Samstagsplausch {08.07.2017}

So eine schöne Woche!!!
Davon muss ich euch erzählen beim Samstagsplausch bei Andrea.

Zunächst möchte ich mal noch vom letzten Wochenende, 01./02. Juli erzählen. Viele von euch wissen inzwischen, dass meine Mutti zwar {zum Glück} noch keine Pflege benötigt, sich aber gern von mir umtüddeln lässt und das auch einfordert, oft auf eine Art, die mich nervt, weil sie nie einfach sagt: "Ich möchte das so!". Das könnte ja eine Reaktion heraufbeschwören, in der Art: "Ich aber nicht!" Nein, die kleine alte Frau drückt auf die Tränendrüsen. "Ach, ich hatte ja so ein beschissenes Pfingsten! Und nun bist du schon wieder ein ganzes Wochenende nicht da!" Das schlimme Pfingsten hatte sie, weil ich sie zwar am Samstag mit in den Garten genommen hatte und sie am Sonntag mit ihrer Freundin verabredet war. Aber am Montag, am Montag hatte ich mir erlaubt, mich um die Enkelhexe und die Besuchskinder zu kümmern und sie nicht abzuholen und rumzufahren oder was auch immer. Und ganz schlimm wurde es dann, als ich das Wochenende drauf sowohl am Samstag, als auch am Sonntag eingeladen war. Da musste mit weinerlicher Stimme mir ein schlechtes Gewissen gemacht werden, weil ich mich zu wenig um meine arme alte Mutter kümmere. Dass sie drei Tage später mit einer Seniorengruppe einen wunderbaren Tagesausflug nach Berlin gemacht hat, hat sie mir wohlweißlich nicht erzählt. Mir erzählt sie immer nur von den traurigen Tagen, an denen sie allein daheim sitzt und sich überhaupt nicht beschäftigen kann, weil sie sich nicht beschäftigen will, sondern wünscht, dass ICH sie beschäftige. Das Beispiel mit Pfingsten ist nur stellvertretend für viele andere, und ich stehe schon immer vor dem Wochenende unter Druck, weil ich Angst habe, mich nicht erholen zu dürfen, da ich ja familiäre Verpflichtungen habe.
Am letzten Wochenende war das zu meiner Freude ganz anders. Es war regnerisches Wetter vorhergesagt und ich beschloss, bei jedem Wetter in den Garten zu gehen und selbst bei Regen dort in der Laube zu sitzen und zu stricken oder zu lesen. Als ich am Donnerstag zum Einkaufen bei Mutti war, kündigte ich ihr das bereits an, sagte ihr auch, dass sie durchaus mitkommen könnte, dass ich mich aber keinesfalls von ihr wieder über den Acker jagen lassen werde.
Als ich sie dann am Samstag abholte, hatte sie eine große Tasche dabei. Im Garten angekommen, packte sie eine Schüssel mit Kartoffelsalat aus. Den macht sie immer sehr lecker. Bratwurst hatte sie vorbereitet und Eier gekocht. "Damit du keine Arbeit hast!" Das fand ich ganz rührend. An diesem Tag haben wir viel gelesen. Und auch der Sonntag im Garten verlief sehr entspannt, was ich hier schon erwähnt habe. Das wollte ich unbedingt mal erzählen, weil ich in der letzten Zeit meist eher genervt reagiert habe.

Auf den Montag, 03. Juli freute ich mich, denn nach Feierabend stand der überüberüberfällige Besuch bei Anke und Jürgen auf dem Plan. Das war soooo schön. Zuerst wurde Kaffee getrunken und geschwatzt. Und dann saßen wir vor dem Fernseher.
Wie jetzt? Fernseher, wenn man zu Besuch ist? Mira und Fernsehen und das dann auch noch schön finden? Jaaaaaaa!
Zwölf Jahre lang haben Anke und Jürgen ein kleines Café betrieben und unzählige Veranstaltungen dort organisiert. Leute wie Katy Karrenbauer oder Veronika Fischer waren da zu Gast. Es gab sogar ein eigenes kleines Kabarett, das Tauchaer Brett’l, das leider seinen Spielbetrieb einstellen musste, als einer der Mitwirkenden in ein öffentliches Amt gewählt wurde. Inzwischen hat sich Jürgen entschieden, in den Ruhestand zu gehen und das Café aufzugeben. So gab es Ende März eine Abschiedsveranstaltung, deren erster Teil der Veranstaltungsreihe nachempfunden war, die so viele bekannte Größen in das kleine Café geführt hatte. Im zweiten Teil wurde noch einmal, ein allerletztes Mal Kabarett gespielt. Die gesamte Veranstaltung war aufgezeichnet worden. Für mich ein riesen Glück, denn zum Zeitpunkt der Veranstaltung weilte ich gerade bei meiner Schwester in der Pfalz. Am Montag Abend spielte Jürgen die Aufzeichnungen für mich ab und ließ mich auf diese Weise an der Veranstaltung teilhaben. Es war ganz gewiss nicht das letzte Mal, dass ich mir die Videos angeschaut habe.

