Drabble am Dienstag 💯

Ein Experiment
Am vergangenen Mittwoch gab Martina für die 6. Schreibschnuppe in diesem Jahr den Schreibimpuls Regenschirm – Katze – Tee. Den setzte ich in einer Geschichte mit mystischer Wendung um. Dann veröffentlichte Jürgen sein Bild für das Dienstags-Drabble. Ich fand, das passte hervorragend zu meiner Schreibschnuppe, so dass ich eine interdisziplinäre Fortsetzung schrieb.

Was war das für eine seltsame Situation, in der ich mich plötzlich befand? Wo war ich hin geraten? Bevor ich begreifen konnte, was geschehen war, senkte sich schon der Abend über die Lichtung. An einem kahlen Baum, unter dem die ersten Osterglocken ihre Knospen in den dunklen Himmel reckten, hing eine Schaukel. Die Katze hatte sie zuerst entdeckt und sprang hinauf. Ich gesellte mich zu ihr und stellte eine kleine Laterne zwischen uns auf. Sie leuchtete in sanftem Grün mit dem dicken gelben Mond um die Wette. Rings um uns begannen tausende Sterne zu glitzern. Die Katze schwieg. Ich auch! 💯

Fortsetzung

Drabble am Dienstag 💯

Huch, es schneit. Und ich habe kein Nest, um mich einzukuscheln. Also schnell einmal die roten Federn blustern, damit mein Kehlchen warm bleibt. Ah, was ist denn das da? Ein Berg aus dunkler Wolle. Heißa, da kann ich es mir gemütlich machen. Huch, das schaukelt ja. Warum schaukelt denn dieses Nest?

Ah, es schneit. Da will ich mal meine Nase in die Flocken halten. Ich habe so viele Locken, dass sie meinen Kopf warm halten. Nanu. Wer kommt denn da? Ein süßes kleines Rotkehlchen. Es setzt sich doch geradewegs auf meinen Kopf. Still halten, damit es nicht wieder fort fliegt.
Es sind wieder genau 💯 Wörter. Dieses Drabble verlinke ich nun bei Jürgen in der Wortgarage. Bei ihm habe ich mir auch die 💯 gemopst.
Übrigens, wer Lust hat, auch mal eine kleine Geschichte zum Bild zu schreiben, darf sehr gern meinem Link folgen und bei Jürgen auch ein Drabble hinterlassen. Und wer sich mit Drabble schwer tut {Anfangs hatte auch so meine Probleme mit genau 100 Wörtern}, der schreibt eben eine andere kleine Geschichte, egal mit wieviel Wörtern. Hauptsache, ihr schreibt. ♛

Drabble am Dienstag


Es klingelte an der Haustür. Wer das wohl sein mochte, um diese Zeit und bei diesem Wetter. Anton Ameis ging zur Tür. Da lehnte Gerd Grille am Türrahmen und drückte fast das kleine Häuschen um mit seinem großen Körper.
Herr Ameis war entsetzt. Da jammerte Herr Grille: "Mir ist so kalt. Der Schal wärmt mich kaum und der Hut nutzt gar nichts. Bitte lass mich in deine warme Stube!"
Doch wie sollte das gehen? Die Eingangstür reichte Gerd gerade bis zum Bauch.
"Nimm den Hut ab und bück dich, wir können uns gegenseitig wärmen", sagte Anton. Und so geschah es.

Diesmal waren 100 Wörter viel zu wenig. Ich hätte viel mehr schreiben können. Aber dann wäre es kein Drabble mehr gewesen. Und das sollte sein bei Jürgen.

