Montag, 22. Dezember 2003, 07:15 Uhr
Tja, jetzt habe ich mich also auch durchgerungen, mein Tagebuch nicht mehr als solches zu führen, sondern einfach zu bloggen.
Hoffentlich schmiert hier nicht alles ab, wie schon bei diversen anderen Anbietern. Ich kenne mich, mit Sicherungen habe ich es nämlich nicht so sehr.
Auch mit Vorgaben nicht, aber die scheinen hier ja wirklich nur Vorschläge zu sein, beliebig veränderbar.
Aber genau damit habe ich im Moment so mein Problem. Am Aussehen des Tabus sollte sich im neuen Jahr ohnehin etwas ändern, nur sind die Vorstellungen dazu noch nicht sehr konkret. Und wenn ich dann noch nicht mal meine eigenen Styles nutzen kann, sondern mich durch die anderer Leute kämpfen muss, um sie anzupassen, dann scheint mir das zeitraubend zu werden.
Das war die Zeit, als ich zu blogger umzog.
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Sonntag, 21. Dezember 2003, 13:24 Uhr
...vergessen, mir die Haare zu färben. Ja, das musste unbedingt noch sein vor der Reise, denn der Ansatz schimmerte schon recht winterlich, wie Rauhreif. Nun ist alles wieder schön gleichmäßig rotbraun, und ich fühle mich einfach schöner. Und wenn ich mich schöner fühle, bin ich's auch. Ja, wirklich.
Die Jette holte mich mit ihrem Anruf unter der Dusche hervor, und wir quasselten wieder über alles Mögliche, wie es Schwestern eben tun. Ich freu mich riesig darüber, denn bei uns sind solche Gespräche leider nicht immer selbstverständlich. Zu oft stand Jettes Krankheit zwischen uns. Aber zur Zeit scheint es ihr gut zu gehen. Das macht mich froh!
Kaum hatten wir aufgelegt, rief PeLe an. Eine von denen, derentwegen ich ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich mich nicht gemeldet habe.
Dem anderen zu Weihnachten Zeit schenken, das ist etwas, das mir gefällt. Im neuen Jahr wollen wir uns ungbedingt treffen. PeLe bot auch an, im Büro auszuhelfen, wenn ich dort jemanden brauche, der das Telefon bewacht. Wenn die Fahrkarte heraus kommt. Na, das ist ja klar, sie kann nicht noch Kosten haben, wenn sie mir hilft.
Inzwischen habe ich die unerledigten Aufgaben abgehakt. Ich werde noch die Küche aufräumen und die Wichtel verpacken, und natürlich muss ich mich um die Kleider kümmern, die ich morgen in meine Reisetasche stopfen will. Aber darüber hinaus freue ich mich jetzt einfach nur auf die Adventsfeier bei Mutti. Ich hab der Jette versprochen, dass wir von dort aus noch mal anrufen. "Ich möchte auch mit Euch Weihnachten feiern" hat sie gesagt. Das werden wir.
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Sonntag, 21. Dezember 2003, 09:56 Uhr
...was ich hier schreibe, dreht sich nur um mich. Ja klar, es ist mein Tagebuch, das sollte sich um mich drehen. Aber ansonsten?
Da sind so viele Menschen, denen ich in diesem zu Ende gehenden Jahr [wieder]begegnet bin, an die ich sehr oft denke, und denen ich doch keine Mail, keinen Weihnachtsbrief, keinen Anruf gewidmet habe.
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Sonntag, 21. Dezember 2003, 08:10 Uhr
...Einträge in diesem Jahr.
Ein paar vereinzelte Regentropfen wispern am Fenster. Der Wind spielt mit vertrockneten Blättern, die er in der Dachrinne gefunden hat. Unter den Wolkenbänken am östlichen Himmel zeichnete die aufgehende Sonne einen glutroten Streifen, der binnen weniger Minuten zu einem zarten Hellorange verblasste. Der Wind zerzaust die blaugrauen Wattegebilde, treibt sie weiter, häuft sie zur Türmen auf, baut Schlösser daraus und zerfasert sie im nächsten Moment zu kleinen dunklen Tupfen am heller werdenden Himmel.
