Der 16. Montag

Von Anni und Martin gibt es wieder einen Lückentext zum Montagsstarter und ich bin wieder mit dabei.

1.) Auch wenn ich nachts nicht schlafen kann, muss ich tagsüber trotzdem stark sein und ne Menge leisten.

2.) Ich bin liebevoll, auf meine Weise schön und liebenswert *hüstel*.

3.) Wenn andere mich auch so sehen könnten, das wäre doch großartig.

4.) Im Moment muss ich sagen, dass ich wenig Lust verspüre, immer wieder Nachrichten zu hören oder anzuschauen. Ich fühle mich einfach nur verarscht.

5.) Ich freue mich auf den Tag, wenn ich wieder arbeiten darf.

6.) Da mich der unsinnige, weil erfolglose Lockdown völlig kalt gestellt hat, habe ich Zeit/keine Zeit für viel zu viele Grübeleien .

7.) Diese Woche habe ich das Bringen der Freundin an ihren Kurort geplant und außerdem steht/stehen zwei Besuche und ein Test im Kalender.
Ich wollte gern noch etwas mehr schreiben, aber ich muss mich erst mal sputen.
Euch allen eine schöne Woche.
Und lasst euch nicht unterkriegen.
Eure Mira

Sonntagsglück 210418

Für Anni, die sonntags immer die Sonntags Top 7 sammelt, möchte ich jetzt wieder sieben Schlagworte mit Leben erfüllen. Natürlich nicht nur für Anni, auch für euch und letztlich als Erinnerungsanker für mich.

Lesen
Drachen von Markus Heitz Die kompeltte Saga in einem riesig dicken Wälzer. Man kann die drei Bände natürlich auch einzeln lesen.
Außerdem hänge ich immer noch an Bornholmer Schatten von Katharina Peters, das habe ich jetzt bald durch. Und dann schnappe ich mir als nächstses Rollmopsrache von Ivo Pala darauf hat mich der Jürschn aufmerksam gemacht, der auf FB mit Ivo Pala befreundet und darauf sehr stolz ist. Und ich profitiere davon, weil er mir immer die Empfehlungen weiterleitet.

Musik & Genuss
Ich bin ein Konzertgänger. Ich liebe und brauche Livemusik. Auftritte von Musikern der Region in urigen kleinen Kneipen, wo man hinterher noch beisammen sitzt und über die Welt schwatzt, habe ich immer sehr genossen. Da uns das nun seit über einem Jahr genommen wurde und wohl auch so bald nicht zurückgegeben wird, hat meine Beschäftigung mit Musik derzeit immer etwas mit Erinnerungen zu tun. Diese Woche hörte ich Norbert Fimpel, auf den ich während eines Joe-Cocker-Konzerts aufmerksam wurde. Im Laufe der Fire-it-Up-Tour entspann sich ein interessanter Mailkontakt, der natürlich nach der Tour einschlief. Später setzte ich zweimal an, Konzerte auf Malle zu besuchen, was aus Gründen nicht zustande kam. Anfang letzten Jahres schrieb ich mir einen Plan, welche Konzerte und Festivals ich unbedingt besuchen wollte, und da hätte das Jazzfest auf Malle bestens hinein gepasst. Tja nun. Jetzt müssen wir abwarten, wann wir jemals wieder solche Veranstaltungen haben dürfen und welche es dann überhaupt noch gibt. Und so lange höre ich eben Konserven und werde euch immer mal Künstler vorstellen, die ich mag.
Weil ich es sehr genießen kann, die eben verlinkte Musik zu hören und weil Genuss nicht immer mit Essen zu tun hat {haben sollte}, habe ich die Rubrik Genuss hier dazu gepackt.

Flimmerkiste
Ich habe auch in dieser Woche wieder die Mediathek bemüht. Immer erst sehr spät, nach 22 Uhr, so dass ich bei den meisten Filmen eingeschlafen bin, weil ich einfach kaputt war vom Tage. Sicherlich verständlich, da diese Tage, wie ihr vielleicht im Samstagsplausch gelesen habt, prallvoll waren.

Erlebnis
Die gesamte Woche war voller Erlebnisse. Am prägendsten vielleicht mein erster Test am Dienstag, besonders wegen der Begleitumstände und weshalb er überhaupt notwendig geworden war.
Am schönsten war mein Spaziergang gestern mit der Katl.

Web-Fundstück/e
Als ich Musik hörte, ließ ich mich weitertreiben und fand diesen Kanal. Für mich eine tolle Empfehlung, wobei ich euch warnen möchte: Jazz ist nicht jedermans Sache und wer den eher nicht mag, sollte dem Link besser nicht folgen!

Hobbys
Da ich Lesen und Musik hören zu meinen Hobbies zähle, habe ich bereits einiges zusammengetragen. Die Stricknadeln bewegte ich eher selten. So eine Woche ist kurz und alles geht eben nicht.

Das waren erst einmal meine Top 7.
Die Fotos vom Tage trage ich später zusammen, noch nicht wissend, ob es sieben werden.

Samstagsplausch {17.04.2021}

107/365
Das Segelboot habe ich vor ein paar Jahren von der Lieblingskollegin bekommen. Bevor es ans Meer geht, komme ich erst einmal zu Andrea mit ihrem schönen Samstagsplausch.