Stammleser wissen, dass der Dienstag, {04. Juli} mein Schwimmbad- und Saunatag ist. Normalerweise. Manchmal liegt aber etwas an, das mir so wichtig erscheint, dass ich auf den Besuch in der Therme verzichte. So war es auch in dieser Woche. Das Finanzamt hatte einen Nachtrag zu meiner Steuererklärung angefordert, den ich in den letzten Jahren nie hatte einreichen müssen. Diesmal schon. Nun kenne ich mich zwar mit den Elsterformularen ganz gut aus, diese Anlage aber hatte ich noch nicht ausgefüllt und wusste nicht so genau, wieviel Arbeit da auf mich zukommt. Soll ja auch alles ordentlich und richtig gemacht werden. Ich weiß nicht, ob ich schon erwähnt habe, dass ich in der letzten Zeit ein seltsames Problem habe. Erledigungen, die von mir zu bestimmten Terminen oder in offiziellem Zusammenhang gefordert werden, bedrücken mich neuerdings. Nicht in der Firma, da habe ich dauernd Termine und muss immer alles mögliche schaffen und schaffe es auch. Aber Dinge, die ich mit Ämtern zu erledigen habe, lösen ein mulmiges Gefühl bei mir aus, obwohl es dafür gar keinen Grund gibt. Jedenfalls hatte ich diese Anlage auszufüllen und überlegte mir, dass ich das wohl auch noch nach dem Schwimmen schaffen könnte, dass aber das Schwimmen kaum eine Erholung wäre, wenn ich immer an die vor mir liegende Aufgabe denken muss. Also fuhr ich direkt nach Hause, machte mir einen Kaffee und hockte mich an den Rechner. Nachdem ich die Formulare aufgerufen hatte, lief alles sehr viel besser, als ich gedacht hatte und es war weniger aufwändig, als befürchtet. Als ich fertig war, fiel mir nicht nur ein Stein vom Herzen. Hach.

Am Mittwoch, 05. Juli war, wie eben erwähnt, der Fünfte. Und da fragt bekanntlich Frau Brüllen jeden Monat, was man den ganzen Tag so macht. Und wie schon in den letzten beiden Monaten habe ich diese Frage sehr gern beantwortet.

Am Donnerstag, 06. Juli wurde eingekauft. Vorher stand noch die Bücherei auf dem Plan, die mir wichtig war, denn das interessante Lesefutter war mir schon am letzten Wochenende ausgegangen. Ich entdeckte eine {mir} neue Fantasy-Reihe und nahm den ersten Band mit, erst mal zum Hineinlesen. Das tat ich dann am gleichen Abend noch und… legte das Buch beiseite. Ganz aufgegeben habe ich es noch nicht. Einen weiteren Versuch wird es geben, aber ob ich es tatsächlich zu Ende lese, weiß ich noch nicht, obwohl die Lesermeinungen sehr positiv sind. Wer sich selbst informieren mag, hier entlang {ACHTUNG! Amazon Werbelink}
Nach der Bücherei ging es dann endlich zum Einkaufen. Darauf freute ich mich diesmal auch, weil wir nicht in den etwas langweiligen N-Markt wollten, sondern in den Kaufmannsladen. Dort war es aber auch sehr leer. Also, die Gemüseregale enthielten mehr Lücken als Angebote, der Grund, warum ich im N-Markt um diese Uhrzeit nicht gern einkaufe. Der Kaufmannsladen hat 2 Stunden länger göffnet und normalerweise ein um Längen besseres Angebot. Nur nicht an diesem Donnerstag. Das machte aber nichts. Mutti fand, was sie brauchte, ich wurde in der Tiefkühltruhe fündig und(!) ich bekam mein besonderes Eiweißbrot, das es nur dort gibt und das das einzige Brot ist, das ich ohne Reue essen kann.

