Noch ein Rückblick {04.07.2020}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen bei Andrea.
Eigentlich wollte ich diesen Rückblick schon letztes Wochenende schreiben, genau gesagt am Sonntag. Doch dann kam ich erst so spät heim und war so geschafft von der Fahrt, gleichzeitig aber auch noch so erfüllt von meinen Eindrücken der vergangenen Woche, dass ich mich nicht mehr an den Rechner setzen mochte. Und so gibt es heute wieder zwei Wochen, auf die ich zurückblicken kann.
Eine Woche Urlaub
Am Montag, 22.06.2020 hatte ich noch gearbeitet. Normalerweise ist mein Arbeitstag der Dienstag, aber in dieser Woche mussten wir eine Ausnahme machen, weil ich am Dienstag bereits um 18 Uhr in Schlatkow sein musste wollte und das nach Dienstschluss natürlich mehr geschafft hätte. Also verfügte ich mich nach ebendiesem Dienstschluss in den Garten, um wenigstens noch zu gießen. Anke hatte die Idee, dass wir endlich einmal wieder gemeinsam Abendbrot essen könnten {das erste Mal in diesem Jahr} und so blieb ich viel länger draußen, als ich ursprünglich wollte. Es war einfach nur schön, tat mir sehr gut und läutete den Urlaub ein.
Meine Taschen packte ich dann erst am nächsten Morgen und kam deshalb etwas später los, als geplant. Dennoch war die Fahrt recht entspannt. Wir kamen super gut und schnell über den Berliner Ring, auf dem seit letztem Spätherbst doch einige Baustellen verschwunden sind, und waren am Nachmittag am Ziel. Die Eigentümerversammlung war recht aufschlussreich und ich stellte wieder einmal fest, dass die meisten Mitbewohner mich anscheinend doch ganz gut leiden mögen. Das tut auch gut, wo ich doch so selten dort bin.
Nach der Sitzung machten wir uns auf den Weg nach Wolgast zum Abendessen.Weil wir danach unbedingt noch ans Meer wollten, fuhr ich dann doch noch auf die Insel {Usedom}, nach Karlshagen, wo es selbst um 21.55 Uhr noch richtig hell war.
Das erinnerte mich an einen Titel von Keimzeit, in dem es heißt: Mitternacht, und immer noch nicht dunkel. Das Flugzeug ohne Räder ließ mich den gesamten Urlaub nicht wieder los. Immer summte ich es vor mich hin und schwelgte dabei in Erinnerungen.
Die nächsten Tage führten uns nach Zinnowitz an den Strand und nach Koserow zum Backfischking und auf die Steilküste, wo wir eine kleine Wanderung unternahmen.
Ich kam jeden Tag weit über 10.000 Schritte, schlief fantastisch und aß leckersten Fisch, Fisch, Fisch. Um den Samstag noch vollständig genießen zu können, hatten wir beschlossen, am Sonntag in aller Frühe loszufahren. Da ich aber noch zwei Fenster putzen wollte, auf die sonst immer die Sonne schien, kamen wir erst gegen 11 Uhr vom Hof. Wir hatten die Autobahn noch nicht erreicht, als im Verkehrsticker schon Stau auf der A11 gemeldet wurde. Eine halbe Stunde später hatte dieser Stau sich deutich verlängert und ich überlegte, ob ich den Sohn anrufe und mir eine alternative Route heraussuchen lasse. Katl kann das nicht, weil sie Google-Maps nicht kennt. Sie braucht das sonst ja nie. Also hätte ich anhalten müssen, um selbst nachzusehen. Das erübrigte sich jedoch, als an der nächsten Ausfahrt breits wieder eine Stauwarnung erschien und die Empfehlung, die Autobahn zu verlassen. So kam es, dass ich von Pasewalk bis zum Berliner Ring Landstraße fuhr. Das war sehr angenehm. Irgendwann mache ich das mal, die ganze Strecke Landstraße zu fahren. Der Sohn hat das schon mal von Berlin bis Leipzig gemacht und meinte, das sei auch eine sehr schöne Strecke.
Eine Woche daheim
Dazu gibt es gar nicht viel zu sagen. Ich schlafe wieder schlechter, manche Nacht gar nicht. Dafür bin ich tagsüber so müde, dass ich nachmittags auf der Couch oder am Gartentisch einschlafe.
Den Sohn habe ich nur zwei, drei mal kurz gesehen. Ich weiß immer, was er tut und wo er ist, trotzdem gefällt mir das nicht besonders. Immerhin gab es am Freitag bei Katl wieder ein wunderfeines Frühstück. Das macht sie immer ganz toll. Leider hatte ich mein Handy vergessen, so dass ich diesmal den liebevoll gedeckten Tisch nicht fotografieren konnte.
Tja, und dann war da noch die Kleine Frau. Am Montag wollte sie unbedingt in den Garten, nachdem ich sie am Sonntag nach meiner Tour nicht mehr abgeholt und dorthin gebracht hatte. Am Dienstag nach der Arbeit war ich dann auch bei ihr, da eine ihrer Freundinnen für mich Flecke gekocht hatte. So gab es dann bei der Mutti Abendessen.
Am Donnerstag hatte die Kleine Frau einen Zahnarzttermin, zu dem ich sie brachte. Wir verbanden das gleich mit einem Besuch der Bücherei und der Drogerie. Danach lud sie mich zum Mittagessen im Chinarestaurant ein. Gebackene Ente. Hm, lecker. Danach fuhren wir noch zum N-Markt, brachten die Einkäufe heim und dann wollte sie gern im Garten noch ein wenig lesen, schließlich hatten wir neue Bücher.
Am Freitag hatte die Mutti schon wieder einen Arzttermin. Hautarzt diesmal. Das dauerte eeeeewig. Zum Glück hatte ich bei Katl das schöne Frühstück gehabt, wovon ich zehren konnte. Später waren wir noch bei der Apotheke und ich zeigte der Kleinen Frau ein paar Wege, die sie von früher kannte, nun aber durcheinander gebracht hatte. Nun war die Erinnerung wieder aufgefrischt.
Und nun?
Jetzt habe ich Hunger und werde erst einmal frühstücken. So schön wie bei Katl wird das nicht, aber irgendwas werde ich im Kühlschrank schon noch finden. Später will ich noch einkaufen. Mal sehen, welches Gemüse mich anspricht. Tja, und dann möchte ich in den Garten und es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als die Kleine Frau durch die Gegend zu chauffieren, denn sie wird mit wollen, und zu Fuß geht das eben nicht mehr. Naja.
Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Ein Rückblick {21.06.2020}