Die Woche in einem Wort
Chaotisch!
Wochenrückblick
Sonntag, 11. April 2021
Ein Ruhetag, ein daheim-bleiben-Tag, der gegen Ende noch ziemlich sentimental wurde. Das passiert mir neuerdings öfter. Dann höre ich Musik und meist muss ich dann ein bissel heulen. Ist aber nicht schlimm, weil ich dann wenigstens spüre, dass es mich noch gibt.
Wer es ausführlicher mag, kann hier meinen Sonntag nachlesen.

Montag, 12. April 2021
Der Tag war so prall gefüllt, dass er gleich zwei Einträge bekam. Zuerst den Montagsstarter, in dem es um Hoffnung ging und meine Einstellung dazu. Und dann wurde aus den 12 von 12 ein recht langer Tagebuchblogg-Eintrag an dessen Ende ich noch immer ziemlich aufgekratzt bin. Tja, so ist das eben manchmal.

Dienstag, 13. April 2021
Was ist denn bloß los? Schon wieder ist der Tag so vollgepackt, dass ich ihm einen langen Eintrag widme, weil ich das alles hier gar nicht aufschreiben kann.

Mittwoch, 14. April 2021
Mein Ruhetag. Dachte ich. Weil die Mutti zur Mittagszeit einen Füßchen-Termin hatte, konnten wir nicht auf den Markt. Dann geh ich eben allein, dachte ich. Schlendere einfach da herum, verabrede mich vielleicht mit Katl. Im Freien sollte das ja kein Problem sein. Aber erst kruschtelte ich noch im Keller herum, holte Tüten herauf, die ich endlich mal aussortieren wollte. Darauf hatte ich richtig Lust. Aber dann…
104/365
So ging das den ganzen Vormittag. Und es ging wieder um viel, nämlich um künftige Aufträge. Um jede Menge künftige Aufträge. Da musste ich natürlich dran bleiben, nein, ich wollte dran bleiben. Es war heftig, es war verwirrend und es war anstrengend, wobei meine Gesprächspartnerin die angenehmste aller Möglichkeiten darstellte. Der B. aus L. fragt die R. aus T., ob der H. aus G. die S. aus T. angerufen hat. Und falls nicht, möchte die S. aus T. bitte ihrerseits den H. aus G. anrufen. Wer soll denn da noch durchsehen?
Gegen 14 Uhr versprach ich dann: Ich rufe an. Aber nicht mehr heute. Ich muss das erst mal sacken lassen.
Um meiner Verwirrung Herr zu werden, versuchte ich, das gesamte Dilemma bei Catrin loszuwerden, die mir bestätigte, dass das alles ziemlich verwirrend sei, selbst wenn man Klarnamen verwendet. *hüstel*
Für den Markt war es dann zu spät. Ich telefonierte noch ein wenig herum und hockte mich mit einem Krimi in meinen Sessel. Später mussten sich noch der Sohn und die Katl mein Durcheinander anhören, wodurch es zwar auch nicht klarer wurde, ich mich aber zunehmend entspannte. *kicher*

Donnerstag, 15. April 2021
Ich hatte der Mutti versprochen, sie zum Augenarzt zu fahren. Das ist immer ne blöde Aktion, weil ich sie da nur absetzen kann, dann heimfahren und auf ihren Anruf warten muss, um sie wieder abzuholen. Da man aber nie weiß, wie lange sie dort warten muss, kann ich mir in der Wartezeit nichts vornehmen.
Immerhin rief ich den H. in G. an, was das Wirrwar komplett machte, weil sein Telefon auf die V. umgeleitet war. Sie lachte über das ganze Chaos und versprach, den H. zu bitten, mich zurückzurufen, was dieser aber nicht tat. Also, doch, schon. Nur rief er vorher den B. an. Wat für’n Kuddelmuddel. Ich kann das gar nicht leiden, wenn so viel Primborium um meine Person gemacht wird, aber das ist in dieser Firma schon öfter mal passiert. Was ich dadurch aber erfahren habe, ist, dass dem Oberhäuptling daran gelegen ist, dass ich die beiden Hauptaufträge beide übernehme. Das klingt doch gut. Nun müssen wir nur noch dürfen.
Die Mutti rief dann 13.30 Uhr an, dass sie jetzt fertig sei. Termin war 10:00 Uhr. Auf dem Rückweg hielten wir noch beim Landfleischer und daheim, bereitete sie ein schnelles Mittagessen zu.
105/365
Der Feierabend gehörte dann den Drachen und später dem Pfarrer Braun.

Freitag, 16. April 2021
Ich wollte gleich am Morgen den Freitagsfüller ausfüllen, zögerte dann aber. Und dann kam ich erstmal nicht mehr dazu, weil die Mutti anrief: Meine Wachmaschine geht nicht an.
Ich versprach ihr, den Sohn anzurufen und mich wieder zu melden. Mit ihm verabredete ich mich dann bei der Mutti. Und dabei fiel mir ein, dass sie mir vor zwei oder drei Tagen erzählt hatte, dass das Licht im Bad nicht mehr geht. Konnte das zusammen hängen? Wir räumten die Garderobe ab und legten den Sicherungskasten frei. Es war tatsächlich eine Sicherung heraußen, was etwas seltsam war, weil diese eigentlich der FI sein sollte, auch als solcher beschriftet war, aber nicht als solcher geschaltet, sonst hätte die gesamte Wohnung stromlos sein müssen. War sie aber nicht. Wir versuchten, die Ursache zu finden, warum der Schütz gekommen war. Das gelang uns nicht, obwohl der Sohn alles akribisch prüfte und wir dann die Waschmaschine in einem Stundenprogramm laufen ließen, das sie problemlos absolvierte. Ich habe trotzdem die Waschfee in Verdacht.
Auf dem Heimweg gönne ich mir noch etwas. Das muss manchmal sein.
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Viel wurde dann an diesem TGag nicht mehr, auch kein Papierkram.
Den gesamten Abend hörte ich Norbert Fimpel die gesamte Playlist im Mix und endlos. Mein Lieblingsstück ist und bleibt Annemie, zu dem der Link euch führt. Es ist wunderschön und außerdem hat mir Norbert vor ein paar Jahren mal geschrieben, für wen und in welchem Zusammenhang er das Stück geschrieben hat, und das macht es für mich noch wertvoller. Dieses Jahr nicht, aber vielleicht nächstes will ich unbedingt mal zum Jazzfestival nach Mallorca, oder zu irgend einem anderen Konzert auf der Insel.