Drabble am Dienstag

Gefroren liegt die Wiese unter ihren Füßen. Wie ein weißes Tischtuch hat sich Schnee darüber gebreitet. Makellos weiß. Flocken tanzen um sie her, bedecken die Wiese mit neuem Weiß. Am Wiesenrand stehen Bäume. Braunschwarze Stämme, die das Weiß durchbrechen. Zwischen den dicken Wurzeln regt sich erstes Leben, schieben sich zartgrüne Blätter durch den Schnee. In deren Mitte zarte Stengel und daran so weiß, dass man sie über der verschneiten Wiese kaum erkennen kann, zarte Glöckchen. Schneeglöckchen. Sie pflückt zwei Arme voll, trägt sie heim. Bei jedem Schritt ein zartes Klingen. Mit jedem Klingen fällt ein silberner Stern auf die Wiese.

Für das Dienstags-Drabble hat der Jürgen wieder ein Bild veröffentlicht, zu dem ich mir eine Geschichte ausgedacht habe. Es hat wieder Spaß gemacht. Danke, Jürgen.

Drabble am Dienstag

In der Wortgarage gibt es wieder ein Bild, zu dem man eine Beschreibung oder noch besser eine Geschichte schreiben kann, die genau 100 Wörter enthält.
Ich bin gerade nicht gut drauf. So ist auch mein Text irgendwie … schräg.

Das Glas umgekippt, der Wein verschüttet. Rot wie Blut, die Lache auf dem Tisch. Läuft einfach aus, der Wein, wie Gefühle aus meinem Herzen auslaufen. Unaufhaltsam auf dem Weg ins Nirgendwo. Breitet sich aus wie ein Meer, das alles wegspült, was einst Bestand hatte. Und was hat jetzt noch Bestand? Was bleibt, außer Flecken? Ja, Rotwein macht Flecke. Interessant geformt. Was lese ich daraus? Hat dieser Fleck den Umriss eines fernen Landes? Einer Insel vielleicht, auf der wir glücklich sein können? Ja, komm, reich mir deine Hand und lass uns aufbrechen. Lass uns gemeinsam reisen in ein schöneres fernes Land.

Drabble am Dienstag – 06.01.2026

Huch, ist das kalt geworden. Meine Federn schaffen kaum, mich warm zu alten, wenn ich mich noch so dick aufplustere. Zum Glück habe ich feine rote Stiefelchen, damit ich nicht mit meinen nackten Füßchen im Schnee herumtappen muss. Mit den Stiefelchen ist auch meine Spur anders und der grimmige Nachbarskater kann sie nicht erkennen. Ich habe eine kuschelige Mütze aufgesetzt, mit roten Streifen, passend zu meinen Stiefeln. Die gefrorenen Vogelbeeren nasche ich lieber nicht, davon bekomme ich Bauchweh. Ich weiß einen Balkon, wo es lecker Körner gibt. Der ist ganz hoch oben, da kommt auch der olle Kater nicht hin.
Das Dienstags-Drabble gibt es bei Jürschn, der immer hübsche Bilder bereit stellt, die man in einem Drabble beschreiben soll.
Bei mir wird das meist keine reine Beschreibung, sondern eine Mini-Geschichte.
Diesmal ist es zudem auch noch eine Dinggeschichte geworden. In Gabis Adventskalender 2024 habe ich es nicht fertiggebracht, eine solche Geschichte zu schreiben. Ich dachte, ich könnte das nicht. Bei ihrem Schreibkurs, an dem ich letzten Herbst teilgenommen habe, stellt ich fest, dass ich schon vor vielen Jahren eine Dinggeschichte und ein Dinggedicht geschrieben habe, an denen ich heute immer mal wieder arbeite, zumindest an der Geschichte, damit daraus endlich ein komplettes Buch wird.

