Samstagsplausch {31.07.2021}

Die Woche in einem Wort
Gefühlschaos

Wochenrückschau

Samstag, 24. Juli 2021
Schlaf: 7 h 31 min
Es war wieder ein Tag, an dem ich das Nein-Sagen leider nicht beherrschte. Dabei hatte ich mir doch so fest vorgenommen, das Wochenende irgendwo zu verbringen, nur nicht im Zugriffsbereich meiner Familie. Nachdem ich am Freitag Abend noch die Steuerklärungen fertiggestellt hatte, hätte das auch funktionieren können.
hätte, könnte Hat aber nicht. Und daran war ich ganz allein selbst schuld. Hatte ich doch jemandem vom freigeschaufelten Wochenende geschrieben und {dämlich, wie ich bin} darauf gehofft, dass irgendein Vorschlag kommt. Kam natürlich nicht. Dafür zeitfressende Anrufe und die Nachricht, dass bestimmte Bürotätigkeiten mal wieder von mir erledigt werden sollten.
Die Wartezeit füllte ich mit Wäsche und Hauskram und wurde wütend auf mich selbst. Weil ich mir nicht erfüllte, was ich mir gewünscht und vorgenommen hatte. Gegen Nachmittag dann ein Kurzbesuch: Wir wollen noch an den See.
Na prima, und ich?
Ich beschloss, dass nun nur noch ein großer Eimer Eis helfen kann.
Da rief die Mutti an. Einfach so. Sie schleppte ich gleich noch mit in den Kaufmannsladen. Eis habe ich am Ende gar nicht gekauft, dafür aber eine Melone.
Schritte: 6.209

Sonntag, 25. Juli 2021
Schlaf: 8 h 16 min
Wenn auch die Ausfahrt nicht geklappt hatte, so verschaffte ich mir eine verträumte Auszeit im Garten.

Als dat Anki kam, überredete ich sie zu einem Kaffee.
Am Nachmittag schleppte ich die Katl mit in die Therme und hatte nun die nächste Auszeit. Alles irgendwie Stückwerk und mit einem Wochenend-Trip nicht zu vergleichen, aber eine Mira freut sich und es ist immerhin besser als nichts.
Schritte: 8.588

Montag, 26. Juli 2021
Schlaf: 5 h 14 min
Den Montag mochte ich zunächst nicht, artete meine Arbeit doch wider Erwarten in Stress aus. Der war allerdings handgemacht, teilweise durch die Kleine Chefin, die an diesem Tag erstaunlich unsortiert rüberkam. Teilweise, weil ich eben bin, wie ich bin.
Gefühlschaos Teil eins
Da rief doch ein Kollege an, mit dem ich etwas Technisches zu klären hatte, und während die Rechner rödelten, unterhielten wir uns über mögliche, geplante und nicht zustandegekommene Arbeitseinsätze. Dabei erfuhr ich von Wunsch-Szenarien vom Jahresanfang und war froh, dass ich damals nicht einmal etwas davon geahnt hatte. Das brachte mich noch nachträglich aus der Fassung und ich fragte mich einmal mehr, wieso sich der Altchef so schwer tat, mir einen Vertrag zu geben, wenn es doch so viele Einsatzorte gab, an denen man mich unbedingt haben wollte. ***
Weil nun aber eine Aufregung selten allein kommt, erreichten mich noch während des Gesprächs mit dem Kollegen weitere Nachrichten. Auch diese enthielten Aufträge und die dringende Bitte um "Amtshilfe". Ich verwies auf den Altchef. Und dann hätte ich mich am liebsten in ein Mauseloch verkrochen, und konnte in der folgenden Nacht kaum schlafen, weil ich mir vorstellte, dass der Altchef über mein Ansinnen, diese "Amtshilfe" tatsächlich zu leisten, verärgert sein könnte. War er aber gar nicht.
Bei Arbeitsaufträgen kann ich noch schlechter NEIN sagen als sonst. Ich meine, bei Arbeitsaufträgen übe ich das Nein-Sagen nicht mal.

