Samstagsplausch {28.11.2020}

Guten Morgen
Ich freue mich wieder sehr, dass ich am Samstagsplausch bei Andrea teilnehmen kann. Da bin ich nun heute so früh aufgestanden, schon 5:15 Uhr, und sitze doch erst jetzt wieder dran, euch von meiner Woche zu berichten. Ach, ach. Immerhin läuft die Waschfee.
Ach Mist. Telefon, dreiviertel Stunde weg, zusätzliche Aufgaben erhalten… und meine Zeit, die ich mir für den Samstagsplausch nehmen wollte, ist nun auch dahin. *grummel*
Nun aber!
Die Woche in zwei Worten…
Anstrengend!
Entspannend!

Klingt nach Widerspruch, ist es aber nicht. Anstrengend war die Woche, weil ich am Montag und Freitag in der Niederlassung in Leipzig gearbeitet habe {wo ich gar nicht mehr gern bin, weil die Stimmung dort so mies ist} und dazwischen drei Tage in Cottbus war, wo ich sehr gern arbeite, aber eben weder vor der Hinfahrt, noch nach der Rückfahrt frei hatte. Naja, und das empfand ich eben als anstrengend.
Entspannend war die Zeit in Cottbus, weil… Nun, ihr hattet schon mitbekommen, dass ich in der letzten Zeit wieder zunehmend von der Kleinen Frau genervt war, weil sie, altersstarrsinnig, wie sie nun mal ist, permanent versuchte, ihren Kopf durchzusetzen, und dabei andauernd an mir herum zerrte. Als ich aber in Cottbus war, gab es genügend Abstand, so dass ich mich eben wirklich entspannen konnte. Außerdem habe ich eine klare Ansage gemacht, dass sie nicht bei jedem unserer Gespräche wieder vom Essen am 2. Feiertag anfangen soll, weil ich dann nämlich überhaupt nichts koche!
Inzwischen {gestern} hatten wir dann ein klärendes Gespräch und nun hoffe ich, dass Ruhe ist und wir die Adventszeit geruhsam genießen können.

Adventliches
In den letzten Jahren hatte ich nie den Nerv für Adventsdekorationen. Immer war ich gestresst und genervt, weil ich rund ums Jahr ohne Urlaub gearbeitet hatte, sowieso schon reif war, für die Insel und dann noch zu den Letzten gehörte, die in der Firma vor den Feiertagen das Licht ausmachten. Selbstredend kam noch die gesamte Feiertagsvorbereitung dazu, alles heranschaffen, was gegessen werden soll, stufenweise, so wie es gebraucht wird, alles auch zubereiten und zur Mutti verfrachten. Geschenke beschaffen, nicht nur, was ich schenken will, sondern auch noch für alle anderen, wer wem was schenkt koordinieren und am besten auch noch heranschaffen und am allerbesten auch noch verpacken. Wenn alle anderen dann feierten und sich freuten, saß ich entkräftet und deprimiert unterm Baum und wäre am liebsten ganz allein durch den Schnee gewandert, den es leider gar nicht gab.
Letztes Jahr hatte ich diesen ganzen Trubel so satt, dass ich versuchte, eine neue Tradition in der Familie einzuführen. Wir fuhren über die Feiertage weg und trafen uns am Urlaubsort auch noch mit Schwester und Schwager. Das war schön! Es gab gleich zwei positive Nebenwirkungen. Zum einen war meine Adventszeit sehr entspannt, weil ich mich weder um Tannenbaum, noch um Gänsebraten zuu kümmern hatte. Zum anderen, weil wir ja alles hätten mitschleppen müssen, reduzierte sich die gesamte Schenkerei auf liebevoll ausgesuchte {oder hergestellte} Kleinigkeiten. Von mir bekam jeder der Mitreisenden ein Paar Socken und etwas zu naschen, was nicht unbedingt Süßikeiten sein mussten. Gern auch mal ne Salami.
Dies als Tradition zu etablieren, klappte auch, weil alle so angetan waren von der Idee, dass wir das nächste Familientreffen schon für Ostern planten und sogar schon gebucht hatten. Dann kam alles anders!
Und nun sitzen wir wieder zu Hause und wenn wir Pech haben, sogar jeder für sich allein. Und ich habe wieder die Vorbereitung am Hals. Bin damit allerdings schon ein Stück weit gekommen, weil der Gänsebraten schon in der Tiefkühltruhe wohnt und ich auch nicht für so viele Leute planen und organisieren muss, da wahrscheilich kein Besuch kommen darf. Das und das oben erwähnte klärende Gespräch entspannen meinen Adventsstress. Ebenso die Tatsache, dass ich bis auf die 50. KW nicht mehr Vollzeit arbeite.
Und da stelle ich plötzlich fest, dass ich ausgerechnet in diesem seltsamen und teilweise schwierigen Jahr Lust auf weihnachtliche Deko habe. Also habe ich gestern dicke weiße Kerzen und ein Brett besorgt. Nachher hole ich noch Grünes aus dem Garten. Und Perlen, Schleifen und sonstigen Dekokrams habe ich da. Mal sehen, vielleicht finde ich ein Zweiglein mit Hagebutten oder ein paar Kiefernzapfen. Irgendwas findet sich, und dann mache ich mir ein schönes Adventsgesteck.
Ja, da habe ich Lust drauf.
Morgen…
…ist dann die Mutti an der eihe. Sie hatte ich gestern mitgeschleppt zum Kerzenkauf. Da dekorieren wir dann am Vormittag, damit wir es gemütlich haben, wenn wir am Nachmittag Stolle essen wollen.

Jetzt…
…widme ich mich erst mal den zusätzlichen Aufgaben, damit ich die erledigt habe, wenn der Sohn wieder anruft. Dann ist die Wäsche an der Reihe und dann gehe ich auf Tour, ein paar Dinge einsammeln, die ich mir erst heute überlegt habe oder die ich in Muttis Beisein nicht kaufen wollte.
Meine Runde durch eure Blogs hebe ich mir für den Abend auf, gemütlich mit einem Schälchen Tee.

Habt alle ein schönes Wocheende
und bleibt oder werdet wieder gesund.

Samstagsplausch {21.11.2020}

Es ist kalt geworden. Auf der Wiese liegt Reif und ich habe meinen Milchkaffee ganz schnell wieder nach drinnen getragen, bevor er zu Eiskaffee wird.

Die Woche in einem Wort
Heftig!


Die arme Andrea wurde nicht nur in Quarantäne gesteckt, sondern ist tatsächlich erkrankt. Im Vergleich dazu ist alles, was ich erlebt habe, Pillepalle.
Andererseits auch wieder nicht, wenn man bedenkt, was uns allen als Bevölkerung dieses Landes gerade angetan wird. Naja.
Jetzt schreibe ich hier erst mal ein paar Gedanken und Erinnerungen an die Woche auf und bringe sie zum Samstagsplausch, auf den ich mich jede Woche immer wieder freue.

Der Rückblick

Samstag, 14. November 2020
Ich wollte auf eine ungestörte Einkaufstour gehen, weil ich all das einsammeln wollte, was ich unter der Woche bei Touren mit Mutti immer vergessen hatte. Da kam einiges zusammen, weil es mittlerweile so ist, dass ich, wenn ich die Alte Frau dabei habe, nur noch für sie dazusein habe. Sie stellt sich mitten in den N-Markt und piepst "Kaffeesahne" und dann habe ich loszulaufen und ihr drei Fläschchen Kondensmilch zu bringen. Inzwischen hat sie aber ihren Standort geändert und ich darf durch die Gänge kurven und sie suchen. Das ist doch kein Einkaufen nich!
Deshalb an jenem Samstag mein Alleingang.
Allerdings! Nachdem ich im Drogeriemarkt richtig viele Dinge gekauft hatte, auch solche, von denen sie nach einem Kontrollbliock in meinen Korb mit Sicherheit behauptet hätte: Das brauchst du doch alles gar nicht!, stand ich in der Sonne auf dem Parkplatz und dachte, dass ich ein egoistisches Miststück sei, wenn ich sie bei diesem wundervollen Wetter in ihrer Wohnung sitzen lasse. Also nahm ich sie auf den Rest der Tour dann doch mit. Und siehe da, sie hatte schon wieder einen dicken Einkaufszettel.
Nein, ich weiß, ich bin nicht egoistisch, eher denke ich viel zu selten mal an mich. Das muss ich mir erst angewöhnen und gleichzeitig der Mutti abgewöhnen, mich immer so zu scheuchen. Gegen ihre Manipulations- und Erpressungsversuche muss ich mir ein dickes Fell wachsen lassen. Nur wächst das eben sehr langsam. *zwinker*

Sonntag, 15. November 2020
Am Sonntag gabe es dann unsere Martinsgans. NEIN, wir haben nicht gegen die Corona-Regeln verstoßen.
Sachsen ist, soweit ich das überblicken kann, das einzige Bundesland, in dem es bei den Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte einen Zusatz gibt "…oder ein Haushalt und maximal 5 weitere Personen auch aus unterschiedlichen Haushalten…" Nun, wir waren insgesamt nur zu viert und lagen damit innerhalb dieser Einschränkungen. Ich hoffe und wünsche mir für uns alle, dass dieser Zusatz für alle Bundesländer übernommen wird, damit ein stilles, geruhsames Weihnachtsfest im Kreise der engsten Familie möglich wird, ohne dass wir gerade unsere einsamen Alten ganz allein lassen {müssen}.

