Samstagsplausch {16.06.2018}

Guten Tag liebe Plauscherinnen. Sitzt ihr noch bei Andrea beisammen, oder seid ihr schon in einen kunterbunten oder auch geruhsamen Samstag hinaus gegangen?
Ich hatte den Wochenrückblick schon vorbereitet, nun aber beinahe vergessen, ihn zu veröffentlichen. Na sowas.

Samstag, 09. Juni
Nachdem ich am Freitag die Mutti zum Feierabend mit in den Garten genommen und dann recht bald {weil sie das so wollte} auch wieder nach Hause gebracht hatte, fuhr ich noch mal raus und überlegte im Verlauf des Abends, über Nacht dort zu bleiben. Weil ich aber nicht wirklich darauf eingerichtet war {Wechselwäsche, Medikamente…}, entschied ich mich halb eins in der Nacht noch einmal um und fuhr doch heim.
Nach Wäschewaschen und diversen anderen Verrichtungen zog es mich dann aber doch wieder nach draußen.
Das Gewitter am Abend war ein Genuss, brachte es doch endlich etwas Abkühlung. Da auch am späten Abend immer noch ein wenig Regen drohte, blieb ich auch diesmal nicht über Nacht, obwohl ich bestens darauf eingerichtet war.
Sonntag, 10. Juni
Der Tag begann etwas trüb und kühler als die letzten Tage. Immer mal wieder nieselten ein paar Tropfen herab, die mich nicht davon abhielten, mich wieder in den Garten zu verkrümeln. Es war so herrlich ruhig dort, wie schon lange nicht mehr. So schaffte ich es bequem, die am Freitag begonnenen Socken für die Lieblingskollegin fertig zu stricken, die ich ihr am Montag mitnehmen wollte. Am Nachmittag kam der Sohn auf die Idee, doch noch zu kochen, so dass wir zur Vesperzeit ein leckeres Mittagessen verspeisten.
Montag, 11. Juni
Der erste Arbeitstag am alten Platz. Die Kollegen freuten sich sehr, dass ich wieder da war. Ob ich mich freuen kann, muss sich erst noch herausstellen. Viel zu tun war jedenfalls. Sehr viel zu tun.
Der Heimweg am Nachmittag dauerte eine Stunde, also fast doppelt so lang, wie letzte Woche. Bevor ich in den Garten eilte, nahm ich noch schnell die Mutti mit, die heute etwas länger Zeit hatte. Na gut.
Im Garten fand ich Matheaufgaben vor, die ich lösen wollte. So richtig voran kam ich anfangs nicht, weil ich mich nicht konzentrieren konnte. Das ist schon erstaunlich, was nachmittags in und an einem Eckgarten so alles los ist, wer alles kommt oder geht oder Fragen und Wünsche hat oder einfach nur was erzählen möchte. Das fällt sonst gar nicht auf, außer eben, wenn man sich auf Mathe konzentrieren will. Gegen acht wollte die Mutti dann doch heim und Sylvana wollte etwas später die Hausaufgaben abholen. Zu dieser Zeit waren viele schon heim gegangen und im Garten war Ruhe eingekehrt. Da kam ich doch gleich viel besser voran, wurde allerdings langsam müde. Viel später {kurz vor Ladenschluss} zogen Sylvana und der Sohn nochmal los, etwas zum Abendessen zu beschaffen und der Sohn tafelte auf. So wurde es wieder einmal Mitternacht, bevor ich den Heimweg antrat.
Dienstag, 12. Juni
Es war der Tag für 12 von 12.
Mittwoch, 13. Juni
Der Mittwoch hätte der schönste Tag der Woche werden sollen, mit Freundinnen treffen, asiatisch essen und all solchen schönen Dingen. Weil ich aber dämlich war und mich blöd benahm, wurde es der traurigste Tag. Und nun ist eine liebe Freundin richtig sauer auf mich. Und ich bin sowieso sauer auf mich selbst. Und traurig bin ich außerdem. Ich würde es gern ändern, wenn ich könnte.
Donnerstag, 14. Juni
Gleich früh am Morgen, noch vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn, mussten ein paar Angelegenheiten geklärt werden, damit alle wieder in Ruhe arbeiten können. Es war ja nun nicht mein Verschulden, dass ich die letzten Wochen nicht vor Ort sein konnte. Ausbaden musste ich es trotzdem. Nun ist es hoffentlich geklärt. Macht mir zwar wieder mal mehr Arbeit, aber nun, das bin ich ja gewöhnt.
Der Tag lief mies. Der Feierabend wurde dann entspannt, weil ich mich zu der Einstellung durchgerungen hatte, dass es viel schöner ist, mit Mutti in aller Ruhe in den N-Markt zu gehen, statt mir irgendwo das Eröffnungsspiel der Fußball-WM anzusehen. Darf man das überhaupt schreiben, Fußball-WM? Oder ist das womöglich ein urheberrechtlich geschützter Begriff? Man weiß ja nie. Also, sollte jemand Ansprüche auf das Wort erheben, möge er es mir mitteilen, dann lösche ich das sofort. Nachdem die Einkäufe samt Mutti wieder daheim waren, fuhr ich noch in den Garten. Der Postmann winkte mich in seinen Garten: "Komm rein, wir schauen Fußball." Aber es lief schon die zweite Halbzeit. Da mochte ich dann auch nicht mehr. Lieber las ich den Krimi zu Ende, den Chrissi mir geliehen hatte. Später kam noch der Sohn vorbei. Nett war’s.
Freitag, 15. Juni
Am Morgen war ich im Kaufmannsladen, um ungebrühte Bratwürste zu kaufen. Dann hatte ich den ganzen Arbeitstag lang Sorge, sie im Firmenkühlschrank zu vergessen, was dann aber zum Glück nicht geschehen ist. Zum Feierabend erledigte ich noch einen weiteren Einkauf, dann zog ich mich mit Buch und Strickzeug in den Garten zurück, wo ich langsam mal eine pflanzliche Abgrenzung zum Weg hin schaffen muss. Die bestand früher aus Koniferen und war sehr schön blickdicht. Diese mussten wir aber ausdünnen und werden sie früher oder später ganz beseitigen müssen, denn Koniferen sind in Kleingartenanlagen nicht erlaubt. Die Folge ist nun, dass ich in meinem Garten auf dem Präsentierteller hocke, wenn ich mich nicht gerade in die Laube verkriechen will. Auch gibt es inzwischen einige Leute, die mich in Gespräche verwickeln, sobald ich da draußen auftauche. Das kann ich nicht immer haben. Zur Zeit kann ich das gerade überhaupt nicht haben, erst recht nicht am Freitag-Abend. Richtig entspannt wurde es erst, als all die gesprächsdurstigen Menschen entweder heim gegangen waren oder sich in ihre Gärten zurückgezogen hatten. Da allerdings setzte die "Invasion der Junikäfer" ein. Habt ihr das auch schon festgestellt, wie viele Junikäfer es in diesem Jahr gibt? Gegen Mitternacht machte ich mich auf den Heimweg, der in der Gartenanlage noch von zahlreichen Glühwürmchen begleitet wurde. Auch davon gibt es in diesem Jahr sehr viele. Das finde ich so romantisch.
Und nun ist Samstag, 16. Juni. Der Sohn hat in den Garten zum Spaghetti-Essen eingeladen. Es werden wieder eine Menge Leute zusammenkommen. Ich habe hier zu Hause noch herumgemuddel, Hähnchenfleisch eingelegt und überhaupt. Nun muss ich langsam los, damit ich zum Essen nicht zu spät komme. Danach flitze ich zur Party auf der Scholle. Und morgen werde ich dann wohl wieder die Mutti in den Garten holen müssen. Das heißt, sobald ich hier diesen Eintrag hochgeladen habe, ist es mit der Ruhe für dieses Wochenende vorbei. Dann beginnt der Aktionismus und endet erst, wenn das Wochenende vorbei ist. Und dann weicht er auch nur dem Aktionismus der nächsten Arbeitswoche. Diese wird auch wieder kunterbunt, aber davon berichte ich dann nächsten Samstag.
Langweilig wird es jedenfalls bei mir nicht. Es sei denn, ich falle irgendwann mal um und bleibe liegen.

