Jeden Moment was Neues

Kollege XYZ hat den Chef überzeugt, dass wir doch einen virtuellen Klassenraum brauchen. Diesen hat er eben getestet und mich dazu eingeladen. Alles hat gut funktioniert, bis auf meine Kamera. Aber die benötigen wir ohnehin nicht. Viel wichtiger ist, dass wir den Leuten zeigen können, was auf unserem Bildschirm passiert. Und das können wir. Nicht nur der Kollege XYZ, sondern auch ich. Er setzt alles daran, dass ich wieder einsteigen darf und dann auch darauf vorbereitet bin.
Ich bin sehr gespannt, wie das weitergeht.

Der Verrat

Am Freitag, 13. März, eine halbe Stunde vor Feierabend, bat der Chef mich zu sich. Da man nicht einschätzen könne, wann nach der voraussichtlichen Schließung der Schulen auch die Bildungsträger der Erwachsenenqualifizierung geschlossen werden müssen, wollten wir uns darauf vorbereiten, eventuell im Home Office weiter zu unterrichten. Ich sollte über das Wochenende alles vorbereiten, damit ein solcher Unterricht durchgeführt werden kann. Listen zu erstellen, aus denen hervorgeht, welche Ausbildungsmodule bei den einzelnen Teilnehmern in den nächsten Wochen auf dem Plan stehen, wäre Aufgabe der Kollegin Wirbelwind gewesen. Schon immer. Nur hat sie dies in den letzten Jahren immer mir überlassen, weil sie chronisch überlastet war und ich diese Aufstellungen brauchte, um überhaupt arbeiten zu können. Also habe ich sie selbst erstellt und gepflegt, und das für jeden neuen Teilnehmer. Natürlich auch jetzt.
Am Montag, 16. März wurde die Kollegin Wirbelwind vom Chef höchstpersönlich aufgefordert, mir eine Mail weiterzuleiten, die Links zu virtuellen Workshops enthielt, in denen es darum ging, den Online-Unterricht technisch umzusetzen. Daran sollte ich unbedingt teilnehmen. Selbstredend außerhalb der Arbeitszeit, weil wir ja bislang in der Firma noch genug zu tun hatten. Muss ich jetzt erwähnen, dass die Kollegin Wirbelwind "nicht dazu kam", die Weisung des Chefs zu befolgen? Die Mail bekam ich trotzdem, von einem Kollegen. Natürlich nahm ich auch am Worshop teil. Klar doch, schließlich wollte ich meine Teilnehmer optimal weiterbetreuen.
Am Dienstag, 17. März sollte ich schon vor Arbeitsbeginn zum Chef kommen. Man wisse noch nicht, ab wann die Sächsische Landesregierung die Allgemeinverfügung zum Vollzug des Infektionsschutzgesetzes umsetzten wird, rechne aber damit, dass dies bereits zu Mittwoch passieren werde und dann auch unser Bildungträger geschlossen werden müsse. Wenn jedoch keine Teilnehmer mehr da sind, könne er mir natürlich auch kein Honorar mehr zahlen. Das war mir klar! Meine Stimme troff vor Sarkasmus. Er jedoch war nicht in der Lage, diesen zu erkennen. Er strahlte ich an: Danke, dass Sie das so sehen. Andere Mitarbeiter waren nicht so vernünftig wie Sie. Hä??? Es hätte tausend Fragen gegeben die ich ihm hätte stellen können. Vernünftig??? Und welche Kollegen? Die hochbezahlten Coaches, die maximal 10% so erfolgreich sind, wie ich? Die mir sagten, sie wollten den Job unbedingt weitermachen, weil man für viel Geld wenig tun müsse? Meinte er die? Stattdessen teilte ich ihm mit, dass ich bestens auf den Online-Unterricht vorbeitet bin. Er klärte mich darüber auf, dass wir diesen nicht so einfach durchführen dürfen, weil unsere Kurse bei der Bundesagentur für Arbeit nicht als Online-Kurse zertifizeirt seien und dass sich die Firmenzentrale nun um eine Nachzertifizierung bemühe, dies aber dauern könne.
Zu Mittag teilte mir die Kollegin Wirbelwind mit, dass sie 12.45 Uhr mit dem Kollegen XYZ zu mir kommen und mit meinen Teinehmen sprechen wollte. Zehn Minuten später traf ich den Chef auf dem Flur. Er bat mich noch einmal in sein Büro, um mir mitzuteilen, dass nun der Fall, den wir am Morgen besprochen hatten, eingetroffen sei. Wir würden ab sofort die Teilnehmer nach Hause schicken. Ich dürfte am Mittwoch noch einmal zur Arbeit kommen, um alle offenen Vorgänge abzuschließen. Ab Donnerstag sollte ich dann zu Hause bleiben. Natürlich ohne einen Cent. Wir würden aber in Verbindung bleiben und sobald das Amt den Online-Unterricht genehmigt, werde er mir Bescheid geben. Dabei hatte das Amt die Genehmigung längst erteilt und er wusste das!

