Samstagsplausch {26.06.2021}

Was hat Illy mir gewünscht? Eine verrückte, vollgepackte Woche. Wahrlich, die hatte ich.

Die Woche in einem Wort
Schwierig.

Wochenrückschau

Samstag, 19. Juni 2021
Es ist viel zu heiß. Najaaa, so dürfte ich das wohl nicht sagen, denn ich liebe Sommer, hohe Temperaturen und überhaupt…
An diesem Tag aber fühlte ich mich seltsam. Die Woche war anstrengend, weil ich auch am Freitag arbeiten musste/durfte. Solange ich noch unter der Woche nach CB fahre, ist das ein recht heftiges Programm. Entsprechend malade war ich am Samstag. Immerhin fütterte ich die Waschfee und hängte später die Wäsche auf den Trockenplatz.
Und ich musste noch zur Drogerie. Waschmittel alle, Geschirrspülmittel alle, Toilettenpapier alle. Noch eine Woche verschieben ging nicht.
Vorher hatte ich in einem Telefonat mal wieder meine Freundschaft zu Katl reklamiert, besser gesagt, ihre Freundschaft zu mir. Und als ich dann losfuhr zur Drogerie schickte ich ihr einen Text, falls sie noch nicht dort gewesen sei, könnten wir uns da treffen. Das war eine gute Idee, denn in der Drogerie war es angenehm kühl. Inzwischen hatte die Junghexe angerufen und um meine Fahrdienste gebeten. So nahm ich die Katl kurzerhand mit, sammelte die Hexe ein und brachte sie an ihr Ziel, dann die Katl heim, dann mich selbst zum N-Markt, um noch eine Melone einzusammeln.
Und dann war Zeit für Fußball mit abschließender Konferenzschaltung zwischen Katl, der Mutti und mir.
Jahahaa, die Kleine Frau schaut Fußball und hat davon auch Ahnung {wahrscheinlich sogar mehr als ich}. Am Ende meinte die Katl: Und das nächste Spiel schauen wir beide zusammen. Das hat mich riesig gefreut. Da hat meine Reklamation mir doch Glück gebracht.

Sonntag, 20. Juni 2021
Noch ein seltsamer Tag. Der Himmel ist grau verhangen, aber es ist immer noch drückend und schwühl. Und mir hängt eine Müdigkeit an, die ich nicht beschreiben kann. Und erklären kann ich sie mir auch nicht. Ich schwanke gerade zwischen Wanne mit kühlem Wasser und Couch zwecks Mittagsruhe, als die Hexe anruft. Sie hat etwas wichtiges in W. vergessen, das sie unbedingt heute braucht, aber es fahren wieder keine S-Bahnen. Also springe ich schnell unter die Dusche und rase los zum Fahrdienst. Die Erledigungen der Hexe gehen schnell und danach meint sie, wir könnten doch noch Eis essen. Mir ist aber nicht nach Eis, weil mein Magen grummelt. Die Hexe will noch nicht wieder nach Hause. Also nehme ich sie mit zu mir.
Wir haben einen angenehmen Lazy Sunday Afternoon, finden in der Wohnung jede ihren Rückzugsort, wo wir abhängen und nichtstun. Ich lesend, sie mit Freundinnen telefonierend. Nur eben, dass wir nicht allein sind und die andere anquatschen könnten, wenn wir wollten. Ich genieße das. Sie auch, glaube ich, denn als ich sie abends wieder heim bringe, mag sie gar nicht so recht.

