Drabble am Dienstag

In der Wortgarage gibt es wieder ein Bild, zu dem man eine Beschreibung oder noch besser eine Geschichte schreiben kann, die genau 100 Wörter enthält.
Ich bin gerade nicht gut drauf. So ist auch mein Text irgendwie … schräg.

Das Glas umgekippt, der Wein verschüttet. Rot wie Blut, die Lache auf dem Tisch. Läuft einfach aus, der Wein, wie Gefühle aus meinem Herzen auslaufen. Unaufhaltsam auf dem Weg ins Nirgendwo. Breitet sich aus wie ein Meer, das alles wegspült, was einst Bestand hatte. Und was hat jetzt noch Bestand? Was bleibt, außer Flecken? Ja, Rotwein macht Flecke. Interessant geformt. Was lese ich daraus? Hat dieser Fleck den Umriss eines fernen Landes? Einer Insel vielleicht, auf der wir glücklich sein können? Ja, komm, reich mir deine Hand und lass uns aufbrechen. Lass uns gemeinsam reisen in ein schöneres fernes Land.

12 von 12 im Januar 2026

12_von_12
Caro von Draußen nur Kännchen sammelt wieder unsere in Bildern festgehaltenen Eindrücke des Tages. Vielen Dank dafür.
Ein Montag im Winter
Wuaaaah, ist das kalt.

Ich stehe auf dem Bahnsteig. Wer nicht kommt, ist die S-Bahn. 13 Minuten Verspätung hat sie. Dafür ist sie recht leer. Vielleicht machen alle, die das irgendwie einrichten können, heute Homeoffice. Das geht ja bei mir nicht.
Wegen der Zugverspätung verpasse ich den Bus, nehme einen anderen, der mich wenigstens ein Stück näher an die Arbeitsstelle bringt. Die Wege sind so seltsam geräumt, dass es an vielen Stellen nicht möglich ist, die Straße zu überqueren.
Jetzt brauche ich einen Kaffee.
Der Sohn hat gekocht und ich konnte mir ein leckeres Mittagessen mit zur Arbeit nehmen.
Der Heimweg dauert heute fast zweieinhalb Stunden. Busse fahren keine und die Züge? Naja. Dieser kleine Warteimbnis schließt pünktlich zur Hauptverkehrszeit um 16 Uhr. Danach heißt es Warten im Freien, in der Kälte. Service vom Feinsten.
Erstaunlicherweise ist auch der RE relativ leer, so dass Zugsocking möglich ist.
Endlich daheim werfe ich die Waschfee an. Lust habe ich keine, aber wer weiß, was morgen wieder ist. Und waschen muss ich ja mal. Es passt ohnehin nicht alles in eine Waschladung.
Während die Fee ihren Dienst tut, muss ich dringen Nägel feilen, denn auf dem Heimweg ist sogar ein Daumennagel abgeknackst. Derzeit ist das ganz schlimm mit meinen Fingernägeln. Ein Foto erspare ich euch, denn meine Hände sehen räudig aus, die kann ich keinem zumuten.
Dann ist es auch schon Zeit, die Wäsche aufzuhängen.
Ein gemütliches Abendessen steht als nächstes auf dem Programm.
Und nun möchte ich die heutigen Fotos an den Rechner übertragen. Wo ist denn bloß mein kleines Datenkabel hingeraten? Am Wochenende bei RoHen hatte ich es noch. Jetzt suche ich es vergebens. Deshalb liegt nun hier eine Menge Kabelsalat herum. Immerhin funktioniert die Übertragung, was nicht bei allen Kabeln klappt. Nun kann ich diesen Eintrag fertigstellen und bei Caro verlinken. Da schaue ich dann auch noch ein wenig, was heute bei euch so los war. Und danach wird es Zeit, ins Bett zu gehen und dem nächsten 12. entgegen zu träumen.
Gute Nacht.

