Ein Dienstag Ende August

{25.08.2020}

07:00 bis 16.00 Uhr
Was für ein Tag!
Es war eine Menge zu tun und einiges, das ich noch nie vorher getan habe, weil es bisher nicht zu meinem Aufgabengebiet gehörte. Hier in dieser Dienststelle ist vieles anders und *hüstel* sinnvoller geregelt, als ich das von der früheren Dienststelle kannte. Natürlich habe ich nun mehr Verantwortung, dadurch macht es auch viel mehr Spaß. Und Spaß am Job ist doch was Tolles, oder?

Und weil…
der Dienstag dichtet, habe ich mich auch einmal wieder an einem Gedicht versucht, obwohl ich letztens noch dachte, ich könnte das nicht mehr.

Es schwebt in hauchzarten Klängen
ein Lied dahin über den See.
An seinem Ufer steht träumend
die sommerliche Fee.

Sie trägt aus Seerosenblättern
und Schilf ein grünes Gewand.
Mit nackten Füßen im Wasser steht sie
gedankenverloren am Strand.

Was wird aus ihr, wenn die Winde
kälter aus Norden weh’n,
und all die grünen Blätter
braun werden und vergeh’n?

Dann trägt sie ein Kleid aus Spinnweb,
so grau wie die Wolken im Wind.
Mit Kürbis-Orange und Apfelrot
wird sie dann des Herbstes Kind.

Ein Dienstag Mitte August

{18.08.2020}
06:30 Uhr
Wie schön! Ich durfte heute ohne Wecker aufwachen und freue ich, dass es nicht viel später ist, als sonst, mit Wecker. Gerade mal eine Stunde länger habe ich geschlafen, fühle mich um vieles frischer.
Ich überlege, ob ich den Kollegen in W. anrufen soll, weil er nachher einen Termin haben wird, den ich für ihn vereinbart habe. Jedoch hatte ich auf meinem "Muttizettel" vergessen, diesen zu erwähnen.
Andererseits klemmt ein Zettel auf seinem Schreibtisch, auf dem der Termin vermerkt ist. Den wird er inzwischen gefunden haben. Und(!) der Kollege ist ja schon groß, den muss ich nicht mehr bemuttern. Nee. Nicht, dass er das womöglich noch als Bevormundung ansieht. Wird er nicht, bestimmt nicht. Ich muss es trotzdem nicht tun.
08:30 Uhr
Erst mal Kaffee!
Was ist das bloß? Gestern auf dem Heimweg war ich so müde und schlaff, dass ich dachte, wie gut es doch ist, diese Woche nicht noch mal zur Arbeit zu müssen. Ist ja nicht so, dass zu Hause nichts zu tun wäre, und außerdem sind diese Woche der Donnerstag und der Freitag Mutti-Tage, weil sie zu einer kleinen ambulanten OP geht und hernach betüddelt werden muss. Dafür hab ich mir schon ein paar Kleinigkeiten ausgedacht, damit sie es schön hat. {Erzähle ich später.}
Trotzdem, also, obwohl ich noch einiges zu tun hätte, bin ich jetzt unruhig und kann mich gar nicht auf eine Aufgabe fokussieren. Ich fange hier was an und räume dort etwas, kann aber einfach nicht drüber bleiben. Nicht, weil ich gestört würde, sondern, weil ich mich selbst immer wieder ablenke. Klar, es muss alles irgendwie und irgendwann getan werden. Aber doch nicht unbedingt jetzt und vor allem nicht alles gleichzeitig. Und doch ist da diese Unrast, und ich wünsche mir, zur Arbeit fahren zu dürfen, wo alles fokussiert ist und ich nicht von Steinchen auf’s Stöckchen…
Oder doch???
Um die Mittagszeit
Es poltert ein Gewitter. Kurz regnet es fette Tropfen, so dass die Luift schön frisch riecht. Das ist alles. Na, immerhin.
Am Nachmittag
Ich lasse mich durchs Netz treiben und lande bei Katha und ihrem Der Dienstag dichtet Gern möchte ich mich dort einreihen, stelle aber fest, dass ich noch nicht wieder soweit bin, Gedichte zu schreiben. Das läuft gerade nicht, während mir märchenhafte Geschichten reihenweise durchs Hirn schweben. Mal sehen.
Später finde ich ein paar tolle Kleider, die ich mir bestelle. Bei einem Anbieter, bei dem ich skeptisch bin. Es ist ein Versuch. Vielleicht muss ich alles zurücksenden. Vielleicht habe ich aber auch Glück.
Zwischendurch lese ich einen Ostseekrimi {Affiliatlink} und muss mich nach 13 Krimis von Ivo Pala erst wieder an einen anderen Schreibstil gewöhnen. Geht aber gut.
Am Abend
Der Sohn kommt vorbei. Wir erledigen ein wenig Bürokram. Schwatzen. Ich telefoniere mit Lili und gehe schon 21.30 Uhr zu Bett.

