Samstagsplausch {23.05.2020}

Wie war die Woche?
…wunderbar!

Samstag, 16. Mai
Nicht mein Tag! Ich fühle eine Missstimmung heran rollen, der ich nichts entgegensetzen kann. PewiE hatte mir geschrieben, sie werde am nächsten Wochenende zu mir kommen, weil ich dringend aus meinem Trott heraus müsse, schließlich wisse sie genau, wohin das führen könne. Sie hat ja recht, aber nächstes Wochenende ist noch so weit weg.
Ich bin für den Dienstag Nachmittag mit Janine verabredet. Weil wir nicht wissen, welche Cafés überhaupt geöffnet haben und unter welchen Bedingungen, und weil ich mit meinem Geld ohnehin sehr, sehr haushalten muss, haben wir ausgemacht, dass ich zu ihr komme und die Zutaten für einen Schichtsalat mitbringe. Das wird bestimmt schön, aber Dienstag ist ja noch so weit weg. Am Montag Morgen will ich, gleich wenn ich den Sohn zur Arbeit gebracht habe, zu Katl gehen. Sie hat noch aus der Zeit, als es knapp war, eine Packung Toilettenpapier für mich, außerdem ein Päckchen mit Sockengarn. Ein bissel mulmig ist mir vor diesem Treffen, weil wir uns seit Ewigkeiten nicht gesehen haben und weil… tja, ich weiß nicht, ich manchmal das Gefühl habe, die Katl mag gar nichts mehr mit mir zu tun haben. Den Gedanken schiebe ich erst mal von mir weg. Wenn es sich komisch anfühlt, kann ich ja schnell wieder gehen, und außerdem ist es auch bis Montag noch lange hin.
Um mich irgendwie aus meinem Gedankenkarussell zu befreien, beschließe ich, den Samstag gemütlich daheim zu "verklumpern" und am Sonntag nach Delitzsch zur Gärtnerei Richter zu fahren, um Gurkenpflanzen zu holen.
Dann ruft Mutti an.
Sie will heute schon zur Gärtnerei. Sonntags haben die doch gar nicht offen! Na klar. Wenn sie das sagt, ist das auch so. *grrrr*
Ich raffe mich auf, hole die kleine Frau ab, fahre mit ihr nach Delitzsch. Am Eingang stehen die Öffnungszeiten, sonntags von 11 bis 16 Uhr. Ach? Seit Kindertagen liebe ich Gewächshäuser, seit Cinderella 80 würde ich gern in einem wohnen. 😉 An einem Tisch mit Gemüsepflanzen bleibe ich stehen, wähle einen Sechserpack Kohlrabipflänzchen. Als der im Einkaufswagen ist, flitzt die Mutti weiter. Das reicht doch! Außerdem wolltest du Tomatenpflanzen.
Gurken.
UND Tomaten!
Aha!
Dann habe ich 6 Tomatenpflänzchen und 4 Gurken, von denen sich eine später als Zucchini entpuppt.
Jetzt gehen wir aber endlich zu den Kassen!
Ich hätte gern noch ein wenig geschaut. Wozu? Du hast doch alles.
Apropos alles: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein, oder?
Auf dem Hinweg sind wir an einem Abzweig zum Schladitzer See vorbei gekommen. Alle reden immer davon, alle waren wohl auch schon dort. Nur ich nicht! So biege ich auf dem Rückweg dort ab.
Wie schön es dort ist. Ich würde gern zu dieser schönen Bucht hinunter steigen und am allerliebsten mit den Füßen ins Wasser. Darf ich aber nicht, weil der Abstieg für die kleine Frau zu steil ist. Was ich mitnehmen kann, ist dieses verpixelte Foto. Heranzoomen macht sich am Handy nicht so toll.Nacheinander schaffe ich 11 Fotos, alle vom selben Standort aus. Dann will die kleine Frau wieder heim. Nunja.

