Samstagsplausch {30.01.2021}

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Den kleinen Leuchtturm habe ich beim Kramen in meinen Tüten und Kartons gefunden. Leider ist es kein Leucht-, sondern bestenfalls ein Räucherturm, denn die Öffnung an der Rückseite ist zu klein, um ein Teelicht hindurch zu schieben. Wie doof ist das denn?
Egal, gemeinsam mit der Zeit-für-Meer-Tasse sorgt er für maritime Stimmung. Und das ist gut so, denn den Winter und den Schneematsch und das Grau ertrage ich nicht mehr. Also träume ich mich weg von hier ans Meer, wo ich auch diese Witterung und die kurzen Tage und einfach alles ertragen und sogar mögen würde. Und euch nehme ich mit.

Hilfreich beim Wegträumen sind natürlich Krimis, die am Meer spielen.
Wie der Der Seenebelmord, den ich diese Woche ausgelesne habe, und Flaschenpost vom Mörder, den ich derzeit am Wickel habe. Dabei macht das gar nichts, dass diese beiden Bücher an der Nordsee spielen, während das Meer meiner Träume die Ostsee ist.
Heute Morgen sendete mir meine Freundin noch dieses wunderbare Lied, das mir genau aus der Seele geschrieben ist. Aber so genau…

Jetzt bin ich in so angenehmer Stimmung, dass ich gar nicht mehr über den Rest der Woche berichten mag. Vielleicht später. Vorläufig möchte ich die Träume vom Meer einfach so stehen lassen. Also mache ich mir jetzt einen Friesentee, mit Wölkchen, aber ohne Kluntjes, weil ich es lieber herb habe, als süß.
Und dann komme ich zu Andrea und schau, was ihr an diesem Samstag so zu plauschen habt.
Bis gleich
eure Mira

Samstagsplausch {16.01.2021}

16/365
So richtig glücklich macht mich der Glückstee nicht. Er schmeckt mir nicht. Ich mag es einfach nicht, wenn der Geschmack von Kräutertees mit Süßholz aufgewertet verschlimmbessert wird. Mal sehen, mit ein paar Tröpfchen Milch sollte es gut sein.

Und schon wieder bin ich spät dran mit meinem Beitrag zum Samstagsplausch. Warum? Weil ich wahrscheinlich bei der Telefonseelsorge arbeite, allerdings unentgeltlich. Schon wieder bekam ich einen Anruf, in dem ich Lili über eine Stunde lang zuhören durfte. Ja, sie ist nicht mehr die Jüngste, ja, sie ist den ganzen Tag allein zu Hause, der Sohn kommt erst abends von der Arbeit und will dann oft nicht reden. (Kann ich nachvollziehen) Ja, ihr fehlen die Kontakte und der Schwatz über den Gartenzaun. Hm. Ich höre mir das alles an. Bei jedem Anruf wieder. Immer das Gleiche. Sie fragt nie, wie es mir geht. Nie. Und wenn ich doch mal versuche, etwas zu erzählen, hört sie entweder gar nicht zu und redet weiter von sich. Oder sie sagt: Ja, da lasse ich dir jetzt mal wieder deine Ruhe! und schwups hat sie aufgelegt.
Ist euch das auch schon mal aufgefallen? Die Menschen wollen gar nicht mehr miteinander reden. Sie wollen von sich erzählen, aber hören wollen viele nichts. Das ist ganz praktisch, wenn man selbst lieber nicht reden mag (wie ich oft). Aber manchmal komme ich mir dann auch ziemlich ausgenutzt vor. Und manchmal frage ich mich, warum diese Menschen anrufen, wenn sie von mir ja doch nichts hören wollen. Monologe halten könnten sie doch auch in einem eigenen Blog oder in Podcasts. Hm?
Kennt ihr das auch? Oder seid ihr der Meinung, ich bin vielleicht undankbar und sollte lieber froh sein, dass Menschen sich bei mir ihren Frust von der Seele reden? Ist ja schließlich auch ein Vertrauensbeweis. Hm?

Und sonst so?

Die Woche zwei Worten
Überwiegend grau.

Der Rückblick
Den fasse ich jetzt mal schnell zusammen, also keine Auflistung der einzelnen Tage, sondern das Wikchtigste in Kürze. an zwei Tagen habe ich die "Beschulung" der Enkelhexe übernommen. Sie ist total glücklich darüber, weil sie viel geschafft und auch viel begriffen und gelernt hat.Wir würden das sehr gern fortsetzen. Aber es kann sein, dass das mit dem noch schärferen Lockdown nicht mehr erlaubt sein wird. Langsam frage ich mich, wohin das noch führen soll. Bekommen wir demnächst alle elektronische Fußfesseln angelegt? Und was soll es bringen. Die wirtschaftsschädigenden Maßnahmen werden immer drastischer, aber die Infektions- und sonstige Zahlen werden immer höher. Da könnte man doch nun auf zwei verschiedene Ideen kommen. Entweder, diese Maßnahmen, so hart sie auch werden und so viel sie auch zerstören, sind in Bezug auf die Infektion schlichtweg sinnlos, weil sie keinen Rückgang bewirken. Oder die immer weiter steigenden Zahlen sind erfunden, zumindest übertrieben. Ich weiß es nicht, aber mir kommen starke Zweifel an der Sinnhaftigkeit immer weiter verschärfter Maßnahmen. Ganz davon abgesehen, dass viele Menschen zwar vielleicht nicht an Covid-19 erkranken (obwohl man das angesichts der Zahlen auch nicht sicher weiß), aber bleibende Schäden an ihrer seelischen Gesundheit davon tragen.
Ich habe Angst.

Die übrigen Tage war ich brav daheim. Habe versucht zu stricken, versucht zu schlafen, versucht, mich von meinen Ängsten abzulenken. Funktioniert nicht besonders. Na, schaun wir mal.
Jetzt komme ich erst mal zu Andrea und hoffe, dass eure Einträge mich ein wenig aufmuntern.
Bleibt gesund
Eure Mira

Samstagsplausch {09.01.2021}


Manchmal hilft es, den Samstagsplausch schon unter der Woche ein wenig vorzubereiten, damit man am Samstag nicht mehr so viel schreiben muss und frühzeitig bei Andrea sein kann. Da ist das mit dem Erinnern auch einfacher.
Nur hat das mit dem frühzeitig heute mal wieder nicht geklappt, weil schon kurz nach sieben der erste Anruf kam und mich aufhielt. Dann WhatApp-Nachrichten, die unbedingt beantwortet werden mussten, weil sie wichtig waren. {Dazu komme ich noch.}
Tja nun.
Die Woche zwei Worten
Schwarz-goldener Farbverlauf

Der Rückblick
Samstag, 02. Januar 2021
An die Jahreszahl musste ich mich erst gewöhnen. Ich tippte immer 2012 statt 2021. Wollte mir diese Zahl etwas sagen? Ich habe mal den Januar 2012 aus dem Archiv gekramt. Damals hab ich das auch versucht mit dem täglichen Bild. Das werde ich mal weiter verfolgen.
Ansonsten war der Samstag wieder recht fremdbestimmt, weil die Mutti einkaufen wollte, der Sohn zu seinem Fahrrad gebracht werden musste. Dann hatte die Mutti noch Heringssalat gemacht, weil sie wollte, dass wir zusammen essen. Ich konnte dann aber nicht auf Sohn und SchwieTo warten, weil ich nicht gefrühstückt hatte und dringend etwas in den Magen brauchte.
Nach dem Essen hockte ich mich in den großen Sessel und nickte prompt ein. So war ich immer noch dort, als die zwei Jungschen eintrafen und es gab noch Kaffee und Kuchen. Danach verzog ich mich endlich heimwärts, wo ich aber nicht mehr viel fertig brachte, außer ein wenig Gestricksel.

Sonntag, 03. Januar 2021
Ein Tag nur für mich. Als ich gegen 5 Uhr aufwachte, schneite es und hörte bis Mittag nicht auf.

