21. Februar 2024

Was für ein Tag!
Der Mittwoch begann mit dem dritten Band der Tintenwelt als Hörbuch. So verflogen die 65 km bis OZ beinahe zu schnell. Ich hatte noch Zeit für den P-Markt. Schäfchenwolken flatterten über den Parkplatz.
Die Leute kamen und kochten Kaffee. Wir saßen in trauter Runde, aber Unruhe zog ein. Die letzten Eimer und Schüsseln wurden mit Putzwasser gefüllt und es begann ein reges Gewusel. Alle schrubbten und putzen und staubsaugten, bis auf eine Person. Diese stand zwischen all den Fleißigen herum, fummelte mal hier und mal da, stellte sich aber so ungeschickt an, dass die anderen ihr die Lappen aus der Hand nahmen und sie wegschickten, weil sie überall nur im Weg stand und hinderlich war. Ich glaube ja, dass sie sich absichtlich so anstellte, um nichts machen zu müssen.
Gegen elf kam, wie jeden Mittwoch, der Fleischerwagen. Ich kaufte ein letztes Mal da ein und bekam einen Abschiedsrabatt.

Zwei Stunden später glänzte die Hütte, auch sämtliche Fenster, auch das Bad. Alles.
Die Leute gingen in den wohlverdienten Feierabend, eine blieb noch. Auspendeln.
Ich verpackte noch etwas Kram in diverse Beutel und verstaute alles im Auto.
Tintenherz half mir über die Sentimentalität der Heimfahrt. Das vorvorletzte Mal. Die anderen Tage bin ich im Homeoffice, weil in der Firma die Bürotechnik größtenteils abgebaut ist.
Zwischendurch gab es ein Telefonat mit dem Jenaer. Sein Termin verlief nicht so gut. Mit fiel nicht wirklich etwas zum Trost ein.
Später, daheim, ein Telefonat mit dem Sohn. Dann noch eines mit Monchichi.
Und dann kam der Sohn noch kurz vorbei. Das war schön.

Ich weiß nicht, warum ich das hier nicht rüberbringen kann. Der Tag war sehr emotional. Schön und traurig zugleich.
Ich hätte mehr Fotos machen sollen.

Septembernotizen – 15. 09. 2023

Und wie weit gekommen?
Diese Frage ist von gestern noch offen.
Also, die "Birne" {Gruß an Georg} habe ich gekauft. Einsetzt wurde sie nicht, weil der Sohn, als ich da ankam, nicht da war. Das ist nicht weiter schlimm, da es sich um das Standlicht handelt, das zwar auch wieder in Ordenung kommen muss, aber die Fahrtüchtigkeit nicht beeinträchtigt.
Die Mutti freute sich sehr über meine Anwesenheit und mochte diesmal auch endlich duschen. Dann aber trödelte sie herum.
Erst noch was essen.
Möchtest du auch was?
Ach, du hast mir was zu Naschen mitgebracht. Das ist aber schön. Das koste ich gleich.
Dann kam der Pflegedienst mit den Tabletten. Diese Schwester mag ich sehr. Sie geht sehr liebevoll auf die alten Leutchen ein und erinnert mich an die Weinkönigin. Dann war es die Mutti zufrieden und kam mit mir ins Bad. Es war deutlich, dass sie mich einfach nicht so früh wieder weglassen wollte. Wie süß.
Dadurch, dass ich den Sohn nicht antraf, hatte ich relativ früh, nämlich schon 19 Uhr Feierabend. Ich war aber auch geschafft.

Tagesaufgabe(n)
Den Chef in L.E. anrufen. Alles andere ist nachrangig.

Und was kam dabei heraus?
Ich habe einen neuen Job. Ganz so einfach ist es nicht, weil ich in den nächsten Monaten erst mal zwei Jobs machen muss. Der Hintergedanke ist aber, dass eine völlig andere Abteilung unserer Firma jetzt Leute braucht und ich dann schon dabei bin, wenn im März mein anderer Job wegfällt. Dann kann ich nahtlos weitermachen. Ich wusste es, dass sich etwas ergeben würde. Und das is ein Job, den ich während des Lockdowns 2020 schon tage- oder wochenweise ausgeführt habe. Wir wissen also, dass ich das kann. Hachz. Ich freue mich.

