Samstagsplausch {24.10.2020}


Gestern war ich noch schnell in meiner Liebslingsdrogerie, weil ich verschiedene Kleinigkeiten brauchte. Da habe ich mir diese neue Tasse gegönnt. Ich liebe solche Pötte und ganz besonders genau diese Form. Warum ich mir diese Tasse nun unbedingt gönnen musste und weshalb es mir gerade der Seelenschmeichler angetan hatte, werdet ihr verstehen, wenn ich von meiner Woche berichtet haben werde. {Ha, hier ist mir doch im Nebensatz ein Futur II, die vollendete Zukunft gelungen. Braucht man nicht so oft. *kicher* *Wink zu Regula*}

Job & Co.
Nicht, weil es gerade besonders wichtig wäre, sondern weil es schnell erzählt sein wird, stelle ich dieses Thema heute an den Anfang.
Am Montag war ich wie üblich in meinem geliebten Torgau. Es war alles recht schön, ich konnte für einige Mitarbeiter ein paar Schreiben fertigstellen und damit hoffentlich etwas bewegen. Sonderlich kreativ waren wir an diesem Tag nicht, schließlich kann man nicht zu allen Zeiten alles schaffen. Zum Feierabend suchte noch eine Mitarbeiterin das Gespräch und es wurde schnell klar, warum sie das erst am Nachmittag draußen vor den Toren getan hatte.
Warum nur können Menschen nicht ein klein wenig achtsamer miteinander umgehen?
Am Mittwoch und Donnerstag war ich seit März das erste Mal wieder am alten Standort tätig. Es hat sich nichts geändert. Die Stimmung ist noch immer unterirdisch. Die Kollegen sind misstrauisch ohne Ende und selbst Leute, die "eigentlich" in Ordnung sind, gehen nicht direkt auf einen zu und fragen, was los ist, sondern machen das alles hinten herum. Da unterhalte ich mich mit einer Kollegin und es kommen auch andere Standorte ins Gespräch, ganz einfach weil es überall besser läuft, als ebendort. Es kommt eine weitere Kollegin auf dem Gang vorbei und hört einen Namen. Und 10 Minuten später erhalte ich eine Nachricht aus einem dieser anderen Standorte, ob es ein Problem gäbe und warum ich dies nicht direkt bei derjenigen Person angesprochen hätte. Es gab überhaupt kein Problem, aber jetzt stehe ich da, als hätte ich hinter dem Rücken dieser Person schlecht über sie geredet. Zum Glück konnte ich das ausräumen, indem ich mit der betroffenen Person telefoniert habe. Aber ich mag mir gar nicht vorstellen, welche Ausmaße das hätte annehmen können, wenn diese Person mich nicht darauf angesprochen hätte. Da wäre doch der totale Riesenknaatsch entstanden. *krrrrrrr*
Am Donnerstag erhielt ich noch einen Anruf aus Cottbus und schwups ist wieder ein kleiner Auftrag für November gesichert. Privat wird das allerdings schwierig. Ihr werdet gleich sehen, warum.

Die Kleine Frau
Regula meinte neulich, ich sollte sie vielleicht lieber nicht mehr so nennen, weil sie einen so großen Teil meines Leben vereinnahmt. Diese Woche bekam ich zu spüren, dass alles vorher noch gar nichts war. und es kann gut sein, dass es noch schlimmer wird und ich dann vielleicht nicht einmal mehr arbeiten gehen kann.
Samstag, 17. Oktober 2020
Ich hatte den Tag, von mehreren Telefonaten abgesehen, für mich. Die Kleine Frau war eingeladen, und die Gastgeber hatten sogar für die Beförderung ihrer Gäste gesorgt, so dass ich diesmal nicht Chauffeur spielen musste.
Sonntag, 18. Oktober 2020
Sie rief an, um mir zu erzählen, dass sie die Treppe hinunter gefallen ist. Oh weh. Der Fahrer hatte sie nach der Feier nach Hause gebracht, sogar bis zur Haustür. Er bot auch an, sie bis nach oben zu bringen, aber das wollte sie nicht. Und dann, nachdem sie hinauf gestiegen war, geriet sie ins Kippeln und kullerte einige Stufen hinunter. Wie oft habe ich schon beobachtet, dass sie, wenn sie das oberste Podest erreicht hat, auf der Kante stehen bleibt, die Absätze in der Luft, und beginnt, nach ihrem Schlüssel zu kramen. Wie oft habe ich sie gebeten, erst noch einen Schritt auf’s Podest zu gehen, damit sie sicher steht. Auf mich muss man ja nicht hören! Ich bin doch nur die dumme Tochter, die dauernd was zu meckern hat.
Pflichtschuldigst kam ich angerannt, um die blauen Flecken mit Salbe zu bestreichen und divers Handreichungen zu erledigen. Toller Sonntag!
Montag, 19. Oktober 2020
Ich hatte versprochen, nach der Arbeit zum Kaffee zu kommen und noch einmal nach ihren blauen Flecken zu schauen. Als hätten wir es geahnt, durfte ich an diesem Tag den Wohnungsschlüssel mitnehmen. {Das durfte ich bisher nie, es sei denn, es gab einen wichtigen Grund. Und dann musste ich ihn immer wieder abgeben.}
Dienstag, 20. Oktober 2020
Wir hatten verabredet, dass ich 11 Uhr zu ihr komme und sie zum Einkaufen abhole. Diesmal sollte es eine größere Runde sein, sie wollte auch Kleidung haben. Als ich ankam, fand ich sie in der Badewanne. Im Nachthemd. Das arme alte Weiblein war in der Nacht zur Toilette gegangen und aus nicht nachvollziehbaren Gründen umgekippt und in die Wanne gefallen, aus der sie aus eigener Kraft nicht wieder heraus konnte. HILFE! Nun hatte sie die ganze Nacht und den Vormittag dort gelegen.
Mir fehlte leider die Kraft, den schlaffen alten Körper aus der Wanne zu heben und mir wurde wieder einmal bewusst {und diesmal sozusagen am eingenen Leib}, was Pflegedienste zu leisten haben. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Sohn zu alarmieren und von Arbeit zu holen. Er hievte die Kleine Frau aus der Wanne, doch auch ihm fiel das gar nicht so leicht, weil man sie nirgends anfassen konnte, ohne ihr wehzutun, da sie nun auch noch an all den Stellen blaue Flecke hatte, die beim Treppensturz verschont geblieben waren. Einen Arzt wollte sie unter keinen Umständen.
Dann: Sohn zurück zur Arbeit, wieder zur Mutti, diese gewaschen, versorgt, ihr zu Essen gemacht und darauf geachtet, dass sie auch tatsächlich isst. Abends nochmal hin. Achachach.
Mittwoch, 21. Oktober 2020
Vor der Arbeit im Kaufmannsladen kleine Eisbeine gekauft, nach der Arbeit schnurstracks zur Mutti. Es roch sehr verbrannt. Da hatte sie zu Mittag Fleisch zum Kochen aufgesetzt und dieses vergessen. Es war nur noch ein schwarz verkohltes Stück übrig. Wie gut, dass ich neues Fleisch geholt hatte. Dass ich das kochen würde und so lange dortbleiben, bis es gar ist, war mir schon klar, als ich es gekauft hatte.
"Morgen komme ich mit in die Bücherei. Und danach gehen wir zum N-Markt."
Donnerstag, 22. Oktober 2020
Vor der Arbeit im Kaufmannsladen Vitamine gekauft, in Form von Direktsaft. Obst isst sie nämlich nicht. Und Gemüse auch nicht.
Nach der Arbeit schnurstracks zur Mutti. "Ich komme nicht mit in die Bücherei, ich will erst mal zum Arzt. Mir ging es heute Morgen wieder nicht gut. Das wird immer erst Mittag besser."
Ich war froh, dass sie endlich zum Arzt wollte. Mitgehen durfte ich jedoch nicht. Also habe ich sie die Treppen hinunter gebracht und bin zur Bücherei gefahren, jede Menge Bücher für sie holen. Als ich zurück kam, kam sie auch gerade wieder an. Der Doc hatte bestätigt, was ich schon vermutet hatte. Sie hat Diabetes II, was an sich nicht schlimm ist, nicht mit fast 88 Jahren. Sie hat Medikamente, die sie auch akriebisch einnimmt. Allerdings frühstückt sie nicht. Mal ne Tasse Kaffee und ab und zu mal ein Biss in ein Brötchen. Aber nach zweimal abbeißen wirft sie es auf den Teller und macht angewiderte Gesten. Ich kenne das schon lange, es ist eine ihrer Maschen. Nunja. Wenn sie nun aber brav ihre Tabletten nimmt, die den Zucker senken sollen, wenn sie was gegessen hat, sie aber gar nichts isst, liegt die Folge auf der Hand, sie ist stark unterzuckert. Folglich geht es ihr mies, fühlt sie sich schwummerig und was nicht noch alles. Ich konnte da reden wie ein Buch. Ich hab ja keine Ahnung, bin ja kein Arzt. Das stimmt natürlich, aber ein bissel mitdenken kann ich wohl. Der Doc hat ihr dann einen neuen Medikamentenplan gegeben und die darf bestimmte Medikamente morgens nicht mehr einnehmen.
Freitag, 23. Oktober 2020
Sie wollte unbedingt mit zum N-Markt. Es ging ihr am Morgen wohl auch besser. Nachdem ich alle Einkäufe hochgeschleppt und die Kleine Frau betüddelt hatte, wollte sie auf die Couch, sich ausruhen.
Das war der Moment, als ich meine Chance nutzte und zum Drogeriemarkt fuhr. Ich war gerade auf dem Parkplatz dabei, meine Einkäufe in Taschen zu verstauen, damit ich sie heim tragen kann, als der Anruf kam: Der Fernseher lässt sich gar nicht mehr einschalten. Ich sollte den Sohn anrufen, damit der einen Monteur bestellt. Es gelang mir, sie davon ab und dazu zu bringen, dass wir gleich ein neues Gerät kaufen.

