Notizen – 06. Februar 2023

Endlich habe ich die Decke wieder zu einem Quadrat vervollständigt. 10 x 10 Patche sind es jetzt. 20 x 25 sollen es werden. Und ich hänge meinem Plan um einen ganzen Monat hinterher. Heute wollte ich zum Feierabend einiges schaffen. Dann war ich zuerst einkaufen. Währenddessen rief mich der Sohn an, um zu fragen, ob ich ihn auf dem Heimweg einsammeln und mit nach Hause nehmen könnte. Da heute mein Oschatztag ist, war das nicht möglich und ich schleppte mich fortan mit einem schlechten Gewissen herum. Nur weil ich mir die Stunde Heimfahrt ersparen wollte, konnte ich nun nicht für den Sohn da sein. Diese Gedanken verschwanden, als Pocahontas mir ihr Leid klagte wegen der noch immer nicht bestätigten Projekte. Dann hatte die Mutti noch ein Problem. Es war jemand von Pyur da, erzählte von einem Reciver, den die Mutti braucht, weil sie sonst bald nicht mehr fernsehen kann und nötigte sie zu einer Unterschrift, wobei die kleine alte Frau gar nicht weiß, was sie da unterschrieben hat und auch keine Kopie dieser Unterlagen bekommen hat. Da habe ich nun wieder etwas, worum ich mich kümmern muss. Kaum habe ich eines erledigt, kommen zwei neue Probleme. Und schon war das Stricken wieder Nebensache.
Wie gut, dass es Catrins> Linkliste Gemeinsam werkeln gibt, das ist so eine schöne Motivation.

Der 6. Montag

Die Woche begann mit Hiobsbotschaften. Vermutlich das gesamte Wochenende war die Heizung in der Firma aus. Sie sprang zwar sofort wieder an, aber die großen Räume hatten am Morgen nur 9°C und sind nach Stunden immer noch auf nur 16°. Es gibt einen kleineren Raum, der mit der Küche, der wird schneller warm als alle anderen. Er ist im Winter immer der wärmeste und im Sommer der frischeste Raum. Dorthin habe ich die Mitarbeiter verfrachtet. An der Eingangstür habe ich ein Schild aufgehängt, Besucher möchten sich an der Werkstatt melden. Die grenzt unmittelbar an den warmen Raum und meine Leutz können die Besucher dort in Empfang nehmen. Ein befriedigender Zustand ist das nicht.
Die nächste miese Nachricht kam von Pocahontas, die mir mitteilte, dass sie die Kalkulation für unsere beiden Projekte nun nocheinmal überarbeiten soll. Ich weiß gar nicht, die wievielte Überarbeitung das ist, langsam wird die Zeit knapp, denn ab 1.3. sollte es das neue Projekt geben. Noch dreieinhalb Wochen sind es bis dahin. Das ist wahrlich nicht mehr lang.

1. Sich Zeit nehmen für sich selbst und all die Dinge, die man gern tut, ist sehr wichtig, damit die Seele baumeln kann .

2.) Ob ich mich so viel im Freien aufhalten kann, wie ich gern möchte, hängt vom Wetter ab.

3.) Der oben erwähnte Hickhack um unsere Projekte bereitet mir Sorgen.

4.) Dabei handelt es sich um soziale Projekte und ich denke, die muss man unterstützen.

5.) Als Jugendliche/r hat man es heute besonders schwer, zwischen all dem Machtgerangel seinen Weg zu finden.

6.) Ich bin mehr für andere da, als für mich selbst, nehme mir stets viel mehr vor, als ich schaffen kann, wodurch es meist chaotisch zugeht und bin doch auch ein romantischer Träumer – das zeichnet mich aus.

7.) Ich freue mich auf GabhÄu, habe wie immer, viel Organisatorisches zu erledigen und ein Konzert steht auch noch auf dem Plan.