Und sonst so?
Jetzt werde ich meinen Kaffee austrinken, eine Kleinigkeit essen und meine Taschen packen. Das Auto habe ich schon vor das Haus geholt und dann starte ich demnächst Richtung Südwesten. Naja.

Septembernotizen – 14. 09. 2023

Gestern Abend…
…habe ich nichts mehr erzählt, weil der Abend wieder anders verlaufen war, als ich ursprünglich dachte. Immerhin erfolgreich.
Überhaupt war der Tag erfolgreich, die große Tour konnte ich erledigen, musste aber leider schon mal ankündigen, dass ich das nicht wieder tun werde. Auf dem Rückweg brachte ich weitere Spenden mit, die teilweise umgehend weitergereicht werden konnten.
Zum Feierabend traf ich mich mit GabhÄu, schleppte sie mit zum Leuchtmittelkauf und dann ins Angebot zum Lebensmittelkauf. Viel brauchte ich nicht.
Der Heimweg führte mich schnurstracks in den Garten, wo sich Sohn und SchwieTo aufhielten. Da gab es zuerst einen Milchkaffee und etwas Entspannung für mich. Wie schön, so ein selbstbestimmter Feierabend, der nicht ausschließlich aus Pflichterfüllung besteht. Irgendwann, als es bereits dämmerte und sch die "Kinder" aus dem Garten zurückzogen, wurden quasi unterwegs die Leuchtmittel getauscht, mit dem Ergebnis, dass noch eine dritte "Birne" auch durchgebrannt war und ich nun heute die Tour noch einmal wiederholen muss. Leider nicht mit direktem Weg zum Garten, weil vorher erst wieder Muttibetüddelung auf dem Zettel steht. War ja nun gestern nicht dort, also muss ich heute unbedingt. Sie wird schon warten. Also…

Tagesaufgabe(n)
Noch ne Lampe für das Auto kaufen
Mutti betüddeln
Sohn treffen, um Lampe tauschen zu lassen
Um die Wäsche kümmern
Obst verwerten {immer aufs Neue}

Spontan auf die Liste gesetzt
Die Liste ist spontan.

Und wie weit gekommen?
Mal sehen, wann ich das erzählen kann.

Septembernotizen – 13. 09. 2023

Was für ein Tag!
In der Nacht polterte ein Gewitter, und was für eines. Nach ganzen zweieinhalb Stunden Schlaf, dudelte der Wecker.
Dass ich das Auto mitnehmen musste, passte mir nicht so recht. Hätte lieber im Regio noch etwas vor mich hin geträumt, statt mich 65 km lang auf den Verkehr konzentrieren zu müssen. Dann war ich da und brauchte erstmal einen Kaffee.

Riesige Spielzeugtour {95km}
Zweite Abholstelle auf dem Rückweg mitnehmen
NICHTS kaufen
Mädelsabend bei PesTör

Spontan auf die Liste gesetzt
Leuchtmittel für das Auto kaufen
Den Sohn treffen, der die Leuchtmittel hoffentlich einsetzen kann
ODER jemanden finden, der das kann

Spontan von der Liste gestrichen
Der Mädelsabend. Ich kann nicht alles schaffen und die Fahrtüchtigkeit des Autos ist leider wichtiger.

Und wie weit gekommen?
Das erzähle ich euch heute Abend.

Septembernotizen – 12. 09. 2023

Überarbeitet
Tagesaufgabe(n)
Für Mutti einkaufen:
Würstchen im Glas – hab ich gestern noch geholt
Gulasch im Glas – hab ich auch gestern noch geholt
Spaghetti – braucht sie unbedingt heute, weil sie die demnächst mal kochen will. Logisch muss sie die dann heute haben, sonst wage ich mir womöglich, nicht zu ihr zu kommen.
Stinkerkäse – weil sie fast nichts mehr zu essen hat {noch 7 Päckchen diverse eingeschweißte Wurst, davon 5 noch zu}
Brot – das muss ich unbedingt heute mitbringen, sonst hat sie gleich wieder etwas Wichtiges, weshalb ich morgen unbedingt wiederkommen muss.
Mutti betüddeln, vielleicht heute doch mal duschen
Äpfel putzen und Kompott kochen – ob ich das heute hinbekomme?
Abendessen kochen {Gemüse} das wird möglicherweise ausfallen.