Montag, 04. Januar 2021
Die Verlängerung des Lockdown ist in aller Munde und verursacht mir Zukunftsängste. Immerhin hellt meine Freundin Janine meine trüben Gedanken auf.

Dienstag, 05. Januar 2021
Es ist der Tag des Tagebuchbloggens und für mich ein seltsamer, sehr dunkelgrauer Tag. Nachzulesen hier. Die Existenzängste haben mich fest im Griff.

Mittwoch, 06. Januar 2021
Wenn einer eine Reise tut…
…dann muss er auch irgendwann mal wieder nach Hause. So auch die Junghexe. Aber es wollte sie keiner holen. Alle hatten Ausreden. So fuhr dann ich in Richtung Winter. Es tat gut, unterwegs zu sein, wenn auch allein und ohne Aussteigen. Nur die Hexe stieg dann zu und sonst nix. Das geht nun mal nicht anders, wobei es mir schon genügte, so ganz allein unterwegs zu sein.
Abends entstand ein wenig Wirbel, weil der Sohn in meinem Bad einen Spiegelschrank montieren wollte, was aber so, wie wir uns das vorgestellt hatten, keinen rechten Sinn ergab, weshalb wir die Idee dann doch wieder verwarfen.

Donnerstag, 07. Januar 2021
Die Katl hatte Geburtstag und als Einzelperson durfte ich ihr sogar persönlich gratulieren, freilich ohne Handschütteln und ohne Umarmung. Aber immerhin.
An diesem Tag wurden infolge eines Anrufes meine Existenzängste gemildert, wenn nicht gar aufgelöst. Ich habe durchaus Jobangebote {Aufträge}, nur muss eben erst mal der Lockdown gelockert werden, damit ich sie auch ausführen darf. Und bis dahin muss bissel der Kopf in den Sand. Naja.

Freitag, 08. Januar 2021
Eigentlich wollte ich stricken. Eigentlich wollte ich baden und mir was Gutes tun. Eigentlich wollte ich den Freitagsfüller ausfüllen.
Irgendwie wurde das alles nichts. Immerhin habe ich meinen ersten Beitrag zu Andreas Nadelgeplapper geschrieben, was mir viel Freude machte.
Und dann kam am Nachmittag eine Nachricht, die meine Ängste wegfegte. Hach. Danke Sandy! Danke, danke, danke.

Samstag, 09. Januar 2021

Das Jahr ist noch keine zehn Tage alt, und ich bin schon durch so viele emotionale Wechselbäder gegangen, dass es mindestens für 3 Monate reichen könnte. Tut es wahrscheinlich auch. Weil, naja. Wie erzähle ich das denn am besten?

Erstes Wechselbad: Job & Co.
Bis 10. Januar wollte ich ohnehin nicht arbeiten. Ich wollte mir einen ausgedehnten Weihnachts- und Neujahrsurlaub gönnen, wie er schon viele Jahre nicht mehr möglich gewesen war. Ich hoffte jedoch darauf, ab dem 12. Januar wieder arbeiten zu dürfen und hatte dafür sogar zwei Aufträge in Aussicht, von denen mir der in Cottbus der liebere gewesen wäre.
Am Montag gingen die Wogen hoch, wegen der Verlängerung des Lockdown. Da waren so Ideen wie bis nach Ostern im Gespräch, was meine Stimmung in den Keller sinken ließ, denn so lange würden meine finanziellen Mittel nicht reichen.
Am Dienstag war die Entscheidung dann gefallen, erst mal bis Ende Januar, aber mit Gedanken über schrittweise Öffnung der Schulen, was mir ein klein wenig Hoffnung gab, im Februar wieder arbeiten zu dürfen.
Am Donnerstag dann der Anruf aus Cottbus und ein sehr interessantes Gespräch über Möglichkeiten. Der Februar als Arbeitsbeginn stand im Raum und eine weitere Option, die wir zunächst nur ins Konzept gedacht hatten und die auch noch nicht weiter gedeien konnte, weil sie zum einen von verschiedenen Faktoren abhing, die wir nicht beeinflussen konnten und weil ich zum anderen die Idee zwar geäußert hatte, aber selbst nicht wusste, ob ich das überhaupt will, weil es mein gesamtes bisheriges Privatleben über den Haufen werfen würde. Will man das für einen Job?
Bis Freitag Mittag war ich zu dem Schluss gekommen, dass ich dazu tatsächlich bereit wäre, unter bestimmten Bedingungen. Schließlich würde es bedeuten, dass ich etwas mal nur für mich entscheide, ohne Rücksicht auf diejenigen, die so oft gar keine Rücksicht auf mich nehmen {z.B. die Kleine Frau}.
Und dann kam am Freitag Spätnachmittag das Angebot, auf das ich ganz, ganz im Stillen die ganze Zeit gehofft hatte. Und es war{ist} verbindlich.
Tja nun, ich habe zugesagt und freue mich darauf und kann nun die Zeit, bis es tatsächlich losgeht {Anfang März} genießen, indem ich alle möglichen Dinge tue und vorbereite, zu denen ich sonst nie komme. Ende gut, alles gut.
Das zweite Wechselbad ist viel komplizierter und wird noch verschlimmert dadurch, dass sich beim Job anscheinend doch alles zum Guten wendet. Dabei geht es um Gefühle, die noch nicht so ganz in dem Topf sind, in dem sie köcheln sollten. Da würde ich noch ein Weilchen brauchen, um mir klar zu werden, ob ich die Zeichen richtig deute und um meinerseits Zeichen zu setzen. Es könnte allerdings sein, dass wir diese Zeit oder besser die Gelegenheit dazu nicht mehr bekommen. Das wäre schade, aber in Anbetracht der Gesamtsituation… nunja, vielleicht nicht anders möglich. Dann muss das wohl so sein. Ein klein wenig Zeit bleibt noch, mal sehen, ob und wie wir sie nutzen können.
Ja, das ist etwas kryptisch hier, geht aber nicht anders.
So, und nun ist infolge mehrerer Unterbrechungen {weil mich wieder Leute vor ihre Karren spannen wollten} schon Mittag vorbei. Also höchste Zeit, zu Andrea zu kommen.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

Samstagsplausch {02.01.2021}

2/365
Der erste Samstagsplausch im neuen Jahr

Hatte ich nicht gestern gerade behauptet, der Samstagsplausch bei Andrea sei mir ein Bedürfnis, so muss ich mich heute schon wieder kurz fassen, weil ich nachher gleich los muss, um mit der Mutti einzukaufen. Das wird wieder nervig, weil sie nicht nur in den N-Markt will, sondern auch zum Fleischer. Und weil ihr Stammfleischer Urlaub hat, müssen wir ins übernächste Dorf, weil es dort auch eine Landfleischerei gibt. Ich möchte außerdem unbedingt zur Drogerie und dann rief noch der Sohn an und möchte vorher von B-Dorf abgeholt und zu seinem Fahrrad {bei mir daheim} gebracht werden. *grrrr*
Da war doch was, was ich in diesem Jahr unbedingt trainieren wollte. Ach ja, richtig, das Nein-Sagen.

Die Woche…
… war durch die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel irgendwie verwurschtelt, so dass es gar keine richtige Wochenrückschau gibt. Aber ich habe einen Jahresrückblick geschrieben, den ihr, wenn ihr mögt, hier finden könnt.

