Nun ist es vorüber…

…dieses Osterfest. Dummerweise hatte ich mich darauf gefreut. So etwas geht meist schief. Das gemeinsame Frühstück, zu dem mich Katl für den Karfreitag eingeladen hatte, musste ich absagen, weil ich die neuerlich verordneten Antibiotika nicht vertrug und in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sämtlicher Mageninhalt den Rückwärtsgang einlegte. Auch am Samstag fühlte ich mich nicht wesentlich besser. Zum Glück konnten wir da aber ein Treffen und ein paar gemeinsame Stunden nachholen, wenn auch sicherheitshalber ohne Frühstück.
Von Sonntag auf Montag sollte die Minihexe her kommen. Auch das wurde umdisponiert, und sie kam schon am Samstag, weshalb dann auch das Mittagessen bei Mutti auf Sonntag vorverlegt wurde. Da gab es dann noch eine Reihe von Missverständnissen, und am Ende hatte ich am Sonntag Vormittag das kleine Mädchen und am Nachmittag bis Abend saß ich dann bei meinen Eltern "fest" und durfte mir von meiner Mutter den grandiosen Vorschlag anhören, wenn doch Chris keine Wohnung fände, könne ich doch aus meiner Wohnung ausziehen. Ich fände doch gewiss was anderes. Geht’s noch???
Nunja, außerdem wies sie mich vorsichtig darauf hin, wie wenig lebenswert mein Leben doch bisher gewesen ist und… ja, wie soll ich sagen? Also, sie sorgt sich sehr um meine Zukunft. Sie ist ja nun nicht mehr die Jüngste und redet seit etwa zwei Jahren ständig davon, dass es mit ihr bald vorbei ist. Ich hab schon mal versucht, ihr vor Augen zu führen, dass sie sich mit dieser Einstellung die Jahre versaut, die sie noch hat. Aber meine Mutter ist nun mal nicht der Mensch, sich von einer einmal gefassten Meinung abbringen zu lassen, und sei sie noch so unsinnig. Und ich wäre ohnehin der allerletzte Mensch, dem solches gelänge.
Im Zusammenhang mit ihrem baldigen Ableben [das hoffentlich noch 20 Jahre oder länger auf sich warten lässt] möchte sie natürlich gern alle Dinge zu ihrer Zufriedenheit regeln, die ihrer Meinung nach nicht so sind, wie sie zu sein haben. Und dazu gehört auch, dass ich doch endlich mal noch glücklich werde. Schließlich bin ich beinahe 50 und hatte bisher eben noch kein wirklich sinnvolles Leben.
DENN zu einem sinnvollen Leben gehört eine Familie, und wenn sie mal nicht mehr da ist, habe ich ja niemanden mehr.
*kopfkratz* …Groß ist unsere Familie wirklich nicht, aber ein paar Menschen fielen mir da schon ein.
Es stellte sich jedoch heraus, dass es eigentlich ganz einfach wäre, mir eine große Familie zu beschaffen. Ich müsste nur einen Mann haben, der dann mehrere Geschwister hätte. Und natürlich müsste ich diese Geschwister dann so nehmen, wie sie sind und nicht immer an jedem was zu deuteln haben.
An dieser Stelle wurde ich dann ein bissel sauer auf meine Mutter und sagte ihr das auch. Ihre Formulierung implizierte immerhin, dass ich mit meiner Intoleranz alle Menschen in meiner Umgebung vergraule. Tatsächlich halte ich mich für tolerant. Jeder Mensch, den ich irgendwo kennenlerne, hat von vorn herein erst mal einen Guter-Mensch-Bonus. Ich kann nicht anders, ich halte grundsätzlich erst mal alle Menschen für gut und ehrlich und falle dann gelegentlich auf die Nase, wenn ich jemandem vertraue, der sich in der Folge dessen nicht so ganz würdig erweist. Aber selbst dann noch komme ich mit diesen Leuten aus, bin eben nur in der Zukunft bissel auf der Hut. Und das gilt nicht nur für Männer und deren eventuell vorhandene Geschwister, sondern für alle Menschen.
Mutti musste dann, direkt darauf angesprochen, auch zugeben, dass ich sehr wohl diesen Makel besitze, anderen gegenüber zu gutgläubig zu sein. Hm.
So mutierte ich im Laufe des Gesprächs also vom intoleranten Biest zum gutgläubigen Trottel. Als solcher wagte ich dann noch die Frage, woher ich denn einen solchen Mann überhaupt nehmen solle, der zunächst ja erst einmal frei sein sollte und Willens, sich zu binden. Der dann auch noch möglichst viele Geschwister hat, mit denen er sich auch noch gut verstehen muss, wenn das dann später bei mir klappen soll und der [und das erscheint mir die schwierigste Bedingung] mich dann auch noch haben will.
Das wusste Mutti dann auch nicht. Sie weiß nur, dass das bei allen anderen immer klappt, nur eben bei mir nicht.

Ich vermute ja, das liegt in erster Linie daran, dass ich nicht allzuviele Gelegenheiten habe, jemanden kennen zu lernen. Zwar treffe ich viele Leute, aber meist nur flüchtig. Es wird wohl kein Mann auf den Markt kommen und sagen: Hey, ich brauche zwar keine Wolle, aber ich würde die Marktfrau nehmen. Die Männer im Freundeskreis sind überwiegend gebunden. Und die wenigen, die frei sind [mir fallen auf Anhieb gerade mal zwei ein], nun, die interessieren sich nun wirklich nur freundschaftlich für mich, wobei dieses "nur" nicht abwertend gemeint ist.
Tja, und damit erschöpft sich das Thema wieder einmal. Und ich werde mal mein unerfülltes Leben weiterleben *grins*

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