Noch ein Rückblick {04.07.2020}

Guten Morgen liebe Plauscherinnen bei Andrea.
Eigentlich wollte ich diesen Rückblick schon letztes Wochenende schreiben, genau gesagt am Sonntag. Doch dann kam ich erst so spät heim und war so geschafft von der Fahrt, gleichzeitig aber auch noch so erfüllt von meinen Eindrücken der vergangenen Woche, dass ich mich nicht mehr an den Rechner setzen mochte. Und so gibt es heute wieder zwei Wochen, auf die ich zurückblicken kann.
Eine Woche Urlaub
Am Montag, 22.06.2020 hatte ich noch gearbeitet. Normalerweise ist mein Arbeitstag der Dienstag, aber in dieser Woche mussten wir eine Ausnahme machen, weil ich am Dienstag bereits um 18 Uhr in Schlatkow sein musste wollte und das nach Dienstschluss natürlich mehr geschafft hätte. Also verfügte ich mich nach ebendiesem Dienstschluss in den Garten, um wenigstens noch zu gießen. Anke hatte die Idee, dass wir endlich einmal wieder gemeinsam Abendbrot essen könnten {das erste Mal in diesem Jahr} und so blieb ich viel länger draußen, als ich ursprünglich wollte. Es war einfach nur schön, tat mir sehr gut und läutete den Urlaub ein.
Meine Taschen packte ich dann erst am nächsten Morgen und kam deshalb etwas später los, als geplant. Dennoch war die Fahrt recht entspannt. Wir kamen super gut und schnell über den Berliner Ring, auf dem seit letztem Spätherbst doch einige Baustellen verschwunden sind, und waren am Nachmittag am Ziel. Die Eigentümerversammlung war recht aufschlussreich und ich stellte wieder einmal fest, dass die meisten Mitbewohner mich anscheinend doch ganz gut leiden mögen. Das tut auch gut, wo ich doch so selten dort bin.
Nach der Sitzung machten wir uns auf den Weg nach Wolgast zum Abendessen.Weil wir danach unbedingt noch ans Meer wollten, fuhr ich dann doch noch auf die Insel {Usedom}, nach Karlshagen, wo es selbst um 21.55 Uhr noch richtig hell war.
Das erinnerte mich an einen Titel von Keimzeit, in dem es heißt: Mitternacht, und immer noch nicht dunkel. Das Flugzeug ohne Räder ließ mich den gesamten Urlaub nicht wieder los. Immer summte ich es vor mich hin und schwelgte dabei in Erinnerungen.
Die nächsten Tage führten uns nach Zinnowitz an den Strand und nach Koserow zum Backfischking und auf die Steilküste, wo wir eine kleine Wanderung unternahmen.
Ich kam jeden Tag weit über 10.000 Schritte, schlief fantastisch und aß leckersten Fisch, Fisch, Fisch. Um den Samstag noch vollständig genießen zu können, hatten wir beschlossen, am Sonntag in aller Frühe loszufahren. Da ich aber noch zwei Fenster putzen wollte, auf die sonst immer die Sonne schien, kamen wir erst gegen 11 Uhr vom Hof. Wir hatten die Autobahn noch nicht erreicht, als im Verkehrsticker schon Stau auf der A11 gemeldet wurde. Eine halbe Stunde später hatte dieser Stau sich deutich verlängert und ich überlegte, ob ich den Sohn anrufe und mir eine alternative Route heraussuchen lasse. Katl kann das nicht, weil sie Google-Maps nicht kennt. Sie braucht das sonst ja nie. Also hätte ich anhalten müssen, um selbst nachzusehen. Das erübrigte sich jedoch, als an der nächsten Ausfahrt breits wieder eine Stauwarnung erschien und die Empfehlung, die Autobahn zu verlassen. So kam es, dass ich von Pasewalk bis zum Berliner Ring Landstraße fuhr. Das war sehr angenehm. Irgendwann mache ich das mal, die ganze Strecke Landstraße zu fahren. Der Sohn hat das schon mal von Berlin bis Leipzig gemacht und meinte, das sei auch eine sehr schöne Strecke.
Eine Woche daheim
Dazu gibt es gar nicht viel zu sagen. Ich schlafe wieder schlechter, manche Nacht gar nicht. Dafür bin ich tagsüber so müde, dass ich nachmittags auf der Couch oder am Gartentisch einschlafe.
Den Sohn habe ich nur zwei, drei mal kurz gesehen. Ich weiß immer, was er tut und wo er ist, trotzdem gefällt mir das nicht besonders. Immerhin gab es am Freitag bei Katl wieder ein wunderfeines Frühstück. Das macht sie immer ganz toll. Leider hatte ich mein Handy vergessen, so dass ich diesmal den liebevoll gedeckten Tisch nicht fotografieren konnte.
Tja, und dann war da noch die Kleine Frau. Am Montag wollte sie unbedingt in den Garten, nachdem ich sie am Sonntag nach meiner Tour nicht mehr abgeholt und dorthin gebracht hatte. Am Dienstag nach der Arbeit war ich dann auch bei ihr, da eine ihrer Freundinnen für mich Flecke gekocht hatte. So gab es dann bei der Mutti Abendessen.
Am Donnerstag hatte die Kleine Frau einen Zahnarzttermin, zu dem ich sie brachte. Wir verbanden das gleich mit einem Besuch der Bücherei und der Drogerie. Danach lud sie mich zum Mittagessen im Chinarestaurant ein. Gebackene Ente. Hm, lecker. Danach fuhren wir noch zum N-Markt, brachten die Einkäufe heim und dann wollte sie gern im Garten noch ein wenig lesen, schließlich hatten wir neue Bücher.
Am Freitag hatte die Mutti schon wieder einen Arzttermin. Hautarzt diesmal. Das dauerte eeeeewig. Zum Glück hatte ich bei Katl das schöne Frühstück gehabt, wovon ich zehren konnte. Später waren wir noch bei der Apotheke und ich zeigte der Kleinen Frau ein paar Wege, die sie von früher kannte, nun aber durcheinander gebracht hatte. Nun war die Erinnerung wieder aufgefrischt.
Und nun?
Jetzt habe ich Hunger und werde erst einmal frühstücken. So schön wie bei Katl wird das nicht, aber irgendwas werde ich im Kühlschrank schon noch finden. Später will ich noch einkaufen. Mal sehen, welches Gemüse mich anspricht. Tja, und dann möchte ich in den Garten und es wird mir nichts anderes übrig bleiben, als die Kleine Frau durch die Gegend zu chauffieren, denn sie wird mit wollen, und zu Fuß geht das eben nicht mehr. Naja.
Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Ein Rückblick {21.06.2020}

Einer für alle{s}
Tja, zwei vollgepackte, teils chaotische Wochen liegen hinter mir. Es gab zwar Zeiten am Rechner, auch Online-Zeiten. Diese waren der Projektarbeit vorbehalten, und zu anderem, insbesondere zum Bloggen, hatte ich mal keine Zeit, mal keine Kraft und manchmal auch einfach keine Lust mehr, nach 18 Stunden am Rechner. Verständlich, oder?
So habe ich den schönen Samstagsplausch bei Andrea am Samstag, den 13.06.2020 ganz verpasst und für den 20.06.2020 bin ich auch schon wieder spät dran.
Nun aber…
Job und Projekte
Wer mich ein wenig kennt, kann sich vorstellen, dass Chaos und Stress bei mir meist mit irgend einem Job zusammen hängen. Hinzu kommt, dass ich in der Vergangenheit schon öfter von einem Projekt geschwafelt habe, das noch nicht spruchreif war. Tja nun. Am letzten Donnerstag wurde unser Bildungsträger zertifiziert. Ein paar Kleinigkeiten müssen in der kommenden Woche noch erledigt werden und dann stehen wir Arbeitsämtern und JobCentern in 6 Bundesländern mit einem digitalen Bildungs- und Beratungsangebot zur Verfügung. Jaaaa!!!
Kann gut sein, dass es dann bei uns in der "neuen" Firma richtig rund geht und ich bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten kann. Das würde mir nichts ausmachen, denn in dieser Firma wird meine Arbeit wertgeschätzt und die Chefin versteht sich selbst nicht als Chefin, sondern als Partnerin, zumindest für mich und noch zwei, drei andere MitstreiterInnen. Es gibt sehr flache Hirarchien, jede/r hat einen Aufgabenbereich, in den die anderen nicht hineinfunken {können}, wobei Austausch und Beratung natürlich möglich und erwünscht ist. Ich freue mich sehr auf die Arbeit in dieser Firma.
Außerdem habe ich noch meinen Ein-Tag-in-der-Woche-Job, der mir auch sehr viel Freude macht und den ich auch dann nicht aufgeben werde, wenn uns die Arbeit in der oben beschriebenen Firma über den Kopf wachsen sollte, einfach weil es etwas ganz anderes ist und mein Einsatz als Sozialpädagogin eine schöne Abwechslung zu dem digitalen Bildungsangebot bietet.

Die kleine Frau
Da gäbe es einige Episoden zu erzählen, doch will ich mich kurz fassen. Wir waren ein paar Mal unterwegs, auch zu Arztbesuchen, zu denen ich sie gebracht und wieder abgeholt habe. In den Garten habe ich sie mitgeschleppt und sie dort sogar eingespannt. Sie saß frierend auf ihrer Bank und ich hatte auf den Beeten zu tun. Da habe ich sie gefragt, ob sie eines der Hochbeete bepflanzen möchte, da sie sich dort nicht bücken muss. Sie wollte und war mir eine große Hilfe. Und ich bin immer wieder baff, was sie mit ihren 87 Jahren noch so alles schafft, wenn sie sich etwas in den Kopf setzt.

