Mitten in der Nacht
Es ist schon Sonntag. Geplauscht habe ich an diesem Samstag nicht und wollte das jetzt nachholen. Wie verwundert war ich, als ich den Plausch vom letzten Samstag nicht fand. Ich blätterte den Blog durch, bis mir auffiel, dass ich letztes Wochenende doch bei der Schwester war und deshalb nicht geplauscht und nicht gebloggt hatte. Und diese Woche?
Da ich seit Montag jeden Tag, teilweise sogar mehrfach, gebloggt hatte, war der übliche Wochenrückblick nicht zwingend erforderlich. So stand ich nicht mitten in der Nacht auf, um den Plauschbeitrag zu schreiben und dann hatte ich {beinahe} verschlafen und musste mich sputen, um pünktlich beim Lieblingsschrauber zu sein. Ich drückte ihm meinen Autoschlüssel in die Hand und stapfte davon. Mit Fußweg, zwei Straßenbahnen und weiterem Fußweg war ich anderthalb Stunden später wieder zu Hause.
Noch unterwegs hatte ich mir vorgenommen, als erstes Kaffeewasser aufzusetzen, dann die Waschfee zu füttern und danach mit Adventskalenderbuch und -Kerze meinen Kaffee zu genießen.
Nix wars. Keine Waschfee, kein Kaffee. Nur das Buch, über dem ich einnickte.
Am Nachmittag klingelte es. Die Frau des Lieblingsschraubers holte mich ab und brachte mich zur Werkstatt. Ich hab mein Auto wieder. Jippie.
Wieder daheim fragte der Sohn, was es zum Abendessen gibt. Hm. Ich hätte nichts gemacht, für mich allein. Nach seiner Frage stellte ich mich in die Küche und zauberte Chili con Carne.
Dann kam noch ein wenig Papierkram an die Reihe. Und dann war der Samstag um. Ohne Adventskalender, ohne Geschichte. Mit schweren Gedanken.
Ich muss etwas ändern. Zwischen Vollzeitjob, täglichen zweieinhalb Stunden Wegezeit und der daraus resultierenden Erschöpfung bin ich beinahe verloren gegangen.
Der Besuch bei der Schwester letzte Woche war ein Schritt in die richtige Richtung. Ich muss mehr raus. Vor der OP war ich dauernd unterwegs. Seither bin ich zur Couch-Kartoffel mutiert. Das bin aber nicht ich.
Auch der Sohn meinte heute: Du musst raus! Ja! Muss ich!
Schreiben will ich aber auch. Ich bin Gabi schon zwei Adventskalender-Geschichten schuldig. Vanille und Gold.
Jetzt versuche ich erst einmal, diesen Eintrag noch bei Andrea zu verlinken und wünsche euch allen ein schönes Restwochenende
Eure Mira
Gebloggt in dieser Woche
Freitag: Novembernotizen – 28.11.2025
Montag: Der 49. Montag
Dienstag: Drabble am Dienstag – 02. Dezember
02. Dezember 2025 – Adventskalender
Mittwoch: Dezembernotizen – 03.12.2025
Check Out – Check In Oktober – November – Dezember 2025
03. Dezember 2025 – Adventskalender
Donnerstag: Dezembernotizen – 04.12.2025
Freitag: 04. Dezember 2025 – Adventskalender
Dezembernotizen – 05.12.2025
Freitagsfüller – 05.12.2025
WmdedgT im Dezember 2025
Autor: Mira Wunder
WmdedgT im Dezember 2025
Freitag, 05. Dezember 2025
Wie immer am 5. des Monats ist WmdedgT an der Reihe.
04:40 Uhr
Ich muss ins Bad. Danach lohnt es nicht, mich nomals hinzulegen. Ich suche Kleider heraus, schreibe Guten-Morgen-Grüße. Dann ist der Sohn wach und wir unterhalten uns kurz über die Hexe und die Sorgen, die wir uns um sie machen. Dann muss ich los.
Unterwegs ruft die Schwester an. Das ist schön.
07:00 Uhr
Die übliche Runde im Spielzeugland. Rollos hoch, Fenster auf. Die Heizung arbeitet immer noch nicht. Lüften muss ich trotzdem. Dann setze ich Wasser auf.
