Samstagsplausch {09.05.2020}

Woche 08 #zuhausebleiben

Samstag, 02. Mai
Gleich früh am Morgen wollte der Sohn nach P., um einen kleinen Auftrag abzuarbeiten. Das passte mir gut. Ich dachte, auf dem Rückweg im N-Markt noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Also stand ich gegen 7.00 Uhr auf, weckte eine halbe Stunde später den Sohn. Oooch nööö, ne Stunde noch!
9.00 Uhr hatte ich die Warterei satt und machte mich allein auf den Weg zum N-Markt. Wieder daheim kümmerte ich mich um die Wäsche und um das Essen.
Am Nachmittag entschloss sich der Sohn, doch noch nach P. zu wollen. Also brachte ich ihn hin, samt unzähligen Gartengeräten. Zwei Stunden später holte ich ihn wieder ab, samt zwei riesigen Säcken voll Grünschnitt und natürlich den Gartengeräten. Er schlug vor, auf dem Rückweg beim Dönermann zu halten und ein großes leckeres Abendessen zu beschaffen. Ich schlug vor, im Garten zu essen. Ich musste einfach noch ein wenig draußen sein.
Wir hatten gerade aufgetafelt, als es zum soundsovielten Mal an diesem Tag zu regnen begann. Mir war das egal. Ich war draußen, es ging mir gut.

Sonntag, 03. Mai
Ich habe diesen Tag aus dem Gedächtnis verloren. Wahrscheinlich habe ich ihn überwiegend lesend zugebracht. Nein, Unsinn, ich habe mich mit der Nähmaschine beschäftigt und für die Mutti und später noch für den Sohn Mund-Nasen-Abdeckungen {Was für eine bescheurte Wortschöpfung} genäht. Ja, genau. So war das. Am frühen Abend fuhr ich zur Mutti, um ihr ihr Teil zu bringen. Es war etwas groß geraten. Also, eigentlich nicht, aber die kleine Frau hat so ein kleines Gesichtchen. Sie verschwindet fast in der Maske. Bei der nächsten lasse ich die Nahtzugabe weg.

Montag, 04. Mai
6.15 Uhr
Ich schrecke aus dem Schlaf, als der Sohn draußen herum kruschtelt. Weil er angesagt hatte, 6.30 Uhr aufstehen zu wollen, denke ich, ich hätte verschlafen, bis er mich beruhigt: Du hast noch Zeit, Mutsch. Eine Stunde, bis die Waschmaschine fertig ist und dann noch eine, bis die Wäsche trocken ist.
Schön wär’s. Als die Waschmaschine fertig ist, schlummert der Sohn süß und seelig. Also hänge ich die Wäsche auf und sorge dafür, dass ein paar Teile besonders schnell trocknen.
9.00 Uhr
Ich betätige mich als Weckdienst und handle mir Knurren und Murren und Anschreien ein. Nutzt aber nichts, er will zum Kollegen gebracht werden und ich muss 10 Uhr zurück sein, weil 10.15 Uhr mein Webinar beginnt. Da ich nicht nur teilnehme, sondern es selbst halte, muss ich auch pünktlich sein.
Vorher kutschen wir noch zum Wertstoffhof, weil ich den Grünschnitt endlich aus dem Auto haben will. Zu dumm, dass man dort erst 10 Uhr öffnet. So fahren wir unverrichteter Dinge weiter.
Ich gerate sehr unter Zeitdruck, schaffe es aber trotzdem, mich drei Minuten nach 10 ins Webinar einzuklinken. Der Kollege hat es schon eröffnet, meinte aber, die Teilnehmerin käme tatsächlich erst Viertel. Tat sie auch und stellte uns eine sehr schöne Präsention vor. Wir hatten nur ein paar kleine Anmerkungen, ansonsten war es eine sehr gute Arbeit.
Da wir ein gutes Stück überzogen hatten, blieben mir ganze 8 Minuten bis zum nächsten Meeting. Gerade genug für den Gang zur Toilette und um einen Kaffee zu holen. Diesmal überzogen wir fast eine halbe Stunde, so dass sich die knappe Pausengestaltung vor dem nächsten Meeting wiederholte. Diemal konnten wir nicht überziehen, weil der Kollege gleich im Anschluss noch ein weiteres Meeting hatte. Im Gegensatz zu mir bekommt er seine Arbeit bezahlt.
Ich klinkte mich aus und widmete mich dem Flyer für unser neues Projekt, das mir hoffentlich bald wieder ein ordentliches Einkommen verschafft.
Plötzlich stand der Sohn an der Zimmertür. Es war schon 16.00 Uhr
Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken fuhr ich zur kleinen Frau, um ihr eine kleinere Mund-Nase-Abdeckung zu bringen. Danach zog ich mich lesenderweise auf die Couch zurück. Der Tag war voll genug.

Dienstag, 05. Mai
Was ich an diesem Tag gemacht habe, steht alles hier.