Der erste Freitag im August

{07.08.2020}
05:30 Uhr
Heute geht das Aufstehen flott. Den Koffer habe ich schon gestern Abend zum Auto gebracht. Trotzdem sind jetzt noch tausend Handgriffe zu erledigen. Auch die gehen flott.
Ein letzter Blick auf den See. Auf Wiedersehen am Montag!

06:45 Uhr
Alle Fenster auf! Noch ist die Luft, die herein kommt, angenehm. Sicher nicht mehr lange.

09:00 Uhr
Frühstück für alle. Die kleine Kollegin hat Kuchen gebacken.
Im Laufe des Tages steigen die Server aus. Mal der eine, mal der andere. Wärmefehler vermute ich. Den einen bringe ich wieder zum Arbeiten, der andere trotzt mir. Den lasse ich jetzt in Ruhe und hoffe, dass er sich über das Wochenende wieder einkriegt. Sonst ist am Montag auch noch Zeit, die Administratoren wuschig zu machen.

Wollt Ihr meinen Freitagsfüller sehen?
#587

1. Nach welchen Kriterien öffentlich geförderte Weiterbildungsprojekte zertifiziert werden, sollte doch einheitlich geregelt sein. Ist es aber nicht.

2. Es ist Freitag und ich habe noch eine richtig schöne Fahrt vor mir.

3. In meinem Bett schlafe ich manchmal gar nicht so gut. Dann ziehe ich gern mal auf die Couch um.

4. Im Moment fällt mir gar nichts ein, wovon ich sagen möchte, das hat sich wieder mal richtig gelohnt.

5. Anstatt sich auf das Schöne, Positive zu konzentrieren, machen sich viele Menschen durch Jammern und Schimpfen alles kaputt. Und dann wundern sie sich, dass andere ein vermeintlich besseres Leben haben. Haben sie gar nicht, sie sehen es nur anders.

6. Ich esse gern mal im Restaurant, aber mit den derzeitigen Einschränkungen und Verboten macht das wenig Spaß.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Heimreise und vielleicht noch ein wenig Zeit im Garten, morgen habe ich geplant, nach dem Wäsche waschen nur noch zu entspannen und vielleicht einen kleinen Ausflug zu machen und Sonntag möchte ich in aller Ruhe meine Sachen für die nächste Woche in Weißwasser bereit legen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

15:30 Uhr
Ab auf die Landstraße.
19:00 Uhr
Angekommen, Taschen ausgeräumt und die erste Trommel Wäsche in die Maschine gestopft. Nun kann der Abend kommen. Später hänge ich noch die Wäsche auf, aber sonst wird nichs mehr passieren.

WmdedgT?

Der erste Mittwoch im August
Heute ist es an der Reihe, das Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
04:21 Uhr
Ich muss kurz ins Bad, mein Blick fällt hinaus auf den See und dann muss ich erst mal die Kamera holen.
05:30 Uhr
Der Wecker. Ja, eine Viertelstunde früher als gestern. Ich brauche einfach morgens meine Zeit. Und schon wieder die Kamera. Die Bilder sind leider nicht vorzeigbar. Vielleicht, wenn ich auf die Terasse hinaus gegangen wäre, aber ich bin ja noch nicht mal angezogen. Und als es endlich soweit ist, hat sich das Motiv schon wieder verändert und ist nicht mehr so bezaubernd. Außerdem muss ich los, denn heute habe ich das Auto nicht direkt am Haus geparkt. Unterwegs dorthin überholt mich eine Frau auf einem Fahrrad. Obwohl sie gerade bergauf strampeln muss, grüßt sie freundlich und ruft mir zu: Ist das nicht herrlich heute? Einfach wunderschön. So freundliche Menschen hier! Und wie recht sie hat. Das Foto von meinem Arbeitsweg sende ich an die Kollegin Wirbelwind in L., weil ich ihr versprochen habe, immer mal Fotos zu senden, die die Seele streicheln. Sie schreibt zurück, ob ich sicher bin, dass ich keinen Urlaub habe. *kicher*