Als wenig später Kollegin Wirbelwind und Kollege XYZ mit meinen Teinehmern sprachen, meinte die Kollegin, dass die Bundesagentur am Vormittag kurzfristig und unbürokratisch den Online-Unterricht genehmigt hatte. Weiter kam sie nicht, weil sie heulen musste. Der Kollege übernahm es dann, den Teilnehmern mitzuteilen, wie das in den nächsten Tagen ablaufen werde. Nicht so, wie ich es vorbereitet hatte. Er werde per Mail Zeitfenster mitteilen, in denen die Teilnehmer anrufen können, falls sie Probleme haben. Ansonsten lässt er sie allein. Das hat er natürlich nicht gesagt. Auch nicht, dass dem Chef das Virtuelle Classenzimmer zu teuer ist. Weiterunterrichten – ja, aber nur, um das Geld vom Amt zu kassieren. Wie es den Teilnehmern dabei geht und ob sie etwas lernen, ist vollkommen egal.
Dem Kollegen XYZ war es unglaublich peinlich, dass er mir sozusagen meinen Job wegnehmen musste. Auch, dass der Chef es ihm überlassen hatte, mir das mitzuteilen. Er hatte den Chef gebeten, selbst mit mir zu sprechen, was dieser ja auch getan hat. Nur dass er eben nicht ehrlich war, was wiederum der Kollege XYZ nicht wusste.

Und nun sitze ich hier und habe keine Ahnung, wovon ich im April die Miete bezahlen soll. ALGII beantragen kann ich nicht ohne Weiteres, weil die Ämter keinen Puplikumsverkehr mehr zulassen. Ruft man an, kommt eine Bandansage, dass man nicht anrufen soll, weil die Mitarbeiter genug damit zu tun haben, die laufenden Anträge zu bearbeiten. Klar kann man Anträge online stellen. Dazu muss man sich auf einem Portal anmelden und bekommt dann einen PIN-Code zur eindeutigen Identifizierung. Dieser wird aus Sicherheitsgründen per Post versendet. Dauert also noch. Na, ich bin gespannt.
 
 
Jetzt
…werde ich erst einmal mit der kleinen Frau frühstücken. Das sieht so aus, dass ich mir einen Kaffee mache und sie dann anrufe und mit ihr schwatze, während jede von uns in ihrem Wohnzimmer hockt und Kaffee schlürft.
Bleibt gesund.
Eure Mira