Es gibt Tage…

…da wünsche ich mich ganz weit fort. Ans andere Ende der Welt oder irgendwo ans Meer oder wenigstens raus aus meiner Haut. Denn die ist mir gerade zu eng, zu grau, zu… ach, was weiß ich. Ich kann mich selbst nicht leiden.
Warum? Weil ich blöd bin, mich doof fühle, unzulänglich. Weil ich mich schäme, so zu sein, wie ich bin, aber gerade nicht anders sein kann.
Ich müsste mal raus. Mir ist gerade alles zu viel. Dabei ist es eigentlich nicht viel. Nur ganz normaler Alltag.
Ach Menno!
Ja, und wenn ich dann mal raus komme, so nächste Woche, dann nehme ich mir wieder nicht die Zeit dafür. Am Dienstag Abend muss ich in MeckPom sein. Also brauche ich den Dienstag frei, sonst komme ich nicht pünktlich hin. Die Idee, auch den Montag frei zu nehmen und schon am Sonntag loszufahren, lässt sich leider nicht umsetzen, weil am Montag etwas zu tun ist, was kein anderer tun kann bzw. will.
Nun gut. Nix mit Auszeit am Meer. Muss ja auch nicht sein. Hab ja den Garten. Und 2-Stunden-Auszeiten so zum Feierabend, die können ja auch reichen. Für mich müssen die reichen. Was hab ich mich denn so? *grummel* *grummel* *grummel*

Meine Leute hier freuen sich auf das Auftaktspiel zur Weltmeisterschaft. Ich gehe brav mit Mutti einkaufen.

12 von 12 im Juni 2018

12_von_12
Es ist bereits der 14. Juni, aber ich habe eben gesehen, dass die Linkparty 12 von 12 noch geöffnet ist. Also will ich mich jetzt beeilen, um vielleicht die aktuellen 12 von 12 noch unterzubringen.
10 Minuten Ruhe vor dem Sturm am Dienstag Morgen. 10 Minuten klönen und aus der Lieblingstasse den ersten Milchkaffee trinken.
Grauer Himmel, wolkenverhangen. Kein besonders guter Start in den Tag.
Überall Baustellen. Die Baumaschinen versperren die Fahrspuren. Der Verkehr walzt langsam daran vorbei. Eine Stunde brauche ich für 14 km im Berufsverkehr.
Mein neuer Kaffeepott für’s Büro. Der andere war neulich bei Umzug von Arbeitsplatz b) nach Arbeitsplatz a) aus der Tasche gepurzelt und zerschellt.
Jede Menge Matheaufgaben. Ich verstehe gar nicht, warum unsere Leute Fachrechnen nicht mögen. Ich kann mich dafür begeistern, wenn alles aufgeht und die Probe funktioniert.
Hunger! Deshalb auf dem Heimweg schnell noch in den A-Markt. Das sollte für’s Abendessen reichen.
Eine kleine Planänderung. Ich möchte mich doch zum Feierabend in den Garten verziehen. Deshalb hole ich schnell daheim noch das Buch.
Nicht nur Baustellen, auch Bahnschranken zwingen zum Warten. Immerhin kann man gut Wolken beobachten.
Die Sonne kommt wieder heraus. So richtig warm wird es jedoch nicht.
Prickelnd. Es sieht aus, als fielen Regentropfen ins Glas. Tatsächlich sind es nur Sprudeltröpfchen.
Schnell noch Radieschen geputzt. So habe ich morgen auf Arbeit was zu essen.
Die Sonne geht unter. Der Tag ist vorüber. Gute Nacht.

Samstagsplausch {09.06.2018}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen. Schön, dass ich es endlich wieder einmal hinbekomme, euch bei Andrea zu treffen.
Ich bin natürlich sehr neugierig, was ihr in der letzten Woche erlebt, gefühlt, gedacht habt. Falls ihr ebenso wissbegierig seid, folgt hier für euch die Rückschau auf meine vergangene Woche.

Samstag, 02. Juni
Es war ein knautschiger Tag. Bis weit über Mittag hinaus war es trüb, was meine Stimmung nicht gerade förderte. Außerdem war ich sehr müde, weil ich schon 5 Uhr aufgestanden war und mich um die Wäsche gekümmert hatte. Noch mal hinlegen ging nicht. Munter wurde ich aber auch nicht, da half auch kein Kaffee.
Am Nachmittag, nachdem ich lange hin und her gezickt hatte, weil ich eben unleidlich war, schnappte ich mir die Katl und schleppte sie zu einem Bummel ins Paunsdorf Center. Viel war da aber nicht mit Bummel. Selbst dazu fehlte die Lust. Nun ist Katl auch nicht so die typische Einkaufsbummlerin und ich sowieso nicht. Am besten ginge das mit meiner Schwester.
Am Abend, als ich gerade mit Buch auf die Couch wollte, fragte der Sohn an, ob ich ihn heim bringen könnte. So kam ich noch zu einer netten kleinen Runde, die mir ganz gut tat.
Ach ja, und ich habe mein Opal-Abo bei Katl abgeholt. Schön ist es diesmal. Sehr schön.

Sonntag, 03. Juni
Dann doch wieder Garten, nachdem ich den Sohn wieder abgeholt und bei mir daheim abgesetzt hatte, weil er noch zum Besten Freund wollte. Ich sammelte noch die Mutti ein. Im Garten wollte ich mich in meine stille Ecke zurückziehen, doch da tauchte der Beste Freund mit seiner kleinen Tochter auf. Man hatte sich wohl knapp verfehlt.
Es wurde aber noch ein schöner Nachmittag, zumal die restliche Familie des Besten Freundes auch noch kam und für mich Baby-Knuddeln angesagt war.
Montag, 04. Juni
Feierabend im Garten. Es wurde spät, aber das ist schön, so im Sommer. Im Treppenhaus habe ich noch mit der Nachbarin von schräg unten gequatscht, die gegen 22 Uhr auch gerade aus ihrem Garten heim kam. Manchmal muss sowas sein.
Dienstag, 05. Juni
Der Dienstag war ein ganz normaler Alltag-Tag. Da auch der 5. war, habe ich natürlich alle meine Tätigkeiten für Frau Brüllen und ihre Frage Was machst du eigentlich den ganzen Tag? aufgezeichnet. Wer nachlesen möchte, bitte hier entlang.
Mittwoch, 06. Juni
Endlich wieder ein MiMi, der vorläufig letzte, zu dem ich von Halle aus starten konnte. Es gab eine Besonderheit, denn Monika hatte endlich wieder einmal Zeit, sich mit uns zu treffen und resevierte gleich einen Tisch in der Seeperle am Süßen See. Und dann kam auch noch Elfi ganz kurzentschlossen hinzu.
Das war soooo schön. Auch wenn die Gesprächsthemen traurige Hintergründe hatten, es war doch schön, die "Mädels" einmal wiederzusehen. Und am Süßen See ist es sowieso immer wunderbar.