Urlaub und Erholung
Erholung war bei all dem Chaos unbedingt nötig und die Katl sorgte mit ihrer wöchentlichen Einladung zum Frühstück dafür, dass ich mich mal für ein paar Stunden aus allem heraus nehmen kann. Am vorletzten Freitag klappte das nicht ganz, weil ich wegen des Projektes dauernd Nachrichten erhielt und zurückrufen musste. Trotzdem war es aber sehr schön bei ihr.
Tja, und in der kommenden Woche werde ich dann mehrmals mit Katl frühstücken und auch zu Mittag und zu Abend essen, denn wir setzen der Erholung ein Krönchen auf und fahren ans Meer.
Ich muss am Dienstag zur Eigentümerversammlung und dachte mir, wenn ich einmal die 450 km in den Norden fahre, kann ich auch gleich noch ein paar Tage dran hängen. Wer weiß, wann das mal wieder klappt.
Die kleine Frau zieht ein bissel ein trauriges Gesicht, weil sie dachte, dass ich mit ihr wegfahre. Ich habe ihr erklärt, dass ich sie sehr gern mitnehmen würde, sie mir aber schon voriges Jahr erklärt hatte, dass es ihr da, wohin ich fahre, nicht luxuriös genug ist. Ich dachte, du sagst mal: Komm, wir fahren vier Tage in ein Hotel.
Tja, genau das kann ich mir momentan aber nicht leisten. Und ich will es mir auch nicht leisten, in ein Hotel zu gehen, wenn ich 30 km weiter eine ganze Wohnung zur Verfügung habe. Klar muss ich da das Frühstück selbst zubereiten und habe keinen Fernseher. Aber den brauche ich im Urlaub auch nicht. Also, ich brauche den ohnehin nicht, und im Urlaub erst recht nicht.

Sonntags Top 7
Da nun Sonntag ist {und auch schon wieder Abend}, möche ich noch ein paar Worte zu Annis Sonntags Top 7 anmerken.

Lesen
Krimis, Krimis, Krimis, unter anderem von Elke Bergsma, Ivo Pala, Dirk Trost. Allesamt sehr zu empfehlen, wenn man Krimis mag.
Musik
Radio Leipzig
Flimmerkiste
In der Mediathek alle bisherigen Folgen von Wolfsland. Bei der ersten Folge kam ich mit einem Teil der Rahmenhandlung nicht so recht klar. Inzwischen hat sich das aber erschlossen.
Erlebnis
Nunja, was erlebe ich denn wohl? Mein Job in Torgau, ja, das ist jede Woche wieder ein schönes Erlebnis, mit den Menschen zu arbeiten, ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen etwas Gutes tun zu können.
Genuss
Am Freitag hatte die Kleine Frau zum Griechen eingeladen. Es musste Fisch sein.
Web-Fundstück/e
Dafür habe ich mir keine Zeit genommen und deshalb hier auch nichts anzubieten.
Hobbys
Socken stricken, wie immer. In der vorletzten Woche mussten zwei Paar fertig werden, die ich inzwischen verschenkt habe.
In der nächsen Woche habe ich hoffentlich Schöneres zu berichten, obwohl… so schlecht warn die beiden Wochen gar nicht. Im Gegenteil, es ist viel Gutes geschehen. Nun muss ich nur den Stress wieder in den Griff bekommen. Am Meer gelingt das ganz sicher.

Samstagsplausch {06.06.2020}

Guten Tag liebe Samstagsmädels, die ich so gern bei Andrea treffe.
Heute werde ich mal nicht so ausführlich über meine Woche berichten, wie ich es in der letzten Zeit versucht habe. Es war irgendwie nicht so…
Pfingsten und die Kleine Frau
Tja, Pfingsten war gar nix, und daran lag das wohl auch, dass die ganze Woche irgendwie mau war. Obwohl die einzelnen Tage durchaus schöne Monente und Erlebnisse bargen. Dass Pfingsten nicht so toll war, lag an der Kleinen Frau oder aber wahrscheinlich wieder nur an mir und meiner Art, manche Dinge zu betrachten. Am Samstag wollte die Kleine Frau irgend etwas machen. Spazieren gehen oder so. Nun gehe ich nicht so gern spazieren. Das hat für mich so was wie Sonntags-nach-dem-Kaffee-Zeit-totschlagen-bis-zum-Abendessen, so etwas wie Notlösung. Immerhin kam sie mit nach Torgau, wo wir auf dem Markt Eis gegessen haben. Das war recht nett und wir sind dann sogar noch ein wenig durch die Stadt gelaufen. Da stört mich dann spazieren gehen wieder nicht, weil es ja ein Ausflug war, wenn auch ein kleiner. Tja.
Am Sonntag wollte die Kleine Frau wieder was unternehmen. Aber so große Ausflüge will sie nicht, weil es schade um das schöne Wetter ist, wenn man so lange im Auto sitzt. *Kopfkratz* Wie ist das mit Grimma? Grimma ist schön und ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Wir könnten mal zur Hängebrücke gehen.
In Grimma hat es noch nie eine Hängebrücke gegeben!
Ich bin inzwischen soweit, dass ich bei solchen kontroversen Behauptungen nichts mehr entgegen setze, sondern es ihr einfach beweise. Das hat Heiner früher schon so gemacht, so dass sich die beiden nie gestritten haben. Er hat einfach nicht gestritten.
Also fuhren wir nach "Grimma ohne Hängebrücke". Nach den ersten Metern fragte sie, wohin ich denn fahre. Zur Autobahn.
So geht das aber nicht. Wir müssen schon so fahren, wie sie früher immer gefahren sind, sonst finde ich den Markt in Grimma nie. Okay, und wie fahren wir nun? Mach einfach, was ich dir sage. Wir müssen zu B6.
Also fuhr ich zur B6 und da Richtung Osten. Inzwischen hatte ich die Vermutung, dass die Kleine Frau vielleicht Grimma mit Wurzen verwechselte. Sei’s drum. In Wurzen war ich auch schon lange nicht mehr und der Sohn hatte mir neulich erzählt, dass die Innenstadt von Wurzen inzwischen recht schön geworden ist. Leider kamen wir aber nicht bis Wurzen, sondern landeten in Machern. Und Machern ist für mich noch stärker als alles andere mit dem Notlösungs-Gefühl verbunden. *grrr* Immerhin war ihr die Verwechslung inzwischen klar. Allerdings erst, als wir ausstiegen und auch nur insofern wir eben nicht in Grimma waren. Deshalb schlug ich vor, da mal noch hin zu fahren. Im Navi gab ich als Ziel die Hängebrücke ein. Wir fanden hin. Wir fanden auch den Weg zur Hängebrücke, wozu wir ein Stück wieder aus der Stadt hinaus gemusst hätten. Da ging die Rechthaberei der keinen Frau wieder los. Du musst dich links halten. Wo willst denn du hin? Hier gehts den Berg hoch. Die Brücke ist UNTEN. Du musst hier links!!!
Ich fuhr links… und hatte prompt einen Polizeiwagen hinter mir, der mich zum Anhalten aufforderte.
Tja, ich hätte da, wo die Kleine Frau so vehement darauf bestanden hatte, eben nicht links abbiegen dürfen, aber wegen der Diskussion und weil Mutti mir dann schnell mal während der Fahrt mit den Händen vorm Gesicht herum fuchtelt, hatte ich den Zwingpfeil nach rechts glatt übersehen.
Die Polizistin war sehr verständnisvoll, zumal Mutti nun plötzlich nicht mehr zur Brücke, sondern zum Markt wollte. So kam ich mit einem blauen Auge und ohne Ordnungsgeld davon, aber für diesen Tag hatte es mir die Laune verhagelt.
Am Montag hatte der Sohn die XXX Idee, bei der Oma zu frühstücken und fragte, ob ich auch komme. Komm, gib dir nen Ruck, musst ja nicht ewig bleiben. Der Sohn ging dann nach dem Frühstück tatsächlich seiner Wege. Mich hielt die Kleine Frau mit allen möglichen Bewerbchen noch bis Mittag fest und wollte dann auch noch am Nachmittag in den Garten. Das lehnte ich ab.
Allerdings war es für einen richtigen Ausflug mittlerweile auch zu spät.
Fazit: Ich hatte das Gefühl, ich hätte mich das gesamte Pfingsten nur von der Kleinen Frau herumschubsen lassen und an keinem Tag etwas getan, was mir Freude gemacht hätte. Selbst Schuld. Ich hätte NEIN sagen sollen.

Im Laufe der Woche musste die Kleine Frau am Mittwoch zum Fäden ziehen und weil ihr Toaster kaputt gegangen war, fuhren wir noch herum, um einen neuen zu kaufen, bekamen aber keinen. Dafür brachte ich sie noch zum Fleischer und dann nach Hause. Dann war es auch schon wieder Nachmittag.
Am Donnerstag war einkaufen angesagt und zwischen N-Markt und Sohn abholen waren wir noch im Ich-bin-doch-nicht-blöd-Markt und kauften…keinen Toaster, sondern ein Miniöfchen. Da war die Kleine Frau dann glücklich, erst recht, als es der Sohn ihr gleich noch angeschlossen und dabei festgestellt hatte, dass das alte Öfchen noch tadellos funktionierte, vorausgesetzt, man steckte den Stecker richtig in die Dose.
Ich denke, ich werde ihr das alte Öfchen abschwatzen.
Dass die Kleine Frau an fünf von sieben Tagen meine gesamte Freizeit beansprucht, muss wieder anders werden. Das muss sie einfach einsehen, dass es so nicht geht, sonst habe ich ja gar kein eigenes Leben mehr.

Arbeitsalltag
Wir haben uns geeinigt, dass ich bis auf Weiteres dienstags nach Torgau fahre. Das passt den Kolleginnen dort recht gut und mir auch.
Einen Vertrag habe ich noch immer nicht, aber die YvLeh meinte zur neuen Chefin, das sei bei mir kein Problem, ich sei in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt und bisher sei noch immer alles klar gegangen. Najaaa. Auf die YvLeh kann ich mich verlassen, sie macht das schon. Da die neue Chefin gesagt hat, ich solle den gleichen Vertrag bekommen, wie meine Vorgängerin, kann es nun passieren, dass ich sogar zweimal die Woche in Torgau arbeiten kann. Das sehe ich dann nächste Woche, wenn der Vertrag vorliegt.
Mit dem Projekt kollidiert das vorläufig nicht, weil dieses immer noch nicht in Sack und Tüten ist, auch wenn wir gute, sehr gute Vorarbeit geleistet haben. Ich fürchte inzwischen, dass all unsere Vorarbeit vielleicht nichts nutzt, weil es einfach zu lange dauert, bis wir tatsächlich starten können und die aktuellen Entwicklungen hierzulande möglicherweise einige Aspekte des Projektes überflüssig machen. Es ist immer noch ein sehr gutes Projekt, aber an den phänomenalen Boom, den C. erwartet, glaube ich nicht mehr. Wir werden sehen.

