Samstagsplausch {060517}

Der Samstagsplausch in dieser Woche sollte eigentlich aus Braunschweig kommen, vom dortigen Stricktreffen. Doch meine gesundheitliche Verfassung ließ heute die Reise nicht zu. Außerdem war ich 3.12 Uhr aufgewacht, weil ich zur Toilette musste und konnte danach nicht mehr einschlafen. Also stand ich auf. Muddelte hier herum und da. Machte irgendwann Kaffee, las ein paar Seiten, strickte ein paar Reihen. Tat nichts, was wirklich sinnvoll und erfolgversprechend war, aber auch nichts völlig Unsinniges.
Es wurde hell, dämmerte zumindest, denn es fiel Regen und war draußen so grau, dass es gar nicht wirklich hell wurde.
Am Vormittag rief ich Mutti an, um ihr zu sagen, dass ich nun doch nicht nach Braunschweig gefahren war und erzählte ihr, dass ich mich zu Mittag wieder hinlegen wollte, um den versäumten Nachtschlaf nachzuholen. Doch ich legte mich nicht hin, weil die wenigen Patche, die ich an meiner Decke noch zu stricken hatte, unbedingt gefertigt werden wollten. Ich hatte das vorletzte davon auf den Nadeln, und es war inzwischen kurz nach 14.00 Uhr, als Mutti anrief und mich mit der glorreichen Idee beglückte, weil der Regen doch nun aufgehört hätte und es so schönes Wetter geworden wäre {es war tatsächlich etwas heller grau, als am Morgen}, könnten wir doch in den Garten fahren und Zwiebeln stecken. Mich machte dieser Vorschlag sehr wütend, und das hatte viele Gründe.
a) Ich wusste, dass ich würde umgraben müssen, wenn ich ein Beet für die Zwiebeln haben wollte.
b) Ich fand es rücksichtslos, von mir zu verlangen, dass ich grabe, zumal ich wegen der Gelenkschmerzen nicht mal zum Stricktreffen gefahren war.
c) Da ich seit nunmehr 11 Stunden auf war, machte sich nun doch Müdigkeit oder zumindest Erschöpfung bemerkbar, und die machte mich grillig.
d) Das Wetter war nicht mehr ganz so scheußlich wie am Morgen, aber keineswegs "schön".
e) Warum habe ich den Garten nicht längst verschenkt, wenn er mir doch immer nur zusätzliche Arbeit beschert, die ich kaum noch schaffen kann?
f) Warum darf ich nicht wenigstens am Wochenende mal Ruhe haben, sondern muss immer, immer, immer tun, was andere von mir erwarten?

Diese ewigen Forderungen, dass ich für andere dazusein habe, wann immer diese das wünschen, überschatteten schon die gesamte letzte Woche, machten mich fertig, führten zu Auseinandersetzungen und dazu, dass ich nächtelang nicht schlafen konnte.
Ich fühlte mich benutzt, herumgeschubst und mit Füßen getreten. Näher möchte ich auf den Ärger in dieser Woche nicht eingehen, weil ich mich einfach nicht mehr aufregen möchte und weil ich das Gefühl habe, irgend etwas sei in mir zerbrochen.
Und weil das so war, gab ich dem Vorschlag nach, in den Garten zu fahren. Ich ließ mir aber deutlich anmerken, dass mir das alles nicht passte. Aus lauter Trotz griff ich tatsächlich zur Grabegabel, stürzte ein paar Quadratmeter Beet um, entfernte Unkräuter und steckte keine Zwiebeln, aber Kartoffeln, die breits wunderbar vorgekeimt hatten und sicher bald das erste Grün aus der Erde strecken werden. Viel habe ich nicht geschafft, nicht annähernd so viel, wie nötig gewesen wäre. Das ließen meine mangelnden Kräfte gerade nicht zu. Immerhin war inzwischen tatsächich die Sonne heraus gekommen. Nun war es wirklich schön draußen, nur konnte ich das nun nicht mehr genießen, weil ich die Tatsache, meiner Mutter eine folgsame Tochter gewesen zu sein, mit heftigen Schmerzen bezahlte. Aber diese Strafe hatte ich unbedingt verdient. Warum habe ich nicht einfach NEIN gesagt? Selbst Schuld.

Am Abend bekämpfte ich den Schmerz mit einem sehr warmen Bad. Das tat gut. Und danach verteilte ich gefühlt eine ganze Tube Schmerzgel auf den Gelenken. Tatsächlich waren es deutlich kleinere Mengen, aber genug, um endlich Linderung zu haben. Wie schön.

Ein Gedanke zu “Samstagsplausch {060517}

  1. Hallo MIra, dein Post macht mich traurig – weil ich genau weiß was Du meinst! Ich kann auch sehr schlecht NEIN sagen und dennoch übe ich es jeden Tag! Schmerzende Gelenke kenne ich nur zu gut, nicht schlafen können ebenso….Aber ich lerne jeden Tag dazu, ich lerne mehr auf mich zu achten, ich lerne NEIN zu sagen und ich lerne mich von Dingen zu trennen die mir nicht gut tun! Du schaffst das auch! Wenn ich darf, dann nehme ich dich unbekannterweise in den Arm und spende dir Trost! Nein sagen, ist für dein Gegenüber viel schlimmer als für Dich – er ist es nicht gewohnt, aber er wird sich daran gewöhnen (müssen) Probiere es aus! Liebe Grüße Patricia

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