In früheren Jahren
12 von 12 im Januar 2025
12 von 12 im Januar 2024
12 von 12 im Januar 2023
12 von 12 im Januar 2022
12 von 12 im Januar 2021
12 von 12 im Januar 2020
12 von 12 im Januar 2018
12 von 12 im Januar 2017

Der 3. Montag

Verrückter Start in die Woche
Nachdem ich endlich doch heil hier angekommen bin, stürze ich mich auf Anitas Lückentext.

❶ Sport im TV ist nix für mich, weil TV ohnehin nix für mich ist. *lach*

❷ Dass wir uns wieder so gut verstehen, freut mich sehr.

❸ Gestern hat der Sohn mich vom Bahnhof abgeholt, wo mein eingeschneites Auto seit Freitag auf dem P+R-Platz stand. Der Sohn hat es freigeräumt.

❹ Heute werde ich noch eine Trommel Wäsche waschen.

❺ Vorher aber stehen 9 Stunden im Spielzeugland auf dem Plan.

Bürokrams mache ich ungern am Abend. Aber nutzt ja nix, wat mutt, dat mutt.

❼ Im Kalender steht diese Woche außer 12 von 12 nichts besonderes, ich habe außerdem wie immer etwas Bürokram geplant und dann freue ich mich auf RoHen, wobei wir noch nicht wissen, ob er zu mir kommt oder ich zu ihm fahre. Ich tendiere zu letzterm.

So, und nun geht es hier richtig los.

Januarnotizen – 09. Januar 2026

Gedanken
Meine Reise nach Jena heute Nachmittag beruht auf der Voraussetzung, dass der Regionalexpress pünktlich ist. Dann könnte ich 18:12 Uhr in Jena ankommen. Leider war der RE in dieser Woche nur ein einziges Mal pünktlich und da auch nur, weil man in Falkenberg nicht auf den verspäteten Zugteil gewartet hatte. Also werde ich wohl zwei Stunden länger brauchen für meine Fahrt. Ach, ach.
12f26 und 26 für 26
Dank Illy fand ich zu der Ravelry-Gruppe Stricken statt Klicken, die seit Jahren ein Projekt verfolgt, bei dem jedes Jahr 12 Päckchen mit Sockengarn gepackt werden. Herumliegende Knäulchen oder Reste oder Kombinationen daraus, immer ausreichend für ein Sockenpaar. Die Päckchen werden nummeriert und dann jeden Monat eine Zahl gezogen. Aus dem darin versteckten Garn wird im entsprechenden Monat ein Paar Socken gestrickt, so dass man übers Jahr schon mal auf 12 feine Paare kommt. Wie ihr seht, wenn ihr dem Link folgt, hat Illy ihr Januar-Paar schon fertig. Katrin nimmt auch an diesem Projekt teil und hat für das vergangene Jahr eine sehr schöne Zusammenfassung geschrieben. Das hoffe ich Ende diesen Jahres auch vorzeigen zu können.
Ich hatte mir am 12. Dezember schon diese 10 Knäuel breit gelegt und später mit weiteren 2 Knäulchen in große nummerierte Briefumschläge verpackt. Gezogen wurde die Nummer 11. und gestern Abend bekam ich dann auch mein erstes Sockenpaar fertig.
Paar Nr. 01/26
Garn: Opal aus irgendeinem Abo
Größe: 36/37
Ferse: Tomate
Muster: Kaffeeböhnchen
Für mich!
Außerdem… gibt es noch das Projekt 26 für 26. Also, ich weiß nicht, ob es das wirklich irgendwo im Netz gibt. Bei mir zumindest gibt es das seit Jahren, dass ich immer versuche, der Jahreszahl entsprechend viele Sockenpaare zu stricken. 2025 habe ich keine 25 Paare geschafft. 2026 versuche ich es wieder. Nun bin ich mit dem Januar-Paar schon fertig und habe ein zusätzliches Paar für den Sohn auf den Nadeln, um die Zeit bis zum 25. zu überbrücken, wenn in der Ravelry-Gruppe die nächste Zahl gezogen wird. Wenn mir das jeden Monat gelingt, hätte ich dann schon 24 Paare. Außerdem muss ich mindestens 3 Ribbelpaare stricken. Was ist das? Handgestrickte Socken laufen sich schon auch mal durch oder erhalten in der Waschfee Löcher, weil sie an irgendwas {meist BH-Verschlüsse} hängen bleiben. Früher habe ich die Löcher immer gestopft, was keine so tolle Lösung ist, deshalb habe ich mir die Vorgehensweise von Katl abgeguckt. Sie ribbelt löchrige Socken und strickt sie neu. Da braucht man dann meist für die Spitze oder auch für Ferse und Spitze noch einen Rest, um fehlendes Garn aufzufüllen. Das kann ein passender Rest sein oder auch was völlig anderes. Nun habe ich zumindest drei löchrige Paare in meiner Schublade liegen, denen ich auf diese Weise zu neuem Leben verhelfen möchte.