So, und nun habe ich eiskalte Hände und muss mich auch erst einmal in Richtung Küche verziehen, mir eine Kanne Tee kochen und mich ein wenig aufwärmen, bevor es hier im Büro weitergehen kann.
Vorher bringe ich aber noch diesen Eintrag zu Anita, die den feinen Lückentext auch diesmal wieder bereit gestellt hat.
Kommt gut in die neue Woche.

WmdedgT – Februar 2023

Wie immer am 5. des Monats ist es Zeit für Tagebuchbloggen unter dem Motto Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
5:27 Uhr
Was? Ich hab doch noch nicht ausgeschlafen! Es ist doch Sonntag. Aber schlafen konnte ich eben auch nicht mehr. Ich schaue auf dem Handy herum, dümple dann am Rechner. Greife zwischendurch zum Strickzeug. Dann lese ich. Dabei verschwindet meine Unrast zu einem großen Teil.
7:00 Uhr
Zeit für Kaffee und Frühstück. Ausgiebiges Frühstück.
9:59 Uhr
Huch, jetzt war ich doch tatsächlich noch mal im Sitzen auf der Couch eingenickt. Dabei wollte ich nur den Massagekragen für meinen Nacken nutzen.
Was mache ich denn nun? Soll ich etwas für Mittag kochen? Lust habe ich keine. Ich habe überhaupt keine Lust zu gar nichts. Dabei ist es nicht mal wirklich grau draußen. Dafür aber in mir. Alles grau. Alles…keine Ahnung.
11:50 Uhr
Endlich bin ich soweit, zur Mutti zu fahren. Das wollte ich schon viel früher. Aber ich wurde und wurde nicht fertig mit mir selbst. Als ich zum Parkplatz lief, fiel mir auf, dass ich das Telefon vergessen hatte. Aber ich wollte nicht nochmal zurück gehen. Als ich dann am Parkplatz ankam, stand das Auto nicht dort. Da fiel mir wieder ein, dass ich es gestern Abend ein Stück die Straße runter abgestellt hatte. 🙈
Nun konnte ich auch das Telefon noch holen, ich lief ja sowieso nochmal an meiner Haustür vorbei.
12:27 Uhr
Vor Muttis Haus fand ich die ersten Schneeglöckchen.
Sie hatte Geflügelleber gebraten und drückte mir einen kleinen Teller voll in die Hand. Ordentlich an den Tisch setzen zum Essen wollte sie nicht.
Später suchte sie sich Mittagessen aus, das ich für kommende Woche bestellen sollte.
Die Schwester rief an und ich hatte auch Gelegenheit, ein wenig mit ihr zu schwatzen.
Mutti wollte, dass ich ein wenig Siesta mache. Im Sessel. Aber kaum saß ich da ganz entspannt, fing sie an zu schwatzen. Das macht sie immer so. Ich komme bei ihr nicht zur Ruhe. Muss ja auch nicht sein. Wieder etwas später verschwand sie in der Küche und kam mit Eis zurück. Das war lecker.
16:00 Uhr
Zeit, wieder heim zu fahren. Sie rief noch zweimal an, wollte aber gar nicht mich, sondern ihre Iris, mit der sie immer spazieren geht.
Ich muddelte in der Wohnung herum. Hatte in der Küche zu tun und meine Wäsche auf dem Trockner umzuhängen und dann noch Kram für morgen zu packen.
19:30 Uhr
Es ist zu früh, um ins Bett zu gehen, obwohl ich mich seltsam fühle und einen schönen Traum gebrauchen könnte. Stattdessen setze ich mich an den Rechner, denn ich wollte doch noch das Essen bestellen und die Festivalkarte für die Schwester.
22:40 Uhr
Die Bestätigungsmail für die Festivalkarte ist immer noch nicht da. Auch nicht im Spamordner. Wieder etwas, worum ich mich zusätzlich kümmern muss, weil es nicht reibungslos läuft. Menno, warum hat sie denn ihre Karte nicht selbst bestellt?
Jetzt ist aber wirklich Bettzeit.
Gute Nacht, euch da draußen.
Schlaft gut und träumt was Schönes.
Eure Mira