Der Mittwoch…

…wird der letzte Sommertag des Jahres, hieß es am Morgen im Radio. Fahren Sie an den See oder gehen Sie in den Park. Nutzen Sie diesen letzten schönen sommerlich warmen Tag! Wer kann das schon an einem Mittwoch? Die meisten von uns müssen arbeiten und haben erst Feierabend, wenn die Sonne sich schon wieder verabschiedet.
Ich war immer dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen. Bin ich immer noch. Außerdem war ich der Meinung, wenn es soweit ist, muss die "Winter"zeit beibehalten werden, weil dies für unseren Längengrad die tatsächliche Normalzeit ist. Auch dieser Meinung bin ich immer noch. Wenn ich dann allerdings 20 Uhr auf meinem Balkon Wäsche aufhänge und feststelle, dass es schon fast dunkel ist, dann erschreckt mich das sehr, bedeutet es doch, dass es normalerweise schon 19 Uhr so düster wäre. Hilfe. Da hat man ja gar nichts mehr vom Tag/Feierabend. Ich weiß gar nicht, weshalb mir das in diesem Jahr so besonders auffällt. Vielleicht, weil ich nicht viel vom Sommer hatte wegen all dieser Unmöglichkeiten mit der Wohnung?
Jetzt geht es zumindest erst mal hinaus in die Sonne, ins Auto, in die unsäglichen Staus und Umleitungen dieser Stadt. Auf meinen möglichen Heimwegen sind mittlerweile so viele Straßen gesperrt, dass ich zunächst in die komplett entgegengesetzte Richtung fahren muss, um in einem riesigen Bogen irgendwann mal eine befahrbare Strecke zu erreichen. Massenweise zusätzliche Kilometer.
Soviel zum Umweltschutz.

Blaue Flecke auf der Seele

Ich habe versucht, mich am Wochenende zu erholen. Ich habe es wirklich versucht. Dringend notwendig wäre das, bei meinem derzeitigen Arbeitspensum. Gelungen ist es mir nicht.
In der Nacht zum Sonntag habe ich es zwar auf erstaunliche fünfeinhalb Stunden Schlaf gebracht, aber gereicht hat das nicht. Ich war trotzdem den ganzen Tag müde. Ebenso am Samstag.
Über allem liegt ein dunkler Schatten. Leider geht der auch nicht weg, wenn ich mir immerzu einrede, dass das alles gut werden wird und ich schon noch eine ordentliche Wohnung finden werde, die nicht nach Moder riecht und in der kein lautes Dauergeräusch aus dem Keller zu hören ist.
Gestern habe ich mich für 5 Wohnungen beworben. Natürlich habe ich außer den automatischen Antwortmails noch nichts gehört. Nun kann ich nur hoffen, dass sich morgen jemand meldet.
Am Abend war ich noch Eis essen. Das habe ich gebraucht, obwohl es für meine Kalorienbilanz nicht gut war. Das war mir in dem Moment egal. Das ist mir selbst jetzt noch egal.
Ich habe eben meine Dienstpläne bis Juli fertig gestellt. Ja, ich muss die Planung selbst machen. Die Kollegen reichen mir "nur" die Aufträge rüber und geben mir den jeweiligen Zeitrahmen, in dem sie spätestens erledigt werden müssen. Wie ich das dann in meinen Arbeitswochen unterbringe, muss ich selbst schauen. Fairerweise muss ich sagen, dass die Lieblingskolleging mir die Aufträge nicht mehr einfach rein reicht, sondern vorher fragt, ob ich sie überhaupt übernehmen kann. Für ihre Anfrage vom Freitag Mittag musste ich sie auf morgen früh vertrösten, weil ich die Pläne nur bis Ende Mai fertig hatte. So habe ich eben heute die Pläne für die nächsten beiden Monate aufgestellt und siehe da, ich kann den Auftrag unterbringen. Der ganz extreme Stress dauert nur noch bis nächste Woche. Wenn die Feiertage endlich vorbei sind, habe ich schließlich einen Wochentag mehr für meine Arbeit zur Verfügung. Und Mitte Mai endet dann der Auftrag in Torgau, so dass die langen Fahrtzeiten wegfallen und ich wieder zu einem 8-Stunden-Tag zurückkehren kann. Bis dahin halte ich hoffentlich noch durch.

Jetzt gehe ich erst mal ins Bett und hoffe inständig, dass ich schlafen kann.

