Wochenendgedichte

Für jeden Tag ein Gedicht hatte ich mir vorgenommen. Zumindest für den Januar sollte das funktionieren. Bisher tut es das auch. Nicht alle Texte haben es bis in den Blog geschafft. Im Kalenderbuch sind alle verzeichnet. Am Wochenende entstanden zwei Texte mit träumerischem, teils märchenhaftem Hintergrund.
Samstag
Die Hütte im Wald
verschwiegen, verborgen
in Nebeln und Dämmerung
sehr früh am Morgen.
Am murmelnden Bach,
der über Steine tanzt
duckt sie sich unter Bäume.
Liegt im Schatten ganz.
Drinnen brennt ein Feuer
knisternd im Herd
kocht Tee uns und Suppe
gibt Licht uns und wärmt.
Die Hütte im Wald
ist Zuflucht und Heim.
Nichts brauche ich mehr,
als mit dir hier zu sein.
17. Januar 2026

Sonntag

Die Ruine auf dem Burgberg
reckt kahle Wände in die Nacht.
Schwarze Schatten unter Sternen
des alten Ritters Geist erwacht.
In leeren Fensterhöhlen sieht man
von fern ein geisterndes grünes Licht
Der alte Ritter sucht seinen Schild
vergebens, denn er findet ihn nicht.
Durch die Nacht galoppiert im Licht des Mondes
auf den Berg hinauf ein schlohweißes Pferd.
Der Ritter springt auf und reitet hinab
den nächtlich schwarz bewaldeten Berg.
Erreicht im Tal tief unter der Burg
den friedlich schlafenden Ort.
Will Tribut von seinen Untertanen,
doch alle, alle sind sie fort.
Kein Mensch in den Gassen.
Verschlossen Tür und Tor.
Die Bewohner verborgen,
keiner wagt sich hervor.
Der Ritter rüttelt an Fensterläden
und Pforten, die verriegelt sind.
Drinnen glauben die Menschen, um ihrer Häuser
weht stürmisch der Wind.
Der Ritter geistert, kann Ruhe nicht finden.
Dann kräht schon der Hahn.
Mit rotgoldnen Strahlen erhebt sich die Sonne.
Der Tag bricht an.
18. Januar 2026

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