Guten Morgen ihr Lieben
Letzte Woche hatte ich euch von allerlei umgestoßenen Plänen erzählt.
Na, was meint ihr? Hat sich daran in dieser Woche etwas geändert?
Na, wenn du schon so fragst, werdet ihr sagen, dann vermutlich nicht.
Und damit habt ihr recht. Nur waren die Planänderungen in dieser Woche "kleinteiliger", manchmal im Stundentakt hin und wieder zurück. Es war anstrengend und ich hatte es satt. So satt, dass ich am Donnerstag Abend sogar dem RoHen sagte, er solle besser nicht herkommen. Er ließ sich zum Glück nicht beirren und meinte, er käme erstmal, wolle mich "zu Boden knutschen" 🤣 und dann sehen wir weiter.
Was mich diese Woche so sehr stresste, waren nicht allein die Änderungen, sondern auch, dass nichts klappte, von dem, was ich angeschoben hatte. Da war die eine Bewerbung, die mir regelrecht aufgedrängt wurde {wohlgemerkt von dem Arbeitgeber, der mich unbedingt in seinem Mitarbeitpool haben wollte}. Da tat sich die halbe Woche nichts, bis ich, obwohl ich das eigentlich nicht tun wollte, dann doch nachhakte. Oh ja, unbedingt. Wir haben großes Interesse. Nur jetzt habe ich gerade keine Zeit für ein Gespräch. Ich melde mich. Noch diese Woche. O-kay. Die Woche ist um.
Nächster Arbeitgeber. Da hatte ich mich beworben. Es war ein interessierter Rückruf erfolgt. Ich sollte nur noch schnell ein Formular ausfüllen, dann werde man mir meinen Einsatzplan zusenden. Beginn 15. September. Ratet! Klar, der Einsatzplan kam nicht, stattdessen 2 Tage später eine Mail, man bedanke sich für mein Interesse an der Firma und lade mich für Ende September zu einem Vorstellungsgespräch ein, bei dem ich eine Unterrichtsstunde halten soll, wie ich sie auch vor einer Klasse halten würde. Allerdings soll das Ganze nicht länger als 10 Minuten dauern und ich soll zeigen, wie ich am Ende des Unterrichts die Kinder zum Weiterlernen ansporne. Wie jetzt? Unterrichststunde, 10 Minuten oder doch Unterrichtsende mit Cliffhanger? Die spinnen doch! Ich meine, klar verstehe ich, dass die wissen wollen, wen sie da auf die Kinder loslassen. Aber wenn sie sich ausdrücklich an Quereinsteiger wenden, außerdem der Job begleitend sein soll, Hausaufgabenbetreuung oder Ganztagsangebot oder so, warum soll ich dann eine Unterrichtsstunde vorbereiten, wie ich sie vor einer ganzen Klasse halten würde? Ich kann das, keine Frage. Aber was für einen Mitarbeiter wollen die denn nur wirklich? Eine eierlegende Wollmilchsau oder was?
Es gab noch zwei weitere Bewerbungen, auf die bisher keine Reaktion kam und wahrscheinlich, wie so oft, auch keine kommen wird.
Noch bis zum Sommer 2025 hatte ich keine Probleme mit Bewerbungen. Wenn ich einen Job brauchte, habe ich einen bekommen. Aber seit März diesen Jahres ist der Wurm drin. Als ob mit meinem 65. Geburtstag ein Schalter umgeklappt wäre, auf dem steht: Du nicht!
Ich habe jetzt noch genau ein Jahr bis zur Rente. Worum bewerbe ich mich denn da überhaupt? Um einen Job, den ich, wenn ich ihn denn endlich bekäme, nicht einmal mehr 12 Monate ausführen könnte? Da nimmt mich doch keiner. Es soll ja Arbeitsvermittler geben, die sagen: Ab 60 ist es aussichtslos, noch einen Job zu finden. Meine Arbeitsvermittlerin schaut mich mit kullerrunden Stauneaugen an und fragt: Glauben Sie wirklich, dass es am Alter liegt, dass Sie nichts finden?