Störungen Teil 2

Das ist ein Ding!
Ich hatte erwähnt, dass in der Nacht zum Montag plötzlich die Verbindung zum Internet abriss und auch nicht wiederkam. Nachdem sich auch am Dienstag nichts tat, konnte es "eigentlich" keine Störung beim Anbieter sein, denn einen so langen Ausfall hatte ich bei diesem Anbieter ein einziges Mal erlebt, und das ist schon fast 20 Jahre her. Heute passiert so etwas nicht mehr oder wird sehr schnell behoben. Anrufe beim Service ergaben Wartezeiten auf den nächsten freien Mitarbeiter von 2 Stunden und mehr. Das war dann der Punkt, an dem ich eine Freundin zu Hilfe rief, deren Mann bei eben diesem Anbieter arbeitet. Er half mir dann heute Morgen sehr unbürokratisch, sozusagen auf dem kurzen Dienstweg, was bedeutet, dass ich keine Wartezeiten mehr in Kauf nehmen musste. RIESEN DANK DAFÜR.
Dabei stellte sich dann heraus, dass es überhaupt keine Störung gegeben hatte. Nein, mein Anschluss war einfach abgeschaltet worden. Und ja, aus Sicht des Anbieters war das völlig korrekt.
Man hatte mir nämlich schon letztes Jahr im September {also durchaus rechtzeitig} mitgeteilt, dass mein Tarif, den ich schon an die 15 Jahre habe, nicht mehr angeboten wird {ist auch technisch völlig veraltet, was mir nur deshalb nie auffiel, weil ich den Anschluss ausschließlich für Internet nutzte}. Mit diesem Schreiben hatte man mich wohl gebeten, mich zu melden, um einen neuen Tarif zu vereinbaren. Nur habe ich auf dieses Schreiben nicht reagiert, weshalb dann im Oktober die Kündigung erfolgte, auf die ich auch nicht reagiert habe. Im Februar unternahm der Anbieter einen letzten Versuch und erinnerte mich an die bevorstehende Abschaltung. Da ich auch darauf nicht reagierte, wurde die Abschaltung dann eben ausgeführt. Man musste schließlich davon ausgehen, dass ich den Anschluss wirklich nicht mehr möchte.
Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, warum ich so überrascht war, wenn sich das alles schon lange im Vorfeld angekündigt hatte. Ganz einfach: Ich habe kein einziges dieser drei Schreiben erhalten. Das ist nun schon das dritte Mal innerhalb eines Jahres, dass mir Post nicht oder mit extremer Verspätung zugestellt wird. Ich hatte darüber bereits berichtet. Beim ersten Mal, oder sagen wir besser, beim ersten Mal, kamen am 25.5.2018 drei Briefe gleichzeitig bei mir an. Der älteste trug den Poststempel vom 22.12.2017, der jüngste den vom 11.04.2018.
Am 07. Februar 2019 erhielt ich einen Packen von zwölf Briefen. Dabei war auch der Steuerbescheid vom 21.09.2018. Da ich diesen nicht rechtzeitig erhalten hatte, um die Steuer fristgemäß zu entrichten, hatte ich einen saftigen Verspätungszins zahlen müssen. Das Schreiben war pünktlich angekommen. Also, es ist nicht so, dass ich gar keine Post erhalte. Es kommt schon auch einiges an. Aber immer wieder bekomme ich "Sammelzustellungen" mit Briefen aus einem halben, bis dreiviertel Jahr. Wobei ich natürlich keine Ahnung habe, wie viele Briefe mich überhaupt nicht erreichen.
Meine Kollegin fand heute nach längerem Suchen heraus, wo man sich bei der Post beschweren kann. Es gibt da tatsächlich eine Telefonnummer. Ich bin gespannt, wie lang dort die Wartezeiten sind. Ausprobieren werde ich das morgen Vormittag. Und dann werde ich berichten.

Ach so, mein Internetanschluss wird neu geschaltet. Allerdings erst am 30. März. So lange bin ich dank der ***** Post überwiegend offline.