Es ist ein schöner Morgen, es wird ein guter Morgen.
Am Nachmittag treffen wir uns bei Mutti zur Adventsfeier. Da ich am Heilig Abend mit Fremden unterwegs bin, um ihnen ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren, trifft sich unsere Familie schon heute. Danach ist für uns Weihnachten schon vorüber. Beinahe möchte ich sagen "endlich", denn wie ich zu diesem Fest stehe, bei dem der Kommerz alles andere verdrängt, das habe ich bereits Kund getan.
Ich schaffe es heute wieder nicht zum Weihnachtsmarkt, weil ich gestern nicht mit all meiner Hausarbeit fertig geworden bin. Ich frage mich immer wieder, wie das andere schaffen, die auch einen Job haben und eine größere Familie als ich. Mir ist klar, dass ich etwas falsch mache, aber mir wird wohl immer verborgen bleiben, was. Vielleicht bin ich zu genusssüchtig. Denn ich stelle mir jetzt schon wieder vor, wie ich die Hausarbeit heute mit Angenehmem verbinden kann. Das bedeutet natürlich, ich mach mir einen schönen großen Milchkaffee, bevor ich anfange, freue mich nebenher darauf, meine Schwester noch einmal anzurufen, denn ich habe ihr das versprochen, weil unser Gespräch gestern so schön verlaufen war. Musik habe ich mir auch ausgesucht.
All das macht war das Arbeiten angenehmer, aber vermutlich werde ich dadurch auch langsamer, uneffektiver, weil ich abgelenkt bin.
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Sonnabend, 20. Dezember 2003, 20:13 Uhr
...war angenehm. Sie rief an, um mir einen schönen Urlaub zu wünschen, denn sie dachte, ich würde vor all meinem Stress auf meine geliebte Insel flüchten. Mutti hatte nur gesagt, dass ich noch eher fahre, als sie. Und weil Mutti auf Urlaubsreise geht, war Jette davon ausgegangen, es sei bei mir genauso. Wir unterhielten uns über dies und das, und dann meinte die Jette, sie hätte mich Weihnachten gern zu sich eingeladen. Ach, ach, das hätte ich wissen sollen. Aber nun ist nichts mehr zu ändern und ich arbeite in Freilassing.
Später rief Chris an. Ob ich etwas koche, wollte er wissen. Er wünschte sich Lasagne, also musste ich noch mal los, einkaufen. Da er erst am Nachmittag von der Arbeit kam, aßen wir zu einer Zeit, da andere Leute bereits beim Kaffee saßen. Der Tag ist ein wenig durcheinander geraten.
Inzwischen ist Chris wieder fort, und ich habe gar keinen Mumm mehr, noch irgend etwas zu unternehmen. Dabei sind es nur noch zwei Tage bis zur Reise. Ich glaube, ich habe mir doch etwas zuviel zugemutet.
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Sonnabend, 20. Dezember 2003, 08:58 Uhr
...ich hab eine Liste gemacht, was ich noch alles einkaufen muss und dabei festgestellt, dass ich mir das Einkaufszentrum sparen kann. Kaufmarkt sollte genügen. Meine Taschen kann ich auch am 22. noch packen. Also bleibt mir ein wenig Zeit für ein gemütliches Frühstück und eine Runde durch die Blogs.
In meinem Bauch rumort es nicht mehr ganz so heftig, wie in der Nacht. Es geht mir also wirklich gut. Und schon kriecht das nächste schlechte Gewissen heran, ganz leise und heimtückisch. Das nämlich, welches raunt dann kannst Du Dich ja mit Dani treffen. Nein, kann ich nicht! Ich hab sie seit September nicht gesehen, und das ist für eine gute Freundschaft, wie wir sie haben, schon recht lange. Andererseits habe ich noch ein paar andere sehr enge Freunde, die ich nicht treffen kann, die aber wenigstens noch eine Mail oder einen Brief von mir bekommen sollen. Und genau dafür möchte ich mir heute Zeit nehmen. Und am Abend, wer weiß, vielleicht gehe ich ins Kino. Den Herrn der Ringe möchte ich schon gern sehen.
