Es gibt so Wochenenden… {Teil 02}

Samstag
Die Nacht war kurz beziehungsweise unruhig. Chris kam kurz nach 4 Uhr heim, sollte aber 10 Uhr schon wieder mit dem Dienst beginnen. Gegen sieben klappte die Maus die Augen auf und fragte: "Omaaa? Machst du mir Bacon?"
Wer könnte da Nein sagen? Chris wurde nach seiner kurzen Nacht mit viel Kaffee versorgt und zwischendurch strickte ich immer mal eine Runde an der Socke. Doch das hatte noch keine Eile, denn am Abend wollte Janice ihre Schrumpffolien bemalen und backen, so dass für mich genug Zeit zum Stricken bleiben würde.
Für den Nachmittag waren wir am Café Esprit in Taucha verabredet, um dort bei der Spielstraße mitzuhelfen. Vorher waren noch ein paar kleine Vorbereitungen nötig, da wir für den Sonntag Mittag/Nachmittag zu einer Mitbringparty bei der Uraltfreundin eingeladen waren.
Als ich dort zusagte, hatte der Sommer gerade eine Pause eingelegt, so dass ich eine meiner berühmt-berüchtigten Suppen für ein gutes Mitbringsel hielt. Die Zutaten dafür hatte ich alle schon heran organisiert. Da nun aber der Sommer mit aller Wucht noch einmal zurückgekehrt war, schien mir eine heiße Suppe nicht mehr die beste Idee zu sein. Ich entschied mich für eine Riesenmelone, die ich nun erst noch besorgen musste. Außerdem brauchten wir für J.J. neue Faserstifte, weil kein Stift, den wir zur Verfügung hatten {und das sind nicht wenige} auf diesen seltsamen Schrumpffolien malte. So machten wir uns am Vormittag auf den Weg zu unserer Einkaufstour, die infolge Straßensperrungen und Umleitungen um einiges länger wurde, als normalerweise notwendig und kamen am frühen Nachmittag bei sengender Hitze am Esprit an, wo ich mit Claudia und Franzi den Kellnerlauf betreute, während mein großes Mädchen die Stationen der Spielstraße abklapperte und da "kleben" blieb, wo man Trinkgläser gravieren konnte. Insgesamt hat sie 4 kleine Kunstwerke gezaubert und hatte den ganzen Nachmittag ihren Spaß. Am Ende kam sie dann noch von einem anderen Stand zurück und brachte eine Nudelkette für mich mit.
Und dann… brach mal wieder das Chaos aus.
Kurz nach 18 Uhr war unser Einsatz an der Spielstraße beendet. Nun wollten wir fix nochmal zu K***land, weil wir natürlich bei jedem Einkauf irgend etwas vergessen hatten. Und dann wollte J.J. endlich ihre Folien bemalen.
Doch, oh Schreck, mein Schlüsselbund war verschwunden. Nun hatte ich mich ja den ganzen Nachmittag ausschließlich vor oder im Café Esprit aufgehalten. Der Schlüssel konnte also nur dort sein. Alle halfen mit Suchen. Wir schauten an den unmöglichsten Stellen und Franzi packte sogar ihre Tasche aus, in der Hoffnung, den Schlüssel aus Versehen mit eingepackt zu haben. Doch nichts. Das Teil blieb unauffindbar. Seltsamerweise verfiel ich nicht in Panik, wie mir das in ähnlichen Situationen sonst immer passiert. Wahrscheinlich, weil es eben gänzlich unmöglich erschien, dass der Schlüsselbund das Café und den Platz davor verlassen haben konnte. Dennoch musste erst einmal eine Lösung her, denn wir konnten weder ins Auto, noch in die Wohnung, und selbst wenn wir ohne Auto ans Werk gelangt wären, hätten wir da vor verschlossenen Türen gestanden, da der Werkschlüssel im Auto geblieben war. Chris, der meine Zweitschlüssel besitzt, arbeitete wieder in Priester. Da er telefonisch nicht erreichbar war, gab es nur eine Lösung: ich musste da hin. Nur wie?
Jürgen drückte mir einfach seinen Autoschlüssel und die Papiere in die Hand und meinte: Du bist das Auto doch schon gefahren. Hm. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich war, denn auch wenn er meinte, das sei doch selbstverständlich, finde ich es eben durchaus nicht selbstverständlich, dass einer sein Auto verborgt.
So ging es nun zum zweiten Mal an diesem Wochenende zum Dorffest nach Priester. Nur, als wir da ankamen, war Chris gar nicht dort, weil sein Chef an diesem Wochenende mehrere Veranstaltungen zu betreuen hatte und Chris an einem anderen Ort eingesetzt war.
Inzwischen hatte Claudia, die mit nach meinem Schlüssel gesucht hatte, die Angelika getroffen und ihr von der Aufregung am Ende des schönen Nachmittags erzählt. Diese wiederum erinnerte sich daran, dass in der fb-Gruppe "Hallo Taucha" jemand gepostet hatte, dass am anderen Ende der Spielstraße ein Schlüsselbund gefunden worden war und schickte mir das entsprechende Foto. Es war mein Schlüssel. Hach. Wie froh ich war! Nur, wie sollte ich nun wieder dazu kommen. Das dauerte dann noch ein paar Telefonate und WhatsApp-Nachrichten, dann stand der Plan.
Und just in dem Moment kam dann auch Chris in Priester an und drückte mir den Ersatzschlüssel in die Hand. Zum einkaufen war es nun zwar zu spät, aber alles war wieder gut oder würde gut werden. Also brachte ich das geliehene Auto zurück, stieg in mein eigenes um und konnte mit der Hexe ins Werk fahren, wo sie endlich ihre Folien bemalen konnte.

Abgelegt in Allgemein |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.