Samstagsplausch {06.06.2020}

Guten Tag liebe Samstagsmädels, die ich so gern bei Andrea treffe.
Heute werde ich mal nicht so ausführlich über meine Woche berichten, wie ich es in der letzten Zeit versucht habe. Es war irgendwie nicht so…
Pfingsten und die Kleine Frau
Tja, Pfingsten war gar nix, und daran lag das wohl auch, dass die ganze Woche irgendwie mau war. Obwohl die einzelnen Tage durchaus schöne Monente und Erlebnisse bargen. Dass Pfingsten nicht so toll war, lag an der Kleinen Frau oder aber wahrscheinlich wieder nur an mir und meiner Art, manche Dinge zu betrachten. Am Samstag wollte die Kleine Frau irgend etwas machen. Spazieren gehen oder so. Nun gehe ich nicht so gern spazieren. Das hat für mich so was wie Sonntags-nach-dem-Kaffee-Zeit-totschlagen-bis-zum-Abendessen, so etwas wie Notlösung. Immerhin kam sie mit nach Torgau, wo wir auf dem Markt Eis gegessen haben. Das war recht nett und wir sind dann sogar noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Da stört mich dann spazieren gehen wieder nicht, weil es ja ein Ausflug war, wenn auch ein kleiner. Tja.
Am Sonntag wollte die Kleine Frau wieder was unternehmen. Aber so große Ausflüge will sie nicht, weil es schade um das schöne Wetter ist, wenn man so lange im Auto sitzt. *Kopfkratz* Wie ist das mit Grimma? Grimma ist schön und ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Wir könnten mal zur Hängebrücke gehen.
In Grimma hat es noch nie eine Hängebrücke gegeben!
Ich bin inzwischen soweit, dass ich bei solchen kontroversen Behauptungen nichts mehr entgegen setze, sondern es ihr einfach beweise. Das hat Heiner früher schon so gemacht, so dass sich die beiden nie gestritten haben. Er hat einfach nicht gestritten.
Also fuhren wir nach "Grimma ohne Hängebrücke". Nach den ersten Metern fragte sie, wohin ich denn fahre. Zur Autobahn.
So geht das aber nicht. Wir müssen schon so fahren, wie sie früher immer gefahren sind, sonst finde ich den Markt in Grimma nie. Okay, und wie fahren wir nun? Mach einfach, was ich dir sage. Wir müssen zu B6.
Also fuhr ich zur B6 und da Richtung Osten. Inzwischen hatte ich die Vermutung, dass die Kleine Frau vielleicht Grimma mit Wurzen verwechselte. Sei’s drum. In Wurzen war ich auch schon lange nicht mehr und der Sohn hatte mir neulich erzählt, dass die Innenstadt von Wurzen inzwischen recht schön geworden ist. Leider kamen wir aber nicht bis Wurzen, sondern landeten in Machern. Und Machern ist für mich noch stärker als alles andere mit dem Notlösungs-Gefühl verbunden. *grrr* Immerhin war ihr die Verwechslung inzwischen klar. Allerdings erst, als wir ausstiegen und auch nur insofern wir eben nicht in Grimma waren. Deshalb schlug ich vor, da mal noch hin zu fahren. Im Navi gab ich als Ziel die Hängebrücke ein. Wir fanden hin. Wir fanden auch den Weg zur Hängebrücke, wozu wir ein Stück wieder aus der Stadt hinaus gemusst hätten. Da ging die Rechthaberei der keinen Frau wieder los. Du musst dich links halten. Wo willst denn du hin? Hier gehts den Berg hoch. Die Brücke ist UNTEN. Du musst hier links!!!
Ich fuhr links… und hatte prompt einen Polizeiwagen hinter mir, der mich zum Anhalten aufforderte.
Tja, ich hätte da, wo die Kleine Frau so vehement darauf bestanden hatte, eben nicht links abbiegen dürfen, aber wegen der Diskussion und weil Mutti mir dann schnell mal während der Fahrt mit den Händen vorm Gesicht herum fuchtelt, hatte ich den Zwingpfeil nach rechts glatt übersehen.
Die Polizistin war sehr verständnisvoll, zumal Mutti nun plötzlich nicht mehr zur Brücke, sondern zum Markt wollte. So kam ich mit einem blauen Auge und ohne Ordnungsgeld davon, aber für diesen Tag hatte es mir die Laune verhagelt.
Am Montag hatte der Sohn die XXX Idee, bei der Oma zu frühstücken und fragte, ob ich auch komme. Komm, gib dir nen Ruck, musst ja nicht ewig bleiben. Der Sohn ging dann nach dem Frühstück tatsächlich seiner Wege. Mich hielt die Kleine Frau mit allen möglichen Bewerbchen noch bis Mittag fest und wollte dann auch noch am Nachmittag in den Garten. Das lehnte ich ab.
Allerdings war es für einen richtigen Ausflug mittlerweile auch zu spät.
Fazit: Ich hatte das Gefühl, ich hätte mich das gesamte Pfingsten nur von der Kleinen Frau herumschubsen lassen und an keinem Tag etwas getan, was mir Freude gemacht hätte. Selbst Schuld. Ich hätte NEIN sagen sollen.