Die Leute trudeln ein. Kaffee wird gekocht. Mein Kaffeewasser wird in Tee verwandelt und ich muss noch einmal welches aufsetzen.
Der Sohn hat mir vorhin eine Khaki geschenkt, die ich zum Frühstück genieße.
8:00 bis 11:00 Uhr
Wochenabrechnung, Telefonate, Vorbereitung für nächste Woche.
Ein paar Anweisungen, ein paar Anleitungen, eine Bitte.
Ich wollte doch noch was, aber was?
12:00 Uhr
Die Leute gehen ins Wochenende. Ich gieße mir Tee auf. Schwedische Blaubeere aus dem Adventskalender. Lecker.
Ich suche Unterlagen zusammen und freue mich, dass ich alles auf Anhieb finde. Ein paar Scans und ein paar Mails, damit ich am Wochenende im Homeoffice arbeiten kann. Da ist es immerhin wärmer als hier im Büro.
15:00 Uhr
Ich packe langsam zusammen. Darf nichts vergessen, damit die Heimarbeit klar geht.
Auf dem Heimweg höre ich Il Civetto und werde sehr melancholisch.
Der Diesel kostet nur 1,52 €.
16:30 Uhr
Vor der Tür liegen drei Päckchen. Eine Kleinigkeit für RoHen zu Weihnachten.
Der Sohn ist da, aber wir unterhalten uns nicht. Mir ist nicht nach reden.
Später
Die Schwester ruft nochmals an. Mit ihr mag ich reden. Nichts Schwerwiegendes. Sie erzählt vom Theater. Morgen ist Prämiere.
Noch später
Ich habe den Rechner eingeschaltet, möchte noch verschiedenes schreiben.
Der Rücken schmerzt sehr. Wenn ich mich jetzt hinlege, werde ich vermutlich einschlafen. Dabei möchte ich doch schreiben. Oder wenigstens lesen.
Ich fürchte aber, das wird heute nichts mehr.
Dann mal Gute Nacht oder was auch immer.
In früheren Jahren
Dezember 2024
Dezember 2023
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Freitagsfüller – 05.12.2025
Letzte Woche war der Freitag zu prall gefüllt, als dass ich noch Muße für den Freitagsfüller gehabt hätte. Heute bin ich aber wieder mit dabei, wenn Barbara ihren Lückentext bereit stellt.

1. Am zweiten Adventswochenende wollte ich mich mit Freundinnen auf dem Delitzscher Weihnachtsmarkt treffen. Nun aber kann ich genau an diesem Wochenende mein Auto endlich zur Reparatur bringen und weiß dann nicht, wie ich nach Delitzsch gelangen soll, ohne dass sich dies zur Weltreise auswächst.
2. Seit Mitte des Jahres gehe ich nur noch arbeiten, um Forderungen von Ämtern und ähnlichen Einrichtungen zu begleichen. Mein Gehalt reicht nur gerade so über den Monat. Irgendwann muss damit doch mal Schluss sein.
3. Es gibt genug Stress in diesen Tagen. Mir reicht es!
4. Dass RoHen und ich uns begegneten, ist noch keine vier Jahre her.
5. Orangen habe ich diese Woche einen ganzen Eimer voll gekauft.
6. Wie ich ein kleines Nebeneinkommen generieren kann, muss ich dieser Tage noch herrausfinden.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Gemütlichkeit mit meinen 5 Adventskalendern, morgen habe ich geplant, das Auto zum Lieblingsschrauber zu bringen und Sonntag möchte ich es mit viel Glück schon wieder zurückholen!
Ja, es gibt ärgerliche Dinge in diesen Tagen und Wochen. Mein Leben ist derzeit ein harter Kampf, der mich gerade jegliche Kraft kostet. Nachtanken {seelisch} kann ich derzeit nur, wenn ich schreibe. Nachts, wenn ich nicht schlafen kann.
Es muss wieder besser werden. Möglichst bald, denn ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte. Letzte Nacht kam mir der Gedanke, dass es vielleicht besser wäre, mich gäbe es gar nicht mehr. Aber dann dachte ich ans Meer und die Zeit, die ich dort verbringen möchte. Bis es soweit ist, muss ich eben die Unbill, die mir immer wieder entgegenschwappt, noch ertragen.