06:45 Uhr
Wie gestern reiße ich alle Fenster auf, um die zum Glück noch frische Luft herein zu lassen und setze Kaffee auf. Obwohl sie erst 8 Uhr zwingend da sein müssten, trudeln die Ersten schon kurz nach sieben ein. Ich mache mich über den Rechner und die Post her, da steht plötzlich die kleine Kollegin hinter mir. Sie ist gar nicht so klein, aber recht jung und vor allem neu hier. Offiziell fängt sie erst im September an, hat sich aber bereit erklärt, während meiner Vertretungszeit hier ab und an vorbei zu schauen, weil sie den Standort infolge eines Praktikums etwas besser kennt, als ich. Dafür kenne ich die Gepflogenheiten und Abläufe in der Firma besser. Zusammen sind wir unschlagbar und nutzen den Vormittag, um das Büro umzugestalten. Der Kollege wird sich hoffentlich freuen, wenn er aus dem Urlaub zurückkommt. Ich habe schon jede Menge Punkte, die ich auf den "Muttizettel" schreiben werde.
12:00 Uhr

Eine Teilnehmerin hat Kuchen mitgebracht und stellt mir ein Stück auf den Schreibtisch. Ich freue mich, dass sie mich so einbeziehen. Das ist nicht selbstverständlich.
Nachmittag
Der Chef ruft an. Das Management hat neue Richtlinien bezüglich Corona herausgegeben. Er informiert mich und erbittet Zuarbeiten. Außerdem trifft er eine Entscheidung, die ich mir seit langem von meinem früheren Chef gewünscht hätte, weil es mir die Arbeit in L. sehr erleichtert hätte. Jetzt, da ich nur noch vertretungsweise für die Firma arbeite, kommt das. Es wird vieles einfacher dadurch, auch für den jetzigen Chef. Und wer weiß, wie sich das alles noch entwickelt.
16:14 Uhr
Feierabend verpasst. Nun aber schnell. Vielleicht klappt es ja heute mit dem Wald und dem See.
Als ich am Waldhaus ankomme, ist die Terrasse voller Menschen. Kein freier Tisch. Freie Plätze schon, aber das dürfen wir ja nicht, uns einfach irgendwo dazu setzen. Also gehe ich erst mal auf’s Zimmer, dusche, lade den Schrittzähler und später das Handy und beobachte durch das Fenster das Treiben auf der Terrasse.
19:30 Uhr
Ich bekomme doch noch einen Platz und ein Abendessen. Der Wirt kommt, und wir besprechen, wie wir das am Wochenende mit dem Schlüssel machen. Ich würde am liebsten hier bleiben, was natürlich nicht geht.
nach 21:00 Uhr
Ich habe mich zurückgezogen und werde noch ein wenig lesen. Vorher versuche ich, diesen Eintrag bei Frau Brüllen zu verlinken. Mal sehen, ob mir das mit dem Handy gelingt.