Samstag, 24. Oktober 2020
Da der Sohn beim Fernsehkauf unbedingt anwesend sein soll, können wir das erst heute Nachmittag erledigen. Ich erwarte noch seinen Anruf, wann es losgehen kann. So hatte ich zumindest mal den Vormittag ein wenig für mich.
Ich habe natürlich schon recherchiert nach diversen Anbietern eines Hausnotrufes. Hatte auch schon einen favorisiert. Natürlich gab es erst einmal Kampf, denn "sowas brauche ich doch nicht!." Erst als ich ihr sagte, wenn sie das nicht haben will, bestelle ich das trotzdem, dann muss ich es eben bezahlen, denn mir ist es im Monat durchaus 50 Euro wert, zu wissen, dass sie Hilfe heranrufen kann und da auch ausgebildete Sanitäter kommen, die sie mit geübten Handgriffen aus ihrer Badewanne retten oder von der Treppe aufsammeln können. Nun stimmt sie dem zwar zu, aber sie will es unbedingt vom DRK, obwohl dieses gerade schwer in die Kritik geraten ist, weil die Gelder wohl nicht so verwendet werden, wie sie sollten. Aber gut, Hauptsache, sie ist überhaupt dazu bereit. Da kann ich schon froh sein.

Und sonst so?
Zum Stricken bin ich diese Woche kaum gekommen, nur nachts ein paar Runden, zum Herunterkommen. So, wie ich mir diese Lösung mit Schulter und Ärmeln vorgestellt hatte, funktioniert das tatsächlich. Ich habe gerade heute Vormittag noch mal gemessen. Das wird gut. Ein Foto habe ich jetzt nicht, weil die Runden jetzt so viele Maschen haben, dass das ein einziges Maschengewurschtel ist, an dem man nichts erkennt. Also, ich schon, wenn ich stricke, aber fotogen ist es gerade nicht.

Nun ist es höchste Zeit, diesen Eintrag zu Andrea zu bringen, die in der letzten Woche in sozialen Netzwerken unterwegs war und sich mit Pflegeberufen auseinandersetzt. Ich kenne auch Menschen, die in der Pflege arbeiten und das wirklich gern und mit Herzblut machen und gelegentlich in ihren Chefetagen anecken, weil sie für die pflegebedürftigen Menschen mehr tun wollen, als Personalschlüssel und Zeitvorgaben in den Einrichtungen und bei den Pflegediensten zulassen. Euch da draußen, denen Pflege Beruf und Berufung ist, gilt meine ganz große Hochachtung.

Allen ein schönes und möglichst entspanntes Wochenende
Bleibt gesund
Eure Mira

Samstagsplausch {17.10.2020}

Rückblick…
Letzte Woche hatte das echte Leben Vorrang vor dem virtuellen, so dass ich nicht dazu kam, mich bei Andrea in die Plauderecke zu setzen. Meinen Beitrag zum Samstagsplausch 41.20 habe ich trotzdem geschrieben, schon um die Erinnerung an eine tolle Woche und ein noch viel tolleres Wochenende zu bewahren.