Urlaub und Entspannung
Beides hatte ich am Freitag, und weil das der 5. war und es wieder einmal Zeit war für WmdedgT, habe ich hier ausführlich darüber geschrieben.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Samstagsplausch {30.05.2020}

Die Guten-Morgen-Sendung in unserem Regionalradio heißt André und die Morgenmädels. und wir haben hier Andrea und die Samstagsmädels. Ja, oder? Ich kann mich nicht erinnern, einen Mann in unserer Plauschrunde entdeckt zu haben. *kicher*

Wie war nun diese Woche?
…noch toller als die Letzte, wenn das geht.
Ich habe diesmal eine etwas andere Zusammenfassung, was daran liegt, dass ich jeden Tag einzeln verbloggt habe. Ihr wisst vielleicht, dass ich Frau Brüllen und ihr WmdedgT? sehr mag und mich immer wieder frage, warum ich nicht diese Art Aufzeichnungen führe, wenn es mir doch so gut gefällt. Klar, warum. Der Faktor Zeit!!! Diese Woche habe ich mir diese Zeit genommen.
Montag mit Montagsstarter
Dienstag mit Muttis Zahn-OP und einem frustrierenden Anruf
Mittwoch mit meinem ersten Arbeitstag nach 10 (!) Wochen
Donnerstag einfach so
Freitag mit Frühstück bei Tiffany Katl und Freitagsfüller

Mira und die Mode
Ganz vergessen hatte ich letzte Woche, euch von meinem Besuch bei Janine zu erzählen. Also, erwähnt hatte ich diesen schon, aber eben nicht so richtig gewürdigt. Da gab es nämlich…
Ach nee, ich sollte anders anfangen. Ich komm noch mal rein.
In den letzten Wochen habe ich immer öfter festgestellt, dass meine heiß geliebten und häufig getragenen Baumwollkeider langsam aber sicher verschleißen. Immer häufiger fand ich kleine Löchlein und musste die Kleidungsstücke für den Garten aussortieren. Logische Folge, neue Stücke müssen her. Nur, welche?
Ich überlegte, ob nicht auch gleich Zeit für eine Stilveränderung wäre, wusste aber nicht, in welche Richtung diese gehen könnte… und fragte genau die zwei Personen, die für eine diesbezügliche Beratung am ungeeignetsten sind. Die Mutti, die immerhin 28 Jahre älter ist als ich und naturgemäß einen ganz anderen Geschmack hat. Und Katl, die sich für Mode noch nie so wirklich interessiert hat. Erstaunlicherweise gaben mir beide die gleichen Tipps. *kopfkratz*
Dann traf ich mich mit Janine. Und sie ist nun die ideale Ansprechpartnerin zu diesem Thema. {Zu vielen anderen Themen auch, aber eben auch zu diesem.}
Ich fing an, ihr mein Problem darzulegen und hatte noch gar nicht ausgesprochen, als sie aufsprang: Komm mit ins Schlafzimmer, ich hab da was für dich. Und dann machten wir Modenschau, in deren Ergebnis ich mit einer riesigen Tasche voll toller Oberteile nach Hause ging, die Janine {weil sie so toll abgenommen hatte} nicht mehr passten. Ich hatte sämtliche Oberteile zu einem schmalen schwarzen Rock probiert. Einen solchen möchte ich nun nähen und gleich noch ein paar in anderen Farben. Da freut sich meine tolle Nähmaschine, mal was anderes unter die Nadel zu bekommen als Munasken.
Weitere Vorschläge sind sehr erwünscht, falls ihr Ideen habt.

Nun wünsche ich euch allen ein schönes Pfingstwochenende
Eure Mira

Samstagsplausch {23.05.2020}

Wie war die Woche?
…wunderbar!

Samstag, 16. Mai
Nicht mein Tag! Ich fühle eine Missstimmung heran rollen, der ich nichts entgegensetzen kann. PewiE hatte mir geschrieben, sie werde am nächsten Wochenende zu mir kommen, weil ich dringend aus meinem Trott heraus müsse, schließlich wisse sie genau, wohin das führen könne. Sie hat ja recht, aber nächstes Wochenende ist noch so weit weg.
Ich bin für den Dienstag Nachmittag mit Janine verabredet. Weil wir nicht wissen, welche Cafés überhaupt geöffnet haben und unter welchen Bedingungen, und weil ich mit meinem Geld ohnehin sehr, sehr haushalten muss, haben wir ausgemacht, dass ich zu ihr komme und die Zutaten für einen Schichtsalat mitbringe. Das wird bestimmt schön, aber Dienstag ist ja noch so weit weg. Am Montag Morgen will ich, gleich wenn ich den Sohn zur Arbeit gebracht habe, zu Katl gehen. Sie hat noch aus der Zeit, als es knapp war, eine Packung Toilettenpapier für mich, außerdem ein Päckchen mit Sockengarn. Ein bissel mulmig ist mir vor diesem Treffen, weil wir uns seit Ewigkeiten nicht gesehen haben und weil… tja, ich weiß nicht, ich manchmal das Gefühl habe, die Katl mag gar nichts mehr mit mir zu tun haben. Den Gedanken schiebe ich erst mal von mir weg. Wenn es sich komisch anfühlt, kann ich ja schnell wieder gehen, und außerdem ist es auch bis Montag noch lange hin.
Um mich irgendwie aus meinem Gedankenkarussell zu befreien, beschließe ich, den Samstag gemütlich daheim zu "verklumpern" und am Sonntag nach Delitzsch zur Gärtnerei Richter zu fahren, um Gurkenpflanzen zu holen.
Dann ruft Mutti an.
Sie will heute schon zur Gärtnerei. Sonntags haben die doch gar nicht offen! Na klar. Wenn sie das sagt, ist das auch so. *grrrr*
Ich raffe mich auf, hole die kleine Frau ab, fahre mit ihr nach Delitzsch. Am Eingang stehen die Öffnungszeiten, sonntags von 11 bis 16 Uhr. Ach? Seit Kindertagen liebe ich Gewächshäuser, seit Cinderella 80 würde ich gern in einem wohnen. 😉 An einem Tisch mit Gemüsepflanzen bleibe ich stehen, wähle einen Sechserpack Kohlrabipflänzchen. Als der im Einkaufswagen ist, flitzt die Mutti weiter. Das reicht doch! Außerdem wolltest du Tomatenpflanzen.
Gurken.
UND Tomaten!
Aha!
Dann habe ich 6 Tomatenpflänzchen und 4 Gurken, von denen sich eine später als Zucchini entpuppt.
Jetzt gehen wir aber endlich zu den Kassen!
Ich hätte gern noch ein wenig geschaut. Wozu? Du hast doch alles.
Apropos alles: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein, oder?
Auf dem Hinweg sind wir an einem Abzweig zum Schladitzer See vorbei gekommen. Alle reden immer davon, alle waren wohl auch schon dort. Nur ich nicht! So biege ich auf dem Rückweg dort ab.
Wie schön es dort ist. Ich würde gern zu dieser schönen Bucht hinunter steigen und am allerliebsten mit den Füßen ins Wasser. Darf ich aber nicht, weil der Abstieg für die kleine Frau zu steil ist. Was ich mitnehmen kann, ist dieses verpixelte Foto. Heranzoomen macht sich am Handy nicht so toll.Nacheinander schaffe ich 11 Fotos, alle vom selben Standort aus. Dann will die kleine Frau wieder heim. Nunja.

Sonntag, 17. Mai
Gar kein Tag! Die Missstimmung freut sich, dass sie sich bei mir breit machen kann. Bis Mittag geht das gut. Dann ruft Mutti an.
Ich dachte, wir pflanzen! Übersetzt heißt das: Hol mich ab, ich will in den Garten! Und nachdem ich angewiesen habe, welche Pflanzen du wohin zu setzen hast, bringst du mich wieder heim.
Zumindest empfinde ich das am Sonntag so. Ich halte dagegen, dass ich gar nichts will und vor allem, niemanden sehen und nicht reden.
Am Nachmittag fragt sie mich, ob ich endlich bessere Laune hätte. Hab ich nicht! Weil es nämlich nicht einfach eine Laune ist. Das zu erklären, verkneife ich mir. Sie würde es ohnehin nicht gelten lassen.

Montag, 18. Mai
Ein Wochenstart mit Sonne und blauem Himmel. Ich bringe den Sohn zur Arbeit und bin schon kurz nach sieben bei Katl. Das mulmige Gefühl ist schagartig vorbei. Wir hocken uns mit Tee ins Wohnzimmer und alles ist, wie es immer war. Nicht stören wollte sie, deshalb hat sie sich nicht gemeldet. Hach. Als ob sie mich gestört hätte!
Ach, und dann hatte sie sogar ein Brot für mich gebacken. Wie lieb. Und lecker! Wir kramen in Wolle und Resten und und und…
Es ist Mittag, als ich mich wieder auf den Weg mache.
Am Nachmittag hole ich die kleine Frau ab, die zur Gesichts-Chirurgie muss. Vorbesprechung einer Zahn-OP. Da es ihr danach gut geht, fahren wir noch einen Topf kaufen und tanken.
Durch den Vormittag bei Katl habe ich Schwung für die ganze Woche und lasse mich von nichts aus der guten Stimmung bringen.

Dienstag, 19. Mai
Nach der morgendlichen Tour nach B-dorf sammle ich im Lieblings-N-Markt die Zutaten für einen Schichtsalat ein.
Und dann…Trommelwirbel…kommt ein Anruf!
Ich habe einen Auftrag. Ab nächste Woche. Immer ein Tag pro Woche. Immerhin! Ich muss dazu nach Torgau. Dort habe ich schon immer gern gearbeitet. Ich freu mich so.
Am Nachmittag nehme ich meinen Einkauf mit zu Janine, die daraus diesen feinen Salat zaubert.
Das ist so viel geworden, dass ich noch einen Schwung mit nach Hause nehme und auch die Beiden noch genug für den nächsten Tag übrig haben.

Mittwoch, 20. Mai
LiLi hat mir ein Naturvideo mit verwunschenen Bäumen geschickt, Katl hat ein schönes Baumfoto für mich und schlägt vor, dass ich demnächst mit ihr zum Aussichtsturm gehe, weil es dort sicher auch schöne Motive zu fotografieren gibt.
Am Abend telefoniere ich fast bis Mitternacht mit PewiE. Schließlich müssen wir uns für den Samstag noch genau verabreden. Wie das bei uns immer ist, kommen wir vom Hundersten ins Tausendste.