Störungen

Die letzte WP-Aktualisierung hatte zur Folge, dass meine E-Mail-Benachrichtigung über neue Einträge nicht mehr funktionierte. Ich hatte das nicht einmal gleich bemerkt, doch dann kamen Anfragen, warum ich so still geworden bin und Hinweise aus der Bevölkerung 😉
Als ich versuchte, das Ganze wieder zu richten, fiel mir auf, dass nicht einmal mehr das Formular in der Seitenleiste verfügbar war. Nun habe ich eine Weile gebastelt und hoffe, dass alles wieder funktioniert. Und genau das versuche ich jetzt mit diesem Eintrag zu testen.

Eine weitere Störung ereilte uns heute kurz nach Mitternacht. Da fiel das Internet aus und konnte bisher auch noch nicht reaktiviert werden. Selbstredend erreicht man beim Magenta-Riesen niemanden. Ich will mal noch nicht meckern, denn es lief jetzt jahrelang störungsfrei. Aber ärgerlich finde ich, wenn dann mal was ist, dass man da gar niemanden erreichen kann, ewig in Warteschleifen hängt, um am Ende bei einer Ansage zu landen, die meint: Versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal. Und dann noch der freche Hinweis: Sie können ihr Anliegen auch auf unserer Internetseite hinterlassen. Wie denn, wenn genau das nicht funzt?

Naja, vielleicht ist es behoben, bis ich heute Abend heim komme. Und wenn nicht, mache ich dann morgen Theater. Heute habe ich dazu keinen Nerv.

Editiert:
Also, das Plugin für die Mail-Benachrichtigungen funktioniert immer noch nicht.Man kann sich zwar anmelden, wird aber nicht benachrichtigt. Hm. Dann sollte ich das vielleicht in Zukunft anders lösen.

Stürmischer Montag…

…in mehrerlei Hinsicht.
Als ich am Morgen aus dem Haus trat, heulte der Wind um mich herum. Ich stellte mir vor, am Meer zu sein und am Strand entlang zu laufen, der aufgehenden Sonne entgegen. Herrlich.
Schön, wenn ein Tag so beginnt.
Als ich dann die Autotür öffnete, um meine Taschen auf dem Beifahrersitz abzustellen, wirbelte der Wind ein paar leere Hüllen heraus, von den Glückskeksen, die die Hexe gefuttert hatte.
Das Glück vom Winde verweht?
Noch eine Freude bereitete mir den Sohn, der anrief, während ich zur Arbeit fuhr. Ich mag solche Anrufe. Meine Schwester macht das auch manchmal, so früh anrufen. Dann habe ich angenehme Unterhaltung, während ich unterwegs bin.
Für die Heimfahrten spricht mir Catrin öfter Nachrichten auf. Das ist auch immer schön.

Stürmisch ging es dann wiederum in der Firma zu. Die Lieblingskollegin rief an, als ich gerade dabei war, mir einen Parkplatz zu suchen. Sie bekam "meinen" Rechner nicht in Gang, weil irgendetwas mit den Updates nicht stimmte. Ich hetzte also eiligst in die Firma, um ihr zu helfen. Nachdem die erste Hürde genommen war, taten sich schnell weitere auf, befeuert durch die Ungeduld des Gastdozenten, der einerseits meinte, alles besser zu wissen, andererseits aber nicht einmal das Passwort richtig eingeben konnte. Und an allem sollte die Lieblingskollegin schuld sein. War sie definitiv nicht.

Ich habe für diese Woche den schönsten Schulungsraum, den wir hier am Standort haben. Die Wände sind in zartem, frühlingshaftem Grün gehalten. Die Fenster gehen auf den Fluss hinaus. Das Netzwerk ist eine mittlere Katastrophe, doch damit habe ich gelernt umzugehen.