Montag, 16. November 2020
Die Arbeitswoche in Cottbus begann recht entspannt. Prüfungsvorbeitung stand auf dem Programm und funktionierte auch recht gut. Manchen haben leider noch immer Probleme mit der Kalkulation im Hundert. Da mussten ein paar Eselsbrücken her. Ich hoffe, die waren einprägsam.
Den Nachmittag und die immer noch wärmenden Sonnenstrahlen genoss ich auf einer Bank vor der Pension, während ich auif meinen Zimmerschlüssel wartete. Sonst hatte ich mir den immer im Restaurant abgeholt, aber das ist ja nun geschossen.
Deshalb gab es zum Abendessen auch nur eine Instantsuppe auf dem Zimmer. Eine große Tasse und den Wasserkocher hatte ich extra mitgeschleppt.

Dienstag, 17. November 2020
??? Der Dienstag ist schon wieder aus meinem Gedächtnis gefallen. Ich habe gerade mal nachgelesen, was ich {außer der Arbeit} an diesem Tag getrieben habe.

Mittwoch, 18. November 2020
Der Mittwoch war für mich ein schwarzer Tag. Immerhin mit einer gehaltvollen Diskussion.

Donnerstag, 19. November 2020
Der Donnerstag plätscherte dahin. Ich habe bewusst Abstand von politischen Diskussionen gehalten, weil mir die Kraft dazu fehlte. Gegen 21.30 Uhr erreichten mich dann ein paar Fake-News, die Freunde mir zuspielten, die darüber sehr entsetzt waren, weil sie nicht erkannt hatten, dass es Fakes waren.
Und schwups war die Diskussion wieder im Gange und raubte mir bis weit nach Mitternacht den Schlaf.
Tja, da fallen mir immer wieder Heines Nachtgedanken ein, wobei nur die erste Strophe für mich derzeit zutreffend ist.

Freitag, 20. November 2020
Am Freitag werden die Faulen fleißig meinte eine Teilnehmerin. Das hatte wirklich den Anschein, denn pausenlos klingelte das Telefon und alle möglichen Anfragen stapelten sich, die ich im Laufe der Woche gern bearbeitet hätte, die nun aber alle noch auf den letzten Arbeitstag der Woche sein mussten. So wüst, wie an diesem Tag hatte mein Schreibtisch die ganze Woche nicht ausgesehen.
Freitag ab eins… wurde es dann ruhig. Ich schaffte bis 15 Uhr alles abzuarbeiten. Der Chef hatte mir schon 13.30 Uhr ein e gute Heimfahrt gewünscht. Die hatte ich dann auch, denn als ich startete, schein die Sonne, auch wenn es recht kalt geworden war. Das Auto hat schließlich ne Heizung, also stand einer entspannten Fahrt nichts im Wege.
Am Abend musste ich natürlich einige Telefonate führen und bekam gleich wieder meine Marschrichtung für den Samstag vorgegeben. Die Alte Frau kann es nicht lassen. Allerdings habe ich festgelegt, wann ich was mache. Und das wird anders sein, als sie sich das vorstellt. Da muss sie d
durch!

Samstag, 21. November 2020
Ich muss mich sputen, denn ich habe zugesagt, gegen 10.30 bei der Mutti zu sein, um ihr den Kopf zu waschen die Haare zu waschen. Danach setze ich sie unter die Haube und dann kann sie sowieso nicht raus bei der Kälte mit frisch gewaschenen Haaren. Also kann ich mich dann erst mal wieder um meine Belange kümmern. Da ist auch noch einiges zu tun, Wäsche, Einkauf, Haushalt. Aber eben meins.

Ich wünsche euch allen ein angenehmes und selbstbestimmtes Wochenende.
Bleibt oder werdet gesund.

Eure Mira

Samstagsplausch {17.10.2020}

Rückblick…
Letzte Woche hatte das echte Leben Vorrang vor dem virtuellen, so dass ich nicht dazu kam, mich bei Andrea in die Plauderecke zu setzen. Meinen Beitrag zum Samstagsplausch 41.20 habe ich trotzdem geschrieben, schon um die Erinnerung an eine tolle Woche und ein noch viel tolleres Wochenende zu bewahren.

Samstag, 10. Oktober 2020
Der Tag des Klassentreffens. Es war einfach toll und dass wir bis halb zwei Uhr nachts beisammen saßen, zeigt am besten, wie wohl wir uns miteinander gefühlt haben. Die Kleine Frau schoss mal wieder den Vogel ab, indem sie nach 23 Uhr die Nichte dazu brachte, mich anzurufen und zu fragen, wo ich bleibe. Später meinte sie, sie habe schon wieder tausend Befürchtungen gehabt: Ich könnte überfallen worden sein, auf dem Heimweg. Das Autoo könnte gestohlen worden sein. Das Auto könnte defekt sein und nicht mehr anspringen. Die ganze Klasse bekam den Kontrollanruf mit und einige meinten, es hätte sich seit der Schulzeit nichts geändert. Nun, eine Kleinigkeit hat sich doch geändert. Ich schaltete das Handy aus und setzte mich wieder an den Tisch. Früher wäre ich schnurstracks heim gegangen.

Sonntag, 11. Oktober 2020
An diesem Sonntag gab sich das Wetter noch einmal richtig Mühe und zeigte sich von einer besseren Seite, als vorhergesagt. Gemeinsam mit der Nichte fiel ich bei der Kleinen Frau zum Frühstück ein. Danach holten wir den Sohn samt Freundin ab und fuhren nach Bad Kösen. Das ist einer meiner Standardausflüge, wenn man nicht so weit weg will und trotzdem was erleben.
Meine drei Salinewichtel.

Montag, 12. Oktober 2020
Am Montag musste ich leider die Lieblingsnichte wieder hergeben. Mit 12 Fotos habe ich den Tag bei 12 von 12 näher beschrieben.

Dienstag, 13. Oktober 2020
Da ich am Montag noch frei hatte, war diese Woche der Dienstag mein Torgau-Tag. Es war wieder mal schön. So macht arbeiten Spaß.
Am Abend stellte ich fest, dass ich mein Telefon im Büro hatte liegen lassen. Das wurde ein entspannter Abend ohne Anrufe, aber leider auch ohne Textnachrichten und ohne Ebook. Zum Glück liegen hier ja noch einige echte Bücher herum. Und Strickzeug gibt es auch reichlich.

Mittwoch, 14. Oktober 2020
Als ich 5.30 Uhr aufwachte, war ich froh, dass ich keinen Wecker brauchte. Der wohnt schließlich auch im Handy und war noch nicht erreichbar. In aller Ruhe machte ich mich fertig für den Tag und fuhr so zeitig los, dass ich als erste am Büro hätte sein müssen. Leider hatten sich an diesem Tag alle Autofahrer gegen mich verschworen ;-). Die Straßen waren extrem voll und dann hatte ich zwischen den Dörfern auf der Landstraße noch einen PKW vor mir, der konstant 60 km/h fuhr. Auf der Landstraße!!! Da es reichlich Gegenverkehr gab, war an Überholen nicht zu denken. Es gibt zum Glück Streckenabschnitte, die so ausgebaut sind, dass immer im Wechsel in einer Richtung eine Überholspur vorhanden ist. Als wir diesen Streckenabschnitt erreicht hatten, beschleunigte dieser seltsame PKW auf über 100 km/h und ließ niemanden vorbei, nur, um mit dem Erreichen des Überholverbotes wieder stark abzubremsen. Ich frage mich, was in solchen Autofahrern/innen vorgeht.
Heute war es womöglich noch schöner in Torgau. Weil draußen nicht nur Schmuddel-, sondern regelrecht Ekelwetter herrschte, wirkte es drinnen besonders gemütlich, heimelig. Einige werkelten an kreativen oder handwerklichen Aufgaben. Andere kümmerten sich um Reinigung und Wäsche. Jeder wusste, was er zu tun hatte und alles lief hand ind Hand. Das war richtig schön, und ich blieb noch auf ein paar Handgriffe und einen Kaffee.