Der erste Dienstag im August

{04.08.2020}
05:45 Uhr
Wecker, Bad, Tasche für Arbeit packen und los.
Es regnet nicht mehr, ist aber grau und vor allem kühl. Ich reiße in der Firma alle Fenster weit auf, sorge für ordentlich Durchzug, wenigstens bis die TeilnehmerInnen kommen. Diesmal habe ich meine große Tasse mitgebracht und braue mir meinen Kaffee, den ich sogar schaffe, heiß zu trinken.
Der Arbeitstag verläuft recht ruhig mit ein paar Prüfungsanmeldungen und -auswertungen, kleinen Hilfestellungen und ein paar Übungen.
Dann gehen die Teilnehmer auch schon wieder nach Hause. Die Innen natürlich auch. Ich bleibe noch eine Weile, denn der Standort hat noch geöffnet. Also kann ich nicht einfach verschwinden.
15:15 Uhr
Der Kollege aus Cottbus ruft an, erkundigt sich nach meinem Befinden und möchte helfen, falls ich irgendwelche Probleme habe. Hab ich aber nicht. Außerdem versucht er, mich wieder nach Cottbus zu verpflichten. In der Zeit, die ihm vorschwebt, kann ich aber nicht. Irgendwann möchte ich schließlich auch meinen Vertrag in Torgau erfüllen.
16:00 Uhr
Feierabend. Ich sammle im N-Markt ein paar Kleinigkeiten für das nächste Frühstück ein.
Dann gönne ich mir in der Drogerie noch eine neue große Tasse, damit ich meine jetzige nicht jeden Tag zwischen Firma und Unterkunft hin und her schleppen muss.
Dann gibt es Abendessen.
Gut und reichlich, so dass ich nicht nur durch den Wald laufen möchte, weil es da so schön ist, sondern weil ich noch etwas Bewegung brauche.

18:30 Uhr
Genau in dem Moment, als ich am Waldhaus ankomme, beginnt es zu nieseln und hört auch eine ganze Weile nicht mehr auf. Ich laufe bestimmt nicht wieder durch den Regen. Von der Erkältung, die ich mir dabei in Cottbus geholt hatte, habe ich noch immer genug.
Also führe ich ein paar Telefonate und einige schöne Unterhaltungen mit der Schwester und dem Sohn. Später verzieht sich der Regen und der See glänzt im Abendlicht.

Der erste Montag im August

{03.08.2020}
Diese Woche ist wieder Tagebuchbloggen angesagt im Rahmen der Aktion WmdedgT? bei Frau Brüllen. Zwar erst am Mittwoch, wie immer am 5. jeden Monats, aber weil ich die letzten beiden Male nicht dabei war {und weil sich Tage wie dieser geradezu anbieten}, dachte ich mir, könnte ich auch schon heute…
03:00 Uhr
Der Wecker schreit und ich brauche einen Moment, um zu begreifen, dass meine Nacht tatsächlich zu Ende ist. Ab ins Bad, dann Haare schön, zwischendurch doch noch Kaffee aufsetzen, weil noch Zeit ist. Die letzten Utensilien in die entsprechenden Taschen werfen. Für längere Dienstreisen sortiere meine Taschen immer nach Zimmern. Die Kleider kommen natürlich in den Koffer, der dem Schlafzimmer zugeordnet wird, weil da gewöhnlich der Kleiderschrank steht, und damit ich das Nackenhörnchen nicht vergesse, das mir Nackenschmerzen beim Schlafen erspart. Dann gibt es eine Tasche für das Bad, da sind außer den Waschutensilien auch Medikamente, Taschentücher, der Föhn und übriger Drogerie-Kram drin. Lebensmittel gehören natürlich in die Küche, samt Besteck, Schneidebrettchen und Wasserkocher. {Ja, den schleppe ich immer mit, bis auf die eine Reise neulich nach Cottbus, und genau da hätte ich ihn gebraucht.}
Und dann gibt es noch eine Wohnzimmer-Tasche. Was da wohl drin ist? Richtig! Strickzeug, Buch, Kamera {weil auch die der Freizeitgestaltung dient}. Wie das bei mir üblich ist, fällt mir im vorletzten, letzten und allerletzten Moment noch was ein, was unbedingt mit muss und was ich erfahrungsgemäß die ganze Reise über nicht auspacken werde.
Noch im Hauskleid flitze ich los zum Parkplatz und hole das Auto vor’s Haus, weil ich die tausend Taschen nicht alle zum Parkplatz schleppen will. Dann schütte ich den Kaffee hinunter, ziehe mich fein an und dann…
04:12 Uhr
Start. Mit 12 Minuten Verspätung, die es nicht gegeben hätte, wenn ich das Auto ausnahmsweise mal hätte vor dem Haus parken können. Als ich vor drei Wochen um die gleiche Zeit nach Cottbus startete, war es schon hell. Heute begleitet mich die Nacht noch ein gutes Stück auf meinem Weg.
Irgendwann unterwegs wird es dann doch hell, bleibt aber grau und Wälder, Ortschaften und Felder hüllen sich in Nebel.
Gegen 06:00 Uhr
Auf den Vorwegweisern tauchen Ortsnamen wie Spremberg oder Hoyerswerda auf und mein Herz jubelt: Ich bin im Gundermann-Land