Spontan auf die Liste gesetzt
Nix, die Liste ist lang genug

Und wie weit gekommen?
Wirklich weit gekommen.
Obwohl ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, irgend etwas dringend zu Besorgendes vergessen zu haben, hatte ich am Ende doch alles mitgebracht und sogar noch etwas mehr, nämlich Obst und Wurst. Die Mutti war froh und auch so gut drauf, dass ein feines Gespräch möglich war. Somit war auch die Betüddelung gelungen.
Ich war zu einer halbwegs vernünftigen Zeit daheim, was mich veranlasste, doch noch etwas spontan auf die Liste zu setzen, nämlich Haare färben. Wann, wenn nicht jetzt?
Ich rief den Jenaer zurück, der schon zweimal angerufen hatte, als ich noch bei Mutti war. Musste ein wenig mentale Aufbauarbeit leisten. Das habe ich sehr gern getan. Und hey, wenn ich frage, ob ich helfen darf, dann kommt das von Herzen und weil ich es möchte, nicht weil ich mich gezwungen fühle. Also bitte.
Dann rief PesTör an, die deutlich besser drauf war, als am Tag zuvor und mich für Mittwoch Abend einlud. Ich freute mich, obwohl dieser Abend für mich eigentlich als Nach-der-Arbeit-NICHTS-kaufen-und-dann-direkt-heim-fahren geplant war. Aber einem Mädelsabend mit PesTör kann ich doch nicht widerstehen.
Der Jenaer schickte einen Link, ich bedankte mich, was er zum Anlass nahm, noch einmal anzurufen. Hat wohl ein bissel den Wehdam, oder dieser ihn. Naja.

Septembernotizen – 11. 09. 2023

Der September ist zwar schon eine Woche alt, aber ich dachte mir, ich könnte mal noch bei den Septembernotizen für dieses Jahr einsteigen.

Tagesaufgabe(n)
Für Mutti bestimmte Konserven einkaufen
Mutti betüddeln, vielleicht duschen
Äpfel putzen und Kompott kochen
Abendessen kochen {Gemüse}

Spontan auf die Liste gesetzt
Mit PesTör telefonieren wegen verschiedener Fragen, besonders nach Proust und nach der Seilschaft

Und wie weit gekommen?
Nunja. Einkaufen war ich, denn die Mutti wollte nicht nur diese bestimmten Konserven, sondern außerdem… hab ich schon wieder vergessen***, da müsste ich mal auf den Einkaufszettel schauen. Duschen wollte die Mutti nicht, weil die Tablettenmädels noch nicht da waren. Das muss ich nicht verstehen. Eine kleine Vermutung wird in mir wach. Wenn ich nicht dusche, bevor die Mädels da waren, muss die ja mindestens so lange bleiben, bis der Pflegedienst da war. Und dann kann sie mich ja immer noch duschen, und ich habe sie schön lange hier und lasse sie einfach nicht gehen. Das könnte ein Hintergedanke der Mutti gewesen sein.
Ich habe das aber anders gelöst, indem ich von vorn herein angekündigt hatte, dass wir das nicht mehr so weitermachen können, wie letzte Woche, dass ich nie vor 20 Uhr von ihr weg kann. Blöd war von mir natürlich wieder, dass ich eine Begründung dafür angab, nämlich, dass ich zu Hause noch zu tun habe. Sagt sie doch voller Überzeugung: Ach, was machst denn du nur immer? Du müsstest doch deinen Haushalt längst im Griff haben, so wenig, wie du dich hier sehen lässt. Ich weiß, es ist eine Begleiterscheinung der Demenz, dass die alten Leutchen garstig werden. Es tat mir trotzdem weh. Am Ende war ich dann nach dem Mutti-Besuch noch einmal einkaufen, in einem anderen Kaufmannsladen, weil sie unbedingt Gulasch im Glas haben wollte. Tätsächlich habe ich solchen aufgetrieben. Und ich bekam einen neuen Einkaufsauftrag, damit ich nur ja am nächsten Tag wiederkommen muss.
Ich wollte gerade mit den Äpfeln beginnen, als PesTör anrief. Dann war der Feierabend gelaufen. Ich konnte meine beiden Fragen zwar anbringen, aber die überwiegende Zeit hatten wir wieder mit Trauerbewältigung zu tun. Reichlich zwei Stunden dauerte das Gespräch. Danach war ich so geschafft, dass ich die Äpfel natürlich nicht mehr verarbeitet habe und mir sogar die Kraft fehlte, einem lieben Menschen Gute Nacht zu sagen. Da hat mir dann aber GabhÄu per WhatsApp den Kopf gewaschen, so dass ich dann wenigstens noch eine Textnachricht gesendet habe. Nee und nee und nee, ich lasse mir das nicht kaputt machen.