Sonntag, 17. Mai
Gar kein Tag! Die Missstimmung freut sich, dass sie sich bei mir breit machen kann. Bis Mittag geht das gut. Dann ruft Mutti an.
Ich dachte, wir pflanzen! Übersetzt heißt das: Hol mich ab, ich will in den Garten! Und nachdem ich angewiesen habe, welche Pflanzen du wohin zu setzen hast, bringst du mich wieder heim.
Zumindest empfinde ich das am Sonntag so. Ich halte dagegen, dass ich gar nichts will und vor allem, niemanden sehen und nicht reden.
Am Nachmittag fragt sie mich, ob ich endlich bessere Laune hätte. Hab ich nicht! Weil es nämlich nicht einfach eine Laune ist. Das zu erklären, verkneife ich mir. Sie würde es ohnehin nicht gelten lassen.

Montag, 18. Mai
Ein Wochenstart mit Sonne und blauem Himmel. Ich bringe den Sohn zur Arbeit und bin schon kurz nach sieben bei Katl. Das mulmige Gefühl ist schagartig vorbei. Wir hocken uns mit Tee ins Wohnzimmer und alles ist, wie es immer war. Nicht stören wollte sie, deshalb hat sie sich nicht gemeldet. Hach. Als ob sie mich gestört hätte!
Ach, und dann hatte sie sogar ein Brot für mich gebacken. Wie lieb. Und lecker! Wir kramen in Wolle und Resten und und und…
Es ist Mittag, als ich mich wieder auf den Weg mache.
Am Nachmittag hole ich die kleine Frau ab, die zur Gesichts-Chirurgie muss. Vorbesprechung einer Zahn-OP. Da es ihr danach gut geht, fahren wir noch einen Topf kaufen und tanken.
Durch den Vormittag bei Katl habe ich Schwung für die ganze Woche und lasse mich von nichts aus der guten Stimmung bringen.

Dienstag, 19. Mai
Nach der morgendlichen Tour nach B-dorf sammle ich im Lieblings-N-Markt die Zutaten für einen Schichtsalat ein.
Und dann…Trommelwirbel…kommt ein Anruf!
Ich habe einen Auftrag. Ab nächste Woche. Immer ein Tag pro Woche. Immerhin! Ich muss dazu nach Torgau. Dort habe ich schon immer gern gearbeitet. Ich freu mich so.
Am Nachmittag nehme ich meinen Einkauf mit zu Janine, die daraus diesen feinen Salat zaubert.
Das ist so viel geworden, dass ich noch einen Schwung mit nach Hause nehme und auch die Beiden noch genug für den nächsten Tag übrig haben.

Mittwoch, 20. Mai
LiLi hat mir ein Naturvideo mit verwunschenen Bäumen geschickt, Katl hat ein schönes Baumfoto für mich und schlägt vor, dass ich demnächst mit ihr zum Aussichtsturm gehe, weil es dort sicher auch schöne Motive zu fotografieren gibt.
Am Abend telefoniere ich fast bis Mitternacht mit PewiE. Schließlich müssen wir uns für den Samstag noch genau verabreden. Wie das bei uns immer ist, kommen wir vom Hundersten ins Tausendste.

Donnerstag, 21. Mai
Himmelfahrt, Männertag, Feiertag.
Der Sohn sagt: Geh raus, unternimm was. Irgendwas. Ruf die Oma an und nimm sie mit!
Das ist nun gerade nicht das, was ich wollte. Am Nachmittag rufe ich sie trotzdem an und erzähle ihr, dass ich gern Eisessen möchte. Sie kommt mit und ich mache einen minikleinen Ausflug draus.

Freitag, 22. Mai
Ich bin schon wieder halb fünf aufgestanden. Menno. Ich hätte doch ausschlafen können.
Auf der Suche nach einer tollen Strickjacke, die ich mal bei Ravelry gefunden hatte, durchstöbere ich zuerst Domics Blog. Ich habe nämlich die Anleitung gekauft und irgendwo abgespeichert. Aber wenn ich den Namen nicht mehr weiß, habe ich es schwer, sie wieder zu finden.
Dann hab ich sie doch gefunden. Hier. Und festgestellt, dass das bereit gelegte Garn dafür nicht so recht geeignet ist.
Uta sendet mir Vorschläge für Ausflugsziele für morgen.
Ich nehme mich zusammen und schreibe Evchen an. Ich habe schon so lange nichts von ihr gehört, dass ich Angst habe, schlechte Nachrichten zu hören, falls ich sie anrufe. Genauso schreibe ich ihr das auch. Sie antwortet postwendend, und ich bin riesig froh, weil es zum Glück keine schlimmen Nachrichten gibt. Ach, wie gut. Wir wollen morgen telefonieren. Das machen wir, wenn ich vom Ausflug mit PewiE zurück bin. Wahrscheinlich wird dieses Telefonat auch abendfüllend. Darauf freue ich mich.
Am Abend erreicht mich noch eine Nachricht von PewiE. Sie hatte nun auch eine hässliche Wetterprognose gesehen. Wir telefonieren bis kurz nach Mitternacht und vertagen den Ausflug auf später irgendwann.