Und dann komm ich in Schwarze Pumpe übern Berg. Da schimmert es, das Kraftwerk. Nicht in der Sonne, sondern im Nebel, aber es ist ja auch nicht mehr nagelneu. Schließlich ist das Lied selbst schon mindestens 22 Jahre alt. Trotzdem ist es ein eigenartig unbeschreibliches Gefühl, das Kraftwerk dort zu sehen. In der Beziehung habe ich sowieso ne Macke. Ich liebe die großen alten Bagger aus den Tagebauen. Ich liebe auch Kiesgruben, die noch in Betrieb sind, obwohl da die Bagger nicht ganz so wuchtig sind. Ich mag all diesen technischen Kram und ja, ich finde diese Dinge in gewisser Weise romantisch. Keine Ahnung, warum. Isso.
07:10 Uhr
Angekommen. Genau die 12 Minunten, die ich zu spät losgefahren bin, fehlen mir jetzt. Der Kollege freut sich, dass ich da bin und will noch ein paar Kleinigkeiten fertig machen, bevor er mich einweist.
09:00 Uhr
Ich habe die Örtlichkeiten soweit beschnarcht und der Kollege kann nun seinen wohlverdienten Urlaub antreten. Vorher zeigt er mir noch den Weg zur Unterkunft. Einen Kreisverkehr und zwei kleine Kreuzungen später ist der Ort zu Ende, die Straße führt in einen Wald und endet an einem See. Dort steht das Waldhaus, in dem ich wohnen werde. Herrlich!!!
Ich bekomme gleich den Zimmerschlüssel, so dass ich mir am Nachmittag Zeit lassen kann mit dem Heimkommen.
16:00 Uhr
Feierabend.
Ich mache mich auf in den Ort, denn inzwischen habe ich Hunger.
Es gibt gebackene Ente auf Reis.
Danach zieht es mich zum Waldhaus. Schnell entlade ich das Auto, mache mich frisch und genieße den Abend auf der Terrasse.

Freitag, 29.05.2020

Ein Freitag Ende Mai
Vormittag
Ich treffe mich mit Katl zum Frühstück und bleibe bis Mittag. Wir schwatzen über Gott und die Welt und über Reisen, die wir gern machen würden. Ich stricke eine Socke bis zur Ferse.
Nachmittag
Ich telefoniere mit PewiE. Stundenlang.
Abend
Ich schnarche in Blogs herum. Schreibe.
Und dann war da noch…

1. Mir schmeckt leider allzuvieles viel zu gut! So klappt das nie mit dem Abnehmen.

2. Oft übernehme ich Arbeiten für andere, ohne groß zu überlegen.

3. Regen ist dringend nötig für den Garten und die Natur überhaupt. Außerdem ist er angenehm, wenn ich ihm vom Balkon aus zuschauen kann.

4. Ein Stück überland zu fahren, ist die beste Art den Tag zu beginnen.

5. Fast hätte ich diesen Freitagsfüller auch wieder verpasst.

6. In einer besseren Welt würden wir in Dörfern wohnen, unser Obst und Gemüse selbst anbauen, unser Garn spinnen und Stoffe weben oder Kleidungn nähen und stricken. Wir würden abends zusammen am Feuer sitzen, Lieder singen und Geschichten erzählen. Wir wären glücklich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf bloggen und lesen, morgen habe ich geplant, viel draußen zu sein und Sonntag möchte ich vielleicht einen kleinen Ausflug machen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