Jammern iss nich! Aber meckern darf ich, oder? Und satt haben darf ich diesen ganzen Bewerbungsstress auch.
Anders nervig waren noch ein paar Begleitumstände. Da gibt es eine Person, die bis vor kurzem nur einen Guten-Morgen-Gruß per WhatsApp sendete und nur, wenn ich mich nicht meldete, am Vormittag besorgt nachfragte, ob alles in Ordnung sei. Abends kam dann manchmal noch ein Fernsehtipp oder so. Seit Mitte August hat sich das verändert. Da kommen gefühlt hundertzwanzig Nachrichten {überwiegend nichtssagend} und dann ruft sie zu allen Tages- und Abendzeiten an. Wenn sie im Park spazieren geht und niemanden zum Reden hat. Wenn sie auf ihrem Balkon sitzt und Zigaretten stopft. Wenn sie keine Idee hat, was sie kochen soll. Die Gespräche dauern mindestens 20 Minuten {wenn es mir gelingt, sie abzuwürgen}, oft 30 bis 45 Minuten und mitunter noch länger. Ach Mensch! Ich kann solche Kraftfresser nicht gebrauchen. Ich habe diese Woche keine 10 Runden an irgendeiner Socke gestrickt. Wenn ich die Zeit der unnützen Telefonate zusammenrechne, wäre in dieser Zeit eine Socke fertig geworden. Ich muss da eine Idee haben, wie ich das einschränken kann, ohne sie zu verletzen.
Heute
Es ist der Fünfte. Also sollte es heute auch ein WmdedgT geben. Da werde ich Verschiedens zu berichten haben, denke ich.
Bei Andrea werde ich nachher den Link zu diesem Eintrag hinterlassen.
Euch allen wünsche ich ein schönes Wochenende.
Gebloggt in der letzten Woche
Etwas mehr als letzte Woche:
Samstag: Samstagsplausch – {29. August 2026}
Sonntag: Sonntagsglück – 30. August 2026
Montag: Der 36. Montag
Dienstag: Check Out – August – Check In – September 2026
Mittwoch: Notizen – 02. September 2026
Freitag: Freitagsfüller – 04. September 2026
Hhm Mira,
meine Fantasie lässt mich gerade die Bodenszene sehen , wie es in den Filmen weitergeht wissen wir ja und wie es bei euch gekommen ist, geht uns ja auch gar nichts an.
Warum du noch mit 65 Jahren Bewerbungen schreiben musst, nun ja die Beraterin macht ihre Arbeit aber scheint ein wenig „Naiv“ zu sein.
Buh, solche Anrufe nerven wirklich, irgendwie ist man auch zu höflich die einfach „abzuwürgen“.
Nun jetzt wünsche ich einen schönen Sonntag.
L.G. aus dem zur Zeit sonnigen Rheinland von
Hannelore
Liebe Hannelore,
haha, die Filmszene… Naja, ich bin gar nicht erst zu Boden gegangen, weil er mich fest umarmt hat. Das war wohl besser so, denn mich vom Boden wieder hoch zu hieven, hätte wohl einiges an Kraft erfordert. *kicher*
Schon allein, dass er da ist, richtet mich auf und nun „zwingt“ er mich, mal eine Woche abzuschalten. Kein Internet, WhatsApp nur für Text, für Bilder ist das Netz zu schlecht und Telefonate funktionieren auch nicht immer. Da kommen auch die nervigen Anrufe nicht durch.
Um uns Stille, Wald, vielleicht Meer.
Das wird mir gut tun.
Sachsen ist derzeit auch sonnig, und in MeckPomm, wo ich irgendwann am Abend sein werde, ist mir das Wetter egal. Da ist es immer schön.
Liebe Grüße
von Mira, die deb Koffer schon gepackt hat.