Donnerstag, 15. Oktober 2020
Stricktreffen im Café Cantona. Ich freute mich sehr darauf, die Mädels mal wiederzusehen. Zwar hatte es seit Ende des Lock Downs schon mehrere Treffen gegeben, aber ich war leider immer verhindert. Diesmal passte es. Ich hatte mir vorher einige Bewertungen des Cafés angesehen, die überwiegend schlecht ausfielen. Dazu muss ich sagen, dass die Mädels, sie uns bedienten, sehr freundlich waren. Der kritisierte Kellner hatte entweder keinen Dienst oder arbeitet da vielleicht gar nicht mehr. Längere Wartezeiten gab es wohl, aber da wir ohnehin in netter Runde beisammen saßen und strickten und fachsimpelten, war es recht angenehm, eben nicht alle Nase lang gefragt zu werden, ob wir noch etwas bestellen wollten.
Ja, es war ein schönes Treffen und ich war froh, dass ich da war, denn wer weiß, vielleicht werden gemeinschaftliche Unternehmungen bald wieder verboten und vielleicht werden auch die letzten Gastwirte noch in die Knie gezwungen, so dass vielleicht nur noch die Systemgastronomie und die ganz großen Ketten überleben. Hoffen wir mal, dass es nicht soweit kommt.
Die Warn-App zeigte keine einzige kritische Begegnung. Na also!

Freitag, 16. Oktober 2020
Diesmal gab es kein Freundinnen-Frühstück bei Katl. Na, auch gut. Ich hatte bereits am Montag einen heftigen Dämpfer bekommen, der mir sogar eine schlaflose Nacht beschert hatte. Da ist ein wenig Abstand vielleicht ganz gut, bis ich drüber hinweg bin und den Anlass für den Dämpfer {soweit ich ihn verstehe} ausgeräumt habe.
Dafür hatte ich am Nachmittag noch eine richtig schöne Begegnung. Die Weinkönigin rief an. Sie musste ihr Auto zur Werkstatt bringen und fragte, ob ich sie von da aus nach Hause bringen könnte. Na, sehr gern! Ich kündigte ihr an, auf dem Rückweg noch zu meinem Lieblingsladen im PC zu wollen, weil ich dunkelgraue Baumwolle brauchte. Sie hatte auch noch eine Erledigung im PC und danach tranken wir noch einen Kaffee. Ich habe diese Begenung sehr genossen.
Am Abend trieb ich mein neues Strickprojekt voran. Nachdem ich am Vormittag beim Halsbündchen zweimal ribbeln musste, klappte nun alles bestens. Da ich meinen neuen Pullover von oben und ohne Naht stricken will, musste ich bei der Aufteilung der Maschen nach dem Halsbündchen ein wenig hin und her rechnen. Ich hätte beinahe behauptet, einen RVO zu stricken, aber es wird eben gerade kein Raglan, also keine Schräge, sondern ein gerader Schultersattel. Heute Morgen habe ich schon mal anprobiert und bisher sitzt er gut, so wie ich ihn mir ausgedacht habe.
Ich sollte das vielleicht aufschreiben. Was meint ihr?

Jetzt komme ich zu Andrea, die diese Woche ein Buch rezensiert hat, das ganz wunderbar zu meinem Donnerstag passt und zu meinem Freitag, denn die Weinkönigin ist mittlerweile auch unter die Strickerinnen gegangen. Und zu meinem Wochenende passt es auch, weil ich an meinem Pullover noch ein gutes Stück weiternadeln will.

Habt ein schönes Wochenende und bleibt gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {10.10.2020}

Rückblick…
Montag, 05. Oktober 2020
Natürlich war ich wieder in Torgau. Den Tag habe ich hier ausführlich beschrieben.
Dienstag, 06. Oktober 2020
Wir wollten in die Lagerbox fahren, um ein paar Garne herauszusuchen, aus denen ich mir einen Winterpullover und/oder eine Strickjacke zaubern kann. Ich fühlte mich aber so knautisch, wie das Wetter aussah und hatte die Befürchtung, "etwas auszubrüten". Also verschoben wir die Lagerbox auf Mittwoch. Am Abend wollte der Sohn noch das Holz entladen, weshalb wir uns am Garten trafen. Ich sammelte die letzte Ernte für dieses Jahr ein, vier Zucchini und etwa 2 Kilo Tomaten.
Mittwoch, 07. Oktober 2020
Bis vor 31 Jahren war heute Nationalfeiertag. *hüstel*
Diesmal lockte schon das freundliche Wetter nach draußen. So wurde das Projekt "Lagerbox" umgesetzt. Während wir in den Kartons herumkruschtelten, zogen Wolken auf. Wir schafften es gerade noch, das Auto zu beladen, bevor Regen einsetzte. Zum Glück bekam ich einen Parkplatz direkt vor dem Haus, so dass die Entladung einfach war.
Donnerstag, 08. Oktober 2020
Der Vormittag gehörte der Kleinen Frau und ihrem Einkauf. Der Nachmittag gehörte dem Sohn und ein paar Transportdienstleistungen. Außerdem sah ich endlich einmal die Junghexe wieder. Das war sooo schön.
Später saß ich noch einmal ein wenig im Garten. Das tat der Seele gut.
Freitag, 09. Oktober 2020
Aus dem geplanten Frühstück bei Katl wurde eine kleine Räumaktion bei mir. Musste sein.
Zu Mittag fuhr ich in die Stadt, um die Lieblingsnichte {ich habe nur diese eine} vom Zug abzuholen. Danach ließen wir uns bei der Kleinen Frau nieder, die selbst einer Einladung folgte. Wir blieben dort, bis sie wieder heim kam. Es war herrlich, mit der Nichte mal wieder stundenlang zu schwatzen.
Samstag, 10. Oktober 2020
Ein superschöner Tag.
Nach einem kleinen Frühstück fuhren die Lieblingsnichte und ich los, um für unser Mittagessen zu sorgen, das wir mit und bei der Kleinen Frau einnahmen. Die Nichte hatte "Omatag", während ich am Nachmittag zu Conny startete. Kaffeetrinken im kleinen Kreis. Conny hatte traumhafte Kuchen und Torten gezaubert. Eine der anwesenden Damen träufelte reichlich Wermoutstropfen in meinen Tag, was die anderen Anwesenden nicht unbedingt bemerken konnten. Diese Dame hat ein unglaubliches Talent ihre eigenen Leistungen hochzuloben, macht das aber bevorzugt in Bereichen, von denen sie weiß, dass die anderen da nicht viel beizutragen haben und ihr somit ihre Aufschneiderei glauben müssen. Dumm nur, dass sie schon mehrfach Themen erwischt hat, die zu meinen Steckenpferden {oder gar zu meiner Studienrichtung} gehörten. So auch an diesem Samstag Nachmittag. Wäre es meine Veranstaltung gewesen, ich hätte sie gebeten zu gehen und ihre Märchen Leuten zu erzählen, die daran glauben können. Aber es war nicht meine Veranstaltung, also hielt ich den Mund und sagte ihr nicht, dass sie Unsinn redet. Die Suppe verhagelt hatte sie mir trotzdem, weil ich das Gefühl haben musste, dass die anderen Anwesenden ihren aufschneiderischen Müll glauben. So war ich dann froh, dass ich wegen des Klassentreffens, das am Abend stattfinden sollte, aufbrechen konnte, und als ich auf der Straße in der frischen Luft stand, fühlte ich mich regelrecht befreit. Allerdings war mir die Lust auf das Treffen kurzzeitig vergangen und ich hatte schon überlegt, gar nicht hinzufahren.
Zum Glück verflog dieser düstere Gedanke schon an der frischen Luft ein wenig und dann restlos während der Fahrt zum Veranstaltungsort. Das war tatsächlich ein großes Glück, denn das Klassentreffen war umwerfend schön. Einige meinten, es sei das beste aller bisherigen Treffen und ich kann das aus meiner Sicht nur bestätigen. Am liebsten würde ich mich gleich nächste Woche schon wieder mit den Leuten treffen, was natürlich Unsinn wäre. Immerhin haben wir den Termin für das nächste Treffen in zwei Jahren schon festgeschrieben.
Leider kann ich diesmal nicht zu Andreas schönem Samstagplausch verlinken — Quatsch, klar kann ich hin verlinken, habs ja gerade getan. Nur von dort hierher geht nicht. Macht aber nix. Meine Erinnerungen sind festgehalten. Das zählt.