Am Feierabend mochte ich den Montag dann doch, denn die Janine hatte mich eingeladen, in ihren Garten zu kommen und "Beute zu machen". Sie gestaltet ihren neu erworbenen Garten gerade um und hatte jede Menge Pflanzen abzugeben. Mein Auto sah aus, als hätte ich eine Gärtnerei überfallen. Leider habe ich kein Foto gemacht, denn ich wollte nur noch heim, damit die Pflanzen wenigstens Wasser bekamen.
Es war bereits dunkel, als der Sohn nochmals vorbei kam, um mir die Unterlagen für seinen Bürokram zu bringen.
Schritte: 8.300

Dienstag, 27. Juli 2021
Schlaf: 5 h 07 min
Dieser Tag fing gut an mit einem entspannten Arbeitsfrühstück.
Auf dem Rückweg schlenderte ich noch über den Markt.
Die Katl hatte mir angeboten, im Garten zu helfen. Ich holte sie nach der Arbeit zu Hause ab. Zunächst mussten wir Kaffee trinken. Dann rückten wir einer Rabatte zuleibe, die mehr {wie sagt Illy immer?} Beikraut enthielt als Pflanzen.
Angesteckt durch Janines Elan begannen nun auch wir mit der Umgestaltung, wenn auch in kleinerem Rahmen.
Zur Belohnung und zum Tagesabschluss kredenzte der Sohn uns noch Camparisoda.

Gefühlschaos Teil zwei
Ein Foto in meinem Status bewirkte bei bestimmten Menschen eine {beabsichtigte} witzige Reaktion. Nur von einem bestimmten Menschen kam eine hochwissenschaftliche Antwort, auf die ich mir keinen Reim machen konnte. Außerdem kam die Ankündigung eines Telefonats, aber auch die war irgendwie seltsam. So emotionslos. Das hätte man auch lassen können. Ich hätte das Telefonklingeln schon bemerkt. Das muss man nicht extra ankündigen. Es wirkte vielmehr so, als wollte er mir sagen: *Ich melde mich, aber lass mich bis dahin in Ruh’.*

Schritte: 8.870

Mittwoch, 28. Juli 2021
Schlaf: 3 h 21 min
Gefühlschaos Teil drei
Der Anruf erfolgte gleich früh am Morgen, so als wollte man ihn schnell hinter sich bringen. Die Informationen waren nicht sonderlich bewegend und allesamt eben nur Informationen, auf die ich gut hätte verzichten können. Das Gefühl, das zurückblieb war eine seltsame Gleichgültigkeit und bei der Frage *Wir hören doch wieder voneinander?* sagte ich zwar: *Das hoffe ich doch!*, dachte aber: *Ja, vielleicht. Irgendwann.*
Die Anrede jedoch hatte mich aufgeregt und geärgert und war überhaupt der Auslöser für meine verhaltenen Reaktionen im weiteren Verlauf des Gesprächs. Sagt der doch zu mir "Meine Gute…"
Sag mal, geht’s noch? Meine Gute…
"Meine Liebe" wäre eine ganz andere Hausnummer gewesen. Aber Meine Gute! Ich bin niemandes GUTE. Ich kam mir vor, wie ein kleines Kind, dem man gönnerhaft über’s Haar streicht, damit es nicht weint.
Meine Gute… das trieft doch von Herablassung. Was bildet denn der sich ein?

Die Arbeit mit den Kollegen lenkte mich wunderbar von meinem Ärger ab. Bis Mittag hatte ich den schon fast verdaut. Wie schnell das gehen kann.
Am Nachmittag stand die Frage, ob ich Katl abhole und wir weiter im Garten buddeln. Wegen des extrem wenigen Schlafs entschied ich mich jedoch für einen Ruhetag. So sammelte ich auf dem Heimweg im N-Markt noch ein paar Lebensmittel ein und fuhr direkt nach Hause.
Dort: Waschfee gefüttert, Hühnerbeine in die Röhre geschoben und mit einem großen Wasser auf der Couch gedöst, bis die Waschfee fertig war. Dann Wäsche aufgehängt {oder gehangen, oder wie?}, Hühnerbeine abgepuzzelt, mit der Schwester geschrieben, mit der Mutti versucht zu telefonieren {sie rief gegen 22 Uhr zurück}, die Kleidung für den nächsten Tag zurechtgelegt, damit es am Morgen schnell geht. Die Wäsche wieder abgenommen und weil sie noch nicht ganz trocken war, noch übergehängt.
Zum Abschalten noch einen Film aus der Mediathek gesucht, aber nur ein Drittel davon angeschaut, dann ging nichts mehr. Ich fiel ins Bett, konnte jedoch nicht gleich einschlafen und räumte das Bettzeug ein paar Mal hin und her.
Schritte: 6.835