Montag, 21. Juni 2021
Wieder in TDO.
Die Teilnehmer freuten sich: Das ist so schön, dass Sie wieder bei uns sind. Ach ja, klar, ich war ja die gesamte letzte Woche nicht hier.
Die Chefin freute sich auch. Sie hatte mir schon am Freitag geschrieben, was wir am Montag mal müssten. Das taten wir auch.
Danach erzählten sie mir von ihren aus Holz gefertigten Schmetterlingen und dass eine Passantin sich sehr dafür interessiert hatte wegen der Landesgartenschau im nächsten Jahr. Wie die Frau hieß, wussten sie nicht, wie man sie erreichen konnte, erst recht nicht. Ich verzog mich kurz ins Büro, rief die Stadtseite auf und begann zu telefonieren. Ich musste nur zweimal mein Sprüchlein aufsagen und wurde einmal weiterverbunden. Nach einem sehr netten Gespräch mit einigem Erstaunen auf der anderen Seite hatte ich die Zusage zur Zusammenarbeit. Es fiel mir genauso leicht, wie in CB neue Teilnehmer zu akquirieren. Man braucht nur die richtigen Argumente und ein Gespür für die richtigen Ansprechpartner. Das habe ich offenbar. Kommentar eines Kollegen: Weil du eben gut bist. So ganz langsam fange ich an, ihm zu glauben. Warum das wohl so ist? Vermutlich, weil ich meinen Job mit so viel Herzblut mache. Da ist es irgendwie ganz leicht, gut zu sein.
Als ich mich am Feierabend "bis Donnerstag" verabschiedete, kam von einer Teilnehmerin: Nur noch nächste Woche, dann haben wir Sie ganz für uns!
Da bekommt man doch gleich Pippi in die Augen, oder?

Dienstag, 22. Juni 2021
2:55 Uhr, also 5 Minuten vor dem Weckerklingeln bin ich wach. Ich mache mich reisefertig, aber weil so sehr kühle Luft zu den Fenstern hereinweht, disponiere ich die Kleidung für diesen Tag noch einmal um. Dann geht es los in Richtung CB. Obwohl fast Mittsommer ist, wird es an diesem Morgen ewig nicht hell. Der Grund sind tiefhängende graue Wolken. In der Firma angekommen, bitte ich den Kollegen, mich heute noch intensiver als sonst mit unserem schwarzen Lebenselixier zu versorgen. Das macht er auch. Außerdem ist der Tag voller Termine, so dass die Müdigkeit keine Chance hat und ich zeitweise sogar die grauen Wolken vergesse.
Zum Feierabend kommt dann sogar noch die Sonne heraus. Trotzdem stürzt gerade dann der Tag ins Dunkelgrau, infolge eines Gespräches, das mir klar macht, dass ich {wiedermal} eine Chance verpasst habe. Nur diesmal hatte ich wegen des ewigen Lockdowns gar keine Möglichkeit, das zu verhindern oder die Chance irgendwie zu nutzen. Nun ist das so!
Keine Sorge, ich komm schon klar. Ist ja nicht das erste Mal. Wird noch ein Weilchen weh tun, dann komme ich wieder in meinen alten Tritt. Hab ja genug um die Ohren. Da würde eine Liebschaft letzten Endes nur stören.

Mittwoch, 23. Juni 2021
Das Prinzenpaar aus G. hatte sich angekündigt. Da lernte ich die beiden nun kurz vor Ende doch noch persönlich kennen. Viel Gelegenheit hatten wir dafür nicht, weil meine Termine Schlag auf Schlag folgten. Geht nicht anders bei 10 Unterrichtseinheiten pro Tag. Das wollte ich schließlich so.
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Ganz früh am Morgen beim ersten guten Kaffee des Tages, noch vor dem offiziellen Dienstbeginn, stellte der Kollege mir dieses Geschenk auf den Schreibtisch. Zwei Teilnehmerinnen, die ich im letzten Jahr ganz intensiv auf ihre Zwischenprüfung vorbereitet hatte und die nun in ein paar Tagen die Abschlussprüfung hinter sich bringen werden, wollten sich verabschieden. Hach, da war es wieder, das Pippi…

Auf der Rückfahrt nach Sachsen begleitete mich herrlicher Sonnenschein und ich war seltsam aufgekratzt. In meiner Wohnung hätte ich es an diesem Abend kaum ausgehalten, aber zum Glück hatte mich die Katl zum Abendessen und Fußballgucken eingeladen.
Ich liebe Matjes. besonders diesen roten.

Donnerstag, 24. Juni 2021
Die Chefin hatte mich gebeten, in der Frühe gar nicht erst nach TDO zu kommen, sondern von zu Hause aus in die Leipziger Niederlassung zu fahren. Macht Sinn, schon allein von der Fahrstrecke her. Trotzdem war ich froh, als ich dort wieder gehen und mich endlich auf den Weg nach TDO machen konnte. Die Termine, die ich mir dort für den Donnerstag vorgenommen hatte, schaffte ich dann natürlich nicht mehr.
Zum Feierabend machte ich mich dann auf den von dort aus recht weiten Weg an den Süßen See, wo ich mich mit vier {Strick-}Freundinnen treffen durfte. Das war soooo schön.
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> Leider reichte der Akku nur noch für ein paar Fressfotos. So habe ich diesmal keine eigenen Aufnahmen vom See. Aber wir wollen vielleicht in diesem Sommer noch ein weiteres Treffen dort veranstalten, sozusagen als Ersatz für das, welches im letzten Sommer ausfallen musste.