Und sonst so?
***Vergessen. Es ist verrückt. Was ich noch erledigen muss, habe ich in der Regel auf dem Schirm. Aber was ich erledigt habe, vergesse ich, sobald ein Haken dran ist. Deshalb finde ich es gut, diese Notizemn zu schreiben, sonst glaube ich am Ende selbst noch, dass ich faul bin und nichts tue.

Notizen – 21. August 2023

Neue Woche – neues Glück
Nach anderthalb Wochen ist gestern Vormittag der letzte Besuch abgereist. Ich hatte noch ein wenig geräumt, wirklich nur ein klein wenig, denn das Auto musste leer werden. Dann war ich noch im Garten, bekam aber wegen extremer Abgeschlagenheit nicht wirklich etwas auf die Reihe. Und dann ging ich früh zu Bett. In mein eigenes, das mir nach den letzten Tagen auf der Couch regelrecht paradiesisch vorkam.

Was für ein Tag!
4.45 Uhr war die Nacht zu Ende.
Mit gemischten Gefühlen fuhr ich mit dem Auto nach B’dorf und stellte es in Bahnhofsnähe ab. Der Regionalexpress kam pünktlich, so dass ich in OZ noch den Stadtbus erwischte, der mir den Fußmarsch bergauf ersparte. Das war fein.
8.00 Uhr traf Pocahontas ein. Das war auch sehr fein. So konnten wir mal alles mögliche besprechen, was sich besser macht, als immer nur am Telefon oder per WhatsApp. Sie will, wenn es sich einrichten lässt, diese Woche noch einmal kommen. Darauf freue ich mich.
Am Vormittag stand eine etwas längere To-do-Liste auf meinem Zettel. Ich schaffte alles abzuarbeiten, wobei ich feststellte, dass ich mich manchmal zu Telefonaten überwinden muss und lieber Mails schreiben würde, wohl wissend, dass vieles sich mündlich viel besser (er-)klären lässt als schriftlich. Hach, seltsam. Um so mehr freute es mich, dass ich bei allen Vorhaben erfolgreich war. Zuletzt folgte der Anruf beim Autoschrauber meines Vertrauens, mit dem Ergebnis, dass ich das Auto zum Feierabend noch in der Werkstatt vorbei bringen durfte.
Am Nachmittag trat ich den Fußmarsch zum Bahnhof an. Weil mir entfallen war, wann genau die S-Bahn fährt, beeilte ich mich besonders, was eine schweißtreibende Angelegenheit war. Immerhin erreichte ich den Zug, der schon bereit stand, rechtzeitig. Am Bahnhof in B’dorf traf ich noch die Hexe samt Freundin. Wir schwatzten noch eine Weile, weil sie noch Zeit hatten bis zu ihrem Zug und ich bis zur Werkstatt. Dort später angekommen, erntete ich einen sehr schrägen Blick, nachdem mein Lieblingsschrauber eine kleine Runde mit dem Auto gedreht hatte. Deinen Autoschlüssel möchte ich am liebsten gleich behalten, weil ich nicht will, dass dir was passiert. Das dachte ich mir schon. Es sind die Bremsen. Auch das hatte ich vermutet. Ich habe überhaupt keine Ahnung von Autos, bin froh, wenn ich sie gerade auf der Straße halten kann. Aber wenn was faul ist, bekomme ich das zum Glück noch mit.
17.35 Uhr
Ich verließ die Werkstatt und trat zu Fuß den Weg zu einer Straßenbahnendhaltestelle an. Dort starten zwei Linien von zwei Gleisen und nur an einem gibt es eine Bank. Natürlich nicht bei der Linie, mit der ich fahren will. Da ich noch 14 Minuten Zeit hatte, lief ich weiter zur nächsten Station, die sich in Sichtweite befand. Dort gibt es nur ein Gleis für beide Linien und jede Menge Sitzplätze. Einige Stationen weiter stieg ich in eine andere Straßenbahn um und ließ mich bis zu einer anderen Endhaltestelle kutschieren. Dann noch einmal 20 Minuten Fußmarsch, dann war es 19:30 Uhr und ich endlich daheim. Und nun, was soll ich sagen? Ich war trotz der vielen Lauferei nicht so geschafft, wie sonst, wenn ich von OZ mit dem Auto heim gekommen bin.
Wenn ich das hier so schreibe, klingt das nach nichts besonderem, aber es war ein richtig schöner Tag. Ich hatte tolle Begegnungen mit besonderen Menschen. Ich habe viel geschafft und erreicht. Und die Tatsache, dass ich nichts, aber auch gar nichts daran ändern konnte, wie ich von A nach B kam, dass ich auf die Öffis angewiesen war, weil mein Auto einfach nicht mehr fahren konnte/durfte, das hat mich doch recht entspannt. Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.
Ja, so war das.

