Gedanken
Der 2. Advent war seltsam. Ich erwartete RoHen gegen 18 Uhr und war überrascht, als er schon 2 Stunden früher eintraf. Freudig überrascht. So konnten wir uns noch einen schönen Nachmittag und Abend machen. Dachte ich. Doch ich dachte falsch.
Zunächst wollte er seinen Rechner ins Netz hängen, um nachzuschauen, ob er für den folgenden Tag überhaupt Kursteilnehmer haben würde. Das konnte ich gut nachvollziehen. Ich wollte das damals, als ich diesen Job noch ausführte, auch immer am Abend zuvor schon wissen. Nur ließ sich der Rechner nicht ohne Weiteres ins Netz hängen. Nach mehreren Fehlversuchen befolgte ich dummerweise eine Anweisung auf seinem Rechner und drückte eine Taste am Router. Never touch a running System! Nach dem Tastendruck hatten wir alle kein Internet mehr. Auch nach mehrmaligem Neustart des Routers nicht. Das machte mich grillig, biestig. Zumal ich ja selbst schuld war, ich hätte einfach nicht auf diese Taste drücken sollen.
RoHen reagierte empfindlich, er könne ja gleich wieder heim fahren.
Und ich: Ja, mach doch!
Da schaltete sich der Sohn ein. Zum Glück war er da: Mutsch, das kriegen wir alles wieder hin! Jetzt macht ihr euch erstmal einen Tee!
Er startete zum soundsovielten Mal den Router neu und noch während das Teewasser zu kochen begann, funktionierte das Internet wieder und RoHen hatte die zündende Idee, wie wir seinen Rechner zur Mitarbeit bewegen konnten.
Ich frage mich allerdings, warum mich ein so kleiner Zwischenfall so garstig machen konnte. Das war ja nun wirklich nichts weltbewegendes und mit der nötigen Ruhe, die der Sohn zum Glück bewahrte, war auch alles schnell wieder behoben. Kein Grund, den armen Mann " in die Wüste" zu schicken.
Den Tee tranken wir leider nicht gemeinsam, wir zündeten keine Kerze an und ich kochte nichts, obwohl ich das gern getan hätte, aber nicht für mich allein.
17:15 Uhr zog RoHen sich zurück. Das war mein 2. Advent.
Der 3. wird besser. Da fahre ich mit dem Sohn nach Tschechien. Er hat diese Woche Geburtstag und ich habe kein Geschenk. So hoffe ich, dass ich ihm wenigstens mit der Reise eine Freude machen kann.
Es ist alles gerade nicht so einfach. Aber immerhin ist das Auto repariert.
Stand auf dem Tisch, als ich heim kam. Ach, wie lieb.
Tagesaufgabe(n)
Aus Woche 48 übriggeblieben
13. Schreibschnuppe 03. Dezember
HERZ – ANKUNFT – KERZE
Ein Satz reicht, hat Martina geschrieben.
Nun denn:
Er brachte es nicht übers Herz, die Kerze auszublasen, die seit seiner Ankunft auf dem kleinen Tisch vor dem Fenster brannte.
Woche 49 neu
01. Brief an den Zoll schreiben
02. Brief zu Post bringen {Verschoben auf morgen, weil ich zu Hause erst noch was nachsehen musste}
03. Etwas kochen Musste ich nicht. Es gab frische Mettbrötchen
04. Socke 17/1 Ferse stricken
05. Socke 17/1 Fuß beginnen
Ach wie schade……wegen so einer, ‚eigentlich‘ Kleinigkeit, den ganzen Abend verdorben.
Der 3. Advent wird dafür bestimmt sehr schön. In Tschechien war ich noch nie.
Liebe Grüße
Karin
Naja, eigentlich war der Abend nicht wegen des fehlenden Internets verdorben, denn das war dann ja wieder da und der Sohn hatte es tatsächlich geschafft, mich zu beruhigen, damit ich nicht mehr grillig war.
Verdorben war der Abend, weil RoHen wie schon an vielen Tagen und Abenden vorher zu schlapp war, noch irgendetwas zu tun. Und sei es nur, mit einem Tee gemeinsam vor einer Kerze zu sitzen.
Wir sehen uns nur noch an zwei, höchstens drei Abenden in der Woche, sind aber zu fertig und zu ausgelaugt für Gemeinsamkeiten. Sei es nun wegen der Fahrt von Jena nach Leipzig oder wegen seines stressigen, nervigen Dienstes am Dienstag. Der Alltag verdirbt unsere Beziehung.
Wir hoffen beide sehr auf den Weihnachtsurlaub, wenn wir mal ein paar Tage Zeit haben, nur für uns.
Viel, viel Spaß in Marienbad. Heute schon ein schönes Wochenende. Viele Grüße Jürgen
Danke lieber Jürgen. Ich hoffe doch, wie lesen uns vorher nochmal