Donnerstag, 29. Juli 2021
Schlaf: 4 h 52 min
Ich fuhr einem malerischen Sonnenaufgang entgegen. Traumhaft schön. Leider habe ich auf der gesamten Strecke keine Gelegenheit anzuhalten für ein paar Fotos. So nahm ich mir wieder einmal vor, am Wochenende genauso früh aufzustehen, wie unter der Woche und einfach mal zum Fotografieren rauszufahren.
Mal sehen, ob das klappt.
Den Feierabend verbrachte ich mit Katl in der Therme, wo ich wunderbar entspannen konnte. Katl hatte eine tolle Käseauswahl zum Naschen/Abendessen mitgebracht. Da brauchte ich daheim nicht nochmal anzufangen.
Bei den Schritten kommen noch mindesten 1.000 hinzu, weil ich die Fitness-Uhr in der Therme ablege, dort aber viel hin und her laufe.
Schritte: 6.488

Freitag, 30. Juli 2021
Schlaf: 3 h 22 min
Schon wieder so wenig Schlaf. Hilfe, wohin soll das noch führen? Dabei war ich schon halb zwölf im Bett und der Wecker durfte, weil alles so gut vorbereitet war, 25 Minuten später klingeln als sonst. Dafür hat die Uhr zwischen 1:30 Uhr und 3:00 Uhr überhaupt keinen Schlaf registriert, obwohl ich nicht bewusst wach lag. Vermutlich war ich einfach zu unruhig. Geträumt habe ich, das ist mir aufgefallen, weil es ein paar Nächte nicht so war. Bei mir ist das Wiedereinsetzen von Träumen immer ein Zeichen dafür, dass meine Seele wieder in Ordnung kommt. Wenn ich sehr traurig oder depressiv bin, träume ich nämlich nicht, was mir meist aber erst hinterher auffällt.
Gefühlschaos Schlussbetrachtung
Auf den Autofahrten zur und von der Arbeit hatte ich ausreichend Zeit, über alles nachzudenken. So wälzte ich auch das seltsame Telefonat immer wieder durch meine Gedanken und bekam auf diese Weise immer mehr Abstand. Ich ärgere mich nicht mehr. Im Gegenteil, ich bin froh, dass ich die verschiedenen Äußerungen, Gunstbezeugungen und was auch immer jetzt ohne Rosafilter betrachten kann. Das verhindert zu wohlwollende Fehleinschätzungen.
Ich bin enttäuscht im positiven Sinn, denn Enttäuschung heißt doch, die {Selbst-}Täuschung hat ein Ende. Und das ist gut so!
Somit hat auch das Gefühlschaos ein Ende. Zumindest bis zum nächsten Tohowabohu, in das ich mich stürze. *hüstel*
Wer mich kennt oder Teil eins gelesen hat, weiß, dass ich ein gefühltchaotischer Mensch bin und es bei mir dazu nicht das große Gefühl *L i e b e* braucht. So etwas, wie im letzten dreiviertel Jahr passiert mir ohnehin nicht so schnell wieder. Ich habe zu sehr vertraut und ich wollte so gern glauben, das auch für mich mal jemand ein so großes Gefühl übrig hat. Jetzt weiß ich {einmal mehr}, dass es wieder nur um die Kumpeline ging, um die geduldige Zuhörerin, der man alles erzählen kann und um die Arbeitskraft, auf die man sich 1.000 %ig verlassen kann. Tja!

Ich habe die Monatsabschlüsse fertig gemacht, soweit das die Kleine Chefin sonst immer macht. Schätze, das wird auch in Zukunft meine Aufgabe bleiben, auch wenn sie nicht im Urlaub ist. Es macht mir Spaß.
Zwischendurch war ich mal für 15 Minuten weg, auf dem Markt. Ich brauchte noch ein Geschenk und wusste auch genau, was ich haben wollte. Deshalb ging das auch so schnell. Außerdem sitzen wir mitten in der Stadt, haben also sehr kurze Wege. Nach diesem wunderbaren Strauchbasilikum duftete dann mein gesamtes Büro.

Da ich wieder nur dreieinhalb Stunden geschlafen hatte, wählte ich den Garten als Feierabendoption ab. Auch den Einkauf auf dem Heimweg ließ ich bleiben und bekam sogar noch einen Parkplatz vor dem Haus.
Schritte: 6.517

Samstag, 31. Juli 2021
Schlaf: 3 h 54 min
Wenn ihr euch das anschaut, könnt ihr euch denken, dass die Idee vom Sonnaufgang-Fotografieren heute schon mal nicht aufging. Ich kam zur Sonnenaufgangszeit einfach nicht hoch. Vielleich morgen. Oder aber ich vertage das Ganze in den Herbst, wenn die Sonne später aufgeht.
Jetzt denke ich mir erst mal ein Ziel aus für einen kleinen Ausflug mit der Mutti. Das habe ich mir selbst so ausgesucht und das wird mein gutes Werk für diese Woche.