Einer für alle{s}
Tja, zwei vollgepackte, teils chaotische Wochen liegen hinter mir. Es gab zwar Zeiten am Rechner, auch Online-Zeiten. Diese waren der Projektarbeit vorbehalten, und zu anderem, insbesondere zum Bloggen, hatte ich mal keine Zeit, mal keine Kraft und manchmal auch einfach keine Lust mehr, nach 18 Stunden am Rechner. Verständlich, oder?
So habe ich den schönen Samstagsplausch bei Andrea am Samstag, den 13.06.2020 ganz verpasst und für den 20.06.2020 bin ich auch schon wieder spät dran.
Nun aber…
Job und Projekte
Wer mich ein wenig kennt, kann sich vorstellen, dass Chaos und Stress bei mir meist mit irgend einem Job zusammen hängen. Hinzu kommt, dass ich in der Vergangenheit schon öfter von einem Projekt geschwafelt habe, das noch nicht spruchreif war. Tja nun. Am letzten Donnerstag wurde unser Bildungsträger zertifiziert. Ein paar Kleinigkeiten müssen in der kommenden Woche noch erledigt werden und dann stehen wir Arbeitsämtern und JobCentern in 6 Bundesländern mit einem digitalen Bildungs- und Beratungsangebot zur Verfügung. Jaaaa!!!
Kann gut sein, dass es dann bei uns in der "neuen" Firma richtig rund geht und ich bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten kann. Das würde mir nichts ausmachen, denn in dieser Firma wird meine Arbeit wertgeschätzt und die Chefin versteht sich selbst nicht als Chefin, sondern als Partnerin, zumindest für mich und noch zwei, drei andere MitstreiterInnen. Es gibt sehr flache Hirarchien, jede/r hat einen Aufgabenbereich, in den die anderen nicht hineinfunken {können}, wobei Austausch und Beratung natürlich möglich und erwünscht ist. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in dieser Firma.
Außerdem habe ich noch meinen Ein-Tag-in-der-Woche-Job, der mir auch sehr viel Freude macht und den ich auch dann nicht aufgeben werde, wenn uns die Arbeit in der oben beschriebenen Firma über den Kopf wachsen sollte, einfach weil es etwas ganz anderes ist und mein Einsatz als Sozialpädagogin eine schöne Abwechslung zu dem digitalen Bildungsangebot bietet.

Die kleine Frau
Da gäbe es einige Episoden zu erzählen, doch will ich mich kurz fassen. Wir waren ein paar Mal unterwegs, auch zu Arztbesuchen, zu denen ich sie gebracht und wieder abgeholt habe. In den Garten habe ich sie mitgeschleppt und sie dort sogar eingespannt. Sie saß frierend auf ihrer Bank und ich hatte auf den Beeten zu tun. Da habe ich sie gefragt, ob sie eines der Hochbeete bepflanzen möchte, da sie sich dort nicht bücken muss. Sie wollte und war mir eine große Hilfe. Und ich bin immer wieder baff, was sie mit ihren 87 Jahren noch so alles schafft, wenn sie sich etwas in den Kopf setzt.

Urlaub und Erholung
Erholung war bei all dem Chaos unbedingt nötig und die Katl sorgte mit ihrer wöchentlichen Einladung zum Frühstück dafür, dass ich mich mal für ein paar Stunden aus allem heraus nehmen kann. Am vorletzten Freitag klappte das nicht ganz, weil ich wegen des Projektes dauernd Nachrichten erhielt und zurückrufen musste. Trotzdem war es aber sehr schön bei ihr.
Tja, und in der kommenden Woche werde ich dann mehrmals mit Katl frühstücken und auch zu Mittag und zu Abend essen, denn wir setzen der Erholung ein Krönchen auf und fahren ans Meer.
Ich muss am Dienstag zur Eigentümerversammlung und dachte mir, wenn ich einmal die 450 km in den Norden fahre, kann ich auch gleich noch ein paar Tage dran hängen. Wer weiß, wann das mal wieder klappt.
Die kleine Frau zieht ein bissel ein trauriges Gesicht, weil sie dachte, dass ich mit ihr wegfahre. Ich habe ihr erklärt, dass ich sie sehr gern mitnehmen würde, sie mir aber schon voriges Jahr erklärt hatte, dass es ihr da, wohin ich fahre, nicht luxuriös genug ist. Ich dachte, du sagst mal: Komm, wir fahren vier Tage in ein Hotel.
Tja, genau das kann ich mir momentan aber nicht leisten. Und ich will es mir auch nicht leisten, in ein Hotel zu gehen, wenn ich 30 km weiter eine ganze Wohnung zur Verfügung habe. Klar muss ich da das Frühstück selbst zubereiten und habe keinen Fernseher. Aber den brauche ich im Urlaub auch nicht. Also, ich brauche den ohnehin nicht, und im Urlaub erst recht nicht.

