Samstagsplausch {19.05.2018}

Noch mehr Samstagsplausch. Die doppelte Portion sozusagen, denn ich habe eine Woche aufzuholen. Na denn, viel Spaß mit meiner aktuellen Wochenrückschau.

Samstag, 12. Mai
Dieser Tag sollte mein Ruhetag werden. Wisst ihr, ich habe tagtäglich mit vielen Menschen zu tun. Ich hatte auch im Urlaub dauernd eine Menge Menschen um mich, und die Mutti ganz unmittelbar und ohne Unterlass. Da brauche ich ab und an mal einen "menschenfreien" Tag. Ebenso ist es mit den Terminen. Im Alltag geht es bei mir ja immer nach der Uhr, wie bei jedem arbeitetenden Menschen. Zusätzlich dann noch all die Verrichtungen, die außer dem Job noch sein müssen und die {wie z.B. Arztbesuche} zu bestimmten Terminen und in bestimmter Reihenfolge erledigt werden müssen, weil es anders herum nicht passt. Und im Urlaub ging es auch immer nach Plan und nach der Uhr, was bei solchen organisierten Reisen immer so ist, wenn man viel sehen und erleben möchte. Wir haben jeden Abend den Plan für den nächsten Tag auf die Kabnine bekommen, damit wir nichts verpassen. Und so brauche ich dann ab und an nicht nur einen menschen-, sondern auch einen terminfreien Tag. Einen, an dem ich einfach nur herumklumpern kann, an dem es egal ist, wann ich die Waschmaschine füttere und wann ich einkaufen fahre oder in den Garten gehe. An dem es auch egal ist, wann ich esse und was und ob überhaupt. Der Samstag sollte ein solcher völlig ungezwungener Tag für mich sein.
In der Frühe fütterte ich die Waschfee mit der ersten Ladung Urlaubswäsche und wollte eigentlich ganz zeitig zum Einkaufen. Die Mutti fragte ich, ob sie etwas braucht, doch sie meinte, sie könne nicht weg, sie hätte zu Hause so viel zu tun. Nun gut, ich ja auch.
Doch zu Mittag war es dann mit der Ungezwungenheit beinahe schon wieder vorbei, denn da rief die Mutti an und wollte wissen, wann ich in den Garten fahre. Als ich sagte, das wisse ich nicht, kam mit einigem Vorwurf in der Stimme: Der Tag ist ja schon halb vorbei! Mein Versuch, ihr zu erklären, dass ich mich an diesem Tag auf nichts festlegen wolle, endete schon beinahe in einem Streit, zumindest in Vorwürfen, ich hätte zweierlei Gesichter. Im Urlaub sei alles so schön gewesen und kaum sind wir wieder daheim, sei ich plötzlich so.
Tja, wie bin ich denn? Ich hatte mir erlaubt, mal einen einzigen Tag lang tun und lassen zu wollen, was ich möchte. Ich allein. Das geht natürlich nicht. Das kann die kleine alte Frau nicht verstehen.
Hach.

Sonntag, 13. Mai
Die Sonne strahlte und von den vorhergesagten Gewittern war nichts zu sehen. Und obwohl ich tags zuvor gesagt hatte: Ich rufe dich morgen nicht an!, holte ich gegen Mittag doch die Mutti ab und schleppte sie in den Garten. Sie brachte Torte mit, weil ja Muttertag war. Anfangs war alles ganz nett, aber dann bevölkerte sich der Garten zusehends mit Menschen. Kumpels des Sohnes. Erst einer, als dieser wieder fort war, ein anderer mit einem großen Hund, vor dem die Mutti Angst hatte und als dieser wieder ging, kam eine sehr laute Braut mit zwei ebenso lauten Kindern. Das war mir an diesem Tag dann doch zu arg. Die Mutti wollte sowieso heim, also nahm ich die Gelegenheit wahr, sie nach Hause zu bringen und dann auch gleich heim zu fahren.