Donnerstag, 21. Mai
Himmelfahrt, Männertag, Feiertag.
Der Sohn sagt: Geh raus, unternimm was. Irgendwas. Ruf die Oma an und nimm sie mit!
Das ist nun gerade nicht das, was ich wollte. Am Nachmittag rufe ich sie trotzdem an und erzähle ihr, dass ich gern Eisessen möchte. Sie kommt mit und ich mache einen minikleinen Ausflug draus.

Freitag, 22. Mai
Ich bin schon wieder halb fünf aufgestanden. Menno. Ich hätte doch ausschlafen können.
Auf der Suche nach einer tollen Strickjacke, die ich mal bei Ravelry gefunden hatte, durchstöbere ich zuerst Domics Blog. Ich habe nämlich die Anleitung gekauft und irgendwo abgespeichert. Aber wenn ich den Namen nicht mehr weiß, habe ich es schwer, sie wieder zu finden.
Dann hab ich sie doch gefunden. Hier. Und festgestellt, dass das bereit gelegte Garn dafür nicht so recht geeignet ist.
Uta sendet mir Vorschläge für Ausflugsziele für morgen.
Ich nehme mich zusammen und schreibe Evchen an. Ich habe schon so lange nichts von ihr gehört, dass ich Angst habe, schlechte Nachrichten zu hören, falls ich sie anrufe. Genauso schreibe ich ihr das auch. Sie antwortet postwendend, und ich bin riesig froh, weil es zum Glück keine schlimmen Nachrichten gibt. Ach, wie gut. Wir wollen morgen telefonieren. Das machen wir, wenn ich vom Ausflug mit PewiE zurück bin. Wahrscheinlich wird dieses Telefonat auch abendfüllend. Darauf freue ich mich.
Am Abend erreicht mich noch eine Nachricht von PewiE. Sie hatte nun auch eine hässliche Wetterprognose gesehen. Wir telefonieren bis kurz nach Mitternacht und vertagen den Ausflug auf später irgendwann.

Samstag, 23. Mai
Nach dem nächtlichen Telefonat habe ich noch gelesen, bis halb drei. Entsprechend schlief ich heute länger. Soll ja sowieso regnen. Als ich dann die Augen öffnete, schien die Sonne. Huch.
Nun werde ich den Tag für den Garten nutzen.

Vorher schaue ich noch bei Andreas Plauderrunde herein.
Ich freue mich auf euch.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {16.05.2020}

Woche 09 #zuhausebleiben

Samstag, 09. Mai
Die Vorhersage verspricht für heute noch mal schönes Wetter, bevor es dann am Sonntag gewittern und danach zu Mistwetter umschlagen soll. Deshalb schlage ich vor, das Muttertags-Kaffeetrinken um einen Tag vorzuverlegen.
Dabei fällt mir ein, das es im letzten Jahr schon genaso war. Da hatten die Wetterfrösche für den Samstag Sonne und für den Sonntag Schmuddelwetter prophezeit. Wir hatten ihnen geglaubt und unseren Ausflug auf Samstag gelegt, mit dem Ergebniss, dass wir ordentlich nass wurden, während am Sonntag die Sonne vom Frühlingshimmel strahlte.
In diesem Jahr nun passte die Vorhersage immerhin für den Samstag, und wir konnten einen schönen Gartentag genießen. Mittags gab es {wieder einmal} meinen "legendären" Kartoffelsalat. Für den Nachmittag hatte Mutti eine leckere Pfirsichtorte.

Sonntag, 10. Mai
An diesem Tag beschloss ich, so lange im Garten zu bleiben, wie das schöne Wetter noch anhielt. Als wir ankamen, fiel mir zum Gück noch ein, dass wir an diesem Wochenende mit der Großen Ordnung im Gartenverein dran waren. Das hieß Straße fegen, Unkraut auf dem Gehweg beseitigen. Draußen, wo das Vereinsgelände an den öffentlichen Gehweg grenzt. Das ist immer viel Arbeit, aber nutzt ja nix. Also parkte ich die kleine Frau im Garten, schnappte mir Gerätschaften und verfügte mich nach draußen. Ich hatte etwa ein Viertel geschafft, als unser Nachbar kam und meinte, ich solle warten, er hätte ein besseres Gartengerät. Kurz drauf gesellte er sich zu mir, ausgestattet mit einer Art Hacke, die ich gar nicht recht beschreiben kann. Damit hatte er ruckzuck das Unkraut weggehackt, ich musste es nur noch zusammenharken. Während wir da am Tun waren, kamen diverse Gartenfreunde vorbei, die alle unabhängig voneinander meinten, wir würden uns viel zu viel Arbeit machen, und sie täten sich das nicht mehr an. Drüber harken und gut. Mehr Mühe mache sich keiner.
Das sah man!
Uns war das aber egal. Wenn wir das machen, sieht es hinterher ordentlich aus! So!
Der angekündigte Regen kam erst am Abend, als ich die kleine Frau längst wieder heim gebracht hatte.
Ach so, ja, über ihren neuen Kurzzeitwecker und die Socken, die ich ihr für Muttertag gestrickt hatte, hat sie sich sehr gefreut.

Montag, 11. Mai
Nicht mein Tag. Schon in der Nacht war ich dauernd draußen, weil mein Bauch böse grummelte. Das setzte sich den ganzen Tag lang fort. Manchmal ist es doch gut, wenn man nicht zur Arbeit muss.

Dienstag, 12. Mai
Den 12. Mai habe ich hier in Bildern festgehalten.

Mittwoch, 13. Mai
Heute wollte der Sohn schon gegen Mittag wieder abgeholt werden. Allerdings mussten wir noch zu einer anderen Zweigstelle seiner Firma, wo er noch etwas abholen musste. Unterwegs entdeckte ich einen Abzweig zu einer schönen Wehrkirche. Diese ist hier in der Gegend ein beliebtes Fotomotiv, und ich wollte da schon seit Ewigkeiten mal hin, wusste aber nie, wo sie sich genau befindet. Der Sohn meinte: Wenn du mich hier schon immer durch die Gegend kutschierst, sollst du auch mal was Schönes haben. Da fahren wir auf dem Rückweg dort mal ran.
Ich habe mich so gefreut und eine Reihe von Fotos gemacht, auch wenn die Lichtverhältnisse an diesem leicht verhangenen Tag nicht gerade spektakulär waren.

Donnerstag, 14. Mai
Eine Stunde früher als vereinbart, hatte ich mich aus Versehen in den virtuellen Klassenraum eingeklinkt. So kam ich zu einer interessanten Unterhaltung über Sinn und Unsinn der Lockerungen der Corona-Beschränkungen.
Achtung, wer das Thema nicht mehr hören/lesen/ertragen kann, bitte den grünen Abschnitt überspringen.
Ich mache mir da so meine Gedanken:
Ist es angesichts wieder ansteigender Infektionszahlen wirklich sinnvoll, kommende Woche die Schulen und Kindergärten wieder vollständig zu öffnen? Und was taugen die Hygienekonzepte? Wie sollen es beispielsweise Kindergärtnerinnen hinbekommen, die 2- bis 6-jährigen Kleinen auf 1,50 Abstand zueinander zu halten. Oder Eltern auf öffentlichen Spielplätzen? Welchen Sinn ergibt das, die Spielplätze zu öffnen, wenn die Kinder nicht miteinander spielen dürfen? Und wenn sie es jetzt doch dürfen und dies kein Infektionsrisiko birgt, warum hat man dann die Spielplätze überhaupt gesperrt? Was ist jetzt anders als im März? Ist das Virus plötzlich nicht mehr so gefährlich wie vor 8 Wochen?
Anderer Schauplatz: Gastronomie. Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die sich nicht mehr rechnen, wenn die Anzahl der Gäste durch Abstandsregelungen und Kontaktverbote reglementiert wird. Ganz abgesehen davon, dass man von einem angenehmen Restaurantbesuch weit entfernt ist, wenn nur Personen aus maximal zwei Haushalten zusammen an einem Tisch sitzen dürfen. Oder wenn man im Biergarten anrufen muss, ob denn eine Bank frei ist oder die wenigen Plätze, die genutzt werden dürfen, vielleicht schon belegt sind. Glauben die für die Lockerung Verantwortlichen wirklich, dass die Menschen, die wegen Kurzarbeit und ähnlichem kaum noch ihre Mieten bezahlen können {rund ein Viertel der Bevölkerung kann das schon nicht mehr}, unter solchen Bedingungen Geld im Restaurant ausgeben?
Neiiin, das glauben die nicht. Im Gegenteil, sie wissen, dass sich das Leben und die Wirtschaft nach diesen sogenannten Lockerungen noch nicht normalsieren werden. ABER, wenn der Gastwirt jetzt nicht öffnet, weil die Kosten zu hoch sind oder er die Hygienevorschriften nicht einhalten kann {ich denke nur mal an all diese All-you-can-eat-Läden}, dann können diese Verantwortlichen sich hinstellen und sagen: Wir haben dir nicht verboten, dein Geschäft wieder zu öffnen. Das hast du selbst entschieden. Nun sieh zu, wo du bleibst.
Und da, meine Lieben, frage ich mich nun, ob denn dieses ganze Lockerungsgerede nicht vielleicht nur dazu dient, die finanzielle Last der gestörten Wirtschaft von der Legislative auf die Unternehmer abzuwälzen, die am Niedergang ihrer Firmen überhaupt keine Schuld trifft.
Hat man vielleicht inzwischen erkannt, dass diese drastischen Verbote allen öffentlichen Lebens völlig überzogen waren? Dass es mit Besonnenheit und vielleicht mit Abstandsregeln und eventuell Maskenpflicht auch gegangen wäre, ohne die ganze Wirtschaft zu zertrümmern? Und will man jetzt mit diesen Lockerungen, die nicht wirklich welche sind und den teilweise hirnrissigen Hygienevorschriften versuchen, irgendein Gesicht zu wahren? Da war die Bundesregierung ganz schnell dabei, den Shut-Down zu beschließen. Und jetzt, da es um Lockerungen geht, wälzt man die Verantwortung auf die Länder ab. Tolle Show. Lockern die Länder nicht oder wenig, und es kommt daraufhin zu Ausschreitungen {Demos haben wir ja schon, die können auch ausufern}, dann ist die Regierung fein raus, denn Schuld sind die Länder. Lockern sie zu stark und die Infektionszahlen steigen wieder, sind aber auch die Länder schuld. Diese können beschließen, was sie wollen, es kann immer falsch sein. Dieser Verantwortung stellt sich aber die Dame Merkel mit ihrem Stab nicht mehr. Diese Verantwortung hat sie abgegeben. Tssss.