Samstagsplausch {15.08.2020}

Es ist schön, dass wieder Samstag ist und wir uns bei Andrea zum Samstagsplausch treffen.

Die Woche insgesamt
Durchwachsen, zum Glück überwiegend positiv.
Jobs und Co.
Die ersten drei Wochentage war ich wieder in Weißwasser zum Arbeiten. Das machte besonders deshalb Spaß, weil ich mehr Aufgaben bekam, als ich bisher an anderen Standorten hatte. Damit konnte ich nun offiziell Arbeiten ausführen, die ich früher schon einfach mit übernommen hatte, um die Lieblingskollegin zu entlasten. Nur, dass jetzt der Hintergrund ein anderer ist und die Chefs meine Arbeit jetzt sehen und auch anerkennen. Gutes Gefühl!
Am Donnerstag in meinem geliebten Torgau kam dann der Wermutstropfen. Ich darf nur noch einmal am kommenden Montag dort arbeiten, danach erst mal nicht mehr. Da müssen wir erst mal sehen…
Ich dumme Nuss habe letztens eine Anfrage aus Cottbus abgelehnt mit der Begründung, ich wolle unbedingt meinen Vertrag in Torgau erfüllen. Und nun wird mein Vertrag von dort aus einfach gekippt. Wortreich und ich müsse das verstehen. Ja, freilich verstehe ich das, und selbst wenn nicht, muss ich es akzeptieren. ABER dann müssen die Damen dort in Zukunft auch verstehen oder zumindest akzeptieren, dass ich eine Woche Arbeit nicht mehr ablehnen werde, um bei ihnen den Vertrag für einen Tag pro Woche einzuhalten. Das geht dann eben auch nicht mehr. PUNKT.
Wobei ich nicht mal denke, dass da das letzte Wort schon gesprochen ist. Die Chefin ist nämlich im Urlaub und weiß das noch gar nicht, allerdings weiß ich nun wiederum von ihr, dass sie auch bei Schwierigkeiten unbedingt an dem Vertrag festhalten wollte. Kann gut sein, dass sie das alles wieder ändert, wenn sie zurück ist. Na, schaun wir mal.
Lili meinte: Lehn dich zurück und nimm das, was du angeboten bekommst! Da wird schon noch einiges kommen! Und das sehe ich auch so.
Oh oh…
…ich sehe gerade, ich muss los. Dabei wollte ich noch verschiedens erzählen. Na, vielleicht melde ich mich heute noch mal ein einem weiteren Beitrag. Jetzt ist erst einmal die Kleine Frau dran und die Einkaufstour mit ihr. Muss ja auch mal sein.
Bis später ihr Lieben
eure Mira

Noch ein Rückblick {04.07.2020}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen bei Andrea.
Eigentlich wollte ich diesen Rückblick schon letztes Wochenende schreiben, genau gesagt am Sonntag. Doch dann kam ich erst so spät heim und war so geschafft von der Fahrt, gleichzeitig aber auch noch so erfüllt von meinen Eindrücken der vergangenen Woche, dass ich mich nicht mehr an den Rechner setzen mochte. Und so gibt es heute wieder zwei Wochen, auf die ich zurückblicken kann.
Eine Woche Urlaub
Am Montag, 22.06.2020 hatte ich noch gearbeitet. Normalerweise ist mein Arbeitstag der Dienstag, aber in dieser Woche mussten wir eine Ausnahme machen, weil ich am Dienstag bereits um 18 Uhr in Schlatkow sein musste wollte und das nach Dienstschluss natürlich mehr geschafft hätte. Also verfügte ich mich nach ebendiesem Dienstschluss in den Garten, um wenigstens noch zu gießen. Anke hatte die Idee, dass wir endlich einmal wieder gemeinsam Abendbrot essen könnten {das erste Mal in diesem Jahr} und so blieb ich viel länger draußen, als ich ursprünglich wollte. Es war einfach nur schön, tat mir sehr gut und läutete den Urlaub ein.
Meine Taschen packte ich dann erst am nächsten Morgen und kam deshalb etwas später los, als geplant. Dennoch war die Fahrt recht entspannt. Wir kamen super gut und schnell über den Berliner Ring, auf dem seit letztem Spätherbst doch einige Baustellen verschwunden sind, und waren am Nachmittag am Ziel. Die Eigentümerversammlung war recht aufschlussreich und ich stellte wieder einmal fest, dass die meisten Mitbewohner mich anscheinend doch ganz gut leiden mögen. Das tut auch gut, wo ich doch so selten dort bin.
Nach der Sitzung machten wir uns auf den Weg nach Wolgast zum Abendessen.Weil wir danach unbedingt noch ans Meer wollten, fuhr ich dann doch noch auf die Insel {Usedom}, nach Karlshagen, wo es selbst um 21.55 Uhr noch richtig hell war.
Das erinnerte mich an einen Titel von Keimzeit, in dem es heißt: Mitternacht, und immer noch nicht dunkel. Das Flugzeug ohne Räder ließ mich den gesamten Urlaub nicht wieder los. Immer summte ich es vor mich hin und schwelgte dabei in Erinnerungen.
Die nächsten Tage führten uns nach Zinnowitz an den Strand und nach Koserow zum Backfischking und auf die Steilküste, wo wir eine kleine Wanderung unternahmen.
Ich kam jeden Tag weit über 10.000 Schritte, schlief fantastisch und aß leckersten Fisch, Fisch, Fisch. Um den Samstag noch vollständig genießen zu können, hatten wir beschlossen, am Sonntag in aller Frühe loszufahren. Da ich aber noch zwei Fenster putzen wollte, auf die sonst immer die Sonne schien, kamen wir erst gegen 11 Uhr vom Hof. Wir hatten die Autobahn noch nicht erreicht, als im Verkehrsticker schon Stau auf der A11 gemeldet wurde. Eine halbe Stunde später hatte dieser Stau sich deutich verlängert und ich überlegte, ob ich den Sohn anrufe und mir eine alternative Route heraussuchen lasse. Katl kann das nicht, weil sie Google-Maps nicht kennt. Sie braucht das sonst ja nie. Also hätte ich anhalten müssen, um selbst nachzusehen. Das erübrigte sich jedoch, als an der nächsten Ausfahrt breits wieder eine Stauwarnung erschien und die Empfehlung, die Autobahn zu verlassen. So kam es, dass ich von Pasewalk bis zum Berliner Ring Landstraße fuhr. Das war sehr angenehm. Irgendwann mache ich das mal, die ganze Strecke Landstraße zu fahren. Der Sohn hat das schon mal von Berlin bis Leipzig gemacht und meinte, das sei auch eine sehr schöne Strecke.
Eine Woche daheim
Dazu gibt es gar nicht viel zu sagen. Ich schlafe wieder schlechter, manche Nacht gar nicht. Dafür bin ich tagsüber so müde, dass ich nachmittags auf der Couch oder am Gartentisch einschlafe.
Den Sohn habe ich nur zwei, drei mal kurz gesehen. Ich weiß immer, was er tut und wo er ist, trotzdem gefällt mir das nicht besonders. Immerhin gab es am Freitag bei Katl wieder ein wunderfeines Frühstück. Das macht sie immer ganz toll. Leider hatte ich mein Handy vergessen, so dass ich diesmal den liebevoll gedeckten Tisch nicht fotografieren konnte.
Tja, und dann war da noch die Kleine Frau. Am Montag wollte sie unbedingt in den Garten, nachdem ich sie am Sonntag nach meiner Tour nicht mehr abgeholt und dorthin gebracht hatte. Am Dienstag nach der Arbeit war ich dann auch bei ihr, da eine ihrer Freundinnen für mich Flecke gekocht hatte. So gab es dann bei der Mutti Abendessen.
Am Donnerstag hatte die Kleine Frau einen Zahnarzttermin, zu dem ich sie brachte. Wir verbanden das gleich mit einem Besuch der Bücherei und der Drogerie. Danach lud sie mich zum Mittagessen im Chinarestaurant ein. Gebackene Ente. Hm, lecker. Danach fuhren wir noch zum N-Markt, brachten die Einkäufe heim und dann wollte sie gern im Garten noch ein wenig lesen, schließlich hatten wir neue Bücher.
Am Freitag hatte die Mutti schon wieder einen Arzttermin. Hautarzt diesmal. Das dauerte eeeeewig. Zum Glück hatte ich bei Katl das schöne Frühstück gehabt, wovon ich zehren konnte. Später waren wir noch bei der Apotheke und ich zeigte der Kleinen Frau ein paar Wege, die sie von früher kannte, nun aber durcheinander gebracht hatte. Nun war die Erinnerung wieder aufgefrischt.
Und nun?
Jetzt habe ich Hunger und werde erst einmal frühstücken. So schön wie bei Katl wird das nicht, aber irgendwas werde ich im Kühlschrank schon noch finden. Später will ich noch einkaufen. Mal sehen, welches Gemüse mich anspricht. Tja, und dann möchte ich in den Garten und es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als die Kleine Frau durch die Gegend zu chauffieren, denn sie wird mit wollen, und zu Fuß geht das eben nicht mehr. Naja.
Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Samstagsplausch {06.06.2020}