Samstag, 23. Mai
Nach dem nächtlichen Telefonat habe ich noch gelesen, bis halb drei. Entsprechend schlief ich heute länger. Soll ja sowieso regnen. Als ich dann die Augen öffnete, schien die Sonne. Huch.
Nun werde ich den Tag für den Garten nutzen.

Vorher schaue ich noch bei Andreas Plauderrunde herein.
Ich freue mich auf euch.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

15 Gedanken zu “Samstagsplausch {23.05.2020}

  1. Liebe Mira,
    da hattest du wieder eine turbulente Woche und hast dich wieder sehr nett um deine kleine Frau gekümmert. Dieser Blick zum See ist wirklich sehr schön und ich wünsche dir, dass du da bald mal wieder hinkommst und mit den Füßen durch das Wasser laufen kannst!
    Ich freue mich für dich, dass du jetzt wieder wenigstens einen Tag in der Woche arbeiten kannst. Wünsche dir dafür einen guten Start!
    Alles Liebe und Gute für dich!
    Ingrid

    1. Liebe Ingrid,
      stell dir vor, ich hatte einen fantastischen Start.
      Schon allein der Weg dorthin, zwischen Felden, Waldstücken und Dörfern hindurch in der Morgensonne bis in den alten, historischen Stadtkern der großen Kreisstadt. Dann ein herzlicher Empfang. Möchten Sie Kaffee? Sie müssen doch Kaffe haben, sonst geht doch gar nichts.
      Und am Ende des Tages eine Nachricht von der neuen Chefin: Schön, dass es dich gibt.
      Schöner kann ein Dienstantritt nicht sein.
      Liebe Grüße
      die Mira

  2. Schade, daß deine Mutti so wenig Zeit für dich gelassen hat.Du hättest bestimmt noch einiges Schönes in der Gärtnerei gefunden! Auch am See gibt es noch viel zu entdecken!
    Nun wünsche ich dir eine schöne Woche!
    Liebe Grüße von Katl

    1. Tja, meine liebe Katl, vieleicht komme ich doch nochmal auf dein Angebot zurück, mit mir gemeinsam noch einmal zur Gärtnerei zu fahren, denn in den Baumärkten ringsum habe ich einiges, was ichn noch kaufen wollte, nicht gefunden. Heute will ich mal noch zu unserem Gartencenter am Ort, du weißt schon. Wenn ich da nicht fündig werde, sollten wir nächste Woche doch noch mal nach Delitzsch. Und auf dem Rückweg vielleicht zum See.
      Liebe Grüße
      ich freue mich auf’s Frühstück.

    1. Tja, liebe Augusta, ich habe schon als ganz junge Frau die Erfahrung gemacht, dass man dem Alltag immer auf zwei Weisen begegnen kann. Die eine ist, alles tragisch zu nehmen. Dann passieren einem die schlimmsten Dinge, man ist von allen Leuten, den ähnliches geschieht, immer am härtesten betroffen. Und für Lebensfreude ist kein Platz.
      Die andere (und für mich deutlich bessere) Variante ist eben, alles mit einem Augenzwinkern zu nehmen. Dann ist das Leben Freude.
      Ich erinnere mich an eine Klassenfreundin beim Abi. Die kam eines Tages voller Blessuren und blauer Flecke in die Schule und wir fragten natürlich, was ihr widerfahren ist. Da brach sie in schallendes Gelächter aus. Das glaubt ihr nicht, das glaubt ihr nicht.
      Als ich heim kam, stand der Flur unter Wasser (irgendwas war aus- oder übergelaufen). Ich stellte das Wasser ab und wollte ins Schlafzimmer, um Handtücher zum Auftütchen zu holen. Da bin ich doch in der Wasserlache ausgerutscht. Ich kann euch sagen, mir zog es vielleicht die Beine weg. Das muss ausgesehen haben! Arme und Beine rudernd in der Luft und ich bin voll auf den Steiß geknallt. (Hier zeigte sie, wie sie zumindest mit den Armen gerudert hatte und wir stimmten in ihr Lachen ein, während sie schmerzhaft das Gesicht verzog.) Aber damit war es nicht genug, ich konnte mich vor Schmerz kaum bewegen, aber ich musste ja aus der Pfütze wieder aus, war ja schon ganz nass. Handtücher brauchte ich keine mehr, das haben meine Klamotten schon aufgesogen. Weil ich mich kaum rühren konnte, hielt ich mich am Bücherregal fest, um mich hochzuziehen. Ihr ahnt, was jetzt kommt, das Regal wackelt, kippelte und dann löste sich das erste Brett und als das einmal lose war, kam, wie in Zeitlupe Brett für Brett das ganze Regal hinterher und ich unten drunter auf dem Fußboden…

