Eine Weile war der Mittwoch immer mein schönster Wochentag. Seit ich nicht mehr arbeite, klappt das leider nicht mehr so recht, so dass ich mir etwas ausdenken muss, damit die Mittwoche schön werden. Diese Woche hatte ich mich mit Katl für den Markt verabredet. Ich wollte beim Blumenmann mal nach Pflanzen gucken. Einfach mal so.
Leider war ich dann am Morgen schon wieder genervt. Nach einem sehr schönen Traum konnte ich 4:40 Uhr nicht noch einmal einschlafen, obwohl mir das gut gefallen hätte. Also stand ich auf und kümmerte mich um die Buchung für unsere Weihnachtsreise. Das wäre ansich etwas Schönes gewesen, nur will ja dieses Mal die Schwester mitkommen, die bekanntlich etwas anstrengend ist und das nicht erst, während der Reise, sondern schon jetzt. Schon am Montag drängte sie, ich solle buchen. Das versuchte ich auch, bekam aber eine Rückmeldung des Veranstalters, dass dessen Angebot missverständlich war und er mir ein neues Angebot {natürlich teurer} zusenden wolle. Ich leitete es an die Schwester weiter und nach einigem Hin und Her hieß es wieder: Buche das doch endlich, nicht dass womöglich der Frühbucherrabatt noch wegfällt.
Nun hatte ich am Mittwoch in aller Frühe gebucht, da fing sie plötzlich an, wen sie gern noch mitgenommen hätte und wer ihr nun leid tut, weil sie ihn über Weihnachten allein lässt. So ein Rumgeningel. Konnte sie sich das nicht früher überlegen?
Einerseits muss ich mich um alles kümmern, muss alle Leute und deren Wünsche berücksichtigen und versuchen, sie unter einen Hut zu bringen. Und wenn ich dann mit allen soweit klar bin, passt es doch wieder wem nicht. Und ausgerechnet der Person, auf die ich die meiste Rücksicht genommen hatte.
Das war schon beim Festival so. Und jetzt bei der Reise auch wieder.
Wann werde ich endlich schlau und lasse mich nicht mehr vor aller Leute Karren spannen? In den vielen Jahren in der Firma hatte ich das nicht gelernt. Jetzt, da das mit der Firma endlich vorbei ist, geht es privat weiter.
Manchmal möchte ich einfach einen kleinen Beutel packen mit einer Flasche Wasser und ein paar Äpfeln und davon gehen. Niemandem sagen, wohin. Einfach weg.
Ich dieser Verfassung sagte ich dann mein Treffen mit Katl ab. Ich konnte einfach nicht.
Im Nachhinein betrachtet, war das natürlich dumm. Ich weiß ja, dass es in solchen Momenten das beste wäre, das Haus zu verlassen. Draußen zu sein.
Am Nachmittag habe ich mich in die Küche gestellt und Heringssalat geschnippelt. Das hat zumindest Spaß gemacht.
Später sah ich, dass der Sohn die halbe Schüssel leergefuttert hat. Das freute mich sehr, hat es ihm doch geschmeckt.
Ja, ich kann mich an Kleinigkeiten erfreuen.