Der 31. Montag

Guten Morgen
Heute startete mein Montag etwas holperig. Vermutlich wird es auch kein guter Tag, denn ich habe 18 Uhr noch einen Termin, statt Feierabend zu machen und mich auf diesen seltsamen Job vorzubereiten, den ich morgen erledigen muss. Auch wird das heute vielleicht ein Termin, bei dem ich mich streiten muss. Das ist so gar nicht meins. Es geht dabei um eine Homepage, die jemand gestaltet hat, der vor 30 Jahren mal Webdesign gelernt hat. Die Seite ist statisch, was schon erst einmal gut ist für den Anfang. Alle wichtigen Dinge wie Datenschutz, Impressum sind vorhanden und auch das Anliegen wurde herausgearbeitet. Nun sollte ich übernehmen und für ständige Aktualisierungen sorgen, was ich mit einem Blog umsetzen wollte, zumal die Homepage ohnehin mit WordPress erstellt wurde. Da wurde mir folgendes mitgeteilt: Ein Blog wird auf dieser Seite definitiv nicht gewünscht. Ein Blog dient dazu, mit anderen zu kommunizieren und genau das wollen wir nicht!
Jetzt frage ich, die ich seit 2001 blogge, als es WordPress noch gar nicht gab, mich besorgt, ob ich die ganzen vielen Jahre das Bloggen falsch verstanden habe und alles verkehrt gemacht habe. Ich dachte bisher, ein Blog sei dazu da, seine eigenen Ideen, Meinungen, Gedanken der Welt zugänglich zu machen, wie das bei einer gedruckten Zeitung auch getan wird. Und dass ein Blog den zusätzlichen Vorteil bringt, dass Leserbriefe nicht per Post eingehen und vielleicht im Papierkorb verschwinden, sondern per Kommentar. Natürlich bieten diese Kommentare die Möglichkeit, mit Lesern zu kommunizieren, aber zum einem ist diese Kommunikation relativ gering, wobei ich mich über jeden Kommentar von euch freue. Zum anderen kann, wenn man das unter keinen Umständen haben will, die Kommentarfunktion abgeschaltet werden.
Stutzig machte mich eine Bemerkung dieses Admin, ja, er könne ein zusätzliches Plugin einstellen, mit dem auch Bloggen möglich wäre, aber das sei eben nicht gewollt.
Jetzt frage ich mich, wer von uns beiden WordPress missverstanden hat. Ich dachte immer, WordPress ist in erster Linie ein Hilfsmittel zum Bloggen, wo man, wenn man diese braucht, auch statische Seiten einbauen kann.
Er ist der Überzeugung, WP ist zum Bauen statischer Seiten gedacht und man braucht zum Bloggen ein zusätzliches Plugin.
Mit diesen Hintergedanken, seit mehr als 20 Jahren das Bloggen völlig falsch verstanden zu haben und WordPress vollkommen falsch zu nutzen, gehe ich nun heute Abend zu dem Termin.
Natürlich würde ich den dritten Beteiligten nicht gern enttäuschen. Auch würde ich ihn gern davon überzeugen, dass meine bisherige Sichtweise zeitgemäßer ist als die des alternden Admin, aber streiten werde ich mich definitiv nicht. Wenn der Typ der Meinung ist, dass man für jede Aktualisierung und jede Mitteilung eine extra Seite braucht, dann soll er es so machen, aber dann bin ich raus. So!
Ihr könnt mir ja gern mal schreiben, was ihr davon haltet. Wobei… wahrscheinlich lohnen sich die Gedanken gar nicht, die ich mir hierum schon wieder mache. Wenn der Mann der Meinung ist, dass ein Blog schlecht ist und unseriös und was nicht noch alles, dann soll er doch seine seriöse unflexible Alte-Herren-Homepage so weiter betreiben und mich in Zukunft in Ruhe lassen. So!

Und nun verhelfe ich dem Montag endlich zu einem GUTEN Start, indem ich Anitas Lückentext ausfülle.
Strickzeug darf in meinem Reisegepäck nicht fehlen.

❷ Gefaltet oder gerollt, Hauptsache, nicht zerknittert.

❸ Im Drogeriemarkt (oder der Drogerieabteilung im Supermarkt/Kaufhaus) komme ich an Teebaumöl nicht vorbei.

Eine Regenjacke ist in diesen Tagen mehr als praktisch.

Für das Fest packe ich jeden Tag was Leckeres zu essen ein.

❻ Nicht vergesse darf ich, der Steuererklärung den letzten Schliff zu verpassen und sie auf den Weg zu bringen .

❼ Was diese Woche angeht, freue ich mich auf PesTör, die Schwester und meine Hexe samt Freund, möchte einen blöden Termin {heute Abend}, einen nervigen Job {morgen} und den restlichen Papierkram {siehe Nr. 6} erledigen und am Wochenende habe ich schon ab Donnerstag Abend meine Teilnahme am Festival geplant.