Dezembernotizen – 05.12.2025
Gedanken
So schön das alles ist, die Adventszeit mit ihren Kalendern, die bevorstehenden Reisen und auch die zurückliegenden mit ihren Erinnerungen, über allem liegen dunkle Schatten. Immer wieder Forderungen, die ich nicht erfüllen kann. Am Sonntag eine Nachricht: Ich hab so Hunger, schon seit heute früh. Aber heute hat ja nix offen, ich muss zur Tanke. Kannst du mir 30 Euro schicken, du bekommst sie auch zeitnah wieder. Ich habe noch nie einen einzigen Cent wiedergesehen, wann immer ich ihr Geld geschickt habe. Diesmal konnte ich nicht. Ich habe gerade nichts übrig. Und ich war ohnehin unterwegs und konnte keine Zahlung veranlassen.
Letzte Nacht ein Anruf: Ich stehe in Magdeburg und hier fährt kein Zug mehr. Und ich habe nur eine Übergangsjacke an. Ich überlebe die Nacht auf dem Bahnhof nicht!
Ich suchte ihr Züge heraus. Die Bahn-App meldete Verspätungen. Ausfälle meldete sie nicht. Ich gab die Verbindungen durch, aber bei jeder kamen Widerworte, dass diese bestimmt ausfallen, man kenne ja die Bahn. Als ich sagte, dass ich gewiss nicht mitten in der Nacht mit dem kaputten Auto und leerem Tank nach Magdeburg fahre, hieß es: Du warst die Letzte in der Familie, die ich noch gemocht habe.
Mich macht das fertig.
Tagesaufgaben
Von gestern übriggeblieben
13. Schreibschnuppe
17. Im Adventsbuch Lametta, Lichter, Leichenschmaus den vierten Weihnachtskrimi lesen {Abends zu Hause, wenn die Adventskalenderkerze brennt}
19. 23plus1 schreiben {Tanz}
20. Unliebsamen Papierkram erledigen
Heute neu
22. Wochenabrechnung
23. 23plus1 schreiben {Vanille}
24. Freitagsfüller
25. Unterlagen herauskramen
26. eine Trommel Wäsche
27. WmdedgT
28. Socken 17/1 anstricken
Wie immer wird es hier noch ein Stück weitergehen.
04. Dezember 2025 – Adventskalender
23plus1
Tag 4 in Gabis Adventskalender
Das Thema lautet: Tanzen
Sie saß am Fenster und starrte in den frühen Abend hinaus. Flocken wirbelten. Strömten auf sie zu, wie in einem wilden Tanz. Zerplatzten an der Fensterscheibe. Sie schaute und schaute, ohne etwas zu sehen. In Gedanken war sie weit fort. Vor ihrem inneren Auge verwandelten sich die Schneeflocken in zarte Ballerinas mit weißen Röckchen aus Tüll. Sie drehten sich und tanzten nach einer stummen Choreografie.
Nach einer Weile war es dunkel geworden. Draußen und drinnen in der stillen Stube. Sie schaltete ihre Tischlampe ein. Der mit Ornamenten verzierte Lampenschirm begann, sich langsam zu drehen. Schatten und Lichtreflexe zogen über die Wände. Mal waren die Ornamente klar zu erkennen, mal verzerrt. Eine andere Choreografie als bei den Schneeflocken, aber auch hier musste sie an Tänzer denken, die eingehüllt in dunkle Umhänge, eine Vorstellung für sie gaben. Sie schloss die Augen bis auf einen schmalen Spalt, sah jetzt durch die Wimpern hindurch andere Schattenbilder. Vermischte diese in ihrer Fantasie mit den Schneeballerinas.
Dann gab sie dem Rollstuhl einen Schwung, dass er sich mehrmals um die eigene Achse drehte.
Das war ihre Art zu tanzen.
Eine Zusatzaufgabe im heutigen Schreibimpuls bestand darin, einen Satz aus dieser Geschichte auszuwählen und ihn in einem Rondell besonders zu betonen.
deine Art zu tanzen
etwas ganz Besonderes
auf Rädern statt auf Zehenspitzen
deine Art zu tanzen
kraftvoll lebendig
voll Lebensmut und Zuversicht
deine Art zu tanzen
etwas ganz Besonderes
Dezembernotizen – 04.12.2025
Gedanken
Gestern bekam ich nicht so viel fertig, wie ich gern wollte. Einer der Gründe war RoHen, der noch da war, als ich heim kam. Aus den Resten von vorgestern zauberte er eine Suppe für mich. Dann saßen wir noch in der Küche, unterhielten uns. Ich hatte keine Lust, den Rechner einzuschalten. So entfielen dann die Schreibschnuppe, die Geschichte für GabhÄu und leider auch der Adventskalender.
