Samstagsplausch – {01. August 2026}

Guten Morgen
Heute möchte ich euch etwas über Lebensmittel erzählen und meinen Umgang damit. Dazu muss ich erst einmal meine Gedanken sortieren, denn es gibt mehrere Denkansätze und ich weiß gerade nicht, wie ich am geschicktesten beginne. Vielleicht mit Illys veganem Erdbeerkuchen. Dort hatte ich nämlich im Kommentar erwähnt, dass wir hier eine andere Esskultur pflegen {müssen}. Ja müssen. Wir können uns zumindest in diesem und bis Mitte des nächsten Jahres spezielle Ernährungswünsche schlichtweg nicht leisten. Was ich vom Amt nach jahrelangem Einzahlen in die Arbeitslosenversicherung jetzt am Ende meines Arbeitslebens als Unterstützung bekomme, reicht nicht einmal ganz für die festen Kosten, geschweige denn für den Kauf hochwertiger {oder sollte ich sagen überteuerter} Lebensmittel. Insofern werden wir fast automatisch zu Vegetariern, weil Fleisch zur Zeit nahezu unerschwinglich ist. Es sei denn… tja, es sei denn, wir bekommen es "geschenkt". Und damit sind wir zurück beim Thema achtsamer Umgang mit Lebensmitteln. Es gibt nämlich in unserer Gegend zum Glück eine Ladenkette, die sich der Rettung von Lebensmitteln verschrieben hat. Dort werden Lebensmittel eingesammelt und zu sehr günstigen Preisen in großem Mengen angeboten, die bei diversen Märkten in der Tonne landen würden. Auf großen handgeschriebenen Plakaten steht dort: Es heißt mindestens haltbar bis, nicht sofort tödlich ab! Das Angebot wechselt ständig, jenachdem, was in den Märkten übrig ist. Dort mit dem Gedanken einzukaufen: Ich brauche dieses und jenes, funktioniert nicht. Man muss schauen, was es gibt und entscheiden, ob man das möchte.
Diese Woche war ich mit der Katl wieder mal in solch einem Laden. Da wurde Quark angeboten. 12 Becher für insgesamt 3 Euro. Klar hätte ich lieber Naturjoghurt "Griechischer Art" gehabt, aber da hätte ich die drei Euronen für einen Becher hinlegen müssen. Also gibt es nun eben Quark!
Und was soll ich euch sagen? Es macht richtig Spaß, aus den günstig erworbenen Lebensmitteln leckere Malzeiten zu zaubern. Mein Favorit ist derzeit eine herzhafte Quarkmischung:
Etwas Tomatenmark und ca. 3 EL Senf miteinander verrühren
Mit Pfeffer, einer Prise Salz und etwas Knoblauchgranulat würzen.
Einen Becher Quark unterrühren. Falls die Masse zu straff wird, einen Schluck Milch zugeben.
Bei den sommerlichen Temperaturen ein Genuss. Da brauche ich nichts dazu.
 
Ein anderer Denkansatz zum bewussten Umgang mit Lebensmitteln wäre, das zu nutzen, was die Natur uns schenkt. Und damit meine ich nicht nur das, was wir im Garten anbauen, sondern auch das, was im Wald, auf der Wiese, am Wegrand wächst. Daraus kann man sehr viel Leckeres zaubern. Das ist aber beinahe schon ein anderes Thema und ich würde euch darüber auch gern noch so viel erzählen, dass es den Rahmen heute hier sprengen würde. Vielleicht mache ich daraus eine kleine Reihe Geschenke der Natur.
Geschenkt bekam ich von einem Gartennachbarn diese feine gelbe Zucchini. Die wird es heute zum Abendessen geben.
 
Heute
Hier wird es heute überhaupt nicht hell. Dicke graue Wolken hängen in den Zweigen der alten Ahornbäume. Das wäre die Gelegenheit, mich mit dem Strickzeug auf den Balkon zu verziehen. Leider geht das nicht, weil ich gestern zu faul war, in den N-Markt zu fahren und Brot zu holen {das hatte es nämlich im Angebotsladen nicht gegeben}. Also muss ich das heute erledigen und ebenso Mineralwasser besorgen. Für mich würde ich das bleiben lassen. Wir trinken Tee. Den koche ich kannenweise und lasse ihn abkühlen. Dann fülle ich ihn in die Trinkflaschen und habe den ganzen Tag feine Getränke. Der Sohn zieht da mit und bringt Melisse und Brennnesseln aus dem Garten mit. ABER nächste Woche kommt meine Schwester zu Besuch. Und sie trinkt nur sprudelndes Mineralwasser. Und da es im N-Markt "nur noch heute" 10% Rabatt auf Getränke gibt, werde ich nachher mal loszockeln und Wasser kaufen.