Sonntags Top 7
Da nun Sonntag ist {und auch schon wieder Abend}, möche ich noch ein paar Worte zu Annis Sonntags Top 7 anmerken.

Lesen
Krimis, Krimis, Krimis, unter anderem von Elke Bergsma, Ivo Pala, Dirk Trost. Allesamt sehr zu empfehlen, wenn man Krimis mag.
Musik
Radio Leipzig
Flimmerkiste
In der Mediathek alle bisherigen Folgen von Wolfsland. Bei der ersten Folge kam ich mit einem Teil der Rahmenhandlung nicht so recht klar. Inzwischen hat sich das aber erschlossen.
Erlebnis
Nunja, was erlebe ich denn wohl? Mein Job in Torgau, ja, das ist jede Woche wieder ein schönes Erlebnis, mit den Menschen zu arbeiten, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen etwas Gutes tun zu können.
Genuss
Am Freitag hatte die Kleine Frau zum Griechen eingeladen. Es musste Fisch sein.
Web-Fundstück/e
Dafür habe ich mir keine Zeit genommen und deshalb hier auch nichts anzubieten.
Hobbys
Socken stricken, wie immer. In der vorletzten Woche mussten zwei Paar fertig werden, die ich inzwischen verschenkt habe.
In der nächsen Woche habe ich hoffentlich Schöneres zu berichten, obwohl… so schlecht warn die beiden Wochen gar nicht. Im Gegenteil, es ist viel Gutes geschehen. Nun muss ich nur den Stress wieder in den Griff bekommen. Am Meer gelingt das ganz sicher.

Der Montagsstarter…

… von Anni und Martin.

1. Mit meinen neuen Projekten wäre ich gern schon viel weiter.

2. Es ist jedoch nicht so einfach, voran zu kommen, wenn zum einen gesetzliche Bestimmungen immer wieder für Einschränkungen sorgen, zum anderen der innere Schweinehund stärker ist, als man selbst.

3. Eigentlich hatte ich wochenlang Zeit, mich um meine Belange zu kümmern, aber wie immer, habe ich mich von anderen vor deren Karren spannen lassen, so dass meine ureigensten Angelegenheiten auf der Strecke blieben.

4. Dafür ist meine Entschlossenheit, mich wieder mehr um mich zu kümmern, jetzt um so größer .

5. Und das Gefühl, wieder bei mir angekommen zu sein, ist schon schön.

6. Meine Vorhaben tatsächlich umzusetzen wird sicherlich noch eine Weile dauern.

7. Die Woche stehen einige Termine auf dem Plan: Heute Bücherei mit der Kleinen Frau, morgen Dienst in Torgau, Mittwoch eine Teambesprechung, Freitag Frühstück bei Katl. Eine Menge, worauf ich mich freuen kann.

Euch allen wünsche ich eine gute Woche.

Samstagsplausch {06.06.2020}

Guten Tag liebe Samstagsmädels, die ich so gern bei Andrea treffe.
Heute werde ich mal nicht so ausführlich über meine Woche berichten, wie ich es in der letzten Zeit versucht habe. Es war irgendwie nicht so…
Pfingsten und die Kleine Frau
Tja, Pfingsten war gar nix, und daran lag das wohl auch, dass die ganze Woche irgendwie mau war. Obwohl die einzelnen Tage durchaus schöne Monente und Erlebnisse bargen. Dass Pfingsten nicht so toll war, lag an der Kleinen Frau oder aber wahrscheinlich wieder nur an mir und meiner Art, manche Dinge zu betrachten. Am Samstag wollte die Kleine Frau irgend etwas machen. Spazieren gehen oder so. Nun gehe ich nicht so gern spazieren. Das hat für mich so was wie Sonntags-nach-dem-Kaffee-Zeit-totschlagen-bis-zum-Abendessen, so etwas wie Notlösung. Immerhin kam sie mit nach Torgau, wo wir auf dem Markt Eis gegessen haben. Das war recht nett und wir sind dann sogar noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Da stört mich dann spazieren gehen wieder nicht, weil es ja ein Ausflug war, wenn auch ein kleiner. Tja.
Am Sonntag wollte die Kleine Frau wieder was unternehmen. Aber so große Ausflüge will sie nicht, weil es schade um das schöne Wetter ist, wenn man so lange im Auto sitzt. *Kopfkratz* Wie ist das mit Grimma? Grimma ist schön und ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Wir könnten mal zur Hängebrücke gehen.
In Grimma hat es noch nie eine Hängebrücke gegeben!
Ich bin inzwischen soweit, dass ich bei solchen kontroversen Behauptungen nichts mehr entgegen setze, sondern es ihr einfach beweise. Das hat Heiner früher schon so gemacht, so dass sich die beiden nie gestritten haben. Er hat einfach nicht gestritten.
Also fuhren wir nach "Grimma ohne Hängebrücke". Nach den ersten Metern fragte sie, wohin ich denn fahre. Zur Autobahn.
So geht das aber nicht. Wir müssen schon so fahren, wie sie früher immer gefahren sind, sonst finde ich den Markt in Grimma nie. Okay, und wie fahren wir nun? Mach einfach, was ich dir sage. Wir müssen zu B6.
Also fuhr ich zur B6 und da Richtung Osten. Inzwischen hatte ich die Vermutung, dass die Kleine Frau vielleicht Grimma mit Wurzen verwechselte. Sei’s drum. In Wurzen war ich auch schon lange nicht mehr und der Sohn hatte mir neulich erzählt, dass die Innenstadt von Wurzen inzwischen recht schön geworden ist. Leider kamen wir aber nicht bis Wurzen, sondern landeten in Machern. Und Machern ist für mich noch stärker als alles andere mit dem Notlösungs-Gefühl verbunden. *grrr* Immerhin war ihr die Verwechslung inzwischen klar. Allerdings erst, als wir ausstiegen und auch nur insofern wir eben nicht in Grimma waren. Deshalb schlug ich vor, da mal noch hin zu fahren. Im Navi gab ich als Ziel die Hängebrücke ein. Wir fanden hin. Wir fanden auch den Weg zur Hängebrücke, wozu wir ein Stück wieder aus der Stadt hinaus gemusst hätten. Da ging die Rechthaberei der keinen Frau wieder los. Du musst dich links halten. Wo willst denn du hin? Hier gehts den Berg hoch. Die Brücke ist UNTEN. Du musst hier links!!!
Ich fuhr links… und hatte prompt einen Polizeiwagen hinter mir, der mich zum Anhalten aufforderte.
Tja, ich hätte da, wo die Kleine Frau so vehement darauf bestanden hatte, eben nicht links abbiegen dürfen, aber wegen der Diskussion und weil Mutti mir dann schnell mal während der Fahrt mit den Händen vorm Gesicht herum fuchtelt, hatte ich den Zwingpfeil nach rechts glatt übersehen.
Die Polizistin war sehr verständnisvoll, zumal Mutti nun plötzlich nicht mehr zur Brücke, sondern zum Markt wollte. So kam ich mit einem blauen Auge und ohne Ordnungsgeld davon, aber für diesen Tag hatte es mir die Laune verhagelt.
Am Montag hatte der Sohn die XXX Idee, bei der Oma zu frühstücken und fragte, ob ich auch komme. Komm, gib dir nen Ruck, musst ja nicht ewig bleiben. Der Sohn ging dann nach dem Frühstück tatsächlich seiner Wege. Mich hielt die Kleine Frau mit allen möglichen Bewerbchen noch bis Mittag fest und wollte dann auch noch am Nachmittag in den Garten. Das lehnte ich ab.
Allerdings war es für einen richtigen Ausflug mittlerweile auch zu spät.
Fazit: Ich hatte das Gefühl, ich hätte mich das gesamte Pfingsten nur von der Kleinen Frau herumschubsen lassen und an keinem Tag etwas getan, was mir Freude gemacht hätte. Selbst Schuld. Ich hätte NEIN sagen sollen.