Ganz bestimmt melde ich mich später noch einmal, aber jetzt…

Was für ein Jahr – 2020


Rückblick
Ich habe noch in keinem Jahr einen Jahresrückblick geschrieben, doch dieses besondere Jahr 2020 verdient einen, denn es hat sich so vieles verändert und doch auch wiederum nicht. Das möchte ich festhalten.
Beginnen wir mit Weihnachten.
Den letzten Samstagsplausch dieses Jahres habe ich verspasst, weil ich nicht in der Nähe eines Rechners war und auch nur bedingt Internet hatte und sowieso keine Ruhe, eine Wochenrückschau zu schreiben. Das einzige, was ich unbedingt tun wollte {und getan habe}, war bei Andrea zu lesen und ihr Eintrag erfüllte mich mit großer Freude, dass es ihrem Mann schon wieder viel besser geht und sie dadurch ein zwar völlig anderesartiges, aber schönes Weihnachten erleben konnte.
Unser Weihnachten wiederum verlief zwar ganz anders als ursprünglich gewünscht, dafür aber kaum anders als in früheren Jahren. In jenen Jahren war es immer so, dass wir uns bei Mutti zusammenfanden und ich die Bewirtung übernahm. Damit hatte ich vor ca. 10 Jahren begonnen, als Mutti meinte, ihr werde das alles zu viel und sie wolle keinen Gänsebraten mehr zubereiten. Mein Gedanke war: Wenn Zeiten und Gegebenheiten sich so geändert haben, dass wir die alten Traditionen nicht mehr aufrecht erhalten können, dann schaffe ich eben neue. Das tat ich dann. Mit dem Ergebnis, dass schon die Adventszeit für mich sehr stressig wurde, weil ich zusätzlich zur Vollbeschäftigung {meist bis zum 23. Dezember und manchmal mit zusätzlich noch Ständen auf diversen Weihnachtsmärkten} für die ganze Familie alles organisieren und koordinieren musste. Naja, das wollte ich ja so. Auch die Feiertage waren stressig, weil ich die diversen Braten, Salate und die Sülze bei mir zu Hause zubereitete {oder im Werk, weil dort die Küche größer war} und dann heranfahren musste. Das hatte zur Folge, dass, wenn alle nach den Feiern an Heiligabend und dem ersten Feiertag abends heim gingen und den Abend vielleicht bei einem Glühwein ausklingen ließen, ich mich noch 2 Stunden in die Küche stellte und den Braten für den jeweils nächsten Tag vorbereitete. 2018 hatte ich das bann schon so abgeändert, dass ich die Braten gleich bei Mutti in den Ofen schob und damit die Abende in Ruhe genießen konnte. Blieb die nervige Vorweihnachts- und Vorbereitungszeit. Um mir die zu ersparen, kam ich 2019 auf die Idee, über Weihnachten zu verreisen. Mit dieser Idee steckte ich auch noch meine Schwester an, so dass wir uns zu Weihnachten in Marienbad trafen. Das war so schön und entspannt, dass wir beschlossen, Weihnachten in Zukunft immer zu verreisen. So hätten wir das auch in diesem Jahr gern gehabt und Mutti hielt auch lange an dieser Vorstellung fest. Sogar noch im November beim Lockdown Light, von dem sie meinte, die Regierung habe den beschlossen, um uns dann zu Weihnachten die Freude machen zu können, dass wir wieder reisen dürfen. Nun, wir wissen, wie es tatsächlich kam.
Und so wurde unser Weihnachten so, wie in den Jahren vor 2019. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich von 24. bis 28. Dezember gleich ganz bei Mutti blieb, dort auch kochte und briet und zu Besuch nur Sohn und SchwieTo kamen und am 2. Feiertag zum Essen auch noch die Junghexe. So waren wir maximal 5 Personen und damit vollkommen innerhalb des Erlaubten. Und es wurde ein schönes Weihnachten, für mich zwar mit viel Arbeit aber ohne jeden Stress.

Und sonst so?
Job & Co.
Im Job gab es in diesem Jahr für mich die größten Veränderungen und, ja ich kann nicht umhin, diese Veränderungen positiv zu sehen.
Seit Jahren arbeitete ich als freie Dozentin für überwiegend ein und dieselbe Firma, was insofern kein Problem war, als ich auch noch die Textliwerkstatt mit Märkten hatte und somit keine Scheinselbständigkeit vorlag. Es gab allerings andere Nachteile, nämlich, dass ich keinen Urlaub nehmen konnte, im Grunde immer im Einsatz war, außer an den Tagen zwischen den Jahren und den seltenen Brückentagen vor oder nach Feiertagen. So wurde mir das langsam aber sicher zu viel und ich schränkte die Textligestaltung und die damit verbundenen Märkte immer mehr ein. Das hatte wiederum zur Folge, dass ich meinen Job immer weniger gern ausführte, weil ich keinen Ausgleich, kein Gegenstück mehr fand. Hinzukam, dass meine Arbeit allzusehr als Selbstverständlichkeit angesehen wurde, auch die vielen zusätzlichen Aufgaben, die ich mit übernehmen musste, um meine eigentliche Arbeit gut erledigen zu können, während Kollegen immer öfter meinten, sie seien viel zu gestresst, um diese Aufgaben auszuführen, obwohl es deren Job gewesen wäre. Gern hätte ich mich nach einem anderen Job umgeschaut, nur, wer verlässt schon einen regelmäßigen Job für einen ungewissen? Ich jedenfalls nicht.
Und dann kam der Lockdown. Von einem Tag auf den anderen stand ich vor dem Nichts, und obwohl mir das 2018 im Februar und 2019 im März wegen schlechter Auftragslage schon zweimal passiert war, war es diesmal natürlich ganz anders. Während ich in den beiden Jahren zuvor nahtlos an andere Standorte hatte ausweichen können, gab es diesmal überhaupt keine Möglichkeit zu arbeiten. Die ersten Wochen nutzte ich für mich. Ich habe viel geschlafen und noch mehr gelesen. Und ich habe (m)ein Projekt auf den Weg gebracht.
Und dann purzelten, wie durch ein Wunder, die ersten neuen Aufträge herein. Natürlich war es kein Wunder, sondern meine viele Arbeit der letzten Jahre zahlte sich aus. Man wusste an verschiedenen Stellen in der Firma wie ich arbeite, was ich leiste und wie stark ich mich engagiere {auch wenn ich immer das Gefühl hatte, an meinem Stammsitz würde das nicht nur nicht gewürdigt, sondern nicht einmal bemerkt} und das zahlte sich nun aus.
Mal wurde ich tageweise da gebraucht, mal zwei Wochen am Stück dort. Dann ging es da plötzlich doch nicht, dafür aber wieder woanders. Pünktlich zu den Weihnachtsferien kam der nächste Lockdown, was mir einen entspannten Weihnachts- und Neujahrsurlaub bescherte. Immerhin bis 10. Januar. So lange Weihnachtsferien hatte schon seit mindestgens 10 Jahren nicht mehr und werde sie genießen.

Gelesen
So viel wie in diesem Jahr habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Überwiegend waren es Krimis.
Allein 28 Krimis von Elke Bergsma, 15 Bücher von Ivo Pala, die komplette Hannes-Niehaus-Reihe von Hendrik Falkenberg. Wobei ich da beim letzten Band dachte: Gut, dass diese Reihe zu Ende geht. Dazwischen noch einiges anderes, das mir im Einzelnen jetzt gar nicht mehr einfällt. Notiz an mich: 2021 genauer auflisten!