Notizen – 01. August 2023

Wenn einer eine Reise tut…
…und sei es nur die Fahrt zur Arbeit, dann kann er was erzählen.

4.24 Uhr
Mist, Mist, Mist. Ich habe gestern Abend etwas vergessen, das ich zwingend vor dem 01. August hätte erledigen müssen.
Natürlich brauche ich mich nach dieser Erkenntnis nicht mehr auf die andere Seite zu drehen, um die letzte halbe Stunde bis zum Wecker noch zu ruhen. Das Problem des Tages wird sein, dass ich diese Nacht noch weniger Schlaf hatte, nämlich gerade mal zweieinhalb Stunden. Mann-o-Mann, so kann das doch nicht weitergehen.

5.44 Uhr
Ich bin pünktlich am Bahnhof. Der Zug nicht. Gegen 6 Uhr wird der Zug für weitere 15 Minuten verspätet gemeldet, eine Minute später rollt er ein. Planmäßig sollte er bis Oschatz fahren, tut er aber nicht. Er endet in Wurzen, wo ich weitere 15 Minuten auf einen Anschluss warte, der die gleiche S-Bahn-Nummer hat. Der wiederum fährt nicht auf dem Gleis, an dem er angeschrieben ist, sondern gegenüber. Macht nix, ich kann ja lesen. Die Anzeigen in den Zügen sind immerhin korrekt.
Die Kollegen hatten gemeint, es gäbe nach jeder Regionalbahn einen Bus ab Bahnhof, mit dem ich bis zur Firma fahren könne. Nun, es gab zwei Busse. Einen in eine ganz andere Richtung und einen ohne Fahrer. Ich schaffte den Fußweg, der im Routenplaner mit 18 Minuten angegeben ist, in 28 Minuten. Dass ich langsamer sein würde, als der Routenplaner, war mir klar. Mit diesem Ergebnis war ich ganz zufrieden, für’s erste. Schließlich ging es bergauf.

12.00 Uhr
Zu Mittag gibt es überbackene Brötchen.

15.30 Uhr
Diesmal reichen die 18 Minuten, um von der Firma zum Bahnhof zu kommen. Mir bleiben noch 5 Minuten, um durch die Unterführung zum richtigen Gleis zu gelangen. Dort angekommen, höre ich die Durchsage. Eben dieser Zug fällt heute aus. Grund: Reparatur eines Signals. Ich warte 45 Minuten auf den nächsten Zug. Zum Glück scheint die Sonne und es weht ein lauer Wind. Ich sitze und stricke und bekomme doch tatsächlich die Socken fertig.

16.50 Uhr
Schnell sind die Züge ja, wenn sie denn fahren. Jetzt muss ich nur noch bis zur Wohnung kommen. Das habe ich eine halbe Stunde später auch geschafft. Morgen werde ich das vielleicht noch anders lösen. Mal sehen.