Januarnotizen – 07. Januar 2026

Ein Gedicht für jeden Tag. Da braucht man eine Menge Ideen. Gabi meint, man kann über alles Gedichte schreiben, sogar über einen Fotoapparat. Ich bin tagtäglich von Spielzeug umgeben. Also, warum nicht über Spielzeug schreiben?
Puppe mit blonden Zöpfen
sitzt neben der Eingangstür
zwinkert dem braunen Teddy zu
und einem gar seltsamen Tier
das wurde aus Flicken gefertigt
und träumt hier vor sich hin
es würde von Herzen gern umzieh’n
zu einem freundlichen Kind.

Vielleicht kommen unterwegs noch ein paar Zeilen hinzu, vielleicht widme ich der Holzeisenbahn {was für ein unsinniges Wort} auch ein eigens Gedicht irgendwann. Ja, ich glaube, ich texte hier nicht weiter. Ich glaube, es ist gut, so wie es ist.

Heute hat meine Katl Geburtstag und ich wünsche von hier aus alles, alles Gute. Schon am Wochenende entstand der Plan, sie heute nach der Arbeit zu besuchen. Das habe ich schon vorbereitet, als ich noch in Jena war. Und dann habe ich Chaotin das Blümchen zu Hause vergessen, dass ich ihr bringen wollte. Inzwischen ist mir auch recht mulmig zumute, so dass ich froh sein werde, wenn ich den Heimweg überstanden habe. Ach, ach.

Vielleicht erhalte ich noch Nachricht von der Schwester, die zur Zeit im Krankenhaus ist und auf die Ergebnisse des MRT wartet {müsste das nicht der MRT heißen?}.

RoHen möchte ich auch noch einmal anrufen, weil wir noch planen sollten, was wir am Samstag zu Kunst und Küche mitnehmen.

Schreibschnuppe 2/26

Martina hat für die heutige Schreibschnuppe eine Szene beschrieben, aus der eine Geschichte entwickelt werden sollte:
Ihr steht auf einem Berg, vor euch breitet sich ein Tal aus, euer Blick schweift über grüne Bäume und einen steinernen Weg entlang, der sich durchs Tal schlängelt und dann ins Meer hinein, das dort an die Küste schwappt. Der steinerne Wall führt weiter zu einem Felsen im Meer auf dem eine Burg thront. Die Burg trotzt Wind und Wellen schon seit langem. Über ihr steht ein blauer Himmel und lässt die alten Mauern im Sonnenlicht goldbraun erstrahlen, während das Meer türkisblau schimmert. Was hat sich hier zugetragen? Wer wohnte einst hier? Oder was tust du hier? Nimm uns mit in diese Festung im Meer.
Und hier nun meine genau 100 Wörter:
Sonnenlicht glänzt und glitzert auf dem Wasser, so dass ich die Augen schließen muss. Da geschieht etwas Seltsames. Ich höre Schlachtgetümmel, sehe geharnischte Reiter, die mit ihren Schwertern auf Kämpfer einschlagen, die mit Booten von der Festung im Meer herüber gekommen sind. Das türkis glitzernde Wasser färbt sich rot. Da plötzlich brodelt das Meer, als finge das Wasser an zu kochen. Ein riesiges echsenartiges Wesen taucht aus den Fluten auf, peitscht die See mit seinem geschuppten Schwanz. Die Reiter fliehen vor der tosenden Flut. Die Verteidiger springen in ihre Boote, rudern zurück zur Festung. Gerettet!