So, und jetzt schalten wir diesen revoluzzerischen Teil des Gehirns wieder ab und wenden uns angenehmeren Dingen oder zumindest dem Alltag zu.
Auf dem Parkplatz auf einem Bordstein saß diese kleine Fee. Ich vermute, dass sie Lynn gehört und diese sie wiederfand, als sie mit ihrer Mutti heim kam. Ich hoffe das zumindest, denn am Freitag Morgen war sie nicht mehr da.

Freitag, 15. Mai
Ich erwachte mit Kopfschmerzen. Die Tablette zeigte nur mäßige Wirkung, so dass ich wenigstens den Sohn bringen konnte. Danach kochte ich Tee, mümmelte eine trockene Toastschnitte und legte mich auf die Couch, wo ich doch tatsächlich bis Mittag schlief. Was ist denn bloß los mit mir? Ich glaube, ich bin schon zu lange daheim. Ein paar Wochen ist das ja ganz nett, aber sooo lange?
Der Sohn will in den Garten,. von dort aus dann weiter. Das macht er aber mit dem Rad, da muss ich nicht ran. Ich beschließe, den Nachmittag noch zum Ruhen zu nutzen und telefonieren nur kurz mit C.
Ganz besonders gefreut habe ich mich, dass sich Katl gemeldet hat. Wir telefonierten auch. Das war schön.
Später legte ich Hühnerbrust in meiner Spezialsoße ein. Noch später garte ich sie in der Backröhre. Gegessen habe ich dann aber doch lieber trockenen Toast und dazu Tee.

Samstag, 16. Mai
Als der Sohn in der Nacht heim kam, hatte er Sorge, ich könnte mal wieder nicht schlafen. Diesmal war es anders. ich wollte, weil ich gerade ein neues Buch von Elke Bergsma angefangen und mich festgelesen hatte.
Weil der Sohn natürlich die Hühnchenbrüste kosten musste und wir darüber ins Schwatzen kamen, legte ich das Buch beiseite. Und als er dann zu Bett ging, ging ich auch.
Nun habe ich ausgeschlafen, kunterbunt geträumt, mir meinen ersten Earl Greyaufgegossen.
Jetzt schaue ich mal, ob die Plauderrunde bei Andrea schon eröffnet wurde.
Ich freue mich auf euch.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {09.05.2020}

Woche 08 #zuhausebleiben

Samstag, 02. Mai
Gleich früh am Morgen wollte der Sohn nach P., um einen kleinen Auftrag abzuarbeiten. Das passte mir gut. Ich dachte, auf dem Rückweg im N-Markt noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Also stand ich gegen 7.00 Uhr auf, weckte eine halbe Stunde später den Sohn. Oooch nööö, ne Stunde noch!
9.00 Uhr hatte ich die Warterei satt und machte mich allein auf den Weg zum N-Markt. Wieder daheim kümmerte ich mich um die Wäsche und um das Essen.
Am Nachmittag entschloss sich der Sohn, doch noch nach P. zu wollen. Also brachte ich ihn hin, samt unzähligen Gartengeräten. Zwei Stunden später holte ich ihn wieder ab, samt zwei riesigen Säcken voll Grünschnitt und natürlich den Gartengeräten. Er schlug vor, auf dem Rückweg beim Dönermann zu halten und ein großes leckeres Abendessen zu beschaffen. Ich schlug vor, im Garten zu essen. Ich musste einfach noch ein wenig draußen sein.
Wir hatten gerade aufgetafelt, als es zum soundsovielten Mal an diesem Tag zu regnen begann. Mir war das egal. Ich war draußen, es ging mir gut.

Sonntag, 03. Mai
Ich habe diesen Tag aus dem Gedächtnis verloren. Wahrscheinlich habe ich ihn überwiegend lesend zugebracht. Nein, Unsinn, ich habe mich mit der Nähmaschine beschäftigt und für die Mutti und später noch für den Sohn Mund-Nasen-Abdeckungen {Was für eine bescheurte Wortschöpfung} genäht. Ja, genau. So war das. Am frühen Abend fuhr ich zur Mutti, um ihr ihr Teil zu bringen. Es war etwas groß geraten. Also, eigentlich nicht, aber die kleine Frau hat so ein kleines Gesichtchen. Sie verschwindet fast in der Maske. Bei der nächsten lasse ich die Nahtzugabe weg.

Montag, 04. Mai
6.15 Uhr
Ich schrecke aus dem Schlaf, als der Sohn draußen herum kruschtelt. Weil er angesagt hatte, 6.30 Uhr aufstehen zu wollen, denke ich, ich hätte verschlafen, bis er mich beruhigt: Du hast noch Zeit, Mutsch. Eine Stunde, bis die Waschmaschine fertig ist und dann noch eine, bis die Wäsche trocken ist.
Schön wär’s. Als die Waschmaschine fertig ist, schlummert der Sohn süß und seelig. Also hänge ich die Wäsche auf und sorge dafür, dass ein paar Teile besonders schnell trocknen.
9.00 Uhr
Ich betätige mich als Weckdienst und handle mir Knurren und Murren und Anschreien ein. Nutzt aber nichts, er will zum Kollegen gebracht werden und ich muss 10 Uhr zurück sein, weil 10.15 Uhr mein Webinar beginnt. Da ich nicht nur teilnehme, sondern es selbst halte, muss ich auch pünktlich sein.
Vorher kutschen wir noch zum Wertstoffhof, weil ich den Grünschnitt endlich aus dem Auto haben will. Zu dumm, dass man dort erst 10 Uhr öffnet. So fahren wir unverrichteter Dinge weiter.
Ich gerate sehr unter Zeitdruck, schaffe es aber trotzdem, mich drei Minuten nach 10 ins Webinar einzuklinken. Der Kollege hat es schon eröffnet, meinte aber, die Teilnehmerin käme tatsächlich erst Viertel. Tat sie auch und stellte uns eine sehr schöne Präsention vor. Wir hatten nur ein paar kleine Anmerkungen, ansonsten war es eine sehr gute Arbeit.
Da wir ein gutes Stück überzogen hatten, blieben mir ganze 8 Minuten bis zum nächsten Meeting. Gerade genug für den Gang zur Toilette und um einen Kaffee zu holen. Diesmal überzogen wir fast eine halbe Stunde, so dass sich die knappe Pausengestaltung vor dem nächsten Meeting wiederholte. Diemal konnten wir nicht überziehen, weil der Kollege gleich im Anschluss noch ein weiteres Meeting hatte. Im Gegensatz zu mir bekommt er seine Arbeit bezahlt.
Ich klinkte mich aus und widmete mich dem Flyer für unser neues Projekt, das mir hoffentlich bald wieder ein ordentliches Einkommen verschafft.
Plötzlich stand der Sohn an der Zimmertür. Es war schon 16.00 Uhr
Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken fuhr ich zur kleinen Frau, um ihr eine kleinere Mund-Nase-Abdeckung zu bringen. Danach zog ich mich lesenderweise auf die Couch zurück. Der Tag war voll genug.

Dienstag, 05. Mai
Was ich an diesem Tag gemacht habe, steht alles hier.

Mittwoch, 06. Mai
5.25 Uhr
Diesmal habe ich mir den Wecker gestellt, bin aber eine reichliche halbe Stunde vorher wach. Auch gut. Der Sohn taucht pünktlich auf. Wir wollen heute früher los, als am Tag zuvor, weil für viele Kinder die Schule wieder beginnt und ich mit deutlich mehr Verkehr rechne. Nee, die Kinder fahren nicht mit dem Auto, aber die meisten werden gebracht. Ich empfinde das als Unsitte, andererseits bringe ich den Sohn ja auch zur Arbeit. *kopfkratz*
7.20 Uhr
Frühstück daheim. Nur was kleines. Dann ein wenig Herumgemuddel im Haushalt und dann ein Telefonat mit Mutti.
Am vergangenen Wochenende versprach die Wettervorhersage für Mittwoch einen Tag voller Sonne bei 20°C und ich hatte dummerweise der Mutti einen Gartentag in Aussicht gestellt. Nun herrschten am Morgen aber nur 6°C und die Vorhersage legte sich auf 13 °C Höchsttemperatur fest. Als ich ihr sagte, dass es mit dem Garten wohl nichts wird, erntete ich wieder einmal Unmut und Belehrungen und, ach, was weiß ich. Irgendwie kann ich derzeit sagen und machen, was ich will, ihr passt es nie selten. Immerhin schlug ich ihr vor, sie mit auf den Wochenmarkt zu nehmen, der am Morgen aufgebaut wurde.
11.30 Uhr
Auf zu Mutti und mit ihr zum Wochenmarkt und zur Drogerie. Es war anstrengend für mich, weil die kleine Frau so langsam läuft. Wenn ich mich über längere Zeit ihrem Tempo anpassen muss, bekomme ich Rückenschmerzen. Nutz ja aber nix. Sie kann sich meinem Tempo erst recht nicht anpassen, also funktioniert es nur so herum.
13.20 Uhr
Ich liefere die Mutti daheim ab, und sie fordert, mitgenommen zu werden, wenn ich den Sohn abhole. Hach.
14.30 Uhr
Ich starte zur Mutti, dann weiter zum Sohn. Nun hat sie wenigstens mal gesehen, wo er arbeitet und kann sich ein Bild machen. Wie nahe das Bild an der Realität liegt, steht nicht zur Diskussion, denn wenn Mutti sich etwas zurecht legt, dann IST DAS SO. *kicher*
16.30 Uhr
Alle sind wieder daheim. Ich verziehe mich auf die Couch. Mir reicht es erst mal. Ich brauche jetzt einen schönen Tee und ein Buch. Dann ist alles fein… bis auf, dass ich beim lesen einnicke.
20.30 Uhr
P. ruft an. Das freut mich sehr. Wir telefonieren geschlagene zwei Stunden und haben noch immer nicht genug. Allerdings ist dann ihr Akku leer. Nunja.