Samstag, 17. April 2021
Heute.
Tja, was habe ich denn heute vor? Ich möchte Wäsche waschen. Dazu bin ich gestern nicht mehr gekommen. Außerdem will ich endlich die Tüten ausräumen, die schon seit der Wochenmitte hier im Weg stehen. Und dann habe ich am Abend noch einen Gesprächstermin, bei dem es eventuell auch um Aufträge geht. Darauf bin ich sehr gespannt.

Nun habe ich aber wirklich genug gelabert. Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende.
Bleibt gesund, besonders auch im Geiste und an euren Seelen.
Eure Mira

# 622

Ich habe lange überlegt, ob ich den heutigen Freitagsfüller überhaupt ausfüllen soll. Warum, das werde ich euch unter dem Lückentext noch erklären.
Nun aber erst mal meine Ergänzungen.

1. Es ist mir viel zu kompliziert meine Befindlichkeiten wegen des heutigen Freitagsfüllers hier in einem Satz zu erklären.

2. Ich war noch nie in einem Nagelstudio.

3. Ob man mal irgendwann wieder eine eigene Meinung vertreten darf, ohne diffamiert zu werden?

4. Wie viele Menschen sich eben diese eigene Meinung von den Leitmedien einfach ab(weg)nehmen lassen ist schier unfassbar.

5. Das Leben ist schön!!!

6. Krimis, Krimis und nochmal Krimis und dazwischen immer mal gut gemachte Fantasy lese ich gerne.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf gute Musik (click), morgen habe ich geplant, meine Räumaktion fortzusetzen, die heute durch Muttis Hilferuf unterbrochen wurde und Sonntag möchte ich stricken und entspannen und mal sehen, was beim Räumen noch dringend ist!

Da der Lückentext, wie immer, bei Barbara zu finden ist, deren Beiträge ich sonst sehr gern verlinke, muss ich heute mal einen Disclaimer dazu schreiben. Was Barbara in diesem Beitrag außer dem Lückentext noch veröffentlicht hat, ist IHRE Meinung. Ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich Barbaras Meinung zum Thema Impungen in keiner Weise teilen oder mir zu eigen machen kann. Dabei sei ihr diese Meinung selbstverständlich unbenommen. Es ist eben nur nicht meine.

Nochmal Tagebuchbloggen…

…weil einfach so viel geschieht in diesen Tagen.
Der Dienstag und seine Geschichten
05:21 Uhr
Es ist noch dunkel. Ich stehe trotzdem auf. Bin guter Dinge und habe einiges vor.
07:30 Uhr
Bilder gucken, bloggen. Gegen 9 will ich los.
09:20 Uhr
Hab mich vertüddelt und bin immer noch daheim. Nun aber flott.
Reichlich 10 Minuten muss ich an der Schranke warten, so dass ich es vor meinem Termin in der Bibliothek nicht mehr zur Bank schaffe.
10:00 Uhr
Der nette junge Mensch in der Bücherei hat mir Berge von Lesetoff bereitgelegt. Drei Bücher sortiere ich aus, die möchte ich zumindest diesmal nicht mitnehmen. Die meisten ausgeliehen Bücher sind Krimis für Mutti. Für mich gibt es diesmal wieder einmal Fantasy von Markus Heitz.
Die Einzeltermine im Lockdown machen möglich, was sonst in der Bibliothek eher gar nicht geht: Wir haben Gelegenheit zu einem kleinen Plausch über Bücher und Lesegewohnheiten und so.
Wieder im Auto rufe ich den Sohn an, den ich abholen will. Da er nicht rangeht, drehe ich eine Runde in Richtung Bank und hole ihn danach ab.
Wir fahren ins Einkaufszentrum, wo der Sohn zum Frühstück Matjesbrötchen spendiert, die wir draußen vor dem Center auf einer Bank verspeisen. Dann will der Sohn endlich seine Hemden umtauschen, aber der Laden öffnet erst 12 Uhr. Weil im Center alle Sitzgelegenheiten mit rotweißem Flatterband abgesperrt sind, hocken wir uns ins Auto und warten.
12:00 Uhr
Der Laden öffnet, man kann durch Einlesen eines QR-Codes auch einen Termin bekommen, aber der Sohn darf trotzdem nicht in den Laden, weil die einen negativen C-Test sehen wollen. Den braucht man in Sachsen zum Betreten eines Klamottenladens, in den nur drei Leute gleichzeitig hinein dürfen, die sich zwischen den Regalen verlieren. Im Supermarkt, in den 300 Leute gleichzeitig hinein dürfen, die dann nebeneinander an den Auslagen stehen und die Waren betatschen und sich einen Dreck drum scheren, dass da Schilder dazu auffordern, nur das anzufassen, was man kaufen will, für den braucht man keinen Test. Ja nee, ist klar, im Supermarkt gibt es kein Infektionsrisiko. Das wissen wir ja nun.