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Sonnabend, 20. Dezember 2003, 08:06 Uhr
...als in den frühen Morgenstunden. Nach dem Eintrag hatte ich mich noch einmal ins Bett gekuschelt und wachte erst wieder auf, als Chris eben heim kam. Er zog sich nur kurz um und musste gleich wieder los zur Arbeit. Ich bin stolz auf ihn, weil er so fleißig ist. Wenn ich ihn sehe, denke ich immer wieder, dass es in meinem Leben doch etwas gibt, was ich vom ersten Tag an, vor über 20 Jahren, richtig gemacht habe.
Nun ist es schon kurz nach acht Uhr, und ich muss mich sputen, zumindest meine To-Do-Liste für heute aufzustellen. Wenn ich extrem viel zu tun habe, wird meist auch sehr viel fertig, aber wenn ich Zeit habe, bekomme ich nichts auf die Reihe, wahrscheinlich, weil ich immer denke, ich hab ja noch sooo viel Zeit, und dann ist sie irgendwie vorüber, ohne dass etwas Wesentliches geschafft wurde.
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Sonnabend, 20. Dezember 2003, 04:53 Uhr
...Immerzu habe ich zu wenig Schlaf, bin müde, muss aber weiter. Und genau an den Tagen, an denen ich ausschlafen könnte, werde ich mitten in der Nacht wach und komme schlafe nicht wieder ein.
Wahrscheinlich ist es nicht seltsam, sondern völlig normal, denn gerade dann, wenn ich zur Ruhe kommen könnte, habe ich natürlich auch Zeit zum Grübeln. Und genau diese Grübeleien sind es, die mir den Schlaf rauben.
Hinzu kommt im Moment noch ein Magen-Darm-Problem. Schon vier Mal in der letzten Stunde musste ich zur Toilette eilen. Das kann ja heiter werden, wenn ich die Sache nicht bis Dienstag Morgen in den Griff bekomme. Schließlich beginnt da meine Reise.
Nicht so günstig empfinde ich es, dass meine Mutsch meiner Schwester erzählt hat, ich würde in den Urlaub fahren. Zumindest lautete so die Nachricht, welche die Jette gestern Abend auf meinem AB hinterlassen hat. Nun ist es aber so, dass es der Jette nicht eben gut geht, weder gesundheitlich, noch finanziell, und ich weiß, dass sie sauer ist, wenn wir dauernd in den Urlaub fahren, während sie daheim sitzt und nicht einmal weiß, wovon sie den Weihnachtsbraten bezahlen soll.
Es kann niemand, außer ihr selbst, für die Missere, in der sie steckt. Dennoch sagt sie oft "Na Hauptsache, Ihr könnt immer verreisen. Wie es mir geht, daran denkt ihr nicht!" Natürlich entspricht das nicht den Tatsachen. Mutti hilft ihr immer und immer wieder, sorgt sich ohne Ende, schickt Geld und tut alles, was ihr möglich ist. Für die Jette ist das zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie versucht gar nicht mehr, selbst etwas an ihrer Situation zu ändern. Dafür sind ihrer Meinung nach andere zuständig, wie auch immer die anderen schuld sind, wenn etwas bei ihr schief läuft.
Gerade deshalb kann ich mir vorstellen, dass es sie schmerzt, wenn sie sich in [wie immer] auswegloser Situation befindet und dann erfährt, dass ich mir einen Weihnachtsurlaub leiste, obwohl ich angeblich nicht einmal 50 Euro übrig habe, damit meine Schwester schön Weihnachten feiern kann. Verständlich, dass sie dann meint, ich hätte lieber ihr das Geld schicken können, statt immer nur an mein Vergnügen zu denken. Das hätte nicht sein müssen, sie so zu verletzen, zumal ich ja nicht wirklich in den Urlaub fahre, sondern zum Arbeiten.
