Dienstag, 14. Dezember 2004, 07:48 Uhr
...Wadenkrämpfe, Goldeselspiel, Wendemagen...
Alle halben Stunden war ich auf und mit irgend einem Zipperlein beschäftigt. Dazwischen schlief ich wieder ein, aber so richtig ausgeruht fühle ich mich nicht.
Jetzt mach ich mir erst mal einen schönen Tee. Gegen beginnende Kopfschmerzen hab ich ein Hausmittelchen, das nicht sehr magenfreundlich ist. Mal sehen...
Gegen die Wadenkrämpfe hilft Magnesium...
Zum Glück muss ich heute erst am Nachmittag arbeiten. Da habe ich noch Zeit, mich zu kurrieren...
Zwar muss ich heute Morgen zum Rathaus, aber ein Stündchen gönne ich mir mal noch, um fit zu werden...
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Montag, 13. Dezember 2004, 17:03 Uhr
Über die letzte seiner sieben Brücken ist er gegangen...
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Montag, 13. Dezember 2004, 16:59 Uhr
...das meinte ich ... unter anderem.
Ich ertränke mich nicht in Selbstmitleid, ich versuche das auch nicht. Was Du hier gelesen hast, war eben gerade kein Selbstmitleid, sondern die Gedanken, die mich beschäftigten während des Versuches, aus einem gefühlsmäßigen Tief heraus zu kommen.
Oh ja, das Leben kann wundervoll sein, und für Leute, die einen zwar niedrig bezahlten, aber gesicherten Job haben, in einer intakten Beziehung leben und sich Zeit für ihre Hobbys nehmen können, ist es gewiss wundervoll.
Es ist definitiv toll, in nette Kneipen zu gehen, mit freundlichen Leuten zu schwatzen, Livemusik zu hören, die, wie Du es schreibst, Lebensfreude vermittelt. In vielen Lebenslagen und bei vielen Menschen hilft das unbedingt über alle Sorgen hinweg. Und wenn sie [die Sorgen] am nächsten Tag in geballter Ladung zurück kommen, was solls? Heute geht es uns gut, heute leben wir und genießen und wer weiß, vielleicht sind wir ja morgen gar nicht mehr auf dieser Welt, da wäre es doch jammerschade, wenn wir uns diesen letzten aller Tage mit trüben Gedanken verderben würden.
ALLES RICHTIG!!!
Nur, schau, es gibt da ein paar leisere Töne zwischen all dem lauten Lachen. Es gibt da ein paar Menschen, denen es gerade jetzt im Moment nicht nach dem großen bunten Kabarettprogramm, das sich Leben nennt, zumute ist.
Jeder geht doch anders mit seinen Sorgen um, auch mit seinen Ängsten und erst recht mit seinen Gefühlen.
Der eine [vielleicht Du?] geht nach außen, teilt sich mit und findet, selbst wenn er vielleicht nicht gesucht hat. Oder er hat eben gesucht und gefunden. Toll für diesen, der so lebt und empfindet.
Der andere [*** vielleicht?] geht auch hinaus in das gleiche bunte Leben, sucht und glaubt zu finden und stellt nach einer Weile fest, dass das Leben ein wenig zu bunt war, das Lachen ein wenig zu laut und die Musik ein wenig zu freudig, um in die Tiefe zu reichen.
Und ein Dritter weiß aus Erfahrung, dass das eine, wie das andere für ihn nicht passt und zieht es vor, seine Dinge mit sich auszumachen und in der Stille mit sich ins Reine zu kommen. Klar, auch er vertraut sich manchmal jemandem an, aber eher seltener eben weil er niemandem die Ohren volljammern will, schon gar nicht Menschen, von denen er vermutet oder weiß, dass sie ihn nicht verstehen können, weil sie eben ganz anders sind.
DAS stand in der Tiefe meiner Texte von heute Morgen. Keine kollektive Jammerei im WWW - wenn mir nach Jammern ist, jammere ich auch ohne das Web und wenn mir nicht danach ist, schließe ich mich anderen nicht an, nur weil es Mode ist.