Aber weiter im Text: Der Sohn darf also nicht in den Laden, weil er keinen Test dabei hat. Testen lassen darf er sich aber auch nicht, weil er keinen Personalausweis dabei hat. So bleibt mir nichts anders übrig, als dass ich mich testen lasse.
103/365
Blöde Prozedur. Die Nase tut mir noch zwei Stunden danach weh und das Ohr den ganzen Nachmittag. Nee, im Ohr hat keiner mit nem Wattestäbchen gebohrt, aber es schmerzte nach der Nasebohrerei trotzdem, und das, obwohl der junge Mensch das wirklich behutsam gemacht hat.
Immerhin darf ich, nachdem wir wiederum im Auto 20 Minuten auf das Testergebnis gewartet haben, dann endlich die Hemden umtauschen, bzw. zurückgeben, weil der Sohn inzwischen keine neuen mehr haben will.
13:30 Uhr
Ich setze den Sohn zu Hause ab und fahre zu Katl. Auf die Mutti habe ich inzwischen keine Lust mehr, weil sie am Telefon mal wieder einen garstigen Spruch losgelassen hat. Ich weiß, sie ist alt, aber deshalb muss sie doch nicht boshaft sein, oder? Besonders nicht zu mir. Ich finde, das habe ich nicht verdient.
Die Katl kocht Tee und hat feine Kekse gebacken.
16:00 Uhr
Ich mache mich auf den Heimweg und fahre noch schnell zum M-Laden, wo ich mir Pelmenie kaufe. Die sind lecker.
17:00 Uhr
Ich bin daheim, verstaue die Einkäufe, koche Tee und fühle mich müde vom Tag. Ich backe noch eine Pizza, die ich auch aus dem M-Laden mitgebracht habe.
Bissel cross, aber trotzdem Lecker.
Es wird noch ein wenig gelesen, dann kuschle ich mich recht früh ins Bett.

12 von 12 im April 2021

12_von_12 gesammelt von Caro bei Draußen nur Kännchen.
Was für ein Tag
05:56 Uhr
Aufstehen? Och nööööö.
10 Minuten später
Ach, doch. Ich kann ohnehin nicht wieder einschlafen. Also ab ins Bad, in die Küche, an den Rechner. Für die Telefonate, die ich dringend führen muss/möchte, ist es noch zu früh. Ich lasse das Lagerfeuer-Konzert von gestern weiterlaufen, leise, im Hintergrund.
07:20 Uhr

Heute gibt es Grüntee mit Vanille. Kaffee hatte ich schon, nun grummelt mein Magen. Der Tee wird ihn beruhigen. Und ein Duft ist das! Schade, dass ich den hier nicht rüberbringen kann.
08:00 Uhr
Zeit für den ersten Anruf bei Muttis Wohnungsverwaltung. Das ganze Haus hat seit Samstag kein warmes Wasser. Da muss sich nun die älteste Bewohnerin darum kümmern, dass das wieder in Ordnung kommt. Stellvertretend ich. Alle anderen dort sind deutlich jünger, auch jünger als ich, haben Handy, Internet, alles. Aber sie kümmern sich nicht nur nicht, sondern äußern sogar, dass die Seniorin das doch übernehmen kann. *kopfschüttel*
Andererseits ist das vielleicht auch ein Kompliment, immerhin trauen sie der alten Dame durchaus zu, dass sie das noch auf die Reihe bekommt. Bekommt sie auch, wie sich im Laufe des Tages noch herausstellen wird. Und das wiederum macht mich ein bissi stolz auf meine Kleine Alte Frau.
09:00 Uhr
Das nächste Telefonat führe ich mit "meinem" Herrn Richter. Wir haben ein schönes Gespräch über Neuerscheinungen und Lesungen und ich habe einen Termin zum Büchertausch für morgen 10 Uhr.
10:00 Uhr
Das nächste Telefonat muss ich ein wenig vorbereiten. Das geht es um was. Inspiriert hat mich der Andy {der vom Lagerfeuer und so…} ohne es zu ahnen. Ich hatte nämlich herausgefunden, dass er nicht einfach darauf wartet, dass die Zeiten für Soloselbständige und Künstler irgendwann wieder besser werden, sondern dass er die kulturelle und damit finanzielle Durststrecke, in die Menschen wie er hineingezwungen wurden, überbrückt, indem er Essen ausfährt. Ich für meinen Teil hatte auch bereits darüber nachgedacht, was ganz anderes zu machen. Vielleicht Nachtdienst an einer Tanke oder Frühschicht im Backshop oder Wochenenddienste in einem Callcenter. Die haben ja derzeit auch großen Bedarf an Leuten, besonders für unbeliebte Schichten. Ähm ja, nachgedacht hatte ich darüber. Aber man muss es auch tun! Und dafür diente der Anruf. Und ja, ich hab den Auftrag. Zwar erst Mitte Mai, aber hej, immerhin.
11:30 Uhr
So langsam muss ich mal los zur Mutti. Geht gerade nicht so, obwohl ich mich doch über den Termin Mitte Mai freuen kann. Also los jetzt.
Draußen ist es angenehmer, als es von drinnen aussah.