Im Laufe der Woche musste die Kleine Frau am Mittwoch zum Fäden ziehen und weil ihr Toaster kaputt gegangen war, fuhren wir noch herum, um einen neuen zu kaufen, bekamen aber keinen. Dafür brachte ich sie noch zum Fleischer und dann nach Hause. Dann war es auch schon wieder Nachmittag.
Am Donnerstag war einkaufen angesagt und zwischen N-Markt und Sohn abholen waren wir noch im Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markt und kauften…keinen Toaster, sondern ein Miniöfchen. Da war die Kleine Frau dann glücklich, erst recht, als es der Sohn ihr gleich noch angeschlossen und dabei festgestellt hatte, dass das alte Öfchen noch tadellos funktionierte, vorausgesetzt, man steckte den Stecker richtig in die Dose.
Ich denke, ich werde ihr das alte Öfchen abschwatzen.
Dass die Kleine Frau an fünf von sieben Tagen meine gesamte Freizeit beansprucht, muss wieder anders werden. Das muss sie einfach einsehen, dass es so nicht geht, sonst habe ich ja gar kein eigenes Leben mehr.

Arbeitsalltag
Wir haben uns geeinigt, dass ich bis auf Weiteres dienstags nach Torgau fahre. Das passt den Kolleginnen dort recht gut und mir auch.
Einen Vertrag habe ich noch immer nicht, aber die YvLeh meinte zur neuen Chefin, das sei bei mir kein Problem, ich sei in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt und bisher sei noch immer alles klar gegangen. Najaaa. Auf die YvLeh kann ich mich verlassen, sie macht das schon. Da die neue Chefin gesagt hat, ich solle den gleichen Vertrag bekommen, wie meine Vorgängerin, kann es nun passieren, dass ich sogar zweimal die Woche in Torgau arbeiten kann. Das sehe ich dann nächste Woche, wenn der Vertrag vorliegt.
Mit dem Projekt kollidiert das vorläufig nicht, weil dieses immer noch nicht in Sack und Tüten ist, auch wenn wir gute, sehr gute Vorarbeit geleistet haben. Ich fürchte inzwischen, dass all unsere Vorarbeit vielleicht nichts nutzt, weil es einfach zu lange dauert, bis wir tatsächlich starten können und die aktuellen Entwicklungen hierzulande möglicherweise einige Aspekte des Projektes überflüssig machen. Es ist immer noch ein sehr gutes Projekt, aber an den phänomenalen Boom, den C. erwartet, glaube ich nicht mehr. Wir werden sehen.