Notizen – 31. Juli 2023

Der letzte Juli

5.01 Uhr
Ich erwache aus einen hässlichen Traum, in dem ich mich maßlos über die Hexe geärgert hatte. Die arme Hexe. Sie kann gar nichts dafür. Ich hatte ihr im Traum etwas unterstellt, das sie nicht getan hat und ganz sicher auch niemals tun würde. Im Traum hatte sie sich nämlich geweigert, sich einem vom Gesundheitsministerium geforderten Test zu unterziehen, bei dem sie nichts weiter hätte tun müssen, als eine Stachelbeere zu essen. Sie meinte aber, das sei Willkür, wie alles, was ein gewisser Minister gefordert habe, und deshalb würde sie sich weigern. Und damit vermasselte sie mir dann eine Urlaubsreise, die ich für uns beide gebucht hatte und die wir ohne diesen Test nicht antreten durften. Was für ein riesen Unsinn!
Ich brauche trotzdem eine Weile, bis ich mich wieder eingekriegt habe. Hach.
Dann macht mir die Waage eine große Freude. Meine persönliche 10-Kilo-Marke ist geknackt. Also, seit letztem Weihnachten, als ich mich darauf besann, etwas bewusster zu essen und mich bewusster zu bewegen, habe ich tatsächlich 10 Kilo abgenommen. Natürlich sieht man das noch nicht. Dazu müsste ich wohl noch 2 x 10 Kilo abnehmen, bevor das jemandem auffallen würde. Aber es fühlt sich schon ganz gut an. Und das beste daran ist, dass ich keine Diät mache, dass ich nicht hungere, dass ich mir alles gönne, wonach mir der Sinn steht. Auch Naschen, nur eben nicht zusätzlich zu den Mahlzeiten, sondern anstatt. Mit der Bewegung ist es ebenso. Wie ich schon bei der letzten Mittwochfrage schrieb, treibe ich keinen Sport. Ich bewege mich nur bewusster. Als ich zum Beispiel bei der Hitze im Schwimmbad war, bin ich auch wirklich geschwommen, statt nur zu planschen. Wenn ich zum Auto laufe, latsche ich nicht quer über den Wäscheplatz, sondern nehme den ordentlichen Weg außen herum. Solche Kleinigkeiten, die aber den einen oder anderen Schritt mehr bringen. Mal die Treppe nehmen, statt des Aufzuges. Oder schnell selbst gehen, statt mir einen Weg von jemandem abnehmen zu lassen. Es sind wirklich alles nur Kleinigkeiten, aber offenbar summieren sie sich.

Als ich mich endlich auf den Weg mache, will ich gleich testen, wie lange ich an einem Wochentag zum Bahnhof in B’dorf brauche. Ich stelle fest, dass meine Berechnung mit 5 Uhr aufstehen hinkommen müsste. Sehr gut.
Es regnet.

7.00 Uhr
Ich überlege, dass es bei diesem Dauerregen ungünstig wäre, auf Spielzeugtour zu gehen. Das geht doch kaputt, wenn ich es durch den Regen trage. Da ich die nächsten Tage aber kein Auto mit zur Arbeit nehme, verschiebe ich die Spielzeugtour auf Freitag. Da bietet es sich aus verschiedenen Gründen an, mit dem Auto zu kommen. Außerdem soll bis dahin auch der Regen nachgelassen haben.
Das tut er dann schon am Vormittag, aber da habe ich mir den Arbeitstag schon anders eingerichtet und disponiere nicht noch einmal um.

12.00 bis 15.00 Uhr
Die Spätschicht verläuft sehr still.
M. baut eine riesige Ritterburg auf und muss dabei reichlich improvisieren, weil einige Teile fehlen. Das macht sie gut.
Als ich den Laden abschließen will, witcht noch eine Frau mit zwei Kindern herein. Wir unterhalten uns ein wenig. Sie ist so begeistert von unserem Laden. Wenn ich so etwas höre, schmerzt es mich immer, dass das Projekt zum Untergang verurteilt ist, weil unsere Chefetagen nicht genug Profit herausschlagen können.

15.30 bis 16.50 Uhr
Heimweg unter Sonne-Wolken-Mix. Mir geht eine Menge durch den Kopf.
Aus der Gemüsekiste, die ich am Vormittag geschenkt bekam, nehme ich die Bohnen. Waschen, putzen, kochen. Inzwischen schnipple ich Zwiebeln, um diese mit den Bohnen in Butter zu braten. Ein feines Abendessen.
Ich warte auf Nachricht des Sohnes, texte mit der Schwester und ärgere mich über die Kleine Frau. Erst will sie unbedingt mal wieder verreisen, dann will sie unbedingt an die Ostsee, und als ich eine günstige Reise gefunden habe, für die auch meine Urlaubstage reichen würden, will sie da nicht hin. Es ist viiiel zu weit. Und überhaupt, kann sie nicht nach Polen. Weil da Krieg ist!
Zum Glück ist ja nun in Polen kein Krieg, aber wenn die Mutti beschließt, dass das so sein muss, weil sie eine Begründung braucht, die Reise abzusagen, dann ist das eben so. *grrrrr*

Längst ist Abend
Ich habe das Gefühl, noch nichts geschafft zu haben, was jedoch nicht den Tatsachen entspricht. Ich bin nur so unendlich müde. Irgendwie klar nach der wieder viel zu kurzen Nacht. Seltsam aufgeregt bin ich wegen der Zugfahrt morgen. Ich weiß, dass ich etwas richtiges tue, und doch ist da ein Gefühl, als hätte ich schlechte Absichten. Keine Ahnung, woher das kommt.