Das mit dem Anschließen funktioniert bei mir ohnehin nicht, weder beim Jammern, noch beim kollektiven Spaß haben, weil eben gerade Spaß angesagt ist...
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Montag, 13. Dezember 2004, 07:55 Uhr
...nicht besser.
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Montag, 13. Dezember 2004, 07:52 Uhr
...nicht besser.
Auch nicht dadurch, dass ich mit all diesen Gefühlen nicht allein bin. Im Gegenteil, das macht es noch schlimmer. Das Wissen darum, dass es anderen genauso geht, verstärkt den Zweifel am Sinn dieses Lebens.
Warum tun wir uns das an? Und was können wir dagegen tun? Resignation. Flucht.
Ich will weg hier, raus hier.
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Montag, 13. Dezember 2004, 07:41 Uhr
..nicht besser.
Ein Brief, eine Mail. Vertrauen. Sehr viel Vertrauen. Und die Beschreibung all dessen, was ich seit Jahren mit mir herum schleppe und was immer schlimmer wird, immer auswegloser. Es könnte mein Brief gewesen sein. Einsamkeit, Lustlosigkeit, Depression.
Und nun? Wie nun weiter?
Immer wieder Lachen, wenn man weinen möchte. Menschen treffen, wenn man nichts sehnlicher wünscht, als sich zurück zu ziehen. Reden, wenn man schweigen möchte, oder schreien.
Die freundlich nicht wirklich interessierte Frage Wie geht es Dir? immer und immer wieder beantworten mit einer Lüge. Danke, recht gut. Ich möchte einmal, ein einziges Mal auf diese Frage antworten Beschissen, und jetzt lass mich in Ruh!
Ausreden erfinden müssen, immer und immer wieder. Alibis brauchen, wenn man dies oder das nicht tun will, nicht tun kann. Begründungen finden müssen, die von anderen akzeptiert werden.
Wie ich das hasse.
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Montag, 13. Dezember 2004, 06:13 Uhr
...nicht besser.
Dani erwähnte am Wochenende, sie brauche ein Ziel. Ich will doch einfach nur ein geregeltes Leben! meinte sie am Schluss. Aber wollen wir das wirklich? Und wenn wir es haben, was dann?
Was wäre ein geregeltes Leben?
Ein Job, mit dem man so viel verdient, dass man nicht bei jedem Wochenendeinkauf rechnen muss, ob es Wurst oder Käse geben kann. Ein Job, bei dem wenigstens einmal im Jahr ein Urlaub drin ist. Ein Job, bei dem man Montag bis Freitag 5 Uhr aufsteht, 6 Uhr aus dem Haus geht, 16 Uhr Feierabend hat und 17.30 Uhr geschafft von der Arbeit und dem Feierabendverkehr wieder daheim ankommt.
Gut. Den Job hätten wir - und nun?
Gehört zu unserem geregelten Leben noch ein Partner? Ja freilich, sonst wär es ja nicht wirklich geregelt. Der kommt noch eine halbe Stunde nach uns von der Arbeit. Inzwischen decken wir den Tisch, damit er nur noch die Füße unter den selben stecken muss, wenn er kommt. Wir fragen ihn nach seinem Tag und er erzählt, was wieder alles los war, wie er sich wieder hat herum ärgern müssen und und und. Dann steht er vom Tisch auf, geht ins Wohnzimmer, schaltet den Fernseher ein. Klar, er muss Nachrichten sehen, muss wissen, was los ist in der Welt. Er packt sich auf die Couch, blättert in der Zeitung, während die Nachrichten vor sich hin plappern und Du inzwischen den Tisch abräumst, das Geschirr spülst, die Waschmaschine füllst und einschaltest.