In früheren Jahren
Februar 2022
Februar 2021
Februar 2020
Februar 2018

Notizen – 04. Februar 2023

Ich war eingeladen und durfte diesen Ausblick bewundern. Und ja, es war schön. Wir haben viel geschwatzt und ich hatte den Eindruck, meinem Gastgeber tat es gut. Bei mir kam auch eine gewisse Wehmut auf, weil sich nicht nur sein Wohnort verändert hat, sondern eine ganze Menge mehr. Ich wünsche mir und besonders ihm, dass sich mit dem aufkommenden Frühjahr einiges wieder zum besseren wendet und mehr möglich sein wird, als der phänomenale Ausblick.
Es war längst dunkel, als ich mich auf den Heimweg machte. Die Stadt lag unter dem Vollmond.

Eine gute Nachricht
Hatte ich gerade neulich geäußert, dass ich mir nicht so sicher bin, was meinen Vertrag betrifft, so fand ich genau diesen an diesem Samstag im Briefkasten. Ich muss ihn nur noch unterschreiben und zurück schicken. Die Unteschriften der Obrigkeit sind schon drauf. Na dann.

Samstagsplausch {04.02.2023}

Bei Andrea wird samstags geplauscht und ich bin mal wieder dabei. Wenn auch andere viel schneller waren als ich, werde ich das genießen. Ich habe heute alles andere, als ein komisches Gewissen, wenn ich hier sitze und schreibe. Zum einen hatte ich nicht mal vier Stunden Schlaf, hätte also gar nicht früher hier plauschen können. Zum anderen gibt mir der Grund für den Schlafmangel ein super gutes glückliches Gefühl. Wir, also die Hexe und ich, waren nämlich in Dresden bei einem Konzert und das war so, so, so schön. Tja und dann noch der Heimweg. Der war dann nicht so schön, weil es heftigst gestürmt hat und ich mit 80, 90 km/h über die Autobahn geschlichen bin. Dennoch waren die Böen teilweise so stark, dass ich Angst hatte, sie treiben mich von der Bahn. So haben wir statt einer fast zwei Stunden für den Heimweg gebraucht. Immerhin kamen wir gut und gesund an.
Ich bin heilfroh, dass ich die Verabredung mit Lilli zum Mathe lernen auf nächste Woche verschoben habe. Das würde ich heute Vormittag nicht auf die Reihe bekommen. Dafür bin ich noch zu verdröselt. Nur die schöne Sonne macht, dass ich mich nicht gleich wieder auf die Couch knautsche.
Für den Nachmittag habe ich dann eine Einladung zum Kaffee. Mal sehen, wie das läuft. Wenn es nicht schön wird, kann ich mich ja schnell wieder verabschieden. Ich vermute aber, dass es doch schön wird und wir ewig klönen werden.
Mein "Feierabendtermin" für Montag wurde auf Dienstag verschoben. Da werde ich den Saunatag nochmal ummodeln. Letzte Woche hatte ich das wegen der Nicht-mehr-Freundin getan. Das hätte ich mir sparen können. Diesmal lohnt sich das Ummodeln oder gar der Verzicht auf den Saunatag auf jeden Fall.
Zur Mutti werde ich morgen mal hingehen. Sie weiß von der Einladung heute Nachmittag und freut sich für mich. Und wenn ich dann morgen zu ihr komme und ihr erzähle, wird sie sich auch freuen. Und dann werden wir mal den Umgang mit dem Telefon ein wenig üben. Gestern bin ich nämlich vor Angst um sie fast gestorben. Da hatte mich die Pflegedienstlerin am Vormittag angerufen: Deine Mutti macht mir nicht auf. Da hab ich mir noch keine Sorgen gemacht, die Mutti war bestimmt wieder zum Arzt gegangen. Aber den Termin hat sie doch erst am Montag?! Das stimmt zwar, aber sie rennt doch neuerdings immer hin, bis der Termin dann wirklich ran ist. Dann erzählte mir allerdings meine Schwester, dass sie die Mutti mittags nicht erreicht hatte. Und bei mir ging sie am Nachmittag auch nicht ans Telefon. Zum Glück war mein Sohn im Ort und versprach, vorbeizuschauen, obwohl er das eigentlich vermeiden wollte, weil er sehr erkältet ist und die Oma nicht anstecken möchte. Bevor er allerdings so weit war, bekam ich sie dann doch noch an die Strippe. Es stellte sich heraus, dass sie am Morgen tatsächlich beim Hausarzt war.
Aber du hast doch erst am Montag Termin.
Das weiß ich doch, das steht ja im Kalender.
Aber heute ist nicht Montag.
Das haben die mir dort auch gesagt.
Und warum bist du nicht ans Telefon gegangen, als die Ypsivet angerufen hat?
Weil die mich nicht gehört hat. Sie hat immer meinen Namen gerufen, aber mich nicht gehört.