Guten Tag liebe Samstagsmädels, die ich so gern bei Andrea treffe.
Heute werde ich mal nicht so ausführlich über meine Woche berichten, wie ich es in der letzten Zeit versucht habe. Es war irgendwie nicht so…
Pfingsten und die Kleine Frau
Tja, Pfingsten war gar nix, und daran lag das wohl auch, dass die ganze Woche irgendwie mau war. Obwohl die einzelnen Tage durchaus schöne Monente und Erlebnisse bargen. Dass Pfingsten nicht so toll war, lag an der Kleinen Frau oder aber wahrscheinlich wieder nur an mir und meiner Art, manche Dinge zu betrachten. Am Samstag wollte die Kleine Frau irgend etwas machen. Spazieren gehen oder so. Nun gehe ich nicht so gern spazieren. Das hat für mich so was wie Sonntags-nach-dem-Kaffee-Zeit-totschlagen-bis-zum-Abendessen, so etwas wie Notlösung. Immerhin kam sie mit nach Torgau, wo wir auf dem Markt Eis gegessen haben. Das war recht nett und wir sind dann sogar noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Da stört mich dann spazieren gehen wieder nicht, weil es ja ein Ausflug war, wenn auch ein kleiner. Tja.
Am Sonntag wollte die Kleine Frau wieder was unternehmen. Aber so große Ausflüge will sie nicht, weil es schade um das schöne Wetter ist, wenn man so lange im Auto sitzt. *Kopfkratz* Wie ist das mit Grimma? Grimma ist schön und ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Wir könnten mal zur Hängebrücke gehen.
In Grimma hat es noch nie eine Hängebrücke gegeben!
Ich bin inzwischen soweit, dass ich bei solchen kontroversen Behauptungen nichts mehr entgegen setze, sondern es ihr einfach beweise. Das hat Heiner früher schon so gemacht, so dass sich die beiden nie gestritten haben. Er hat einfach nicht gestritten.
Also fuhren wir nach "Grimma ohne Hängebrücke". Nach den ersten Metern fragte sie, wohin ich denn fahre. Zur Autobahn.
So geht das aber nicht. Wir müssen schon so fahren, wie sie früher immer gefahren sind, sonst finde ich den Markt in Grimma nie. Okay, und wie fahren wir nun? Mach einfach, was ich dir sage. Wir müssen zu B6.
Also fuhr ich zur B6 und da Richtung Osten. Inzwischen hatte ich die Vermutung, dass die Kleine Frau vielleicht Grimma mit Wurzen verwechselte. Sei’s drum. In Wurzen war ich auch schon lange nicht mehr und der Sohn hatte mir neulich erzählt, dass die Innenstadt von Wurzen inzwischen recht schön geworden ist. Leider kamen wir aber nicht bis Wurzen, sondern landeten in Machern. Und Machern ist für mich noch stärker als alles andere mit dem Notlösungs-Gefühl verbunden. *grrr* Immerhin war ihr die Verwechslung inzwischen klar. Allerdings erst, als wir ausstiegen und auch nur insofern wir eben nicht in Grimma waren. Deshalb schlug ich vor, da mal noch hin zu fahren. Im Navi gab ich als Ziel die Hängebrücke ein. Wir fanden hin. Wir fanden auch den Weg zur Hängebrücke, wozu wir ein Stück wieder aus der Stadt hinaus gemusst hätten. Da ging die Rechthaberei der keinen Frau wieder los. Du musst dich links halten. Wo willst denn du hin? Hier gehts den Berg hoch. Die Brücke ist UNTEN. Du musst hier links!!!
Ich fuhr links… und hatte prompt einen Polizeiwagen hinter mir, der mich zum Anhalten aufforderte.
Tja, ich hätte da, wo die Kleine Frau so vehement darauf bestanden hatte, eben nicht links abbiegen dürfen, aber wegen der Diskussion und weil Mutti mir dann schnell mal während der Fahrt mit den Händen vorm Gesicht herum fuchtelt, hatte ich den Zwingpfeil nach rechts glatt übersehen.
Die Polizistin war sehr verständnisvoll, zumal Mutti nun plötzlich nicht mehr zur Brücke, sondern zum Markt wollte. So kam ich mit einem blauen Auge und ohne Ordnungsgeld davon, aber für diesen Tag hatte es mir die Laune verhagelt.
Am Montag hatte der Sohn die XXX Idee, bei der Oma zu frühstücken und fragte, ob ich auch komme. Komm, gib dir nen Ruck, musst ja nicht ewig bleiben. Der Sohn ging dann nach dem Frühstück tatsächlich seiner Wege. Mich hielt die Kleine Frau mit allen möglichen Bewerbchen noch bis Mittag fest und wollte dann auch noch am Nachmittag in den Garten. Das lehnte ich ab.
Allerdings war es für einen richtigen Ausflug mittlerweile auch zu spät.
Fazit: Ich hatte das Gefühl, ich hätte mich das gesamte Pfingsten nur von der Kleinen Frau herumschubsen lassen und an keinem Tag etwas getan, was mir Freude gemacht hätte. Selbst Schuld. Ich hätte NEIN sagen sollen.

Im Laufe der Woche musste die Kleine Frau am Mittwoch zum Fäden ziehen und weil ihr Toaster kaputt gegangen war, fuhren wir noch herum, um einen neuen zu kaufen, bekamen aber keinen. Dafür brachte ich sie noch zum Fleischer und dann nach Hause. Dann war es auch schon wieder Nachmittag.
Am Donnerstag war einkaufen angesagt und zwischen N-Markt und Sohn abholen waren wir noch im Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markt und kauften…keinen Toaster, sondern ein Miniöfchen. Da war die Kleine Frau dann glücklich, erst recht, als es der Sohn ihr gleich noch angeschlossen und dabei festgestellt hatte, dass das alte Öfchen noch tadellos funktionierte, vorausgesetzt, man steckte den Stecker richtig in die Dose.
Ich denke, ich werde ihr das alte Öfchen abschwatzen.
Dass die Kleine Frau an fünf von sieben Tagen meine gesamte Freizeit beansprucht, muss wieder anders werden. Das muss sie einfach einsehen, dass es so nicht geht, sonst habe ich ja gar kein eigenes Leben mehr.