Heute Morgen wollte RoHen "eigentlich" mit zum Zug kommen. Ich stand extra 10 Minuten früher auf, damit wir uns im Bad nicht ins Gehege kommen. Ich weckte ihn auch. Nur aufstehen mochte er nicht. Mich macht das ein wenig grillig, wenn die Menschen einfach nicht aufstehen, ich aber jeden Morgen treu und brav in die Kälte hinaus muss, um meinen Pflichten nachzukommen. Ach ach.
Tagesaufgaben
Von gestern übriggeblieben
13. Schreibschnuppe
14. 23plus1 schreiben {Zipfelmütze}
16. GabhÄu eine Geschichte senden
Heute neu
17. Im Adventsbuch Lametta, Lichter, Leichenschmaus den vierten Weihnachtskrimi lesen {Abends zu Hause, wenn die Adventskalenderkerze brennt}
18. Im Buch Weihnachts-Magie 4. Geschichte lesen {Im Zug auf dem Heimweg}
19. 23plus1 schreiben {Tanz}
20. Unliebsamen Papierkram erledigen
21. Zur Belohnung Socke 16/2 Fuß stricken
03. Dezember 2025 – Adventskalender
23plus1
Tag 3 in Gabis Adventskalender
Das Thema lautet: Zipfelmütze
"Schau mal Klara, die ist doch hübsch!", rief die Frau und zog mich unter einem Stapel anderer Mützen hervor.
"Eine Zipfelmütze", meinte diese Klara zögernd. "Ich habe noch nie eine Zipfelmütze besessen."
"Du besitzt überhaupt keine Mütze", stellte die andere Frau fest, offensichtlich Klaras Schwester, so ähnlich wie die beiden sich sahen.
"Deshalb kaufen wir dir jetzt eine!" Und schon hatte sie mich der Klara auf den Kopf gestülpt.
Hilfe, ich wollte gar nicht wissen, wie das aussah. Ich bin doch kein Sack, den man einfach irgendwo drüber stülpen kann. Zum Glück hatte das auch Klara erkannt. Sie zog und zupfte an mir herum, bis ich halbwegs ordentlich saß.
"Chick", behauptete die Schwester und reichte der Verkäuferin in der Weihnachtsmarkthütte einen Geldschein über den Tresen. "Die nehmen wir!"
Klara warf noch einen Blick in den Spiegel, der an der Seite des Verkaufsstandes hing. Offenbar war sie zufrieden mit ihrem Anblick, denn sie zog mich noch ein Stück tiefer über ihre Ohren. Sie umarmte ihre Schwester und bedankte sich. Dann trug sie mich kreuz und quer über den Weihnachtsmarkt, zwischen Menschenmassen hindurch, vorbei an unzähligen bunten Buden. War das ein Gewimmel. Gerüche strömten auf mich ein, nach Schmalzküchlein, Bratwurst und Glühwein. Für eine Weile blieben die beiden Frauen bei einem altertümlichen Karussell stehen. Das war genauso schön bunt wie ich.
Nachdem sie sich an all dem Trubel sattgesehen hatten, betraten die beiden Frauen ein kleines Café. Das erste, was Klara tat, sie zog mich von ihrem Kopf und schüttelte ihre Locken. Dann setzte sie sich an einen Tisch in einer Ecke, ihrer Schwester gegenüber. Mich legte sie in einem breiten Fensterbrett ab, zwischen einem Weihnachtsstern und einem Christusdorn. Da lag ich nun zwischen den beiden Blumentöpfen und sah nur Klaras Rücken.
Ich muss wohl eingeduselt sein, denn plötzlich hörte ich Stühle scharren und sah, wie die Schwestern sich erhoben, ihre Jacken anzogen und schwatzend das Café verließen.
"Nimm mich mit!", wollte ich rufen. "Lass mich nicht zurück!"