Um den Parkplatz herum breitet sich der Frühling aus. Das dritte Foto ist falsch fokussiert, aber das kann ich jetzt nicht mehr ändern.
Jemand hat die Schranke am Parkplatz umgekarrt. Darum kümmere ich mich aber nicht. Das ist gewiss längst gemeldet.
Bei Mutti
Sie möchte unbedingt Haare waschen. Also machen wir Wasser im Topf heiß. Klappt besser als ich dachte.
Ich helfe ihr, die drei Haare aufzuwickeln und bringe sie unter die Haube Davon habe ich leider kein Foto, obwohl das immer lustig aussieht, wie ein kleiner Alien.
ER ruft an. Huch.
Ich verzieh mich auf die Loggia {oder muss das in heißen}, um in Ruhe zu telefonieren. Mutti sagt hinterher: Ich hab dein Lächeln gesehen! Ja nun.
Auf dem Heimweg docke ich noch im N-Markt an und sammle etwas für’s Abendessen ein.
16:20 Uhr
Die Weinkönigin ruft an und bittet mich, die Flickendecke zu fotografieren und ihr das Bild zu senden, das sie ihrer Nachbarin zeigen möchte. Bittesehr.

Für den Termin morgen sammle ich die Bücher zusammen.
Dann bekommt die kleine Kissenhülle endlich das Patch, das ich am Sonntag schon stricken wollte.
Ich telefoniere mit Katl wegen unserer Verabredung.
Der Sohn ruft an und stürzt meine Pläne für morgen über den Haufen.
Ich rufe Katl an, weil wir umdisponieren müssen.
Dann gibt es endlich Abendessen.

22:00 Uhr
Zum ins Bett gehen bin ich ein bissel zu aufgekratzt. Also suche ich mir einen Film aus der Mediathek und kuschle mich ein.

In früheren Jahren
12 von 12 im April 2020
12 von 12 im April 2018
12 von 12 im April 2017

Der 15. Montag

Weil Montag ist, haben Anni und Martin wieder einen Lückentext zum Montagsstarter bereitgestellt.
Dieser Montag ist bei mir etwas vollgepackt, aber bevor ich mit alledem loslege, schaue ich mir an, ob ich die Textlücken mit Leben erfüllen kann.

1.) Hoffnung ist ein zweischneidiges Schwert. Für viele erscheint sie als einziger Anker in schwerer Zeit. Für mich ist sie eher negativ besetzt, denn wenn ich nur auf etwas hoffe, tue ich nichts. Und meiner Erfahrung nach, tut sich dann auch nichts. Außerdem wurde ich, wenn ich doch mal auf etwas gehofft habe, IMMER enttäuscht. Erst, wenn ich keine Hoffnung mehr hatte und mich gerührt habe, gelang es mir meist, etwas zum Besseren zu wenden.

2.) Warum kann denn nicht mal irgend etwas einfach sein?
Musiklink

3.a) Experten, insbesondere selbsternannte, reden viel, wenn der Tag lang ist. Nur glauben kann ich ihnen nicht mehr, denn gewisse Leute reden heute so und morgen so und widerrufen im selben Satz. Und/oder werden mit den absurdesten Aussagen zitiert, gerade so, wie es den Leitmedien passt oder wie sie es vorgegeben bekommen.

3.b) Experten in Sachen C. und allem, was damit verbunden ist, können mir gestohlen bleiben. Warum? Siehe a)

4.) Die Insel Usedom ist ein Paradies für mich.

5.) Ich habe wegen der Dame X. schon zwei Nächte nicht geschlafen. Dabei war die Erkenntnis, dass sie einfach nur ein schlechter Mensch ist, im Grunde sogar recht heilsam. Siehe 1.)

6.) Abendbrot ist etwas, das ich, wie alle Mahlzeiten am liebsten in Gesellschaft genieße.

7.) Ich freue mich auf Katls Besuch, habe zahlreiche Telefonate zu erledigen und dann weiß ich erst mal nicht weiter, weil alles vom Ergebnis der Telefonate abhängt.

Sieben Sachen Sonntagsglück 210411

Illy hat recht, es ist gar nicht so einfach, für Geraldins Sammlung an einem Sonntag sieben Fotos zusammenzubringen von Dingen, die man mit den Händen gemacht hat. Erst recht, wenn man nicht jede Woche das Gleiche zeigen will oder einen Anspruch an die Fotos hat, die über Küchenfotografie hinaus gehen.
Ähnlich geht mir das aber auch mit den Top 7, die Anni sonntags sammelt. Für diese sieben Schlagworte fällt mich auch nicht immer etwas und schon gar nicht immer Neues ein.
Da ich beide Formate aber sehr mag, stopfe ich die unvollständigen Sammlungen nun mal hier in einen Sonntasglück-Beitrag.
Sieben-Sachen-Sonntag
Ich sag es gleich, es gibt nur 5 Fotos, und sie haben allesamt nur Küchenqualität.
Gleich am Morgen, also, nachdem ich bis 9 Uhr verschlafen hatte, aber immerhin noch vor dem ersten Kaffee, installierte ich den Wollwickler im Wohnzimmer und verwandelte ein paar verwurschtelte Wollreste in ansehnliche und verstrickbare Knäuel.
Diese hätte ich dann gern an die kleine Kissenhülle angestrickt. Leider entdeckte ich in den beiden letzten Patches jeweils einen Fehler. Beide Male hatte ich an einer Stelle den Faden geteilt, wodurch eine dünne Stelle entstanden war, die sehr bald zu einem Löchlein hätte werden können. Also war wieder einmal Ribbeln angesagt. Zwei Patche jeweils zur Hälfte und dann wieder fertigstricken. Zu mehr reichte dann die Lust nicht.
Das schöne Wetter inspirierte mich dazu, etwas für mich zu tun. Haare färben und in der Badewanne entspannen. Am Ende hängte ich meine schöne neue Badematte zum Trocknen auf.
Trotz der Entspannung und obwohl ich nun die Haare schön hatte, zog ein Frösteln in mir herauf. Kennt ihr soetwas? Man weiß, dass man sich gut fühlen sollte, dass man {außer dem großen Weltschmerz} keine Sorgen haben sollte, zumindest keine, gegen die man irgendetwas tun kann, außer aussitzen. Und doch ist da etwas, das einen quält, einem nicht gut tun. Und dann ist man entweder sehr müde oder man friert. Um dieses Frieren etwas einzudämmen, zog ich wollene Strümpfe an und darüber noch die kuscheligen Stutzen. Die liebe ich.
Als das gegen die innere Kälte auch nichts half, musste noch ein Seelenschmeichler her. Was man auf dem Foto nicht sehen kann, der Milchkaffee enthält einen guten Schuss Eierlikör. Davon wurde mir dann endlich warm.