Samstag, 10. Oktober 2020
Der Tag des Klassentreffens. Es war einfach toll und dass wir bis halb zwei Uhr nachts beisammen saßen, zeigt am besten, wie wohl wir uns miteinander gefühlt haben. Die Kleine Frau schoss mal wieder den Vogel ab, indem sie nach 23 Uhr die Nichte dazu brachte, mich anzurufen und zu fragen, wo ich bleibe. Später meinte sie, sie habe schon wieder tausend Befürchtungen gehabt: Ich könnte überfallen worden sein, auf dem Heimweg. Das Autoo könnte gestohlen worden sein. Das Auto könnte defekt sein und nicht mehr anspringen. Die ganze Klasse bekam den Kontrollanruf mit und einige meinten, es hätte sich seit der Schulzeit nichts geändert. Nun, eine Kleinigkeit hat sich doch geändert. Ich schaltete das Handy aus und setzte mich wieder an den Tisch. Früher wäre ich schnurstracks heim gegangen.

Sonntag, 11. Oktober 2020
An diesem Sonntag gab sich das Wetter noch einmal richtig Mühe und zeigte sich von einer besseren Seite, als vorhergesagt. Gemeinsam mit der Nichte fiel ich bei der Kleinen Frau zum Frühstück ein. Danach holten wir den Sohn samt Freundin ab und fuhren nach Bad Kösen. Das ist einer meiner Standardausflüge, wenn man nicht so weit weg will und trotzdem was erleben.
Meine drei Salinewichtel.

Montag, 12. Oktober 2020
Am Montag musste ich leider die Lieblingsnichte wieder hergeben. Mit 12 Fotos habe ich den Tag bei 12 von 12 näher beschrieben.

Dienstag, 13. Oktober 2020
Da ich am Montag noch frei hatte, war diese Woche der Dienstag mein Torgau-Tag. Es war wieder mal schön. So macht arbeiten Spaß.
Am Abend stellte ich fest, dass ich mein Telefon im Büro hatte liegen lassen. Das wurde ein entspannter Abend ohne Anrufe, aber leider auch ohne Textnachrichten und ohne Ebook. Zum Glück liegen hier ja noch einige echte Bücher herum. Und Strickzeug gibt es auch reichlich.

Mittwoch, 14. Oktober 2020
Als ich 5.30 Uhr aufwachte, war ich froh, dass ich keinen Wecker brauchte. Der wohnt schließlich auch im Handy und war noch nicht erreichbar. In aller Ruhe machte ich mich fertig für den Tag und fuhr so zeitig los, dass ich als erste am Büro hätte sein müssen. Leider hatten sich an diesem Tag alle Autofahrer gegen mich verschworen ;-). Die Straßen waren extrem voll und dann hatte ich zwischen den Dörfern auf der Landstraße noch einen PKW vor mir, der konstant 60 km/h fuhr. Auf der Landstraße!!! Da es reichlich Gegenverkehr gab, war an Überholen nicht zu denken. Es gibt zum Glück Streckenabschnitte, die so ausgebaut sind, dass immer im Wechsel in einer Richtung eine Überholspur vorhanden ist. Als wir diesen Streckenabschnitt erreicht hatten, beschleunigte dieser seltsame PKW auf über 100 km/h und ließ niemanden vorbei, nur, um mit dem Erreichen des Überholverbotes wieder stark abzubremsen. Ich frage mich, was in solchen Autofahrern/innen vorgeht.
Heute war es womöglich noch schöner in Torgau. Weil draußen nicht nur Schmuddel-, sondern regelrecht Ekelwetter herrschte, wirkte es drinnen besonders gemütlich, heimelig. Einige werkelten an kreativen oder handwerklichen Aufgaben. Andere kümmerten sich um Reinigung und Wäsche. Jeder wusste, was er zu tun hatte und alles lief hand ind Hand. Das war richtig schön, und ich blieb noch auf ein paar Handgriffe und einen Kaffee.

Donnerstag, 15. Oktober 2020
Stricktreffen im Café Cantona. Ich freute mich sehr darauf, die Mädels mal wiederzusehen. Zwar hatte es seit Ende des Lock Downs schon mehrere Treffen gegeben, aber ich war leider immer verhindert. Diesmal passte es. Ich hatte mir vorher einige Bewertungen des Cafés angesehen, die überwiegend schlecht ausfielen. Dazu muss ich sagen, dass die Mädels, sie uns bedienten, sehr freundlich waren. Der kritisierte Kellner hatte entweder keinen Dienst oder arbeitet da vielleicht gar nicht mehr. Längere Wartezeiten gab es wohl, aber da wir ohnehin in netter Runde beisammen saßen und strickten und fachsimpelten, war es recht angenehm, eben nicht alle Nase lang gefragt zu werden, ob wir noch etwas bestellen wollten.
Ja, es war ein schönes Treffen und ich war froh, dass ich da war, denn wer weiß, vielleicht werden gemeinschaftliche Unternehmungen bald wieder verboten und vielleicht werden auch die letzten Gastwirte noch in die Knie gezwungen, so dass vielleicht nur noch die Systemgastronomie und die ganz großen Ketten überleben. Hoffen wir mal, dass es nicht soweit kommt.
Die Warn-App zeigte keine einzige kritische Begegnung. Na also!

Freitag, 16. Oktober 2020
Diesmal gab es kein Freundinnen-Frühstück bei Katl. Na, auch gut. Ich hatte bereits am Montag einen heftigen Dämpfer bekommen, der mir sogar eine schlaflose Nacht beschert hatte. Da ist ein wenig Abstand vielleicht ganz gut, bis ich drüber hinweg bin und den Anlass für den Dämpfer {soweit ich ihn verstehe} ausgeräumt habe.
Dafür hatte ich am Nachmittag noch eine richtig schöne Begegnung. Die Weinkönigin rief an. Sie musste ihr Auto zur Werkstatt bringen und fragte, ob ich sie von da aus nach Hause bringen könnte. Na, sehr gern! Ich kündigte ihr an, auf dem Rückweg noch zu meinem Lieblingsladen im PC zu wollen, weil ich dunkelgraue Baumwolle brauchte. Sie hatte auch noch eine Erledigung im PC und danach tranken wir noch einen Kaffee. Ich habe diese Begenung sehr genossen.
Am Abend trieb ich mein neues Strickprojekt voran. Nachdem ich am Vormittag beim Halsbündchen zweimal ribbeln musste, klappte nun alles bestens. Da ich meinen neuen Pullover von oben und ohne Naht stricken will, musste ich bei der Aufteilung der Maschen nach dem Halsbündchen ein wenig hin und her rechnen. Ich hätte beinahe behauptet, einen RVO zu stricken, aber es wird eben gerade kein Raglan, also keine Schräge, sondern ein gerader Schultersattel. Heute Morgen habe ich schon mal anprobiert und bisher sitzt er gut, so wie ich ihn mir ausgedacht habe.
Ich sollte das vielleicht aufschreiben. Was meint ihr?