Aber so eine Zipfelmütze wie ich hat keine laute Stimme. Ich kann wohl meiner Trägerin ein paar Geschichten in ihre Ohren flüstern, laut rufen kann ich nicht. Und Klara war es wohl noch nicht gewöhnt, eine Mütze zu haben. So vergaß sie mich auf dem Fensterbrett zwischen den Blumentöpfen.
Check Out – Check In Oktober – November – Dezember 2025
November Check Out
Geschrieben
35 Blogbeiträge schrieb ich im November. Es hätten mehr sein können, wenn ich nicht einen Montagsstarter vergessen und zwei Samstagsplausche wegen Abwesenheit einfach weggelassen hätte.
Ein Adventsmärchen ist mir leider nicht aus den Fingern in die Tastatur geflossen, obwohl ich darauf herumgedacht habe. Vielleicht habe ich zu lange gedacht und hätte einfach drauf los schreiben sollen.
Elfchen, Drabbles und Bildbeschreibungen habe ich verzapft. Es hat mir sehr viel Freude bereitet.
Gelesen
Ich komme den 2000 gelesenen Seiten wieder näher. 1916 waren es diesen Monat, wobei es auch da einige mehr waren, ich die Bücher jedoch noch nicht abgeschlossen habe.
Gereist
Es gab zwei Kurzreisen, denn einmal waren wir am Meer und am letzten Novemberwochenende setzte ich mich am Freitag nach der Arbeit in den Zug und fuhr in die Pfalz zur Schwester. Am Sonntag trat ich die Rückfahrt an. Ganz schön verrückt, das Ganze, aber so bin ich nun mal.
Gewerkelt
Meine Werkelei kam nicht besonders gut voran. Für die Firma habe ich verschiedenes ausprobiert, was soweit auch funktioniert. Nun müssen wir es nur noch gemeinsam umsetzen. Zwei Paar Socken wurden fertig. Ein kleines…
…und ein sehr großes 
An der Decke habe ich nicht gestrickt und sonst leider auch nichts. Man kann nicht alles haben. Stricken, lesen, reisen, schreiben. Ja, und arbeiten möchte man ja auch noch.
Dezember Check in
Schreiben
Ich habe viel vor. Da gibt es den feinen Adventskalender 23plus1, den ich leider nicht ganz bis zu Ende schreiben kann, weil wir am 21. Dezember nach Tschechien starten und ich dort auf dem Handy ganz gewiss keine Geschichten schreiben kann. Bis dahin versuche ich, mich an jedem Schreibimpuls zu beteiligen. Auch Martinas Schreibschnuppen und Jürschns Dienstags-Drabble möchte ich fortsetzen. Dennoch werden im Dezember wohl keine 30 Blogeinträge zustande kommen. Vielleicht komme ich auf 20. Das würde mich schon freuen.
Lesen
Von Uta bekam ich ein Buch mit 24 Weihnachtsgeschichten. Jeden Tag im Advent kann ich mich an einer davon erfreuen. Außerdem habe ich mir aus der Bücherei ein Buch mit 24 Weihnachtskrimis geholt, von denen ich ebenfalls jeden Tag einen lesen kann. Die beiden Bücher werde ich auch mit in den Urlaub nehmen. Außerdem hat RoHen mir zwei Bücher hingelegt, die märchenhaft sein sollen. Mal sehen.
Reisen
Im Dezember stehen zwei, vielleicht sogar drei Reisen auf dem Programm. Zuerst fahre ich mit dem Sohn über den dritten Advent nach Marienbad. Den Reisegutschein dafür habe ich von der Schwester geschenkt bekommen. Dann fahre ich über Weihnachten mit RoHen nach Franzensbad. Wir haben das gleiche Hotel gebucht wie letztes Jahr und freuen uns darauf. Also, ich freue mich. Er sagt, er auch. Und dann habe ich mir überlegt, dass wir vielleicht über Silvestern nochmal ans Meer fahren könnten. Da kommt es darauf an, wie teuer die Autoreparatur wird. Eventuell kann ich mir dann diese Fahrt nicht leisten. Schaun wir mal.