So gut versorgt, konnte ich auch wieder Lesen.
Inselruhe von Rieke Husmann Das hatte ich schon mal, wusste aber nicht mehr, wie es ausging und habe es noch einmal gelesen. Es war vergnüglich.
Bornholmer Schatten von Katharina Peters Ganz neue Autorin {für mich}. Mag ich sehr.

Flimmerkiste
Da gab es diese Woche nichts Gescheites. Bei den meisten Filmen schaltete ich nach kurzer Zeit wieder weg. SOKO Wien habe ich mir angesehen, weil ich die schrägen Charaktere so gern mag.

Musik
Jaha, da hab ich was für euch. Lagerfeuer-Konzert

Andy, den Sänger kenne ich schon… ich überlege gerade, fast 30 Jahre. Wir waren damals recht eng befreundet, aber ich dumme Kuh hab den Kontakt einschlafen lassen. Keine Ahnung, wieso. Also, doch, ich weiß schon, wieso. Ich bin damals meinem Job hinterher gerannt, hinterher gefahren, habe in München gearbeitet und in der schwäbischen Ostalb und wieder in München. Und darüber sind die wunderbaren Kontakte, die ich hier daheim hatte, ganz langsam eingeschlafen.
Und jetzt werde ich sehr sentimental, was mir gerade nicht wirklich gut tut. Also überlasse ich euch diesen wunderbaren Musikern und mich meinen traurigen Gedanken.

Erlebnis und Genuss
Diese beiden fasse ich heute mal zusammen. Das Erlebnis war Muttis 88. Geburtstag. In diesem Alter finde ich, darf man das Alter einer Dame wieder verraten. Tja, und der Genuss hing mit dieser Minifeier zusammen. Für Mutti war es mein Kuchen, für mich war es ihr Abendessen. Ihr wisst ja, ich bin nicht so die Süße {obwohl mich ein lieber Mensch bis heute genauso nennt *hüstel*}.
Katl, pscht. Sag jetzt nix. *grins*

Hobby
Damit hab ich euch oben bei den Fotos schon genervt. Das lasse ich jetzt bleiben.

Und Webfunde naja, wenn ihr meiner Musikempfehlung gefolgt seid, habt ihr mit einem meiner Webfunde jetzt noch ca. 2 Stunden zu tun. Dabei möchte ich es belassen.

Damit die Chronologie gewahrt bleibt, mogle ich diesen Eintrag jetzt noch vor den Montagsstarter.

Samstagsplausch {10.04.2021}

100/365
Da es für das Bild 100 noch zu düster ist, widme ich mich erst einmal Andrea und ihrem Samstagsplausch und meinem Beitrag dazu.
Die Woche in drei Worten
Rasend schnell vorbei.
Entsprechend kurz wird wahrscheinlich hier der Wochenrückblick allerdings mit kleinen Ausschweifungen {Links}, denn ich habe relativ viel gebloggt in dieser Woche.
Sonntag, 04. April 2021
Weil Ostern war, weil es schön war und weil ich einfach Spaß dran hatte, gab es sieben Fotos von Dingen, für die ich am Ostersonntag meine Hände gebraucht hatte, egal ob für 5 Minuten oder für 5 Stunden. Es macht wirklich Spaß, den Tag pber su schauen, was man denn für den Sieben-Sachen-Sonntag festhalten möchte. Ich wünsche mir nur jedes Mal, wenn ich mich beteilige, dass ein paar mehr BloggerInnen teilnehmen würden, denn es interessiert mich natürlich, wie andere ihre Sonntage verbringen.
Außerdem gab es endlich mal wieder meine Sonntags Top 7.

Montag, 05. April 2021
Ihr seht es am Datum, es war Zeit für das Tagebuchbloggen unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
Außerdem gab es trotz Feiertag auch den Lückentext zum Montagsstarter, dedn ich wieder gern ausgefüllt habe.

Dienstag, 06. April 2021
Es war wieder Schnee gefallen. Nicht viel, aber er nervte trotzdem. Deshalb schrieb ich eine kleine Geschichte darüber, wieso es dauernd schneit.