Notizen – 25. Juli 2023

Neulich auf dem Heimweg…
…gingen mir Erinnerungen durch den Kopf. Ich rechnete nach, wann das wohl gewesen war und kam zu dem Schluss: Im Sommer 2020, als die meisten Menschen in diesem Land sich im Lockdown befanden, als die Wenigsten arbeiten und fast niemand reisen durfte, hatte ich einen ganz wunderbaren Sommer. Freilich galten für mich die Einschränkungen ebenso, allerdings hatte ich das Glück, für Einzelaufträge vertretungsweise in die Lausitz geschickt zu werden. Somit durfte ich {dienst}reisen, durfte in Hotels bzw. Pensionen wohnen, in Restaurants essen.
Und ich habe ganz anders über meinen Alltag berichtet, als ich das derzeit tue. Schöner, positiver und ausführlicher.
Juli 2020
August 2020
Nun überlege ich, ob ich daran nicht anknüpfen kann. Vielleicht sehe ich dann meinen derzeitigen Alltag, der mich oft nervt, auch wieder positiver, denn wenn ich zum Beispiel an gestern Nachmittag denke, als ich bei Sonnenschein zum Bahnhof in T. fuhr, dort eine freundliche
Auskunft wegen meines Deutschlandtickets bekam und einen Asia-Imbiss entdeckte, das war doch schön. Und wenn ich es jetzt nicht erwähnt hätte, wäre es in ein paar Tagen vermutlich vergessen.
Also:
5.30 Uhr
Der Wecker. Ich habe schon lange nicht mehr bis zu seinem Klingeln geschlafen, war immer schon vorher wach. Heute war die Nacht aber auch besonders kurz. 3 h 48 min und dreimal zwischendurch wach. Immerhin habe ich sehr schön geträumt.
08:00 bis 12.00 Uhr
Die Frühschicht ist ein wenig… wie soll ich das sagen? Anstrengend. Ja.
Mein Erfolgserlebnis zwischendurch war die Bestellung meines Deutschlandtickets. Lieber hätte ich eine Karte gehabt, aber die war über die App nicht zu bekommen. So ist es nun ein Handyticket. Nunja. Dann darf ich das eben nie vergessen. Auf das Zugfahren freue ich mich. Mal sehen, wie das ab nächste Woche wird.
11:00 bis 15.00 Uhr
Auch die Spätschicht ist anstrengend, auf ganz andere Weise. Immerhin schaffen wir es, ein wenig kreativ zu sein.
15:30 bis 17.00 Uhr
Der Heimweg.
Der Veranstalter des Färbefestes ruft zurück. Es findet tatsächlich statt. Das freut ich riesig.
Die Tankwarnleuchte meldet sich. So beschließe ich, an zu Hause vorbei und noch zu einer Tankstelle zu fahren, bei der der Kraftstoff meist besonders teuer ist. Es ist aber die zunächst gelegene und ich tanke nur für 20 Euro, damit ich morgen früh auf dem Weg zur Arbeit den Rest des Tanks günstiger füllen kann.
Die Idee, nochmal zu diesem Asia-Laden zu fahren, verwerfe ich. Es ist noch genug leckeres Essen daheim, das ich mir recht schnell zubereiten kann.
17.30 Uhr
Tataaa, die beiden Beutel sind leer. Der Inhalt verräumt und, weil Werbeprospekte, teilweise tatsächlich entsorgt. Gezählt habe ich die entsorgten Prospekte nicht. Hauptsache, es sind zwei Taschen leer.
18.40 Uhr
Ich fühle mich ein wenig unrastig. Andererseits bin ich wegen der kurzen Nacht {es war ja nicht die einzige der letzten Zeit} recht schlapp. Flugs rufe ich noch bei Evchen an, der ich versprochen hatte, mich um das Färbefest in Neckeroda zu kümmern. Sie freut sich sehr, als ich ihr erzähle, dass es nun doch, wie geplant am 26. August stattfindet.