Gestrickt
Zum Jahresanfang hatte ich mir 20 für 20 vorgenommen. {Sockenpaare} Das habe ich auch geschafft. Gerade so.
12 Paare sind hier aufgelistet. Eines habe ich so direkt von den Nadeln weg verschenkt, dass ich gar kein Foto habe.
Ebenfalls kein Fertigfoto gibt es von diesem Paar. Dabei wäre das besonders interessant gewesen, weil ich hier eine Fersenart probiert habe, die in Runden gestrickt wird. Natürlich hatte ich wieder keine Anleitung, nur 2 Fotos, aber ich überlege mir soetwas ohnehin lieber selbst. Über den Sommer hin zogen sich die Mira-Code-Socken. Da werden die Buchstaben des Namens nach einer Tabelle in Zahlen umgesetzt. Auf Kästchenpapier zeichnet man an den entsprechenden Stellen Umschläge ein und verteilt die übrigen Maschen drum herum. Natürlich muss man auch noch Maschen zusammenstricken, damit die Socken nicht zu Ballons werden 😉 Wenn Interesse besteht, erkläre ich das noch mal näher. Dazu müsste ich dann ein paar Fotos heraussuchen, die ich jetzt nicht gefunden habe oder ich mache neue. Aber nur, wenn es wen interessiert, da ich für mich entschieden habe, diese Code-Socken nicht wieder zu stricken. Durch die seltsame Art der Musterentstehung kann man sich dieses nämlich nur schwer merken und hängt Runde für Runde an der Strickschrift. Das wiederum ist nun so gar nicht meins. Wisst ihr ja, oder?
Schön geworden sind die Socken, aber sie haben viel zu lange gedauert.
Schnell gingen diese Socken für die SchwieTo. Da ich es damit eilig hatte, gibt es auch hier kein Fertigfoto. Hm.
Die gibt es dann gleich im Dreierpack von den Socken für den Schwager, einmal Geburtstag nachträglich…

…und zweimal Weihnachten.


Ach ja, und dann gab es da noch diese, die eigentlich für Conny bestimmt waren, nun aber in meiner Schublade auf einen anderen Empfänger warten.

Auch hier Notiz an mich: Im kommenden Jahr regelmäßiger dokumentieren.

Gesehen
Endlich habe ich mir in diesem Jahr den Gundermann-Film angeschaut.
Diverse Klein-Serien in der Mediathek und die Sokos; Wien, Wismar, Leipzig, Köln, Stuttgart und München, die derzeit nach 35(!) Staffeln zu Ende geht.
Gern wäre ich ins Kino gegangen, denn wer hier länger liest oder mich sonst kennt, weiß, dass unser Kino hier am Ort mein zweites Kinderzimmer war, bis zum 6. Lebensjahr sogar mein einziges Kinderzimmer. In diesem Kino lernte ich die Uraltfreundin kennen. Ich bekam meinen (des Sohnes) Kinderwagen von dem damaligen Vorführer geschenkt. Von ihm lernte ich auch mit einer Landfilmanlage umzugehen und mit Meopta-Projektoren. Ich glaube, wir hatten eine {zwei} Meo 5 X. Liebe Uralte, weißt du das noch? Man brauchte schließlich immer zwei Projektoren wegen der Überblendungen. Und auch das lernte ich in jenem Kino, nämlich wie man richtig überblendet, ohne dass der Film ruckelt oder gar die Leinwand weiß wird. Ist auch passiert, aber nicht beim Überblenden, sondern wenn der Film riss, was infolge der tausende Male genutzen Kopien schon gelegentlich vorkam.
Huch, jetzt bin ich bei meinem Jahresrückblick gleich in einen Lebensrückblick gerutscht. Jedenfalls war ich in diesem Jahr nicht ein einziges Mal in "meinem" Kino und auch in keinem anderen. 🙁 Im Oktober erzählte der Frühstücksmoderator von einem neuen Film, der im Herbst 2021 in die Kinos kommen soll und meinte: Falls es bis dahin überhaupt noch Kinos gibt. Makaber, aber gar nicht so abwegig.

Gehört
Aus all den Wir-sind-Gutmenschen-und-halten-zusammen-indem-wir-uns-entfernen-Songs fielen mir drei auf, die anders waren und die wahren Gefühle an- und aussprachen, die ehrlicher waren, als der große Rest und mir deshalb sehr gut gefielen.
Ganz zu Anfang, im März, als man noch nicht absehen konnte, was geschehen würde…

Im Sommer, als es eine kleine Weile Lockerungen gab…

Und sehr aktuell, jetzt, wo bei so vielen Menschen einfach die Luft raus ist…

Dazwischen ganz viel Gundi und in dem Zusammenhang auch Christian Haase und Die Seilschaft, außerdem Keimzeit und {für mich neu} Der Miro.
Der Miro für die Mira. *kicher

Gereist
Im Sommer, als man gerade mal durfte, ans Meer.

Im September, als man gerade noch durfte, ans Steinhuder Meer.

Im Oktober, als man schon fast nicht mehr durfte, ein Tagesausflug nach Bad Kösen.

Dienstlich waren noch mehr Reisen möglich, sogar bis in den Dezember hin ein, und ich war darüber sehr froh.

Weißwasser und immer mal wieder Cottbus.

So, ihr Lieben, das war mein Rückblick auf 2020, ein verrücktes, seelisch sehr unausgeglichenes und aufgeregtes, letztlich für mich aber schönes Jahr. In einem Wort: dunkelbunt {mit hellen Tupfen}.
In ein paar Stunden ist es vorüber und ich wünsche euch einen schönen, ruhigen Jahreswechsel und alles Gute, besonders Gesundheit für 2021.
Eure Mira

Samstagsplausch {19.12.2020}


Der dritte Samstag im Dezember…
…ist zugleich der vorletzte Samstag in diesem Jahr und ich hatte eben mit dem Datum so meine Problemchen. Erst schrieb ich den 12.17. {Was das wohl für ein Monat ist, der 17.}? Dann schrieb ich den 17.12. {was auch nicht stimmt}. Nun aber.

Ich schreibe diesen Eintrag zum Samstagsplausch in der inständigen Hoffnung, dass wir von Andrea heute gute Neuigkeiten hören und ihr Mann auf dem Weg der Besserung ist.

Die Woche in einem Wort
Dunkelbunt

Der Rückblick

Samstag, 12. Dezember 2020
Klar doch, 12 von 12 bieten einen umfangreichen Erinnerungsanker.

Sonntag, 13. Dezember 2020
Gleiches gilt natürlich für den Sieben-Sachen-Sonntag. Illy meinte, nach all den Pflichtsocken wäre mal wieder eine Kür dran, also was Gestricktes für mich. Recht hat sie. Nur will ich eben das letzte Pflichtpaar gern noch fertig haben, damit ich es noch in die Post geben kann.

Montag, 14. Dezember 2020
In Sachsen greift der Lockdown. Ich darf nicht arbeiten. Obwohl wir laut Corona-Dingens offen haben dürften, schließt der Chef den Standort, was wirtschaftlich durchaus sinnvoll ist. Die Festangestellten bekommen Kurzarbeitertgeld und mich kann er gleich ganz in die Wüste schicken. Aber soll ich euch mal was sagen? Ich bin sehr froh über den freien Tag. Ich habe auch überhaupt nichts gegen den Lockdown. Das Jahr war chaotisch genug, etwas Ruhe und herunterfahren kommt da zum Jahresende ganz recht. Das könnte man von mir aus in jedem Dezember anordnen. Wobei natürlich der Anlass bitte, bitte ein anderer sein sollte, beispielsweise die Erinnerung an den Sinn der Weihnacht, der eben nicht im zwanghaften, wahnhaften Kaufrausch liegt, sondern im friedlichen und bescheidenen Miteinander und Füreinander. Denke ich.***

Dienstag, 15. Dezember 2020
In Brandenburg beginnt der Lockdown, wie in den meisten anderen Bundesländern erst am Mittwoch. Ich habe gestern extra angerufen, ob die Filiale noch geöffnet ist. Wenn Sie sich an die sächsischen Bestimmungen halten möchten, darf ich Ihnen das nicht verübeln. Dennoch wäre es schön, wenn wir die letzten Maßnahmen morgen noch abschließen und am Mittwoch die Berichte schreiben könnten.
Also klingelte um 4 Uhr mein Wecker. Nicht, dass ich ihn gebraucht hätte, ich war schon ab 3 Uhr wach. Da ich am Montag frei hatter, konnte ich das alles ganz entspannt sehen. Auch die Fahrt verlief sehr entspannt. Es waren wohl schon viele daheim, die sonst die Straßen verstopft hätten. Und die Umleitung der letzten Woche war verschwunden.
In der Firma waren wir zu viert. Jeder hatte seinen eigenen Raum und dazwischen lagen jeweils 5 Meter Flur. Die eine Mitstreiterin sah ich erst zum Feierabend, als sie an meiner zwecks Lüften mit Durchzug offenstehenden Bürotür vorbei huschte und nochmal zwei Schritte zurückkam mit der Bemerkung: Ich wusste gar nicht, dass Sie da sind.