Werkeln
An ein paar Socken werde ich wohl noch herumstricken. Socken gehen schließlich immer. Die Decke nehme ich mir erst im neuen Jahr wieder vor. Einen Schal könnte ich gut gebrauchen. Dazu müsste ich aber erst einmal in meinen Wollvorräten kramen. Eine Vorstellung habe ich schon. Aber ob ich dazu komme?
Ansonsten
Zu Nikolausi kann ich endlich das Auto in die Werkstatt bringen.
Außerdem steht noch ein wenig Papierkram auf dem Plan, Steuerunterlagen und der Kampf gegen Behördenwillkür. Letzteres ist gruselig. Aber da muss ich durch.
Dezembernotizen – 03.12.2025
Elfchen für den Tag
Signal
leuchtet grün
der Zug kommt
helle Fenster in dunkler
Nacht
Heute bin ich mit der Form des Elfchens nicht ganz zufrieden, weil das eine Wort in der letzten Zeile noch zu dem Satz in der vierten Zeile gehört, der ohne dieses Wort keinen Sinn ergibt. Vielleicht fällt mir nachher noch etwas besseres ein.
Mittwoch ist mein liebster Wochentag. Das sagte ich schon mehrfach. Auch heute fühlt sich der Tag gut an. Bisher. Von gestern sind zwei Tagesaufgaben übrig geblieben. Dafür hatte ich mit dem Adventskalender einen richtig schönen Abend, konnte ganz in meine Geschichte eintauchen und das Schreiben genießen. Nachher schaue ich gleich, welchen Schreibimpuls es heute gibt.
Tagesaufgaben
06. Check Out – Check In
07. Im Adventsbuch aus der Bücherei {Lametta, Lichter, Leichenschmaus} die ersten beiden Geschichten lesen Die erste habe ich am Morgen im Zug gelesen
11. Im Adventsbuch Lametta, Lichter, Leichenschmaus den dritten Weihnachtskrimi lesen {Im Zug auf dem Heimweg}
12. Im Buch Weihnachts-Magie 3. Geschichte lesen {Abends zu Hause, wenn die Adventskalenderkerze brennt}
13. Schreibschnuppe
14. 23plus1 schreiben
15. Mit RoHen telefonieren Das war nicht nötig, weil er nicht weggefahren ist und ich mich direkt mit ihm unterhalten konnte. Ein wenig.
16. GabhÄu eine Geschichte senden
02. Dezember 2025 – Adventskalender

23plus1
Tag 2 in Gabis Adventskalender
Das Thema lautet: Traum
Was war das? Ein leises Pling erklang, und ein winziges Wölkchen landete auf dem Schreibtisch. Wo kam es her? Und was geschah da? Ein Wölkchen, und sei es noch so klein, hatte nichts auf dem Schreibtisch zu suchen. Und wieso löste es sich nicht einfach auf?
Ich schaute genauer hin und entdeckte ein Persönchen, das innerhalb der kleinen Wolke hockte. Vielleicht 8 cm groß war es. Feingliedrig, so, wie ich mir Elfen vorstellte. Ein grünes Wams trug es und erdbraune Strumpfhosen. Dazu spitze grüne Schuhe und auf dem Kopf ein Hütchen, ebenfalls grün, von der Form einer Glockenblume.
Das Wesen hatte die Knie angezogen und die Ärmchen darum geschlungen. So saß es reglos auf meinem Tisch, umgeben von seiner Wolke. Ich nahm einen Buntstift aus meiner Stifteschale, passenderweise grün, und stupste es an. Vorsichtig, damit es nicht umfiel. Es regte sich, es reckte sich.
Dann stand es vor mir und fragte vorwurfsvoll: "Warum piekst du mich?"
"Entschuldige, ich wollte dir nicht weh tun! Aber wer bist du? Was willst du hier? Wie kommst du überhaupt hier her?"
"So viele Fragen", murmelte der kleine Kerl.
Dann lauter: "Ich bin dein Traum!"
"Mein Traum? Was denn für ein Traum?"
Ich war verwirrt. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Eben saß ich noch im Büro und brütete über amtlichen Unterlagen, und nun unterhielt ich mich mit einem Wicht, kaum größer als mein Mittelfinger, der behauptete, ein Traum zu sein. Sogar mein Traum.
"Schau mich nicht so ungläubig an", sagte er. "Sieh lieber zu, dass wir das hier zu einem guten Ende bringen."
