WmdedgT im Mai 2021

Weil Frau Brüllen sicher auch heute Abend wieder fragen wird: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?, beginne ich schon mal mit den Aufzeichnungen.

06:00 Uhr
Der Wecker klingelt. Wann habe ich das denn zuletzt erlebt? Seit einer Ewigkeit schon musste ich mir keinen Wecker mehr stellen. Aber der heutige Zahnarzttermin ist noch vor 8 Uhr. Da wollte ich mich nicht auf die innere Uhr verlassen.
Ich zupfe die Entgiftungspflaster von den Fußsohlen. Sie sind schwarz, wie Teer.
Hat das schon mal jemand ausprobiert? Lili brachte mich drauf und sie wiederum hatte es von ihrem Sohn. Das sind so Pflaster, getränkt mit diversen Wirkstoffen, die man sich vor dem Schlafengehen unter die Fußsohlen klebt. Über Nacht sollen sie dem Körper Giftstoffe entziehen und sind deshalb am nächsten Morgen pechschwarz. Manche sollen zudem noch den Schlaf verbessern, den Stoffwechsel anregen oder gar zu Gewichtsreduktion beitragen. Das glaube ich ja nun nicht. Wenn der Körper einfach ein wenig entgiftet würde, wäre mir das schon genug. Dass die Pflaster am Morgen schwarz sind, hat ja nun schon mal funktioniert. Die Frage ist jetzt, ob das wirklich von ausgezogenen Gibtstoffen kommt, oder ob sich die eingesetzten Substanzen eben bei Hautkontakt und/oder unter Wärmeeinwirkung ohnehin schwarz färben. Das könnte ich ja mal ausprobieren, indem ich ein solches Pflaster über Nacht an einen warmen Ort lege.
Während ich mir ausgiebig mein Gebiss putze, denke ich noch über diese Frage nach.
Dann gönne ich mir einen Milchkaffee und danach ist noch einmal Putzen angesagt. Irgendwas an dem gestern reparierten Zahn stört mich.

07:20 Uhr
Los geht’s.
Zum Glück parkt das Auto fast direkt vor der Haustür und die Schranken sind offen, so dass ich 5 Minuten vor dem Termin bei meiner Zahnärztin ankomme. Passt.

08:15 Uhr
Ich stehe wieder im Hof der Praxis und freue mich. Das Störende ist verschwunden und heute tut mir das erste Mal nicht die ganze Gusche weh. Die "Reparaturen" sind abgeschlossen. Nun folgt in einer Woche noch die professionelle Reinigung und dann dürfte ich erst einmal für ein halbes Jahr Ruhe haben. Also, mindestens, hoffe ich.

Ich fahre nach B-dorf zum Pe*n*ny. Meine Schwester hat in einem solchen Markt gestern eine sehr hübsche Lampe ergattert Eine blaue Glasflasche mit LED-Lämpchen drinnen. Ich will schauen, ob es die in unserem Markt auch gibt.
Gibt es natürlich nicht. Dafür bringe ich mir mal wieder ein paar Lebensmittel mit, die es eben nur dort gibt, beispielsweise ganz feine Fadennudeln, die ich gern in Hühnerbrühe mag.

08:50 Uhr
Ich rufe die Mutti an, ob ich jetzt schon zu ihr kommen kann. Wir sind zwar erst für 10 Uhr verabredet, aber ich will nicht erst nochmal heim fahren. Das lohnt nicht.
Als ich ankomme, hat sie mir schon ein Frühstückbrötchen geschmiert.
Zum Glück habe ich meinen eigenen Wohnungsschlüssel, ihrer ist nämlich weg und sie entsprechend wuschig, bis ich ihr erkläre, dass er in der Wohnung sein muss, da sie sich ansonsten nicht hätte einschließen können. Am Ende hing er an dem Haken, an den er gehört. Weil da aber noch zwei Jacken davor hingen, hatte sie dort gar nicht geschaut. Ach, die kleine alte Frau!

10:00 Uhr
Weil sie sich schon seit ein paar Wochen zwei Orchideen kaufen will und ich im Pe*n*ny schöne gesehen hatte, fahren wir gleich nochmal nach B-Dorf. Sie ist begeistert von den Blüten und kauft genau die beiden, die ich mir schon für sie ausgeguckt hatte. Da hätte ich sie auch gleich mitbringen können. Aber das weiß man bei ihr nie.
Zum Markt müssen wir trotzdem noch, weil sie zum Fleischerstand möchte. Und ich möchte zum Markt, weil ich Märkte liebe, selbst wenn es nur wenige Stände gibt.

11:00 Uhr
Ich entlade gerade das Auto und bemühe mich redlich, die Orchideen vor dem Sturm zu beschützen, als mein Telefon klingelt. Ausgerechnet jetzt. Ich habe da so eine Ahnung.
Nachdem ich die Pflanzen und Muttis restliche Einkäufe ausgepackt habe, fische ich das Handy aus den Tiefen meiner Tasche und stelle fest, dass es genau der Anrufer gewesen war…
Außerdem finde ich eine Nachricht von S., die mir den Auftrag ab kommendem Montag bestätigt. Sehr gut. Nun kann ich den Rückruf starten. Es wird ein sehr angenehmes Gespräch. Trotzdem komme ich zu dem Schluss, dass ich besser aufhöre, mir irgendwelche Schwachheiten einzubilden. Das war mit Sicherheit nie so gemeint. Man ist einfach nur nett und fertig.

