Reflexion

Ich hab das ganze Wochenende die Kamera mit mir herum geschleppt, aber kein einziges Foto geschossen.
Halt, nein, ganz so stimmt das gar nicht. Am Freitag Abend hatte ich doch gar keine Kamera dabei. Warum nicht? Weil ich da im esprit war, wo Eisenheinrich spielte. Von dieser Band in diesem Café habe ich schon unzählige Fotos. Eben gerade fällt mir allerdings ein und auf, dass auf all meinen Fotos noch Hans am Bass zu sehen ist. Nach fast fünf Jahren wäre es mal an der Zeit gewesen, ein paar aktuellere Bilder aufzunehmen, aber das ist nun im Moment nicht zu ändern. Trotzdem oder vielleicht auch weil ich nicht auf die Kamera achten musste, hatte ich einen wirklich tollen Abend. Es war einfach nur schön, Lutz endlich mal wiederzusehen, mich mit Petra und Rainer zu treffen, die ich auch viel zu selten sehe und in den Pausen mit Mario zu schwatzen. Mit ihm kann ich über Gott und die Welt quasseln, es tut immer gut, ist immer interessant. An diesem Abend habe ich es das erste Mal nach Hans’ Tod fertig bekommen, mir Worte anzuhören, ohne rauszulaufen oder zu heulen. Auch darüber konnten wir reden. Beim Musikhören konnte ich mich wegträumen und manchmal, manchmal hatte ich das Gefühl, die Musik gar nicht zu hören, sondern ganz tief drin in mir zu spüren. Herrlich.
Vom Samstag Morgen habt ihr ja schon einen Eindruck bekommen.
Danach ging es dann etwas weniger chaotisch zu. Ich fuhr zur Auwaldstation, wo die Leute vom Produktiv e.V. schon eifrig dabei waren, Tische und Bänke aufzubauen. Wir schnitten Kuchen auf, kochten Kaffee, schmierten Fettbemmen und machten Würstchen heiß. Dann war alles bereit und Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg eröffnete die diesjährige Klassik im Park. Während der Aufführung hatten wir "Kaffeetanten" wenig zu tun und konnten die teils uralten Texte und Eisenheinrichs Musik genießen. Ich kannte "Die Hälfte des Lebens" bisher nur von CD und durfte das Programm das erste Mal live erleben. Wer nicht dort war, hat wirklich etwas verpasst. Der zweite Programmteil gefiel mir auch ausnehmend gut.
Humor, so herrlich schwarz und eine tolle Stimme.
Den Abend verbrachten wir dann bei Petra. Vier Weibsen, die unterschiedlicher nicht sein konnten, hockten um den Küchentisch und lästerten über Männer. Das heißt: Frauen lästern ja nicht, sie stellen fest. *kicher*

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