Es gibt noch ein paar Notizen aus diesem Tag, nicht in die 12 von 12 passten, weil nicht fotografierbar.
Am Vormittag gab es ein Meeting wegen eines Jobs, den ich eventuell nach dem 1. April übernehmen könnte. Die Voraussetzung war, dass zwei Kolleginnen zum 31. März die Firma verlassen. Zwei Festangestellte. So dachte ich, es könnte doch vielleicht trotz dauerhaften Einstellungsstopps wenigstens eine Ersatzeinstellung geben. Immerhin gab es in diesem Jahr schon zwei Neueinstellungen in westlichen Bundesländern {Das erfährt man immer durch das Firmen-Info-Netz}.
Tja, nicht hier im Osten. Man strukturiert um und hat sich gedacht, weil die vorhandenen Aufgaben für die verbleibenden Mitarbeiterinnen auf Dauer zu viel würden, holt man sich jemanden ins Boot, der die Firma und die Abläufe seit Jahren kennt, den man aber mit einem Honoarvertrag und tageweisen Einsätzen abspeisen kann. Okay, das mit dem "abspeisen" habe ich jetzt gesagt, sie haben das netter formuliert. Letzten Endes läuft es aber genau darauf hinaus. Ich arbeite, wann immer ich gebraucht werde, aber wenn nicht so viel Arbeit anliegt, schickt man mich weg und ich stehe ohne Einkommen da. {Ist ja zum Beispiel Anfang 2025 passiert.} Ich zahle alle Lohnnebenkosten selbst, also auch die Arbeitgeberanteile und zum Dank dafür habe ich weder einen Urlaubsanspruch, noch Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Natürlich kann ich frei nehmen, ich kann mich auch ins Bett legen, wenn mich irgendwas aus den Latschen kippt. Aber dann habe ich immer gleich gar kein Einkommen.
Das kann man machen, wenn man 30 ist und die Gefahr, krank zu werden nicht so groß. Mit 65 kann ich mir das nicht mehr leisten.
Das sagte ich der netten Noch-Kollegin genauso. Sie meinte, sie habe dafür volles Verständnis und wir kamen überein, dass wir uns Ende März noch einmal melden und bis dahin sehen, ob vielleicht ein Tag die Woche auf Honorarbasis eine Option wäre, als Zuverdienst zum ALG1. Na, kommt drauf an. Weite Anfahrtswege für einen Tag und Gegenrechnen des Honorars durch das Amt, wobei nur 100 Euro im Monat nicht angerechnet werden. Das würde bedeuten, ich treibe diesen ganzen Aufwand, 4 Tage arbeiten und den weiten Weg für ganzwe 100 Euro. Na, ich weiß nicht.
Trotzdem hat mich das Gespräch beruhigt. Immerhin gibt es Optionen.
Sehr schön war, dass Pocahontas schon am Morgen kam, um ihren restlichen Kram zu sortieren und mitzunehmen. Sie war eine ganze Weile da und wir konnten uns unterhalten. Ja, das war schön.
Nicht so schön war dann, dass sich ab Mittag bei mir ein Schnupfen anbahnte, dem ich zwar sofort mit diversen Hausmitteln zu Leibe rückte. Leider ließ er sich nicht verscheuchen, sondern nervte mich hartnäckig. Natürlich habe ich meinen Koffer für morgen trotzdem gepackt. Ob ich aber nach Jena fahre, entscheide ich je nachdem, wie ich durch die Nacht komme und durch den morgigen Arbeitstag. Wenn mir Schnief und Schneuz auf der Zugfahrt zu heftig wird, fahre ich zum Feierabend wieder heim und lege mich ins Bett. Mal sehen.