Dienstags-Drabble zum 23. Dezember 2025

Jürgen hat ein wunderschönes Bild herausgesucht, dass es am 23. Dezember zu beschreiben galt. Da ich zu diesem Zeitpunkt im Ausland war und für die Zeit des Urlaubs dem Internet abgeschworen hatte, fragte ich, ob ich das Dienstagsdrabble auch später noch schreiben dürfte. Na klar durfte ich. Und hier ist es nun.
"Pst, sei ganz leise", ermahnte Eola ihren kleinen Bruder Olwin und öffnete die Tür zu dem Zimmer, das sie nicht betreten sollten, einen Spalt breit. Überwältigt von dem Anblick, der sich den Kindern bot, sank Olwin auf die Knie. Dort, in dem verborgenen Raum, stand ein Tannenbaum, über und über geschmückt mit funkelnden Lichtern. War das ein Glanz und ein Gleißen und Glitzern! Den Kindern schien es, als wäre dieser Baum, ja, als wäre der ganze Raum verzaubert. Düfte schwebten in der Luft, nach Tanne und Harz. Nach Plätzchen und Schokolade. Es war wie im Traum. Der Traum von Weihnachten.
Und dann hatte ich für Jürgen noch ein Haiku zum Thema Winter:

Sanfter Flockenfall
stille friedlich weiße Welt
behütet Träume

Drabble am Dienstag

Bei Jürschn gibt es auch heute wieder ein Dienstagsbild, das man in exakt 100 beschreiben kann. Man kann aus diesen 100 Wörtern auch eine kleine Geschichte rund um das Bild schreiben und als Kommentar hinterlassen.
Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt in der kleinen Stadt. Toll hatten wir uns das vorgestellt, zwischen vielen bunten Buden zu schlendern. Stricksachen wollten wir bewundern, mundgeblasene Weihnachtskugeln entdecken. Gefilzte Hausschuhe oder handgeschnitzte Krippenfiguren kaufen. Doch weit gefehlt. Eine Fressbude reihte sich an die nächste. Obwohl es nach Glühwein und gebrannten Mandeln roch, kam keine Weihnachtsstimmung auf. Enttäuscht traten wir den Heimweg an. Der führte uns am Spielwarenladen des alten Uwe vorbei, der gerade dabei war, sein Schaufenster neu zu dekorieren. Seinen ganzen Laden hatte er liebevoll in eine Winterlandschaft verwandelt. Es gab Teddys und Puppen und eine Stadt aus Puppenhäusern.

Bildbeschreibung – Drabble am Dienstag

Es ist Dienstag und bei Jürschn gibt es wieder das Drabble am Dienstag.

Isegrimm war alt und grau. Gut, grau war er schon immer. Dass er alt war, äußerte sich vielmehr darin, dass er nicht mehr so gut sah. Da traf er neulich im Wald jemanden mit einer roten Mütze und glaubte tatsächlich, das Rotkäppchen vor sich zu haben. Beinahe hätte er das Wesen geschnappt. Da hätte er sich aber gewundert, wenn er dessen Bart zwischen den Zähnen gehabt hätte. Da hätte der Begriff "Haare auf den Zähnen" eine neue Bedeutung bekommen. Gewundert hätten sich auch die Kinder im ganzen Land, die keine Weihnachtsgeschenke bekommen hätten. Denn beinahe hätte Isegrimm den Weihnachtsmann gefressen.

Drabble am Dienstag – 02. Dezember

Der Jürschn hat wieder ein Bild veröffentlicht, das es in 100 Worten zu beschreiben gilt.
Na dann.

Es ist bitter kalt geworden. Das Flüsschen ist zugefroren. Max sitzt am Ufer und zieht seine Schlittschuh an. Oma Lise mit ihren kaputten Knien kann nicht mehr gut laufen. Deshalb schiebt Opa Karl sie auf einem Schlitten über die Eisfläche und hält sich an dessen hoher Lehne fest, um nicht zu rutschen.
Klaus und Peter haben feste Schuhe mit gerippten Sohlen. Damit können sie gut übers Eis laufen. Emma jedoch ist schon zweimal ausgerutscht und hat sich auf ihren Hosenboden gesetzt. Nun nehmen ihre Brüder sie in die Mitte und ziehen sie über die glatte Fläche. Ist das ein Spaß!

Danke, Jürgen, für die kleine Schreibübung.