12:15 Uhr
So langsam will ich auch mal wieder heim. Ich verräume die Einkäufe und mache mir eine Kleinigkeit zu Essen. Dafür trenne ich ein Ei. Die Tasse mit dem Eiklar kippt um und ich darf als nächstes den Küchenboden wischen. Man hat ja sonst nichts zu tun.

17:30 Uhr
Den Nachmittag habe ich zum Teil mit Herumgewusel verbracht, zum Teil mit Lesen, wobei ich mal wieder eingenickt bin. Zum Glück nicht lange.
Nun sitze ich am Rechner, habe in ein paar Blogs gestöbert, Kommentare geschrieben und wurde durch Susana zum Träumen aninmiert. Reisen mit einem Wohnmobil, das wäre es doch. Überhaupt alles verkaufen, was sich verkaufen lässt und nur noch unterwegs sein. Mir würde das gefallen.

18:07 Uhr
Inzwischen ist die Linkparty eröffnet.
Ich stehe am Fenster, halte den Kopf in den Wind. Regen spritzt mir ins Gesicht.
Drei Minuten später kommt die Sonne wieder heraus. Ich liebe dieses Abendlicht. Schon immer.
Die Tauben und ihr Schuhuh Schuhuh liebe ich nicht. Gar nicht!
Ich bin unruhig, unstet, mit mir selbst gerade nicht im Reinen. Dafür weiß ich keinen Grund. Vielleicht war ich zu lange daheim. Allein daheim.
Die ganze Zeit dachte ich, sobald ich wieder arbeiten darf, ist meine Welt wieder in Ordnung. Jetzt darf ich und habe sogar noch den Vorteil, dass es gemächlich losgeht mit rund 20 Wochenstunden, statt gleich wieder mit 40 bis 60. Trotzdem ist meine Gefühlswelt nicht in Ordnung. Als wäre über die Zeit etwas kaputt gegangen.
Ich sollte jemanden anrufen. Aber ob das hilft?

19:00 Uhr
Die Mutti ruft an und macht wieder mal die Pferde scheu. Sie hat die SchwieTo angerufen, ob sie am Sonntag zu ihr zum Kaffee kommen. Diese wollte genausowenig bei vorhergesagten 27°C bei der Oma in der Wohnung hocken, wie ich. Die Oma rang ihr dann eine Zusage ab, uns alle im Garten zu treffen. Sie wollte das unbedingt geklärt haben, weil sie dann einen Kuchen kaufen will. Menno! Ich hatte ihr heute Mittag schon gesagt, sie solle das mal nicht erzwingen nur wegen eines gekauften Kuchens. Erstens sind noch ein paar Tage Zeit und zweitens kann entweder die SchieTo oder ich etwas backen. *grrr*
Jetzt bin ich stinkig.
Der Sohn ruft an, er will jetzt vorbei kommen, damit ich seinen Bürokram erledige, den er schon seit 2 Wochen vor sich her schiebt. Zähneknirschend sage ich zu.

20:00 Uhr
Endlich schneit der Sohn herein. Nun darf ich mich noch einmal an den Rechner hocken. Als wir seinen Kram fertig haben, hocken wir uns auf den Balkon. Es ist schön draußen, wenn auch sehr frisch.
Ich erzähle von meinen künftigen Aufträgen und dem Durcheinander, das darum entstanden ist.

21:30 Uhr
Lili ruft an, um mir Gute Nacht zu sagen. Der Sohn geht.
Ich mache mir ein Süppchen heiß, notiere die letzten Begebenheiten des Tages.

22:30 Uhr
Bettfertig bin ich schon. Halt, nein, die Entgiftungspflaster fehlen noch.
Jetzt schließe ich mich der Linkparty an. Dann werde ich noch ein paar Seiten lesen. Und dann ist auch schon bald morgen.

2 Gedanken zu “WmdedgT im Mai 2021

  1. Hallo Mira,
    Entgiftungspflaster habe ich noch nie von gehört.
    Ansonsten war dein Tag sehr ausgefüllt.
    Bei uns ist Donnerstag Markttag, normalerweise gehe ich dort auch gerne hin, aber zur Zeit fehlt die Vielfalt dort.
    Der Cappuccino nach dem Marktbesuch fällt auch flach und Cappuccino to go ist nichts für mich.
    So richtig wohl kann man sich auch nicht fühlen, es fehlen so viele Dinge aufgrund der ganzen Einschränkungen im Grundgesetz.
    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Hannelore

    1. Liebe Hannelore,
      auf einer meiner Visitenkarten stand immer Geschichtenertählerin, Spinnerin, Marktweib. Taj, und das war ich auch jahrelang, wobei der Markt mir immer Hobby war, Spaß machte.
      Da ich keine Lebensmittel verkaufe, darf ich natürlich auch nicht an Märkten teilnehmen und das Flair der Märkte ist natürlich auch völlig kaputt, da hast du recht. Aber darum geht es der Regierung ja auch nicht, dass wir es schön haben, und um unsere Gesundheit geht es denen auch nicht. Denen geht es einzig um Macht und Geld, Dafür ist denen jedes Mittel recht und die Bevölkerung herzlich egal.
      Meine Solidarität besteht in diesem Fall nicht im Daneim bleiben, sondern dass ich bei den Markthändlern kaufe, die sozusagen meine Kollegen sind, statt im Supermarkt, der sich in der Pandemie gleich drei goldene Nasen versdient hat.
      Aber nun genug davon. Doeses Wochenende soll es ja endlich warm werden und ich werde es im Freien verbringen. Darauf freue ich mich.
      Liebe Grüße
      von Mira

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