Mittwoch, 07. April 2021
Natürlich war wieder Markttag, und ich schleppte die Mutti auch hin. Zunächst wollte sie aber gar nicht auf den Markt, sondern zum Uhrmacher, zur Drogerie und zum Schuhladen. Der sah beim Vorbeifahren so dunkel aus, dass ich dachte, er hätte geschlossen. Trotzdem gingen wir hin, weil ich ihr das einfach nicht verwehren wollte. Es stand ein Schild an der Tür: Nur mit Termin! Weil aber der Verkäufer ganz allein in seinem riesigen Laden saß und Zeitung las, steckte ich meinen Kopf zur Tür hinein und fragte, ob wir einen Termin bekommen können.
Könnt ihr!
Jetzt?
Bitte sehr! Tragt euch da in die Liste ein.
Und so kam die Mutti zu ein Paar neuen Schuhen. Auch wenn man sie nicht täglich kauft, gehören sie doch zum täglichen Bedarf, denn wenn sie kaputt gehen, wie bei Mutti, was macht man da? Barfuß laufen? Das war übrigens Muttis Frage, nicht meine. Ich betone das deshalb, weil ich selbst den Entscheidungen unserer Obrigkeit schon länger kritisch gegenüber stehe. Ich kann ihnen nicht glauben, dass sie irgendetwas im Interesse der Bevölkerung entscheiden. Sie machen das alles schon lange nur, um ihre Macht auszuweiten und/oder sich zu bereichern. Sonst dürfte es nicht so viele, sich ständig widersprechende Entscheidungen geben und nicht alle paar Tage eine neue Korruptionsaffäre aufgedeckt werden.
Die Mutti, die ganztägig den Gehirnwäsche-Nachrichten der Leitmedien ausgesetzt ist, hat das lange anders gesehn. Sie meinte oft, sie wünsche sich, ich würde nicht so schlecht von der Regierung denken. {Ich hielt ihr dann entgegen: Ich denke nicht schlecht, aber ich denke!} Inzwischen ist sie auch zu der Erkenntnis gekommen, dass das gar nicht alles stimmen kann, was da täglich verbreitet wird.
Nun freute sie sich erst einmal über ihre neuen Schuhe. Nachdem wir noch beim N-Markt gewesen waren, gab es bei ihr noch Mittagessen.
97/365
Also, ich denke schon, dass wir genügsam sind.
Donnerstag, 08. April 2021
Die Katl hatte schon in einem Telefonat zu Ostern angekündigt, sie wolle zu mir kommen. Ich freute mich darauf.
Der Sohn hatte ebenfalls angekündigt, zu mir kommen zu wollen, damit wir endlich ein paar Büroarbeiten erledigen können. Da er das aber schon seit in paar Tagen immer wieder verschoben hatte und ich nicht genau wusste, ob und wann er tatsächlich auftaucht, sagte ich der Katl nicht ab. Viel zu sehr freute ich mich auf sie. Leider hat sich mich vergessen. Oder es kam etwas dazwischen. Wer weiß?
Für Andreas Nadelgeplapper hatte ich einen kleinen Beitrag vorbereitet. Ich wollte über meine neuen Socken erzählen, über das wiederentdeckte Muster und eine Ferse, die in Runden gestrickt wird. als ich aber die Fotos für diese besondere Ferse qaufnehmen wollte, stellte ich fest, dass man diese nicht gut in kombination mit "meinem" Muster einsetzen kann. Da dreht sich die Socke nämlich in sich, so dass man sie wohl kaum tragen kann. Also ribbelte ich erst einma bis zum Schaft und versuche das nächste Woche noch einmal.
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Freitag, 09. April 2021
Ein besonderer Tag für uns. Die kleine Frau wird 88.
Sie hat sich einen Kuchen gewünscht: Aber nicht wieder Quark.
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Also bekam sie Apfelkuchen mit Streuseln. ich habe den noch nie gebacken, aber er war lecker.
Samstag, 10. April 2021
Weil es nun immer noch grau uns bäh ist, habe ich für das heutige Foto eines von unserem Kaffeetisch von gestern genommen und nur die wunderschöne Sammeltasse ausgeschnitten.
100/365

Die passt zu unserem Plausch. Und da gehe ich jetzt auch hin und schaue, wie eure Woche so war.
Habt ein schönes Wochenende.