Jetzt komme ich zu Andrea, die diese Woche ein Buch rezensiert hat, das ganz wunderbar zu meinem Donnerstag passt und zu meinem Freitag, denn die Weinkönigin ist mittlerweile auch unter die Strickerinnen gegangen. Und zu meinem Wochenende passt es auch, weil ich an meinem Pullover noch ein gutes Stück weiternadeln will.

Habt ein schönes Wochenende und bleibt gesund.
Eure Mira

12 von 12 im Oktober

12_von_12
Sowas aber auch. Da habe ich wie wild fotografiert, damit ich für diesen schönen Montag eine genügend große Auswahl an Fotos habe und dann lasse ich das Handy liegen und kann die Bilder gar nicht rechtzeitig zu Caro bringen. Hachzzz.
Wie ihr wisst, trinke ich gern morgens einen Kaffee auf meinem Balkon. Diesmal war meine weiße Bank schon "besetzt"

Auch auf dem Wäscheständer herbstelt es.

Damit uns die vorwitzigen Blätter nicht gar noch in die Kaffeetassen fallen oder auf dem Frühstücksbrot landen, wird der Tisch eben drinnen gedeckt. Nicht so romantisch mit Kerzenlicht, wie bei Katl, dafür aber altmodisch und märchenhaft {siehe Teller}.

In diesem Zug sitzt die Lieblingsnichte und wird gleich Richtung Heimat starten.

Ich bleibe allein zurück. 🙁

Vom Rande {von der obersten Ebene} betrachte ich das bunte Leben und Treiben. Die Werbung ist rein zufällig auf dem Foto gelandet, lässt sich aber nicht vermeiden. Egal von welchem Platz aus man in die Promenaden hinein fotografiert, irgendwelche Leuchtreklamen sind immer zu sehen.

Da wende ich mich dann doch lieber um 180° und gönne mir einen Rückblick in die Kinderzeit, als ich für Modellbahnen schwärmte.

Ein paar Meter weiter gibt es noch etwas Bahnromantik.

Ich glaube, das Parkhaus im Hauptbahnhof ist das günstigste der ganzen Stadt.

Nun lade ich die Katl zum Ente-Essen ein.

Ein Mitbringsel vom Weimarer Zwiebelmarkt.

Weil ich schon Frühstück und Mittagessen hatte, gibt es statt Abendbrot nur noch gesunde Naschereien aus dem Garten.

Und das waren sie wieder, meine 12 von 12 im Oktober.
Bis zum nächsten Mal
bleibt gesund
Eure Mira

In früheren Jahren

12. Oktober 2019 Oups, Bild Nr. 1 ist schon sehr, sehr ähnlich.
12. Oktober 2018
12. Oktober 2017

Samstagsplausch {10.10.2020}

Rückblick…
Montag, 05. Oktober 2020
Natürlich war ich wieder in Torgau. Den Tag habe ich hier ausführlich beschrieben.
Dienstag, 06. Oktober 2020
Wir wollten in die Lagerbox fahren, um ein paar Garne herauszusuchen, aus denen ich mir einen Winterpullover und/oder eine Strickjacke zaubern kann. Ich fühlte mich aber so knautisch, wie das Wetter aussah und hatte die Befürchtung, "etwas auszubrüten". Also verschoben wir die Lagerbox auf Mittwoch. Am Abend wollte der Sohn noch das Holz entladen, weshalb wir uns am Garten trafen. Ich sammelte die letzte Ernte für dieses Jahr ein, vier Zucchini und etwa 2 Kilo Tomaten.
Mittwoch, 07. Oktober 2020
Bis vor 31 Jahren war heute Nationalfeiertag. *hüstel*
Diesmal lockte schon das freundliche Wetter nach draußen. So wurde das Projekt "Lagerbox" umgesetzt. Während wir in den Kartons herumkruschtelten, zogen Wolken auf. Wir schafften es gerade noch, das Auto zu beladen, bevor Regen einsetzte. Zum Glück bekam ich einen Parkplatz direkt vor dem Haus, so dass die Entladung einfach war.
Donnerstag, 08. Oktober 2020
Der Vormittag gehörte der Kleinen Frau und ihrem Einkauf. Der Nachmittag gehörte dem Sohn und ein paar Transportdienstleistungen. Außerdem sah ich endlich einmal die Junghexe wieder. Das war sooo schön.
Später saß ich noch einmal ein wenig im Garten. Das tat der Seele gut.
Freitag, 09. Oktober 2020
Aus dem geplanten Frühstück bei Katl wurde eine kleine Räumaktion bei mir. Musste sein.
Zu Mittag fuhr ich in die Stadt, um die Lieblingsnichte {ich habe nur diese eine} vom Zug abzuholen. Danach ließen wir uns bei der Kleinen Frau nieder, die selbst einer Einladung folgte. Wir blieben dort, bis sie wieder heim kam. Es war herrlich, mit der Nichte mal wieder stundenlang zu schwatzen.
Samstag, 10. Oktober 2020
Ein superschöner Tag.
Nach einem kleinen Frühstück fuhren die Lieblingsnichte und ich los, um für unser Mittagessen zu sorgen, das wir mit und bei der Kleinen Frau einnahmen. Die Nichte hatte "Omatag", während ich am Nachmittag zu Conny startete. Kaffeetrinken im kleinen Kreis. Conny hatte traumhafte Kuchen und Torten gezaubert. Eine der anwesenden Damen träufelte reichlich Wermoutstropfen in meinen Tag, was die anderen Anwesenden nicht unbedingt bemerken konnten. Diese Dame hat ein unglaubliches Talent ihre eigenen Leistungen hochzuloben, macht das aber bevorzugt in Bereichen, von denen sie weiß, dass die anderen da nicht viel beizutragen haben und ihr somit ihre Aufschneiderei glauben müssen. Dumm nur, dass sie schon mehrfach Themen erwischt hat, die zu meinen Steckenpferden {oder gar zu meiner Studienrichtung} gehörten. So auch an diesem Samstag Nachmittag. Wäre es meine Veranstaltung gewesen, ich hätte sie gebeten zu gehen und ihre Märchen Leuten zu erzählen, die daran glauben können. Aber es war nicht meine Veranstaltung, also hielt ich den Mund und sagte ihr nicht, dass sie Unsinn redet. Die Suppe verhagelt hatte sie mir trotzdem, weil ich das Gefühl haben musste, dass die anderen Anwesenden ihren aufschneiderischen Müll glauben. So war ich dann froh, dass ich wegen des Klassentreffens, das am Abend stattfinden sollte, aufbrechen konnte, und als ich auf der Straße in der frischen Luft stand, fühlte ich mich regelrecht befreit. Allerdings war mir die Lust auf das Treffen kurzzeitig vergangen und ich hatte schon überlegt, gar nicht hinzufahren.
Zum Glück verflog dieser düstere Gedanke schon an der frischen Luft ein wenig und dann restlos während der Fahrt zum Veranstaltungsort. Das war tatsächlich ein großes Glück, denn das Klassentreffen war umwerfend schön. Einige meinten, es sei das beste aller bisherigen Treffen und ich kann das aus meiner Sicht nur bestätigen. Am liebsten würde ich mich gleich nächste Woche schon wieder mit den Leuten treffen, was natürlich Unsinn wäre. Immerhin haben wir den Termin für das nächste Treffen in zwei Jahren schon festgeschrieben.
Leider kann ich diesmal nicht zu Andreas schönem Samstagplausch verlinken — Quatsch, klar kann ich hin verlinken, habs ja gerade getan. Nur von dort hierher geht nicht. Macht aber nix. Meine Erinnerungen sind festgehalten. Das zählt.

