5 Uhr morgens
Es ist der erste Sonntag meines neuen Lebens. Ich habe zwar bis Mittwoch noch verschiedene kleine Dinge zu erledigen, aber offiziell habe ich schon Urlaub. Und was mache ich? Wache 4:50 Uhr fast pünktlich wie bisher auf. Tapse ins Bad, später in die Küche.
Ist der Kaffee alle?
Der Sohn: Ach ja, stimmt ja. Wir schauen uns an und sagen gleichzeitig: In der Küchenkiste im Auto.
Ich werfe mir eine Jacke über, schlüpfe in meine Latschen und gehe los. Dann bin ich endgültig wach.
Es hat etwas Feierliches, an diesem Sonntag kurz nach fünf draußen zu sein und nichts anderes zu tun zu haben, als den Kaffee hereinzuholen. Langsam, ganz langsam kommt das Gefühl ich muss nicht mehr bei mir an.
Sonntags Top 7
1_Gelesen
Es gibt einen neuen Krimi von Krinke Rehberg. Austerngrab {Affiliate-Link}. Ganz ausgelesen habe ich ihn noch nicht, weil in dieser Woche so viel anderes geschehen ist, dass zum lesen kaum Gelegenheit blieb. Ich mag die Ermittlerin Bente Brodersen, ich mag die Beschreibungen der Insel Sylt, der Nordsee. Nicht nur die Kriminalfälle spielen eine Rolle, sondern das gesamte Drumherum. Das Lokalkolorit, die Figuren.
2_Gehört/Gesehen
Gehört habe ich im Auto meine Playlist auf und ab. Titel von Wenzel, Gundermann, Element of Crime, KEIMZEIT, Il Civetto und Erik Manouz, den ich bisher nicht kannte.
3_Erlebnis
Die Räumaktionen in der Firma zu beenden, war das wichtigste Erlebnis in dieser Woche. Das Beeindruckendste war, die drei Wesen, die Tischen und Stühle abholen wollten, am Samstag bei der Arbeit zu erleben. Es gibt eben doch Leute, die zupacken können und wollen. Den Glauben daran hatte ich schon fast verloren, nachdem ich erleben musste, wie fauluneffektiv meine Teilnehmer waren.
4_Genuss
RoHen hat für uns gekocht. Das ist schon deshalb ein Genuss, weil ich geschafft von der Arbeit komme und das Essen schon fertig ist. Das tut so gut.
5_Drinnen/Draußen
Von dem wunderbaren Frühlingswetter habe ich die Woche über nichts mitbekommen, weil ich ständig in der Firma war. Zum Ausgleich saß ich dann am Sonntag mit RoHen auf dem Balkon. Das tat ebenfalls unglaublich gut. Ab morgen kann ich dann mehr draußen sein.
6_Web-Fundstück/e
Wie immer, nichts.
7_Hobbys
Die Hobbies kamen eindeutig zu kurz, diese Woche. Erst heute schaffte ich es, das oben erwähnte Buch auszulesen und ein paar Runden zu stricken.
Sonst so?
Die Rosen habe ich von RoHen zum Frauentag bekommen.
Am Nachmittag musste sich RoHen wieder auf dem Heimweg machen. Danach fühlte ich mich nicht mehr gut. Nein, ich trauere nicht dem Job nach und der Stadt Torgau auch nicht. Aber dass ich nicht mehr arbeite, nie mehr. Und keine Aufgabe mehr habe, das bin ich nicht gewohnt. Das fühlt sich noch komisch an.
Der Sohn meinte, er könnte genau nachfühlen, wie es mir geht. Nicht mehr gebraucht zu werden, ist schon seltsam.
Ich werde mich daran gewöhnen und ich werde mir bestimmt irgend eine Aufgabe suchen. Ich kenne mich doch. Zuerst ist meine Aufgabe, mal meinen Urlaub genießen. Das muss mir gelingen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das ungewohnte Gefühl sich zunächst mulmig anfühlt. Es kommt ja auch etwa plötzlich.. Ich glaube auch, dass sich das schon zurecht ruckelt..
Und Pläne und Ideen hast Du ja schon.
Das wird gut. Bestimmt.
Liebe Grüße von hier
illy
Heute fühlt es sich schon besser an, weil ich mir sage: Erstmal ist ja Urlaub. Dann sehen wir weiter. Und du hast recht, Ideen gibt es schon einige. Das wird schon irgendwie.
Herzliche Grüße
Mira