Ja, ja, ich lebe noch…

…obwohl ich mich frage, ob man dieses ständige Herumgehetzt werden, diesen ewigen Kampf und all die Sorgen wirklich als Leben bezeichnen kann.
Da sind Freunde, die rufen nur an, wenn sie Hilfe bei gewissen Abrechnungen brauchen und sind sogar bereit, in den Laden zu kommen, wenn ich ihnen sage, dass ich dafür mittelfristig keine Zeit habe. Ja, dazu sind sie bereit, weil es für sie wichtig ist. Aber wie sich das für mich anfühlt, wenn ich neben meinen Arbeiten im Laden auch noch solche Sachen einschiebe, wie mich das stresst und wieviel anderes ich dafür liegen lassen und später aufarbeiten muss, weil es für meinen Laden und für mich wichtig ist, danach fragen sie nicht einen Moment. Auf die Idee kommen sie gar nicht.
Andere, die sich auch als Freunde bezeichnen, meinen, ich sollte für solche Leistungen Geld nehmen. Das sind die selben Leute, die vorgeben, mich unterstützen zu wollen, deren "Unterstützung" aber darin gipfelt, mein Lädchen für ihre Zwecke auszunutzen, mir womöglich Aufträge wegzuschnappen und die am Ende noch Dank von mir erwarten, weil sie mich ja unterstützt haben.
 
Zum Glück gibt es dann aber wieder Momente, da ruft plötzlich jemand an, von dem man ein paar Jahre nichts gehört und bei dem man sich selbst auch schon ein paar Jahre nicht gemeldet hat und sagt: Ich hab eben zwischen meinen Bürounterlagen dein Kärtchen gefunden. Da hab ich alles stehen und liegen gelassen und musste dich einfach anrufen.
Dieser Mensch fragt mich erst, wie es mir geht, als ich aber berichte, werde ich unterbrochen mit dem nachdrücklichen Satz: Nein, das schaffst du nicht! Niemand kann das!
Die Erklärung folgt auch sogleich: Du hast eben gesagt, du kämpfst verzweifelt darum, alles zu schaffen. Das musst du nicht. Du musst nicht alles schaffen.
Das tat gut.

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