Ach menno, die arme alte Frau. Da hat sie vermutlich wieder in die Fernbedienung gesprochen. Das passiert neuerdings dauernd. Und nachts ruft sie mich dann an, weil sie den Fernseher ausschalten will. Oh weh.
Immerhin musste mein keimtragendes Kind dann doch nicht zur Oma. Das war sicher besser so.
So, und nun werde ich mal meine Waschfee füttern, oder nur noch einschalten, gefüttert ist sie schon.

Und dann wünsche ich euch allen ein recht schönes Wochenende.
Eure Mira

Notizen – 03. Februar 2023

Freitaaaag…
Den Wochenfeierabend beginnen wir in OZ. Schließlich wollen wir am Abend nach Dresden. Im Beatpol spielt die Seilschaft. Und da wir in OZ schon den halben Weg von zu Hause nach Dresden hinter uns haben, wäre es Unsinn, noch einmal heim zu fahren.
Die Hexe schreibt an ihrem Text Noch Kind.
Ich lese, trinke Tee, dümple herum und renne, weil ich mein fensterloses Büro gerade nicht ertrage, ohne Jacke hinaus in den Sturm. Immerhin ist der Himmel blau.

Notizen – 02. Februar 2023

5:02 Uhr scheint Pocahontas‘ neue Nachrichtenzeit zu sein. Diesmal hat ihr Mann in OZ zu tun und wird noch eine Fuhre Spielzeug mit nach TO nehmen.
Ich habe „meine“ Frühschicht gebeten, noch ein wenig Spielzeug für ihn zusammen zu stellen. Das haben sie getan. Und nun seht euch das an. Leere Regalböden. Erinnert ihr euch noch, wie das letze Woche aussah?
Ich stelle gerade fest, dass es wirklich nicht so schwierig ist, von jedem Tag wenigstens ein Foto aufzunehmen. Im Januar hatte ich es zumindest geschafft. Und nun wollte ich aus den Fotos eine Collage machen, was wiederum nicht so einfach zwischendurch erledigt werden kann bei 31 Fotos und einem rudimentären Bildbearbeitungsprogramm. Vielleicht lasse ich das auch einfach bleiben?
Was ich allerdings ebenfalls festgestellt habe, dass meine Januarfotos im Wesentlichen nur drei Motive hatten: Essen, Gestricktes und Spielzeug. Nicht gerade viel Abwechslung. Da sollte ich mir im Februar mehr Mühe geben.
Auf dem Heimweg hatten wir eine reichlich seltsame Begegnung. An einer kleinen Kreuzung stand genau auf der Ecke die Schwägerin meiner Nicht-mehr-Freundin. Sie schaute in unsere Richtung, als sie aber das Auto {oder uns im Auto} erkannte, drehte sie sich demonstrativ weg und schaute sehr intensiv in eine Richtung, in der es nichts zu sehen gibt, außer Feldern. Nun musste ich aber genau in diese Richtung abbiegen, so dass ich wieder in ihr Blickfeld geriet. Ich grüßte und winkte, da schaute sie ebenso intensiv wie vorher auf die Felder nun auf ihre Schuhe. Die Hexe schüttelte den Kopf: Was, bitte, war denn DAS? Ich weiß es nicht, ich kann es nur vermuten. Ich hatte mit dieser Frau nie viel zu tun und keinesfalls etwas negatives, das ein solches Verhalten rechtfertigen würde. Wobei in meinen Augen ein solches Benehmen einfach kein Benehmen und somit nie gerechtfetigt ist, sondern einfach nur dumm. Tja, nun ist aber meine Nicht-mehr-Freundin ein Mensch, der gern beachtet werden und sich immer in ein gutes Licht stellen möchte. Um das zu erreichen, ist ihr jedes Mittel recht, auch Lügen, die ich immer als „Flunkereien“ bezeichnet und ihr auch immer und immer wieder verziehen habe. Und jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass sie das Ende unserer sogenannten Freundschaft, gern mir anlasten will. Ja, Barbara hat gesagt, es sind eigentlich immer beide schuld. Da hat sie auch recht, mich trifft insofern die Schuld, dass ich einfach dachte, es ginge immer weiter. Ich war so eingebildet, zu denken, sie mag mich immer noch. Dass sie mich längst abgeschrieben hatte, wollte ich nicht sehen, obwohl es dafür genug Anzeichen gab, auf Grund derer ich mich längst hätte zurückziehen sollen. Es wird vermutlich nun so sein, dass die Nicht-mehr-Freundin mir ein konkret mieses Verhalten andichtet, um selbst besser dazustehen. Vielleicht: Ich habe mir so viel Mühe mit dem Naschtisch gegeben, aber die hat es nicht mal angerührt. Oder was weiß ich. Mir hat dieser komische Vorfall jedenfalls sehr geholfen. Mit Menschen, die sich so dumm benehmen, möchte ich gar nichts mehr zu tun haben. Editiert Nur für den Fall, dass sich hier wieder jemand beleidigt fühlen möchte: Ich habe NICHT gesagt, dass die Menschen dumm sind. Nur ihr Verhalten!!!

Zu Hause machten wir uns einen richtig schönen Abend. Erst saßen wir ein wenig im Wohnzimmer herum, dann raffte ich mich auf, mir Haarfarbe auf den Kopf zu schmieren 🤭 {Pocahontas nennt das „Stresslichter beseitigen“}, während die Hexe Abendessen zubereitete. Noch später strickte ich ein wenig und die Hexe saß ewig in der Wanne. Hach ja.

Notizen – 01. Februar 2023

Ganze 2 Stunden hatte ich in der Nacht geschlafen, weil ich so aufgewühlt und so traurig und so unglücklich war.
Zum Glück konnte ich am Morgen die Hexe mit nach OZ nehmen und erzählte ihr unterwegs vom vergangenen Abend. Was sie sagte, deckte sich mit vielem, was ihr mir in den Kommentaren geschrieben hattet. Es fühlte sich trotzdem nicht besser an.
5:02 Uhr
Eine Nachricht von Pocahontas. Sie müsse am Morgen etwas in OZ erledigen und käme danach rum, um Spielzeug für ihre Filiale abzuholen, weil wir hier so viel haben, die andere Filiale aber mehr ausgibt als herein bekommt. Nunja, wir haben wirklich viel. Und was sie jetzt mitnehmen, muss ich Anfang März nicht mehr wegräumen. Ja, das ist jetzt ein negativer Gedanke, aber nachdem das Jahr mit so vielen guten Nachrichten begann, brach ja nun gestern erst einmal meine Welt zusammen und ich kann gerade nur noch schwarz sehen. Und naja, ich hatte es neulich schon in einem Kommentar erwähnt, als mir zu meinem verlängerten Vertrag gratuliert wurde: Bis jetzt sind das alles nur Worte. Ja, der Chef rief extra an, um mir von der Verlängerung zu erzählen, aber in der Hand habe ich den Vertrag noch nicht. UND, was viel wichtiger ist, alle Zweigstellen des JC, mit denen wir zu tun haben, gehen davon aus, dass unser Projekt nahtlos weiterläuft. Aber von der zuständigen Stelle schriftlich haben wir darüber auch noch nichts. Und in meiner derzeitigen Verfassung kann ich da nur schwarzsehen.
Ich weiß, ich sollte positiv denken, dann erfüllt sich das auch. Das ist die eine Lesart. Ich kannte aber mal einen Jungen, der sagte immer: Du musst immer das Schlimmste erwarten, was überhaupt passieren kann, dann freust du dich über alles, was nicht so schlimm kommt. Auch eine Variante.