Jetzt…
… komme ich erst einmal zu Andrea und schaue, worüber ihr diese Woche plauscht.
Habt alle ein wunderfeines Wochenende.
Eure Mira
 
Gebloggt in dieser Woche
Samstag: Samstagsplausch – {25. Juli 2026}
Sonntag: Sonntagsglück – 26. Juli 2026
Montag: Der 31. Montag
Julinotizen – 27. Juli 2026
Dienstag: Notizen – 28. Juli 2026
Mittwoch: Notizen – 29. Juli 2026
Donnerstag: Notizen – 30. Juli 2026
Freitag: Freitagsfüller – 31. Juli 2026
Notizen – 31. Juli 2026

11 Gedanken zu “Samstagsplausch – {01. August 2026}

  1. Ja, das finde ich auch schäbig, dass du gerade mal die Fixkosten bezahlen kannst. Vielleicht stehen dir doch weitere Leistungen zu, aber diese elende Bittstellerei ist immer furchtbar.
    Liebe Mira, ich wünsche und hoffe für dich, dass deine Situation wieder verbessert. Vielleicht findest du doch noch mal eine Arbeit, das wäre dir sicher die liebste Lösung.

    1. Das stimmt, das wäre zumindest die einfachste Lösung, abe falls nicht, wird meine Situation zumindest ab Mitte nächsten Jahres wieder besser.
      Bis dahijn muss ich irgendwie klar kommen und das werde ich auch.
      Bis vor kurzem hätte mir noch Wohngeld zugestanden, aber nach den neuesten Gesetzesänderungen, die während der WM beschlossen wurden, brauche ich den Antrag gar nicht mehr zu stellen.
      Aber, wie gesagt, ich habe noch verschiedenes in petto, was leider noch eine Weile braucht, um zu greifen. Wird aber.
      Liebe Grüße
      Mira

  2. Liebe Mira, die Rettertüten oder too good to go sind tolle Angebote, was mich aber viel mehr schmerzt, ist Deine Aussage, dass Du mit Deinem Einkommen gerade mal die Fixkosten decken kannst… Das ist doch nicht richtig so und bereitet mir große Sorge.
    Obstbäume für die Allgemeinheit gibt es hier übrigens ganz viele und wenn ich nachmittags um halb vier Brot kaufen möchte und sich die Verkäuferin entschuldigt, dass nur noch so wenig da ist, antworte ich jedes Mal: Es ist viel mehr als ich essen kann. Wann haben wir denn angefangen, immer und überall alles verfügbar haben zu müssen? Du gehörst nicht dazu, das weiß ich, aber es macht mich schon irgendwie nachdenklich…
    Liebe Grüße an Dich von Katrin

    1. Dabei war das ja nur eine Randbemerkung, die ich gar nicht so sehr thematisieren wollte.
      Es ist leider so, dass ich mir vor ein paar Jahren eine drei-Raum-Wohnung geleistet habe, die mir als nicht mehr arbeitende nach Amtsauffassung nicht zusteht. Das heißt, die Wohnung ist zu teuer {und sie ist leider wirklich teuer} Aber es ist auch so, dass ich ab Mitte nächsten Jahres eine Lösung für dieses Problem habe. Bis dahin muss es irgendwie gehen. Und es wird auch gehen. Mach dir nicht so große Sorgen.
      Leider machen sich viele Menschen überhaupt keine Gedanken mehr, wo das ganze Essen herkommt, dass sie im Supermarkt noch bis 5 Minuten vor Schließung in den Regalen erwarten und auch nicht darüber, was aus den bis dahin nicht gekauften Sachen wird.
      Ich habe übrigens auch die too good to go App auf dem Handy und manchmal gönne ich mir da auch indisches oder anderes "fremdländisches" Essen. Auf der Leipziger Eisenbahnstraße gibt es ein paar tolle Läden, wo man sich zwischen 22:30 und 23:00 riesige Protionen an tollem Essen abholen kann.
      Manchmal gönne ich mir das.
      Liebe Grüße von Mira

