Wieder einmal…

…liegt ein ganz wundervolles Wochenende hinter uns, zu dem es keine Fotos gibt.
Das ist oft so, wenn ich intensiv mit dem realen Leben beschäftigt bin.
Der Freitag
…war ein ganz normaler Arbeitstag, allerdings mit einer kleinen Erschwernis, weil wir am Donnerstag erst nach 23 Uhr aus dem Werk fort gekommen sind {weil es so schön war, wieder einmal auch die Strickmädels dabei zu haben, die nur sehr selten kommen können}.
Endlich daheim angekommen, brauchte ich noch einen Moment, mich zu sammeln, zumal im Werk etwas geschehen war, was mit den Strickmädles überhaupt nichts zu tun hatte, aber meine Stimmung schlagartig tief in den Keller drückte. Das musste ich erst einmal verdauen. Dann kam mein Kind von der Arbeit und wir schwatzten noch eine Weile und am Ende war meine Nacht nur noch 3 Stunden lang, oder besser gesagt, kurz.
{Ach, das wisst ihr ja schon. Hm.}
Nach der Arbeit fuhr ich dann zu Mutti, die eine Krautsuppe für mich vorbereitet hatte. Das wird jetzt anscheinend zu einem Ritual, dass sie immer ein Süppchen bereit hält, wenn ich sie freitags zum Einkaufen abhole. Darauf freue ich mich immer schon.
Da wir diesmal nicht nur Lebensmittel brauchten, sondern noch zur Bank und zum Drogeriemarkt wollten, dauerte es eine Weile, bis wir fertig waren. Danach hätte ich meinen Abend in beliebiger Weise gestalten können. Normal wäre vielleicht gewesen, nach Hause zu fahren und ein wenig zu lesen. Oder gleich schlafen zu gehen, um die vergangene kurze Nacht zu kompensieren oder oder oder.
All sowas hätte ich tun können, wenn meine Wohnung, wie jede normale Wohnung hierzulande, heizbar wäre. Ist sie aber noch immer nicht, weil die Eigentümergemeinschaft sich nicht dazu durchringen kann, die Heizung reparieren zu lassen beziehungsweise sich damit richtig viel Zeit lässt, man könnte fast meinen, um mich zu ärgern. Wenn ich nicht davon ausgehe, dass es Bosheit ist, so ist es zumindest menschliche und soziale Inkompetenz.
Also, die Heizung funktionierte natürlich nicht, und deshalb führte mein Weg mich am Freitag Abend in die Therme, zum einen, um mich in der Sauna richtig schön aufzuwärmen, zum anderen, weil ich ausgiebig duschen und meine Haare waschen wollte, was zu Hause zwar möglich wäre, da immerhin die Warmwasserversorgung funktioniert, aber in einer mittlerweile auf 15°C abgekühlten Wohnung nicht unbedingt gesundheitsfördernd ist. In der Sauna traf ich noch einige Freunde, so dass es ein schöner Abend wurde, auch wenn ich es wegen Müdigkeit nicht bis zur Mitternachtssauna aushielt.

Der Samstag
…gehörte Janice. Nachdem ich Chris zur Arbeit gebracht hatte, holte ich meine Schöne ab und fuhr mit ihr nach Leipzig. Unser Ziel war die Arena und Tabaluga. Janice sah so glücklich aus. Sie hat richtig gestrahlt.
Da wir Karten für die Nachmittagsvorstellung hatten, die 18 Uhr zu Ende war, führte uns unser Weg danach noch in die Therme {wo hätte ich mit dem Kind sonst auch hin sollen, ohne dass sie sich verkühlt?}. Dort tollte meine Wasserratte herum, fast bis die Therme schloss. Obwohl wir erst 23.15 Uhr zu Hause waren und sie schon im Bad gesagt hatte, sie sei jetzt völlig erledigt, musste sie natürlich zu Hause noch im Internet nach Tabaluga und Peter Maffay suchen und hörte dann, eingehuschelt in dicke Decken noch lange Musik, bis sie irgendwann einschlief.

Am Sonntag
…morgens 3.45 Uhr kam Chris von der Arbeit, rollte sich neben seiner Tochter zusammen, und dann war Ausschlafen angesagt. Ich kümmerte mich inzwischen um die Wäsche. Als alle dann halbwegs ausgeruht waren, starteten wir in Richtung Traumzauberhof zur Plätzchenrunde, wo es zum einen um Orte ging, an denen Menschen ihr Plätzchen zum Verweilen, Leben und Arbeiten finden können. Zum anderen wurden natürlich auch Plätzchen gebacken. Es war ein rundum schöner Tag mit wunderbaren Menschen, interessanten Gesprächen, viel Zeit, zu mir, aber auch auf neue {schon mal gedachte und wieder verlegte} Gedanken zu kommen.
Danach, am Abend brachten wir Janice heim, und dann wurde nicht mehr viel. Ich ging sehr früh zu Bett und verschob alle Sorgen auf morgen oder irgendwann.

…Wir denken wir leben
und verschieben die Folgen
auf Morgen
wo wieder mehr möglich ist…

Günter Kunert

Zugegeben, so aus dem Zusammenhang gerissen bekommen diese Zeilen eine völlig andere Bedeutung, als in dem Gedicht Lagebericht aus dem Jahr 1976, aber für genau diese losgelöste Bedeutung taugen mir diese Zeilen jetzt.

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