192/366 oder Die Geister, die ich nicht rief

Wolle

Es war einmal ein guter Geist. Der kam, wenn ich nicht dort sein konnte, in den Suse-Garten und wirkte dort, verschnitt verblühte Blumen oder zupfte Unkraut, besonders vor dem Zaun auf dem Weg. Ich hatte immer ein bissel schlechtes Gewissen, weil der gute Geist schon ein stattliches Alter erreicht hatte, wie das bei Geistern manchmal so ist. Der Geist aber kam zu mir und bat mich, keinesfalls ein schlechtes Gewissen zu haben, denn er macht das so gern. Also ließ ich ihn gewähren. Und er machte seine Sache wirklich gut.
Dann jedoch kam ein anderer guter Geist. Der erzählte dem ersten Geist, was er alles tun wolle und dass nun alles anders werde. Mit diesen Worten vertrieb er den ersten Geist. Dabei wollte der zweite Geist doch nichts weiter, als ein wenig Anerkennung. Ein Lob in der Form "Ja, da haben Sie tolle Absichten" hätte den zweiten Geist glücklich gemacht. Das weiß ich, aber der erste Geist wusste das nicht. Dieser war nur erschrocken und hat sich zurückgezogen.
Nun hat aber der zweite Geist seinen Worten auch ein paar Taten folgen lassen und damit eine recht gute Wirkung erzielt {welche die Natur leider schon wieder zunichte macht}. Zumindest nehme ich an, dass es der zweite Geist war, denn im Gegensatz zum ersten bekomme ich den zweiten nie zu Gesicht. 😉
 
 
Notiz an mich:
Ich darf nicht morgens vor dem Lädchen in den Garten gehen. Es fällt mir dann immer so unendlich schwer, mich wieder loszureißen.

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3 Gedanken zu “192/366 oder Die Geister, die ich nicht rief

  1. Oooch, Georg, so zwischen den Gewittern ist ab und an mal Sommer. 😉
    Allerdings findet der meist dann statt, wenn ich gerade anderswo bin, im Lädchen zum Beispiel. *hihi*
    Aber wir haben doch Sonne im Herzen. Da macht es doch nix, wenn sie draußen nicht scheint, oder?
    Sei lieb gegrüßt
    die Mira

  2. Ein schönes Fleckchen Garten, so idyllisch mit der Bank. Kann gut nachvollziehen, dass der Gang zum Lädchen dann immer schwer fällt. Im Garten sitzen und den Sommer genießen ist doch ein wenig schöner wie zu arbeiten 🙂
    Liebe Grüße von Kerstin.

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