Schreibschnuppe 1/26

In Martinas erster Schreibschnuppe im neuen Jahr geht es kriminalistisch zu. Ein ganzer Satz als Schreibimpuls verkürzt die Möglichkeiten für eigene Gestaltungen. Mir schwirrt über das Drabble hinaus noch einiges durch den Kopf. Hier nun erst einmal die genau 100 Wörter:
Normalerweise war es hier oben im Flur der Polizeiinspektion ruhig. Er hatte sich in ein leerstehendes Büro zurückgezogen, um nachdenken zu können. Doch ausgerechnet heute summte es hier wie in einem Bienenstock. Kollegen liefen zwischen den Büros hin und her, trugen Akten mit sich herum. Telefone klingelten, Türen klappten. Der Kaffeeautomat brummte und röchelte. Wie sollte er sich hier konzentrieren? Er brauchte eine Idee, wie er seine Kollegin von dem Verdacht befreien konnte, der gegen sie erhoben wurde. Es musste eine gute Idee sein, denn der Verdacht wog schwer. Er stopfte die Akte in seine Tasche und verließ das Haus.

Januarnotizen – 06. Januar 2026

Ich will Sommer, na gut, wenigstens Frühling. Mit ist es hier viel zu kalt. So viel dicke Kleidung kann ich gar nicht übereinander ziehen, dass ich aufhören würde zu frieren.

Nichts ist, wie es sein soll
Nichts ist, wie es war
Falls der Nebel sich auflöst
wäre die Sicht wieder klar.

Wind weht kalt von Norden
droht mit Blitzeis und Schnee
türmt zu wütenden Wellen
die dunkelgraue See.

Weht der Wind erst aus Süden
der Himmel erstrahlt in Blau.
Grün beginnt zu sprießen
Lüfte werden lau.

Ach, wäre doch schon Frühling,
ach, wäre doch schon Mai,
ach, wär des Winters Kälte
endlich wieder vorbei.

Drabble am Dienstag – 06.01.2026

Huch, ist das kalt geworden. Meine Federn schaffen kaum, mich warm zu alten, wenn ich mich noch so dick aufplustere. Zum Glück habe ich feine rote Stiefelchen, damit ich nicht mit meinen nackten Füßchen im Schnee herumtappen muss. Mit den Stiefelchen ist auch meine Spur anders und der grimmige Nachbarskater kann sie nicht erkennen. Ich habe eine kuschelige Mütze aufgesetzt, mit roten Streifen, passend zu meinen Stiefeln. Die gefrorenen Vogelbeeren nasche ich lieber nicht, davon bekomme ich Bauchweh. Ich weiß einen Balkon, wo es lecker Körner gibt. Der ist ganz hoch oben, da kommt auch der olle Kater nicht hin.
Das Dienstags-Drabble gibt es bei Jürschn, der immer hübsche Bilder bereit stellt, die man in einem Drabble beschreiben soll. Bei mir wird das meist keine reine Beschreibung, sondern eine Mini-Geschichte.
Diesmal ist es zudem auch noch eine Dinggeschichte geworden. In Gabis Adventskalender 2024 habe ich es nicht fertiggebracht, eine solche Geschichte zu schreiben. Ich dachte, ich könnte das nicht. Bei ihrem Schreibkurs, an dem ich letzten Herbst teilgenommen habe, stellt ich fest, dass ich schon vor vielen Jahren eine Dinggeschichte und ein Dinggedicht geschrieben habe, an denen ich heute immer mal wieder arbeite, zumindest an der Geschichte, damit daraus endlich ein komplettes Buch wird.