WmdedgT?

Der erste Montag im Oktober
Im September habe ich das Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen verpasst, obwohl der 5. auf das Wochenende fiel. Diesmal bin ich wieder dabei, wenn es heißt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?
01:15 Uhr
Das ist jetzt nicht wahr! Neiiin, ich habe noch nicht ausgeschlafen!
03:20 Uhr
Ich frage mich, warum selbst lesen nicht müde macht. Wobei, müde bin ich ja, kann nur nicht schlafen.
05:45 Uhr
Wer quatscht denn da mitten in meinen Traum. Ach, der Wecker! Hm, da bin ich wohl doch nochmal eingeschlafen. Bloß gut!
Nun aber schnell. Kaffee aufsetzen und ab ins Bad. Zum Glück habe ich die Nähmaschine schon gestern Abend in eine Tasche verpackt. Mehr schlecht als recht, aber für das Stück bis Torgau wird es gehen. Das Outfit für diesen Montag habe ich mir auch am Sonntagabend herausgelegt. So bleibt noch genug Zeit für den ersten Milchkaffee auf dem Balkon. Freilich ist es noch dunkel und sonderlich warm ist es auch nicht {9°C}, aber ich brauche diesen Moment ganz für mich allein an der frischen Luft.
06:45 Uhr
Ich schaffe es noch über die Bahn, bevor die Schranken schließen. Im Osten zeigt sich ein pinkfarbener Streifen. Ich bedaure die Eile und den Mangel an Haltemöglichkeiten. Zu gern hätte ich den flammenden Morgenhimmel fotografiert.
08:00 Uhr
Im Büro ist noch keiner, also fahre ich doch zum Laden, komme aber nicht weit, weil ein großes Lieferfahrzeug die gesamte Straße versperrt.
"Zehn Minuten noch," ruft mir der Fahrer zu. Ich parke ein und gehe zu Fuß weiter. Im Laden herrscht großes Hallo, alle freuen sich, mich zu sehen. Das war letzte Woche auch schon so. Und es tut gut.
Die Kollegin kocht Kaffee und ich führe die ersten Gespräche in der Gruppe am Frühstückstisch, schließlich bin ich zum Arbeiten hier. In der gelösten Atmosphäre spricht es sich ohnehin besser, obwohl ich weiß, dass mir sehr subjektiv gefärbte Varianten des tatsächlichen Geschehens präsentiert werden. Ich lasse das mal so stehen.
11:05 Uhr
Die Parkzeit ist abgelaufen und ich hole das Auto vor den Laden, um endlich die schwere Tasche mit der Nähmaschine auszuladen.
"Lass das doch die Männer machen!"
Das sehe ich etwas anders. Die Leute sind hier, damit ich ihnen helfe, nicht, damit sie für mich Arbeiten erledigen, die ich nicht machen möchte, obwohl sie es vermutlich gern getan hätten.
12:00 Uhr
Die Kollegin ist von ihrem Außentermin zurück und ich mache mich noch einmal auf den Weg zum Büro, zu Fuß diesmal, denn ich muss nur zwei kleine Straßen hoch und dann schräg über den Markt. Mit dem Auto wäre es weiter.
Das Gespräch ist aufschlussreich, wenn auch in einer ganz anderen Richtung, als ich erwartet hatte. Immerhin geht mein Auftrag weiter, auch im November und darüber hinaus. Und es wurde auch eine Vollzeitbeschäftigung ab März oder April in Aussicht gestellt. Bis dahin kann sich noch viel ergeben und bei meinem Glück {oder sollte ich Engegement sagen?} ergeben sich wahrscheinlich mal wieder mehrere Aufträge gleichzeitig. Na, sehen wir mal.
13:00 Uhr
Zurück im Laden sitzt die nächste Runde beim Kaffee. Für mich wird extra noch mal welcher aufgesetzt. Natürlich nutze ich die Zeit wieder für Gespräche. Mit den Männern ist es schwieriger. Sie mauern und berufen sich auf Nix verstehen. Als ich beginne auf Russisch zu zählen, tauen sie sichtlich auf und verstehen dann plötzlich doch Deutsch. Geht doch!
15:00 Uhr
Kurz vor Feierabend stimme ich mit der Kollegin noch ein paar Vorhaben für die nächsten Wochen und den dafür erforderlichen Materialbedarf ab.
16:00 Uhr
Am Nachmittag hat es genieselt, aber als ich auf dem Heimweg bin, klart es wieder auf. Die Sonne kommt hervor.
17:00 Uhr
Ein Milchkaffee verfeinert mir den Feierabend. Ich genieße ihn auf dem Balkon. Hach, wie schön.
Abend
Ich telefoniere mit Conny wegen des Projekts und später mit Lili. Da dreht sich alles um Musik und ich komme von Flower of Scotland zu Misty Mountains Cold. Da kommen die märchenhaften Gedanken wieder, die Fantasien. Mit ihnen geht der Tag zur Neige.
Gute Nacht.
Bis nächstes Mal.