Als Pocahontas dann kam…
….brachte sie mir ein Geschenk mit.
Dieses wunderbare Buch. Wenn ich heute Abend wieder nicht einschlafen kann, werde ich darin lesen. Es wird mir helfen.

Ich verstehe es nicht…

…nein, ich verstehe es einfach nicht. Da lädt sie mich ein, weil sie mit mir reden will, weil sie sich nach eigener Aussage nicht ganz richtig verhalten hat. Und seht mal, wie liebevoll sie den Tisch gedeckt hat.

Da denkt man doch, sie wollte vielleicht Missverständnisse ausräumen oder Missstimmungen. Auch die Unterhaltung plätscherte zu Anfang ganz locker dahin. Sie erzählte lustige Begebenheiten vom Einkaufen und auf mich wirkte das alles, als sollte das darauf hinaus laufen, dass wir uns doch immer noch gut verstehen. Sie forderte mich auch mehrmals auf zuzugreifen, aber ich war ziemlich aufgeregt und bat, doch erst dieses Gespräch zu führen. Ich dachte, wenn wir dabei die Missstimmung ausräumen würden, könnten wir doch dann viel entspannter das feine Essen genießen.
Aber so kam es nicht.
Sie begann damit: Naja, wir haben uns beide verändert.
Hm, ich finde ja, dass ich mich nicht verändert habe. Ich bin immer noch die gleiche Chaotin, die ich schon immer war und daran hat sich im letzten Jahr nichts geändert. Glaube ich zumindest. Was natürlich bedeuten kann, wenn sie sich verändert hat, dass sie genau dieses chaotische Wesen, das sie früher mochte, nun nicht mehr ertragen kann.
Dann meinte sie, ich sei ziemlich beleidigend gewesen, damals, als ich mich dagegen wehrte, versetzt und verletzt zu werden. Gerade, während ich dies tippe kommt mir der Gedanke, dass sie vielleicht meine Bezeichnung "Person" als Beleidigung empfunden hat, dabei habe ich das nur geschrieben, weil ich sie schützen und deshalb ihren Klarnamen nicht nennen wollte. Hach, vielleicht hätte ich das erklären sollen. Aber in dem Moment fiel mir das gar nicht ein. Ich sagte nur, dass ich eben nicht beleidigend war und dass wir gern den Chatverlauf aufrufen könnten und dass ich ihr darin sogar noch eine Brücke gebaut hatte. Da kam von ihr in einem Ton, den ich als schnippisch empfand: Ja, hast du, aber ich bin nicht drüber gekommen.
Ich begann, zu hinterfragen, was sie mir denn damit nun sagen wolle. Ob sie mich nicht mehr in ihrem Leben haben wollte. Ich fragte noch einiges und fühlte mich immer elender. Wie so ein Mädchen, das von ihrem Freund verlassen wird und einfach nicht wahrhaben will, dass Schluss ist. Aber genau das sagte sie wörtlich: Es ist Schluss. Sie sagte auch noch andere Sachen. Es ging darum, ob sie noch mit mir ans Meer fahren würde. Immer wenn wir dort waren, sagte sie mir, wie schön die Zeit war. Ich dachte immer, ich tue ihr was Gutes, wenn ich sie mitnehme. Und heute meinte sie: Wenn ich mit dahin fahre, dann will ich doch mit dir… Dann brach sie ab. Und dann kam: Doch, ich fahre schon nochmal mit dir ans Meer. Ich habe doch noch Sachen dort!
Na, die kann ich ihr auch mitbringen. Da muss sie nicht extra mit einer Person, die sie nicht mehr in ihrem Leben haben will, solch eine Reise auf sich nehmen.
