Es kam, wie es kommen musste
Gern nehme ich mir einen Kaffee mit, wenn ich mich gemütlich an meinen Rechner setze, um etwas zu bloggen oder wie gestern mich einfach mal durch das Netz treiben zu lassen. Den dicken Kaffeepott stelle ich immer auf der Heizung ab. Jedes Mal, wenn RoHen das sah, meckerte er: Irgendwann schüttest du den Pott mal um!
Das wäre fatal, denn unter der Heizung am Boden kringelte sich meine gesamte Computer-Kabelei. Wenn ich die unter Wasser oder eben unter Kaffee gesetzt hätte… ohoh.
Gestern Abend ist es passiert. UMGESCHÜTTET habe die Tasse nicht, aber geschwappert. Zuerst sah es aus, als sei gar nichts passiert, doch nach einer Weile roch es komisch. Ich habe geschaut, aber nichts gesehen. Auf einmal fing es an zu knäckern. Und dann sah ich in dem einen Verteiler lauter kleine Funken 🥺 Zuerst riss ich hektisch alle Stecker aus dem Verteiler, damit der keinen Strom mehr zieht. Den Rechner fuhr ich sicherheitshalber runter. Dann wollte ich den Verteiler aus der Steckdose ziehen. ABER, die Ecke, in der der Rechner steht, ist eng und verbaut. Der kleine Computertisch passt da saugend hinein und die Steckdosen befinden sich natürlich dahinter.
Nun kann ich mich weder bücken, noch erst recht nicht verrenken. Selbst mit heben und tragen ist das so eine Sache.
RoHen ist groß, hat entsprechend lange Arme. Er wäre da mit Sicherheit rangekommen. Aber RoHen ist ja nie selten da.
In meiner Not rief ich den Sohn an. Er meinte, ich soll mir keine Sorgen machen. Wenn keine Last mehr dran hängt, kann nicht mehr viel passieren und er käme dann und würde alles wieder in Ordnung bringen.
Ich machte mir aber Sorgen! So begann ich, in der schlecht zugänglichen Ecke herum zu räumen.
Und irgendwann hatte ich es geschafft. Die beiden verschmorten Leitungen waren abgebaut. Eine neue Leitung lag und gleich ordentlich an einer Stelle, an der kein Kaffee mehr hinein tröpfeln kann, selbst wenn ich den Pott tatsächlich umwerfen würde.
Natürlich schmerzte der Rücken, aber das war nichts im Vergleich zu der Freude darüber, etwas geschafft zu haben, von dem ich dachte, dass ich es ohne Hilfe nicht hinbekäme.
Sonntags Top 7
1_Gelesen
Ostseekrimi von Dana Düne
Ermittler Frauke Eigen und Kai Brötler
Ostseepein, 254 Seiten
2_Gehört/Gesehen
Nach langer Zeit habe ich die Uta wiedergesehen und gehört und mit ihr gesprochen und gemeinsam gelacht.
3_Erlebnise
Siehe 2.
4_Genuss
Auf dem Markt habe ich mir zwei Salamis gekauft, eine mit Schwarzbier und eine mit Rotwein. Sagt der Händler: Alles mit Alkohol. Oups.
5_Drinnen/Draußen
Überwiegend draußen und nicht nur auf dem Balkon.
6_Web-Fundstück/e
Von Uta erhielt ich eine ganze Liste mit Blogs, die sie gern liest. Alles Leute, die nahezu täglich bloggen.
Novemberregen
Kaltmamsell
Kluges & Scheiß
7_Hobbys
Das Bloggen gehört zu meinen Hobbies.
Die KI reduziert mich auf Krimis lesen und Socken stricken. Ich hoffe jedoch, dass ich meiner geneigten Leserschaft noch etwas mehr bieten kann als das.
Ich meinen Anfängen schrieb ich mehrmals täglich, dann wurde es weniger. Ich versuchte, mich mit Projekten wie Ein Foto für jeden Tag wieder zum täglichen bloggen zu erziehen, mit mäßigem Erfolg. Im letzten Oktober entwickelte sich das dann nahezu von allein wieder zu mehr als 30 Einträgen pro Monat. Seit August brach die Schreiberei wieder ein. Ich war viel unterwegs, hatte oft keine Möglichkeit zu bloggen und in den letzten beiden Wochen hockte ich oft vor dem Rechner und dachte: Was soll ich denn schreiben? Interessiert doch keinen.
Inzwischen glaube ich, diese Phase überwunden zu haben. Schließlich blogge ich auch für mich. Als Erinnerungsanker, wie Georg das vor Jahren schon nannte.
High Five Zu guterletzt gibt es jetzt noch fünf Freumomente aus der letzten Woche.
Eins
Mein Auto hat die HU bestanden. Das steht tatsächlich auf dem Prüfbericht: Bestanden
Nur das zählt. Die unzähligen Male, die ich vorher zur Werkstatt musste. Das ewige Warten von Termin zu Termin. Alles vergessen. Ja, die Zeit vorher hatte mich bedrückt. Inzwischen ist all das von mir abgefallen und ich bin einfach froh, es überstanden zu haben.
Zwei
Den vorläufig letzten warmen Spätsommertag verbrachten wir im Garten. Die Weinkönigin kam vorbei. Wir saßen stundenlang in der Sonne und schwatzten, während die mitgebrachten Strickzeuge in unseren Taschen blieben. Weintrauben naschten wir vom Rebstock am Gartenzaun. Sie waren so süß und aromatisch, ich hätte sie auch oben bei "Genuss" erwähnen können.
Drei
Am Donnerstag habe ich aus einem Esslöffel Roggenmehl und einen Esslöffel Wasser etwas zusammengerührt, das ein Sauerteig werden sollte. Am Freitag fütterte ich ihn das erste Mal, da hatte sich noch nichts getan, so dass ich ihm ein wenig Wärme gönnte im Backofen, nur mit eingeschalteter Lampe. Am Samstag fütterte ich ihn erst am Nachmittag, nachdem wir vom Markt zurückgekommen waren. Da gab es erste Bläschen. Heute hatte sich das Volumen schon mehr als verdoppelt. Wahrscheinlich hätte ich schon das erste Brot ansetzen können. Ich habe aber erst noch dieses Discard abgenommen, das nun in einem weiteren Glas im Kühlschrank wartet und habe neu gefüttert. Ich hoffe nun, dass das kein Fehler war. Immerhin freue ich mich, dass der Teig so aktiv ist.
Vier
Das letzte Stück Bovist hat sich im Kühlschrank ewig gehalten und wurde gemeinsam mit zwei Zwiebeln und einer kleinen Zucchini zu einer leckeren Gemüsepfanne.
Fünf
Der fünfte Höhepunkt ist eine Vorfreude. Am Montag will RoHen zu mir kommen. Das hat er bereits am Dienstag angekündigt. Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört. Aber ich glaube fest daran, dass er morgen tatsächlich hier auftaucht.
Das war mein Sonntagsglück für diese Woche. Es wird verlinkt bei Anita wegen der ST7 und bei Sabine wegen der High Five.