Nachtrag zum Bücherstöckchen…

…also, ab der Stelle, an der ich aufgehört habe zu erzählen, ging das Märchen dann beinahe so weiter, wie in "Die Schöne und das Biest". Die Tochter löst natürlich das Versprechen des Vaters ein und reist auf die Insel des Ungeheuers. Sie findet das Schloss und obwohl sie niemanden zu Gesicht bekommt, wird sie ständig bedient, findet gedeckte Tafeln vor und ein weiches Bett. Später kommt sie mit dem Ungeheurer in Kontakt, unterhält sich sogar mit ihm, doch es richtet es immer so ein, dass das Mädchen das Gesicht des Ungeheuers nie sehen kann. Irgendwann hört sie Klavierspiel, geht diesem nach, und im Lack des aufgeklappten Deckels des Klaviers spiegelt sich das Gesicht des Ungeheuers.
Obwohl es ihr an nichts fehlt, wird sie nach einiger Zeit immer trauriger und das Heimweh plagt sie. Da gibt das Ungeheuer ihr einen magischen Spiegel, in dem sie sehen kann, was daheim geschieht. Als eine ihrer Schwestern heiratet, hält sie es vor Heimweh nicht mehr aus und das Ungeheuer, das ja in seinem Herzen keines ist, schickt sie heim, gibt ihr aber eine blaue Rose mit auf den Weg, an deren Zustand sie immer erkennen kann, wie es ihm geht. Eines Tages beginnt die Rose zu welken. In Sorge um ihr Ungeheuer bricht das Mädchen wieder zur Insel auf und als sie dort ankommt, findet sie das Ungeheuer im Garten vor dem Rosenstrauch. Es scheint im Sterben zu liegen. Da weint sie bitterlich um ihr Biest, und als die Tränen es berühren, wird es erlöst…

Ich weiß nicht mehr genau, aus welchem Kulturkreis diese Version des Märchens stammt. Jedenfalls kannte ich als Kind nur diese Version und war sehr erstaunt, als ich eines Tages feststellte, dass es da ein ähnliches Märchen gab, das "Die Schöne und das Biest" hieß. In meiner Empfindung war "Die blaue Rose" immer das Original.
Es wird euch nicht verwundern, dass mich dieses Video seinerzeit begeistert hat und noch immer zu meinen liebsten Lieblingsvideos gehört.

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