Arbeitsalltag
Wir haben uns geeinigt, dass ich bis auf Weiteres dienstags nach Torgau fahre. Das passt den Kolleginnen dort recht gut und mir auch.
Einen Vertrag habe ich noch immer nicht, aber die YvLeh meinte zur neuen Chefin, das sei bei mir kein Problem, ich sei in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt und bisher sei noch immer alles klar gegangen. Najaaa. Auf die YvLeh kann ich mich verlassen, sie macht das schon. Da die neue Chefin gesagt hat, ich solle den gleichen Vertrag bekommen, wie meine Vorgängerin, kann es nun passieren, dass ich sogar zweimal die Woche in Torgau arbeiten kann. Das sehe ich dann nächste Woche, wenn der Vertrag vorliegt.
Mit dem Projekt kollidiert das vorläufig nicht, weil dieses immer noch nicht in Sack und Tüten ist, auch wenn wir gute, sehr gute Vorarbeit geleistet haben. Ich fürchte inzwischen, dass all unsere Vorarbeit vielleicht nichts nutzt, weil es einfach zu lange dauert, bis wir tatsächlich starten können und die aktuellen Entwicklungen hierzulande möglicherweise einige Aspekte des Projektes überflüssig machen. Es ist immer noch ein sehr gutes Projekt, aber an den phänomenalen Boom, den C. erwartet, glaube ich nicht mehr. Wir werden sehen.

Urlaub und Entspannung
Beides hatte ich am Freitag, und weil das der 5. war und es wieder einmal Zeit war für WmdedgT, habe ich hier ausführlich darüber geschrieben.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Samstagsplausch {02.05.2020}

Woche 07 #zuhausebleiben
So langsam wird es langweilig. Und da dachte ich noch bis vor kurzem, das Wort Langeweile gäbe es in meinem Wortschatz gar nicht. Nunja, es ist auch nicht so, dass ich mich langweile. Zu tun ist genug. Nur fehlt zum Einen die Motivation, etwas gleich zu tun, schließlich ist ja auch noch morgen Zeit und übermorgen und nächste Woche…
Zum anderen sind die Dinge, die man tun kann, doch immer gleich und nicht so sehr berichtenswert.So könnte es sein, dass ich euch langweile. Na, hoffentlich nicht!
Samstag, 25. April
Ein Grauer und vor allem kalter, windiger Tag. Perfekt, um zu Hause zu bleiben. Das tat ich dann auch, wobei ich im Nachhinein weiß, es wäre deutlich besser gewesen, wenigstens ein paar Schritte ums Haus oder bis in den Garten zu gehen. Der Draußenmensch in mir verkümmert sonst. Naja, wie gesagt, morgen ist auch noch Zeit…
Sonntag, 26. April
Das Wetter war auch an diesem Sonntag nicht dazu angetan, mich vor die Tür zu locken. Im soundsovielten Telefonat mit Lili verkündete ich jedoch, dass ich mich am montag gleich in der Frühe auf dem Weg zum Kaufmannsladen machen wollte. Frau muss schließlich unbedingt nach draußen, und außerdem kann ich nicht einkaufen, wenn ich die Mutti dabei habe. Da habe ich die ganze Zeit damit zu tun, ihre Einkäufe heran zu holen und aufzupassen, dass sie mir im Supermarkt nicht verloren geht. 😉
Am Sonntag Abend gönnte ich mir ein tolles Erlebnis. Bodo Wartke gab bei TV Noir ein Wohnzimmerkonzert. Klasse.

Montag, 27. April
Der dritte Tag als Couchpotatoe? Es fühlte sich schrecklich an. Dabei wollte ich doch ganz früh die Wohnung verlassen. Doch genau dazu konnte ich mich nicht aufraffen, weil ich die Nacht zuvor wieder nur in zwei kurzen Etappen geschlafen hatte. 21.51 Uhr bis 23.45 Uhr und 6.13 Uhr bis 7.48 Uhr {sagt das Fitness-Armband}. Somit fühlte ich mich recht zerschlagen.
Dann rief am Nachmittag die Mutti an und jammerte ein bisschen. Sie hätte jetzt den Glasmüll weggebracht, aber das sei schrecklich gewesen, weil das den ganzen Weg lang so geklappert hätte. *Ich musste lachen* Ja, und nun sei ihr schon wieder langweilig, dabei sei so schönes Wetter. Blablabla. Da hatte ich plötzlich den Gedanken, dass sie ja mitkommen könnte zum Gemüsemann und dass ich, wenn ich mich mit ihr verabrede, keine Möglichkeit mehr hätte zu kneifen. Bevor ich zu Ende gedacht hatte, hatte ich sie schon gefragt und sie stimmte natürlich begeistert zu, hatte sie mich doch soweit, dass ich sie wieder mal mitschleppte. Das ist ja, was sie immer will {und ich ncht so gern, jedenfalls nicht zum Einkaufen}.
Nach dem Gemüsekauf gingen wir natürlich nicht gleich wieder heim, sondern in den Garten. Es war wirklich schön da. Leider hielt sie es wieder nicht lange aus. 18 Uhr musste ich sie heim bringen. Immerhin war ich draußen gewesen und das war sehr wichtig, weil es das zu-Haus-Herumhängen unterbrochen und mir neuen Schwung gegeben hatte.

Dienstag, 28. April
Ein produktiver Tag war das. Ich hatte den Werbeflyer für das neue Projekt zu gestalten. Dieser kam auch sehr gut an bei meinen Mitstreiterinnen. Na fein. Nun muss das nur noch akzeptiert werden, von amtlicher Stelle. Wäre doof, wenn nicht, weil es wirklich ein super Projekt ist und in diesen Zeiten wirklich gebraucht wird.
Ich drücke uns mal selbst die Daumen und ihr dürft bitte alle mitdrücken.

Mittwoch, 29. April
Die Junghexe hatte angefragt, ob ich noch mal Zeit hätte, mit ihr Mathe zu lernen. Da sie sich neulich gewünscht hatte, mal wieder diesen Pudding mit Kirschen, den du früher immer gekocht hast, Oma zu essen, stand dieser auf dem Speiseplan, zusammen mit Hefeklößen. Hmmm. Leider bekommt man von den selbstgemachten Hefeklößen maximal einen hinter. Naja, er Sohn schaffte zwei. Der ist ja auch groß. 😉
Danach hatte ich das Gefühl, mich überfressen zu haben. Da muss aber noch was anderes gewesen sein, denn das anfängliche Völlegefühl löste sich im Laufe des Nachmittags nicht einfach auf, sondern verwandelte sich in eine immer heftiger werdende Übelkeit. So war ich ganz froh, als die Junghexe nach einer Weile verkündete, sie schaffe ihre Aufgaben heute sowieso nicht alle, sie käme gern morgen wieder. Also schnappte ich mir Kind und Hund und auch noch das erwachsene Kind, weil das noch unterwegs etwas zu erledigen hatte, und verteilte meine Lieblingsmenschen, den Sohn zu seinem Termin, dann die Hex’ nach Hause. Auf dem Rückweg sammelte ich den Sohn wieder ein. Doch dann ging nichts mehr. Mir war inzwischen so übel, dass ich es nicht mehr bis nach Hause schaffte, sondern in der Aue ranfahren und mich übereben musste. Zum Glück hatte ich es gerade noch so aus dem Dorf heraus geschafft. Der Sohn betüddelte mich gleich ganz rührend. Wasser hatten wir zum Glück dabei, Tücher auch. Das Auto ist überhaupt recht gut ausgestattet für alle Eventualitäten.
Daheim packte ich mich mit einer Decke auf die Couch und schlief, bis Mutti anrief. Was sie eigentlich wollte, erfuhr ich nicht, weil ich sie gleich voljammerte, wie schlecht es mir ging. Das durfte auch mal sein. Da sie mich oft wie ein Kind behandelt {was ich im Grunde ja auch immer bleibe, ihr Kind}, darf ich mich dann auch bei meiner Mama ausjammern, stimmts?
Danach schlief ich weiter und bekam nicht einmal mit, dass der Sohn später noch mal kam, um nach mir zu sehen.