Donnerstag, 28.05.2020

Ein Donnerstag Ende Mai
4.30 Uhr
Ich habe ausgeschafen! Schön viel Zeit, um gemütlich in den Tag zu starten.
Den Sohn hole ich vom Garten ab. Er war gleich über Nacht dort geblieben und brachte noch ein paar Gerätschaften mit.
8.45 Uhr
Ich logge mich in den virtuellen Klassenraum ein, um die Prüfungsauswertung pünktlich zu starten. Der Kollege XYZ at die Moderation und ich frage mich, warum es für die Auswertung keinen geschützten Raum gibt und wir uns stattdessen in einem Raum treffen, zu dem alle Kursteilnehmer Zugang haben. Ich erfahre später, dass die Sache mit dan geschützten Räumen zu aufwendig ist. Aha! Und wo bleibt der Datenschutz, auf dem wir im Laufe des Gespräches noch mehrfach "herumreiten"? Der plan wurde auch umgestoßen. Es ist nicht die Teilnehmerin dran, deren Auswertung ich übernehmen wollte, sondern eine andere.
Das machen wir schnell, sagt der Kollege. Und dann ist die Frau*** dran.
Aus dem schnell werden zwei Stunden! Ich bin völlig angenervt und habe überhaupt keine Lust mehr, für die nächste Auswertung noch einmal 2 Stunden ans Bein zu binden. Unentgeltlich. Nur, weil man es mit mir ja machen kann. NÖ! Die Frau*** ist genauso angenervt. Sie war nämlich die ganze Zeit mit im Meeting anwesend und hat darauf gewartet, endlich an die Reihe zu kommen. Als es endlich soweit ist, will sie nicht mehr, sagt dankend ab. Ich kann sie gut verstehen. Außerdem bin ich ihr dankbar.
Der Kollege hat noch ein paar Anliegen an mich. Die Kollegin Wirbelwind findet die Unterlagen einer Teilnehmerin nicht. Tja, das ist ja wohl nicht mein Problem. Ich habe am 18. März, meinem letzten Arbeitstag vor der Isolation, alle Unterlagen sortiert, abgeheftet und die Ordner in "meinen" Schrank gestellt. In meiner Abwesenheit wurde der Raum komplett ausgeräumt, renoviert und neu eingeräumt. Woher soll ich wissen, wohin die Ordner geramscht wurden? Da müssen sie sich schon selbst drum kümmern. Schließlich arbeiten sie dort, nicht ich.
13.20 Uhr
Der Sohn ruft an. Er braucht ein paar Formulare, die ich heraussuchen soll und einen Dreizeiler, der per Mail versendet werdem muss. Wie gut, dass er eine Sekretärin hat. 😉
14.00 Uhr
Eile, Eile! ich hole die kleine Frau zum Einkaufen ab. Es ist unmöglich voll im N-Markt und das Desinfektionsmittel für die einkaufswagen ist alle.
15.00 Uhr
Wir starten nach B-Dorf, den Sohn abholen. Der verräumt Omas Einkäufe und schleppt noch das Mineralwasser aus dem Keller in die Wohnung. Lieb! Da brauche ich es nicht zu tun.
Abends
C. hat sich gemeldet. Endlich. Ich dachte schon, mit unserem Projekt läge etwas im Argen. Ich hatte mich schon gesorgt, wollte aber nicht nerven. Tatsächlich hatte auch C. eine Zahn-OP gehabt und konnte tagelang nicht richtig sprechen. Nun geht es ihr zum Glück wieder gut und dem Projekt ebenso.