Zum Feierabend meldet sich die Katl. Das freut mich sehr. Später lese ich mein Buch zu Ende. Ja, für das erste der drei ausgeliehenen Bücher habe ich nur drei Tage gebraucht. Ebenfalls seit drei Tagen stricke ich an einer neuen Restesocke. Das wurde auch Zeit, denn in den letzten zwei oder drei Wochen habe ich keine einzige Socke gefertigt. Dabei kann ich immer Nachschub brauchen, und der Sohn auch.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Donnerstags ist nur äußerst selten zeitig Feierabend, denn nach der Arbeit ruft die Pflicht, mit Mutti einkaufen zu fahren, auch dann, wenn sie eigentlich nichts braucht. Meist wird das dann recht nett, weil sie sich meist irgend eine Suppe für mich ausdenkt {ich liebe Suppen, und sie ist da sehr kreativ} oder weil wir vor dem Einkauf noch in die Bücherei gehen. Ich bin gern da. So auch diese Woche. Also, so war es zumindest geplant.
Ich war gerade von der Arbeit losgefahren, als der Sohn anfragte, ob ich ihn vielleicht aus dem Garten abholen und mit zur Oma nehmen möchte. Er weiß, dass ich solch eine Bitte nie ablehnen würde. Dumm war nur, dass ich zum Garten eine ganz andere Strecke hätte nehmen sollen, bei der ich zwei verstopfte Kreuzungen [die sind an jedem Feierabend richtig, richtig verstopft] und einen Bahnübergang hätte vermeiden können. Das ging nun nicht und ich musste mich in der Blechlawine anstellen. Trotzdem waren wir erstaunlich früh bei Mutti, die sich natürlich freute, dass der Sohn mitgekommen war, da sie für ihn einige kleine Reparatur-Aufträge hatte. Er kümmerte sich darum, wir fuhren los, trafen uns an der Bücherei noch kurz mit Katl, die mir ein paar Kleinigkeiten übergab, die wir tags zuvor vergessen hatten.
Im N-Markt schob ich dann meinen leeren Wagen durch die Gänge, weil ich wirklich nichts brauchte, Mutti aber nicht allein hinein gehen wollte. 😉
Wieder bei ihr angekommen, entlastete mich der Sohn sehr, indem er das Mineralwasser nach oben trug und auch die Tasche mit den restlichen Einkäufen. Dafür hatte er dann den nächsten Wunsch. Er wollte unbedingt die Geranien, die in Muttis Keller überwintert hatten, in den Garten bringen. Mir erschien das zu früh, aber er wollte es so gern und hatte es auch schon vorbereitet. Also noch mal los in Richtung Garten. Nachdem das erledigt war, kam die Frage, ob wir noch Gips holen können, denn den braucht der Sohn, um die restlichen kleinen Reparatueren bei Oma auszuführen.
Okay. Fahren wir in den Baumarkt.
Und dann könnten wir noch zusammen Abendbrot essen!
Ich wollte gar kein Abendbrot, denn ich hatte ja bei Mutti die Suppe gefuttert. Dem Sohn stand der Sinn nach asiatisch. Auf dem Rückweg vom Baumarkt hätten wir von einem Stand vor dem Kaufmannsladen etwas mitnehmen können. Doch dann meinte er: "Ich würde aber lieber bei dir zu Hause dein selbstgemachtes Asia-Essen haben."
Ooookayyy Dafür mussten wir aber noch mal zum N-Markt, denn dazu brauchte ich Gemüse und Hähnchenbrust.
Daheim musste ich dann erst einmal schnell den Abwasch wegmachen, damit ich wieder Platz zum Kochen habe. {Wie werde ich das genießen, dass die künftige Wohnung eine viel größere Küche hat.} Das Kochen ging dann schnell. Der Sohn fragte immer wieder, ob er mir irgendwie helfen könnte, aber in der winzigen Küche wären wir uns wohl gegenseitig auf die Zehen getreten. Außerdem passen, wenn ich Glasnudeln mit Gemüse und Hühnchen mache, alle Handgriffe ineinander, so dass ich bzw. das Essen dann im Handumdrehen fertig war.
20.15 Uhr
Wir hatten gegessen und der Sohn hatte sich auf der Couch ausgestreckt. Sein Freund, der ihn abholen und in seine Wohnung bringen wollte, hatte sich nicht noch einmal gemeldet und mich wollte er wohl nicht noch einmal los scheuchen. Selbst kam ich irgendwie auch nicht auf die Idee, es ihm anzubieten. So saß ich dann allein am Küchentisch und ließ langsam Ruhe einkehren.
Es war kein schlechter Abend, wir haben viel erledigt, ich war mit lieben Menschen zusammen und habe lecker gegessen. Ich konnte zufrieden sein. Aber es war der zweite Abend in dieser Woche, an dem ich ständig am Umdisponieren war und immer noch etwas und noch etwas hinzu kam. Da kommen mir dann schon so Gedanken, dass ich das bitte nicht dauernd haben möchte. Zumindest sollte es möglichst nicht häufiger sein, als jetzt schon.