Dann meinte sie, sie hätte beim Aufräumen noch Sachen von mir gefunden, ob ich die mir ansehen wolle. Ja, wollte ich. Sie brachte sie an, ich nahm sie natürlich mit. Ich sagte, das fühle sich an, wie bei einer Scheidung, du hast noch Dinge von mir, ich hab noch Dinge von dir.
Sie sagte nur: Tja.
Zwischendurch sah sie ein paar mal so aus, als würde sie gleich weinen. Aber wenn ich sie ansah, war das immer gleich wieder weg und ich dachte, sie ist vielleicht ganz froh, dass diese Freundschaft mit mir nun endlich ausgestanden sei.
Einmal sagte sie: Eine Sache mache ich noch, weil ich denke, dass du dich darüber freust. Ich räume mit dir die Lagerbox.
Ich hab das abgelehnt, mit der Begründung, ich wolle sie nicht ausnutzen. Und überhaupt, diese Formulierung Eine Sache mache ich noch… Das klingt doch genauso nach Abschied wie dieser Satz von den Sachen, die sie noch an der See hat. Jetzt frage ich mich allerdings, warum sie etwas tun wollte, worüber ich mich freue, wenn sie mich doch gar nicht mehr mag. Ich frage mich auch, warum sie nochmal Tee aufgesetzt hat, nachdem sie mir die Beutel mit meinem Kram in die Hand gedrückt hatte. Dachte sie, ich setze mich wieder hin und lasse mir seelenruhig weiter weh tun? Oder war ihr gar nicht klar, dass mir das weh tut? Mir haben die 38 Jahre, in denen wir beste Freundinnen waren, viel bedeutet. Auch wenn ich ihr in den letzten Jahren wahrscheinlich immer weniger bedeutet habe. Ich wollte das nur einfach nicht wahrhaben.
Ach, dann meinte sie noch: Wir können uns doch noch schreiben. Das habe ich auch rundheraus abgelehnt. Sagte, das sei genauso, als wenn sich ein Paar trennt und derjenige, der geht zu dem, der heulend zurückbleibt, sagt, sie könnten ja Freunde bleiben. Das funktioniert nicht. Weil der, der zurückbleibt oder in unserem Falle aus dem Leben des anderen hinausgekickt wird, immer wieder neu enttäuscht und erniedrigt wird. Nee, das funktioniert nicht. Eine solche Textzeile gibt es ausgerechnet in dem KEIMZEIT-Song Valentinstagsblumen und der wiederum hat für sie und mich eine ganz besondere Bedeutung. Ist aber lange her. Sehr lange. Damals hat unsere Freundschaft ihr auch noch was bedeutet.
Warum hat sie den Tisch so schön gedeckt? Warum war sie den Tränen nah? Hatte sie sich den Abend ganz anders vorgestellt? Hatte sie vielleicht doch vor, die Missstimmung beizulegen? Aber wenn, warum hat sie es dann kaputt gemacht? Warum hat sie mich abserviert mit solchen Sätzen wie einmal fahre ich noch mit ans Meer… oder eine Sache mache ich noch…

Ich verstehe es nicht!

Notizen – 30. Januar 2023

Nachdem ich die Mutti beim Arzt abgeliefert hatte, war ein wenig Zeit, als ich zum Auto zurück schlenderte. Tief sog ich die frische Luft ein und dann musste gleich noch ein Foto von unserem Flüsschen her. Seht mal, wie das Wasser glitzert.
Ach, es tat gut, da am Fluss zu sein. Zumal das Grau etwas heller wurde und die Sonne ein winziges Bisschen hervor lugte.