19 von 19
Am Morgen hatte ich keine Zeit für den Samstagsplausch, weil ich eilen musste, um das Auto in die Werkstatt zu bringen und danach wurde mein Tag anders als geplant {mal wieder}. Das brachte mich auf die Idee, meinen Tag, wie schon letzten Samstag, in Bildern festzuhalten. Da aber der 19. war, mussten es auch 19 Bilder werden. Mal sehen, ob die zusammen gekommen sind.
Geplant war, von der Werkstatt aus zum Paunsdorf Center zu laufen und den Tag dort zu verbringen, bis ich das Auto wieder abholen könnte. Als ich dem Lieblingsschrauber meinen Autoschlüssel in die Hand drückte, meinte er: Das wird aber heute nicht fertig. Oh.
Da das Paunsdorf Center auf meinem Heimweg liegt, stiefelte ich trotzdem erst einmal dorthin.
Erkennt ihr den Plattenbau links hinten? Da ist die Werkstatt. Das war schon erstmal ein Weg bis zu dieser Kreuzung.
Von da aus, sehe ich den Eingang oder zumindest die Einfahrt zum Center.
Noch einmal um die Ecke, dann stehe ich mit dem Rücken zum Seiteneingang. Bis hierher wäre ich nochmalerweise gefahren. Heute ist aber nichts normal.
Vor dem Technik-Markt setze ich mich auf die bequemen Polster und mache das erste Mal Rast und betrachte die Auslagen eines Bastelgeschäfts.
Dass der breite Fußweg mit auf dem Foto gelandet ist, war Absicht. Ebenso wie der Blick in die andere Richtung, den Gang entlang.
Barbara hat nämlich in ihrem Freitagsfüller einen Eindruck geäußert, den ich hier komplett widerlegen muss. Sie schrieb: …Bei der Gelegenheit war mein Eindruck, dass die Jammerei über die Wirtschaft irgendwie nicht mit der Realität zusammen passte. Es war sehr voll… Das mag vielleicht für ein Einkaufszentrum im "goldenen" Westen gelten, hier in Sachsen sieht es deutlich anders aus. Da trägt die Besucherfrequenz im Center an einem Samstag Mittag durchaus der Jammerei vom Niedergang der Wirtschaft Rechnung.
Das Café, wo man früher schon mal im Gang auf einen freiwerdenden Tisch warten musste – leer.
Mein Lieblingsladen, in dem die Gänge so schmal sind, dass es früher öfter zu Gedränge kam – leer. Ich war dann drin die einzige Kundin, die durch die Regale schnarchte.
Ich hatte dann keine Lust mehr, durch das leere Center zu schlappen und hockte alsbald an der Haltestelle, um auf meine im 20-Minutentakt fahrende Bahn zu warten.
Ihr könnt es euch sicher schon denken, die Bahn war… leer.
An der Kreuzung, an der ich umsteigen musste, klappte die Anbindung vorzüglich. Ich schaffte es gerade über die Straßen, ohne bei Rot die Ampeln zu überqueren, dann kam schon meine Bahn nach Taucha und bald war ich an der Endstelle angekommen.
In dem kleinen Park gab es früher Bänke und mit meiner Oma war ich als Kind viel dort. Sie saß dann immer mit anderen alten Damen auf der Bank und schwatzte. Das war für mich ziemlich langweilig, zumal ich wegen der Straßenbahn, die schon damals um den Park herum eine Wendeschleife hatte, nicht von der Bank fortgehen durfte. Oma hatte für mich immer was zu Malen mitgebracht. Dabei kann ich bis heute nicht malen. 🤭
Von da aus ging es zu Fuß weiter.
In diesem hübschen Innenhof gibt es eine bequeme Holzbank, auf der ich noch eine kurze Rast einlegte, bevor ich das letzte Wegstück in Angriff nahm. Ich schätzte 25 Minuten, bei meinem langsamen Tempo, schaffte es aber in 17. Das freute mich.
Zu Hause kramte ich meinen dicksten Pullover hervor, weil ich mich noch ein wenig auf den Balkon setzen wollte.
Dort warf der Wind erst einmal den Wäscheständer um.
Ich blieb trotzdem noch ein wenig draußen. Das tat mir gut.
Zum Abendessen gab es Pfefferbeißer. Kalt schmecken sie mir nicht, also habe ich sie warm gemacht.
Der Nachtisch bestand aus Trauben, die ich genau wie die Würstchen am Freitag aus dem Angebot mitgebracht hatte.
Ich verräume die Küchenutensilien, die ich im Lieblingsladen ausgesucht habe…
…und fotografiere die Gläschen, die ich für RoHen mitgebracht habe, damit er seinen Safran unterbringen kann. Ich hoffe, sie sind passend.
Später nehme ich mein Sockenstrickzeug mit auf den Balkon, weil ich die Spitze an diese erste blaue Socke stricken will.
Das waren meine 19 Bilder vom 19. September.
Ich werde sie nun noch zu Andrea bringen.
Euch allen wünsche ich noch einen angenehmen Restsonntag.
Der „Goldene Westen“, da ist auch im vielen Städten, der Goldlack abgeblättert.
In Opladen gibt es kaum noch Geschäfte und die Fußgängerzone ist ab 19:00 Uhr wie ausgestorben, tagsüber sitzen die Leute draußen oder im Café, Donnerstag ist Markttag ( der auch immer weniger Marktstände hat).
In Wiesdorf gibt es die Rathaus Galerie, wo auch immer mehr Leerstände zu bewundern sind und die Fußgängerzone verödet auch immer mehr. Es gibt dort auch noch eine Passage wo überwiegend Leerstände sind.
Vielleicht sieht es in Köln, Düsseldorf oder dort wo Barbara wohnt anders aus.
Vielleicht kann ich ja mal dorthin einen Ausflug machen.
So leer sind die Busse bei uns allerdings nicht.
Dann nochmals Grüße
Hannelore
Liebe Hannelore,
das dachte ich mir schon, dass es auch im „goldenen“ Westen in vielen Orten ähnlich leer aussieht, wie hier.
Die leere Straßenbahn hat mich allerdings selbst verwundert. Wenn ich nicht gerade in dieses Center oder zur Werkstatt will, fahre ich nicht unbedingt Straßenbahn. Da nehme ich lieber die S-Bahn, weil sie schneller ist. Und weil der Bahnhof näher an meinem Zuhause liegt, als die Straßenbahn-Endstelle. Die S-Bahn ist meist voll.
Hach ja, deine Ausflüge finde ich immer toll. So etwas könnte ich mir auch mal angewöhnen. Ich würde das gern mit einer Freundin machen, die aber leider kein D-Ticket hat. Und da wird es schon wieder schwierig. Entweder sie löst ganz normal die Bahn-Tickets, da wird es für sie teuer. Oder wir nehmen das Auto, da wird es für mich teuer.
Vielleicht muss ich dann doch allein fahren. Darauf denke ich noch ein wenig herum.
Auch von mir wieder liebe Grüße
Mira