Donnerstag, 07. Mai
Am Morgen…
…wie immer, Sohn zur Arbeit.
Tagsüber…
…ein paar Mails mit den Ex-Kollegen. Inzwischen ist wohl jedem klar, dass ich diejenige bin, die der Chef nicht zurück holen wird, wenn die Bildungsträger wieder Teilnehmer empfangen dürfen. Weil er momentan viel zu wenige Teilnehmer hat. Die paar Hanseln müssen von den festangestellten Kollegen mitbetreut werden. Dass darunter die Qualität der Weiterbildung massiv leidet, ist dem Chef erst mal egal. Hauptsache, er kann sparen.
Am Nachmittag…
…hole ich den Sohn ab, der noch ein paar Wege abzufahren hat. Inzwischen hat sich die Sonne doch wieder durchgesetzt, so dass es mir ganz angenehm ist, mit ihm herum zu fahren.
Am Ende…
…meint er: Lass uns Kaffee trinken gehen. Ich steuere den Garten an. Kaum dass der Kaffee auf dem Tisch steht, taucht Chrissi mit Radler auf.
Wir sitzen {mit gebührendem Abstand} im Freien, quatschen, trinken später noch ein zweites Radler.
Noch später zaubert der Sohn aus Resten ein Abendessen. Ach wie schön. Ich liebe es, im Freien zu essen.
Das hatte ich schon gesagt, stimmt’s?

Freitag, 08. Mai
Die Eckpunkte sind auch an diesem Tag das Bringen und Holen des Sohnes zur und von der Arbeit. Und zu einem Termin, der so kurz ist, dass es sich nicht lohnt, wegzufahren. In der Zwischenzeit führe ich eine kleine telefonische Anleitung zum Thema Steuererklärung selbst erstellen durch.
Am frühen Abend schlafe ich mal wieder auf der Couch ein. Menno!!! Aber ich habe himmlisch geträumt. Hach ja.
Es ist noch hell, als ich wieder aufwache. Und der Abend kann beginnen. Ich telefoniere mit C. Es geht mal wieder um unser Projekt. Also, von mir aus dürfte es langsam losgehen. C. rechnet damit, dass wir im Juli mit der Umsetzung beginnen können. August würde mir auch noch reichen. Bis dahin halte ich mich über Wasser, aber länger sollte es möglichst nicht dauern.

Und sonst so?
Ihr seht, ich habe voll zu tun und die großen Dinge, die ich mir für die zu-Hause-Zeit vorgenomen hatte {Aufräumen, Strickprojekt, Nähprojekt} bleiben liegen, weil meine Tageszeit zerhackt wird in viele kleine Stücken. Mal da ne Stunde, mal dort anderthalb. Aber nie 5 Stunden am Stück, in denen man mal was schaffen könnte. Ich muss mal schauen, ob ich mir das in der kommenden Woche besser organisieren kann.
Positive Nebenwirkung: Ich schaffe locker meine 10.000 Schritte einfach so im Alltag. Das ist ja auch was.

Heute ist Gartentag angesagt. Natürlich mit Mutti und dem damit verbundenen Hin-und-her-Gefahre. Vermutlich komme ich erst am Abend dazu, mich bei Andrea in der Plauderecke umzusehen. Ich freue mich auf euch.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {02.05.2020}

Woche 07 #zuhausebleiben
So langsam wird es langweilig. Und da dachte ich noch bis vor kurzem, das Wort Langeweile gäbe es in meinem Wortschatz gar nicht. Nunja, es ist auch nicht so, dass ich mich langweile. Zu tun ist genug. Nur fehlt zum Einen die Motivation, etwas gleich zu tun, schließlich ist ja auch noch morgen Zeit und übermorgen und nächste Woche…
Zum anderen sind die Dinge, die man tun kann, doch immer gleich und nicht so sehr berichtenswert.So könnte es sein, dass ich euch langweile. Na, hoffentlich nicht!
Samstag, 25. April
Ein Grauer und vor allem kalter, windiger Tag. Perfekt, um zu Hause zu bleiben. Das tat ich dann auch, wobei ich im Nachhinein weiß, es wäre deutlich besser gewesen, wenigstens ein paar Schritte ums Haus oder bis in den Garten zu gehen. Der Draußenmensch in mir verkümmert sonst. Naja, wie gesagt, morgen ist auch noch Zeit…
Sonntag, 26. April
Das Wetter war auch an diesem Sonntag nicht dazu angetan, mich vor die Tür zu locken. Im soundsovielten Telefonat mit Lili verkündete ich jedoch, dass ich mich am montag gleich in der Frühe auf dem Weg zum Kaufmannsladen machen wollte. Frau muss schließlich unbedingt nach draußen, und außerdem kann ich nicht einkaufen, wenn ich die Mutti dabei habe. Da habe ich die ganze Zeit damit zu tun, ihre Einkäufe heran zu holen und aufzupassen, dass sie mir im Supermarkt nicht verloren geht. 😉
Am Sonntag Abend gönnte ich mir ein tolles Erlebnis. Bodo Wartke gab bei TV Noir ein Wohnzimmerkonzert. Klasse.

Montag, 27. April
Der dritte Tag als Couchpotatoe? Es fühlte sich schrecklich an. Dabei wollte ich doch ganz früh die Wohnung verlassen. Doch genau dazu konnte ich mich nicht aufraffen, weil ich die Nacht zuvor wieder nur in zwei kurzen Etappen geschlafen hatte. 21.51 Uhr bis 23.45 Uhr und 6.13 Uhr bis 7.48 Uhr {sagt das Fitness-Armband}. Somit fühlte ich mich recht zerschlagen.
Dann rief am Nachmittag die Mutti an und jammerte ein bisschen. Sie hätte jetzt den Glasmüll weggebracht, aber das sei schrecklich gewesen, weil das den ganzen Weg lang so geklappert hätte. *Ich musste lachen* Ja, und nun sei ihr schon wieder langweilig, dabei sei so schönes Wetter. Blablabla. Da hatte ich plötzlich den Gedanken, dass sie ja mitkommen könnte zum Gemüsemann und dass ich, wenn ich mich mit ihr verabrede, keine Möglichkeit mehr hätte zu kneifen. Bevor ich zu Ende gedacht hatte, hatte ich sie schon gefragt und sie stimmte natürlich begeistert zu, hatte sie mich doch soweit, dass ich sie wieder mal mitschleppte. Das ist ja, was sie immer will {und ich ncht so gern, jedenfalls nicht zum Einkaufen}.
Nach dem Gemüsekauf gingen wir natürlich nicht gleich wieder heim, sondern in den Garten. Es war wirklich schön da. Leider hielt sie es wieder nicht lange aus. 18 Uhr musste ich sie heim bringen. Immerhin war ich draußen gewesen und das war sehr wichtig, weil es das zu-Haus-Herumhängen unterbrochen und mir neuen Schwung gegeben hatte.

Dienstag, 28. April
Ein produktiver Tag war das. Ich hatte den Werbeflyer für das neue Projekt zu gestalten. Dieser kam auch sehr gut an bei meinen Mitstreiterinnen. Na fein. Nun muss das nur noch akzeptiert werden, von amtlicher Stelle. Wäre doof, wenn nicht, weil es wirklich ein super Projekt ist und in diesen Zeiten wirklich gebraucht wird.
Ich drücke uns mal selbst die Daumen und ihr dürft bitte alle mitdrücken.

Mittwoch, 29. April
Die Junghexe hatte angefragt, ob ich noch mal Zeit hätte, mit ihr Mathe zu lernen. Da sie sich neulich gewünscht hatte, mal wieder diesen Pudding mit Kirschen, den du früher immer gekocht hast, Oma zu essen, stand dieser auf dem Speiseplan, zusammen mit Hefeklößen. Hmmm. Leider bekommt man von den selbstgemachten Hefeklößen maximal einen hinter. Naja, er Sohn schaffte zwei. Der ist ja auch groß. 😉
Danach hatte ich das Gefühl, mich überfressen zu haben. Da muss aber noch was anderes gewesen sein, denn das anfängliche Völlegefühl löste sich im Laufe des Nachmittags nicht einfach auf, sondern verwandelte sich in eine immer heftiger werdende Übelkeit. So war ich ganz froh, als die Junghexe nach einer Weile verkündete, sie schaffe ihre Aufgaben heute sowieso nicht alle, sie käme gern morgen wieder. Also schnappte ich mir Kind und Hund und auch noch das erwachsene Kind, weil das noch unterwegs etwas zu erledigen hatte, und verteilte meine Lieblingsmenschen, den Sohn zu seinem Termin, dann die Hex’ nach Hause. Auf dem Rückweg sammelte ich den Sohn wieder ein. Doch dann ging nichts mehr. Mir war inzwischen so übel, dass ich es nicht mehr bis nach Hause schaffte, sondern in der Aue ranfahren und mich übereben musste. Zum Glück hatte ich es gerade noch so aus dem Dorf heraus geschafft. Der Sohn betüddelte mich gleich ganz rührend. Wasser hatten wir zum Glück dabei, Tücher auch. Das Auto ist überhaupt recht gut ausgestattet für alle Eventualitäten.
Daheim packte ich mich mit einer Decke auf die Couch und schlief, bis Mutti anrief. Was sie eigentlich wollte, erfuhr ich nicht, weil ich sie gleich voljammerte, wie schlecht es mir ging. Das durfte auch mal sein. Da sie mich oft wie ein Kind behandelt {was ich im Grunde ja auch immer bleibe, ihr Kind}, darf ich mich dann auch bei meiner Mama ausjammern, stimmts?
Danach schlief ich weiter und bekam nicht einmal mit, dass der Sohn später noch mal kam, um nach mir zu sehen.

Donnerstag, 30. April
Am Morgen ging es mir deutlich besser, aber obwohl ich die Nacht über gut und viel geschafen hatte, fühlte ich mich noch schlapp. Deshalb rief ich ie Hexe an, verschob das die Matheaufgaben auf den Feiertag und kroch wieder ins Bett.
Zwischendurch hatte ich er Mutti versprochen, dass wir am Abend mal einkaufen fahren. Das erledigten wir dann am Nachmittag, weil sie ungeduldig war und schon wieder anrief. Na gut, dann eben so. Anschließend schleppte ich die keine Frau noch in meine Wildnis. Direkt hinter dem Parkplatz erstreckt sich ein unbebautes Grundstück, das mit allerlei Bäumen und Gesträuch bewachsen ist, von Trampelpfaden durchzogen. Hundebesitzer kommen da zuweilen lang und ich wollte da schon längst mal hin. An diesem Nachmittag verwirklichte ich das. Und bekam gleich noch eine kleine Geschichtslektion, denn Mutti erzählte, dass der Hügel, auf den wir geklettert waren, kein natürlicher Hügel ist, sondern dass wir auf dem Dach eines Bunkers standen. Früher gab es dort eine Sandgrube, in der Ausländer und andere Gefangene arbeiten mussten. Für diese hatte man eine Art Luftschutzraum errichtet, von dem man sich damals erzählte, er wäre ganz aus leergeschossenen FLAK-Hülsen gebaut worden. Mutti wusste das auch nur vom Hörensagen {also das mit den Hülsen}. Für mich war das trotzdem interessant.