Mittwoch, 16. Dezember 2020
In der Firma waren wir nur noch zu zweit und ohne die ständigen Ablenkungen, die ein Büroalltag normalerweise mit sich bringt, waren die Abschlussberichte sehr schnell geschrieben. Wir tranken noch einen Kaffee zusammen, und weil wir dazu die Masken herunterziehen mussten, rückte ich ein gutes Stück vom Schreibtisch weg. Mir war das gar nicht bewusst, bis er mit einem Schmunzeln sagte: Der Tisch allein ist schon 1,20 Meter breit…
Er erzählte eine Menge Dinge, nach denen ich zwar gefragt hatte, die ich so aber eigentlich gar nicht hören wollte, über den Kollegen, den ich im Sommer noch vertreten hatte und der nun schon zwei oder drei Wochen im künstlichen Koma liegt und beatmet werden muss und keiner weiß, was wird.
Dann erzählte er noch von sich und ich wunderte mich, dass und warum er das ausgerechnet mir erzählte.

Ich war früh zurück von meiner Dienstreise und holte noch bei Katl ein Päckchen ab. Das gab uns Gelegenheit, uns auszusprechen. Sie begriff erst in dem Moment, weshalb ich so verletzt war. Nun gut, jetzt weiß sie es. Was leider nicht bedeutet, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Ich muss eben sehen, dass ich ihr gaer nicht erst Gelegenheit gebe…

Donnerstag, 17. und Freitag, 18. Dezember 2020
Zwei stille Tage. So sehr ich mich auf die Ruhe zum Jahresende gefreut habe, so sehr geht sie mir nach 2 Tagen schon wieder auf die Nerven. Aber nutzt ja nix.

Samstag, 17. Dezember 2020
Für heute ist Sonnenschein vorhergesagt. Weil ich ein Draußénmensch bin und das Stubenhocken selbst mit Strickzeug und Büchern nur schwer ertrage, werde ich nachher mal in den Garten latschen und mich ein wenig in die Sonne hocken. Ganz für mich allein. Ich denke, das könnte gut werden.

Ihr Lieben, bleibt gesund.
Und diejenigen, die doch erkrankt sind, mögen ganz schnell genesen.
Eure Mira

Samstagsplausch {12.12.2020}


Der zweite Samstag im Dezember…
…und der Samstag vor dem dritten Advent bietet wieder die Gelegenheit, am Samstagsplausch bei Andrea teilzunehmen. Vielen Dank, liebe Andrea, dass du den Plausch wirklich jeden Samstag anbietest, selbst mit Corona-Infektion und Sorge um deinen Mann. Alles, alles Gute wünsche ich euch und dass dieser Albtraum für euch bald ausgestanden ist.

Auch bei allen, die letzte Woche kommentiert haben, möchte ich mich bedanken. Ihr habt mir wirklich sehr geholfen und meine miese Stimmung deutlich verbessert. Danke, dass ich jammern durfte und ihr mir trotzdem zugehört und sogar noch Ratschläge gegeben habt.

Die Woche in einem Wort
Kunterbunt

Der Rückblick

Samstag, 05. Dezember 2020
Was ich letzten Samstag angestellt habe, musste ich gerade selbst noch einmal nachlesen. Zum Glück und weil der Samstag auf den 5. fiel, gab es WmdedgT. Da erinnerte ich mich auch, dass es doch noch ein ganz netter Tag geworden war, obwohl ich mental gar nicht gut drauf war.

Sonntag, 06. Dezember 2020
Auch für den Nikolaustag bedurfte es einer extra Erinnerung, die ich mir durch den Sieben-Sachen-Sonntag selbst geschaffen hatte.

Montag, 07. Dezember 2020
Ein Arbeitstag in Leipzig. Das Internet lief so quälend langsam, dass ich froh war, bis zum Nachmittag unter Opferung meiner Mittagspause das Wichtigste fertig bekommen zu haben. Auf dem Heimweg folgte ein kurzer Einkauf, Reiseproviant musste her. Danach habe ich schnell die Tasche gepackt und bin früh zu Bett gegangen, weil der Wecker für den nächsten Tag auf 4.00 Uhr gestellt war, um pünktlich nach Cottbus zu starten. Den Montagsstarter hatte ich völlig verbasselt. So hätte mein Lückentext ausgesehen:

1) Einen Stiefel habe ich dem Nikolaus nicht hingestellt. Ich habe nämlich gar keinen. Aber selbst wenn, der Niko käme bei mir ohnehin nicht vorbei.
2) Ich freue mich auf den nächsten Frühling und ganz besonders auf meinen Garten.
3) Am 2. Advent war ich unter Einhaltung aller Regeln und Verbote bei Freunden. Das tat gut.
4) Was ist schöner? Gebirge oder Meer?
5) Wann ist diese blöde Pandemie endlich vorbei?
6) Mein Lieblingsrezept für Plätzchen stammt von meiner Freundin Petra.
7) Was diese Woche angeht, da habe ich wieder eine Dienstreise geplant und im Kalender steht auch noch der Geburtstag des Sohnes.

Dienstag, 08. Dezember 2020
Dienstreise. Schon kurz nachdem ich den Ort verlassen hatte, gab es sie erste Vollsperrung. Die Umleitung führte über ein paar winzige Dörfer, in denen es aber diesmal keine Begrenzung auf 30 km/h gab. So kam ich trotzdem noch pünktlich an.
Zum Feierabend schleppte mich der Kollege zum Bratwurstessen. Tatsache, in Cottbus gab es an diesem Dienstag einen geöffneten Bratwurstgrill. Sehr hübsch weihnachtlich gestaltet und mit einer Absperrung davor und eindeutigen Beschilderungen, damit wirklich immer nur eine Person am Stand stehen konnte und man sich auch beim Herantreten und weggehen aus dem Weg gehen konnte. Da haben sich die Standbetreiber wirklich Gedanken gemacht und keine Mühen gescheut. Daneben gab es auch noch eine Glühweinhütte. Auch da gab es alle möglichen Vorkehrungen, damit sich die Gäste nicht zu nahe kommen konnten. Wir haben trotzdem keinen getrunken. Der Kollege musste noch fahren und ich bin ohnehin nicht so der Glühweinfan. Aber die Wurst war lecker.Echte Thüringer in Brandenburg.

Mittwoch, 09. Dezember 2020
Meine Arbeit bringt Erfolge. Das freut mich sehr. Zum Feierabend konnte ich noch nicht nach Hause starten, weil in der Firma zum Jahresende auf eine neue Lernplattform umgestellt wird und es dazu für Mitarbeiter noch eine Schulung gab. Entsprechend konnte ich mich erst spät auf den Heimweg machen. Da passierte dann außer drei Telefonaten nichts mehr.

Donnerstag, 10. November 2020
Der bunteste Tag der Woche. Der Sohn hat Geburtstag. Und ich habe frei. Weil wir schon wissen, dass am kommenden Montag in Sachsen alle Geschäfte außer den Supermärkten schließen, und weil mir die Mutti seit zwei Wochen in den Ohren liegt, dass sie neue Kleidung braucht, packe ich sie ein und nehme sie mit zu einem Klamottenladen. Sie findet auf Anhieb eine Hose. Die schöne Jacke, die wir entdecken, passt leider nicht. Die eine Größe spannt über der Brust {das geht den Frauen in unserer Familie oft so *hüstel*}, aus der nächst größeren fällt sie heraus. Eine Zwischengröße gibt es leider nicht. Schade, die Jacke war wirklich schön und die Mutti hat mir darin gefallen.
Zu Mittag holen wir uns {ihr ahnt es schon} gebackene Ente. Dann stürme ich wieder los. Habe noch einiges auf dem Zettel stehen…
Das musste dann warten, weil der Sohn noch vor dem Kaffeetrinken schnell einen Weihnachtsbaum holen wollte. {Ich bin der Fahrer} So schnell ging das dann gar nicht, aber am Ende hatten wir zwei schöne Bäume. Einen für die Kleine Frau und einen für den Sohn.
Das Geburtstagsgeschenk war ein voller Erfolg. Der Sohn war platt. *kicher*
Die Junghexe wollte dann noch mit zum Tanken kommen.
Das dürfen wir nicht.
Ach komm, Oma, ich hab doch die Maske auf.
Hm.

