Urlaubsnotizen – 18. März 2026

5:30 Uhr
Urlaub? Nicht wirklich. Ich muss heute noch einmal, ein letztes Mal, in die Dienststelle nach Torgau. 11:00 Uhr ist Schlüsselübergabe.
Dem Chef hatte ich diesen Termin mitgeteilt. Wie erwartet, hat er natürlich keine Zeit, die Übergabe selbst auszuführen. Er schrieb mir allerdings, ich könne ihn jederzeit anrufen, sollte es Schwierigkeiten geben. Was für Schwierigkeiten, bitte sehr? Ich habe doch alles ordnungsgemäß abgewickelt.
Trotzdem fühlt es sich jetzt so an, als würde mir bei dem Termin etwas Schlimmes widerfahren. Als hätte ich Mist gebaut und müsse nun dafür gerade stehen. Mir ist bewusst, dass dieses Gefühl unsinnig ist. Trotzdem lässt es sich gerade nicht wegwischen.

Ein weiteres unsinniges Gefühl sind meine Zukunftsängste. Bisher ist es noch immer irgendwie weitergegangen. Das wird auch dieses Mal so sein, obwohl sich vieles grundlegend ändern wird. Auch wird es immer schwerer, neue Wege zu finden, schließlich bin ich neulich 65 geworden.
Als ich mich im Februar beim Amt gemeldet hatte, wurde ich als erstes gefragt, wie es denn mit der Nebentätigkeit aussehe, die ich letztes Jahr ausgeführt habe, als ich mich schon einmal für einige Wochen beim Amt melden musste. Tja, diesen Auftrag gibt es aber nicht mehr. Sonst hätte ich mich damals nicht beim Amt melden müssen. Am Ende hat mir diese Nebentätig auch nichts als Schereien eingebracht. Sämtliches Geld, das ich da verdiente, hat das Amt eingefordert {und natürlich erhalten}. Und zuletzt ermittelte noch der Zoll gegen mich wegen Betruges, weil ich mir angeblich Leistungen vom Amt erschlichen hätte, indem ich nicht angegeben hätte, dass ich arbeite. Welch ein himmelschreiender Unsinn! Natürlich habe ich das angegeben, schon bei der Beantragung damals! Das Problem bei solcher Art Ämtern ist, dass dort die Linke Hand oft nicht weiß, was die rechte macht.

Einen guten Gedanken schenkte mir RoHen gestern Abend, als er noch einmal anrief, um mir zu sagen, dass ich bitte keinesfalls die Spinnräder weggeben solle. Er möchte spinnen lernen! Das freut mich riesig. So werde ich demnächst eines meiner Spinnräder mit nach Jena nehmen. Er zeichnete auch ein schönes Bild davon, was wir tun könnten, wenn wir dann am Meer wohnen. Ach ja.

11:00 Uhr
Kurz bevor ich nach Torgau startete, überfiel mich etwas, wovon ich nicht genau weiß, was es war. Eine Panikattacke? Ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen und überhaupt gar nichts mehr auf die Reihe zu bekommen. Es fiel mir sogar schwer, die Firmenschlüssel einzupacken, derentwegen ich nach Torgau musste. Ich schniefte so heftig, dass der Sohn aus seinem Zimmer geschossen kam und fragte, ob er mir irgendwie helfen könnte. Am Ende war er es, der den Schlüssel eintütete und in meine Tasche packte. Er umarmte mich und beruhigte mich, denn mir konnte ja wirklich gar nichts passieren.
Als ich dann unterwegs war, verflog dieses seltsame Gefühl. Ich sah den Frühling über den Felder, sah den Frühling in der Heide. Ich sah den Milan kreisen, hoch oben im Blau.
Die Schlüsselübergabe verlief freundlich und problemlos. Wir notierten die Zählerstände und die Anzahl der Schlüssel, die ich übergab. Dann war ich raus. Ich habe keine Fotos gemacht. Nicht von den leeren Räumen, nicht vom sonnenüberfluteten Hof, in dem ich ein letztes Mal geparkt hatte. Es ist nicht mehr meins.

Auf dem Rückweg sah ich einen Dieselpreis von 2,15 und füllte den Tank wieder auf. Günstiger wird es nicht mehr.

12 Uhr und…
Ein Parkplatz vor Katls Haustür. Ich hievte mich die steile Treppe hinauf. Katl kochte Tee. Earl grey wie früher. Wir hockten im Wohnzimmer, schwatzten, strickten. Später tischte Katl leckeres Minzeis auf. Hmmm.
Es war, wie in alten Zeiten.

16:30 Uhr
Ein Parkplatz vor meiner Haustür. Ein Wunder um diese Uhrzeit.
Die Schwester war vor ca. zwei Wochen bei einem Fotoshooting. Jetzt hatte ich einen Brief im Kasten mit einem sehr, sehr schönen Foto von ihr. Langsam bekam ich ein Hüngerchen und kochte ein Süppchen. Muschelnudeln mit Suppengrün.
Beim anschließeden Stricken zog es mir die Augen zu.

20:00 Uhr
Es ist schon dunkel draußen. Ich koche Tee und vertüdel mich an den Rechner.
DA bin ich!

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