Der Eingang zur Wildnis.

Freitag, 01. Mai

Ole findet Mathe laaaangweilig.

Die Junghexe hingegen war andiesem Tag sehr fleißig und erledigte alle Aufgaben zügig und ordentlich. Dennoch dauerte es den ganzen langen Nachmittag. Das war aber auch viel, was sie aufbekommen hatten.Nachdem ich sie heimgebracht hatte und zwischen den Dörfern ein Naturschauspiel zu sehen bekam, fuhr ich noch zum Garten, zum Pizzaessen. Ein richtig schöner Tagesabschluss.

*** Heute ist es draußen grau und kalt. Trotzdem werde ich jetzt den Sohn erst einmal wieder zu einem Termin bringen und auf dem Rückweg noch mal zum Gemüsemann fahren.
Vorher bringe ich noch fix diesen Eintrag zu Andrea in die Plauderecke. Später werde ich euch dann allle besuchen und mal schauen, wie es euch so ergangen ist in der letzten Woche.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

Samstagsplausch {25.04.2020}

Selbstfürsorge
Was für ein schönes Wort, das Regula da geprägt hat. Es hat mich die ganze zurückliegende Woche begleitet. Ja, ich habe mir Mühe gegeben, mehr für mich zu tun, oder einfach mal weniger zu tun und die Vowürfe, die ich dafür erhielt, einfach zu ignorieren. Dabei half mir auch die Lili aus Erfurt, die mich fast jeden Tag anruft und mich unter anderem darin bestärkte, die Nähmaschine, mit der ich mich noch nicht angefreundet habe, stehen zu lassen und keinesfalls unter Druck zu versuchen, irgendwelche Masken zu produzieren.
Apropos "Masken": Darf man das denn überhaupt noch sagen? Oder verletzt man bereits durch den Gebrauch ganz normaler und gebräuchlicher Wörter die angemaßten Rechte irgendwelcher geldgieriger Säcke, die aus dem Bedarf der Menschen Profite schlagen wollen, ohne dafür auch nur einen Finger zu rühren?

Ach, die Mutti wieder…
Wisst ihr, wenn ich hier über meine kleine alte Frau schreibe, dann will ich keinesfalls jammern oder euer Mitleid erregen oder so etwas. Es ist nur so, dass ich hier über mein Leben berichten will, schon allein, um nichts zu vergessen und auch nächstes Jahr oder in fünf Jahren nachlesen zu können, was sich im Frühjahr 2020 so zugetragen hat. Tja, und zu diesem meinem Leben gehört die keine alte Frau nun mal dazu. Sie hat sich ihren Platz in meinem Alltag … ja, wie soll ich sagen… ertrotzt? Ja, so könnte man das sagen. Normalerweise lassen Eltern ihre erwachsenen Kinder gehen und mischen sich nicht in deren Leben ein, bleiben jedoch immer in Bereitschaft, ihren Kindern zu helfen, wenn dies gebraucht und gewünscht wird. Das sieht die kleine Frau anderes. Sie ist der felsenfesten Meinung, dass sie zu bestimmen hat, wie ein erwachsenes Kind zu leben und sich zu verhalten hat. Ähm, zumindest bei mir meint sie, dieses Recht zu haben. Und das versucht sie dann mit allen Mitteln durchzusetzen. {Manipulieren/ schlechtes Gewissen erzeugen/ ningeln, wie allein sie ist/ sich tüddelig stellen, obwohl sie’s gar nicht ist/ unwahre Behauptungen aufstellen/ bis hin zu der Aussage "Na, da kann ich mich ja auch gleich auf den Friedhof legen" [wenn du nicht machst, was ich will] Letzteres spricht sie dann nicht aus, das hört man aber am Tonfall.}
Nun kenne ich aber fast alle Register, die sie üblicherweise zieht. Und ich kenne sie lange genug, um mich nicht mehr davon beeinflussen zu lassen. Früher, vor ein paar Jahren, begehrte ich dagegegen auf. Inzwischen sage ich mir, ach, lass sie doch.
Dennoch gehört sie nun mal zu meinem Leben und, weil meine Schwester weit weg ist, ich aber greifbar bin, auch zu meinem Alltag. Und deshalb erwähne ich sie hier auch immer wieder.
Eben schrieb ich, ich kenne fast alle ihrer Tricks. Tja, da hat sie sich doch tatsächlich seit etwa zwei Wochen was Neues einfallen lassen. Da ich momentan mehr Zeit habe, widme ich ihr auch mehr davon. Dabei fiel mir auf, dass sie andauernd kleine Sticheleien anbringt und dafür auch gern mal die Unwahrheit sagt. Früher machte sie das auch schon, aber nur, wenn meine Schwester oder meine Nichte da waren. Also, wenn sie Menschen in der Nähe hatte, die ihr wohlgesonnen sind und sich um sie kümmerten, so dass sie mich gerade nicht brauchte. Und sie machte das nicht wirklich böse oder hinter meinem Rücken, nein, das nicht. Im Gegenteil, wenn ich dabei war, ließ sie so kleine Boshaftigkeiten los. Sagte eben beispielsweise zu meiner Nichte. Schön, dass du mit mir einkaufen gegangen bist. Die da macht das ja nicht. Wenn ich dann intervenierte, dass wir doch jeden Donnerstag gemeinsam einkaufen, meinte sie: Naja, einmal die Woche, das ist doch nix. Und lachte dabei. Das sollte dann also ein Scherz sein. Nur dass diese Scherze immer auf meine Kosten gingen.
Und genau das macht sie jetzt andauernd. Immer so kleine Sticheleien. Ich habe schon mal gesagt, sie soll nicht immer so frech zu mir sein. Da lacht sie und sagt: Wer kleine alte Frau zu mir sagt, muss das aushalten.
Ich hielt dann auch mit einem Lachen dagegen: Gut, wenn dir das nicht gefällt, sage ich eben nur noch kleine Alte!
Ja, ihr Lieben, das ist alles Alltag. Trotzdem tut es mir manchmal weh. Wahrscheinlich, weil wohl jeder von uns in dieser Gesamtsituation etwas dünnhäutiger wird. Auch ich.
Der Sohn übrigens lacht darüber und sagt: Mutsch, lass sie doch. Solange sie sich diese kleinen Spitzfindigkeiten ausdenkt, bleibt ihr Geist rege. Da freu dich drüber, dass sie das noch kann.
Da hat er ja nun auch wieder recht.

Und sonst so?
Ich habe diese Woche keine Stichworte notiert, so dass ich nicht mehr alle Einzelheiten weiß.

Wochenende, 18. und 19. April
Das Wochenende verbrachte ich im Garten und holte natürlich die Mutti dazu. Sie hält es bekanntich abends nicht so lange aus. Klar, da kommen ja dann auch ihre Serien im Fernsehen und was sonst noch. So gegen 18 Uhr möchte sie heim. Und ich? Stelle, wenn ich von ihr zurück komme, das Auto auf den Parkplatz und laufe noch mal rüber in den Garten. Dort zieht dann so eine feine abendliche Ruhe ein. Dämmerung senkt sich, der Abendstern geht auf. Menschen verschwinden in ihre Wohnungen. Amseln hüpfen über die Wiese zu meinen Füßen. Der Sohn stellt mir ein dunkles Bier hin. Ich genieße das sehr, merke aber rasch die Wirkung, weil es seit Weihnachten in Tschechien mein erstes Bier war. *lach*

Montag, 20. April
Ich arbeite an unserem neuen Projekt. C. hat mir das überarbeitete Konzept zukommen lassen und ich lese Korrektur und merke noch ein paar Kleinigkeiten an. Zwischendurch beanspruchen mich immer wieder die Exkollegen, die unbedingt erreichen wollen, dass ich in die Firma zurückkehre. Der Chef will das nicht, weil ich schließlich Geld koste. Alle sagen, dass er, wenn er mich einspart, an der falschen Stelle spart. Alle sehen das so, außer ihm.

Dienstag, 21. April
Dieser Tag gehört der Mutti. Sie hat schon seit Monaten einen Termin in der Augenklinik zum Lasern. Ich bringe sie hin, warte knapp 2 Stunden im Auto auf sie {ich will mich nicht in des überfüllte Wartezimmer hocken, obwohl ihr das lieber wäre} und bringe sie danach wieder nach Hause. Auf dem Heimweg fahre ich durch die Eisenbahnstraße, wo all die kleinen türkischen, arabischen oder anderen Läden geöffnet haben und die Gemüseauslagen mit ihrem vielfältigen Sortiment locken. Ich fahre langsam und zeige der Mutti all die feinen Sachen, bis sie sagt: Na, da halt doch mal an und hol dir was. {Hihi, das Ningeln funktioniert anscheinend auch in der umgekehrten Richtung.} Sie will nicht im Auto bleiben, hat Angst vor dem schlechten Ruf der Eisenbahnstraße. Naja. Dann kommt sie eben mit. So sieht sie am besten, dass die kleinen Läden nichts gefährliches an sich haben. Für mich haben sie immer so etwas von Urlaub an sich. Urlaub im Mittelmehrraum. Daran erinnern mich die Läden daran. Und ich genieße das.
Gekauft habe ich verschieden Sorten Paprika, die alle viel frischer und viel aromatischer sind, das ihre Artgenossen im Supermarkt. Ich freue mich schon auf den Salat zum Abendbrot. Ach ja, und mein Lieblingsfladenbrot gibt es natürlich auch.

Mittwoch, 22. April
Sofatag. Das Wetter ist bäh. Zwar scheint die Sonne, aber es ist wieder kalt geworden. Ab Mittag ziehen Wolken auf. Ich lese viel. Am Abend lädt mich der Sohn auf einen Döner in den Garten ein. Hach, wie schön.

Donnerstag, 23. April
Laut Wettervorhersage sollte sich der Wind legen. Das tat er nicht, aber er war warm und angenehm. Deshalb plante ich einen Gartentag mit Mutti. Der verlief recht schön. Ihre kleinen Stänkereien übersah ich einfach.
Als ich die Post aus dem Kasten holte, kam die Welt vollends in Ordnung, weil der schriftliche Bescheid über die Grundversorgung dabei war. Die Miete ist nun wirklich gesichert und hält mir den Rücken frei, meine Projekte voran zu treiben, ganz besonders natürlich das gemeinsame mit C.