Nachdem ich daheim war, musste ich noch eine kleine Nachtschicht am Rechner einlegen, weil ich unbedingt etwas fertig machen wollte, das am Donnerstag Morgen gebraucht würde.
Donnerstag, 07. Juni
Der Arbeitstag war richtig heftig. Am Ende wartete ich noch bis 25 Minuten nach Feierabend, wurde aber dann doch nicht mehr gebraucht und fuhr vollkommen geschlaucht nach Hause. Das heißt, nach Hause ging es noch gar nicht, sondern erst zur Mutti, mit ihr zur Bank, zur Pferd-Mensch-Drogerie und zum N-Markt.
Als ich dann tatsächlich daheim war, musste ich in der Küche erst noch ein Malheur beseitigen und den Fußboden schrubben. Danach wollte ich eigentlich in die Wanne. Dabei fiel mir ein, dass auch Wäsche waschen sinnvoll wäre, setzte eine Trommel an und wollte dann nicht mehr in die Wanne, weil das nicht erholsam ist, wenn die Waschmaschine grummelt. Also nur fix geduscht und dann… eine Kleinigkeit essen, denn den ganzen Tag über hatte ich gar nichts, bei Mutti gab es dann ein feines kleines Süppchen und ein Streifchen Kuchen, das der Sohn für mich aufgehoben hatte. Im Kühlschrank stand noch Torte to-go und während ich mir eine davon zu Gemüte führte, spürte ich, wie mir immer wieder die Augen zufielen. Die Waschmaschine brauchte noch eine Stunde, also dachte ich mir "nur mal kurz lang machen" und dann war es 23.46 Uhr. hihi.
Freitag, 08. Juni
Mein vorläufig letzter Arbeitstag in Halle. Einer der Kollegen meinte, ich solle es mir in Leipzig nicht zu gemütlich machen… Nun, wir werden sehen.
Dann war endlich Wochenfeierabend undf ich hatte die unsinnige Idee, die Mutti abzuholen und mit in den Garten zu nehmen. Unsinnig deshalb, weil ich einen Umweg von ca.40 Minuten machen musste, wir dann beide erst 17.35 im Garten ankamen und die Mutti 19 Uhr schon wieder daheim sein wollte. Das hat sich ja richtig gelohnt.
Immerhin bin ich, nachdem ich die Mutti heim gebracht hatte, noch mal raus gefahren. Da saß dann allerdings schon wieder irgend ein Bekannter des Sohnes in meinem Garten. as der Bester Freund da wäre, damit hatte ich schon gerechnet. Der gehört irgendwie dazu, aber der andere? Naja.
So folgte die dem Wink von Anke und Jürgen, die meinten, an ihrem Tisch sei noch ein Plätzchen für mich frei. Der Meisterbürger war gerade zu Besuch, und wir hatten einen lustigen Abend und interessante Gespräche wie früher. {O-Ton Jürgen}
In meinem Garten wechselte inzwischen das Publikum. Der "Fremde" ging, der Beste Freund blieb und Sylvana kam. Das hat mich gefreut, denn in den letzten Wochen hatte sie sich rar gemacht.
Als sie wieder ging, war es fast Mitternacht und ich hatte mich entschlossen, im Garten zu übernachten. Eine halbe Stunde später entschied ich mich um. Der Sohn begleitete mich zum Tor.
Inzwischen ist längst Samstag, 09. Juni. Gleich zwei. Unter der Woche stand ich um diese Zeit fast schon wieder auf. Nun will ich mich doch endlich ein wenig einkuscheln. Und eigentlich hoffe ich auf den vorhergesagten Regen, denn in diesem Fall könnte ich verwirklichen, was ich mir seit Tagen vorgenommen habe, nämlich den ganzen Tag zu verschlafen.

WmdedgT – Juni 2018

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen an jedem 5.
Und ich frage mich das auch und fange hier gleich mal mit der Antwort an.
00:43 Uhr
Nachdem ich erst nach zehn aus dem Garten heim kam, wollte ich unbedingt noch ein Stück stricken. Da ich aber nur einmal müde bin, und das ist immer, fürchtete ich, mit dem Strickzeug in der Hand einzuschlafen. Deshalb suchte ich mir aus der Mediathek einen kleinen Krimi und als der zu Ende war, sogar noch einen weiteren. Der war recht heiter, aber leider war er nicht klein, denn er lief 128 Minuten. Das wollte ich mir dann mitten in der Nacht und mitten in der Arbeitswoche doch nicht antun, so dass ich lieber mitten im Film unterbrach und doch ins Bett kroch.
04:02 Uhr
Mein Körper zeigt seltsame Anwandlungen, die mich zur Unzeit wecken. Eine Stunde hätte ich noch. Aber nun muss ich erst mal ins Bad und bin entsprechend munter. Also stelle ich den Wecker auf 5.25 Uhr. Dann muss ich mich zwar sehr beeilen, wenn ich mit dem Sohn im Garten noch einen Kaffee trinken will, aber schaffbar ist das.
05:25 Uhr
Als der Wecker schreit, fühle ich mich derart zerschlagen, dass ich etwas tue, was ich sonst nie tue. Ich stelle den Wecker um 10 Minuten weiter und lasse mich in die Kissen sinken.
05:34 Uhr
Jetzt bin ich wach und eile sehr, weil ich nun doch unbedingt noch in den Garten will. Der Sohn möchte, bevor ich zur Arbeit fahre, noch etwas mit mir besprechen.
Als ich meine Lesebrille suche, die ich in der Nacht am Rechner habe liegen lassen, stelle ich fest, dass sich etwas verändert hat. Dieser Brief war doch gestern Abend noch nicht da, oder? Und diese Seiten im Browser habe ich auch nicht aufgerufen. Also ist der Sohn wohl doch noch hergekommen. Nur, wo ist er jetzt?
Ich gehe nachsehen und finde ihn auf dem Sonnendeck. In Ordnung, also kann ich den Garten streichen und die gewonnene Zeit hier auf ein Gespräch und einen Guten-Morgen-Kaffee verwenden. Als ich ihm wenig später seinen Kaffee bringen will, ist der Sohn vom Sonnendeck verschwunden. Er hockt vergnügt im Wohnzimmer und lacht, weil er mich "auch schon gesucht" hat. Man stelle sich das mal vor: Wir schaffen es, in einer 42-qm-Wohnung umeinander herum zu laufen, ohne uns zu begegnen. Das will was heißen. *lach*
Wir schlürfen unseren Kaffee und bereden, was es zu bereden gibt. Für seine Unterlagen bei der Krankenversicherung nehme ich ein Foto des Sohnes auf. Vor der weißen Wohnzimmerwand macht sich das recht gut. Ich zeige es hier nicht, wegen Datenschutz und so und überhaupt. Aber es ist wirklich tauglich.
06:45 Uhr
Ich fühle mich gerade leicht überfordert. Das Grau vor den Fenstern. Die Aufgaben, die heute alle wie eine unüberschaubare Wand vor mir stehen. Das Gefühl, mich niemals ausruhen zu können, niemals Kräfte zu sammeln. Der Sohn beruhigt mich: Du schaffst das. Du hast immer alles geschafft. Und falls nicht, ruf mich an.
Ich genehmige mir eine zweite Tasse Kaffee.
07:01 Uhr
Der Sohn: Du wolltest doch vor sieben los.
Es dauert dann noch ein paar Minuten.
07:11 Uhr
Ich sitze endlich im Auto. Die alte Jolanda springt ganz brav an. Und der Stress, all das Generve fällt wie eine alte Schlangenhaut von mir ab.
07:48 Uhr
Zwar nicht so früh wie sonst, aber immer noch sehr rechtzeitig komme ich bei der Arbeit an. Beginn ist 8 Uhr.
08.00 bis 12.00 Uhr
Ich erfahre, dass ein Großteil der Arbeiten, die ich bis zum Mittag fällig wähnte, Aufschub haben bis Donnerstag.
Eine ganz liebe Kollegin bittet mich um Hilfe und schenkt mir eine Banane.
Mein Bürokram nimmt Gestalt an.
12:20 Uhr
Ich verpasse die Mittagspause und flitze schnell zum Auto, um mir wenigstens Milch für meinen Kaffee und eine Flasche Mineralwasser aus dem Kofferraum zu holen. Mein Kofferraum birgt fast immer Reseven.
12.30 bis 15.00 Uhr
Die Sonne kommt heraus und es wird drückend warm. Trotzdem gönne ich mir einen großen Pott Kaffee.
Ich erledige eine Menge Schriftkram und komme mit all meinen Aufgaben gut voran.
15:20 Uhr
Ich komme nie pünktlich raus, aber heute hat das den Vorteil, dass niemand mehr im Eingangsbereich herum hängt, um noch ein Kippchen zu rauchen, bevor er zur Straßenbahn geht. So sieht auch niemand, wie ich einen verblühten Zweig von der herrlichen gelben Rose schneide, die an der Hofecke wächst. Ich weiß, es ist nicht die richtige Zeit für Rosenstecklinge, aber werde Ende Juli keine Gelegenheit haben, hier einen Zweig zu schneiden. Also…
Minuten später suche ich bei nahe gelegenen Supermarkt ein paar Geranien für den Sohn aus. Verblüht sind sie fast alle, aber ich finde vier, bei denen man die Farbe noch erkennen kann und die schon wieder neue Knospen angesetzt haben. Sie sind extrem reduziert. Der Sohn wird sie aufpäppeln.
Dann ab auf die Autobahn, was heute noch zügiger geht als sonst. Wenn ich von der Arbeit direkt in den Garten will, fahre ich immer schon Messegelände runter, weil ich mir damit das Anstellen am Bahnübergang spare. Heute entschloss ich mich, noch eine Abfahr früher zu nehmen und einen Abstecher zum Erdball-Markt zu machen. Dort gibt es so leckere Torten-to-Go. Außerdem fand ich einen runden Streuselkuchen, den ich unbedingt probieren wollte.
16:48 Uhr
Ankunft im Garten. Ab da habe ich nicht mehr auf die Uhr gesehen.
Ich stelle die Taschen ab und bemerke, dass ich allein bin. Auch von den Nachbarn ist noch niemand da. Also richte ich mir meinen Rückzugsplatz im Halbschatten ein, sitze da eine kleine Weile und spüre, wie ich schläfrig werde. Die arme Rose ist noch gar nicht versorgt. Also raffe ich mich wieder auf, schneide den Zweig zurecht, hole ein Foliehütchen, grabe ein Loch für die Rose. Ich habe sie gerade fertig eingesetzt und rede ihr gut zu, nun bitte auch zu wurzeln, als der Sohn ankommt. Er freut sich über die Geranien. Er freut sich über den Kuchen und setzt Kaffeewasser auf. Da kommt eine Nachbarin, die meine Krimileidenschaft teilt und bringt mir ein Buch. Wir trinken gemeinsam Kaffee, schlachten den Kuchen. Als sie geht, ziehe ich mich zurück und beginne zu lesen. Der Krimi spielt auf Hiddensee, und es hat etwas Eigenes, wenn Bücher an Orten spielen, an denen man jedes Sandkorn kennt.
Später reiße ich mich vom Krimi los, weil ich unbedingt noch ein Stück stricken möchte und bekomme immerhin die Ferse fertig.
Noch später, als die Sonne verschwunden ist, wird es feucht und kühl. Die ersten Solarlampen schalten sich ein. Ich stelle fest, dass die herrlichen Sommernächte schon wieder vorüber sind und man durchaus eine Strickjacke gebrauchen könnte. Und Socken. Ich habe beides nicht dabei, aber in meiner Stricktasche schlummert die angefangene Flickendecke. Sie hat derzeit die Breite eines Schals. Also krame ich sie hervor und wickle sie mir um den Hals. Das macht was aus. Dann bringt der Sohn mir eine leichte Decke.
Eine nach der anderen beginnen jetzt die Solarlampen zu leuchten. Ich gehe herum und fotografiere.
Dann packe ich meine Sachen zusammen und mache mich auf den Heimweg. Um diese Zeit brache ich mich weder am Bahnübergang anzustellen, noch an der Kreuzung.
22:48 Uhr komme ich zu Hause an, und es ist immer noch nicht vollends dunkel. Herrlich.
Eine Stunde später habe ich Taschen ausgepackt, Einkäufe verräumt, diesen Eintrag zu Ende geschrieben und nun ist auch dieser 5. Juni schon fast zu Ende.