Jetzt komme ich erstmal zu Andrea und ihrem Samstagsplausch, in dem es heute um Waldatmen geht. Ein schönes Thema.

Habt alle ein feines Wochenende.

7 Gedanken zu “Samstagsplausch {31.07.2021}

  1. Hallo Mira,
    holla, die Schlafzeiten kommen mir auch wenig vor. Da find ich es auch nicht verwunderlich, wenn man da einnickt.. im Sessel. Das passiert hier auch ab und an. Bei mir tippe ich auf den ewig langen to-do Zettel und nicht abschalten können… Was vermutest Du bei Dir?
    Ich wünsch Dir eine wunderbare Woche und ein schönes Festival
    Liebe Grüße
    illy

    1. Liebe Illy, bei mir ist der Grund eindeutig, dass der Tag zu wenig Stunden hat.
      4:00 Uhr, spätestens 4:30 Uhr klingelt der Wecker. Wenn ich nach der Arbeit schnurstracks heim fahre, bin ich gegen 16.15 Uhr da. Und dann setzt das Feierabendprogramm ein, das jeden Tag aus was anderem besteht, mit der Mutti zur Bücherei, mit den Kindern einkaufen, in den Garten, in die Therme oder mal 2 Trommeln Wäsche, oder mal was räumen oder mal Papierkram erledigen. Es ist ja immer was zu tun, und fast immer zu viel.
      Und irgendwann will ich auch was vergnügliches machen, und sei es nur das Essen für den nächsten Tag vorbereiten. Bis ich dazu überhaupt komme, ist es meist schon 21:00 Uhr. Und da hab ich noch keine Runde gestrickt, noch keine Seite gelesen oder die Blumen gegossen. Du siehst, es ist auch bei mir der to-do-Zettel. So ist es dann frühestens 23 Uhr, wenn ich ins Bett gehe.
      Und dann ist der Schlaf natürlich unruhig, weil ich gar nicht genug Zeit habe runter zu kommen und in den Tiefschlaf überzugehen.
      Verrückt das Ganze, oder?
      Noich verrückter wird das Festival, aber darauf freue ich mich wie irre.
      Ich werde dann berichten.
      Liebe Grüße
      von Mira

    1. Zwei hab ich gekauft, liebe Regula, von Gärtnern aus der Region, ganz frisch und jeder etwas anders, und jeder wunderschön und natürlich auch LECKER.
      Dort kaufe ich wieder.
      Einen schönen Sonntag wünscht
      die Mira

  2. Führst Du Tagebuch über den Nachtschlaf? Das scheint jeweils wenig zu sein. Woran liegt es?

    Der Kuchen schmeckte bestimmt, er sieht sehr verführerisch aus. Selbst gebacken? Einen so dunklen Basilikum konnte ich übrigens ergattern, der sich leider bereits verabschiedet. Ich habe keinen grünen Daumen!

    Hab’ ein schönes Wochenende, liebe Grüße von Heidrun

    1. Liebe Heidrun,
      ja, ich führe Tagebuch über meinen Schlaf, weil ich schon seit Jahren immer nur müde bin und immer zu wenig schalfe aber unter anderen meine Frau Mutter immer anmäkelt, wie man nur dauernd so müde sein kann und wie man nur SO VIEL schlafen kann, weil es mir manchmal passiert, dass ich, wenn ich z.B. zum Feierabend bei ihr bin und dort nur auf etwas warte, dass ich da im Sessel einnicke.
      Letztes Jahr hat meine Schwester mir dann so einen Fitness-Tracker geschenkt. Der zeichnet nicht nur die täglichen Schritte auf, sondern auch den Schlaf und zwar sogar die einzelnen Schlafphasen. Seitdem wieß ich, was ich vorher nur vermutet hatte, nämlich dass ich viel zu wenig schlafe.
      Woran es liegt? Ich habe da so meine Vermutungen, aber das ist zu viel, um es hier in den Kommentar zu schreiben. Vielleicht mache ich daraus mal einen eigenen Eintrag in meinem Blog. Ich denke, das sollte ich tun.
      etzt werde ich erst einmal deine Episodn genießen, die du, so hoffe ich, veröffentlicht hast.
      Bis ganz bald
      die Mira

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