6 Gedanken zu “Der 31. Montag

  1. Punkt 2 gefällt mir ganz besonders gut und dein „Jammern“ über die Website kann ich gut verstehen. Wenn es nicht viel zu aktualisieren gibt, dann lass ihn wurschteln, all der Ärger ist es nicht wert. Ich mag aber auch Georgs Kommentar dazu.
    Viele Grüße
    Anita

    1. Ja, ich würde ihn auch wurschteln lassen. Hab für diesen Hickhack echt keinen Nerv.
      GUT IST, dass am Donnerstag das Festival beginnt. Da bin ich ohnehin in einer ganz anderen Welt. Und bis dahin werde ich die Tage auch noch überstehen.
      Liebe Grüße
      Mira

  2. Oh, da kann ich ja mal endlich mitreden 🙂 Den älteren Mann verstehe ich schon, denn ich bin ähnlich gestrickt, dennoch hast du natürlich vollkommen recht.

    Statische Webseiten zu gestalten macht großen Spaß. Viel mehr als mit WordPress. Es ist ähnlich, wie das Malen eines Bildes. Alles sieht so aus, wie am eigenen Rechner gebaut. Man braucht dazu nur ein bisschen altes HTML, ein Grafikprogramm oder einen alten „Web-Baukasten”. Das war vor 20 Jahren state of the art. Auch heute gestalte ich noch gerne diese Seiten – aber als Hobby, als Zeitvertreib und nur für mich selber.

    Heute werden ALLE Webseiten mit WordPress oder anderer Software mit identischer Programmiersprache gebaut. Deshalb sehen auch fast alle Webseiten ähnlich bis gleich aus. Waren aber 2005 noch 98 % der Besucher mit einem Desktop-Monitor unterwegs, sind es heute die meisten mit dem Smartphone. Das kann man als Ersteller der Seiten zwar bedauern, es ändert die Realität aber nicht. Für wichtige Seiten benötigt man heute eben die flexible Ansicht, und das macht eine völlig andere Technik nötig, für die man wenigstens ein bisschen eine neue Sprache lernen muss – mit HTML kommt man nicht mehr weit. WordPress kommt dabei der Verdienst zu, die leichteste Bedienung für jedermann entwickelt zu haben. Sogar mit wenig PHP- und CSS- Sprachkenntnis kommt man hier schnell zu guten Ergebnissen.

    Ich wette, der alte Mann benutzt ein Gestaltungsprogramm von anno dazumal, das er in und auswendig kennt aber dabei mittlerweile selber zu unflexibel geworden ist, sich Neues anzueignen. Er hat sich gewissermaßen freiwillig von den Entwicklungen im Web überholen lassen und ist nicht mehr bereit, zu lernen. So ähnlich könnte dein Problem mit ihm aussehen. Die Frage stellt sich nun: Möchtest du seine Lehrerin sein? Ständig von ihm angerufen werden und mit Anfängerfragen bombardiert werden? Mehr Zeit und Arbeit für diese Webseite investieren als du bräuchtest, wenn du sie ganz alleine ohne ihn bauen würdest? Du müsstest für ihn einen Grundkurs WordPress abhalten, in dem du ihm erst mal erklärst, was WordPress überhaupt ist. Also ich hätte dazu keine Geduld mehr 😉

    1. Haha, lieber Georg. Zuerst vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
      Im Grunde bin ich selbst ein bissel altmodisch. Ich benutze bei WP immer noch den Klassik-Editor und bei diesem die Quelltext-Variante. Ich bin das so sehr gewöhnt, dass ich auch im Quelltext sehe, wie etwas aussehen wird. Ich tippe auch gern mal ein Stückchen HTML. Letztens habe ich ein Plugin für ein Inhaltsverzeichnis ausprobiert, das genau einmal funktioniert hat und das Verzeichnis in Farben darstellte, die mir nicht gefielen. Aber ehe ich mich ewig durch den Code wurschtle um die CSS abzupassen, bin ich zu den guten alten Ankern zurückgekehrt und hab das Verzeichnis händisch eingetippt und am Ende entschieden, dass ich für meine Blogartikel keines brauche.
      Zu deiner abschließenden Frage: Ich möchte keinesfalls seine Lehrerin sein, und ich glaube auch nicht, dass er von mir lernen möchte, denn er hat seine feststehende Meinung zu dem Ganzen und wird davon nicht abrücken.
      Die Frage, die heute Abend zur Entscheidung steht, wird also sein: Gibt er mir die Zugangsdaten und lässt mich machen oder verweigert er mir den Zugriff und macht alles allein.
      Worauf ich mich definitiv NICHT einlasse, dass ich die Verantwortung übernehmen muss, aber nur so arbeiten darf, wie er es vorschreibt. Da spiele ich nicht mit, denn dafür sind mir meine Zeit und meine Nerven zu schade.
      Ich bin sehr gespannt, wie das wird. Ich werde hier berichten.

  3. Servus Mira,
    also ich würde es genau so machen, wie du es im letzten Satz beschrieben hast. Das Thema ist die Aufregung nicht wert, schone deine Nerven. Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du am Abend diesen Menschen mit einem guten Gefühl verlässt! Eine schöne Woche wünscht dir
    ELFi

    1. Danke, liebe Elfi,
      ja, ich gehe jetzt nachdem ich mich hier ausgegrummelt habe, auch schon wieder lockerer an die Sache heran. Ich warte einfach ab, wie das heute Abend läuft.
      und morgen erzähle ich es hier. Das heißt, nee, morgen komme ich wahrscheinlich gar nicht dazu, denn da steht dieser komische Auftrag an.
      Aber erzählen werde ich es auf alle Fälle, was herausgekommen ist.
      Viele Grüße
      Mira

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