Freitag, 11. Dezember 2020
Der Job in Leipzig nervt, dabei weiß ich anfangs gar nicht so recht, wieso. An den Kursteilnehmern liegt es nicht. Sie sind der Grund, warum ich mir das überhaupt noch antue. Irgendetwas hat es mit der Atmosphäre zu tun und mit der Stimmung im Team, das keines ist. Jeder gegen jeden und immer schön hinter dem Rücken. Da können sie sich das freundlicher Gesicht dann auch sparen. Also einige. Nicht alle. Es sind nie alle. Aber selbst wenn es nur einer wäre, könnte der die Stimmung vergiften. Und dort sind es leider mehrere. Also weiß ich offenbar doch, warum ich dort nicht gern arbeite.
Ich habe schon damit gerechnet, dass es mein letzter Arbeitstag dort in diesem Jahr sein würde, obwohl mein Vertrag auch die nächste Woche noch einschließt. Ich bin auch gar nicht böse, den Montag frei zu haben, obwohl ich das Geld natürlich auch gut gebrauchen könnte. Was mich gestört hat, war wieder die Art und Weise, wie mir das mitgeteilt wurde. Eine offizielle Ansprache an die Kursteilnehmer, wie der Onlineunterricht ab Montag für sie gestaltet wird und wer den abhalten wird {über dessen Qualitäten als Online-Dozent will ich hier mal schweigen} und dann ein Seitenblick auf mich und der lapidare Satz: "Für dich ist es natürlich vorbei, das kannst du dir ja denken. Das tut mir nun auch leid. " Das glaube ich nun nicht, dass es irgendwem leid tut. Ist mir aber auch egal. Es bestärkte mich mal wieder darin, dort nicht mehr hinzugehen.
Dann kam noch die Lieblingskollegin mit einer kleinen Aufmerksamkeit und versuchte, die Missachtung durch den Chef wieder auszubügeln. Netter Versuch, aber ihm verzeihe ich trotzdem nicht.
Auf dem Heimweg freue ich mich einfach nur, dort raus zu sein und ein verlängertes Wochenende vor mir zu haben.

Samstag, 12. Dezember 2020
Der Tag geht ganz ruhig los. Ich habe bis 6.30 Uhr geschlafen, was im Vergleich zu letzter Woche schon recht lang war. Es gibt Tee und das Strickzeug liegt bereit. Ob ich allerdings die 12 Fotos für 12 von 12 zusammen bekomme, ist fraglich.

Ihr Lieben, genießt euer drittes Adventswochenende und bleibt gesund.
Und diejenigen, die doch erkrankt sind, mögen ganz schnell genesen.
Eure Mira

Samstagsplausch {05.12.2020}

Guten Morgen

Heute bin ich sehr früh aufgestanden, auch um genügend Zeit zu haben für den Samstagsplausch bei Andrea.
Gerade stelle ich fest, dass ich auch letzte Woche schon 5:15 Uhr aufgestanden bin. Nicht dass das jetzt zur Regel wird.

Die Woche in einem Wort…
Seltsam!

Der Rückblick

Samstag, 28. November 2020
Es war mein einziger terminfreier Tag der Woche, den ich nur für mich nutzen wollte, was mir, ihr ahnt es, nicht gelang, denn es waren noch Geschenke zu besorgen. Nicht für mich, versteht sich. Was ich verschenken wollte, war längst besorgt und angefertigt. Für das Geschenk der Kleinen Frau musste ich herumrennenfahren. Na gut, dann war das eben so. Am Abend brachte ich mir vom ortsansässigen Asiaten Gebackene Ente in Hoisinsoße mit. Die regionalen Medien rufen dazu auf, nicht selbst zu kochen, sondern die Gatronomen der Umgebung zu unterstützen, indem man Essen zum Abholen bestellt. Das tue ich gern, zumindest solange ich mir das noch leisten kann.

Sonntag, 29. November 2020
1. Advent. Die damals noch gültige sächsische Corona-Dings gestattete es uns, mit der Mutti zunächst Adventsgestecke zu fertigen und danach noch gemeinsam Kaffee zu trinken und Stolle zu essen. Sowohl die Anzahl der Personen, als auch der Haushalte lag im Rahmen des damals noch Erlaubten.

Montag, 30. November 2020
Arbeiten in Leipzig. Die Kursteilnehmer haben sich auf mich gefreut. Das tut gut, denn manche von euch wissen, dass ich zu diesem Standort ein etwas gestörtes Verhältnis habe. Am Vormittag kam der Hilferuf aus Cottbus. Ich soll unbedingt zurück kommen, am besten gleich. Das geht natürlich nicht, denn ich habe in Leipzig einen Vertrag unterschrieben, der bis 18. Dezember gilt. Allerdings nicht Vollzeit, also spreche ich mit der Lieblingskollegin und wir hecken einen Plan aus, wie beides möglich wird, L und CB. Sogar meine Donnerstagstermine passen da mit hinein. Etwas wird trotzdem auf der Strecke bleiben: ICH.

Dienstag, 01. Dezember 2020
Ein schwarzer Tag. Die sächsischen Landkreise beschließen eine neue Allgemeinverfügung, die verschärfter ist, als die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen. Wir werden wieder zu Hause eingesperrt. Das Verlassen der Wohnung ist nur noch aus wichtigem Grund gestattet. Im Wesentlichen sind das Arbeiten, Einkaufen und medizinische Versorgung. Wobei das Einkaufen sich auf Lebensnotwendiges beschränken soll. Kleidung ist auch lebensnotwendig, oder?

Im Rahmen von Geschichten erzählen veröffentliche ich den ersten Abschnitt meiner diesjährigen Adventskalendergeschichte. Ich erspare euch hier den Link dazu, weil…

Mittwoch, 02. Dezember 2020
…ich schaffe es, den zweiten Abschnitt der Adventskalendergeschichte zu schreiben. Dafür habe ich leider keine Zeit mehr für Andreas Nadelgeplapper, das mir doch so gut gefällt. Außerdem fehlt mir die Kraft, den nächsten Teil der Geschichte herunter zu tippen, obwohl er schon fest in meinem Kopf ist. Sogar der Schluss ist schon da. Leider fühle ich mich zu kraftlos und gebe es auf. Naja, nicht ganz. Ich werde an der Geschichte weiterschreiben und auch weitere Teile veröffentlichen, aber nicht an jedem Adventskalendertag. Das übersteigt meine mentalen Kräfte.

Donnerstag, 03. November 2020
Dienstberatung. Warum muss ich so sehr kämpfen, um die anderen von der Notwendigkeit der Werbung zu überzeugen. Ich schaffe es nicht. Sie sagen zwar, ja, mach doch, aber eigentlich finden sie es blöd. Sind der Meinung, wir können erst über uns reden, wenn wir Erfolg haben. Wie, bitte, soll der sich denn einstellen, wenn wir nicht über uns reden? Wenn keiner uns kennt oder erfährt, was wir tun können. Jetzt sollen Sponsoren gesucht werden, um mal eine halbe Seite Werbung im renomierten Wurstblatt bezahlen zu können. Was soll das denn bringen? Eine halbe Seite in einer Tageszeitung? Die fliegt am nächsten Tag in den Müll und keiner erinnert sich mehr an uns.
Ich gebe es auf. Auch hier. Scheint meine Woche der Aufgaben zu werden.
Vielleicht bin ich auch nur ausgebrannt und ziehe mich deshalb von Krafträubern zurück.