Freitag, 25. Juni 2021
Mein letzter freier Freitag. Ausschlafen war nicht. Also wuselte ich ein wenig im Haushalt. Wäsche wurde auch fertig. Als ich mich um Bürokrams kümmern wollte, vermisste ich mein "Gedächtnis", eine riesige Speicherkarte, die mein Büroleben der letzten 5 Jahre enthält. Mindestens. Das meiste davon {bis auf die letzen beiden Monate} ist auch noch woanders gesichert, aber ich musste das Gedächtnis unbedingt wiederfinden. Mit Suchen gelang das nicht, wohl aber, wie fast immer, mit Nachdenken, wo und wann ich es zuletzt gebraucht hatte.
Dann war der Tag schon fast wieder in Ordnung. Als am Nachmittag die Sonne herauskam, trocknete auch meine Wäsche.
Dann rief die Hexe an. Sie wollte nach Teichwolframsdorf. Das ist eine sehr schöne Gegend und die Strecke dahin ist auch angenehm zu fahren und bietet malerische Ausblicke über weite Felder und auf kleine Ortschaften, die in den Tälern verstreut liegen. Da es diesmal neben dem Sonnenschein immer nieselte, wirkten die Täler im Dunst wie verwunschen. Das ließ sich leider nicht gut fotografieren. Hach.
Wie gesagt, ich mag die Strecke. Ich mag auch die Griechen, die die Hexe dort besucht und bei denen sie sowas wie eine zweite Familie gefunden hat. Das tröstet schon darüber hinweg, dass ich für einen solchen Enkel-Bring-Dienst rund 250 km fahre, denn ich muss ja auch wieder zurück.
Das hatte ich dann gegen 21:00 Uhr geschafft.
Der Sohn war zwar noch im Garten, aber um diese Zeit hatte ich dann auch keine Lust mehr, nochmal loszugehen.

Samstag, 26. Juni 2021
Und nun? Für heute steht nun der Garten auf dem Plan. Und Grillen. Und die Mutti mitschleppen, was für mich bedeutet, ich bin wieder der Kutscher. Ich erreiche den Garten von meiner Wohnung aus in wenigen Minuten zu Fuß. Das heißt, ich könnte abends am Feuer durchaus mal ein Gläschen Rotwein trinken. Mehr als ein Glas schaffe ich sowieso nicht, aber das würde ich gern in angenehmer Runde genießen. Wenn die Mutti mitwill, muss ich das Auto nehmen, denn sie kann nun mal nicht zu Fuß kommen. Alles sehr umständlich und wahrscheinlich will sie gerade dann nach Hause, wenn es gerade gemütlich wird und ich mich entspannen könnte. Wir werden sehen.
Mitnehmen muss ich sie, weil ich "ungehorsame Tochter" mir diese Woche schon zu viel eigenes Leben erlaubt hatte.
Du lässt das ja nicht sein! Du fährst ja immer noch nach Cottbus. Ich dachte, das unterbleibt nun endlich! Nee, tut es nicht, solange ich dort noch einen Vertrag zu erfüllen habe, also bis 30. Juni. Na, und dann war ich Mittwoch Abend bei Katl und am Donnerstag am Süßen See. Und dann gestern auch noch mit der Hexe unterwegs. eieieieiei
Soll ich euch was sagen? Ich genieße das gerade unglaublich, dass ich mir Stück für Stück mein Leben zurückholen kann.
Und jetzt, ihr Lieben, bringe ich diesen Eintrag zu Andrea und ihrem Samstagsplausch und schau mal bei euch vorbei.

Habt ein schönes Wochenende.
Eure Mira

10 Gedanken zu “Samstagsplausch {26.06.2021}

  1. Noch eine Welle und noch einen Welle und noch eine Welle. Alpha, Beta, Gamma, Delta, Delta plus. Ehrlich jetzt?

    Geniess das Leben!