Urlaub und Entspannung
Beides hatte ich am Freitag, und weil das der 5. war und es wieder einmal Zeit war für WmdedgT, habe ich hier ausführlich darüber geschrieben.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

WmdedgT – Juni 2020

Heute kommt wieder mal einiges zusammen. Zunächst: Es ist Freitag.
Der erste Freitag im Juni
Zeit zum Tagebuchbloggen. Außerdem ist der 5. des Monats, wenn es bei Frau Brüllen wieder heißt:
Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Also erst recht Zeit zum Tagebuchbloggen.
Wer nur den Freitagsfüller lesen möchte, scrolle bitte bis zum Ende des Eintrags.
Ansonsten geht es dann jetzt mal los mit dem Tagebuch.
0:45 Uhr
Mein Schlafverhaten ist derzeit mächtig durcheinander geraten. Ich war gestern schon 21.30 im Bett. Folglich habe ich Dreiviertel Eins das erste Mal ausgeschlafen. Ich texte ein wenig mit der Schwester, suche mir ein paar Filmchen in der Mediathek und greife nach dem Strickstrumpf.
2:45 Uhr
Ich habe wieder Bettschwere erreicht. Also Licht aus, Augen zu.
6:00 Uhr
Der Wecker. Hach. Mein Weckruf beim Sohn bleibt unbeantwortet. Ich versuche es in unregelmäßigen Abständen immer wieder. Zwischendurch wusele ich im Bad, drucke drei Briefe aus, die unbedingt heute in die Post sollen. Und entschließe mich dann, beim Sohn Sturm zu klingeln. Kurz darauf sind wir unterwegs.
7:45 Uhr
Ich treffe bei Katl ein, wo mich ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch erwartet.
Der Vormittag vergeht mit eben diesem gemütlichen Frühstück, einschließlich Brotverkostung. Katl hat auch für mich wieder mit gebacken. Diesmal ein Buchweizenbrot. Außerdem gibt es entspannte Gespräche, Zeit zum Stricken, viel Entspannung.
Um die Mittagszeit wird Katls Bio-Gemüsekiste geliefert.
Danach können wir los zur Sparkasse. Das Auto lasse ich stehen. Das hat es gut vor Katls Haustür. Wir nehmen den Fußweg an der Parthe entlang. Für den Rückweg wählen wir wieder den Weg an der Parthe, jedoch diesmal "innen" entlang, also durch den Park. Ein herrlicher Spaziergang. Am Teich sitzen wir ein Weilchen auf einer Bank.
Als wir in die Stadt zurückkehren, fällt mich ein Eis-Appetit an und ich schleppe Katl zu dem kleinen Café, das derzeit nur Eis im Straßenverkauf anbietet. Mit unseren Bechern hocken wir uns auf die Bank neben der Bücherei, wo ich neulich schon mit Mutti Eis geschleckt habe. Von dort aus schlendern wir noch zur Post und lassen uns noch ein wenig in der Sonne nieder. Dann bringe ich Katl nach Hause und sie mich zu meinem Auto.
14:10 Uhr
Ich starte nach E-dorf zur Tankstelle. Eine Tankfüllung kostet schon wieder 7 Euro mehr, als vor 14 Tagen.
15:30 Uhr
Der Sohn hat Feierabend. ich setze ihn dort ab, wo ich ihn am Morgen eingesammelt hatte. Dann fahre ich heim.
ich schreie ein paar Nachrichten, bereite ein sehr frühes Abendessen zu.
Der Rest des Tages vergeht mit ein paar Nachrichten, einem Telefonat, herumklumpern, lesen. Ein richtig schöner Urlaubstag.

Und dann noch…


1. Bei Rhabarber fällt mir nicht wirklich etwas ein. Kompott mag ich nicht so, Kuchen ja, aber auch da ist mir anderes Obst lieber, zum Beispiel Stachelbeeren.

2. Der Tag war sehr schön, wenn auch nicht spektakulär.

3. Ich verstehe nicht, wieso viele Menschen über alles und jedes nur jammern oder schimpfen. Damit machen sie sich doch all das Schöne kaputt, was man dem Alltag abgewinnen kann.

4. Auch wenn ich derzeit gerade über Mode und Stilveränderung nachdenke, ist die Kleidung, die ich bevorzugt trage, doch eher zeitlos.

5. Das Gefühl von Verlassenheit überkommt mich zuweilen. Wobei ich sicher bin, dass es hauptsächlich daran liegt, dass man vieles noch immer nicht tun darf. Zumindest nicht entspannt und uneingeschränkt.

6. Die meisten Aktivitäten sind derzeit mehr oder weniger passende kompromisse. So kam es wohl in diesem Jahr noch gar nicht vor, dass ich von irgend etwas dachte, es sei wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den ruhigen Ausgang eines sehr schönen Tages, morgen habe ich geplant, ein paar Kleinigkeite einzukaufen und Sonntag möchte ich vielleicht im Garten Freunde treffen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

Samstagsplausch {30.05.2020}

Die Guten-Morgen-Sendung in unserem Regionalradio heißt André und die Morgenmädels. und wir haben hier Andrea und die Samstagsmädels. Ja, oder? Ich kann mich nicht erinnern, einen Mann in unserer Plauschrunde entdeckt zu haben. *kicher*

Wie war nun diese Woche?
…noch toller als die Letzte, wenn das geht.
Ich habe diesmal eine etwas andere Zusammenfassung, was daran liegt, dass ich jeden Tag einzeln verbloggt habe. Ihr wisst vielleicht, dass ich Frau Brüllen und ihr WmdedgT? sehr mag und mich immer wieder frage, warum ich nicht diese Art Aufzeichnungen führe, wenn es mir doch so gut gefällt. Klar, warum. Der Faktor Zeit!!! Diese Woche habe ich mir diese Zeit genommen.
Montag mit Montagsstarter
Dienstag mit Muttis Zahn-OP und einem frustrierenden Anruf
Mittwoch mit meinem ersten Arbeitstag nach 10 (!) Wochen
Donnerstag einfach so
Freitag mit Frühstück bei Tiffany Katl und Freitagsfüller