Freitag, 24. April
Am Morgen war ich mit dem Sohn unterwegs. Da musste verschiedenes erledigt werden. Außerdem waren wir im Gartencenter, zogen aber unverrichteter Dinge wieder ab. Dafür luden wir uns bei Mutti zu einem späten Frühstück ein. Danach ließ ich ihr ihren Willen und brachte sie zum Supermarkt. Sie wollte unbedingt dort himein. Hatte mir am Donnerstag schon gesagt, dass sie das erzwingen werde, weil ich ja nicht mit ihr einkaufen gehe. Also müsse sie das allein machen. Schließlich brauche sie Lebensmittel. Früher sind wir jede Woche einkaufen gegangen und jetzt verbietest du mir das. Dass ich vor genau einer Woche einen riesen Einkauf für sie erledigt hatte, wollte sie nicht wahrhaben, bis ich ihr anhand von Einkaufs- und Kassenzettel nachwies, dass es tatsächlich erst eine Woche her war. Da gab sie dann zu, dass es eben schöner ist, wenn sie selbst durch die Regale streift und dass sie das unbedingt wolle. Schließlich hätte sie eine Maske und nähme auch ihr Desinfektionsmittel mit. Nunja. Mir fehlte die Kraft, dem etwas entgegenzusetzen und ich brachte sie zum N-Markt.

Mit Verspätung komme nun auch ich zu Andrea in die Plauderecke.
Habt einen schönen Sonntag und bleibt gesund,
eure Mira

Samstagsplausch {18.04.2020}

Rückblick auf eine #zuhausebleiben Woche
Samstag, 11. April
Den Ostersamstag verbrachten die Mutti und ich im Garten. Ein seltsam launischer Tag. Ich konnte es der kleinen Frau mal wieder gar nicht recht machen. Sie mir aber auch nicht. Ihre permanente Unruhe macht mich wahnsinnig. Da kann man nicht einfach mal in der Sonne sitzen bleiben.
Da gibt das ständig solche Gespräche: Du hast doch Wasser mitgebracht? Das brauche ich jetzt.
Wozu denn? Das ist für den Kaffee bestimmt.
Ja, aber ich will jetzt abwaschen. Das Geschirr hat über den Winter in der Laube gestanden, das muss abgewaschen werden.
Das Geschirr, das wir nachher für Kaffee und Abendessen brauchen, habe ich gestern schon abgewaschen.
Jetzt mach mir doch einfach mal das Wasser heiß!
Oder
Der Sohn hat gar kein Interesse mehr an dem Garten!
Wieso denn nicht?
Wenn er Interesse hätte, wäre er jetzt hier.

Es ist so viel zu tun. Siehst du das etwa nicht?
Ich hatte dir vorher schon gesagt, dass ich heute nicht in den Beeten buddeln werde, weil wir noch kein Wasser haben, ich mir nicht gründlich die Hände waschen kann und mit erdigen Fingern weder am Kaffeetisch sitzen noch später am Grill stehen will.
Na, ich sag es doch, ihr müsst den Garten aufgeben. In einem Garten muss man arbeiten, wenn es die Natur verlangt, nicht, wenn man gerade mal Lust hat.
Genau, und dann darf man die Arbeit auch nicht unterbrechen, nur weil jemand unbedingt zu seiner festgelegten Zeit Kaffee trinken will….
Ich hatte das Geningel so satt, dass ich trotz der Rückenschmerzen, die mich seit der Nacht verfolgten, ins Beet stieg und diverse {Un}kräuter jätete.
Was machst du denn jetzt? Ich hab doch gar nicht gesagt, dass du das machen sollst!

Kaffee tranken wir dann gegen 16 Uhr, so dass das für 17 Uhr geplante Grillen ausfallen konnte, zum einen, weil kein Mensch da schon wieder Hunger hatte, zum anderen, weil es recht kühl wurde und die kleine alte Frau lieber wieder in ihre Wohnung wollte.
Auf dem Rückweg fuhr ich noch am Kaufmannsladen ran.
Dort gab es zu dieser Abendstunde vor einem langen Wochenende eine Überraschung… …Toilettenpapier soweit das Auge reicht.

Sonntag, 12. April
Der Ostersonntag verlief deutlich entspannter. Weil der 12te war, hielt ich diesen Tag hier in Bildern fest.

Montag, 13. April
Ostermontag. Die Mutti hatte verkündet, daheim bleiben zu wollen. Allein. Da Dauerregen versprochen worden war, freute ich mich auf einen Allein-daheim-Herumklumper-Tag.
Es gab keinen Regen. Nur kalt war es geworden. Saukalt. Deshalb versuchte ich immer mal wieder auf dem Balkon ein paar Sonnenstrahlen zu erhaschen und blieb brav daheim.

Dienstag, 14. April
Noch ein kalter Brav-Daheim-Tag. Allerdings gespickt mit mehreren Telefonaten und ein paar Mails/Nachrichten der Kollegin C. Wir erarbeiten gerade ein Konzept, mit dem wir Menschen helfen wollen, trotz der Krise zurecht zu kommen, eine neue Chance zu finden und zu nutzen. Es gibt so viele Möglichkeiten.
Ja, wir sind durchaus der Meinung, dass man diese Krise auch als Chance nutzen kann {so man es eben kann}. Ich persönlich *** dazu später noch etwas mehr.

Mittwoch, 15. April
Der schönste Tag der Woche? Als ich noch Vollzeit zu “meinem” Bildungsträger flitzte, montags bis freitag, rund ums Jahr, hatte ich für mich selbst den Mittwoch zum schönsten Tag der Woche erklärt und immer versucht, mir an diesem Tag zum Feierabend etwas Schönes vorzunehmen. Gern traf ich mich mit Katl in der Sauna oder mit den Mädels zum Stricken. Jetzt, da ich seit ziemlich genau einem Monat erwerbslos daheim hocke, bemerke ich manchmal nicht einmal, dass Mittwoch ist.
Dieser Mittwoch war allerdings ein denkwürdiger. Denn am Nachmittag versammelten sich die Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefon(?)konferen, um über eine Lockerung der drastischen Beschränkungen des öffentlichen Lebens zu beraten.
Ich versuchten den ganzen Abend, etwas Konkretes über die Beschlüsse heraus zu bekommen. Über die seriösen Kanäle war das nicht möglich. Dafür fand ich in der Mediathek des MDR einen Film, den ich mir unbedingt noch anschauen musste: Cinderella 80 Fast 40 Jahre alt und immer noch sooo schön. Da hatte ich dann doch noch mein schönes Erlebnis für den Mittwoch Abend.
Verlinkt habe ich nicht, weil der Film in der Mediathek nicht mehr aktiv ist. War sozusagen auf den letzten Drücker, dass ich ihn angeschaut habe.

Donnerstag, 16. April
Einlaufstag. Die Mutti ningelte. Sie wollte sich in der Apotheke eine Maske kaufen und danach in den N-Markt. Du hast doch gesagt, du gehst nicht gern in die Supermärkte. Da wollte ich das nicht von dir verlangen. Dann hätte sie es mir aber auch nicht erzählen dürfen, denn sie wusste ganz genau, dass ich in diesem Fall intervenieren würde. Darauf hat sie auch gerechnet, denn als ich sagte, sie solle mir ansagen, was sie brauche, diktierte sie eine ellenlange Liste. Ich machte mich auf den Weg zum N-Markt, wo mittlerweile auch eine Mitarbeiterin draußen steht und die Griffe der Einkaufswagen abwischt. Inwieweit Desinfektionsmittel eingesetzt wird, konnte ich nicht sehen. Aber immerhin abgewischt. Naja.
Als ich die Einkäufe brachte, strahlte die kleine Frau. Hach ja.

Freitag, 17. April
8.15 Uhr ein Anruf: Ich habe hier Ihren Antrag. Da fehlt die Angabe zur Krankenversicherung.
Oups, die lag noch im Kopierer, als ich den Brief schon weggeschickt hatte.
Sie können mir das auch mailen. Wenn Sie das gleich machen würden, kann ich Ihren Antrag heute noch bewilligen.
Yeah. Die Miete für die nächtsen Monate ist gesichert. Der Hauptpunkt meiner Sorgenliste hat sich erledigt.
Habt ihr das Gebirge poltern hören, das von meinem Herzen gefallen ist?

***
Ja, mir persönlich eröffnen sich jetzt ein paar Chancen. Solange die seltsamen Verträge meines bisherigen Aufttraggebers immer wieder um ein paar Wochen, bestenfalls Monate verlängert wurden, hätte ich nie den Absprung gewagt und gesagt, ich suche mir etwas anderes, das auch nicht sicherer gewesen wäre. Nun, durch den Tritt ins Gesicht, den der Chef mir am 17. März verpasst hat, musste ich mich umorientieren. So bereitete ich drei Projekte vor.
Zunächst das Projekt mit Kollegin/Freundin C., von dem ich hoffentlich in den nächsten Wochen erste Erfolge berichten kann.
Außerdem, wenn man denn irgenwann wieder darf, geplant von mir für den nächsten Sommer eine Marktsaison an der Ostsee. Mit Lili zusammen kann ich das jetzt langfristig vorbereiten, so dass wir, falls Handwerker- und Selbsterzeugermärkte {auch über Lebensmittel und Pflanzen hinaus} wieder gestattet werden, 2021 einen tollen {arbeitsreichen} Sommer am Meer haben können.
Und zuletzt noch mein kleines feines Veranstaltungsprojekt, eventuell auch auf der Insel Usedom, vielleicht auch hier in Sachsen. Natürlich wird das erst möglich, wenn sowohl Reisen, als auch Kultur wieder erlaubt sind. Dauert also noch. Vorbereiten kann ich es schon mal.
Ihr seht es geht aufwärts. Wenn auch noch nicht sofort, es gibt Möglichkeiten.
Apropos Kultur und apropos es geht aufwärts: Unser wunderbares Ancient Tranc Festival wird wohl dem Verbot von Großveranstaltungen bis 31. August zum Opfer fallen. Peia, die bei den letzten beiden Festival mitwirkte, hat einen feinen Song, rise again, auf den ich hinweisen möchte. Ich finde, sie hat noch schönere Songs und stelle euch hier noch blessed we are vor.

So, und nun huschhusch zu Andrea in die Plauderecke