Februarnotizen – 17. Februar 2026

KI-Bild
Es wird immer schwieriger
Nun muss ich morgens noch früher los und komme abends noch später heim. Warum? Weil ich nicht mehr mit dem Auto zum Bahnhof fahren kann und von dort abends auch nach Hause laufen muss. Bei den gestohlenen Dokumenten war auch der Führerschein dabei. Um einen Ersatzschein zu beantragen, benötige ich einen Termin bei der Führerscheinstelle. Der frühestmögliche Termin, den ich bekommen habe, ist nächste Woche Mittwoch. Und bis dahin darf ich nicht Auto fahren, weil dies Fahren ohne Führerschein wäre. Die Diebstahlanzeige reicht nicht, um zum Fahren zu berechtigen. Auch die Bescheinigung über die Anzeige, die man zusätzlich braucht, um den Ersatzschein zu beantragen, genügt nicht. Also muss ich die zusätzlichen Rennereien nun auch noch zu Fuß ausführen. Ist ja nicht so, als würde mich das Kraft kosten.

Was so alles passiert
Am Morgen schneite es immer noch, wodurch der Fußweg zum Bahnhof noch einen Tick beschwerlicher wurde. Immerhin kam der Zug heute pünktlich. In Eilenburg kam jedoch die Durchsage, dass im nächsten Ort die Weichen verschneit seien und man nun nicht wisse, wann es weiterginge. Wenig später rollte der Zug wieder. Wie schön. In Mockrehna das gleiche Spiel. Hier hieß es nun, in Torgau seien mehrere Weichen nicht benutzbar, man setze dort jetzt gerade einen Zug um, damit wir Durchfahrt bekämen, das werde aber dauern. Mit genau 10 Minuten Verspätung kam der Zug in Torgau an. Bis zum Bus wären noch 2 Minuten verblieben. Ein paar junge Menschen, die im Eismatsch rennen konnten, erwischten den Bus, der ausgerechnet heute 2 Minuten zu früh am Bussteig war. Mir fuhr das Teil vor der Nase weg.
Glück im Unglück: Einen Bussteig weiter stand ein anderes Fahrzeug, das auf einer völlig anderen Strecke zu einer Station fuhr, die nicht ganz so nah bei meiner Arbeitsstelle liegt. Der Weg ist aber schaffbar. Also stieg ich in diesen Bus, der auch 2 Minuten früher startete, als im Plan stand. Das war mir recht.
Und nun kam das ganz große Dilemma. Das Innere des Busses war beleuchtet und draußen dämmerte es gerade. Ich konnte also von der Umgebung nichts erkennen UND ich kannte die Strecke nicht. So verließ ich mich auf die Anzeige im Bus… nächste Haltestelle… und so. Meine Station wurde angezeigt, ich drückte die Haltewunschtaste, das Fahrzeug hielt, ich stieg aus… und stand an einer Station, die einen reichlichen Kilometer entfernt war von da, wohin ich wollte. Da war die Anzeige im Bus vorgegangen und ich somit eine Station zu früh ausgestiegen. Der Bus war weg, der nächste käme in einer Stunde. Also stapfte ich los durch das vereismatschte Torgau. Als ich endlich in der Firma ankam, war ich schon das erste Mal kaputt für diesen Tag. Statt des morgendlichen Kaffees kochte ich mir Tee.

Das Gute daran
Bis vor kurzem hätten mich all die kleinen Unannehmlichkeiten mental völlig aus der Bahn gebracht. Jetzt habe ich an mir beobachtet, dass ich alles mit Gleichmut hinnehme. Das begann schon mit dem Diebstahl am Samstag. Ich nahm das seltsam gelassen hin. Klar, ich habe es hier erzählt, weil es ja auch ärgerlich war. Gleichzeitig war aber auch das Gefühl in mir: Ich kann es nicht ändern. Ich muss da jetzt durch. Auch heute Morgen, als ich zum Bahnhof stapfte, dachte ich nur so bei mir: Wenn jetzt Sommer wäre, wäre es hell und eisfrei. Da liefe es sich besser! Aber ich haderte nicht so sehr mit meiner Situation und stapfte weiter. Und nachdem das mit dem Bus passiert war, dachte ich auch nur: Was solls? Irgendwann komme ich an.
Das ist eine neue Erfahrung mit mir selbst. Und sie tut gut.
Noch etwas Gutes geschah am Nachmittag. Ich hatte gestern meine Diebstahlanzeige online gestellt. Nun wollte ich heute vom Bahnhof aus zu unserer Wache pilgern, die bis 18 Uhr geöffnet sein sollte. Ich brauchte ja noch die erwähnte Bescheinigung darüber, dass ich die Anzeige gestellt hatte. {Der Ausdruck der Anzeige selbst reicht nicht}. Nun schaute ich kurz vor Feierabend noch in mein Mailfach. Und was fand ich da? Eine Mail von der Polizei und im Anhang eben jene Bestätigung. Wie schön, das ersparte mir den Weg zur Wache. So blieb mir noch ein wenig Kraft übrig, stattdessen zum N-Markt zu wandern, weil es dort laut APP jede Menge tolle Angebote für jeweil 1,- Euro geben sollte. Naja, unser N-Markt hier ist ein ziemlicher Lumpenladen. Die gelben Schilder mit den 1.- Euro Angeboten fand ich an den Regalen, aber bis auf die 2-kg-Karotten waren sämtliche Regale leer. Zum Trost nahm ich eine Packung Miniwindbeutel mit. Der Sohn kochte Kaffee und wir vesperten gemeinsam. Das war auch schön.
UND, ebenfalls sehr angenehm, es war noch hell, als ich heim kam.
Eine Kleinigkeit, die mein Gemüt auch ein weng aufhellt: Ich habe mal wieder ein wenig mit der KI herumprobiert und ein paar nette Bildchen erstellt, die ich als Beitragsbilder nutzen kann, wenn mir schon keine gescheiten Fotos gelingen.