C. findet mein Gesteck langweilig und ..blöd, so weiß. Das sieht doch nach nichts aus.
Das wirft mich fast um.
SteF findet mein Gesteck schön und edel. Danke SteF. Ich wollte es so weiß, so einfarbig. Wenn ich es anschaue, freue ich mich.

Freitag, 04. Dezember 2020
FREItag. Ein Päckchen mit Lebensmitteln kommt an. Ich koche trotzdem nicht, obwohl ich jetzt tolle Zutaten daheim habe. Der Lockdown geht mir auf die Nerven. Das gesamte Corona-Gedöns geht mir auf die Nerven. Ich möchte nicht den ganzen Tag in der Bude hocken, aber ich habe keinen triftigen Grund, die Wohnung zu verlassen. Also bleibe ich da.
Ich glaube, das, was mich da gerade anfällt, ist eine tiefdunkle Depression. Oder warum fange ich aus dem Nichts an zu heulen?
Mir wird alles zu viel, und gleichzeitig erscheint mir nichts genug.
Zu meinem großen Glück darf ich nächste Woche wieder arbeiten. Da hat das alles wenigstens einen Sinn.

Samstag, 05. Dezember 2020
Draußen scheint die Sonne. Ich werde mich mal auf den Weg machen für ein paar Besorgungen. Einer meiner Lieblingstees ist alle. Da brauche ich Nachschub. Außerdem geht das Waschmittel zur Neige. Und vorhin habe ich meinen Toast trocken gegessen, weil ich nichts mehr zum drauflegen hatte. Den Schinken, den ich irgendwann diese Woche mitgebracht habe, werde ich entsorgen. Der riecht seltsam. Nicht vergammelt, nein, eher, als wäre etwas dran, das nicht dran gehört. Ich bekomme schon von dem Geruch Magenschmerzen. Selbst der Kühlschrank riecht schon danach. Nee, weg damit.
Ich werde mir ein Stück Käse kaufen. Ja, das mache ich.
Und am Abend hole ich mir vielleicht wieder knusprige Ente. Vielleicht.
Ach und dann ist ja heute der 5. und damit wieder Zeit für eine neue Folge WmdedgT?
Na, mal sehen, was ich heute eigentlich den ganzen Tag mache.

Jetzt gibt’s erst mal nen Tee!
Habt ein schönes Wochenende
eure Mira

Samstagsplausch {28.11.2020}

Guten Morgen
Ich freue mich wieder sehr, dass ich am Samstagsplausch bei Andrea teilnehmen kann. Da bin ich nun heute so früh aufgestanden, schon 5:15 Uhr, und sitze doch erst jetzt wieder dran, euch von meiner Woche zu berichten. Ach, ach. Immerhin läuft die Waschfee.
Ach Mist. Telefon, dreiviertel Stunde weg, zusätzliche Aufgaben erhalten… und meine Zeit, die ich mir für den Samstagsplausch nehmen wollte, ist nun auch dahin. *grummel*
Nun aber!
Die Woche in zwei Worten…
Anstrengend!
Entspannend!

Klingt nach Widerspruch, ist es aber nicht. Anstrengend war die Woche, weil ich am Montag und Freitag in der Niederlassung in Leipzig gearbeitet habe {wo ich gar nicht mehr gern bin, weil die Stimmung dort so mies ist} und dazwischen drei Tage in Cottbus war, wo ich sehr gern arbeite, aber eben weder vor der Hinfahrt, noch nach der Rückfahrt frei hatte. Naja, und das empfand ich eben als anstrengend.
Entspannend war die Zeit in Cottbus, weil… Nun, ihr hattet schon mitbekommen, dass ich in der letzten Zeit wieder zunehmend von der Kleinen Frau genervt war, weil sie, altersstarrsinnig, wie sie nun mal ist, permanent versuchte, ihren Kopf durchzusetzen, und dabei andauernd an mir herum zerrte. Als ich aber in Cottbus war, gab es genügend Abstand, so dass ich mich eben wirklich entspannen konnte. Außerdem habe ich eine klare Ansage gemacht, dass sie nicht bei jedem unserer Gespräche wieder vom Essen am 2. Feiertag anfangen soll, weil ich dann nämlich überhaupt nichts koche!
Inzwischen {gestern} hatten wir dann ein klärendes Gespräch und nun hoffe ich, dass Ruhe ist und wir die Adventszeit geruhsam genießen können.

Adventliches
In den letzten Jahren hatte ich nie den Nerv für Adventsdekorationen. Immer war ich gestresst und genervt, weil ich rund ums Jahr ohne Urlaub gearbeitet hatte, sowieso schon reif war, für die Insel und dann noch zu den Letzten gehörte, die in der Firma vor den Feiertagen das Licht ausmachten. Selbstredend kam noch die gesamte Feiertagsvorbereitung dazu, alles heranschaffen, was gegessen werden soll, stufenweise, so wie es gebraucht wird, alles auch zubereiten und zur Mutti verfrachten. Geschenke beschaffen, nicht nur, was ich schenken will, sondern auch noch für alle anderen, wer wem was schenkt koordinieren und am besten auch noch heranschaffen und am allerbesten auch noch verpacken. Wenn alle anderen dann feierten und sich freuten, saß ich entkräftet und deprimiert unterm Baum und wäre am liebsten ganz allein durch den Schnee gewandert, den es leider gar nicht gab.
Letztes Jahr hatte ich diesen ganzen Trubel so satt, dass ich versuchte, eine neue Tradition in der Familie einzuführen. Wir fuhren über die Feiertage weg und trafen uns am Urlaubsort auch noch mit Schwester und Schwager. Das war schön! Es gab gleich zwei positive Nebenwirkungen. Zum einen war meine Adventszeit sehr entspannt, weil ich mich weder um Tannenbaum, noch um Gänsebraten zuu kümmern hatte. Zum anderen, weil wir ja alles hätten mitschleppen müssen, reduzierte sich die gesamte Schenkerei auf liebevoll ausgesuchte {oder hergestellte} Kleinigkeiten. Von mir bekam jeder der Mitreisenden ein Paar Socken und etwas zu naschen, was nicht unbedingt Süßikeiten sein mussten. Gern auch mal ne Salami.
Dies als Tradition zu etablieren, klappte auch, weil alle so angetan waren von der Idee, dass wir das nächste Familientreffen schon für Ostern planten und sogar schon gebucht hatten. Dann kam alles anders!
Und nun sitzen wir wieder zu Hause und wenn wir Pech haben, sogar jeder für sich allein. Und ich habe wieder die Vorbereitung am Hals. Bin damit allerdings schon ein Stück weit gekommen, weil der Gänsebraten schon in der Tiefkühltruhe wohnt und ich auch nicht für so viele Leute planen und organisieren muss, da wahrscheilich kein Besuch kommen darf. Das und das oben erwähnte klärende Gespräch entspannen meinen Adventsstress. Ebenso die Tatsache, dass ich bis auf die 50. KW nicht mehr Vollzeit arbeite.
Und da stelle ich plötzlich fest, dass ich ausgerechnet in diesem seltsamen und teilweise schwierigen Jahr Lust auf weihnachtliche Deko habe. Also habe ich gestern dicke weiße Kerzen und ein Brett besorgt. Nachher hole ich noch Grünes aus dem Garten. Und Perlen, Schleifen und sonstigen Dekokrams habe ich da. Mal sehen, vielleicht finde ich ein Zweiglein mit Hagebutten oder ein paar Kiefernzapfen. Irgendwas findet sich, und dann mache ich mir ein schönes Adventsgesteck.
Ja, da habe ich Lust drauf.
Morgen…
…ist dann die Mutti an der eihe. Sie hatte ich gestern mitgeschleppt zum Kerzenkauf. Da dekorieren wir dann am Vormittag, damit wir es gemütlich haben, wenn wir am Nachmittag Stolle essen wollen.