Am Freitag, 07. Juli begann das Wochenende. Natürlich musste ich auch an diesem Tag ganz normal zur Arbeit, aber es waren wenig Leute da, so dass ich viel Bürokram fertig bekam und außer den Sachen, die genau zum Feierbend herein kamen {wie jeden Freitag Feierabend}, gab es keine Überhänge für Montag. Wie schön. Außerdem hat MLSche ihr Prüfung geschafft. Auch ein Grund zur Freude.
Nun hätte ich zum Feierabend ganz entspannt in den Garten fahren können, aber als ich zu Hause ankam, grollten heftige Donner, weshalb ich dann doch erst mal in die Wohnung hinauf stieg {4. Stock, immer noch}. Kurz darauf entlud sich das Gewitter, das ich genüsslich bei weit geöffneten Fensteren von der Couch aus beobachten konnte. Zum Glück kam der Regen aus einer Richtung, dass er die Fenstern nicht traf und ich sie offen lassen konnte.
Nach dem Gewitter telefonierte ich noch ein wenig, las ein paar Seiten, strickte ein paar Reihen, schaute nebenbei eine Krimiserie auf Amazon und nickte dabei immer wieder ein. Als ein dicker dunkelgelber Mond durchs Fenster blickte, kuschelte ich mich für die Nacht in meine Strickdecke.

Jetzt ist Samstag Morgen, der 08. Juli. Ich werde in den Garten fahren, vielleicht später den versäumten Schwimmbadbesuch nachholen. Auf alle Fälle mich erholen und heute Abend noch einmal beim Samstagsplausch vorbei, um zu sehen, was ihr so von eurer Woche erzählt.

9 Gedanken zu “Samstagsplausch {08.07.2017}

  1. Liebe Mira,

    wie schade, dass dieses Wochenende offenbar die Kartoffelsalat-Glücksmomente des letzten wieder zunichte gemacht hat. Es klang so gut und als hätte die Ansage wirklich gefruchtet.
    Ich hoffe, du konntest den Sonntag trotzdem ein bisschen genießen!

    Liebe Grüße,
    Sabrina

  2. Hallo Mira, ein umfangreicher und spannender Post zum Samstagsplausch! Die klare Ansage bei Deiner Mutter wirkte und tat euch wohl beiden gut.

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Sonntag und sende herzliche Grüßle, Heidrun

  3. Guten Morgen liebe Mira,
    hört sich doch nach einer schönen Woche an. Jess von den Schattenwegen würde sagen: Ganz viele Gänseblümchen (die kleinen Glücksmomente). Natürlich will und soll man die Eltern unterstützen, aber man darf sich nicht unter Druck setzen lassen. Ich finde es großartig, dass du da etwas für dich tust.
    Hab ein wunderbares Wochenende voller kleiner Glücksmomente
    LG
    Yvonne

    1. Vielen Dank liebe Yvonne,
      leider hat die Frau Mama die Glücksmomente für dieses Wochenende schon wieder zunichte gemacht.
      Aber nun, ich will mich nicht unterkriegen lassen und halte Ausschau nach den Gänseblümchen.
      Liebe Grüße
      die Mira

  4. Ich staune immer, was du alles zusammenträgst.
    Vielleicht solltest du deine Mutter immer auf diese Art mit in den Garten nehmen. Ihr klare Ansage machen, was geht. Wenn sie eine beginnende Demenz hat, wirkt so etwas. Sie werden eben wieder zu Kinder. (traurig aber wahr)
    Behördenkram macht mich auch immer kribbelig. Muss ich auch immer gleich machen. Danach kann ich mich wieder auf das schöne Leben konzentrieren.
    Bei Gewitter sitzen wir auch gerne draußen. Solange und das Wasser nicht erreicht, ist alles gut.
    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Danke liebe Andrea, für deine Gedanken.
      Dass bei meiner Mutti die Demenz beginnt, vermute ich eher nicht. Einerseits bin ich darüber natürlich froh. Andererseits versucht sie {wie wohl schon mein ganzes Leben} mich mit einer Art Psychospielchen zu manipulieren und dazu zu bringen, genau das zu tun, was sie von mir will. Ist nicht schön. Ich glaube allerdings nicht, dass ein Mensch mit beginnender Demenz so berechnend sein kann.
      Gerade gestern Abend bekam ich einen Knacks weg, der mich zum Selbstschutz zwingt.
      Ach, das leidige Thema. Ich weiß nicht, ob ich es anspreche oder mich einfach mal nicht rühre.
      Aber wahrscheinlich muss ich reden, wie soll sie sonst wissen, wie sehr sie mich verletzt.

      Nachdenkliche Grüße
      die Mira

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