Samstagsplausch {03.10.2020}

30 Jahre…
…bescheren uns heute, auf den Samstag, einen Feiertag. Kontraproduktiv für diejenigen, die die ganze Woche arbeiten und am Wochenende dann vielleicht auf den Markt gehen oder den Wocheneinkauf für die Familie erledigen, wollen. Ebenso ungünstig für die Menschen, die einen Feiertag in der Woche begrüßen würden, um die Hektik des Alltags zu unterbrechen. Und dann gibt es die vielen Menschen, die rund um die Woche, rund ums Jahr arbeiten und denen ein Feiertag gar nichts nutzt, egal, auf welchen Wochentag er fällt. Nunja.
Man könnte sich natürlich auch fragen, was wir denn überhaupt feiern? 30 Jahre unterschiedliche Entlohnung in Ost und West? 30 Jahre niedrigere Renten im Osten? 30 Jahre überhaupt noch immer Unterscheidung in Ost und West?
Ach komm, nee, ich will hier nicht aufwiegeln. Es ist Samstag und wir wollen bei Andrea gemütlich und genüsslich plauschen. Kopf in den Sand? Ja, vielleicht. Ich bin es leid, dauernd zu kämpfen. Bin müde geworden mit den Jahren.

Die Woche
Eine Kurzeinschätzung in einem Wort oder einem Satz gelingt diesmal nicht. Oder doch? GUT. Ja, die Woche war gut.

Montag, 28. September 2020
Ich bin nach Torgau gefahren, obwohl ich nicht genau wusste, ob ich da willkommen bin. Ich war willkommen, sogar sehr herzlich.
Dienstag, 29. September 2020
Gerade eben fiel es mir schwer, mich an den Dienstag zu erinnern. Dann aber doch: Den Vormittag habe ich mit wichtigem Papierkram zugebracht, der maximal noch bis Mittwoch Zeit gehabt hätte, mir aber schwer auf der Seele lag und deshalb nun unbedingt erledigt werden musste. Als ich endlich soweit war, passte die Verabredung mit dem Sohn nicht mehr ins Bild und die Katl hatte auch gerade keine Zeit für mich. So wurde es ein ruhiger Resttag, gefüllt mit ein paar Telefonaten.
Mittwoch, 30. September 2020
Ich war mit und bei Conny verabredet. Interessant, aufschlussreich und gemischte Gefühle hinterlassend.
Donnerstag, 01. Oktober 2020
Diesmal klappte die Verabredung mit dem Sohn. Es war super schön. Ein richtig gelungener Tag, an dem ich seit Ewigkeiten auch die Weinkönigin wiedertraf. Hach ja.
Freitag, 02. Oktober 2020
In der Früh gab es den Freitagsfüller.
Später lud die Katl zum Frühstück.
Danach bekam ich noch eine Massage, die mir sehr, sehr gut tat.
Samstag, 03. Oktober 2020
Nun schließt sich der Kreis. Ich bin hier, tippe am Samstagsplausch und kann mir Zeit nehmen, weil Feiertag ist und ich nicht los kann zum Einkaufen, was wiederum gut ist, weil ich nicht wirklich etwas brauche.
Auf den Nachmittag freue ich mich sehr, denn ich treffe mich mit Katl zum Waffel-Essen.
Job und Co.
An dieser Stelle möchte ich mich zunächst bedanken, für eure Kommentare, euren Zuspruch, das Mutmachen. Und ich möchte euch sagen, dass ihr recht hattet. Es war die beste Entscheidung und es ist auch schon wieder Licht am Ende des Tunnels.
Wie ihr wisst, war ich in Torgau, wo ich schon dringend erwartet wurde. Zunächst bleibt es bei der alten Vereinbarung: ein Tag pro Woche. Das geht auch erst einmal nur bis Ende Oktober, danach sehen wir weiter. Ich bin zuversichtlich, dass es eine Fortsetzung geben kann.
Am Mittwoch war ich in Sachen eigenes Projekt unterwegs und habe hier nun leider Zweifel daran, dass es überhaupt noch zum Laufen kommt, obwohl die meisten Rahmenbedingungen vielversprechend aussehen. Darauf verlassen sich nun die beiden Mitstreiterinnen, denn sie haben Erkundigungen eingezogen, nach denen es wohl 4 bis 6 Wochen dauern kann, von der Akzeptanz eines Angebotes bis zur Erteilung erster Aufträge. Auf diese Aufträge wollen sie nun warten und glauben, dass diese in ein bis zwei Wochen in Hülle und Fülle herein purzeln. Ich glaube genau daran eben nicht, weil ich die Erfahrung gemacht habe {bei anderen Firmen}, dass diese Aufträge zwar ausgegeben werden, dem Bildungs- oder Beratungssuchenden aber mehrere Auftragnehmer zur Auswahl gestellt werden. Sollte es so laufen, hätten wir schlechte Karten, weil uns noch keiner kennt. Mein Vorschlag, unsere mögliche Klientel zu bewerben, fiel auf unfruchtbaren Boden. Okay, dann warten wir mal.
Dabei fällt mir der Spruch ein: Hoffen und Harren hält manchen zum Narren. Und damit ich am Ende nicht die Närrin bin, für die kein Job/Auftrag übrig ist, bin ich wild entschlossen, etwas zu tun.
Dazu hatte ich dann am Freitag gleich zwei Gelegenheiten und habe sowohl für Ende Oktober, als auch für eine Woche im November Urlaubsvertretungen zugesagt. Die bringen mich ein gutes Stück weiter. Und bis dahin kann sich noch einiges ergeben.
Oh ja, ich bin zuversichtlich.