Jetzt bringe ich diesen Eintrag noch schnell zu Frau Brüllen und dann ziehe ich mich zurück.
Ich wünsche euch allen eine gute Nacht.

Samstagsplausch {02.06.2018}

Guten Morgen ihr Lieben. Nun habe ich es auch diese Woche wieder nicht geschafft, euch pünktlich am Samstag Morgen zum Plausch bei Andrea zu treffen.
Irgendwie war an diesem Tag einfach die Luft raus. Ich hatte einfach keine Lust zu schreiben. Das kommt sehr, sehr selten vor. Meist habe ich jede Menge Lust, nur keine Zeit. So ist es auch jetzt im Moment. Weil ich aber unbedingt {gegen das Vergessen} den Wochenrückblick schreiben will, stehle ich mir jetzt ein paar Minuten.

Also, was gab es in der längst vergangenen Woche?
Samstag, 26. Mai
Die letzte Wochenrückschau konnte ich nicht am Samstag veröffentlichen, weil ich unterwegs war. Da ich aber nicht die ganze Woche noch vergehen lassen wollte, habe ich sie einfach am Dienstag hochgeladen.
Nun aber zurück zum Samstag. Gegen 10 Uhr holte ich die Mutti daheim ab und gemeinsam starteten wir in Richtung Berlin. Wir waren noch nicht weit gekommen, als mir einfiel, dass ich doch noch hatte tanken wollen. Also fuhr ich gleich wieder runter von der Autobahn und ließ das alte Auto ordentlich trinken.
Dann weiter…
Die Bahn war nur mäßig voll und es war ein angenehmes Fahren. Ab dem Berliner Ring überließ ich der Tussy in meinem Handy die Führung und sie lotste uns zielsicher bis zur Reinhardstraße, wo ich die Tiefgarage eines Hotels nutzen wollte. Mutti sagte unterwegs: "Berlin ist hässlich." und meinte damit teilweise die Verkehrssituation, teilweise einige {zugegeben wirklich hässliche} Häuser und Straßen. Auch von der Tiefgarage war sie entsetzt.
Ich will hier nicht bleiben. Das ist so düster hier.
Wir bleiben auch nicht hier. Wir steigen aus, gehen hinauf ans Tageslicht und suchen uns ein schönes Restaurant.
Ich will auch das arme Auto nicht hier lassen.
Doooch. Das steht hier gut. Schön schattig.
Aber das finden wir nie wieder!
Doch, doch. Das finden wir. Wir haben einmal den Parkplatz gefunden, da finden wir ihn auch ein zweites Mal. Komm nur.
Kontraproduktiv war, dass gerade eine mit Einkaufstüten beladene Frau durch die Gänge hetzte und ihr Auto suchte. *lach*
Die Mutti war sichtlich froh, als wir wieder an der Oberfläche waren. Nur wenige Schritte weiter fanden wir ein hübsches Café, in dem auch kleine Snacks angeboten wurden, wobei klein relativ war, denn die Bauernomelettes, die wir uns bestellten, waren riesig. Und lecker.
Nach dem Essen schlenderten wir noch die wenigen Meter bis zum Friedrichstadtpalast und hatten immer noch viel Zeit. Die Mutti wollte an die Spree, wusste aber nicht, ob sie den Weg schafft. Mit 85 ist man eben nicht mehr so gut zu Fuß. Tatsächlich war es nur ein kleines Stück und sie war überrascht, wie schnell wir dort waren. Wir machten es uns auf einer Bank im Halbschatten bequem und dann sagte die kleine alte Frau etwas sehr Schönes: Mit dir ist Berlin schön!
Hach. *seufz*

Die Show war super schön, der Rückweg über eine fast leere Autobahn sehr entspannt und rundum war es ein sehr gelungener Tag.

Sonntag, 27. Mai
Ein Gartentag wie so viele. Nichts besonderes, nicht einmal besonders entpannend, weil ich die ganze Zeit über Kopfkino hatte, wegen der beruflichen Entscheidung und der damit verbundenen Zweifel. Naja.

Montag, 28. Mai
Am Morgen fragte ich vorsichtig nach, ob Chef L. sein Versprechen wahr gemacht und angerufen hatte. Hatte er nicht. Und auch sonst niemand. Also dann.
Am Nachmittag eine Nachricht: "ACHTUNG!!! ACHTUNG!!!"
Und fast zeitgleich die Anfrage, ob ich nicht doch noch länger und überhaupt… Ausgerechnet von der Person, der ich nicht gut etwas abschlagen kann.
Und damit fiel die für Freitag angedachte Fahrt ans Meer ins Wasser, oder eben gerade nicht ins Wasser, oder wie auch immer, jedenfalls weg.

