WmdedgT – Juli 2017

Tagebuchbloggen am 5. eines jeden Monats, gesammelt in der Linkparty Was machst du eigentlich den ganzen Tag? von Frau Brüllen.
Nachdem ich wie ein Stein geschlafen hatte und die Nacht somit nicht sehr erholsam war, quälte ich mich 20 Minuten vor dem Weckerklingeln bereits aus dem Bett. Die Zeit brauchte ich, um das Herzrasen in den Griff zu bekommen und halbwegs normal in den Tag starten zu können. Ein paar WhatsApp-Nachrichten flatterten zwischen der Freundin und mir hin und her, in denen wir verabredeten, dass ich mich von meiner Unpässlichkeit nicht beirren lasse und auf jeden Fall heute zum Feierabend nach Halle fahren und mit ihr strickschwatzen werde. Freilich hätten wir es auf nächste Woche verschieben können, aber wer weiß, was da wieder ist.
Kurz bevor ich los wollte, fiel mir ein, dass ich noch ein paar Dateien für die Arbeit brauchte. Also fix noch mal an den Rechner. Schneller, als den Stick herauszusuchen {und dann in meiner Schusseligkeit vielleicht noch daheim zu vergessen}, ging es, mir die Dateien selbst per Mail zu senden.
Dann aber endlich los. So spät bin ich in den letzen zwei Jahren nie mehr losgefahren. Da ich aber ohnehin nicht in den Kaufmannsladen wollte, das Morgenritual somit entfiel, war ich immer noch sehr rechtzeitig in der Firma. Und auch gleich schon wieder bedient.
Ich habe zwei Gruppen von Kollegen. Die eine Gruppe arbeitet in der Verwaltung. Mit den Leuten habe ich seltener zu tun. Man trifft sich in den Pausen auf dem Flur oder spricht gelegentlich einzelne Aufträge ab. Diese Gruppe ist der anderen gegenüber weisungsbefugt, was meist aber über mich läuft, obwohl ich als Freelancer irgendwie eine Sonderstellung einnehme, wobei das nicht unbedingt "besonders gut" bedeutet, sondern eher so "weder Fisch, noch Fleisch". Die andere Gruppe habe ich Tag für Tag um mich. Sie werden von mir betreut, betüddelt, unter- und angewiesen, was eben so anfällt.
Und diese Gruppe empfing mich am Morgen auf dem Hof mit viel Getön: "Sie haben gestern Abend vergessen, die Fenster zu schließen."
Hab ich nicht!
Vier oder fünf mal hintereinander wurde ich lautstark darüber aufgeklärt, dass die Fenster geschlossen werden müssen, weil es sonst im Falle eines Gewitters reinregnen kann. Ich versuchte zu erklären, dass ich nichts vergessen habe und die Fenster, als ich ging, definitiv zu waren. Ich wurde überhaupt nicht gehört. Stattdessen hieß es: "Jetzt haben wir endlich was gefunden, wo wir Sie auch mal anscheißen können."
Auch??? Als ob ich eine wäre, die immer nur meckert. Gründe hätte ich genug, aber ich mache es nicht, weil es in vielen Fällen gar keinen Zweck hätte.
Irgendwann war mir das alles zu blöd, und ich ließ die Leute auf dem Hof einfach stehen und ging zu meinem Arbeitsplatz. Die Freude an diesem Tag hatten sie mir für’s Erste verdorben.
Die kam dann zum Glück zurück, als mir die Kollegin aus der Verwaltung sagte, dass SIE die Fenster geöffnet hat {wie jeden Morgen}, um zu Lüften. Alles gut!
Schnell noch einen großen Pott Kaffee bereit gestellt und dann an die Arbeit. Das Übliche. Akten erstellen. Unterlagen einordnen. Ausdrucke verteilen. Tests auswerten. Übungsaufgaben weitergeben. FAQ beantworten, immer und immer wieder. Berechnungen anstellen. Bücher bestellen. Listen ausfüllen.
10:28 Uhr ein Anruf der Maklerin. Da ging ich ran, obwohl ich sonst private Anrufe während der Dienstzeit nicht entgegen nehme. Dies hier war eine Ausnahme und ging auch ganz schnell. Und nun haben wir einen Notartermin in Berlin. Den Entwurf des Kaufvertrages, den der Notar zwischenzeitlich per Mail geschickt hatte, las ich in der Mittagspause. Ist das ein Kauderwelsch. Zum Glück habe ich Erfahrung im Lesen und Interpretieren von Gesetzestexten, so dass mir das Ganze letzen Endes doch verständlich war.
Am Nachmittag standen ein paar Gespräche an, ein paar sehr individuelle Test mit ebensolcher Auswertung. Dann war endlich Feierabend, und ich konnte nach Halle düsen. Wobei "düsen" nicht das richtige Wort ist, denn ich ließ mir viel Zeit, tankte unterwegs und kam trotzdem noch vor Uta bei ihr daheim an. Die Männer waren ja da und empfingen mich freudig und dann war auch die Uta schon da. Natürlich hatte ich Neuigkeiten zu berichten, das Exposé zu zeigen und einen Kartenausschnitt, auf dem die Nähe zur Küste erkennbar ist. Jippieeeee.
Uwe kochte ein leckeres Abendessen. Wir schlemmten auf dem Balkon. Später verkrümelten sich die Männer, ein jeder woanders hin. Wir Mädels blieben auf Balkonien, schwatzten und strickten {nur ich} bis es dunkel war.170705_WA0005
Auf der Heimfahrt musste ich zunächst in Richtung Magdeburg fahren, weil die Autobahnauffahrt in Richtung Leipzig gesperrt war. Der kleine Umweg machte mir gar nichts aus. Ich fühlte mich die ganze Zeit über richtig fit und staunte über mich selbst, denn in letzter Zeit wurde ich oft zu den unmöglichsten Zeiten sehr müde. Vielleicht ist das nun endlich überstanden. An diesem Abend fühlte es sich jedenfalls so an.

3 Gedanken zu “WmdedgT – Juli 2017

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