Wie hieß es so schön…

..bei Grönemeyer? Bleibt alles anders. So könnte man auch meinen Dienstag-Feierabend beschreiben. Denn es wurde mal wieder alles ganz anders als geplant, und damit war es ja wieder mal wie immer.
Meine wundervolle Junghexe hatte Geburtstag. Dreizehn!!! Für eine junge Hexe wohl eine bedeutungsvolle Jahreszahl. Finde ich.
Sie hatte mir schon in der letzten Woche erzählt, dass sie an diesem Tag nicht zu Hause sein würde. Ein Ausflug stand auf dem Plan. Sinnvoll, zumal im Sachsenlande noch Schulferien sind. Wir verfielen deshalb auf die Idee, am Wochenende mit dem Hexenmädchen fein essen zu gehen.
Nun erhielt ich am Dienstag Vormittag vom Sohn die Nachricht, der Ausflug sei auf Donnerstag verschoben und ob wir am Nachmittag zum Kaffee kommen wollen.
Hach. Das wollten wir natürlich. Klar. Nur hätte ich das zu gern schon gestern gewusst, denn dann hätte ich das Geschenk am Morgen mit zur Arbeit nehmen können, um dann zum Feierabend direkt zum Mädel zu fahren.
Okay, ratter ratter macht das Hirn und disponiert um und erfragt Öffnungszeiten einer bestimmten Lokalität und und und. Dann steht der neue Plan.
Ich mache sehr, sehr pünktlich Feierabend, düse zum Sohn und bin schon 15.40 Uhr dort, damit wir unsere eigene Vorgabe zwischen 16.00 und 16.30 Uhr einhalten können. Der Sohn hat so früh noch gar nicht mit mir gerechnet und braucht noch ein Weilchen. Kurz nach vier kommen wir bei der Hexe an, nur da hatte man inzwischen auch noch einmal umdisponiert und war gar nicht da. Hm?
Der Sohn hatte ohnehin schon angekündigt, nicht allzulange zu bleiben, weil er noch verschiedenes erledigen und dann mit zu mir kommen wollte, um da auch zu übernachten, da er für den nächsten Morgen gleich Erledigungen in T. geplant hatte. Dafür passte es. Wir fuhren also wieder ab und über verschiedene andere Optionen kamen wir zuletzt darauf, noch in den Garten zu fahren, die letzten Sonnenstrahlen des Nachmittags zu genießen und dann den Grill anzuwerfen.
Gedacht, getan, wobei wir unterwegs noch verschiedenes zu tun hatten, so dass die Sonne schon recht tief stand, als wir endlich draußen ankamen.
Was für ein Durcheinander.
Dann aber kehrte Ruhe ein. Die Nachbarin brachte ein Pfirsichbäumchen vorbei, der Sohn stellte mir einen Milchkaffee hin. Ich machte es mir bequem. Der Sohn heizte den Grill an, und als sein Freund bei uns eintraf, wurde lecker gegessen. Hühnchen.
Wenn die Sonne versunken ist, wird es natürlich schnell kalt. Da muss man sich warm einmummeln, um nicht zu frieren oder sich {wieder einmal} zu erkälten. Der Sohn hatte eine noch viel bessere Idee. In der tief ausgegrabenen Feuerstelle um den alten Koniferenstubben herum schichtete er altes Holz auf und entzündete ein Lagerfeuer. Da ließ es sich gut sitzen und träumen und den etwas hektischen Tag in Ruhe ausklingen lassen.
Mitten in der Woche ein kleiner Urlaub.