Noch immer wusste ich nichts mit ihm anzufangen, doch so konnte die Situation nicht bleiben. Also fragte ich ihn, was genau er denn für ein Traum sei. Das sollte er mir erklären. Dann würde ich vielleicht wissen, wie ich ihn wieder loswerden konnte. Denn loswerden wollte ich ihn unbedingt, soviel stand fest.
Er schmunzelte: "So einfach wirst du mich nicht los. Das willst du auch gar nicht, glaube mir. Komm jetzt!"
Er pusteste von innen gegen die Wolke, und im selben Moment drehte sich alles um mich, als säße ich auf einem rasenden Kettenkarussell. Als könnte ich damit diesen irren Wirbel anhalten, ergriff ich seine Hand, die er mir entgegen streckte. Einen Wimpernschlag später stand die Welt um mich wieder still. Nur war ich nicht mehr in meinem Büro, sondern fand mich auf einer Waldlichtung wieder. An deren Rand, dort wo unter dichten Bäumen ein munterer Bach hervorsprudelte, stand ein Häuschen. Klein, aber gepflegt. Zu beiden Seiten der Eingangstür wuchsen Stockrosen, deren dunkelrote Blüten sich von der strahlend weißen Wand abhoben.
Sprachlos vor Staunen starrte ich die Lichtung und das Häuschen an.
"Erkennst du es?", fragte der Kleine.
"D-d-das habe ich schon mal geträumt", stotterte ich.
"Ich weiß!"
Dann wandte er sich ab und stapfte zielstrebig auf das kleine Haus zu. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen.
Auf der Türschwelle blieb er stehen.
"Ich muss dich noch etwas fragen. Weißt du noch, was du damals geträumt hast?"
"Weißt du es denn nicht?"
"Was ich weiß, zählt nicht", erwiderte er. "Wichtig ist, ob du dich an deine Träume erinnerst oder ob du sie vergessen hast."
Nachdenklich strich ich mir übers Kinn. Was ich in jener Nacht geträumt hatte, wusste ich tatsächlich nicht mehr. Einzig die Lichtung mit dem Häuschen war mir in Erinnerung geblieben. Diese Bilder waren so intensiv, dass ich sie mir ins Gedächtnis rufen konnte, wann immer ich wollte. Wann immer ich das brauchte. Jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, meinen Alltag nicht mehr zu ertragen, dachte ich an diese schönen Bilder. Sie waren meine Zuflucht, wenn aller Stress und alle Sorgen wie eiskalte Wellen über mir zusammenschlugen. Dann stellte ich mir vor, ich könnte alles hinter mir lassen. Den Ärger, die unbezahlten Rechnungen, die Menschen. Dann wünschte ich mir, ich könnte ein paar meiner Geschichten verkaufen, die ich in der Stille des Waldes und der Behaglichkeit der kleinen Hütte schreiben würde. Viel würde ich nicht zum Leben brauchen. Der Bach würde mir Wasser bringen. Pilze, Beeren und Kräuter fände ich im Wald. Und neben dem Häuschen könnte ich einen kleinen Garten anlegen, für Bohnen und Kartoffeln.
Oh ja, an diese Träume erinnerte ich mich genau. Tagträume, immer ein wenig anders und doch im Grunde immer gleich.
Als hätte er meine Gedanken gelesen und sei damit zufrieden, gab er die Tür frei. Ich trat ein und staunte schon wieder. Das Häuschen war fast so eingerichtet, wie ich es mir in meinen Tagträumen vorgestellt hatte. Mit einem wichtigen Unterschied: Auf einem Tisch am Fenster stand eine alte Schreibmaschine. In einer Schachtel glänzten die Verpackungen nagelneuer Farbbänder. Daneben in einem Regal lagen mehrere Päckchen Papier.
Fragend schaute ich den Kleinen an. Wortlos wies er auf den Stuhl, der vor dem Schreibtisch stand.
Während ich mich setzte und den ersten Bogen Papier einspannte, sah ich aus den Augenwinklen, dass er verblasste, wie eine alte Fotografie. Er wurde durchsichtig und dann gab es nur noch einen feinen Nebel, ein Wölkchen, das sich auflöste. Das Klackern der Schreibmaschine erfüllte das Häuschen.
Ich schrieb und schrieb und schrieb. Ich war glücklich.