Mittwoch, 27.05.2020

Ein Mittwoch Ende Mai
5.30 Uhr
Der Wecker klingelt eine halbe Stunde früher als sonst. Heute ist mein erster Arbeitstag in Torgau und ich möchte mich in aller Ruhe fertig machen.
6.50 Uhr
Wir kommen so spät vom Hof, wie noch nie. Entsprechend spät sind wir beim Arbeitsplatz des Sohnes.
Ich hoffe darauf, dass ich bis zu meinem Einsatzort nur eine halbe Stunde brauche, was sich wenig später als Trugschluss erweist, als mich das Navi in der nächsten größeren Gemeinde zweimal im Kreis herum schickt.
Ich bleibe gelassen und genieße die Fahrt zwischen Feldern, über denen ein leichter Morgennebel wabert, Waldstücken, die wie verzaubert in der Morgensonne liegen und kleinen Dörfern mit wunderhübsch bepflanzten Vorgärten.
Nächste Woche fahre ich unbedingt früher los, damit ich anhalten und fotografieren kann.
8.00 Uhr
Ich ergattere einen Parkplatz direkt vor der Haustür und stehe {gerade noch pünktlich} an derselben.
Hinein kann ich nicht, weil eine Kette davor gespannt ist. Die Frau am Empfangstresen schaut mich fragend an und ich nenne zur Begrüßung meinen Namen. Da strahlt sie mich an, noch bevor ich weiterreden und mein Anliegen vortragen kann, kommt zur Kette geflitzt und sagt: "Wir haben uns schon sehr auf Sie gefreut!"
Im Laufe des Tages erfahre ich, dass die Chefin dort mich natürlich angekündigt hatte und den Mitarbeitern versprochen hat, dass ich gaaaanz anders bin, als die bisherige Sozialpädagogin, mit der keiner wirklich klar gekommen ist.
Das zeugt einmal vom Vertrauen der Chefin in mich. Wir kennen uns seit ca. 3 Jahren, hatten aber bisher wenig miteinander zu tun. Es zeigt aber auch das Vertrauen der Mitarbeiter in die Chefin, wenn sie auf deren bloße Ankündigung hin sich schon so sehr auf "die Neue" freuen.
Ich führe mehrere Gruppengespräche und ein recht langes Einzelgespräch. Später planen wir noch ein paar Aktivitäten für die kommenden Wochen.
Feierabend
Auf Empfehlung der neuen Chefin kaufe ich bei einem Privatfleischer am Ende der Gasse für das Abendessen ein. Den Heimweg verkürzt mir Lili mit ihrem Anruf. Ich erzähle von meinem ersten Arbeitstag und teile meine Begeisterung mit ihr.
18.00 Uhr
Obwohl ich früh daheim bin, unternehme ich nichts mehr, sondern genieße das Gefühl, Feierabend zu haben. Ich schnipple wieder eine Schüssel voll Tomatensalat mit Knobi. Heute darf ich ja, weil ich morgen nicht unter Leute muss.
Später vertiefe ich mich in meinen Krimi und… schlafe prompt ein.

So ein schöner Tag

Dienstag, 26.05.2020

Ein Dienstag Ende Mai
3.30 Uhr
Was ist denn los mit mir? Warum schlafe ich nicht wieder ein? Es ist ja noch nicht einmal hell.
Ich wechsle auf die Couch, nachdem ich die Balkontür weit aufgerissen habe. Das fühlt sich gut an.
So viel Zeit zum Lesen zu haben, fühlt ich auch gut an.
6.00 Uhr
Der Wecker quasselt mich voll. Hej, ich weiß doch, dass es 6.00 Uhr ist.
Ich versuche, den Sohn zu wecken, was mir im ersten Anlauf nicht wirklich gelingt.
Inzwischen packe ich meine Tasche. Strickzeug muss mit, Buch sowieso. Und ich darf die Wurst nicht vergessen, die ich extra für das Frühstück bei Mutti bei einem der Lieblingsfleischer besorgt habe. Kein Problem, der Sohn, der nun auch aus dem Bett gefunden hat, erinnert mich noch einmal.
7.03 Uhr
Ich bin gerade auf dem Rückweg von B-dorf, als die kleine Frau anruft.
Ich bin schon unterwegs zu dir, tröste ich sie. Sie ist aufgeregt. Natürlich.
Als ich bei ihr ankomme, um schön mit ihr zu frühstücken, hat sie schon ihren Kaffee ausgetrunken und ein viertel Brötchen gegessen. Mehr bekommt sie sowieso nicht hinter, meint sie. Warum war ich denn extra beim Fleischer?
Ich rede auf sie ein, bettle, dass sie noch was isst. Sie bleibt starrsinnig, was ich bis zu einem gewissen Grad verstehen kann. Sie hat Angst vor der Zahn-OP. Viel mehr, als sie zugeben will. Da hilft es auch nichts, dass der Arzt gesagt hat, sie soll ordentlich frühstücken, weil sie danach lange nicht essen darf und vermutlich auch gar nicht kann. Ich will sie nicht quälen, vergewissere mich aber, dass sie Traubenzucker einstecken hat und nehme ihr das Versprechen ab, beim geringsten Anzeichen von Übelkeit, diesen einzunehmen.
8.15 Uhr
Es ist soweit. Wir starten in Richtung Gesichtschirurie. Vor der Haustür könnte ich sie absetzen, aber sie will noch mit zum Parkplatz, damit sie nachher das Auto wiederfindet.
Soll ich noch mitkommen, bis zur Haustür?
Ja, bitte!
Ach Mensch, die kleine Frau! Ich drücke sie zum Abschied, obwohl wir das ja nicht dürfen. Das ist mir in dem Moment egal, weil ihr die Umarmung gut tut und sie die einfach braucht.