Mira und die Mode
Ganz vergessen hatte ich letzte Woche, euch von meinem Besuch bei Janine zu erzählen. Also, erwähnt hatte ich diesen schon, aber eben nicht so richtig gewürdigt. Da gab es nämlich…
Ach nee, ich sollte anders anfangen. Ich komm noch mal rein.
In den letzten Wochen habe ich immer öfter festgestellt, dass meine heiß geliebten und häufig getragenen Baumwollkeider langsam aber sicher verschleißen. Immer häufiger fand ich kleine Löchlein und musste die Kleidungsstücke für den Garten aussortieren. Logische Folge, neue Stücke müssen her. Nur, welche?
Ich überlegte, ob nicht auch gleich Zeit für eine Stilveränderung wäre, wusste aber nicht, in welche Richtung diese gehen könnte… und fragte genau die zwei Personen, die für eine diesbezügliche Beratung am ungeeignetsten sind. Die Mutti, die immerhin 28 Jahre älter ist als ich und naturgemäß einen ganz anderen Geschmack hat. Und Katl, die sich für Mode noch nie so wirklich interessiert hat. Erstaunlicherweise gaben mir beide die gleichen Tipps. *kopfkratz*
Dann traf ich mich mit Janine. Und sie ist nun die ideale Ansprechpartnerin zu diesem Thema. {Zu vielen anderen Themen auch, aber eben auch zu diesem.}
Ich fing an, ihr mein Problem darzulegen und hatte noch gar nicht ausgesprochen, als sie aufsprang: Komm mit ins Schlafzimmer, ich hab da was für dich. Und dann machten wir Modenschau, in deren Ergebnis ich mit einer riesigen Tasche voll toller Oberteile nach Hause ging, die Janine {weil sie so toll abgenommen hatte} nicht mehr passten. Ich hatte sämtliche Oberteile zu einem schmalen schwarzen Rock probiert. Einen solchen möchte ich nun nähen und gleich noch ein paar in anderen Farben. Da freut sich meine tolle Nähmaschine, mal was anderes unter die Nadel zu bekommen als Munasken.
Weitere Vorschläge sind sehr erwünscht, falls ihr Ideen habt.

Nun wünsche ich euch allen ein schönes Pfingstwochenende
Eure Mira

Freitag, 29.05.2020

Ein Freitag Ende Mai
Vormittag
Ich treffe mich mit Katl zum Frühstück und bleibe bis Mittag. Wir schwatzen über Gott und die Welt und über Reisen, die wir gern machen würden. Ich stricke eine Socke bis zur Ferse.
Nachmittag
Ich telefoniere mit PewiE. Stundenlang.
Abend
Ich schnarche in Blogs herum. Schreibe.
Und dann war da noch…

1. Mir schmeckt leider allzuvieles viel zu gut! So klappt das nie mit dem Abnehmen.

2. Oft übernehme ich Arbeiten für andere, ohne groß zu überlegen.

3. Regen ist dringend nötig für den Garten und die Natur überhaupt. Außerdem ist er angenehm, wenn ich ihm vom Balkon aus zuschauen kann.

4. Ein Stück überland zu fahren, ist die beste Art den Tag zu beginnen.

5. Fast hätte ich diesen Freitagsfüller auch wieder verpasst.

6. In einer besseren Welt würden wir in Dörfern wohnen, unser Obst und Gemüse selbst anbauen, unser Garn spinnen und Stoffe weben oder Kleidungn nähen und stricken. Wir würden abends zusammen am Feuer sitzen, Lieder singen und Geschichten erzählen. Wir wären glücklich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf bloggen und lesen, morgen habe ich geplant, viel draußen zu sein und Sonntag möchte ich vielleicht einen kleinen Ausflug machen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

Donnerstag, 28.05.2020

Ein Donnerstag Ende Mai
4.30 Uhr
Ich habe ausgeschafen! Schön viel Zeit, um gemütlich in den Tag zu starten.
Den Sohn hole ich vom Garten ab. Er war gleich über Nacht dort geblieben und brachte noch ein paar Gerätschaften mit.
8.45 Uhr
Ich logge mich in den virtuellen Klassenraum ein, um die Prüfungsauswertung pünktlich zu starten. Der Kollege XYZ at die Moderation und ich frage mich, warum es für die Auswertung keinen geschützten Raum gibt und wir uns stattdessen in einem Raum treffen, zu dem alle Kursteilnehmer Zugang haben. Ich erfahre später, dass die Sache mit dan geschützten Räumen zu aufwendig ist. Aha! Und wo bleibt der Datenschutz, auf dem wir im Laufe des Gespräches noch mehrfach "herumreiten"? Der plan wurde auch umgestoßen. Es ist nicht die Teilnehmerin dran, deren Auswertung ich übernehmen wollte, sondern eine andere.
Das machen wir schnell, sagt der Kollege. Und dann ist die Frau*** dran.
Aus dem schnell werden zwei Stunden! Ich bin völlig angenervt und habe überhaupt keine Lust mehr, für die nächste Auswertung noch einmal 2 Stunden ans Bein zu binden. Unentgeltlich. Nur, weil man es mit mir ja machen kann. NÖ! Die Frau*** ist genauso angenervt. Sie war nämlich die ganze Zeit mit im Meeting anwesend und hat darauf gewartet, endlich an die Reihe zu kommen. Als es endlich soweit ist, will sie nicht mehr, sagt dankend ab. Ich kann sie gut verstehen. Außerdem bin ich ihr dankbar.
Der Kollege hat noch ein paar Anliegen an mich. Die Kollegin Wirbelwind findet die Unterlagen einer Teilnehmerin nicht. Tja, das ist ja wohl nicht mein Problem. Ich habe am 18. März, meinem letzten Arbeitstag vor der Isolation, alle Unterlagen sortiert, abgeheftet und die Ordner in "meinen" Schrank gestellt. In meiner Abwesenheit wurde der Raum komplett ausgeräumt, renoviert und neu eingeräumt. Woher soll ich wissen, wohin die Ordner geramscht wurden? Da müssen sie sich schon selbst drum kümmern. Schließlich arbeiten sie dort, nicht ich.
13.20 Uhr
Der Sohn ruft an. Er braucht ein paar Formulare, die ich heraussuchen soll und einen Dreizeiler, der per Mail versendet werdem muss. Wie gut, dass er eine Sekretärin hat. 😉
14.00 Uhr
Eile, Eile! ich hole die kleine Frau zum Einkaufen ab. Es ist unmöglich voll im N-Markt und das Desinfektionsmittel für die einkaufswagen ist alle.
15.00 Uhr
Wir starten nach B-Dorf, den Sohn abholen. Der verräumt Omas Einkäufe und schleppt noch das Mineralwasser aus dem Keller in die Wohnung. Lieb! Da brauche ich es nicht zu tun.
Abends
C. hat sich gemeldet. Endlich. Ich dachte schon, mit unserem Projekt läge etwas im Argen. Ich hatte mich schon gesorgt, wollte aber nicht nerven. Tatsächlich hatte auch C. eine Zahn-OP gehabt und konnte tagelang nicht richtig sprechen. Nun geht es ihr zum Glück wieder gut und dem Projekt ebenso.