Donnerstag, 30. April
Am Morgen ging es mir deutlich besser, aber obwohl ich die Nacht über gut und viel geschafen hatte, fühlte ich mich noch schlapp. Deshalb rief ich ie Hexe an, verschob das die Matheaufgaben auf den Feiertag und kroch wieder ins Bett.
Zwischendurch hatte ich er Mutti versprochen, dass wir am Abend mal einkaufen fahren. Das erledigten wir dann am Nachmittag, weil sie ungeduldig war und schon wieder anrief. Na gut, dann eben so. Anschließend schleppte ich die keine Frau noch in meine Wildnis. Direkt hinter dem Parkplatz erstreckt sich ein unbebautes Grundstück, das mit allerlei Bäumen und Gesträuch bewachsen ist, von Trampelpfaden durchzogen. Hundebesitzer kommen da zuweilen lang und ich wollte da schon längst mal hin. An diesem Nachmittag verwirklichte ich das. Und bekam gleich noch eine kleine Geschichtslektion, denn Mutti erzählte, dass der Hügel, auf den wir geklettert waren, kein natürlicher Hügel ist, sondern dass wir auf dem Dach eines Bunkers standen. Früher gab es dort eine Sandgrube, in der Ausländer und andere Gefangene arbeiten mussten. Für diese hatte man eine Art Luftschutzraum errichtet, von dem man sich damals erzählte, er wäre ganz aus leergeschossenen FLAK-Hülsen gebaut worden. Mutti wusste das auch nur vom Hörensagen {also das mit den Hülsen}. Für mich war das trotzdem interessant.

Der Eingang zur Wildnis.

Freitag, 01. Mai

Ole findet Mathe laaaangweilig.

Die Junghexe hingegen war andiesem Tag sehr fleißig und erledigte alle Aufgaben zügig und ordentlich. Dennoch dauerte es den ganzen langen Nachmittag. Das war aber auch viel, was sie aufbekommen hatten.Nachdem ich sie heimgebracht hatte und zwischen den Dörfern ein Naturschauspiel zu sehen bekam, fuhr ich noch zum Garten, zum Pizzaessen. Ein richtig schöner Tagesabschluss.

*** Heute ist es draußen grau und kalt. Trotzdem werde ich jetzt den Sohn erst einmal wieder zu einem Termin bringen und auf dem Rückweg noch mal zum Gemüsemann fahren.
Vorher bringe ich noch fix diesen Eintrag zu Andrea in die Plauderecke. Später werde ich euch dann allle besuchen und mal schauen, wie es euch so ergangen ist in der letzten Woche.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {25.04.2020}

Selbstfürsorge
Was für ein schönes Wort, das Regula da geprägt hat. Es hat mich die ganze zurückliegende Woche begleitet. Ja, ich habe mir Mühe gegeben, mehr für mich zu tun, oder einfach mal weniger zu tun und die Vowürfe, die ich dafür erhielt, einfach zu ignorieren. Dabei half mir auch die Lili aus Erfurt, die mich fast jeden Tag anruft und mich unter anderem darin bestärkte, die Nähmaschine, mit der ich mich noch nicht angefreundet habe, stehen zu lassen und keinesfalls unter Druck zu versuchen, irgendwelche Masken zu produzieren.
Apropos "Masken": Darf man das denn überhaupt noch sagen? Oder verletzt man bereits durch den Gebrauch ganz normaler und gebräuchlicher Wörter die angemaßten Rechte irgendwelcher geldgieriger Säcke, die aus dem Bedarf der Menschen Profite schlagen wollen, ohne dafür auch nur einen Finger zu rühren?

Ach, die Mutti wieder…
Wisst ihr, wenn ich hier über meine kleine alte Frau schreibe, dann will ich keinesfalls jammern oder euer Mitleid erregen oder so etwas. Es ist nur so, dass ich hier über mein Leben berichten will, schon allein, um nichts zu vergessen und auch nächstes Jahr oder in fünf Jahren nachlesen zu können, was sich im Frühjahr 2020 so zugetragen hat. Tja, und zu diesem meinem Leben gehört die keine alte Frau nun mal dazu. Sie hat sich ihren Platz in meinem Alltag … ja, wie soll ich sagen… ertrotzt? Ja, so könnte man das sagen. Normalerweise lassen Eltern ihre erwachsenen Kinder gehen und mischen sich nicht in deren Leben ein, bleiben jedoch immer in Bereitschaft, ihren Kindern zu helfen, wenn dies gebraucht und gewünscht wird. Das sieht die kleine Frau anderes. Sie ist der felsenfesten Meinung, dass sie zu bestimmen hat, wie ein erwachsenes Kind zu leben und sich zu verhalten hat. Ähm, zumindest bei mir meint sie, dieses Recht zu haben. Und das versucht sie dann mit allen Mitteln durchzusetzen. {Manipulieren/ schlechtes Gewissen erzeugen/ ningeln, wie allein sie ist/ sich tüddelig stellen, obwohl sie’s gar nicht ist/ unwahre Behauptungen aufstellen/ bis hin zu der Aussage "Na, da kann ich mich ja auch gleich auf den Friedhof legen" [wenn du nicht machst, was ich will] Letzteres spricht sie dann nicht aus, das hört man aber am Tonfall.}
Nun kenne ich aber fast alle Register, die sie üblicherweise zieht. Und ich kenne sie lange genug, um mich nicht mehr davon beeinflussen zu lassen. Früher, vor ein paar Jahren, begehrte ich dagegegen auf. Inzwischen sage ich mir, ach, lass sie doch.
Dennoch gehört sie nun mal zu meinem Leben und, weil meine Schwester weit weg ist, ich aber greifbar bin, auch zu meinem Alltag. Und deshalb erwähne ich sie hier auch immer wieder.
Eben schrieb ich, ich kenne fast alle ihrer Tricks. Tja, da hat sie sich doch tatsächlich seit etwa zwei Wochen was Neues einfallen lassen. Da ich momentan mehr Zeit habe, widme ich ihr auch mehr davon. Dabei fiel mir auf, dass sie andauernd kleine Sticheleien anbringt und dafür auch gern mal die Unwahrheit sagt. Früher machte sie das auch schon, aber nur, wenn meine Schwester oder meine Nichte da waren. Also, wenn sie Menschen in der Nähe hatte, die ihr wohlgesonnen sind und sich um sie kümmerten, so dass sie mich gerade nicht brauchte. Und sie machte das nicht wirklich böse oder hinter meinem Rücken, nein, das nicht. Im Gegenteil, wenn ich dabei war, ließ sie so kleine Boshaftigkeiten los. Sagte eben beispielsweise zu meiner Nichte. Schön, dass du mit mir einkaufen gegangen bist. Die da macht das ja nicht. Wenn ich dann intervenierte, dass wir doch jeden Donnerstag gemeinsam einkaufen, meinte sie: Naja, einmal die Woche, das ist doch nix. Und lachte dabei. Das sollte dann also ein Scherz sein. Nur dass diese Scherze immer auf meine Kosten gingen.
Und genau das macht sie jetzt andauernd. Immer so kleine Sticheleien. Ich habe schon mal gesagt, sie soll nicht immer so frech zu mir sein. Da lacht sie und sagt: Wer kleine alte Frau zu mir sagt, muss das aushalten.
Ich hielt dann auch mit einem Lachen dagegen: Gut, wenn dir das nicht gefällt, sage ich eben nur noch kleine Alte!
Ja, ihr Lieben, das ist alles Alltag. Trotzdem tut es mir manchmal weh. Wahrscheinlich, weil wohl jeder von uns in dieser Gesamtsituation etwas dünnhäutiger wird. Auch ich.
Der Sohn übrigens lacht darüber und sagt: Mutsch, lass sie doch. Solange sie sich diese kleinen Spitzfindigkeiten ausdenkt, bleibt ihr Geist rege. Da freu dich drüber, dass sie das noch kann.
Da hat er ja nun auch wieder recht.

Und sonst so?
Ich habe diese Woche keine Stichworte notiert, so dass ich nicht mehr alle Einzelheiten weiß.

Wochenende, 18. und 19. April
Das Wochenende verbrachte ich im Garten und holte natürlich die Mutti dazu. Sie hält es bekanntich abends nicht so lange aus. Klar, da kommen ja dann auch ihre Serien im Fernsehen und was sonst noch. So gegen 18 Uhr möchte sie heim. Und ich? Stelle, wenn ich von ihr zurück komme, das Auto auf den Parkplatz und laufe noch mal rüber in den Garten. Dort zieht dann so eine feine abendliche Ruhe ein. Dämmerung senkt sich, der Abendstern geht auf. Menschen verschwinden in ihre Wohnungen. Amseln hüpfen über die Wiese zu meinen Füßen. Der Sohn stellt mir ein dunkles Bier hin. Ich genieße das sehr, merke aber rasch die Wirkung, weil es seit Weihnachten in Tschechien mein erstes Bier war. *lach*

Montag, 20. April
Ich arbeite an unserem neuen Projekt. C. hat mir das überarbeitete Konzept zukommen lassen und ich lese Korrektur und merke noch ein paar Kleinigkeiten an. Zwischendurch beanspruchen mich immer wieder die Exkollegen, die unbedingt erreichen wollen, dass ich in die Firma zurückkehre. Der Chef will das nicht, weil ich schließlich Geld koste. Alle sagen, dass er, wenn er mich einspart, an der falschen Stelle spart. Alle sehen das so, außer ihm.