Mein Parkplatz ist idyllisch. Ich lasse die Tür offen, genieße die frische Morgenluft und beginne zu lesen.
Der Kollege XYZ ruft an. Er hat mehrere Anliegen. Ob ich am Donnerstag für eine Teilnehmerin eine Prüfungsbesprechung durchführen kann. Sie hat darum gebeten, dass ich das mache. Ich kann ihm nicht zusagen, weil ich noch nicht weiß, wann Mutti wieder zum Zahnarzt muss. Er erzählt mir noch, dass ich seine Urlaubsvertretung nicht machen darf. Der Chef hat diese an einen Kollegen an einem Standort in Thüringen übergeben, der von unseren Teilnehmern noch nie gehört hat, die ihm völlig fremd sind. Kann man doch machen. Ist doch sowieso alles virtuell! Freilich kann man das machen, wenn einem die Teilnehmer völlig egal sind, wenn man nur die Dollarzeichen in den Augen hat und es einem auch Wurscht ist, ob die Leute sich vielleicht bei ihren Vermittlern von JobCenter und ArbeitsAgentur darüber beschweren, wie sie hier behandelt wurden. Wie gut, dass es Corona gibt. Dahinter kann man sich gut verstecken. Das taugt als Ablenkung von eigenem Fehlverhalten. Als ich sage, dass ich nie in die Leipziger Filiale zurückkomme, reagiert der Kollege entsetzt: "Du willst wohl gar nicht?"
"Das steht doch gar nicht zu Debatte, was ich will. Du siehst doch, dass er mich nicht zurück holt. Nicht jetzt, als deine Urlaubsvertretung, und auch nicht später. Die Handvoll Teilnehmer, die er vielleicht später hat, verteilt er auf die Festangestellten, zur Not an anderen Standorten. Eine Dozentin ranzuholen, und sei sie noch so gut, wird er sich nicht mehr leisten. Es geht doch auch so."
Der Kollege ist frustriert, weil er weiß, dass der Chef genauso tickt, wie ich es beschrieben habe. Und weil er weiß, der er einer von denen ist, auf dessen Schultern die Mehrareit abgeladen wird.
Das Gespräch hinterlässt auch bei mir ein seltsam ungutes Gefühl.

10.00 Uhr
Wo bleibt denn die kleine Frau? Eine Viertelstunde warte ich noch, dann gehe ich mal da rüber und frage nach. Vielleicht hat sie die Betäubung nicht vertragen und man will sie ohne Begleitung nicht gehen lassen.
10.15 Uhr
Ich schwinge gerade die Beine aus dem Auto, da kommt sie kleine Frau über den Grünstreifen gestolpert.
"Wie spät ist es denn?"
… Da ist das arme Ding eine halbe Stunde herum geirrt und hat das Auto nicht wiedergefunden.
Wir finden heraus, dass sie an einem anderen Übergang die Straße überquert hat, als auf dem Hinweg. Ach, ach. Aber nun ist sie ja wieder da. Ihr Gesicht ist ganz schief und sie sieht ulkig aus, besonders, wenn sie versucht zu sprechen. Wir albern darüber herum. Immerhin geht das schon wieder. Weil sie froh ist, dass sie es hinter sich hat.
Ich setze sie zu Hause ab. Sie will sich hinlegen. Ist vielleicht das Beste.
15.30 Uhr
Ich hole den Sohn ab und wir gehen gemeinsam nach der Oma schauen. Die beiden trinken Kaffee und essen Kuchen. Ich möchte keins von beidem.
Abends
Ich habe noch Bürokram für den Sohnzu erledigen. Außerdem will ich noch Haare waschen und mich überhaupt ein wenig um mich kümmern. Zum Glück ist niemand da, der bemerkt, dass ich grillig bin. Naja, wahrscheinlich bin ich einfach bissel aufgregt wegen morgen. Auch wenn ich die Gegebenheiten schon kenne und ein wenig auch die neue Chefin, war ich doch ein Jahr lang nicht mehr dort und weiß nicht 100%ig, was mich erwartet.