Mittwoch, 27.05.2020

Ein Mittwoch Ende Mai
5.30 Uhr
Der Wecker klingelt eine halbe Stunde früher als sonst. Heute ist mein erster Arbeitstag in Torgau und ich möchte mich in aller Ruhe fertig machen.
6.50 Uhr
Wir kommen so spät vom Hof, wie noch nie. Entsprechend spät sind wir beim Arbeitsplatz des Sohnes.
Ich hoffe darauf, dass ich bis zu meinem Einsatzort nur eine halbe Stunde brauche, was sich wenig später als Trugschluss erweist, als mich das Navi in der nächsten größeren Gemeinde zweimal im Kreis herum schickt.
Ich bleibe gelassen und genieße die Fahrt zwischen Feldern, über denen ein leichter Morgennebel wabert, Waldstücken, die wie verzaubert in der Morgensonne liegen und kleinen Dörfern mit wunderhübsch bepflanzten Vorgärten.
Nächste Woche fahre ich unbedingt früher los, damit ich anhalten und fotografieren kann.
8.00 Uhr
Ich ergattere einen Parkplatz direkt vor der Haustür und stehe {gerade noch pünktlich} an derselben.
Hinein kann ich nicht, weil eine Kette davor gespannt ist. Die Frau am Empfangstresen schaut mich fragend an und ich nenne zur Begrüßung meinen Namen. Da strahlt sie mich an, noch bevor ich weiterreden und mein Anliegen vortragen kann, kommt zur Kette geflitzt und sagt: "Wir haben uns schon sehr auf Sie gefreut!"
Im Laufe des Tages erfahre ich, dass die Chefin dort mich natürlich angekündigt hatte und den Mitarbeitern versprochen hat, dass ich gaaaanz anders bin, als die bisherige Sozialpädagogin, mit der keiner wirklich klar gekommen ist.
Das zeugt einmal vom Vertrauen der Chefin in mich. Wir kennen uns seit ca. 3 Jahren, hatten aber bisher wenig miteinander zu tun. Es zeigt aber auch das Vertrauen der Mitarbeiter in die Chefin, wenn sie auf deren bloße Ankündigung hin sich schon so sehr auf "die Neue" freuen.
Ich führe mehrere Gruppengespräche und ein recht langes Einzelgespräch. Später planen wir noch ein paar Aktivitäten für die kommenden Wochen.
Feierabend
Auf Empfehlung der neuen Chefin kaufe ich bei einem Privatfleischer am Ende der Gasse für das Abendessen ein. Den Heimweg verkürzt mir Lili mit ihrem Anruf. Ich erzähle von meinem ersten Arbeitstag und teile meine Begeisterung mit ihr.
18.00 Uhr
Obwohl ich früh daheim bin, unternehme ich nichts mehr, sondern genieße das Gefühl, Feierabend zu haben. Ich schnipple wieder eine Schüssel voll Tomatensalat mit Knobi. Heute darf ich ja, weil ich morgen nicht unter Leute muss.
Später vertiefe ich mich in meinen Krimi und… schlafe prompt ein.