Den Nachmittag wollte ich zum Auspendeln und mich Sammeln im Garten verbringen, wo Anke mir etwas von einer Saucherstoffpflanze in ihrem Gartenteich erzählte und ich daraufhin zu einem Gartenmarkt wollte. Der Sohn wollte mit. Die Pflanze bekamen wir nicht, aber eine Menge anderes Zeugs, unter anderem die Geranien, die der Sohn sich so sehr gewünscht hatte.

Dienstag, 29. Mai
Dieser Tag wurde trotz Arbeit in einen Urlaubstag umfunktioniert. Den Nachmittag habe ich vergessen. Erst dachte ich, das war diese Sache mit der Uraltfreundin, aber das war schon eine Woche früher. Ich erinnere mich vage daran, eventuell in die Therme zu wollen, weiß aber nicht mehr, warum wir das dann auf Donnerstag vertagt haben.

Mittwoch, 30. Mai
Kein MiMi in dieser Woche. Es gab viel, viel Wichtigeres. So gern ich für die Freundin da gewesen wäre, wollte ich ihr doch unter keinen Umständen auf die Nerven gehen.

Donnerstag, 31. Mai
Was für ein Tag. Die Arbeit war nervig, teils wegen der Wärme, teils wegen des bevorstehenden Audits. Außerdem musste ich sehr, sehr pünktlich gehen, weil ich 16 Uhr einen Artztermin hatte. Den schaffte ich auch. Doch danach mit Katl in die Therme zu fahren, funktionierte nicht, weil ich just im Wartezimmer einen Anruf von Mutti erhielt. Die kleine alte Frau hatte einen Unfall mit der Straßenbahn. Sie ist nicht mehr die schnellste, wenn sie aus einer Bahn aussteigen muss, die keinen Niederflurwagen hat oder sie zumindest nicht in einem solchen mitgefahren ist. Nun war sie noch mit dem Aussteigen beschäftigt und hielt sich am Türgriff fest, als der Fahrer in einem Zug abklingelte, die Türen schloss und losfuhr. Dabei hatte er Muttis Arm in der Tür eingeklemmt und schliff sie ein Stück mit, bis sie ihren Arm doch noch aus der Tür herausziehen konnte und durch den Schwung natürlich stürzte. Sie hat am ga nzen Körper Schürfwunden, Prellungen und natürlich hatte sie einen Schock. Der Fahrer hatte gar nichts, der ist einfach davon gefahren.
Inzwischen hat er natürlich etwas, nämlich eine Anzeige am Hals.
Aber ein Vorwurf ist nicht nur ihm zu machen, sondern auch den Verkehrsbetrieben. Die haben zu wenig Personal und nehmen jeden, der mal einen Führerschein in der Lotterie gewonnen hat, stecken ihn in einen Schnellbesohlungslehrgang und setzen ihn nach kürzester Zeit als Fahrer auf eine Tram. Klar, dass da Fehler passieren, denn die Leute sind einfach nicht ordentlich ausgebildet.
Nachdem ich mich um die Mutti gekümmert hatte, beschlossen Katl und ich, noch beim Asiaten reinzuschauen und lecker zu essen. Das Essen war klasse, wie immer. Die Bedienung ging gar nicht. Der eine Kellner war offensichtlich neu und musste noch sehr, sehr viel lernen. Das ging damit los, das er Katl aufforderte, sich auf einen anderen Stuhl zu setzen, er brauche diesen. Gehts noch? Das Lokal war zu drei Vierteln leer. Da braucht der nicht ausgerechnet diesen Stuhl. Dann holte er die fertigen Speisen vom Grill. Servierte an einem Tisch zwei der vier Teller. Schnappte dort einen Stapel schmutziges Geschirr und brachte alles zusammen an einen anderen Tisch, um dort die restlichen beiden Teller vom Grill zu servieren. Wenn das meine Teller gewesen wären, ich hätte es zurück gehen lassen. Ich esse doch nichts, was mir zusammen mit dem schmutzigen Geschirr anderer Leute serviert wird.
Die Krönung war dann der zweite Kellner. Katl verlangte die Rechnung und er nannte aus dem Stegreif einen Betrag. Katl reklamierte, dass das nicht sein kann, woraufhin er sich dann herbei ließ, die Rechnung zu holen. Hatte der doch 4,70 Euro aufgeschlagen. Legte uns die Rechnung hin und machte keine Anstalten, der Katl auf ihren Schein herauszugeben. Ich las den Rechnungbetrag vor und er meinte: "Das ist die Rechnung. Ihre Entscheidung, wieviel Trinkgeld Sie geben."
Ich sagte ihm explizit, dass wir kein Trinkgeld geben, weil wir mit dem Service überhaupt nicht zufrieden waren. Na, merkt der’s noch?
Eins weiß ich, das nächste Mal bekommt der wieder kein Trinkgeld. Schon aus Prinzip nicht!

Freitag, 01. Juni
Endlich Freitag. Und ein volles Feierabendprogramm. Mutti abholen, mit ihr zum Optiker, weil aus ihrer Lesebrille immer das Glas heraus fällt. Danach zur Bücherei, ein Termin, den ich immer sehr mag. Anschließend wieder zum Optiker. Die Brille war repariert. Danach ging es dann zum N-Markt für den Wocheneinkauf.
Und danach… nichts mehr. Ich war breit.

Samstag, 02. Juni
Nach einer unruhigen Nacht mit viel zu wenig Schlaf war ich 5 Uhr auf. Die erste Maschine Wäsche drehte sich und ich hing herum, war müde und knautschig und zu nichts zu gebrauchen. Nicht einmal auf den Samstagsplausch hatte ich Lust.

Ein Tag wie im Urlaub…

…naja…
Ich hatte die Augen noch nicht richtig offen, da erreichte mich eine Nachricht des Sohnes: Möchtest du heute vielleicht deinen Guten-Morgen-Kaffee bei Sonnenaufgang im Garten trinken?
Nunja, die Sonne war schon aufgegangen, das tut sie ja in dieser Jahreszeit recht früh. Aber ein Kaffee im Garten? Immer!
Da hieß es nun beeilen. Das Gesicht putzen, den Körper mit geballter Frische für den Tag versorgen, an alle Tüten, Taschen und Beutelchen denken und an all den Krimskrams, der unbedingt täglich mit muss. Dann hatte ich eine geschlagene Viertelstunde damit zu tun, Jolanda zum Anspringen zu überreden. Jetzt ist es nicht mehr die Batterie, sondern vermutlich der Anlasser. Menno. Ich dachte, ioch bekomme sie noch mal durch die Hauptuntersuchung. Aber wenn sie immer so zickt, muss ich wohl doch nach einem anderne Gefährt Ausschau halten. Als ich bereits beschlossen hatte, auf den Kaffee zu verzichten und mich auf den Weg zur S-Bahn zu machen und nur noch einen allerletzten Versuch unternahm, sprang die alte Karre an, als mache sie nie etwas anderes.
Und dann…



Da ich vom Garten aus an einem anderen Ort auf die Autobahn auffahre, sparte ich eine Menge Zeit. Auch fuhr ich noch ein Stück zwischen Feldern und durch ein Wäldchen. Schön, wenn ein Tag so beginnt.

Samstagsplausch {26.05.2018}

Letzten Samstag hatte ich gar keine Zeit, mich bei Andrea zum Samstagsplausch niederzulassen, weil ich 10 Uhr die Mutti abholen wollte. Dann starteten wir in Richtung Berlin. So gern ich Auto fahre, nach Berlin mit dem Auto mag ich überhaupt nicht. Gar gar gar nicht. Da ich aber die Mutti schlecht in öffentliche Verkehrsmittel verfrachten konnte, musste ich da durch, und kann im Nachhinein sagen, dass alles bestens geklappt hat, auch die Parkplatzfindung. Außerdem wollten wir schauen, wo wir in der Nähe eine Kleinigkeit essen konnten, denn so wie Mutti sich erinnerte, war das um den Friedrichstadtpalast herum wegen permanent überfüllter Restaurants ziemlich unmöglich. Ich selbst hatte das anders in Erinnerung, aber ich muss zugeben, dass ich noch nicht oft dort war und wesentlich weniger Erfahrung hatte, als die kleine alte Dame.
Unser Ziel war, wie gesagt, der Friedrichstadtpalast, wo wir uns The ONE ansehen wollten. Ich hatte es bereits erwähnt, das war die Veranstaltung, für die unsere Originalkarten auf dem Postweg verloren gegangen waren, weshalb ich eine schriftliche eilassbestätigung mitnehmen musste. Was dann noch geschah, werde ihr weiter unten noch lesen können. Vorab nur soviel: Es hat alles ghervorragend geklappt und wir hatten einen sehr gelungenen Tag in Berlin.