Die Kleine Frau
…hat mich diese Woche mal wieder geärgert. Dabei war sie die letzte Zeit so lieb und manchmal richtig niedlich. Aber am Dienstag musste sie mal wieder die Bestimmerin herauskehren und mich gängeln, manipulieren und als alles nichts half und ich böse Tochter nicht tat, was Mutti von mir verlangte, kam dann noch so ein blödes Ding: Na, wenn du wieder in eine andere Stadt abhaust, dann kannst du vorher gleich noch meine Beerdigung klären. Oh ha.
Ich nenne das Erpressung. Freunde, denen ich den Fall geschildert habe, kamen zu der gleichen Bezeichnung. Weil ich aber ein so schlechter Mensch bin und das Erpressung nenne, musste die Kleine Frau den Hörer auflegen und mich auch drei Tage nicht mehr anrufen. Ihr könnt es gern stur nennen, aber ich habe auch nicht angerufen. Die Kleine muss einfach begreifen, dass man mit einem Menschen, den man angeblich gern hat und von dem man Zuneigung erwartet, nicht so umspringen kann. Gestern rief sie dann an, hatte auch ein "Bewerbchen" und ich ging natürlich darauf ein. Trotzdem halte ich mich noch ein wenig zurück. Mache nicht gleich wieder Vorschläge, das Wochenende, den Feiertag miteinander zu verbringen, weil ich auch einfach mal Zeit für mich brauche. Zeit, die ich mit gleichaltrigen oder jüngeren Menschen verbringen möchte, mit anderen Gesprächen als der soundsovielten Wiederholung dessen, was die Kleine Frau mir über ihre Freundinnen und deren altertümliche Ansichten erzählt. Gerade heute ist ein herrlicher Herbsttag. Die Sonne lacht und es ist angenehm warm. In unserem Ort ist Kirmes. Katl hatte die Idee, zum Waffel-Essen zu gehen, um einen Schausteller zu unterstützen, den sie persönlich kennt. Das finde ich eine gute Idee und habe mich sehr gefreut, als sie fragte, ob ich mitkommen mag. {Oft vergisst sie das nämlich, diesmal zu meiner Freude nicht.} Ich möchte zu Fuß dorthin gehen, weil Parkplätze ohnehin rar sind, bei solchen Veranstaltungen erst recht. Die Kleine Frau würde den Fußweg dorthin aber nicht schaffen, so müsste ich das Auto mitnehmen, x-mal ums Carré fahren, bis ich die Kleine Frau irgendwo heraus lassen könnte, das Auto wegbringen, zurück latschen, später, das Ganze noch einmal umgekehrt. Ein entspannter Nachmittag sieht anders aus. Nämlich so, wie wir das heute durchführen werden. Ohne die Kleine Frau. Geht nun mal nicht anders.

Ansonsten…
…genieße ich den Herbst und die schönen sonnigen Tage. Und genau das wünsche ich euch auch. Genießt das Wochenende.
Eure Mira

#595

Heute bin ich früh dran mit meinem Freitagsfüller.

1. Ich rieche im Herbst sehr gern den Rauch von Holzfeuern, vermischt mit dem Duft nach frisch gebackenem Brot und dem frischen Geruch nach regennassem Laub.

2. Ich versuche, mich mit Gedanken zu neuen Märchen und Geschichten, die meine Fantasie beflügeln, von meinem unwirtlichen Alltag abzulenken.

3. Ich sehe gern von meinem Balkon aus hinaus in die Natur.

4. Ich höre verschiedenste Musik gern. Derzeit fehlen mir die mittelalterlichen Klänge, die man in anderen Jahren oft auf Herbstfesten hören konnte.

5. Ich trage fast ausschließlich Kleider, manchmal Röcke, sehr selten Hosen, nie Jeans.

6. Ich esse viel zu gern, vermeide aber Kohlenhydrate, wenn ich kann. Zur Zeit kann ich gerade nicht. Das hängt mit dem Herbst zusammen und mit dem Alltag, dem ich gern entfliehen möchte.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen entspannten Abend mit viel Fantasie, morgen habe ich geplant, mal wieder ein wenig am Bücherregal zu räumen und vielleicht den Tischläufer für meine Schwester zu beginnen und Sonntag möchte ich mit der Weinkönigin in die Pilze gehen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

Samstagsplausch {26.09.2020}


Endlich…
…habe ich mal wieder Zeit und Nerven für den schönen Samstagsplausch bei Andrea.
Das heißt, die Zeit nehme ich mir jetzt einfach, obwohl es schon reichlich spät ist, weil ich heute total verschlafen habe.
Das mit den Nerven ist eine mehrseitige Sache.
Zum einen kann ich den Samstag entspannt angehen, weil ich diese Woche schon Donnerstag Morgen von der Dienstreise zurück gekommen bin und gestern Zeit und Gelegenheit hatte, all die Unannehmlichkeiten aufzuarbeiten und zu klären, die sich in den letzten Wochen angesammelt hatten und drohten, mir über den Kopf zu wachsen.
Zum anderen macht das Schreiben endlich wieder Spaß, nachdem ich mir vorletzte Woche eine neue Maus und Tastatur gegönnt hatte. Die Tastatur ist schön aufgeteilt, so dass ich wieder schnell tippen kann, ohne mich andauernd zu verschreiben oder gar unbeabsichtigt in andere Zeilen oder Absätze zu hopsen. Nur die Backspace-Taste ist etwas klein, so dass ich öfter auf der # lande. Mir war gar nicht bewusst, wie oft ich die Backspace tatsächlich nutze. 😉 Die dauernden Verschreiber, Vertipper, Verrutscher hatten mir in letzter Zeit das Schreiben verleidet.
Nun ist alles wieder gut. Zumindest in dieser Hinsicht.
Und sonst? Ist gerade nichts so richtig gut. Naja.

