Schreibschnuppe Nr. 1

Martina begann ihre Schreibschnuppenchallenge mit dem Schreibimpuls Elisabeth saß auf der breiten Bank des hohen, tief in die Wand eingelassenen Fensters, die Knie bis an das Kinn gezogen und schaute in den dämmerigen Morgen hinaus.
Noch reichte der Blick nicht weit hinaus ins Land. Er war mehr nach innen gerichtet, wo Erinnerungen auftauchten an einen ebensolchen Morgen, als der Liebste hinausgezogen war in die Ferne, begleitet von einem Trupp befreundeter Ritter, gewappnet, geharnischt und bis an die Zähne bewaffnet. Über ein Jahr waren sie schon fort und seit Monaten war keine Kunde mehr von ihnen gekommen. Das letzte Mal hatte sie im goldenen Herbst etwas von ihnen gehört. Nun zog der Frühling ins Land. Ob sie wohl noch lebten? Da blitze etwas zwischen den Hügeln im ersten Morgenlicht. Sonnenstrahlen auf glänzender Rüstung. Sie waren zurück!
Genau 100 Worte + die 28 aus dem Einleitungssatz.
Es war Martinas erster Schreibimpuls und weil ich diesen damals nicht verarbeitet hatte, habe ich das heute nachgeholt.

Schreibimpulse

Ich liebe es zu schreiben
Seit ich im vergangenen Dezember am Adventskalender von Gabi Kremeskötter teilgenommen hatte, mag ich auch sehr das Schreiben zu Schreibimpulsen, die ich von anderen bekomme. Das kann ein Wort sein, eine Wortgruppe oder ein ganzer Satz. Auch Stimmungen eignen sich sehr gut als Schreibimpulse.
Auch bei der Autorin Martina Karin Bollhöfer gibt es tolle Schreibimpulse. Gleich zwei verschiedene, und das jede Woche. Da haben wir einmal die Wortspuren, die ich zwar gern lese, zu denen mir bisher aber nichts zu schreiben einfiel. Zum zweiten gibt es die Schreibschnuppen und die damit verbundene Challenge. Was mich da bisher von der Teilnahme abgehalten hat, ist die Vorgabe genau 100 Wörter. Ich zweifle, ob ich das hinbekomme. Wobei ich es natürlich einfach versuchen müsste, sonst erfahre ich es nie.
 
Taschenlampe, Pfefferminztee und Sehnsucht waren die Vorgaben.
Eisiger Wind peitschte Regenschauer vor sich her, vor denen Felix und Clara in die Gartenlaube flüchteten, die Felix‘ Großvater gehörte.
Die Sehnsucht nach Abenteuern hatte sie aus der Stadt hinausgetrieben. Im Wald wollten sie übernachten, unter dem Sternenhimmel. Romantisch hatten sie sich das vorgestellt. Doch das Wetter machte ihre Pläne zunichte. Durchnässt und frierend hatten sie sich in den Garten gerettet, um wenigstens ein Bisschen in der Natur bleiben zu können. Im Licht der Taschenlampe suchten sie nach Streichhölzern, um ein paar Kerzen und den Spirituskocher anzünden zu können.
Wenig später dampfte Pfefferminztee in den Tassen und wärmte die beiden.

Der Text war etwas schöner, runder, hatte aber 110 Wörter. Nun habe ich ihn auf 100 Wörter gekürzt.