Montag, 14. Mai
Zu-klären-Liste
Gespräch mit Leipziger Chef
Nachfrage beim Grundbuchamt Greifswald wegen einer Eintragung/Löschung
Einlassbestätigung für den Friedrichstadtpalast
To-do-Liste
Bei einer Kollegin im Garten Pflanzen abholen
Diese in meinem Garten einpflanzen

Ein seltsamer Arbeitstag. Ich stand vor der Frage: Halte ich mich an den schriftlichen Einsatzplan, den ich Ende März per Mail erhalten hatte, oder an die mündliche Zusage, die ich vor meiner Reise gegeben hatte? Nach dem Einsatzplan hätte ich mir einen schönen freien Tag machen können, nach der mündlichen Absprache musste ich in Halle zum Dienst erscheinen.
Nun bin ich jemand, der sich an Zusagen hält, die er gegeben hat. Also erschien ich überpünktlich zum Dienst. Der Kollege, der den Job während meines Urlaubs gemacht hat, war auch da. Und er hatte, im Gegensatz zu mir, einen schriftlichen Vertrag. Nicht da, beziehungsweise nicht erreichbar war der Leipziger Chef. Und die Lieblingskollegin war sich nicht sicher, wie ernst gemeint das Angebot vom 04. Mai war. Also wieder warten. Den ersten Punkt der Liste konnte ich schon mal nicht abhaken. Den zweiten auch nicht, weil ich im Grundbuchamt niemanden erreichte. Zu Punkt drei schrieb ich an den Kundendienst des Ticket-Anbieters, wo denn nun die Einlassbestätigung bleibt, erhielt aber keine Antwort.

Geklappt hat dafür der Besuch im Garten der Kollegin. Wir saßen in der Sonne, tranken Kaffee und schwatzten. Als es nicht mehr ganz so heiß war, grub sie die Pflanzen aus und ich brachte sie in meinen Garten. Dort erwartete mich der Sohn mit noch einem Käffchen. Ach ja, die Pflanzen. Ich wollte dafür mal schnell dort hinten diese Ecke noch umgraben. Dauert nicht lang.
Ich ging inzwischen Anke und Jürgen in ihrem Garten besuchen und erzählte von meiner Reise. Sie versorgten mich dafür mit dem neuesten Gartenklatsch.
Derweil war in meinem Garten wieder ein Bekannter des Sohnes eingetroffen. Naja.

Dienstag, 15. Mai
Vom Kundendienst des Ticket-Anbieters bekam ich die gleiche Mail wie vor drei Wochen. Man bemühe sich um eine Einlassbestätigung des Veranstalters, dies könne aber längere Zeit dauern, blablabla. Da wurde ich fuchtig, schrieb, dass ich umgehend eine Bestätigung erwarte und wendete mich direkt an den Friedrichstadtpalast. Und binnen weniger Augenblicke bekam ich von dort auch die gewünschte Bestätigung. Das war Kundendienst.
Gegen Mittag war es trüb geworden und kalt. Ich wollte trotzdem in den Garten. Vorher schnell noch zum Gartencenter und noch vorher, weil es am Weg liegt, zur Tankstelle, Luft aufpumpen. Ich habe das noch nie vorher selbst gemacht, immer den Sohn mitgenommen. Ich dachte mir aber, so schwer kann das nicht sein. War es auch nicht. Ich bekam es trotzdem zuerst nicht hin. Steckte diesen Anschluss auf mein Ventil, es begann heftig zu zischen und dann war mein Reifen richtig platt. Zum Glück kam gerade ein Mann, der auch Luft aufpumpen wollte und gab mir den entscheidenden Hinweis. Ich musste vorher noch eine bestimmte Taste betätigen, und dann ging alles wie von allein. Prima, nun kann ich das auch.
Es war nur eine Winzigkeit und ihr lacht jetzt vielleicht über mich, aber ich war ganz stolz auf mich, dass ich mal wieder etwas gelernt habe und in Zukunft allein kann.
Beim Gartencenter erstand ich ein paar Kräuterpflanzen. Mein Bergbohnenkraut, ein Thymian und der wunderschöne Bronzefenchel haben den letzten Winter nicht überlebt. Die beiden ersten konnte ich ersetzen, woher ich einen neuen Bronzefenchel bekomme, muss ich erst mal schauen. Trotz Kälte und mehreren Regengüssen fuhr ich in den Garten, wo ich an diesem unwirtlichen Tag ganz allein war. Das tat auch mal gut.