  3. Ich nutze gerne die To-good-to-go App. Da kann ich auch manchmal ein tolles Schnäppchen an Land ziehen. Wenn man den Euro umdrehen muss, dann macht das wirklich Sinn. Aus der Natur, können wir in Berlin wohl eher weniger etwas herausziehen, obwohl sie in der Stadt auch immer wieder Apfel-, Pflaumen- oder Mirabellenbäume anpflanzen. Die meisten kennen diese Früchte nur aus dem Supermarkt und würden niemals etwas vom Baum essen.
    Hab eine gute Zeit
    Andrea

    1. Ja liebe Andrea, diese App habe ich auch und nutze sie gern ab und an, wenn ich Besuch habe oder wenigstens RoHen da ist. Für mich allein sind die Portionen meist zu groß.
      Für Nahrung aus der Natur muss man sich natürlich ein wenig auskennen. Und in Berlin solche Ressourcen zu finden stelle ich mir auch schwierig vor. Früchte von Bäumen an vielbefahrenen Innenstadtstraßen möchte man ja auch nicht unbedingt verzehren, wer weiß, welche Schadstoffe diese vorher aufgenommen haben. Insofern bin ich froh, dass ich nächstes Jahr aufs Land ziehe.
      Liebe Grüße
      von Mira

  4. Liebe Mira,
    das ist ein sehr schönes Thema. Kennst du die „Too good to go“-Tüten? Die holen wir uns oft ab und haben so auch oft Lebensmittel gerettet, die günstig waren und uns sehr erfreuen. Wir sind also auch solche Retter, unsere Jüngste ebenfalls. Diese Wegwerfgesellschaft mag ich nicht unterstützen.
    Ganz liebe Grüße schickt dir Catrin.

    1. Liebe Catrin,
      ja, die Rettertüten kenne ich auch, habe sie aber nicht oft genutzt, weil da häufig Dinge drin waren, die ich nicht so gern mochte. Unser Kaufmannsladen hat diese dann wieder abgeschafft und stattdessen Ich-bin-noch-gut-Regale eingeführt, wo die Lebensmittel wieder einzeln zu haben sind, eben stark reduziert. Die rette ich dann sehr gern.
      Ich finde das total gut, dass ihr auch zu den Rettern gehört. Das hat ja auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Zu eurer Jüngsten passt diese Einstellung auch, finde ich.
      Ebenfalls ganz liebe Grüße sendet dir Mira

      1. Ja liebe Mira, du hast recht, in den Tüten ist nicht immer drin, was man möchte und man kauft ja wirklich „die Katze im Sack“. Das bremste mich in letzter Zeit oft aus. Solche Regale, wo man sich dann aussucht, was man „retten“ möchte, finde ich super. Das gibt es hier aber nicht bzw. habe ich noch nichts dergleichen entdeckt.
        Liebste Grüße von Catrin.

  5. Hab heute am Waldrand Brombeeren gepflückt, da meine im Garten verdorrt sind. Das Geschenk der Natur nehme ich gerne an. 🙂 Bei uns in den Läden gibt es Rettersäcke. Da steckt dann einiges drin, das man noch essen kann. Ansonsten würde es weggeworfen. Das schmerzt mein Herz. Der Umgang mit Ressourcen ist einige Gedanken wert, und zwar nicht erst, wenn man sparen muss. Liebe Grüsse von Regula

    1. Du hast recht. Ich habe auch früher schon Falläpfel von Straßenrändern aufgesammelt und tolles Apfelmus daraus gekocht. Auch, als ich noch nicht sparen musste. Ich habe es trotzdem getan uns die Geschenke der Natur sehr geschätzt.
      In diesem Frühsommer haben wir Holunderblüten gesammelt und Sirup gekocht und ich habe mir die Stellen gemerkt, um im Herbst dort auch noch Holunderbeeren zu sammeln.
      Mit den Brombeeren bringst du mich auf einen Gedanken.
      Liebe Grüße zu dir
      Mira

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