Irgendwann fällt ihm ein, dass Du noch immer draußen herum wuselst, und er ruft, Komm doch her, setz Dich zu mir. Deine Serie fängt gleich an. Dann kommst Du, setzt Dich zu ihm, der noch immer in der Zeitung blättert und gar nicht daran denkt, auf den Kanal mit "Deiner" Serie umzuschalten. Du greifst nach dem Strickzeug, doch das Klappern der Nadeln stört ihn. Du möchtest lieber lesen, statt die soundsovielte Wiederholung des Prinzen von Bel Air über Dich ergehen zu lassen, aber wenn der Fernseher plärrt, kannst Du Dich nicht auf Dein Buch konzentieren und wenn Du ins Schlafzimmer gehst, um zu lesen, mault Dein Mann, weil Du ihn "immer" allein sitzen lässt...
An den Wochenenden fahrt Ihr im Wechsel zu seinen Eltern oder macht einen Ausflug, bei dem Du bestimmen darfst, wohin es geht, wobei Du natürlich etwas finden musst, was Deinen Mann interessiert.
Ein solch geregeltes Leben hatte ich bis 1993. Dann ging er fremd, weil ich ihm zu langweilig war.
Ich glaube nicht, dass ich ein geregeltes Leben will, dass ich es überhaupt ertragen könnte.
Ich bin mir nicht einmal sicher, so einsam ich mich oft fühle, ob ich überhaupt einen Partner will. Vermutlich würde dieser mich nicht ertragen. Deshalb bin ich ja wohl allein, weil mich niemand auf Dauer ertragen kann. Und wie könnte ich das auch erwarten? Ich ertrage mich ja selbst nicht.
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Sonntag, 12. Dezember 2004, 20:30 Uhr
...stelle ich mir vor, ich könnte mich einfach irgendwo flach auf den Rücken legen, einschlafen und nie, nie wieder aufwachen. Manchmal wünsche ich mir, es wäre so.
Bei cult 7 gab es am Freitag eine einzige Frage, die ich ohne zu Überlegen beantworten konnte.
Frage 4: Du kannst einen Tag mit jeder Person auf diesem Planeten das Leben tauschen. Mit wem tauschst Du?
Mit meinem Vater, den Tag, an dem er starb.
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Sonntag, 12. Dezember 2004, 06:47 Uhr
...nicht so gut. Gestern während des Weihnachtsmarktbummels bekam ich heftige Rückenschmerzen. Überhaupt tun mir alle Glieder weh. Vermutlich hat die Erkältung, die ich in den letzten Tagen zu bekämpfen hatte, doch eher grippale Ausmaße.
Gestern Nachmittag, während ich in einer Strickorgie drei Viertel Socken für Sally fertig bekommen habe, schaute ich mir einen Film an... "Schneeparadies" oder so ähnlich. Ein Kitsch-Schinken, aber niedlich. Danach fragte ich mich wieder einmal, welchen Sinn mein Leben überhaupt hat und wie die Träume wirklich aussehen, um deren Verwirklichung ich kämpfe...
Da Skype nicht funktionierte und alle Tests darauf hinaus liefen, dass die Ursache bei meinem Mikro liegen mussten, habe ich mir gestern Nachmittag ein neues Headset beschafft und will nun nachher schauen, ob ich mich der Außenwelt wieder mitteilen kann. Hoffentlich! Denn wenn nicht, weiß ich nicht mehr, woran es noch liegen könnte und bekomme den Fehler nicht behoben.
Ach, ach.
Dani hat ihren Wecker auf 8 Uhr gestellt und diesmal muss ich darauf achten, dass sie ihn auch hört. Kurz vor zehn muss sie los, und dann beginnt für mich ein Kreativtag, denn ich will ein paar Strickarbeiten fertig bekommen [oder wenigstens voran treiben] und muss noch ein paar Bilder gestalten, die für Portalseiten einer Stadt verwendet werden sollen...
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Sonnabend, 11. Dezember 2004, 09:39 Uhr
...ist los zur Arbeit auf dem Weihnachtsmarkt. Und ich... habe jetzt erst mal ein wenig Zeit, meine Strickstrümpfe zu sortieren, meine Erkältung zu bekämpfen, meine Küche aufzuräumen... aber das Aufräumen muss jetzt erst mal noch warten, denn eine Tasse Milchkaffee und ein paar Reihen stricken gehören einfach noch zum gemütlichen Wochenendfrühstück...
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Script by Alex