr
Ich bin schon wieder eine halbe Stunde drüber und will mich von der Lieblingskollegin in den Urlaub verabschieden. Während ich alles Revue passieren lasse, was in den 4 Tagen meiner Abwesenheit wichtig werden könnte, fällt mir etwas ein, das ich gern vorbereitet hätte, wozu mir aber die Zuarbeit der Lieblingskollegin fehlt. Als ich sie danach frage, kann sie sich zunächst gar nicht erinnern, bringt mir aber 10 Minuten später die Zuarbeit und freut sich, dass ich sie erinnert habe, weil das sonst am kommenden Montag vermutlich schief gelaufen wäre.
12.30 Uhr
Endlich Schluss. Soviel zum freien Tag. Der Sohn hat keine Zeit für mich, um allerletzte Dinge aus dem alten Keller zu holen. Das läuft uns ja nicht weg. Natürlich nicht, aber es versaut mir die wenigen freien Tage, wenn ich es immer und immer und immer noch im Hinterkopf behalten muss.
Ich heule mich bei Katl aus und die gute Seele kommt gleich angesaust und hilft mir beim Einräumen des Schlafzimmers. Das muss fertig werden, weil meine Schwester samt Mann zu Besuch kommt. Geplant war, dass sie am Mittwoch kommt und mit mir zum Festival geht, das am Donnerstag beginnt. Das wäre unkompliziert gewesen. Dann entschied ihr Mann, dass er mitkommt, obwohl er gar nicht mit zum Festival geht. Das ist nicht seins. Na gut, dadurch wurde es schon komplizierter, aber ich bin ja eine Meisterin im Umdisponieren. Und dann entschied er, schon am Dienstag zu kommen. Das brachte für mich heftigen Stress, weil alles einen Tag früher fertig sein muss. Naja, was heißt fertig? Das Schlafzimmer musste so sein, dass man das Bett als Doppelbett aufstellen kann.
Katl kommt, wir trinken einen Kaffee zusammen, dann beginnen wir zu wuseln und bringen erst einmal mein Zimmer in Ordnung, soweit es derzeit möglich ist. Alles geht noch nicht, weil zu einigen Schränken diverse Kleinteile fehlen. Ich frage mich, wo die hingeraten sein könnten. Es fehlt zwar schon immer ein paar dieser Tele, aber so viele, wie jetzt abgehen…?
17.48 Uhr
Kurze Rücksprache mit dem Sohn: Heute nicht!!!
Ich nehme mir einen großen Korb vor, den ich aussortieren will. Trage ihn auf den Balkon. Da können wir wenigstens sitzen. Für Katl ist Feierabend. Sie holt ihr Strickzeug heraus, hilft mir dann aber doc beim Sortieren, denn es sind Garne im Korb. Da kann sie nicht widerstehen. *lach*
18.18 Uhr
Anruf: Der Mann meiner Schwester. Sie fahren morgen erst um die Mittagzeit los. Er muss vorher noch mal zu seiner Firma. Er will auf dem Boden schlafen, er braucht kein Bett. {So ein Quatsch. Das Bett ist doch da, nur am Platz auf dem Boden hapert es.} Das Telefon zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt sortiere ich weiter. Eine Stunde dauert das Gespräch, obwohl wir uns zwischendurch schon dreimal verabschiedet haben. *grrrr*
21.00 Uhr
Die Wäsche ist endlich trocken. Der nächste Schwung wartet schon straff geschleudert in der Maschine. Katl spült noch schnell die Gläser, dann macht sie sich auf den Heimweg. Ich trödle beim Wäscheaufhängen. Das gönne ich mir, ein wenig trödeln an diesem Abend.
Das war er, der 5. August 2019.
Wir lesen uns bei Frau Brüllen