Und nun muss ich nachher meine Schwester anrufen und ihr das erklären.
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Donnerstag, 18. Dezember 2003, 00:18 Uhr
Heute war Chris in Goslar. Er hat sich für dieses Auto entschieden und bekommt es am Montag geliefert. *Jubel*
Eben wollte ich schreiben, dass ich morgen meinen letzten Arbeitstag für dieses Jahr habe. Aber so stimmt das ja gar nicht, weil ich doch vom 23.12. bis 2.1. auch arbeite, nur eben in Freilassing.
Aber jetzt verschwinde ich erst mal ins Bett, denn inzwischen ist schon wieder Freitag.
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Mittwoch, 17. Dezember 2003, 23:59 Uhr
Wir waren in Gera, ein Auto anschauen. Chris ist Probe gefahren, konnte sich dann aber doch nicht zu einer Zusage entschließen. Er möchte sich das andere Angebot auch noch ansehen.
Irgend etwas hat ihn abgehalten, und ich habe ihn darin bestärkt, auf sein Gefühl zu hören. Wenn es irgend etwas gibt [auch wenn man es nicht vernünftig erklären kann], das ihn an einer Zusage hindert, dann soll er sich auch nicht dazu zwingen.
Spät am Abend haben wir noch verabredet, dass er morgen schon nach Goslar fährt, um sich das andere Angebot anzusehen.
Manu hat heute den Vogel abgeschossen. Wir telefonierten, wobei ich ihr unsachliches Verhalten von gestern nachdrücklich kritisierte. Ich muss sie nicht fragen, ob ich für meine Firma eine Entscheidung treffen darf. Da meinte sie doch allen Ernstes: "Doch, das musst Du. Ich muss Dich schließlich beraten, damit Du keine falschen Entscheidungen triffst... Ich hätte das vorher abchecken müssen, ob sich die Sache überhaupt rechnet, bevor Du Dich da auf etwas einlässt, das Du nicht im Griff hast. Hast Du Dir denn überhaupt überlegt, dass der Raum, den Du da mieten willst, auch Geld kostet? Das musst Du doch erst mal erwirtschaften!"
Hört, hört! Das sind ja ganz neue Töne. Unsere Manu fängt an, wirtschaftlich zu denken. Und beraten will sie mich auch noch, damit ich auch endlich lerne, wie man eine Firma führt. *ggg*
Warum ich so garstig bin, sie auszulachen, während sie es doch so gut mit mir meint? Ganz einfach, weil sie es eben nicht gut meint. Das sind nur Sprüche. Tatsächlich ist sie immer noch sauer, weil ich sie nicht um Erlaubnis gefragt habe. Sie will bestimmen, sie will über alles Bescheid wissen und sie will das Kommando haben. All ihre Argumente sind Schall und Rauch, denn sie brachte sie erst, nachdem sie wusste, dass von dem Geld, was ich mit meiner Arbeit verdiene, nichts für sie abfällt. Ihre ersten Fragen zielten nur darauf ab, was sie wohl davon hat. Erst als sich heraus stellte, dass sie nichts davon hat, war sie dagegen. Hätte sie absahnen können, wäre es ihr vermutlich sehr egal gewesen, ob ich mir die Miete leisten kann.
Ja, ich habe mich geärgert darüber, wie sie mich behandelt. Dass sie versucht, mich auszunutzen, und wenn ihr das nicht gelingt, die Tatsachen verdreht und boshaft wird.
Aber die Fahrt mit Chris nach Gera hat mich wieder auf angenehme Gedanken gebracht. Ich bin zu selten mit meinem Sohn zusammen. Wenn wir dann endlich mal Gelegenheit haben, uns zu unterhalten, beisammen zu sein, dann tut uns das beiden sehr gut.
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Script by Alex