So ein schöner Tag

Dienstag, 26.05.2020

Ein Dienstag Ende Mai
3.30 Uhr
Was ist denn los mit mir? Warum schlafe ich nicht wieder ein? Es ist ja noch nicht einmal hell.
Ich wechsle auf die Couch, nachdem ich die Balkontür weit aufgerissen habe. Das fühlt sich gut an.
So viel Zeit zum Lesen zu haben, fühlt ich auch gut an.
6.00 Uhr
Der Wecker quasselt mich voll. Hej, ich weiß doch, dass es 6.00 Uhr ist.
Ich versuche, den Sohn zu wecken, was mir im ersten Anlauf nicht wirklich gelingt.
Inzwischen packe ich meine Tasche. Strickzeug muss mit, Buch sowieso. Und ich darf die Wurst nicht vergessen, die ich extra für das Frühstück bei Mutti bei einem der Lieblingsfleischer besorgt habe. Kein Problem, der Sohn, der nun auch aus dem Bett gefunden hat, erinnert mich noch einmal.
7.03 Uhr
Ich bin gerade auf dem Rückweg von B-dorf, als die kleine Frau anruft.
Ich bin schon unterwegs zu dir, tröste ich sie. Sie ist aufgeregt. Natürlich.
Als ich bei ihr ankomme, um schön mit ihr zu frühstücken, hat sie schon ihren Kaffee ausgetrunken und ein viertel Brötchen gegessen. Mehr bekommt sie sowieso nicht hinter, meint sie. Warum war ich denn extra beim Fleischer?
Ich rede auf sie ein, bettle, dass sie noch was isst. Sie bleibt starrsinnig, was ich bis zu einem gewissen Grad verstehen kann. Sie hat Angst vor der Zahn-OP. Viel mehr, als sie zugeben will. Da hilft es auch nichts, dass der Arzt gesagt hat, sie soll ordentlich frühstücken, weil sie danach lange nicht essen darf und vermutlich auch gar nicht kann. Ich will sie nicht quälen, vergewissere mich aber, dass sie Traubenzucker einstecken hat und nehme ihr das Versprechen ab, beim geringsten Anzeichen von Übelkeit, diesen einzunehmen.
8.15 Uhr
Es ist soweit. Wir starten in Richtung Gesichtschirurie. Vor der Haustür könnte ich sie absetzen, aber sie will noch mit zum Parkplatz, damit sie nachher das Auto wiederfindet.
Soll ich noch mitkommen, bis zur Haustür?
Ja, bitte!
Ach Mensch, die kleine Frau! Ich drücke sie zum Abschied, obwohl wir das ja nicht dürfen. Das ist mir in dem Moment egal, weil ihr die Umarmung gut tut und sie die einfach braucht.

Mein Parkplatz ist idyllisch. Ich lasse die Tür offen, genieße die frische Morgenluft und beginne zu lesen.
Der Kollege XYZ ruft an. Er hat mehrere Anliegen. Ob ich am Donnerstag für eine Teilnehmerin eine Prüfungsbesprechung durchführen kann. Sie hat darum gebeten, dass ich das mache. Ich kann ihm nicht zusagen, weil ich noch nicht weiß, wann Mutti wieder zum Zahnarzt muss. Er erzählt mir noch, dass ich seine Urlaubsvertretung nicht machen darf. Der Chef hat diese an einen Kollegen an einem Standort in Thüringen übergeben, der von unseren Teilnehmern noch nie gehört hat, die ihm völlig fremd sind. Kann man doch machen. Ist doch sowieso alles virtuell! Freilich kann man das machen, wenn einem die Teilnehmer völlig egal sind, wenn man nur die Dollarzeichen in den Augen hat und es einem auch Wurscht ist, ob die Leute sich vielleicht bei ihren Vermittlern von JobCenter und ArbeitsAgentur darüber beschweren, wie sie hier behandelt wurden. Wie gut, dass es Corona gibt. Dahinter kann man sich gut verstecken. Das taugt als Ablenkung von eigenem Fehlverhalten. Als ich sage, dass ich nie in die Leipziger Filiale zurückkomme, reagiert der Kollege entsetzt: "Du willst wohl gar nicht?"
"Das steht doch gar nicht zu Debatte, was ich will. Du siehst doch, dass er mich nicht zurück holt. Nicht jetzt, als deine Urlaubsvertretung, und auch nicht später. Die Handvoll Teilnehmer, die er vielleicht später hat, verteilt er auf die Festangestellten, zur Not an anderen Standorten. Eine Dozentin ranzuholen, und sei sie noch so gut, wird er sich nicht mehr leisten. Es geht doch auch so."
Der Kollege ist frustriert, weil er weiß, dass der Chef genauso tickt, wie ich es beschrieben habe. Und weil er weiß, der er einer von denen ist, auf dessen Schultern die Mehrareit abgeladen wird.
Das Gespräch hinterlässt auch bei mir ein seltsam ungutes Gefühl.

10.00 Uhr
Wo bleibt denn die kleine Frau? Eine Viertelstunde warte ich noch, dann gehe ich mal da rüber und frage nach. Vielleicht hat sie die Betäubung nicht vertragen und man will sie ohne Begleitung nicht gehen lassen.
10.15 Uhr
Ich schwinge gerade die Beine aus dem Auto, da kommt sie kleine Frau über den Grünstreifen gestolpert.
"Wie spät ist es denn?"
… Da ist das arme Ding eine halbe Stunde herum geirrt und hat das Auto nicht wiedergefunden.
Wir finden heraus, dass sie an einem anderen Übergang die Straße überquert hat, als auf dem Hinweg. Ach, ach. Aber nun ist sie ja wieder da. Ihr Gesicht ist ganz schief und sie sieht ulkig aus, besonders, wenn sie versucht zu sprechen. Wir albern darüber herum. Immerhin geht das schon wieder. Weil sie froh ist, dass sie es hinter sich hat.
Ich setze sie zu Hause ab. Sie will sich hinlegen. Ist vielleicht das Beste.
15.30 Uhr
Ich hole den Sohn ab und wir gehen gemeinsam nach der Oma schauen. Die beiden trinken Kaffee und essen Kuchen. Ich möchte keins von beidem.
Abends
Ich habe noch Bürokram für den Sohnzu erledigen. Außerdem will ich noch Haare waschen und mich überhaupt ein wenig um mich kümmern. Zum Glück ist niemand da, der bemerkt, dass ich grillig bin. Naja, wahrscheinlich bin ich einfach bissel aufgregt wegen morgen. Auch wenn ich die Gegebenheiten schon kenne und ein wenig auch die neue Chefin, war ich doch ein Jahr lang nicht mehr dort und weiß nicht 100%ig, was mich erwartet.