Im Laufe der Woche musste die Kleine Frau am Mittwoch zum Fäden ziehen und weil ihr Toaster kaputt gegangen war, fuhren wir noch herum, um einen neuen zu kaufen, bekamen aber keinen. Dafür brachte ich sie noch zum Fleischer und dann nach Hause. Dann war es auch schon wieder Nachmittag.
Am Donnerstag war einkaufen angesagt und zwischen N-Markt und Sohn abholen waren wir noch im Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markt und kauften…keinen Toaster, sondern ein Miniöfchen. Da war die Kleine Frau dann glücklich, erst recht, als es der Sohn ihr gleich noch angeschlossen und dabei festgestellt hatte, dass das alte Öfchen noch tadellos funktionierte, vorausgesetzt, man steckte den Stecker richtig in die Dose.
Ich denke, ich werde ihr das alte Öfchen abschwatzen.
Dass die Kleine Frau an fünf von sieben Tagen meine gesamte Freizeit beansprucht, muss wieder anders werden. Das muss sie einfach einsehen, dass es so nicht geht, sonst habe ich ja gar kein eigenes Leben mehr.

Arbeitsalltag
Wir haben uns geeinigt, dass ich bis auf Weiteres dienstags nach Torgau fahre. Das passt den Kolleginnen dort recht gut und mir auch.
Einen Vertrag habe ich noch immer nicht, aber die YvLeh meinte zur neuen Chefin, das sei bei mir kein Problem, ich sei in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt und bisher sei noch immer alles klar gegangen. Najaaa. Auf die YvLeh kann ich mich verlassen, sie macht das schon. Da die neue Chefin gesagt hat, ich solle den gleichen Vertrag bekommen, wie meine Vorgängerin, kann es nun passieren, dass ich sogar zweimal die Woche in Torgau arbeiten kann. Das sehe ich dann nächste Woche, wenn der Vertrag vorliegt.
Mit dem Projekt kollidiert das vorläufig nicht, weil dieses immer noch nicht in Sack und Tüten ist, auch wenn wir gute, sehr gute Vorarbeit geleistet haben. Ich fürchte inzwischen, dass all unsere Vorarbeit vielleicht nichts nutzt, weil es einfach zu lange dauert, bis wir tatsächlich starten können und die aktuellen Entwicklungen hierzulande möglicherweise einige Aspekte des Projektes überflüssig machen. Es ist immer noch ein sehr gutes Projekt, aber an den phänomenalen Boom, den C. erwartet, glaube ich nicht mehr. Wir werden sehen.

Urlaub und Entspannung
Beides hatte ich am Freitag, und weil das der 5. war und es wieder einmal Zeit war für WmdedgT, habe ich hier ausführlich darüber geschrieben.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

13 Gedanken zu “Samstagsplausch {06.06.2020}

  1. Liebe Mira, leider habe ich es nicht früher geschafft zu plauschen. Na das war ja ein anstrengendes Wochenende für Dich. Aber man weiß ja nie, wie man später selber wird. Ängste spielen da eine große Rolle. Toll das Du Dich so gut kümmerst. Aber vergiss Dich nicht selbst dabei.
    Hab eine schöne Woche. Lieben Gruß Sylvia

  2. Mahlzeit… jetzt ist wieder Zeit für eine Blogrunde, für Blogfreunde.

    Aufmerksam las ich Deine abenteuerliche Autofahrt, mit der kleinen Frau. Gelesen klingt es lustig – aus eigener Erfahrung weiß ich, es ist tatsächlich alles andere als amüsant. Gute Nerven sind gefragt!