Geschichten am Dienstag

96/365

Warum es immer wieder schneit
Am Abend meinte Lili, sie sei schon ganz verrückt wegen all dieser widersprüchlichen Informationen, wegen all dieser Regelungen und Maßnahmen, die teilweise völlig konfus und nicht nachvollziehbar sind, und angesichts der erzielten oder eben gerade nicht erzielten Wirkung offensichtlich auch völlig nutzlos.
Als ich ihr dann am Morgen dieses Schneefoto schickte, fragte sie: Ja, ist denn die Frau Holle jetzt auch schon völlig durchgedreht? Und da wusste ich es! Plötzlich war mir klar, warum es immer noch und immer wieder schneit.
Dass Frau Holle durch das Schütteln ihrer Betten im Winter für Schnee sorgt, wisst ihr alle. Aber was die Hollerfrau den Rest des Jahres zu tun hat, das weiß manch einer nicht. Oder doch? Sie ist die Schutzheilige aller Spinnerinnen und Spinner. Sie sorgt dafür, dass die Wiesen und Weiden grün sind, damit die Herden der Wanderschäfer immer genug zu fressen finden. Sie sorgt auch dafür, dass im Frühjahr der Hollerstrauch reichlich blüht, damit die Menschen aus den Blüten Sirup kochen und daraus den Sommer über Limonade machen können. Der Hollerstrauch ist ihr Strauch, von ihm hat sie ihren Namen, aus dem bezieht sie einen Teil ihrer Zauberkraft und natürlich sorgt sie für ihn, denn er muss wirklich viele Blüten haben, damit nach der Ernte im Frühjahr noch genug Dolden übrig bleiben, an denen über den Sommer Beeren wachsen können, erst grün {und giftig}, dann rot und im Herbst blauschwarz. Dann können die Menschen auch die Dolden ernten, die im Frühjahr stehen geblieben sind und daraus Saft oder Suppe kochen, die eine gewisse Heilwirkung haben.
Doch die Frau Holle tut noch mehr. Manchmal, wenn die Frauen des Dorfes in der Ratsstube des Dorfältesten oder auch im Dorfkrug {wenn es denn einen gibt} beisammen sitzen und spinnen, klopft es an der Tür und eine Fremde erbittet Einlass. Sie setzt sich zu den Frauen, holt ihre Spindel hervor und spinnt ein feines Garn. Dabei lauscht sie den Erzählungen der Frauen und bringt selbst Geschichten oder Nachrichten aus der Welt in die Dörfer. Wenn sie dann spät am Abend wieder geht, tut sie das nicht durch die Tür, durch die sie hereingekommen ist. Sie öffnet ein Fenster und wirft ihre Spindel hinaus. Diese schwebt dann einen Meter über dem Boden und das Ende des eben gesponnenen Fadens hängt waagerecht in der Luft. Auf diesen schwingt sich die Fremde und reitet darauf in die Nacht. Da erst erkennen die Frauen, wer in den letzten Stunden ihr Gast gewesen war, nämlich ihre Schutzheilige, die Frau Holle.
Und nun? Die Welt erstarrt im Lockdown. Seit Monaten darf keiner mehr vor die Tür. Dorfschänken bleiben geschlossen und auch in den Ratsstuben dürfen sich die Spinnerinnen nicht mehr treffen. Jede sitzt für sich allein daheim und bläst beim Spinnen Trübsal, denn wenn man sich gegenseitig keine Geschichten mehr erzählen darf und keine Fremden mehr Nachrichten aus aller Welt bringen, bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als trübsinnig zu werden. Nicht einmal beim Händler kann man mehr die Nachbarinnen treffen und einen Plausch halten, denn die Händler mussten ihre Läden zusperren. Manche kommen jetzt an die Häuser, um den Menschen ihre Waren zu bringen, aber auch da dürfen sie sich nicht aufhalten. Sie legen ihre Waren auf der Türschwelle ab, klopfen kräftig an die Tür, doch bis die Hausfrau diese geöffnet hat, sind sie schon wieder verschwunden. Freilich kommen Herolde in die Dörfer und verkünden lauthals in den Straßen die neuesten Nachrichten. Doch was sind das für Nachrichten? Immer nur schlechte, von Krankheit und Tod und neuen immer krasseren Verboten und Maßregeln, für die sich die Menschen nicht mehr interessieren, weil sie ohnehin in ihren Hütten eingesperrt sind. Schlimmer kann es doch kaum mehr kommen.
Und was hat das alles nun mit unserer Frau Holle zu tun? Die sitzt auch allein in ihrem Wolkenhaus, darf nicht auf die Erde hinab, nicht zu den Schafweiden, nicht zu den Holundersträuchern und erst recht nicht zu den Menschen in den Spinnstuben. Und es kann auch niemand zu ihr kommen, nicht einmal die Pechmarie. Selbst über deren Gesellschaft würde sich die Frau Holle jetzt freuen. Aber auch die Pechmarie sitzt in ihrem Haus und darf sich davon nur 15 km weit entfernen. Da kommt sie nicht einmal bis zum Brunnen, um hinein zu springen und erst recht nicht bis zu Frau Holles Wolkenhaus.
Und so sitzt unsere Frau Holle da oben ganz allein und langweilt sich und wird ganz langsam wirr im Kopf. Damit es nicht ganz schlimm mit ihr wird, läuft sie immer und immer wieder durch ihr Haus. Sie räumt hier etwas von da nach dort, zuppelt da an etwas herum und kommt bei ihren Runden durchs Wolkenhaus immer wieder an den Betten vorbei, die noch im Fenster liegen. Mal klopft sie nur ein wenig auf die dicken Kissen, manchmal nimmt sie eines hoch und schüttelt kräftig. Sie weiß, dass längst Frühling ist und sie mit dem Schütteln aufhören müsste, doch wenn sie durch ihr Wolkenfenster auf die Erde hinab schaut, sieht sie nichts als Chaos und Verwirrung und hört die Herolde die unsinnigsten Meldungen verbreiten. Dann schüttelt sie ihre Betten noch ein wenig kräftiger, um das Chaos unter dem Schnee zu begraben und die Herolde daran zu hindern, weiter mit ihren kruden Nachrichten durch die Welt zu ziehen.
Freilich zieht sie damit auch den Unmut der Menschen auf sich, deren Seelen wund sind und die sich bunte Frühlingsfarben wünschen, statt des ewigen Weiß.
Wenn Frau Holle dann am Fenster steht und der Unmut der Menschen bis zu ihr herauf dringt, dann sagt sie leise: Seid doch froh. Bei diesem Wetter fällt es euch leichter in euren Häusern zu bleiben und den Hausarrest zu ertagen, den eure Königin unverdient und nutzlos über euch verhängt hat. Haltet durch, meine lieben Menschen. Mehr kann ich im Moment nicht für euch tun.