Das schöne lange 5-Tage-Wochenende…

…ist vorüber und war weit weniger schön, als ich mir gewünscht, erhofft und dringend gebraucht hätte.
So lange schon hatte ich mich nach diesem Wochenende samt Brückentag und Feiertag gesehnt. Schließlich sind solche Kombinationen aus freien Tagen die einzigen Gelegenheiten für mich, Urlaub zu nehmen. Als Selbständige (freie) Mitarbeiterin bin ich vor allem frei von allen Ansprüchen, die andere Mitarbeiter haben, allen voran bin ich frei von Urlaubsansprüchen. Bis vor etwa 3 Jahren ließ sich das ganz gut regeln, indem ich viele kleine Aufträge von verschiedenen Auftraggebern bekam und dort oft nur vier, manchmal auch nur drei Tage in der Woche Aufträge hatte. Damals war es auch möglich, auf einen Auftrag ganz zu verzichten, weil damit allerhöchstens 4 Arbeitstage verloren gingen. Aber etwa seit August 2014 bekam ich diese längerfristigen Aufträge, über fünf, sechs oder auch mal acht Monate, die meist nahtlos ineinander übergingen und seit letztem Jahr zunehmend parallel laufen. Man kann sich das so vorstellen, dass ich an einem Auftrag 5 Monate zu tun habe, dabei aber nur 2 Stunden am Tag. Für einen anderen Auftrag habe ich vielleicht nur 4 Monate zu tun, dafür 6 Stunden am Tag, aber nicht an jedem Wochentag, sondern nur dienstags und donnerstags. Meist habe ich sechs oder sieben Aufträge parallel und muss die Stunden geschickt verteilen, so dass ich am Ende jeden Tag 9 Stunden arbeite, grundsätzlich nur 8 davon in Rechnung stellen kann und sobald ein Auftrag ausläuft, die frei werdenden Stunden sofort mit einem anderen Auftrag aufgefüllt werden. An sich eine gute und sichere Sache, denn es geht immer irgendwie weiter. Der Nachteil ist aber, dass ich nicht einfach ein paar Tage frei machen kann, denn selbst, wenn ich einen oder zwei Aufträge wegließe, wären da immer noch die anderen. Da ginge nur ganz, oder gar nicht. Wenn ich also frei haben möchte, brauche ich eine Vertretung. Die muss erst einmal gefunden werden.
Einen solchen Vertreter hatte ich für letzten Freitag, so dass ich in aller Frühe ans Meer fahren konnte, wo ich zu 10 Uhr mit der Verwalterin der Wohnung zur Schlüsselübergabe verabredet war.
Obwohl wir später starteten, als von mir geplant, kamen wir pünktlich an. Die Übergabe verlief reibungslos. Auch sonst schafften wir alles, was wir uns vorgenommen hatten, einschließlich Möbelkauf und -aufbau. Auch der nächste Tag brachte wunderschönen Sonnenschein. Leider konnten wir nicht bleiben, weil der Sohn 17 Uhr wieder bei der Arbeit sein sollte. Auch den Rückweg schafften wir gut, er war pünktlich im Hotel.
Danach geriet alles aus den Fugen.

  • Der Sohn hätte gar nicht zum Dienst kommen müssen und hatte sogar den Sonntag noch frei. Da hatte sich jemand mit dem Dienstplan vertan.
  • Die Waschmaschine gab den Geist auf und ließ sich auch mit allen möglichen Versuchen nicht mehr zum Arbeiten bewegen.
  • Das Grundstück, auf dem sich die Werkstatt befindet, wurde verkauft und mein Vertrag zum 31.10. gekündigt.
  • Der Lehrgang, der in Düsseldorf stattfinden sollte, wohin ich den Flug schon gebucht hatte, wurde kurzerhand nach Dortmund verlegt, und ich habe noch keine Vorstellung, wie ich da hinkommen soll.
  • Wenn ich das hier so schreibe, klingt es gar nicht so schlimm, wie ich es empfunden habe. Aber als an diesem Wochenende alles auf mich herein stürmte, hatte ich es einfach nur satt. Nachts konnte ich nicht schlafen und tagsüber konnte ich mich vor Müdigkeit kaum aufrecht halten und bekam entsprechend gar nichts fertig.
    Ich will zurück ans Meer.

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