Dienstag, 21. April
Dieser Tag gehört der Mutti. Sie hat schon seit Monaten einen Termin in der Augenklinik zum Lasern. Ich bringe sie hin, warte knapp 2 Stunden im Auto auf sie {ich will mich nicht in des überfüllte Wartezimmer hocken, obwohl ihr das lieber wäre} und bringe sie danach wieder nach Hause. Auf dem Heimweg fahre ich durch die Eisenbahnstraße, wo all die kleinen türkischen, arabischen oder anderen Läden geöffnet haben und die Gemüseauslagen mit ihrem vielfältigen Sortiment locken. Ich fahre langsam und zeige der Mutti all die feinen Sachen, bis sie sagt: Na, da halt doch mal an und hol dir was. {Hihi, das Ningeln funktioniert anscheinend auch in der umgekehrten Richtung.} Sie will nicht im Auto bleiben, hat Angst vor dem schlechten Ruf der Eisenbahnstraße. Naja. Dann kommt sie eben mit. So sieht sie am besten, dass die kleinen Läden nichts gefährliches an sich haben. Für mich haben sie immer so etwas von Urlaub an sich. Urlaub im Mittelmehrraum. Daran erinnern mich die Läden daran. Und ich genieße das.
Gekauft habe ich verschieden Sorten Paprika, die alle viel frischer und viel aromatischer sind, das ihre Artgenossen im Supermarkt. Ich freue mich schon auf den Salat zum Abendbrot. Ach ja, und mein Lieblingsfladenbrot gibt es natürlich auch.

Mittwoch, 22. April
Sofatag. Das Wetter ist bäh. Zwar scheint die Sonne, aber es ist wieder kalt geworden. Ab Mittag ziehen Wolken auf. Ich lese viel. Am Abend lädt mich der Sohn auf einen Döner in den Garten ein. Hach, wie schön.

Donnerstag, 23. April
Laut Wettervorhersage sollte sich der Wind legen. Das tat er nicht, aber er war warm und angenehm. Deshalb plante ich einen Gartentag mit Mutti. Der verlief recht schön. Ihre kleinen Stänkereien übersah ich einfach.
Als ich die Post aus dem Kasten holte, kam die Welt vollends in Ordnung, weil der schriftliche Bescheid über die Grundversorgung dabei war. Die Miete ist nun wirklich gesichert und hält mir den Rücken frei, meine Projekte voran zu treiben, ganz besonders natürlich das gemeinsame mit C.

Freitag, 24. April
Am Morgen war ich mit dem Sohn unterwegs. Da musste verschiedenes erledigt werden. Außerdem waren wir im Gartencenter, zogen aber unverrichteter Dinge wieder ab. Dafür luden wir uns bei Mutti zu einem späten Frühstück ein. Danach ließ ich ihr ihren Willen und brachte sie zum Supermarkt. Sie wollte unbedingt dort himein. Hatte mir am Donnerstag schon gesagt, dass sie das erzwingen werde, weil ich ja nicht mit ihr einkaufen gehe. Also müsse sie das allein machen. Schließlich brauche sie Lebensmittel. Früher sind wir jede Woche einkaufen gegangen und jetzt verbietest du mir das. Dass ich vor genau einer Woche einen riesen Einkauf für sie erledigt hatte, wollte sie nicht wahrhaben, bis ich ihr anhand von Einkaufs- und Kassenzettel nachwies, dass es tatsächlich erst eine Woche her war. Da gab sie dann zu, dass es eben schöner ist, wenn sie selbst durch die Regale streift und dass sie das unbedingt wolle. Schließlich hätte sie eine Maske und nähme auch ihr Desinfektionsmittel mit. Nunja. Mir fehlte die Kraft, dem etwas entgegenzusetzen und ich brachte sie zum N-Markt.

Mit Verspätung komme nun auch ich zu Andrea in die Plauderecke.
Habt einen schönen Sonntag und bleibt gesund,
eure Mira

Samstagsplausch {21.03.2020}

Guten Morgen, ihr da draußen und drinnen in euren eigenen 4 Wänden.
Es ist 5.02 Uhr und ich kann nicht mehr schlafen. Ich schlafe überhaupt sehr schlecht in dieser Zeit, was sicher keinen wundert, da durch die verordneten Schließungen aller Orten meine Existenz in den Grundfesten bedroht ist. Ich darf nicht mehr arbeiten und habe dadurch, weil ich vorher freiberuflich tätig war, von einem Tag auf den anderen überhaupt kein Einkommen mehr. Da ich damit nicht allein bin, sollte es mich vielleicht gar nicht so sehr fertig machen, wie es leider eben doch tut. Nun arbeite ich an mir, mich nicht unterkriegen zu lassen und trotz der Isolation nicht in Depressionen zu versinken.
Dabei hilft mir sehr dieser Song von den Schürzenjägern.

Wochenrückblick
Die ersten Tage dieser Woche hatte ich hier schon beschrieben.
Seit Donnerstag, 19. März bin ich nun zu Hause. Den ersten Morgen habe ich gleich ausgenutzt, um länger zu schlafen, als sonst. Noch am Abend hatte ich die Wecker abgeschaltet und bin tatsächlich erst 6.30 Uhr aufgewacht. Um diese Zeit springe ich sonst ins Auto und mache mich auf den Weg in die Firma. Tja, nun.
Es gibt Kaffee und ich stricke endlich die Socken zu Ende, die ich ursprünglich hatte bis letzten Samstag schaffen wollen, was ich dann nicht musste, weil ich so verschnupft war, dass ich meine Teilnahme an Petras Feier absagen musste. Schließlich ist auch ein Schnupfen ansteckend und auch bei einem solchen kann man sich ein paar Tage richtig elend fühlen. Das wollte ich keiner der Frauen antun. Später erfuhr ich, dass die Mädels nach mir, eine nach der anderen, abgesagt hatten und Petra an ihrem Geburtstag ganz allein zu Hause saß. Die leckere Möhren-Kokos-Suppe ist eingefroren. Die lassen wir uns schmecken, wenn der Wahnsinn hier vorbei ist.
Am Freitag, 20. März
Tja, was war da? Ich telefonierte mit Mutti, die herumquengelte, sie wolle doch zum Friseur. Sie sähe schrecklich aus. Meine Antwort war garstig: Besser hässlich, als tot. Ich weiß, so etwas Böses sollte man zu einer 87-jährigen nicht sagen, aber die sture kleine Frau versteht es anscheinend nicht anders. Sie ist {manchmal} wie ein kleines Kind, das nicht versteht, warum es bei dem schönen Sonnenschein nicht auf den Spielplatz darf. Menno!!!

Aktualisiert auf Samstag, 21. März, irgendwann abends
Am Morgen machte ich mich auf den Weg zum Privatfleischer und kaufte frische Wurst. Die brachte ich der Mutti mit. Der Frühstückstisch war schon gedeckt. Ich blieb bis Mittag, dann wollte ich los, denn ich hatte noch ein paar Dinge auf meinem Einkaufszettel stehen.
Da kommst du wohl gar nicht noch mal wieder?
Na, nee. Auch für mich gilt das Gebot, daheim zu bleiben. Ich bin auch ein Mensch, der sich infizieren könnte. Auch mich darf man nicht draußen herum scheuchen. Oder ist es vielleicht egal, ob ich krank werde und vielleicht sterbe, Hauptsache, ich habe so lange es irgend möglich war, Muttis Langeweile vertrieben?
Aber morgen! Morgen gehst du mit mir spazieren. Spazieren gehen dürfen wir.
Hach! ich sags ja, meine kleine alte Frau und ihr Spielplatz. *kicher*

Auch, wenn es jetzt schon wieder spät ist, bringe ich den Eintrag noch zu Andrea in die virtuelle Plauderrunde.
Bis bald.
Eure Mira