      Man hätte das auch ganz anders erzählen können, und es hätte für sie auch dümmer ausgehen können, als mit ein paar blauen Flecken…
      Daran denke ich heute noch manchmal, wenn ich meinen Alltag als Glosse niederschreibe. Auch wenn es nicht immer gelingt, tut das doch gut.
      Jede Menge Humor für deinen Alltag
      wünscht die Mira

  3. Hallo und guten Morgen,
    schade, dass die Anleitung nicht zur Wolle passt. Umrechnen geht auch nicht? Hoffentlich findest Du was passendes im Lager. Ich würde vermutlich eine ähnliche Anleitung suchen.
    Schön, dass Deine Woche doch noch so wunderbar geworden ist. Und den Ausflug zum See kannst Du ja nachholen.
    Beim Anblick der Salatschüssel knurrt mein Magen.. heisst wohl: Zeit für Frühstück.
    Einen wunderbaren Sonntag mit Gartenwetter wünscht
    illy

    1. Nee, liebe Illy, Umrechnen ist nicht. Das wäre kein Problem bzw. mache ich sowieso. Aber das Garn passt von Farbe und Musterung nicht. Da muss was einheitliches her. Ich habe aber schon eine Idee. Muss es nur noch rauskramen.

      Salat zum Frühstück? Das könnte ich sein. *kicher*
      Liebe Grüße und hab eine schöne Woche.
      die Mira

  4. Liebe Mira, schön mit Deinem Auftrag. Ich freue mich für Dich. Das hört sich alles nach schönen Treffen an. Genieße das Wochenende und denke auch mal an Dich. Lieben Gruß Sylvia

      1. Ja, liebe Sylvia, die Jacke ist klasse, aber ich glaube, ich brauche dafür anderes Garn.
        Da werde ich doch bald mal ins Lager müssen und dort in den Kisten kramen.
        Vielleicht mache ich das nächste Woche. Oder übernächste?Da ist sie wieder, meine Aufschieberitis. Hach.
        Ein schönes Wochenende
        wünscht die Mira

  5. Liebe Mira,

    ich nehme mal Bezug auf die Pippi:

    “Am besten, ihr geht jetzt nach Hause”, sagt sie zu Tommy und Annika. “Denn wenn ihr nicht nach Hause geht, könnt ihr ja nicht wiederkommen. Und das wäre schade.”

    Von Pippi können wir viel lernen z.B. was innere Stärke betrifft.
    Man muß die eigenen Kräfte entdeck und lernen, sie zu nutzen.
    Dann können wir schwere Situationen auch leichter meistern.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende liebe Grüße Eva

    1. liebe Eva, vielen Dank für dieses Pippi-Zitat.
      Du hast recht, man sollte sich auf die innere Stärke besinnen. Vertrauen zu sich selbst haben, dann gelingt sehr vieles, was ansonsten aussichtslos erscheint.
      Ich gah dann mal jetzt, damit ich wiederkommen kann. 😉
      Liebe Grüße
      von Mira

    1. Mich hat es auch nicht draußen gehalten. Es regnete immer wieder und ist auch stark abgekühlt.
      Nun hoffe ich auf den Sonntag.
      Liebe Grüße
      von Mira

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