Dienstreisen

Ich mag Dienstreisen. Es kommt natürlich darauf an, für welchen Dienst man reist und wohin, obwohl… nee, eigentlich ist das Wurscht.
Im Sommer 2020, als das Land im Lockdown erstarrte, waren Dienstreisen die einzigen erlaubten Reisen und führten mich in die Lausitz. Außer einigen Tagesausflügen in den Spreewald, war ich da vorher noch nie. Im Juli lernte ich Cottbus kennen…
…im August dann Weißwasser. Das war für mich arbeiten, wo andere Urlaub machen.
Auch im Mai und Juni 2021 führten mich Dienstreisen nach Cottbus und heraus aus dem neuerlichen Lockdown. Ab Juli 2021 gab es nur noch "Tagesfahrten", morgens 45 Minuten hin, nachmittags 1 Stunde zurück. Heimwärts dauert es immer etwas länger wegen der vielen LKWs. Seit März 2022 gibt es immer noch nur Tagesfahrten, diesmal nach OZ. Morgens eine Stunde hin, nachmittags anderthalb zurück. Die umleitung seit Mitte März erfordert jeweils eine Viertelstunde mehr Zeit. Als ich dann am Dienstag Morgen feststellte, dass nun die Umleitungsstrecke auch noch umgeleitet wird, war das Maß voll. Jetzt sind es pro Strecke 25 km mehr, in einer vollen Woche fahre ich somit zusätzlich zum ohnehin nicht gerade kurzen Arbeitsweg noch einmal 250 km.
Ich hatte in dieser Woche zwei muttifreie Abende eingeplant, Mittwoch und Donnerstag. An diesen beiden Abenden stand auch sonst nichts auf dem Plan, außer Wohnung aufräumen und ähnliche Spielchen. Das konnte ich getrost verschieben. Und so kam es, dass ich am Dienstag Abend meine Tasche für drei Tage packte und sozusagen auf Dienstreise ging.
Ein herrliches Gefühl, am Mittwoch Abend in OZ zu bleiben, einen Asiaimbiss ausfindig zu machen, und mich mit Strickzeug und Buch durch den Abend treiben zu lassen.
Am Donnerstag zum Feierabend unternahm ich eine kleine Einkaufs- und Erkundungstour, entdeckte einen Bastelladen, in dem ich reiche Beute machte und fühlte mich danach immer noch munter genug, eine Socke fertig zu stricken und gleich die nächste anzuschlagen. Nebenbei schaute ich zwei Filme in der Mediathek. Ein gemütlicher Abend. Und am Morgen konnte ich 2 Stunden länger schlafen. Mal sehen, wie sich die nächsten Wochen gestalten. Vielleicht wiederhole ich diese Minidienstreise. Die Zeitersparnis hat mir gut getan und die die Kilometer ersparnis meinem Geldbeutel.

2 Gedanken zu “Dienstreisen

  1. Oh ja, Mira, ich mag auch Dienstreisen. Ich bin früher öfter im Jahr zu Lehrgänge gefahren, Und mochte dieses Gefühl sehr, sich um nix kümmern müssen, morgens in Ruhe frühstücken, abends durch eine fremde Stadt und fremde Läden bummeln, und dann den meist späten Abend gemütlich im Zimmer ausklingen lassen.
    Bei uns kam ja dann oft hinzu das man sich den ein oder anderen Abend mit den Kollegen die auch zum Lehrgang waren, zum Essen verabredet hat, und danach noch etwas trinken war. Das waren oftmals sehr lustige Abende. Von diesen damals entstandenen persönlichen Kontakten profitieren wir noch heute.
    Viele Grüße aus dem verschneiten Westerwald
    Karin

    1. Liebe Karin,
      vielen Dank für die Einblicke in deine Dienstreiseerfahrungen. So, wie du es beschreibst, habe ich das auch immer empfunden, sich um nix kümmern müssen. Die lustigen Abende mit Kollegen hatte ich zwar selten, weil ich meist vertretungsweise unterwegs war, weil die Kollegen eben nicht anwesend waren. Aber genossen habe ich die Abende, an denen kein Haushalt auf mich wartete auch immer sehr.
      Liebe Grüße
      von Mira

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