Wie für mich geschrieben…

dieser Artikel, den ich bei April gefunden habe.
Witzig das Bild über dem Artikel, suggeriert es doch, mit Stricken die Muße wiederzuerlangen. Sehr interessant meine Reaktion: Ich habe, während ich den Artikel las, ein paar Runden an einer Socke gestrickt, die “eigentlich” schon längst fertig sein sollte. Da sagen wir jetzt mal nichts mehr dazu…

Im Übrigen habe ich gerade meine eigene Entschleunigung [wer erfindet eigentlich solch grässliche Wörter?] über den Haufen gekippt.
Geplant war, den Januar komplett frei zu halten, weil ja möglicherweise der Auftrag aus Suhl kommt, das nächste Handbuch zu erstellen, was ich irre gern tun würde.
Da ich, wenn ich das Handbuch erstelle, tagsüber für die Suhler Kollegen erreichbar sein muss und auch selbst Tagesfreizeit brauche wegen eventueller Rückfragen, wollte ich auch keine Nachtdienste annehmen. Ich wäre dann zwar tagsüber daheim, aber die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass es mir zunehmend schwerer fällt, Tag und Nacht zu arbeiten. Aber dann kam die Anfrage aus dem Büro nach der Verfügbarkeit für den Januar. Und ich hatte sofort wieder diesen Gedankenstrudel im Kopf, Arbeit-Einkommen-Verpflichtung-Müssen-Müssen-Müssen… Genau, wie in o.g. Artikel beschrieben. Diese Erwartungen an mich selbst. Einerseits auf Unterstützung angewiesen sein, weil das Einkommen zu gering ist, andererseits einen Job ausschlagen, um für einen anderen Zeit zu haben, den man dann aber vielleicht erst einen Monat später bekommt.
Das Ende vom Lied, ihr könnt es euch denken: Ich habe eben doch Verfügbarkeiten angegeben und auch eine Anzahl von Diensten bekommen, die ich nun nicht mehr absagen kann, weil ich für die ausfallenden Schichten selbst jemanden finden müsste, der sie übernimmt. Erfahrungsgemäß findet man aber für Nachtschichten nie jemanden. Bis hierhin wäre ja alles im Lot.
Nur kam dann am Dienstag ein Anruf von einer ehemaligen Auftraggeberin, von der ich ewig nichts gehört habe. Gestern haben wir uns getroffen und nun habe ich einen Auftrag für die kommenden drei Wochen. Zum Glück habe ich die meisten Nachtdienste am Wochenende. Nur zwei oder drei unter der Woche. Machbar ist das also, und selbst wenn der Handbuchauftrag nun auch noch im Januar kommt, kann ich das hinbekommen. ABER Muße ist was anderes und Zeit haben auch…
Hach.
Dazu kommen dann noch Termine, die ich einschieben muss, weil andere ihre Arbeit nicht ordentlich machen. Besonders ein gewisser Herr in der Leistungsabteilung der A*R*G*E, der meinen Fortzahlungsantrag [das Geld, was ich jetzt erarbeite, bekomme ich frühestens Mitte März, bis dahin muss ich aber auch Miete zahlen] am 14.12.2009 erhalten, aber noch in keiner Weise bearbeitet hat. Selbiger Herr hatte auch im Mai 2009 eine Änderungsmeldung von mir bekommen, weil ich wegen des Lehrgangs nicht mehr arbeiten konnte und demzufolge auch kein Einkommen mehr hatte. Daraufhin rief er mich an, um mir mitzuteilen, dass er diese Meldung nicht bearbeiten möchte, weil er so viel zu tun hat und dann Ende Juni [als die damalige Bewilligung auslief] alles noch einmal bearbeiten müsste und sich deshalb die jetzige Bearbeitung gern ersparen möchte. Auf meine Frage, wie er sich denn vorstelle, wovon ich mein Leben bestreite, wenn ich kein Einkommen habe, versprach er mir, s o f o r t nach Eingang meiner Abrechnungsunterlagen diese zu bearbeiten. Er hat sie Ende Juli erhalten. Gehört habe ich noch nichts wieder von ihm.
Man könnte ja fast meinen, er mache das aus Böswilligkeit. Da er mich aber nicht persönlich kennt, kann er auch keinen persönlichen Groll gegen mich haben und eine grundsätzliche Bosheit gegenüber allen auf ihn angewiesenen Bedürftigen mag ich ihm nicht unterstellen. Also lässt sein Verhalten nur einen anderen Schluss zu: Er ist den Anforderungen seines Jobs nicht gewachsen. Und weil das so ist, bin ich nun eine der Leidtragenden und muss morgen in aller Frühe zum Amt fahren und versuchen, dort eine Klärung herbeizuführen.
Wird nicht viel bringen, denn selbst wenn dann mein Antrag bearbeitet wird, fallen wieder soundssoviele andere hinten runter. Und dafür fahre ich 40 km durch den Schnee. Man könnte doch glatt…

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3 Gedanken zu “Wie für mich geschrieben…

  1. die schon wieder… läuft aber hier in den letzten wochen und monaten ähnlich. einmal wurde ich hinzitiert, weil ich das einkommen aus meinem nebenjob nachzuweisen hätte, den ich seit 04/09 hätte – den hatte ich seint 01/06, der war gemeldet, nachweise lagen alle vor und der war gekündigt 05/09… auch die kündigung lag vor AAABER irgendwie war es im dienstrechner nicht so erfasst, dass die mitarbeiter damit umgehen können. drin war der gesamte vorgang… aber mir streicht man wegen angeblicher unregelmäßigkeiten gerne mal das geld.
    dann zweimal gnatsch wegen der unterhaltszahlungen für die kinder – einmal mit geld weg, obwohl seit jahren alles unverändert und nachgewiesen ist. gnatsch wegen unterhalt für mich – äh?! ich lebe seit 17 jahren alleine. die letzte wunderliche aktion war ein windiges jobangebot und die verwunderung darüber, dass ich meine ausbildung beewnden will (18 monate noch – dass es für mich teuer werden kann, wenn ich abbrechen sollte, musste ich übrigens unterschreiben… schadenersatz).

    vermutlich hats im amt manchem unter den hut geschneit und dabei ist manches in winterstarre gefallen. und dass ich heute keinen link zu mir setze hat gute gründe :/

  2. Ha, das Stricken … ich glaube schon, dass es beruhigend und entschleunigend wirkt. Dass du so viele Aufträge annimmst, kann ich in deiner Situation verstehen. Ich wünsche dir die Kraft, das durchzuhalten. Vielleicht hilft dabei auch eine gewisse Gelassenheit. Nur die die A.r.ge – die ist wirklich arg 😉 – da würde ich keine Gelassenheit und kein Verständnis aufbringen. Man hört nur Ärgerliches über die. Was ist da nur los? Das ist doch nicht normal.

  3. Hallo Mira,
    das sieht schön aus hier – ein klares und (bisher noch?) übersichtliches Design. Ich neige ja immer wieder dazu, mir viel zu viel in die Sidebars rein zu packen. Mir gefällt auch dein Format und auf meinem Laptop komme ich mit Breitformat immer gut zurecht.
    Dann wünsche ich dir genügend Puste für die vielen Vorhaben, die sich da gerade wieder ergeben, und gutes Gelingen.
    Lieben Gruß
    Elke
    Ach ich seh gerade, du hast ein Theme mit der Möglichkeit im Fußbereich auch noch was unterzubringen. Das ist clever. Einmal hatte ich das auch, bin komischerweise wieder davon abgekommen.

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