Darf’s ein bisschen mehr sein?

Donnerstags ist nur äußerst selten zeitig Feierabend, denn nach der Arbeit ruft die Pflicht, mit Mutti einkaufen zu fahren, auch dann, wenn sie eigentlich nichts braucht. Meist wird das dann recht nett, weil sie sich meist irgend eine Suppe für mich ausdenkt {ich liebe Suppen, und sie ist da sehr kreativ} oder weil wir vor dem Einkauf noch in die Bücherei gehen. Ich bin gern da. So auch diese Woche. Also, so war es zumindest geplant.
Ich war gerade von der Arbeit losgefahren, als der Sohn anfragte, ob ich ihn vielleicht aus dem Garten abholen und mit zur Oma nehmen möchte. Er weiß, dass ich solch eine Bitte nie ablehnen würde. Dumm war nur, dass ich zum Garten eine ganz andere Strecke hätte nehmen sollen, bei der ich zwei verstopfte Kreuzungen [die sind an jedem Feierabend richtig, richtig verstopft] und einen Bahnübergang hätte vermeiden können. Das ging nun nicht und ich musste mich in der Blechlawine anstellen. Trotzdem waren wir erstaunlich früh bei Mutti, die sich natürlich freute, dass der Sohn mitgekommen war, da sie für ihn einige kleine Reparatur-Aufträge hatte. Er kümmerte sich darum, wir fuhren los, trafen uns an der Bücherei noch kurz mit Katl, die mir ein paar Kleinigkeiten übergab, die wir tags zuvor vergessen hatten.
Im N-Markt schob ich dann meinen leeren Wagen durch die Gänge, weil ich wirklich nichts brauchte, Mutti aber nicht allein hinein gehen wollte. 😉
Wieder bei ihr angekommen, entlastete mich der Sohn sehr, indem er das Mineralwasser nach oben trug und auch die Tasche mit den restlichen Einkäufen. Dafür hatte er dann den nächsten Wunsch. Er wollte unbedingt die Geranien, die in Muttis Keller überwintert hatten, in den Garten bringen. Mir erschien das zu früh, aber er wollte es so gern und hatte es auch schon vorbereitet. Also noch mal los in Richtung Garten. Nachdem das erledigt war, kam die Frage, ob wir noch Gips holen können, denn den braucht der Sohn, um die restlichen kleinen Reparatueren bei Oma auszuführen.
Okay. Fahren wir in den Baumarkt.
Und dann könnten wir noch zusammen Abendbrot essen!
Ich wollte gar kein Abendbrot, denn ich hatte ja bei Mutti die Suppe gefuttert. Dem Sohn stand der Sinn nach asiatisch. Auf dem Rückweg vom Baumarkt hätten wir von einem Stand vor dem Kaufmannsladen etwas mitnehmen können. Doch dann meinte er: "Ich würde aber lieber bei dir zu Hause dein selbstgemachtes Asia-Essen haben."
Ooookayyy Dafür mussten wir aber noch mal zum N-Markt, denn dazu brauchte ich Gemüse und Hähnchenbrust.
Daheim musste ich dann erst einmal schnell den Abwasch wegmachen, damit ich wieder Platz zum Kochen habe. {Wie werde ich das genießen, dass die künftige Wohnung eine viel größere Küche hat.} Das Kochen ging dann schnell. Der Sohn fragte immer wieder, ob er mir irgendwie helfen könnte, aber in der winzigen Küche wären wir uns wohl gegenseitig auf die Zehen getreten. Außerdem passen, wenn ich Glasnudeln mit Gemüse und Hühnchen mache, alle Handgriffe ineinander, so dass ich bzw. das Essen dann im Handumdrehen fertig war.
20.15 Uhr
Wir hatten gegessen und der Sohn hatte sich auf der Couch ausgestreckt. Sein Freund, der ihn abholen und in seine Wohnung bringen wollte, hatte sich nicht noch einmal gemeldet und mich wollte er wohl nicht noch einmal los scheuchen. Selbst kam ich irgendwie auch nicht auf die Idee, es ihm anzubieten. So saß ich dann allein am Küchentisch und ließ langsam Ruhe einkehren.
Es war kein schlechter Abend, wir haben viel erledigt, ich war mit lieben Menschen zusammen und habe lecker gegessen. Ich konnte zufrieden sein. Aber es war der zweite Abend in dieser Woche, an dem ich ständig am Umdisponieren war und immer noch etwas und noch etwas hinzu kam. Da kommen mir dann schon so Gedanken, dass ich das bitte nicht dauernd haben möchte. Zumindest sollte es möglichst nicht häufiger sein, als jetzt schon.

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