Jetzt…
…widme ich mich erst mal den zusätzlichen Aufgaben, damit ich die erledigt habe, wenn der Sohn wieder anruft. Dann ist die Wäsche an der Reihe und dann gehe ich auf Tour, ein paar Dinge einsammeln, die ich mir erst heute überlegt habe oder die ich in Muttis Beisein nicht kaufen wollte.
Meine Runde durch eure Blogs hebe ich mir für den Abend auf, gemütlich mit einem Schälchen Tee.

Habt alle ein schönes Wocheende
und bleibt oder werdet wieder gesund.

Samstagsplausch {21.11.2020}

Es ist kalt geworden. Auf der Wiese liegt Reif und ich habe meinen Milchkaffee ganz schnell wieder nach drinnen getragen, bevor er zu Eiskaffee wird.

Die Woche in einem Wort
Heftig!


Die arme Andrea wurde nicht nur in Quarantäne gesteckt, sondern ist tatsächlich erkrankt. Im Vergleich dazu ist alles, was ich erlebt habe, Pillepalle.
Andererseits auch wieder nicht, wenn man bedenkt, was uns allen als Bevölkerung dieses Landes gerade angetan wird. Naja.
Jetzt schreibe ich hier erst mal ein paar Gedanken und Erinnerungen an die Woche auf und bringe sie zum Samstagsplausch, auf den ich mich jede Woche immer wieder freue.

Der Rückblick

Samstag, 14. November 2020
Ich wollte auf eine ungestörte Einkaufstour gehen, weil ich all das einsammeln wollte, was ich unter der Woche bei Touren mit Mutti immer vergessen hatte. Da kam einiges zusammen, weil es mittlerweile so ist, dass ich, wenn ich die Alte Frau dabei habe, nur noch für sie dazusein habe. Sie stellt sich mitten in den N-Markt und piepst "Kaffeesahne" und dann habe ich loszulaufen und ihr drei Fläschchen Kondensmilch zu bringen. Inzwischen hat sie aber ihren Standort geändert und ich darf durch die Gänge kurven und sie suchen. Das ist doch kein Einkaufen nich!
Deshalb an jenem Samstag mein Alleingang.
Allerdings! Nachdem ich im Drogeriemarkt richtig viele Dinge gekauft hatte, auch solche, von denen sie nach einem Kontrollbliock in meinen Korb mit Sicherheit behauptet hätte: Das brauchst du doch alles gar nicht!, stand ich in der Sonne auf dem Parkplatz und dachte, dass ich ein egoistisches Miststück sei, wenn ich sie bei diesem wundervollen Wetter in ihrer Wohnung sitzen lasse. Also nahm ich sie auf den Rest der Tour dann doch mit. Und siehe da, sie hatte schon wieder einen dicken Einkaufszettel.
Nein, ich weiß, ich bin nicht egoistisch, eher denke ich viel zu selten mal an mich. Das muss ich mir erst angewöhnen und gleichzeitig der Mutti abgewöhnen, mich immer so zu scheuchen. Gegen ihre Manipulations- und Erpressungsversuche muss ich mir ein dickes Fell wachsen lassen. Nur wächst das eben sehr langsam. *zwinker*

Sonntag, 15. November 2020
Am Sonntag gabe es dann unsere Martinsgans. NEIN, wir haben nicht gegen die Corona-Regeln verstoßen.
Sachsen ist, soweit ich das überblicken kann, das einzige Bundesland, in dem es bei den Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte einen Zusatz gibt "…oder ein Haushalt und maximal 5 weitere Personen auch aus unterschiedlichen Haushalten…" Nun, wir waren insgesamt nur zu viert und lagen damit innerhalb dieser Einschränkungen. Ich hoffe und wünsche mir für uns alle, dass dieser Zusatz für alle Bundesländer übernommen wird, damit ein stilles, geruhsames Weihnachtsfest im Kreise der engsten Familie möglich wird, ohne dass wir gerade unsere einsamen Alten ganz allein lassen {müssen}.

Montag, 16. November 2020
Die Arbeitswoche in Cottbus begann recht entspannt. Prüfungsvorbeitung stand auf dem Programm und funktionierte auch recht gut. Manchen haben leider noch immer Probleme mit der Kalkulation im Hundert. Da mussten ein paar Eselsbrücken her. Ich hoffe, die waren einprägsam.
Den Nachmittag und die immer noch wärmenden Sonnenstrahlen genoss ich auf einer Bank vor der Pension, während ich auif meinen Zimmerschlüssel wartete. Sonst hatte ich mir den immer im Restaurant abgeholt, aber das ist ja nun geschossen.
Deshalb gab es zum Abendessen auch nur eine Instantsuppe auf dem Zimmer. Eine große Tasse und den Wasserkocher hatte ich extra mitgeschleppt.

Dienstag, 17. November 2020
??? Der Dienstag ist schon wieder aus meinem Gedächtnis gefallen. Ich habe gerade mal nachgelesen, was ich {außer der Arbeit} an diesem Tag getrieben habe.

Mittwoch, 18. November 2020
Der Mittwoch war für mich ein schwarzer Tag. Immerhin mit einer gehaltvollen Diskussion.

Donnerstag, 19. November 2020
Der Donnerstag plätscherte dahin. Ich habe bewusst Abstand von politischen Diskussionen gehalten, weil mir die Kraft dazu fehlte. Gegen 21.30 Uhr erreichten mich dann ein paar Fake-News, die Freunde mir zuspielten, die darüber sehr entsetzt waren, weil sie nicht erkannt hatten, dass es Fakes waren.
Und schwups war die Diskussion wieder im Gange und raubte mir bis weit nach Mitternacht den Schlaf.
Tja, da fallen mir immer wieder Heines Nachtgedanken ein, wobei nur die erste Strophe für mich derzeit zutreffend ist.

Freitag, 20. November 2020
Am Freitag werden die Faulen fleißig meinte eine Teilnehmerin. Das hatte wirklich den Anschein, denn pausenlos klingelte das Telefon und alle möglichen Anfragen stapelten sich, die ich im Laufe der Woche gern bearbeitet hätte, die nun aber alle noch auf den letzten Arbeitstag der Woche sein mussten. So wüst, wie an diesem Tag hatte mein Schreibtisch die ganze Woche nicht ausgesehen.
Freitag ab eins… wurde es dann ruhig. Ich schaffte bis 15 Uhr alles abzuarbeiten. Der Chef hatte mir schon 13.30 Uhr ein e gute Heimfahrt gewünscht. Die hatte ich dann auch, denn als ich startete, schein die Sonne, auch wenn es recht kalt geworden war. Das Auto hat schließlich ne Heizung, also stand einer entspannten Fahrt nichts im Wege.
Am Abend musste ich natürlich einige Telefonate führen und bekam gleich wieder meine Marschrichtung für den Samstag vorgegeben. Die Alte Frau kann es nicht lassen. Allerdings habe ich festgelegt, wann ich was mache. Und das wird anders sein, als sie sich das vorstellt. Da muss sie d
durch!

Samstag, 21. November 2020
Ich muss mich sputen, denn ich habe zugesagt, gegen 10.30 bei der Mutti zu sein, um ihr den Kopf zu waschen die Haare zu waschen. Danach setze ich sie unter die Haube und dann kann sie sowieso nicht raus bei der Kälte mit frisch gewaschenen Haaren. Also kann ich mich dann erst mal wieder um meine Belange kümmern. Da ist auch noch einiges zu tun, Wäsche, Einkauf, Haushalt. Aber eben meins.

Ich wünsche euch allen ein angenehmes und selbstbestimmtes Wochenende.
Bleibt oder werdet gesund.

Eure Mira