Job und Co.
Nee, ehrlich, das wollt Ihr nicht wissen. Oder? Ihr wollt es wissen! Okaaay.
Die letzten drei Wochen ging ich auf dem Zahnfleisch. Die Dienstreisen nervten plötzlich und ich musste dauernd an ein paar Zeilen aus dem Donau-Angler von Keimzeit denken:Cheria, cherio – Der am Fluß wünscht sich ans Meer. Und wäre er dort irgendwo, So wünschte er sich wieder her. Was hab ich euch von den Diensteisen vorgeschwärmt. Unbedingt wollte ich sie antreten. In der Ferne arbeiten. Ich hab mir das so gewünscht. Und dann war ich dort irgendwo und wünschte mich tatsächlich wieder heim, oder nein, ich wünschte mich weg, nicht mal unbedingt nach Haues. Nur weg. Und warum? Erstens, weil die Arbeit, die dort auf mich wartete, viel zuviel war für eine Person und ich dadurch das Gefühl hatte, keine Aufgabe wirklich richtig gut zu erfüllen. Diesen Anspruch habe ich aber. Ganz besonders wichtig ist mir dabei die Arbeit mit den Kursteilnehmern, erst recht, wenn einige davon gerade mitten in der Vorbereitung auf eine IHK-Prüfung stecken. Darauf konzentrierte ich mich vorrangig, wodurch die übrige Arbeit hinten runter fiel, und weil ich das nicht so lassen konnte, fiel am Ende ich hinten runter, indem ich jeden Abend länger im Büro saß oder mir die Korrekturen mit ins Hotel nahm. Hinzu kam, dass mich die Obrigkeit beim Honorar besch…, ähm ausgetrickst hatte. Es war ein bestimmter Satz pro Unterrichtseinheit vereinbart, wobei eine Unterrichtseinheit schon immer seit 19 Jahren, die ich als Dozentin arbeite und in allen Einrichtungen, für die ich seither tätig war, 45 Minuten beträgt. Und nun stand dünn gedruckt 60 Minuten auf dem Vertrag. Dazu kam, dass pro Tag 8 Einheiten vereinbart waren, ich aber von vorn herein schon 9 absolvieren musste, da die Einrichtung von 7 bis 16 Uhr geöffnet hat, ich aber allein war, also morgens auf und abends zusperren musste. Und nochmal zurück zu dem allein und Arbeit nicht schaffen. Für das Pensum, dass ich dort zu erledigen hatte, und das auch dem Kollegen, den ich verteten habe, aufgebürdet wurde, hatten wir hier an "meinem alten" Standort 4 Leute, vier. Wundert ihr euch jetzt noch, dass selbst mir Arbeitstier das zu viel wurde? Nee, oder?
Aber damit immer noch nicht genug. Es kommt insofern noch dicker, als ich etwas getan habe, was ich noch nie vorher getan habe und nun natürlich zweifle, ob es richtig war:
Ich habe am Mittwoch noch bis Mitternacht im Büro alles aufgeräumt und aufgearbeitet, weil ich dem Kollegen einen sauberen Schreibtrisch hinterlassen wollte, immer mit dem Hintergedanken, ich komme hier nie wieder her. Am Donnerstag Morgen gegen 3.30 Uhr war ich daheim. Am Donnerstag Morgen 9.15 Uhr kam der Anruf, ob ich denn nicht gleich in der nächsten Woche wiederkommen könnte und von da an bis Weihnachten immer drei Tage die Woche. Ich war geschockt und erbat mir Bedenkzeit. Und in dieser Zeit erzählte ich natürlich meiner Familie und einigen meiner Freunde {die greifbar waren} von der Sache und alle rieten mir davon ab. Mutti natürlich, weil sie möchte, dass ich in der Nähe bleibe, die Freunde, weil sie mir vorrechneten, dass es sich schon jetzt nicht gerechnet hat, bei den Konditionen, und dass es sich demnach bei 3 Tagen erst recht nicht rechnet. Eine Freundin, weil sie mich hier braucht, falls unser Projekt endlich in die Gänge kommt, falls es in die Gänge kommt. Und ich selbst hatte einen Graus davor, jetzt, wo es auf den Winter zugeht, jede Woche zweimal drei Stunden durch die Dunkelheit zu fahren, hinwärts unausgeschlafen in aller Herrgottsfrühe, heimwärts abgearbeitet und geschafft im dicksten Wochenendverkehr. Am Freitag Morgen gegen halb neun rief ich an und sagte ab, sicherte aber eine Urlaubsvertretung zu. Gegen zehn kam ein Anruf aus der Zentrale, ob ich unterschreiben würde, wenn sie mir einen Vertag anbieten, ab sofort bis Weihnachten Vollzeit, fünf Tage die Woche. Ich stand noch so sehr unter dem Eindruck, welchen Stress mir diese Vollzeit in den letzten Wochen beschert hatte, dass ich dieses Angebot gleich und ohne Bedenkzeit ablehnte.
Und seitdem kreise ich hier herum und frage mich, ob das richtig war. Wenn ich mir vorrechne, was ich verdienen könnte und welche zusätzlichen Kosten auf mich zukommen, weiß ich, dass es richtig war. Wenn ich dann aber darüber grüble, was ich stattdessen machen soll, ob das Projekt jemals zum Laufen kommt {ich kann da nicht mehr daran glauben} und welche finanziellen Folgen das nun wieder haben könnte, dann zweifle ich an meiner Entscheidung. Und dann kreise ich hier herum, mache mich verrückt und alle in meiner Umgebung und nun auch noch euch. Dabei habe ich schon gestern im Freitagsfüller geschrieben, dass ich genau um diese Entscheidungen viel zu viel Drama mache. Hachzzz.

Ach, wisst ihr, was?
Ich schreibe jetzt gar nicht mehr weiter an diesem Eintrag herum, sondern sende ihn ab und komme dann zu euch zum Lesen. Das wird mir gut tun, mich auf andere Gedanken bringen und danach werde ich den Regentag nutzen um zu stricken, gemütlich mit einem Tee auf der Couch.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

#594

Wollt Ihr meinen Freitagsfüller sehen?

1. Ich bin stolz, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und den nächsten Auftrag abgesagt habe, bei dem ich nicht das Salz in die Suppe verdienen würde, genau betrachtet sogar unter den Mindestlohn käme. Dennoch grüble ich seitdem, ob ich nicht vielleicht doch…???.

2. Cottbus ist definitiv nicht der richtige Platz für mich, im Hinblick auf meine Einsätze in den nächsten Wochen. Oder vielleicht doch???

3. Um den Hals trage ich seit Monaten gar nichts. Nachdem jedoch heute der Herbst mit Kühle und Regen zugeschlagen hat, wird es wohl wieder Zeit für Schals und Loops.

4. Um meine Entscheidungen für oder gegen gewisse Jobs und Aufträge und überhaupt, mache ich wahrscheinlich viel zuviel Drama.

5. Gestern abend war ich einfach nur breit, habe noch ein wenig Hermann Hesse gelesen {wirklich nur wenige Seiten} und bin im Sitzen auf der Couch eingeschlafen.

6. Weil sie mich an das Vergehen in der Natur und damit an den Tod erinnern, mag ich keine Herbstblumen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf irgendetwas, das mich von meinem {Gefühls}chaos ablenkt, mich wieder runterbringt, vielleicht ein Spaziergang im Regen, morgen habe ich geplant, mich selbst zu sortieren {falls man so etwas planen kann} und Sonntag möchte ich den Sohn besuchen!

Den Freitagsfüller, wie immer, von Barbara.

Ein Montag im September

{21.09.2020}
und bei Anni gibt es wieder den Montagsstarter mit Fragen von Martin.

Mein Montagsstarter
1. Meine Lieblingsblume: Weiße Margeritten.

2. Fisch und Meeresfrüchte esse ich gerne

3. Ich lese gerade Narziss und Goldmund von Hermann Hesse.

4. Womit habe ich das verdient, dass so viele glauben, mich ausnutzen zu dürfen?

5. Bist du schon komplett auf Herbst eingerichtetß Also ich nicht.

6. Die Fragen im Starter gefielen mir heute sehr gut.

7. Eine Überweisung und zwei Schreiben darf ich nicht vergessen und außerdem möchte ich eine Rechnung stellen.

Vielleicht gibt es zu diesem Montag später noch einen zweite Teil, wenn ich nicht gar zu müde bin.