8 Gedanken zu “Februarnotizen – 17. Februar 2026

  1. Liebe Mira,
    ich hätte jetzt gedacht das Du trotzdem weiter Auto fahren könntest. Du hast den Führerschein ja nicht abgenommen bekommen.
    Jetzt hast Du ihn halt nicht dabei, wenn Du angehalten wirst. Aber das kostet ja höchstens ein kleines Verwarnungsgeld. Angezeigt hast Du den Diebstahl ja.
    So kann man sich täuschen.
    Auf die Öfis ist ja irgendwie auch kein Verlass mehr. Sowas hat es früher nicht gegeben, zugeschneite Weichen, tststs.
    Sachen, die man nicht ändern kann, mit Gleichmut hinzunehmen ist nicht das Schlechteste.
    Weiterhin alles Gute
    Karin

    1. Liebe Karin, tja, es steht auf dieser Bestätigung, die ich zugeschickt bekam, extra drauf, dass diese nicht als Ausweispapier gilt. Das mit dem Verwarngeld habe ich auch gelesen. 10 Euro wären das. Naja, man könnte jetzt sagen: Ich bin die letzten Jahre nicht angehalten worden, wieso gerade jetzt? Aber bei meinem Glück passierte es dann vielleicht gerade jetzt.
      Ich bin sehr froh, dass ich ausgerechnet jetzt, wo so viel verschiedenes Ungemach geschieht {und immer neues} mit diesem Gleichmut beschenkt werde.
      Es geht immer irgendwie weiter.
      Liebe Grüße
      Mira

  2. So ganz nachvollziehbar ist das nicht, warum muss man alles so bürokratisch machen und immer dieser Terminwahnsinn bei den zuständigen Behörden. Mir kommt es so vor, als wären die noch im Coronawahnsinn.
    Oder wenn eine Bescheinigung nicht ausreicht, das macht man doch nicht, weil einem langweilig ist

    So scheinst du deine Situation zu meistern.

    Das die Busse zu früh fahren, geht auch gar nicht, vorallem wenn man dann so lange warten muss.

    In Opladen gibt es auch so einen Laden, da gibt’s nichts mehr, am späten Abend kann man ja noch sagen Ok, aber schon morgens.
    Fragen braucht man nicht, denn dann heißt es nicht geliefert oder wenn da nichts mehr steht dann ist auch nichts mehr da.

    Bei EDEKA ist das ganz anders, Mitarbeiter freundlich und die schauen auch im Lager nach oder gehen mit einem wo die gewünschten Teile sind.

    Viele Grüße
    Hannelore

    1. Ich denken oft, die Beamten haben bei den Coronabeschränkungen gemerkt, wieviel leichter die Arbeit ist, wenn man keine Kunden, Bittsteller, Menschen in die Ämter lässt. Immer schön alle halben Stunden einer, mit dem man dann 5 Minuten zu tun hat. Dableibt genug Zeit zum Quatschen, Kaffeetrinken, Privatkram erledigen…

      Die Busse sind so früh dran, weil Schulferien sind und sie an vielen Haltestellen einfach durchfahren können. Nächste Woche sind die wieder zu spät und rappelvoll.

      Bei Netto hängt es sehr vom Personal ab, ob der Laden ordentlich ist und saubere, gut gefüllte Regale hat. Der, bei dem ich gestern war, glänzt da nicht gerade.

      Mach dir keine Sorgen, ich ertrage die Bürokratie in kleinen Portionen. JKeden Tag ein Stück.

      Herzliche Grüße
      Mira

  3. Liebe Mira, dein Arbeitsweg ist eine Herausforderung an die Literatur. Es liest sich richtig gut. Auch das Bild passt gut dazu. Miras tägliche Abenteuer auf dem Weg zur Arbeit. Viele Menschen können darüber wenig interessantes berichten. Danke.
    Jürgen

    1. Lieber Jürgen,
      schön, dass meine Wegbeschreibung für dich angenehm zu lesen war. Ich will ja auch nicht jammern, sondern alles so erzählen, dass man sich, wenn man es nach ein paar Jahren wieder mal liest, noch genau erinnern und vielleicht sogar über die eigenen Ungeschicklichkeiten ein wenig lachen kann.
      Das Bild habe ich übrigens mit ChatGPT erstellt. Die Eingabe lautete: Ein aufgeschlagenes Buch liegt auf einem Fensterbrett. Daneben steht ein Glas mit Rotwein. In der linken Ecke steht eine schmale Vase mit blühenden Kirschzweigen. Durch das Fenster scheint die Nacht herein.
      Probier es mal aus. Das macht Spaß. Aber das weißt du ja, du bearbeitest ja auch Bilder mit KI, fällt mir gerade ein.
      Liebe Grüße
      Mira

    1. Danke für deine guten Wünsche. Ich sags dir, es kann nur noch besser werden, denn was zur Zeit los ist… unglaublich.
      Ob meine Nerven stark sind, kann ich nicht mal sagen. Ich habe eher das Gefühl, sie sind komplett entschwunden. Als ob ich abgestumpft wäre und der ganze Mist an mir vorbei rollt, ohne mich zu berühren. Ja, irgendwie so.
      Ich hoffe, dass du deine Woche, die du als nicht gut angekündigt hast, doch halbwegs gut überstehst.
      Liebe Grüße
      Mira

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