Mittwoch, 16. Mai
Schon wieder musste der MiMi ausfallen, weil diesmal die Uta mit Reisevorbereitungen zu tun hatte. Ich nahm mir vor, ganz früh ins Bett zu gehen, weil ich die letzten Nächte aus verschiedenen Gründen schlecht und viel zu wenig geschlafen hatte. Ihr könnt es euch sicher denken, es wurde nichts daraus. Erst 22.30 Uhr lag ich lang. Es gab wieder eine Menge zu grübeln. Der alte Chef ist krank, hatte sich aber bei der Lieblingskolleging gemeldet. So ernst war das Angebot wohl doch nicht gemeint. Er will nun erst noch mit einem anderen Kollegen Rücksprache halten und danach dann entscheiden. Also, langsam kann…
Ich bin doch keine Lumpenpuppe, die mal beliebig hin und her schleudern kann. Wenn es ihm so schwer fällt, eine Entscheidung zu treffen, dann soll er es lassen. Dann bleibe ich in Halle und gut ist’s.
Und wenn es dann dort irgendwann auch keine Aufträge mehr für mich gibt, werde ich weitersehen. Irgendwie wird es weitergehen. Ist ja immer weitergegangen. Menno. Ich will doch einfach nur arbeiten, weiter nichts. So viel Primborium um meine Person kann ich gar nicht leiden.

Donnerstag, 17. Mai
Wohin ist denn die Woche verflogen? Schon Donnerstag und damit beinahe Wochenende. Natürlich ist Einkaufstag mit Mutti. Sie braucht so einiges, schließlich konnten wir letzte Woche nicht einkaufen. *lach*
Für den späteren Feierabend hatte ich mich mit der Uraltfreundin verabredet. Das wurde aber auch mal Zeit. Wir hatten uns in diesem Jahr überhaupt noch nicht gesehen. Die Freundschaft ist so beständig, die hält das aus … und musste eine weitere Verschiebung aushalten, weil bei der Uraltfreundin ganz kurzfristig ein dienstlicher Termin dazwischen kam. Mein Freund Hans sagte immer: "Mugge geht vor Katastrophe." Und so ist es ja auch in unserer verrückten Zeit. Wir vertagten uns auf kommenden Dienstag. Mal sehen, ob das dann klappt.

Freitag, 18. Mai
Eine weitere Freundin, die ich nur zwei, drei Mal im Jahr sehe, ist Petra. Sie fragte Anfang der Woche, ob ich Lust auf einen Mädels-Tee-Abend habe. Natürlich! Also verabredeten wir uns für den Freitagfeierabend. Ein schöner Auftakt für das Pfingstwochenende.
Wie schon des öfteren, wenn ich etwas vor hatte, bat eine Kollegin mich, wenn ich Feierabend habe, noch in ihrem Büro rein zu schauen. Ich dumme Nuss habe das natürlich getan. Und schwups, war ich anderthalb Stunden länger in der Firma, als ich müsste. Anderthalb Stunden, die ich weder bezahlt bekomme, noch abbummeln kann. Zeit, die ich verschenke. Dabei hätte alles genausogut am Dienstag besprochen werden können. *grrr*
Petra freute sich natürlich auch noch anderthalb Stunden später über meine Ankunft und ich war so froh, dass ich endlich da war. Wir hatten so viel zu beschwatzen. Im Handumdrehen war es Mitternacht. Ein ganz toller Abend.