Mittwoch, 06. Mai
5.25 Uhr
Diesmal habe ich mir den Wecker gestellt, bin aber eine reichliche halbe Stunde vorher wach. Auch gut. Der Sohn taucht pünktlich auf. Wir wollen heute früher los, als am Tag zuvor, weil für viele Kinder die Schule wieder beginnt und ich mit deutlich mehr Verkehr rechne. Nee, die Kinder fahren nicht mit dem Auto, aber die meisten werden gebracht. Ich empfinde das als Unsitte, andererseits bringe ich den Sohn ja auch zur Arbeit. *kopfkratz*
7.20 Uhr
Frühstück daheim. Nur was kleines. Dann ein wenig Herumgemuddel im Haushalt und dann ein Telefonat mit Mutti.
Am vergangenen Wochenende versprach die Wettervorhersage für Mittwoch einen Tag voller Sonne bei 20°C und ich hatte dummerweise der Mutti einen Gartentag in Aussicht gestellt. Nun herrschten am Morgen aber nur 6°C und die Vorhersage legte sich auf 13 °C Höchsttemperatur fest. Als ich ihr sagte, dass es mit dem Garten wohl nichts wird, erntete ich wieder einmal Unmut und Belehrungen und, ach, was weiß ich. Irgendwie kann ich derzeit sagen und machen, was ich will, ihr passt es nie selten. Immerhin schlug ich ihr vor, sie mit auf den Wochenmarkt zu nehmen, der am Morgen aufgebaut wurde.
11.30 Uhr
Auf zu Mutti und mit ihr zum Wochenmarkt und zur Drogerie. Es war anstrengend für mich, weil die kleine Frau so langsam läuft. Wenn ich mich über längere Zeit ihrem Tempo anpassen muss, bekomme ich Rückenschmerzen. Nutz ja aber nix. Sie kann sich meinem Tempo erst recht nicht anpassen, also funktioniert es nur so herum.
13.20 Uhr
Ich liefere die Mutti daheim ab, und sie fordert, mitgenommen zu werden, wenn ich den Sohn abhole. Hach.
14.30 Uhr
Ich starte zur Mutti, dann weiter zum Sohn. Nun hat sie wenigstens mal gesehen, wo er arbeitet und kann sich ein Bild machen. Wie nahe das Bild an der Realität liegt, steht nicht zur Diskussion, denn wenn Mutti sich etwas zurecht legt, dann IST DAS SO. *kicher*
16.30 Uhr
Alle sind wieder daheim. Ich verziehe mich auf die Couch. Mir reicht es erst mal. Ich brauche jetzt einen schönen Tee und ein Buch. Dann ist alles fein… bis auf, dass ich beim lesen einnicke.
20.30 Uhr
P. ruft an. Das freut mich sehr. Wir telefonieren geschlagene zwei Stunden und haben noch immer nicht genug. Allerdings ist dann ihr Akku leer. Nunja.

Donnerstag, 07. Mai
Am Morgen…
…wie immer, Sohn zur Arbeit.
Tagsüber…
…ein paar Mails mit den Ex-Kollegen. Inzwischen ist wohl jedem klar, dass ich diejenige bin, die der Chef nicht zurück holen wird, wenn die Bildungsträger wieder Teilnehmer empfangen dürfen. Weil er momentan viel zu wenige Teilnehmer hat. Die paar Hanseln müssen von den festangestellten Kollegen mitbetreut werden. Dass darunter die Qualität der Weiterbildung massiv leidet, ist dem Chef erst mal egal. Hauptsache, er kann sparen.
Am Nachmittag…
…hole ich den Sohn ab, der noch ein paar Wege abzufahren hat. Inzwischen hat sich die Sonne doch wieder durchgesetzt, so dass es mir ganz angenehm ist, mit ihm herum zu fahren.
Am Ende…
…meint er: Lass uns Kaffee trinken gehen. Ich steuere den Garten an. Kaum dass der Kaffee auf dem Tisch steht, taucht Chrissi mit Radler auf.
Wir sitzen {mit gebührendem Abstand} im Freien, quatschen, trinken später noch ein zweites Radler.
Noch später zaubert der Sohn aus Resten ein Abendessen. Ach wie schön. Ich liebe es, im Freien zu essen.
Das hatte ich schon gesagt, stimmt’s?

Freitag, 08. Mai
Die Eckpunkte sind auch an diesem Tag das Bringen und Holen des Sohnes zur und von der Arbeit. Und zu einem Termin, der so kurz ist, dass es sich nicht lohnt, wegzufahren. In der Zwischenzeit führe ich eine kleine telefonische Anleitung zum Thema Steuererklärung selbst erstellen durch.
Am frühen Abend schlafe ich mal wieder auf der Couch ein. Menno!!! Aber ich habe himmlisch geträumt. Hach ja.
Es ist noch hell, als ich wieder aufwache. Und der Abend kann beginnen. Ich telefoniere mit C. Es geht mal wieder um unser Projekt. Also, von mir aus dürfte es langsam losgehen. C. rechnet damit, dass wir im Juli mit der Umsetzung beginnen können. August würde mir auch noch reichen. Bis dahin halte ich mich über Wasser, aber länger sollte es möglichst nicht dauern.