Nun aber erst mal zum Wochenbericht 19. bis 25. Mai
Meine Woche war sehr durchwachsen.
Pfingsten brachte durchaus schöne Momente, war aber teilweis auch recht anstrengend, weil es kaum Möglichkeiten für mich gab, mich aus dem Trubel zurückzuziehen. Manchmal hatte ich mir diese Möglichkeiten sogar selbst vermasselt. So am Samstag, 19. Mai. Da war das Wetter unwirtlich und trüb und die Mutti hatte kein Interesse, in den Garten gebracht zu werden. Als dann am Nachmittag die Sonne doch noch heraus kam, packte ich Buch und Strickzeug ein und wollte in den Garten, um dort Kaffee zu trinken. Und hatte wieder einmal dieses dämliche schlechte Gewissen, etwas nur für mich zu tun und die arme Mutti nicht zu fragen, ob sie mit will. Also rief ich dann eben doch an. Ach, das ist aber schade. Ich habe gerade den Freundinnen gesagt, dass ich mit spazieren komme. Fein, da brauchte ich ja kein schlechtes Gewissen zu haben. Na, aber das macht nichts. Da sage ich denen eben wieder ab.
Ich finde, das kann man nicht machen. Das zeigt ja den anderen so richtig, dass sie nur Notlösungen sind. Doooch, ich kann das machen.
Hm, also schleppte ich sie mit. War ja selbst schuld. Hätte ja nicht anrufen müssen.
Die Strafe für meine Gutmütigkeit, um nicht zu sagen, Dummheit, bekam ich sofort. Denn es gab keine ruhige Minute, um mal ein paar Seiten zu lesen oder ein paar Maschen zu stricken. Eine Tasse Kaffee, dann wurde mir die Tasse schon wieder weggeräumt. Ich wasche jetzt ab. Und du kannst mal das dort hacken.
Neiiiiin!!! Ich wollte doch noch eine zweite Tasse Kaffee!

Sonntag, 20. Mai
Mutti-Ruhetag. Sie trifft sich am Pfingstsonntag immer mit ihrer Jugendfreundin in der Leipziger Innenstadt, um die toll gekleideten Besucher des WGT zu betrachten.
Als ich im Garten ankam, was Christophs bester Freund samt kleiner Tochter gerade am Gehen, weil er zum Mittagessen eingeladen war. Da ihm gerade eben der Fahrradschlauch mit einem heftigen Knall geplatzt war, fuhr ich die beiden zu ihrer Einladung.
Als ich zurück kam, waren Sylvana und Lara da. Wir schnippelten Salat und Christoph grillte. Wir hatten etwa die Hälfte der Vorräte abgewählt, aber es war trotzdem noch zu viel.
Nach dem Essen gab es ein paar Momente für eine kleine Mittagsruhe. Ich habe da so ein Eckchen im Garten für mich entdeckt, wohin ich mich tatsächlich ein wenig zurückziehen kann. Dann kam Sarah mit Janice und der kleinen Milena. Das war schön! So ein Baby ist doch immer wieder ein ganz besonderes Wunder. Es kamen noch mehr Leute, von denen mir besonders ein Kumpel des Sohnes erinnerlich ist, der seine überkandidelte Tochter mitbrachte. Diese war dann ziemlich anstrengend. Und dann blieb sie noch als Übernachtungsgast da. Naja.
Yvonne vom Buchbahnhof schrieb letzte Woche in ihrem Kommentar, es hätte den Anschein, als kämen und gingen im Garten alle, wie sie gerade lustig sind. Das ist tatsächlich so. Und obwohl ich die meisten dieser Menschen wirklich gern mag, strengt mich das an, wenn so ein ständiges Begängnis herrscht.

Montag, 21. Mai
Ich hatte ein extremes Ruhebedürfnis und ich hatte Lust auf Garten. Da ich wegen des Feiertages mal bis 7 Uhr geschlafen hatte, packte ich ganz schnell meine Tasche, fuhr zum Garten und hockte mich mit Buch und Kaffee unter den Apfelbaum. Das war schön!
Dauerte leider nicht lange an. Bald rief Mutti an und wollte wissen, ob ich mich denn nun genug erholt hätte, schließlich hätte sie mich gestern in Ruhe gelassen. Ich bin es leid, ihr zu erklären, dass mir ein einziger Tag zum Erholen nicht reicht, es sei denn, ich wäre da vielleicht ganz allein.
Da ich Christoph, Janice und dieses Mädchen ohnehin aus B’dorf abholen musste, sammelte ich auf dem Rückweg auch noch die Mutti ein. An diesem Tag kam dann weiter kein Besuch, außer jenem Kumpel, der seine Tochter wieder abholte. Diese hatte über Nacht {und wahrscheinlich unter dem Einfluss unserer "Räubertochter"} eine angenehme Wandlung durchgemacht. Ungeschminkt und mit einem Schlabbershirt bekleidet war sie doch tatsächlich eine ganz normale 14-Jährige. Hach.
Mutti hatte am Abend zuvor extra noch Streuselkuchen für uns gebacken. Zum Grillen hatten wir überhaupt keine Lust und so ergab sich wenigstens an diesem Tag ein wenig Herumklumpern. Wir brachen dann auch erst gegen 19.30 Uhr zur Ich-verteile-alle-wieder-nach-Hause-Runde auf. Mutti ließ sich zwar anmerken, dass ihr das viel zu spät war, aber immerhin hatte sie vorher nicht gedrängelt.
Dienstag bis Freitag
Die kurze Arbeitswoche war wieder geprägt von dem Hin-und-Her um meinen Job. Demzufolge auch von extremen Schlafstörungen. Als Folge davon wiederum kam ich müde und beinahe unleidlich zur Arbeit. Dabei mache ich die eigentlich sehr gern. Ich sollte sie nur auch tun dürfen. Und manchmal braucht man auch eine kleine Rückversicherung.