Und nun ist Samstag, 19. Mai. Ich bin seit 6 Uhr auf und die Waschfee ist mit der ersten Runde bereits fertig. Und ich bringe jetzt jede Menge Lesestoff mit zu Andrea in die Plauderecke, die sich heute an der Ostsee befindent. Hach, wie schön.

8 Gedanken zu “Samstagsplausch {19.05.2018}

  1. Liebe Mira, Deine Reise hört sich toll an. Aber ich muss sagen mir wäre das auch total zu viel so viel Menschen um mich herum zu haben. Naja , ich denke ich werde alt.Seufz. Wenn das für Dich ok ist , dann ist es so in Ordnung. Jedenfalls ist es nicht langweilig bei Dir. Hab ein schönes Pfingstfest. Lieben Gruß Sylvia

    1. Tja, liebe Sylvia, mit dem Älterwerden hat es vielleicht auch zu tun, ich glaube aber, es liegt auch zum großen Teil daran, welchen Alltag man hat. Wenn man immerzu ganz allein ist, freut man sich gewiss über viele Menschen. Aber wenn man immerzu viele Menschen um sich hat, braucht man dann eben auch Auszeiten davon, in denen man für sich sein kann oder, wenn man einen hat, nur mit dem Partner. Auf der Reise hat es mich noch nicht mal gestört, weil ich wusste, ich habe nach der Rückkehr noch ein ganzes Wochenende, bevor ich wieder ins Hamsterrad muss. Nur, als dann dieses Wochenende auch noch verplant wurde und ich mich schon wieder nach Zeitforgaben richten sollte, die meine Mutter ansagen wollte, da habe ich dann Panik bekommen und wäre am liebsten ausgerissen. Und dann versteht sie das noch nicht mal und macht mir Vorwürfe. *grrrr*
      Pfingsten war auch schon wieder chaotisch. Da habe ich heute sogar das Gefühl, dass sich das Hamsterrad vergleichsweise gemächlich dreht.
      Liebe Grüße
      die Mira

    1. Oh ja, liebe Andrea, das muss ich wirklich dringend lernen. Sonst geht mal irgendwann gar nichts mehr. Und ich muss mir noch etwas verinnerlichen, was meine Ärztin letztens sagte: NEIN braucht keine Begründung!
      Das habe ich ganz deutlich gemerkt an dem Wochenende nach der Reise und auch zu Pfingsten. Ich dumme Nuss habe versucht, meiner Mutter zu erklären, warum ich dieses und jenes nicht möchte. Aber diese Begründungen werden niemals akzeptiert, im Gegenteil, man wird {ich werde} dafür noch heruntergeputzt, wie ich bin, welch seltsame Ansichten ich habe und dass nur ich das alles als Stress empfinde, weil ich meine Einstellung nicht ändern will. Aber genau das müsse ich dringend tun. Ja, klar, und zwar so, wie meine Mutter das für mich vorsieht. Mach ich aber nicht. hihi. Das ist das Erste, woran ich das Nein-Sagen übe.

      Beste Grüße
      die Mira

  2. Guten Morgen liebe Mira,
    was für eine aufregende Woche, da wird es Zeit, dass das Wochenende gekommen ist und du mal durchschnaufen kannst. Ich glaube, der ganze Trubel im Garten würde mich persönlich ein bisschen stören. Hört sich an, als würde jeder so kommen und gehen, wie es ihm gerade gefällt. Ich kann total verstehen, dass du ab und an menschenfreie Tage brauchst. Ich mag solche Tage auch, wo man einfach in den Tag hinen lebt und die Dinge dann anpackt, wenn man Lust darauf hat und nicht, wenn der Terminkalender es sagt.
    Hab ein entspanntes Wochenende
    LG
    Yvonne

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