    Liebe Grüsse zu dir. Regula

  2. Liebe Mira, da hattest Du mit Erfolg eine schöne Woche, es liest sich gut und ich denke auch dass frau ab und zu mal was sagen kann…

    …das schlechte Gewissen ist so ein Frauending, das sich nur mühsam ablegen lässt, was ich selbst an mir beobachtet habe. Statt dem harten Nein, sage ich persönlich öfter: ich überlege es mir, mal sehen. Das ist diplomatisch und verschafft mir einen Moment, wo ich wirklich in mich horchen kann, ob ich mag oder nicht.

    Alles Gute für Dich.

    Liebe Grüßle zum Sonntag von Heidrun

    1. Das mit dem mal sehen, ist eine sehr gute Idee. Das könnte ich ausprobieren. Außerdem bin ich dazu übergegangen, nun doch von mir aus kleinere Angebote zu machen, damit ich mich nicht zu Ganztagesaktionen verdonnern lasse, die ich gar nicht will. Klappt nicht immer, aber den Versuch ist es wert.

  3. Ich finde es schön, dass du dich um deine Mutti kümmerst.
    Was ich mir allerdings ständig überlege ist, dass die Leute ihr Leben zurückholen.
    Ich mache nichts anderes als seither und muß mir nichts zurückholen. Ich habe mich niemals einschränken müssen und in die Oper darf aich jetzt auch wieder, nun ich muß mich eben vorher testen lassen. Das ist auch kein Problem.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Wenn ich auf mein Fahrrädle hocken kann, dann bin ich glücklich.
    Liebe Grüße Ev

    1. Das glaube ich dir gern, liebe Ev, dass du dir nicht vorstellen kannst, wie andere unter dem Lockdown gelitten haben. Rente oder Pension lief ja weiter und wer vor dem Lockdown schon seinen wohlverdienten Ruhestand genießen durfte, geriet natürlich nicht in Existenznöte, bedingt durch ein 15 Monate andauerndes Arbeitsverbot. Aber du darfst mir gern glauben, dass ich nicht die Einzige bin, die davon betroffen war. Gastwirte, Hoteliers, Einzelhändler und unzählige Kulturschaffende betraf das, und da sind mir nur die eingefallen, die in aller Munde sind. Und wenn diese Menschen nun aufatmen und versuchen, sich ein Stück von ihrem alten (Arbeits-)leben zurückzuerobern, dann sollte das doch zu verstehen sein. Oder?
      Ich wünsche dir noch ganz viele glücklichmachende Fahrradtouren und zunächst einen feinen Sonntag.
      Liebe Grüße
      von Mira

    1. Da hast du Recht, liebe Hannelore,
      wir sollten uns viele schöne Erlebnisse verschaffen, von denen wir in der nächsten Arrestphase zehren können.
      Genuss ist angesagt, denn wir wissen spätestens seit Weckers Lied, dass: Wer nicht genießt, ist ungenießbar.
      Das habe ich im Weihnachten-bis-Pfingsten-Lockdown am eigenen Leib gespürt und will das nicht noch einmal erleben müssen. Da baue ich jetzt vor.
      Einen genussvollen Sonntag wünscht
      die Mira

  4. Wenn du den letzten Satz nicht angefügt hättest, dachte ich mir du lässt dich ganz schön ausnutzen. Wenn du es zu Fuss nicht weit hast in den Garten, lauf doch, wenn du deine Mutti nach Hause gebracht hast, wieder hin und gönn dir das Gläschen Wein.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, Pia

    1. Genau das habe ich getan, liebe Pia. Ich habe das Auto vor den Haus abgestellt und bin noch einmal in den Garten gewandert, wo mir der Sohn ein Gläschen Bitterol credenzt hat. Wirklich nur eines, ich vertrage gar nichts mehr. *lach*
      Ausnutzen lasse ich mich, das stimmt, aber ich übe das Nein-Sagen und verkneife mir das Schlechte Gewissen, das ich dabei sonst hatte. Denn das habe ich gar nicht nötig. Ich weiß inzwischen, dass ich genug für die Kleine Frau tue und dass sie einfach nicht iommer mehr und mehr fordern kann.
      Das wird schon, ich genieße den Sommer.
      Liebe Grüße
      von Mira

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