    Bleib bitte gesund und munter.
    Sonnige Grüße durch die Regentropfen hindurch von Heidrun

  3. Hallo Mira! Den Freitag lasse dir bitte nicht vergraulen!Die Zeit ist gar nicht so schlimm. Hat man noch was vom Tag.

    Noch einen schönen Sonntag wünscht dir
    Katl

    1. Nö, du hast ja gesdagt, wir wollen das beibehalten, solange ich noch nicht wieder Vollzeit arbeite. Und so machen wir das auch.
      LG die Mira

  4. Wie heisst es doch so schön: Was sich liebt das Neckt sich. Ist sicher nicht alles Optional gelaufen, aber ihr zwei habt einander noch. Ich vermisse meine Mamma sehr.
    L G Pia

    1. Ja, liebe Pia. Zwischen meiner Mutter und mir lief es nie optimal (außer in der Kindheit, als ich brav alles befolgt habe, was sie wollte) aber, ja, sie ist nun mal meine Mutter und inzwischen eben eine Kleine Alte Frau. Ich sehe ihr ja auch (fast) alles nach und wenn ich hier darüber schreibe, dann schon in Form einer Glosse. So, was nicht alles passiert.
      Da wird es gewiss noch ein paar Fortsetzungen geben. *schmunzel*

  5. Hi,
    oje… so eine Fremdbestimmtheit kann einem aber auch wirklich aufs Gemüt schlagen. Und in anderen Konstellationen kommt mir das sehr bekannt vor.
    Und gestern musste jemand hier auch warten bis ICH Zeit hatte und nicht ich springe sofort..
    Puh. Manchmal ist es gar nicht so leicht..
    Ich wünsche Dir jetzt ein wunderbares Wochenende mit genügend Zeit für Dich und einem tollen regenfreien Ausflug 😉
    Liebe Grüße
    illy

    1. Ich habe überlegt. So wirklich regenfrei klappt dieses Wochenende nicht. Mal sehen, wsa ich mir noch einfallen lasse.
      Ja, das Fremdbestimmtsein ist auch, was ich so schwer ertrage. Ich muss es einfach wieder eindämmen. Hatte das schon mal recht gut im Griff, dann kam Corona und Du-bist-doch-zu-Hause-da-kannst-du-dich-auch-kümmern oder Ich-bin-Risikogruppe-da-musst-du-dich-um-mich-kümmern.
      Naja, mal sehen, wie das noch wird.

  6. Liebe Mira,
    das hört sich nach einem sehr chaotischen Pfingstwochenende an…es liest sich sehr kurzweilig, aber wahrscheinlich war es für dich doch sehr stressig…meine Hochachtung für deine Geduld…mein Schwiegervater hatte dafür einen Spruch, den ich oft in anderen ähnlichen Situationen anwende: Genug ist nie genug…

    Dir noch ein schönes Wochenende
    mit oder ohne kleine Frau
    wünscht Augusta

    1. Ach ja, liebe Augusta, Genug ist nie genug war einer der ersten Songs, die ich von Konstantin Wecker kannte, den ich bis heute sehr, sehr mag, auch wenn dieser Spruch in dem Song ganz anders gemeint war/ist.
      Wenn es sich kurzweilig las, habe ich mein Ziel erreicht. Ich möchte darüber berichten, was mir mit der Kleinen Frau so alles passiert, aber nicht mit Gejammer, sondern mit einem Augenzwinkern.
      Liebe Grüße
      von Mira

  7. Zuerst mal, Torgau würde mich auf jeden Fall interessieren. Da saß mein Vater von 1943 bis 1945 im Gefängnis in Fort Zinna. Jeden Tag mit der Angst, vor der Erschießung, er war ja wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode veruteilt. Es ist nicht schön zwei Jahr lange mit dieser Angst zu leben.
    Sehen möchte ich das aber auf jeden Fall einmal, vielleicht kannst du mir hier Tips geben.

    Ja, das alles mit der kleinen Frau kommt mir bekannt vor. Mein Schwager ist so und meine älteste Schwester erträgt das genauso wie du.
    Ich bin ehrlich, ich glaube nicht, dass ich das so machen würde, jetzt kann man mich verdammen, aber in dem Ausmaß, eher nicht.
    Ich bewundere DICH dafür, dass du das so machst. Alle Achtung.

    Jetzt bin ich sehr gespannt auf das Projekt, wenn du darüber schreiben möchtest.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und vor allem Gesundheit und
    alle Achtung vor der Sache mit der kleinen Frau.

    Ein schönes Wochenende wünscht dir Eva

    1. Liebe Eva, das ist ja nun ein ganz anderer und wenig angenehmer Aspekt, unter dem du dich für Torgau interessierst. Dazu muss ich mich erst einmal selbst etwas schlau machen. Ich glaube, das Fort Zinna ist immer noch Gefängnis, oder wie es neudeutsch heißt JVA. Ausstellungen über diese Zeit gibt es meines Wissens im Schloss.
      Wenn ich am Dienstag wieder dort bin, werde ich mal Erkundigungen bei Ortsansässigen einholen.
      Bis dahin alles Liebe
      die Mira

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