Dafür brachten die Feierabende einen schönen Ausgleich.
Dienstag, 22. Mai
An diesem Tag wollte ich den verpassten Besuch bei der Uraltfreundin nachholen. Da sie erst anderthalb Stunden nach mir Schluss hat, fuhr ich in den Garten, um dort die Zeit zu überbrücken. Muss ja nicht sein, dass ich erst in die Wohnung gehe, mich in den vierten Stock hinauf quäle, um bald darauf wieder loszugehen und mich die vielen Treppen wieder hinunter zu quälen {Rauf geht schwer wegen meines Gewichtes und runter wegen des Knies. Jaja, man wird nicht jünger.}
Jedenfalls war ich im Garten allein. Weil ich an diesem Tag noch überhaupt nichts gegessen hatte, stürzte ich mich auf die Reste von Pfingsten, die noch im Kühlschrank schlummerten. Danach las ich ein paar Seiten und als ich mich langsam wieder auf den Weg machen wollte, erreichte mich die Nachricht, das die Freundin wieder nicht pünktlich aus ihrer Firma heraus kam und nicht absehen konnte, wann überhaupt. Schade.
Ich entschädigte mich selbst, indem ich auf einen Plausch zu Anke und Jürgen hinüber ging, die darauf bestanden, dass ich zum Abendessen bleibe. Auch wenn ich vor kurzem erst gegessen hatte, war es doch schön, in so kleiner ruhiger Runde zusammen zu sitzen.
Mittwoch, 23. Mai
Endlich wieder MiMi {MiraMittwoch}. Direkt von der Arbeit fuhr ich zu Uta. Besondere Freude hatte ich daran, wie sich alle über meine Mitbringsel freuten. Gemeinsam Salat schnippeln hat auch etwas schönes an sich. Und natürlich gab es lecker Abendessen. Uta kocht immer total lecker.
Donnerstag, 24. Mai
Wie immer Einkaufstag mit Mutti, die eine feine Grüne-Bohnen-Suppe für mich bereit hatte, als ich bei ihr ankam. Es war entspannt und teilweise recht lustig. Und Mutti brachte ein Thema auf, das mir zu denken gab. Da mein Job oder Nicht-Job oder Vielleichtbaldwieder-Job andauerndes Thema ist, meinte sie ganz vorsichtig: Du arbeitest so viel und bist immer am Wirbeln, damit du noch mehr arbeiten kannst. Dabei wäre dein Leben doch viel einfacher, wenn du nicht arbeiten müsstest.
Ich musste lachen und meinte, dass es sicherlich nicht einfacher wäre, kein Geld zu haben.
Sie zögerte, und dann kam: Najaaa, ich habe mir gedacht… du bist jetzt vielleicht sauer, aber ich sag’s trotzdem. Ich war so alt, wie du jetzt, als ich in den Vorruhestand ging. Kannst du denn nicht in Rente gehen? Ist doch niedlich, oder?
Ich habe ihr dann erst mal erklärt, wann ich frühestens in Rente gehen kann und warum für mich Vorruhestandsregelungen nicht greifen und sowieso auch noch nicht jetzt. Sie war nachdenklich geworden, und ich glaube, ihr Hauptanliegen war, dass ich es leichter haben sollte.
Was mir an diesem Gespräch zu denken gab, war die Tatsache, dass ich nur noch 10 Jahre vom Rentenalter entfernt bin, dass ich mich mental aber fühle, als wären es noch mindestens 20.
Der nächste Gedanke war dann, dass mein Körper vermutlich doch spürt, dass es keine 20 Jahre mehr sind {hätten wir noch die DDR, wären es sogar nur noch 3}. Und vielleicht ist es gar kein Wunder, dass ich nach einer kompletten Arbeitswoche oft so geschafft bin und Zeit zum Entspannen brauche. Und vielleicht sollte ich endlich aufhören, mich dafür zu schämen. Hm?
Freitag, 25. Mai
An diesem Tag geschah etwas seltsames, das ich mir nicht erklären kann. Im Briefkasten lagen drei Briefe. Nichts sonst. Keine Werbung, keine kostenlosen Zeitungen, nur drei Briefe, ordentlich, glatt, sauber, völlig unversehrt. Einer trug den Poststempel 11.4.2018, zugestellt wohlgemerkt am 25.5.2018. Dem Brief war nicht anzusehen, ob er fehlgeleitet worden war, in irgend einer Ecke herumgelegen hatte oder sonst irgend ein Grund, weshalb er 6 Wochen von Lübeck [dort war er gestempel worden] bis Leipzig gebraucht hatte. Und was enthielt dieser Brief? Genau! Unsere beiden Originalkarten für den Friedrichstadtpalast. Gerade noch rechtzeitig. Ich fragte mich allerdings, wo sie so lange waren und weshalb sie ausgerechnet einen Tag vor der Veranstaltung doch noch eintrafen.
Noch mysteriöser wurde die Sache, als ich den zweiten Brief öffnete. Er stammte von der Handspinngilde, deren Mitglied ich bin. Zwei A4-Steiten, dicht beschrieben. Ich überflog den Brief nur und wunderte mich, dass die Hälfte der aufgeführten Termine bereits in der Vergangenheit lagen. Und dann fand ich die Grußformel. Man wünschte ein geruhsamens Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2018. Wie jetzt? Poststempel? Ah, ja. 21.12.2017
Was war denn da los?
Nun schaute ich den dritten Brief an. Es handelte sich hier nur um den Werbebrief eines Versandhauses, der keinen Poststempel trug, dafür aber den Aufdruck Jetzt gleich öffnen und noch bis zum 28.3. Rabatt sichern. Oh ha. Dieser schöne Rabatt ist mir nun entgangen *lach*.
Was ich mich nun frage, ist: Wie kann es sein, dass drei Briefe aus einem Zeitraum von 6 Monaten ein einem Tag plötzlich alle gemeinsam zugestellt werden? Wo haben die so {unterschiedlich} lange herumgelegen und, und das ist die Hauptsache, wie beweist man so etwas, falls das mal mit einem Brief passiert, der einen wichtigen Termin enthält, den man nicht hätte versäumen dürfen?

So, nun ist zwar nicht Samstag, aber ich möchte mit der Veröffentlichung dieser Wochenrückschau nicht noch bis zum nächsten Wochenende warten.

Nochmal nachzählen…

…musste ich, damit die Sockenpaare auch die richtige Nummer bekommen. 😉
180331_095205Paar Nr. 12/2018 aus dem Opal-Abo vom Dezember 2017.

180416_185841Paar Nr. 13/2018 und 14/2018 hatte ich zusammen angeschlagen, dann aber das grünblaue Paar zuerst fertig gestrickt, weil ich es verschenken wollte. Ich habe es meiner Schwester für ihre Freundin Anja mitgegeben.
Paar Nr. 14/2018 dauerte ewig lange, weil ich zwischendurch immer tagelang gar nicht gestrickt habe. Auf dem Foto sieht es aus, als wären die Socken unterschiedlich groß. Das täuscht. Die scheinbar größere Socke ruhte nur einige Zeit auf einem Sockenbrett. Das gibt sich alles wieder, wenn sie an den Füßen stecken.

Paar Nr. 15/2018 hat Größe 43 und wurde am 23. Mai endlich verschenkt, obwohl der Anlass für das Geschenk bereits am 26. April stattfand. Doch leider war der MiMi in den letzten Wochen häufig ausgefallen, weil zuerst ich dauernd etwas vor hatte, dann im Urlaub war und letzte Woche die Uta mit Reisevorbereitungen zu tun hatte. Aaaaber dann, endlich klappte es. Und die Socken passten auch wie für den Empfänger gemacht. *kicher*

Hatte ich den Urlaub erwähnt? Da wurde Paar Nr. 16/2018 fertig, Kurzsocken für mich. Gleich im Urlaub wurde das nächste Paar angenadelt, aber damit war die Strickzeit erst einmal vorüber, so dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt, also bereits drei Wochen nach dem Urlaub die erste Socke noch immer nicht über die Ferse hinaus gekommen ist. Im Moment sieht es aus, als würde ich nie mehr zum Stricken kommen. *heul*

Samstagsplausch {12.05.2018}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen. Nachdem ich am letzten Samstag mit meinem Plauschbeitrag eine Woche hinterher hinkte, setzt sich das diese Woche fort, denn wenn ich mich zu Andrea an den Tisch setze, sollt ihr zunächst einmal erfahren, was ich vom 4. bis 11. Mai auf der Donau erleben durfte.