Und sonst so?
Ihr seht, ich habe voll zu tun und die großen Dinge, die ich mir für die zu-Hause-Zeit vorgenomen hatte {Aufräumen, Strickprojekt, Nähprojekt} bleiben liegen, weil meine Tageszeit zerhackt wird in viele kleine Stücken. Mal da ne Stunde, mal dort anderthalb. Aber nie 5 Stunden am Stück, in denen man mal was schaffen könnte. Ich muss mal schauen, ob ich mir das in der kommenden Woche besser organisieren kann.
Positive Nebenwirkung: Ich schaffe locker meine 10.000 Schritte einfach so im Alltag. Das ist ja auch was.

Heute ist Gartentag angesagt. Natürlich mit Mutti und dem damit verbundenen Hin-und-her-Gefahre. Vermutlich komme ich erst am Abend dazu, mich bei Andrea in der Plauderecke umzusehen. Ich freue mich auf euch.

Bleibt schön gesund.
Eure Mira

10 Gedanken zu “Samstagsplausch {09.05.2020}

  1. Hallo… zum nachträglichen Plaudern, ein schönes Ritual zum Samstag und erst recht jetzt noch mal in Ruhe zum Montag.

    Liebe Mira, es liest sich abwechslungsreich und amüsant. Toll, was Du mit der Nähmaschine zauberst. In Ermangelung muss ich alles von Hand sticheln.

    Bitte bleib gesund und munter.

    Gefliederte Grüße – der Duft weht aus dem Garten herein – von Heidrun

    1. Liebe Heidrun, der Fliederduft ist angekommen. 😉
      Ich liebe es, wenn es nach allen möglichen Blüten duftet. Hinter dem Haus hatten wir die Traubenkirsche. Das war ganz wunderbar. Auch der Raps, wenn er in voller Blüte steht, erinnert mich immer ein wenig an Honig.
      Inzwischen ist er leider am Verblühen.
      Übrigens beschäftige ich mich meist die ganze Woche über mit dem Samstagsplausch, lese mal bei der einen, mal bei der anderen und möchte im Laufe der Woche alle Beiträge lesen und nach Möglichkeit kommentieren. Du hast rest, das ist ein sehr schönes Ritual.
      Liebe Grüße bis kommenden Samstag
      die Mira

  2. Ich weiss zwar nicht um was für ein Neues Projekt es bei dir geht, aber ich hoffe dass es gelingen mag. Du schreibst bei mir, dass du kein Glück hast mit deiner Rhabarberpflanze, eigentlich sollte sie nicht blühen und wenn du die Blütenstängel immer früh entfernst entwickelt sie besser Blätter. Ganz wichtig ist auch, dass du sie im Herbst einziehen lässt und nach Johanni nicht mehr erntest.
    L G Pia

    1. Danke für die Rhabarbertipps, liebe Pia.
      Das werde ich beherzogen und hoffentlich mehr Erfolg mit der Pflanze haben.
      Bis bald
      die Mira

  3. Liebe Mira, schön von Dir zu lesen. Und was für eine Action bei Dir ist. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, das Euer Projekt klappt. Toi toi toi.
    Genieße den Sonntag und starte gut in die neue Woche. Lieben Gruß Sylvia

    1. Liebe Sylvia, hab dank für deine Grüße. Ich muss leider zugeben, dass ich bei dir neuerdigs mehr bei Instagram nachsehe, wie es dir geht, als in deinem Blog. Das werde ich jetzt gleich mal ändern.
      Liebe Grüße von Mira

  4. Hallihallo,
    uiui.. mächtig was los bei Dir.
    Klingt als würde Euer Projekt an Gestalt gewinnen und bald Fahrt aufnehmen können. Ich wünsch es Dir..!!
    Oh.. ich werde zum Frühstück gerufen..
    Schönen Sonntag 😉
    Liebe Grüße
    illy

    1. Hallo liebe Illy,
      ja, zum neuen projekt gibt es jetzt nahezu täglich Weiterentwicklungen. Diese Woche noch soll die Zertifizierung über die Bühne gehen, danach erfolgt eine erste Anmeldung, und wenn die gelaufen ist, können wir, ich schätze in drei bis vier Wochen durchstarten. Dann, werde ich auch ausführlicher erzählen, worum genau es sich handelt. Aber erst dann, ich bin da bissel abergläubig. 😉
      Beste Grüße
      Mira

    1. Liebe Regula, du prägst immer so schöne Begriffe.
      Neulich Selbstfürsorge und nun Hüterin deiner Zeit DAS möchte ich mir ganz groß auf meine Fahne schreiben. Schließlich habe auch ich nicht mehr als 24 Stunden pro Tag. Also muss ich ein bissel darauf aufpassen.
      Liebe Grüße zu dir
      von Mira

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