Ich bin vor zwei Jahren freiwillig mit 63 (und Abschlägen) in Rente gegangen. Vorher war ich gut ein Jahr arbeitslos. Auf dem Amt habe ich gleich gesagt, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin und in Rente gehen will. Es kamen zwei, drei Bewerbungsaufforderungen und danach wurde ich in Ruhe gelassen. Glück gehabt.
Liebe Anke,
mit Abschlägen in Rente zu gehen, kann ich mir nicht leisten. Ich könnte das auch überhaupt nicht, weil ich lange Freiberufler war und die 45 Arbeitsjahre nicht zusammen bekomme, obwohl ich natürlich immer gearbeitet habe, aber das zählt ja nicht.
Macht aber nun auch nix mehr. Ich habe nun noch ein Jahr bis zur Rente. Da schreibe ich eben weiter Bewerbungen. Ich muss mir nur angewöhnen, diese nicht mehr ernhst zu nehmen, da ich ja weißt, dass es für das letzte Jahr recht unsinnig ist.
Es ist also eine mentale Sache, an der ich arbeiten muss.
Ich gebe mir Mühe.
Liebe Grüße
Mira
Liebe Mira, Dein RoHen ist ein Schatz und hilft Dir hoffentlich vom Boden wieder auf :-*
Die Beraterin sagt, was sie gelernt hat ohne wirklich empathisch zu sein und die möglichen AG kannste gleich vergessen. Diese „Freundin“ ist ein echter Kraftzehrer, da würde ich höflich aber bestimmt sagen, Du, ich habe jetzt keine Zeit, wir reden ein anderes Mal, tschüss. Ich sehe das nicht als Unhöflichkeit von Dir, aber von Rücksichtslosigkeit ihrerseits. Du hast ihr ja gesagt, jetzt ist es ungünstig und sie versteht: oh herzlich gern. Wer hat da was falsch verstanden? Du sicher nicht.
Sorry, ich rede mich in Rage… Kenne sowas aber auch und musste es auch erst lernen.
Hab es fein heute und lass Dir nach dem Knutschen wieder aufhelfen 😀
Alles Liebe
Katrin
Hahaha, liebe Katrin,
ja, er versucht nach Kräften, mir wieder aufzuhelfen, auch damit, dass er mich „zwingt“, in der kommenden Woche mal abzuschalten und allen Schrift- und sonstigen Kram auf übernächste Woche zu verschieben. Tut jatzt schon gut, obwohl noch gar nichts wieder passiert ist.
Ganz liebe Grüße
Mira
Hi Mira,
das kann ich gut nachvollziehen wie nervig das mit den ganzen Bewerbungen, Gesprächen und Absagen ist. Und diese Arbeitsvermittlerin ist ja wirklich lustig mit Ihrer Einstellung.
Diese Person würde ich auch versuchen abzuwürgen,aber wenn es nicht geht,könntest Du ja nebenher trotzdem stricken. Einfach den Lautsprecher anmachen. So machen meine Freundin und ich es immer bei unseren Telefonaten.Die dauern nämlich auch immer lange,weil wir vom Hölzchen zum Stöckchen kommen. Sie näht dann von Hand und ich quilte, lach.
Ich wünsche Dir heute ganz ganz viel Spaß beim Klassentreffen. Das wird Dir gut tun.
Lg Karin
Ja, liebe Karin, das ist eine Idee, nebenher zu stricken. Das mache ich sonst bei einer Bekannten, mit der ich zwar selten telefoniere, aber wenn, dann laaange.
Ich weiß gar nicht, wieso ich in diesem Fall noch nicht darauf gekommen bin. Wahrscheinlich, weil sie immer zur Unzeit anruft, wenn ich gar nicht darauf vorbereitet bin zu stricken, sondern dringender andere Dinge zu tun habe.
Naja, vielleicht regelt sich das in Zukunft besser ein.
Das Klassentreffen war wunderbar und es tat wirklich gut.
Liebe Grüße
Mira