Freitag, 04. Mai
Viertel vor sieben holte uns {die Mutti und mich} ein Taxi ab und brachte uns zum Bushalteplatz am Hauptbahnhof. Ja, wir haben da erst neulich einen neuen Busterminal bekommen, an dem ich meine Schwester vor ein paar Wochen vom Flixbus abgeholt habe. Aber dort wollten wir nicht hin, denn das Reisebüro, bei dem wir gebucht hatten, hat am anderen Ende des Hauptbahnhofs einen eigenen Halteplatz eingerichtet. Dort warteten wir noch über eine Stunde auf den Bus und Mutti fröstelte schon wieder. Dabei war sie es gewesen, die so zeitig losfahren wollte. Ich sage mir aber auch, lieber warte ich auf den Bus, als ihn zu verpassen, denn er wartet nicht.
Die Fahrt verlief mit zwei kleinen Stopps, einem Ministau und einer Vollbremsung relativ problemlos, auch wenn der Busfahrer ziemlich blöde Bemerkungen über meine Körperfülle von sich gab. Erst, als ein anderer Fahrgast dann eine Bemerkung über die Körperfülle des Fahrers machte, bekam dieser mit, dass er sich daneben benommen hat. So ein Trottel.
Zum Glück waren wir den ja los, als wir am Nachmittag in Passau ankamen und das Schiff bestiegen. Dort hatten wir zunächst einmal zu tun: Kabine beziehen und Koffer auspacken, beim Willkommensdrink die Mannschaft vorgestellt bekommen, sehr gut zu Abend essen {Fünf-Gänge-Menü}. Danach beschlossen wir den Tag in der Panorama-Bar bei einem weiteren Drink.
Und danach schleppte ich die Mutti noch auf das Sonnendeck, wo wir, eingekuschelt in dicke Jacken {nachts wurde es ganz schön kühl} das Durchfahren einer Schleuse erlebten. Es gibt zwischen Passau und Wien eine Menge Schleusen, und das ist immer interessant, aber nachts ganz besonders.
Samstag, 05. Mai
Den Vormittag verbrachten wir auf dem Sonnendeck, wo wir immer wieder das Durchfahren der Schleusen beobachteten. Um die Mittagszeit legten wir in Wien an, was besonders interessant war, weil wir nicht an einem Schiffsanleger oder Kai festmachen konnten, sondern an einem anderen Schiff, das seinerseits auch noch an einem weiteren Schiff anlag. Verrückt, oder?
Am Nachmittag hatten wir unseren ersten Landgang, verbunden mit einer Stadtrundfahrt und einem Stadtrundgang in Wien. Der Rundgang war für Mutti fast zu anstrengend. Ich hatte dauernd Sorge, dass wir nicht hinterher kommen, wobei aber der Stadtführer wirklich auf Zack war und immer wartete, bis wir auch heran waren, bevor er das Nächste erklärte.

Sonntag, 06. Mai
Ein weiterer Vormittag auf dem Sonnendeck, vorbei an beruhigenden Landschaften, kleinen Städten bis hinein nach Budapest.
Die Stadtrundfahrt am Nachmittag brachte mir ein Wiedersehen mit altbekannten Ecken der ungarischen Hauptstadt und viele schöne Erinnerungen an frühere Besuche.
Den anschließenden Stadtrundgang konnte ich für Mutti entspannter gestalten, weil wir nicht der Stadtführerin hinterher hetzen mussten. In Budapest kenne ich mich gut genug aus, um auch allein wieder zum Schiff zurück zu finden. Dort führen sowieso alle Wege zur Donau, irgendwie. Also konnten wir uns Zeit lassen, und hätten wir den Rundfahrtbus verpasst, hätte ich die Mutti in die Straßenbahn Linie 2 verfrachtet, und dann wären wir auch wieder beim Schiff angekommen. Das legte ohnehin erst am Abend wieder ab, als es bereits dunkel wurde und tuckerte erst einmal gemächlich ein Stück des Weges zurück, vorüber an der fantastisch beleuchteten Stadt bis zur Margareteninsel. Diese umrundeten wir und nahmen dann {nocheinmal vorbei am Lichterglanz} Kurs auf Kalocsa in Südungarn.

Montag, 07. Mai
Kalocsa war der südlichste Ort und Wendepunkt unserer Reise. Die kleine Stadt in der Puszta ist die Paprika-Hochburg Ungarns.
An diesem Tag hatten wir uns den Wecker auf 5.30 Uhr gestellt, weil es schon ab 6.30 Uhr Frühstück gab.
Danach ging es in den Ort, wo wir zunächst ein Heimatmuseum und danach ein Paprika-Museum besuchten.


Dann zog uns die Puszta in ihren Bann, mit ihrer Weite, mit Ziehbrunnen und Reiterspielen, Paprikabrot und Rotwein und rosa blühenden Robinien. In diesem weiten Land fühlte ich mich glücklich, frei.
Am Nachmittag waren wir schon wieder unterwegs auf dem Fluss. Kurz vor Budapest ankerten wir für die Nacht.

Dienstag, 08. Mai
Dieser Tag bescherte uns Freizeit an Bord. Bis zum frühen Nachmittag lag das Schiff zwar noch in Budapest und wir hätten uns in der Stadt umtreiben können. Doch Mutti war geschafft und konnte eine Ruhephase gut brauchen. Und ich konnte den Ausblick vom Sonnendeck genießen. Schließlich war das Urlaub und es bestand keine Notwendigkeit immer in Aktion zu sein.
Kurz nach dem Mittagessen gingen die Ausflügler von Bord und wir schipperten los in Richtung Esztergom.
Der Ausflug hätte uns zunächst ins Künstlerdorf Szentendre geführt, das malerisch und unbedingt sehenswert ist. Danach wäre es weiter gegangen nach Visegrad und Esztergom, wo wir wieder an Bord zurückgekehrt wären. Gewiss ein sehr schöner Ausflug, allerdings mit Schwierigkeitsgrad 5. Das heißt, er schloss einen längeren Fußmarsch über teilweise unebenes Gelände ein und das Erklimmen vieler Stufen {hinauf zur Kathedrale in Esztergom}. Das hätte die Mutti niemals geschafft und auch ich war ganz froh, dass ich mich auf die kleine alte Dame herausreden konnte. Wer weiß, wie ich diesen Marsch überstanden hätte. Außerdem war ich schon mehrmals dort und auch Mutti schon einmal. Mir wird eben erst bewusst, dass ich keinen der Ausflügler hinterher gesprochen habe. Man hätte ja mal fragen können, wie es war.

Visegrad

Esztergom

Mittwoch, 09. Mai
Am Morgen erreichten wir Bratislava. Es gab wieder eine Stadtführung, von der wir nur den ersten Teil hinauf zur Burg mitmachten. Der Stadtführer war ein älterer Herr, der angenehm langsam ging. Trotzdem schreckte Mutti vor der Aussicht einer zweistündigen Führung zurück. Zu spät fiel uns ein, dass wenigsten ich mitgehen und sie mit der anderen Gruppe zum Schiff zurückkehren hätte können.

Dafür hatten wir am Spätnachmittag und Abend einen weiteren sehr schönen Ausflug nach Wien, leider ohne Fahrt mit dem berühmten Riesenrad, weil dieses von den Herstellern eines gewissen Engeriegetränks zwecks einer Werbeveranstaltung bis 23 Uhr blockiert war. Um diese Zeit legte unser Schiff aber schon wieder ab.
Schade, wir hatten uns auf das Riesenrad gefreut. Mindestens ein Grund, noch einmal nach Wien zu kommen.

Donnerstag, 10. Mai
Auch an diesem Tag stand wieder ein Ausflug auf dem Programm. Wir besuchten das Benediktinerstift Melk. Eine sehr schöne Anlage mit einem wunderschönen Garten, den wir ausgiebig genießen konnten, weil wir auf die Führung durch die Bibliothek des Stifts verzichteten.
Später ging es noch nach Dürnstein, bekannt für seinen Wein. Leider taugten die Stadtführer nicht viel. Schön war es trotzdem.

Freitag, 11. Mai
Die Koffer sind gepackt und nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es Abschied nehmen und ausschiffen. Busse brachten uns vom Anlegeplatz hinein ins Zentrum von Passau, wo es noch einen geführten Stadtrundgang gab. Da wir genug Zeit hatten, bis uns am Nachmittag der Bus nach Leipzig zurückbringen sollte, klinkten wir uns streckenweise aus der Führung aus und schlugen unser eigenes Tempo an. Weil aber die Innenstadt von ‘Passau sehr klein und beschaulich ist, traffen wir die Gruppe immer wieder, erhielten so schöne Einblicke in die Stadt und ihre Geschichte und am Schluss noch den Tipp, im Dom ein Orgelkonzert zu besuchen. Das war sehr, sehr schön. Danach war noch Zeit für einen kleinen Imbiss.
Pünktlich halb vier kamen alle drei Reisebusse und brachte die Reisegruppen nach Halle, Dresden und Leipig. Diesmal hatten wir Glück mit den Fahrern und waren gegen 22.00 Uhr daheim, wo ich gleich noch einmal Glück hatte, denn der Sohn war in meiner Wohnung und konnte meinen schweren Monsterkoffer nach oben tragen.
Soviel von einer wunderschönen Reise.
Und wer jetzt noch nicht genug hat und auch noch erfahren möchte, was ich in der ersten Woche nach dem Urlaub so erlebt habe, sei herzlich eingeladen, hier weiterzulesen.